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Wohin die Gelder ‚Aufbau Ost’ verschwanden

Karl Weiss – Als letztes Jahr die 15 Jahre Währungsunion zwischen der Bundesrepublik und der in den letzten Zügen liegenden DDR gefeiert wurde, hätte jemand mit feinem Gehör auch die Sektkorken in den Vorstandsetagen einiger deutscher Großbanken knallen hören können, denn es war 15 Jahre her, daß sie eines der größten Geschäfte aller Zeiten gemacht hatten: 200 Milliarden Euro mit einem Streich.

Es hat sicherlich auch noch andere Riesengeschäfte gegeben, aber dieses war mit Sicherheit eines der größten. Die DDR-Banken, die ja als Staatsbanken in einer Planwirtschaft völlig andere Aufgaben zu erfüllen hatten als die BRD-Banken, wurden schlicht und einfach für einen Appel und ein Ei an die westdeutschen Banken verhökert. Soweit Schulden der Ostbetriebe gegenüber diesen Banken vorhanden waren, trat der westdeutsche Steuerzahler als Bürge auf.

Große Nutznießer waren unter anderem die Dresdner Bank und die Deutsche Bank, die beiden größten Privaten. Aber auch andere Banken wurden bedacht: Die Berliner Bank bekam die Berliner Stadtbank, die aus der DDR-Staatsbank hervorgegangen war, die Genossenschaftsbank West die Genossenschaftsbank Ost und die Westdeutsche Landesbank Girozentrale die Deutsche Außenhandelsbank.

Der Staat DDR hatte ja den Betrieben Gelder für ihre Investitionen zukommen lassen müssen. Das wurde formal in Form von Krediten durch die (staatseigenen) Banken getan, waren aber in Wirklichkeit Subventionen. Die DDR-Staats-Betriebe (also fast alle) mußten ja ihre Gewinne vollständig an den Staat abführen, konnten nichts in Rücklagen legen, um etwa Investitionen durchzuführen. Als nun diese Staatsbanken abgewickelt wurden, gingen diese scheinbaren Kredite als Forderungen an die DDR-Betriebe mit an die Westbanken über.

Ganz plötzlich hatten alle DDR-Staatsbetriebe riesige Schulden. Das war ja im DDR-System so nicht vorgesehen. Der Begriff Kredite für diese Gelder war fehl am Platz. Sie mußten nicht zurückgezahlt werden. Statt dessen wurden ja die gesamten Gewinne abgeführt.

Dadurch waren fast alle vorherigen DDR-Staatsbetriebe praktisch pleite. Man hatte ja keine Rücklagen, weil die Gewinne abgeführt worden waren. Plötzlich mußte man aber hohe Summen an Westbanken zurückzahlen und hohe Zinsen und Zinseszinsen begleichen, weil der Begriff Kredite so genommen worden war, wie man ihn im Westen verstand.

Man sehe sich nur einmal an, was für Geschäfte da getätigt wurden: Die Westdeutsche Landesbank Girozentrale bekam die Deutsche Außenhandelsbank für schlappe 430 Millionen Mark. Ein Schnäppchen! Mit ihr kamen nämlich Kreditforderungen an Ost-Betriebe in Höhe von etwa 7 Milliarden Mark. Das ist mehr als 16 mal so viel.

Die Berliner Bank mußte für die Berliner Stadtbank 49 Millionen Mark bezahlen. Doch der Kreditberg, der als „Bonus“ mitkam, betrug 11,5 Milliarden Mark, das ist etwa das 235-fache des Kaufpreises.

Die Genossenschaftsbank West hatte 120 Millionen für die Genossenschaftsbank Ost zu berappen, doch gleichzeitig erhielt sie Verbindlichkeiten von 15,5 Milliarden Mark, also etwa 129 mal so viel. Das sind Geschäfte, bei denen selbst erfolgsgewöhnten Bankern ein Leuchten in die Augen steigt.

Auf diese Art und Weise wurden insgesamt an die 200 Milliarden Euro (nicht Mark!) an die Banken vergeben.

Nun, mögen Sie sagen, da war ja auch ein großes Risiko drin, denn die Ostbetreieb konnten das alles ja nicht zahlen. Genau. Das wußte natürlich auch der damalige Staatssekretär im Finanzministerium, der für die Währungsunion zuständig war. Also sagte man sich, da müssen wir als Bund mit einer Kreditgarantie bürgen, denn sonst gehen ja die armen Banken pleite, wenn sie ihre Kredite nicht zurückgezahlt bekommen.

Merken Sie, worauf es hinausläuft? Genau!
Die Ostfirmen sind fast alle Pleite gegangen. Ist ja logisch, wenn sie zuerst alle Gewinne immer abführen mußten, damit Honecker seinen aufwendigen Lebensstil leben konnte und dann als Kredite zurückzahlen mußten, was man ihnen für Investitionen gegeben hatte.

Uns wurde erzählt, die Firmen im Osten seien marode bis zum geht nicht mehr gewesen. Jetzt wissen wir, was wirklich geschah. Wer am Ende alle diese „Schulden“an die Banken zahlen mußte, waren wir, der deutsche Steuerzahler.

Das alles geht übrigens aus einem Bericht des Bundesrechnungshofes hervor. Es gab schon damals auch Politiker, die vor einem solchen Vorgehen warnten, z.B. der CDU-Mann Rupert Scholz. Danach hat man nicht mehr viel von ihm gehört. Na eben. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat vergeblich gewarnt.

Während man uns weismachte, die Wiedervereinigung sei so teuer und wir müßten alle zum ‚Aufbau Ost’ beitragen, war es in Wirklichkeit der Profit-Aufbau von West-Banken, wohin wesentliche Teile der Gelder flossen.

Ach so, es wurde noch nicht gesagt, wer denn der Staatassekretär im Finanzministerium war, der hierfür und für die Währungsunion zuständig war. Sein Name war Horst Köhler. Kennen wir den Namen nicht irgendwoher? Richtig, das ist doch der Bundespräsident.

Nun weiß man, warum die Banken dafür sorgten, daß er zunächst Präsident des Internationalen Währungsfonds und später Bundespräsident wurde. Man muß sich schließlich für 200 Milliarden Euro dankbar zeigen.

Wenn Ihnen demnächst wieder erklärt wird, es sei keine Geld da und es müsse gespart werden, dann fragen Sie doch einmal nach den 200 Milliarden Euro, die aus unseren Steuergeldern den Banken in den Rachen geschoben wurden.

Krieg

NYT: Arabische Öffentliche Meinung unterstützt Hisbollah’

Karl Weiss – Ob sich die israelische und die US-Regierung wirklich bewußt sind, was sie angestellt haben mit dem Libanon-Krieg, jetzt schon, geschweige, denn wenn, er ausgeweitet wird? Man muß vermuten: Nein. Muß sich fragen, ob sie von allen guten Geistern verlassen waren.

Die beiden größten und mächtigsten arabischen Länder, Ägypten und Saudi-Arabien und andere arabische Länder, die feste Verbündete der einzigen Supermacht waren, befriedetes Gebiet, beginnen innere Probleme zu bekommen, die nicht so leicht wieder eingedämmt werden können.

Erklärungsnot
Gleich zu Beginn des Libanon-Krieges gaben sowohl der Saudi-Arabische König als auch Ägyptens Präsident Mubarak Erklärungen ab imsident Mubarak Erklärungen ab imn, daß Israel ein Recht zur Selbstverteidigung habe usw. Doch nun gibt es keinen vernünftigen Menschen auf der Welt mehr, der diesen Krieg wirklich für eine Selbstverteidigungs-Maßnahme halten könnte.

Jetzt kommen beide den USA unterwürfige Regierungen in Erklärungsnot. Die öffentliche Meinung – soweit nicht von westgläubigen Medien – stellt sich voll auf die Seite der Libanesen und der Hisbollah. Die wenigen Tausend Kämpfer, die nun bereits siebzehn Tage den israelischen Angriffen standhalten und ihr Chef, der Scheich Hassan Nasrallah, werden zu Helden, zu Identifikationsfiguren für die ganze islamische und arabische Welt.

Dies ist nicht etwa ein Wachtraum des Berichterstatters, wie vielleicht jemand meinen mag, sondern die Meinung der New York Times in einem Artikel vom 28. Juli. Der Artikel hebt hervor, daß nun sowohl das saudi-arabische Königshaus als auch Mubarak schnellstens Stellungnahmen herausgeben mußten, in denen sie Distanz von den USA und Israel suchen. Mubarak betonte, daß ein sofortiger Waffenstillstand erreicht werden müsse und der jordanische König tönte aus einer bekannten Körperöffnung der Supermacht heraus, er werde medizinisches Personal in den Libanon schicken um den (wörtlich) „Opfern der irsraelischen Aggression“ beizustehen.


Unangenehme Erinnerung

Nach Angaben der NYT werden hinter vorgehaltener Hand an US- und israelische Stellen weiterhin unterstützende Erklärungen zu deren Politik abgegeben, aber man kann es nicht mehr wagen, dies öffentlich zu tun. Es finden in Ägypten bereits Demonstrationen statt, auf denen Bilder von Scheich Nasrallah, von zerfetzten Babys und Sprüche wie „Jerusalem wird nicht frei sein, solange Kairo nicht frei ist“ getragen werden. Demonstrieren führt in Ägypten oft zu Festnahme und Folter. Die Demonstranten müssen daher für ihren Mut bewundert werden.

Warnung vom saudischen Hof
Der saudische Hof hat eine Warnung herausgegeben, daß der saudische Friedensplan zurückgezogen werden könnte. Saudi-Arabien hatte im Jahre 2002 einen Plan herausgegeben, der Israel Anerkennung und Garantien aller arabischen Staaten versprach, wenn es sich auf die Grenzen von vor dem Sechs-Tage-Krieg zurückziehen würde. Dieser Plan war allgemein als „Versicherung“ für Israel verstanden worden, daß es sich, wenn alles schiefginge, immer noch auf diese Lösung zurückziehen könnte.

Die saudische Note wird folgendermaßen zitiert: „Wenn die Option Frieden durch israelische Arroganz zurückgewiesen wird, bleibt nur die Option Krieg. Dies könnte Folgen für die ganze Region haben, einschließlich solchen Kriegen und Konflikten, die niemanden schonen würden, einschließlich jener, deren militärische Schlagkraft sie nun dazu bringt, mit dem Feuer zu spielen.“

Der Überfall und die Zerstörung ganzer Wohnviertel und der libanesischen Infrastruktur hat die verfeindeten Bürgerkriegsparteien des Libanon bis zu einem gewissen Maße geeint. Kein christlicher Führer kann es heute wagen, gegen die Hisbollah zu sprechen, denn alle Libanesen sehen: Die einzigen, die sie verteidigen, sind die Hisbollah-Milizen.

Wenn die Israelis glauben „Viel Feind, viel Ehr“, dann hat sich ihre Ehre wirklich beträchtlich gesteigert.

Schiiten und Sunniten geeint

Was der Artikel der New York Times aber besonders betont, ist die Tatsache, daß der Überfall auf den Libanon nun erstmals die Schiiten und die Sunniten der islamischen Welt geeint hat, eine Errungenschaft, die in Jahrhunderten von Bemühungen noch niemand vorher geschafft hat.

Die Sunniten sind ja bei weitem vorherrschend im Islam. Der ganze Norden Afrikas, ebenso wie Pakistan und Afghanistan sowie das große Indonesien sind überwiegend Sunnitisch. Schiitische Mehrheiten finden sich nur in Palästina, Libanon, Iran, Irak und Aserbeidschan.

Ist Al Quaida eine Schöpfung der USA?
Hatte die Figur des Massenmörders und Millionärssöhnchens Osama Bin Laden bis zu einem gewissen Grade bei den Sunniten eine positive Resonanz gefunden, so entdecken sie jetzt, daß es keine Al Quaida gibt. Sie war eine Schöpfung der USA. „Wo ist jetzt Al Quaida?“ fragen sich alle. Dagegen geht nun das Plakat mit dem Bild des schiitischen Hisbollah-Führers Hassan Nasrallah auch bei den Sunniten weg wie warme Semmeln.

Die reaktionären Führer in Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Algerien usw. sehen sich alle einer wachsenden Opposition von Islamisten gegenüber, die mehr und mehr die Herzen der Bevölkerung gewinnt. Sie senden alarmierte Botschaften an den Paten jenseits des großen Teiches, aber der ist mit anderem beschäftigt.

Das Herum-Trompeten von Frau Rice, man werde nicht stoppen, bevor nicht ein „Neuer Naher Osten“erreicht sei, trifft genau ins Herz der Menschen in der arabischen Welt. So zeigt eine arabische Zeitung eine Karikatur mit der Unterschrift „Der Neue Nahe Osten“ mit einem israelischen Panzer auf den Trümmern eines Wohnhochhauses in Form der arabischen Welt.

Seit in den Sechziger Jahren der ägyptische Präsident Nasser die Araber zur Einigkeit gegen Israel aufrief, hat es kein Ereignis gegeben, das die Araber so gewinnen konnte wie das Aufkommen einer Situation, in der eine kleine Miliz der unbändigen Militärmacht Israels widersteht.

Der ägyptische Dichter Achmed Negm erzählt, was ihm ein Straßenkehrer in Kairo über Scheich Nasrallah gesagt hat: „Onkel Achmed, der hat den toten Mann in mir erweckt!“

vermischtes

Klimachaos – heiss und kalt

Harald Haack – Sichere Zeichen für die Auswirkungen des Klimawandels sind extreme Ausreißer im Wettergeschehen. Während in vielen Teilen der USA die Menschen noch unter der Hitze leiden, in New York sollen es über 40 Grad Celsius im Schatten sein, gibt es auf der südlichen Erdhalbkugel, wo jetzt Winter ist, extreme Kälte. Aber auch auf der nördlichen Hemisphäre zeigen sich schon Kälteeinbrüche. So wurden die Berner morgens am Donnerstag, den 3. August 2006, von 12,8 Grad überrascht. Und auf dem Säntis in den Schweizer Alpen fiel in circa 2500 Meter Höhe Schnee.

Vier Menschen erfroren bei ungewöhnlicher Kälte in Uruguay, Südamerika. Im Nordosten Argentiniens kamen bei minus 23 Grad Celsius bislang zwei Menschen ums Leben.

Südafrika wurde von einer ungewöhnlich heftigen Kaltfront erwischt. Eis, Schnee und Regen verursachten ein Verkehrschaos. In den Städten Johannesburg und Pretoria schneite es, was selbst im Winter für diese Region abnorm ist. Dutzende Inlandsflüge fielen aus. Rettungsdienste fuhren zahlreiche Noteinsätze. Rund um den Küstenort Knuysna wurden Straßen überschwemmt. Eine Brücke stürzte zur Hälfte ein. Viele Südafrikaner froren bei Minus-Temperaturen. Gasflaschen zum Heizen der Öfen wurden knapp und stellenweise fiel der Strom aus.

Der Strom fiel aber auch in vielen Teilen der USA aus. Nach Angaben der Stadt Chicago, in der es außerordentlich heiss ist, wurden von Stromausfällen rund 20.000 Menschen betroffen. Aus Hochhäusern im Stadtteil South Side mussten 1.200 Menschen wegen der Hitze in Sicherheit gebracht werden. Aber auch in Washington, New York und anderen Städten entlang der Ostküste ist es fürchterlich heiß. Bereits morgens sind es im New Yorker Central Park 31 Grad Celsius.

Temperaturen, bei denen Sport zum Mord wird. So brach in Georgia ein 15-jähriger beim Football-Training zusammen und starb in einer Klinik.

Kaliforniens Schildbürgerstreich – kein Einzelfall in den USA
Wenn ein Staat wächst, wachsen auch seine Ansprüche, zum Beispiel seine Infrastruktur. Wenn jedoch dieses Wachstum nicht von der Politik jenes Staates unterstützt wird, dann wird es bald in ihm krachen. Dies ist gegenwärtig in Kalifornien der Fall. Der Gouverneur Arnold Schwarzenegger war offensichtlich für Wachstum und Infrastruktur Kaliforniens blind und sparte am falschen Platz. Die Folge: Mehr als 140 Hitze-Tote innerhalb weniger Tage – Tendenz steigend.


Arnie schwitzt und seine Muskeln schwinden. Ist auch er bald weg?
Foto: BigPicturesPhotos.com

Kalifornien boomt, es wächst buchstäblich in die Hitze. Doch obwohl bekannt sein müsste, dass wegen der Erderwärmung der Energiebedarf in Zeiten der Hitzewellen enorm steigt, wurden keine Spitzenlastkraftwerke gebaut. Nicht der Bau solcher Kraftwerke scheint dem Gouverneur zu teuer zu sein, sondern wahrscheinlich deren Unterhalt. Hinzu kommt, dass die Stromversorgung in Kalifornien keinem staatlichen Zwang unterliegt, sondern ausschließlich dem amerikanischen Kapitalismus. Da sind angeblich Hitze-Tote ein zu vernachlässigender Faktor, weil, so die Ausrede, sie bereits alt und gebrechlich waren als sie starben und sie wären doch sowieso in nächster Zeit gestorben. Für deren Tod muss also kein Stromversorger haften. Um den Stromversorgern nicht das Geschäft zu vermasseln – was nämlich bei einem Überlast-Blackout, dem Zusammenbruch des Stromnetzes geschehen wäre -, hatte Schwarzenegger an die Kalifornier appelliert Strom zu sparen und besonders Stromfresser wie Klimageräte auszuschalten. Nun gut, vielleicht hat sein Appell noch mehr Tote verhindert. Dass nicht alle seinem Appell folgten, beweist wohl, dass sie noch am Leben sind.

spionage

All That’s Given Up In The Name Of Security

Sibel Edmonds & William Weaver – Two days ago we made available to the public news that one of our members, Russell Tice, a former NSA Senior Analyst, had been served with a subpoena asking him to appear before a federal grand jury regarding the criminal investigation of recent disclosures which involved NSA warrantless eavesdropping.

Our announcement was followed up in both the main and alternative media, and started heated discussions among online activists. We have received e-mails and letters from people who expressed their support and solidarity with Mr. Tice and other patriotic public servants who have chosen to place our nation, its Constitution, its liberty, thus its public’s right to know, above their future security, careers and livelihood.

We have also received e-mails from individuals who argued against the public’s right to know when it comes to issues such as NSA warrantless eavesdropping or mass collection of citizens’ financial and other personal data by various intelligence and defense related agencies. They unite in their argument that any measure to protect us from the terrorists is welcomed and justified. One individual wrote: “so what if they are listening to our conversations. I have nothing to hide, so I don’t mind the government eavesdropping on my phone conversations. Only those engaged in evil deeds would worry about the government placing them under surveillance.” But how far can one let the government go based on this rationale? This issue is well articulated in Federalist, No. 51, “You must first enable the government to control the governed; and in the next place oblige it to control itself.” How do we oblige our government to control itself?

You may ask how NSA eavesdropping affects you when you have nothing to hide. Let us try to explain why you should worry. Even if, as the government claims, this program is only looking for “terrorist activity,” still all your conversations have to be processed; have to be linked to other calls and sources of “possible” terrorist activity. All it takes is an innocent phone call to a friend, who has placed a call to a friend or relative, who has legitimate business or personal contacts in a foreign country where there may be “suspected terrorists.” You have just become a potential target of government investigation – you may be a terrorist supporter, or even a terrorist. Remember “Six Degrees of Separation” (the theory that anyone on earth can be connected to any other person on the planet through a chain of acquaintances with no more than five intermediaries)? The NSA program can easily mistakenly connect you to a terrorist. Furthermore, since the program is being conducted without judicial oversight and under no recognized process there is nothing to restrict how the information obtained under the program is being used.

But let us take things from the widely shared point of view of the individual quoted above; the view that there is nothing for honest people to fear from warrantless, presidentially-ordered surveillance. What other invasions of rights would such acquiescence to government authority inevitably lead to?

Our government will argue its right to break into your house and search it without warrant based on some tip, intelligence, or information that is considered classified, which you have no right or clearance to know about. It will argue that the search and the secrecy are necessary for reasons of “national security” and within the “inherent powers” of the executive branch, therefore not requiring congressional authorization or judicial oversight.

What is next in the name of national security? Will our government call out to all citizens in particular communities to turn in their weapons to law enforcement agencies? Perhaps it will cite the following reason for such call: “We already know that several Al Qaeda cells reside in the affected communities. Our intelligence agencies have received credible information concerning these cells’ intention to break into Americans’ homes to obtain firearms, since they do not want to risk detection by purchasing firearms from the market.” Would our compliant citizen quoted above be more than happy to give up his right under the Second Amendment for possible security promised to him by his government? When the agents show up at his door asking for his legally registered Colt, what will he do?

There are those well-meaning “conservative” Americans who have been lead to believe that our nation’s security is somehow damaged when an employee of one of our “security” agencies comes forward to shed light on activities by our government that may be illegal, may be un-constitutional, and may be a danger to the nation’s security. These Americans have accepted too easily the government’s propaganda sold to them shrewdly packaged in a wrapping of fear of terror – that if you expose any government action, however misguided or un-constitutional, then you are jeopardizing our security; you are aiding the terrorists. This quote from Benjamin Franklin sums it up well: “They that can give up essential liberty to obtain a little temporary safety deserve neither liberty nor safety.”

What price our imagined security? If we now would allow the NSA to listen in to our most private conversations without objection, then when next the knock comes on our door, or our door is knocked down, in the interest of “national security” what will we say? Will we say “come on in and search me, my house and my family; after all, it is in the interest of ‘national security’ and we have nothing to hide”? Generations of Americans have fought and died so that we can today enjoy the precious fruits of their struggles – the right to our privacy, the right to our freedom from government intrusion, the right to our freedom of speech, the right to “life, liberty and the pursuit of happiness,” the right to simply be left alone. Are we to become the generation that loses those freedoms, not only for ourselves, but for the generations that follow? And will it be us who lets it happen because of some misplaced belief that government “oppression” equals “national security”?

Since when did true conservatives agree to surrender their individual rights under the Constitution for the sake of some imagined temporary security? Since when have we become so afraid of some foreign terrorists that we shiver and hide under a blanket of imagined security offered up by those in power who feed on our fears? Since when have we forgotten the messages of the Founding Fathers, who understood so clearly that the greatest danger to our liberties is an oppressive government, not outside foreign forces? We should never fear those who are brave enough to speak out, but we should fear greatly those who would silence them.

We like to believe our nation is one that prizes individual liberty and freedom from authoritarian restraint, the dictates of hierarchy, or governmental limits. Throughout its history our nation’s soul has been based on anti-authoritarianism and fear of a large, tyrannical government. Our notion of liberty has been built upon a philosophy of limited government with the highest value placed on preservation of individual rights. Our nation’s political thought found its roots in the writings of John Locke, who stressed an insistence on imposing limits on authority, on governmental authority, in order to further individual rights and liberty. No wonder both liberal and republican traditions, although each in its own way and style, pride themselves in their eternal quest for ‘limited government’.

Our entire system of government and its institutions is grounded in an insistence that tyranny be combated and that individual liberty be protected from a potentially tyrannical government. The result is a suspicion of authority and an emphasis on limited government. Samuel Huntington, a well-known conservative Republican, states in American Politics: The Promise of Disharmony: “The distinctive aspect of the American Creed is its antigovernment character. Opposition to power, and suspicion of government as the most dangerous embodiment of power, are the central themes of American political thought.”

After 9/11 our president came out and warned us: “the terrorists are resolved to change the way of our lives. They hate our freedom and our way of life here.” Well Mr. President, we have come a long way since that awful day. Our way of privacy in communicating on the phone and through our computers, our way of detaining and prosecuting people, our way of trusting our records with our librarians, our way of reading and discussing dissent, our way of treating our ally nations, our way of making it from the airport gates to the airplanes…simply, our way of life, has surely changed drastically in five years. But, Mr. President, we don’t have the terrorists to blame for this. We only have you and our three branches of government to blame.

Sibel Edmonds is the founder and director of National Security Whistleblowers Coalition (NSWBC). Ms. Edmonds worked as a language specialist for the FBI. During her work with the bureau, she discovered and reported serious acts of security breaches, cover-ups, and intentional blocking of intelligence that had national security implications. After she reported these acts to FBI management, she was retaliated against by the FBI and ultimately fired in March 2002. Since that time, court proceedings on her case have been blocked by the assertion of “State Secret Privilege”; the Congress of the United States has been gagged and prevented from any discussion of her case through retroactive re-classification by the Department of Justice. Ms. Edmonds is fluent in Turkish, Farsi and Azerbaijani; and has a MA in Public Policy and International Commerce from George Mason University, and a BA in Criminal Justice and Psychology from George Washington University. PEN American Center awarded Ms. Edmonds the 2006 PEN/Newman’s Own First Amendment Award.

Professor William Weaver is the senior advisor and a board member of National Security Whistleblowers Coalition. Mr. Weaver served in U.S. Army signals intelligence for eight years in Berlin and Augsburg, Germany, in the late 1970s and 1980s. He subsequently received his law degree and Ph.D. in politics from the University of Virginia, where he was on the editorial board of the Virginia Law Review. He is presently an Associate Professor of political science and an Associate in the Center for Law and Border Studies at the University of Texas at El Paso. He specializes in executive branch secrecy policy, governmental abuse, and law and bureaucracy. His articles have appeared in American Political Science Review, Political Science Quarterly, Virginia Law Review, Journal of Business Ethics, Organization and other journals. With co-author Robert Pallitto, his book Presidential Secrecy and the Law is forthcoming from Johns Hopkins University Press in the spring of 2007. His views and positions arising from his affiliation with the NSWBC do not reflect the sentiments of, or constitute and endorsement by, the University of Texas at El Paso.

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© Copyright 2006, National Security Whistleblowers Coalition. Information in this release may be freely distributed and published provided that all such distributions make appropriate attribution to the National Security Whistleblowers Coalition

kultur

k-notes:

Lukas Vogelsang – Ich habe immer Skrupel, über Kultur zu diskutieren, wenn irgendwo Bomben fliegen und das Unrecht in mörderischer Form um sich schlägt. Kultur kann übel elitär und egoistisch oder sie kann wertvoll und wichtig sein. Kultur ist zerstörerisch und mächtig – Kultur ist auch sensibel und einfühlsam.

Aber eines ist Kultur gewiss nicht: Sie ist kein Trostpreis! Wenn man aber die Zahlen und Fakten betrachtet, so wird man des besseren belehrt. Warum haben wir einen so schlechten Bezug zum Begriff „Kultur“? Warum verwechseln wir „Kultur“ immer mit „Entertainment“? Die neuste Ausgabe von ensuite – kulturmagazin klärt diese Fragen nicht. Aber wir verstehen uns auch nicht als AufklärerInnen oder Kulturpropheten.

Eine kulturelle Plattform muss eine solche bleiben.
Unabhängigkeit ist entsprechend wichtig – und die Frage, woher das Geld für die Produktion kommt, wird zu einer moralischen Frage. Ich habe kein Problem mit Werbung umzugehen, doch bei den Sponsoren oder Werbern kann es an Grenzen stossen, wenn man die Bedingungskataloge betrachtet. Früher einmal unterstützte ein Sponsor das Vorhaben einer Gruppe oder einer Institution. Heute bauen die Institutionen für Werber und Sponsoren… Und der Grundgedanke einer Sache ist das Geld geworden – die Sache selbst ging dabei vergessen.

Dieses Kulturmagazin denkt nicht so. Wir sind eine Zeitung, die noch den Journalistinnen und Journalisten gehört. Der Verlag und die Redaktion sind eins. Das hat eine hohe Qualität und Flexibilität zur Folge und vor allem eine Unabhängigkeit, die ohnegleichen in Bern gesucht wird. Unsere Existenz ist darin begründet, dass wir unterstützt werden, weil wir gute Arbeit liefern. Und wer bei uns wirbt, hat begriffen, dass er sich dabei mit Qualität und Engagement zeigt. Unsere Leserschaft ist ein fantastisch, sozial-engagiertes Publikum – keine leeren Hüllen ohne Verstand. Unsere LeserInnen sind die Nummer 1 in Bern. Und dafür möchte ich mich wieder einmal bedanken.

ensuite kulturmagazin

deutschland

Der WDR-Baganz-Skandal

Karl Weiss – Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat es wirklich eilig. Nur ein Jahr im Amt und bereits der zweite hohe Amtsträger in einen Skandal verwickelt. Nachdem ausgerechnet der Bauminister Wittke Hauptverantwortlicher in einem Bauskandal in Gelsenkirchen ist, ist es jetzt der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Dr. Jens Baganz, dessen Name in den Medien in rufschädigenden Zusammenhängen erscheint. Und der WDR (Westdeutscher Rundfunk) hat auch seinen Skandal.

Dabei muß man sich wirklich fragen, ob die CDU in Nordrhein-Westfalen kein weniger kompromittiertes Personal zu bieten hat. Es handelt sich nämlich in beiden Fällen gar nicht ursächlich um Aktivitäten in der Landesregierung, die jetzt Anlaß zu Skandalen geben, sondern deren „Vorgeschichte“. Beide Spitzenpolitiker haben nämlich eine Vergangenheit als Bürgermeister, Wittke in Gelsenkirchen und Baganz in Mülheim.

Wittke hatte als Gelsenkirchener Bürgermeister einen Vertrag für die Sanierung des damals als Rathaus genutzten Hans-Sachs-Hauses unterschrieben, der dem Stadtrat als Ganzem in der endgültigen Version nicht gezeigt worden war, nur ausgewählten Freunden Wittkes. Er schusterte den Firmen und Banken des Sanierungs-Zusammenschlusses lasche 25 Millionen Euro zu, an den Stadträten Gelsenkirchens vorbei. Die Sanierung erwies sich als unbezahlbar und das Hans-Sachs-Haus wurde zur größten Bauruine des Landes – und der neue Bauminister der Verantwortliche. Sowas nennt man Feingefühl bei der Auswahl der Minister, nicht?

Die Don-Juan Spur
Baganz ist dagegen mehr auf der Don-Juan-Spur. Die christliche CDU, christlichen Werten wie der ehelichen Treue verpflichtet und in der Abkehr von diesen Werten den Untergang des Abendlandes vermutend, nimmt es nicht mehr so genau mit der ehelichen Treue, wenn es um herausragende Persönlichkeiten der eigenen Partei geht. Bürgermeister Baganz von Mülheim legte sich nämlich eine Geliebte zu, eine gewisse Ute Jasper, Rechtsanwältin ihres Zeichens und lebte dann auch mit ihr zusammen. Genau dieser Frau gab er einen millionenschweren (1,4 Mio. Euro) Beratervertrag mit der Stadt Mülheim, als Bürgermeister!

Sie war als Beraterin dafür verantwortlich, daß beim Verkauf der städtischen Werte die RWE und nicht die Gelsenwasser die Wasserwerke bekommen hat, obwohl jene 80 Millionen mehr geboten hatte. Ähnlich verhielt es sich beim Verkauf der Mülheimer Entsorgungsbetriebsanteile. Den Zuschlag bekam – ohne Ausschreibung – die vor allem in Köln inzwischen gerichtsnotorische Trienekens.

Es wurde nie eindeutig bewiesen, ob und wieviel die Rechtanwältin und/oder ihr ‚Lover’ für diese Liebesdienste von RWE und Trienekens erhielten, aber der gesunde Menschenverstand …

Als dies alles herauskam, trat Baganz einfach zurück und – nichts. Keine Ermittlungen. Keine „brutalstmögliche Aufklärung“. Das ist nun immerhin schon 4 Jahre her.

Er verschwand von der Bildfläche (die Menschen haben ein kurzes Gedächtnis) und arbeitete eine Zeit als „Berater“. Interessant, nicht? Diese Art von Leuten fallen immer auf die Füße.

Und die Partei stand weiter wie ein Mann hinter ihm. Kaum kam man in Nordrhein-Westfalen an die Regierung, wurde er schon wieder in ein hohes Amt gerufen. Seine Geschichte prädestinierte ihn ja für so etwas, nicht wahr?

Die Schlauberger und die „Experten“ finden immer zusammen, nicht?

Nun passierte aber etwas unschönes. Im Zuge ihrer Recherchen über die desaströsen Privatisierungen nordrhein-westfälischer Kommunen stießen der Kölner Autor und Klüngel-Experte Werner Rügemer und die Redakteurin Leslie Rosin vom WDR auf die Mühlheim-Geschichte. Sie wurde auf dem Rundfunksender WDR 5 gesendet. Das Manuskript, wie üblich, im Internet zur Verfügung gestellt.

Na, fast niemand hört WDR 5, aber wer hat es schon gerne, wenn seine Machenschaften im Internet eingesehen werden können? Ermutigt von seinem CDU-Parteifreund Thomas Kemper, damals Medien-Staatssekretär, beschwert sich Baganz gleich ganz oben, bei WDR-Intendant Fritz Pleitgen und verlangte, das Material aus dem Internet zu nehmen.

Hätte es irgendeine nicht belegte Behauptung oder gar Unwahrheit enthalten, hätte Baganz einfach eine teure Abmahnung oder gleich einen Prozeß androhen und so erreichen können, daß der Beitrag hätte entfernt werden müssen. Daß er das nicht tat, belegt also, daß alles wahr und belegt ist. Er weiß das alles ganz genau als promovierter Volljurist. Immer Juristen. Haben die im Jura-Studium ein Fach Sauereien und Korruption?

Ab diesem Moment, wird das Ganze von einem Skandal Baganz zu einem Skandal WDR-Baganz. Denn statt der üblichen vorgedruckten Antwort, die normale Bürger bekommen, wenn sie sich über schlechte Behandlung ihrer Person im Äther beschweren, nach dem Motto: „Haben nichts zurückzunehmen, wenn Sie sich beleidigt oder verleumdet fühlen, steht Ihnen der Rechtsweg offen“, reagierte der WDR unter Pleitgen damit, das ganze 35-seitige „Feauture“ des WDR 5 auf Fehler absuchen – und siehe da, man wurde fündig.

Der Rundfunkbeitrag hatte tatsächlich die Aussage von Baganz, er werde vom RWE-Konzern und der WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) unterstützt, auf kurz vor dem Rücktritt gelegt. Die war aber schon Monate vorher gefallen.

Damit hatte man einen Vorwand, dem Wunsch nachzukommen, das CDU-inkriminierende Material aus dem Internet zu nehmen.

Rein zufällig ist Pleitgen für seine Wiederwahl auf die CDU-Stimmen angewiesen. Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt.

Wie es sich gehört bei Obrigkeit, muß man sich natürlich auch noch entschuldigen. Das tat WDR-Hörfunkdirektorin Monika Piel in einen Entschuldigungsbrief an CDU-Staatssekretär Baganz. Unterwürfigst liest man da: „Ihrer Bitte, das Sendemanuskript aus unserem Internet-Angebot zu entfernen, sind wir in der Zwischenzeit nachgekommen.“

Es lebe die Demokratie! Wenn es sie denn gäbe.

vermischtes

Beendet antisemitischer Ausfall Mel Gibsons Karriere?

Los Angeles – Er entschuldige sich für „verachtenswerte“ Äusserungen während seiner Festnahme wegen Trunkenheit am Steuer, liess Mel Gibson letzten Samstag verlauten. Was er gesagt hatte, wurde erst nachträglich bekannt: „Drecksjuden“.

Hollywood verzeiht viel. Gibson (50) hätte wohl nicht viel zu befürchten, wenn er nur betrunken Auto gefahren wäre und einen Polizisten angepöbelt hätte. Doch was er sich zusätzlich leistete, dürfte nach Einschätzung vieler US-Medien das Ende seiner Karriere bedeuten: „Die Juden sind verantwortlich für alle Kriege dieser Welt“, soll er laut Polizeibericht unter anderem gesagt haben.

„Sorry“, schrieb eine Kommentatorin der „Washington Post“, „aber ich nehme ihm einfach nicht ab, dass ein kleiner Tequila – oder auch eine Menge Tequila – einen unvoreingenommenen Menschen in einen rasenden Antisemiten oder Rassisten oder Homohasser oder sonst einen Eiferer verwandelt.“

Die jüdische Liga gegen Diskriminierung ADL stellte fest: „Seine Tirade beweist, dass seine Beteuerungen während der Debatte über „Die Passion Christi“ nur Heuchelei waren.“ Kritiker hatten Gibson vorgeworfen, mit seinem Epos das uralte Vorurteil von den Juden als „Christusmördern“ wiederzubeleben und dadurch seinen „pathologischen Judenhass“ zu offenbaren.

Gibson, Mitglied einer ultrakonservativen katholischen Splittergruppe, erwiderte: „Weder bin ich antisemitisch noch ist es mein Film. Dieser Film handelt von Toleranz.“ Es half seiner Sache nicht, dass sein Vater Hutton Gibson zur gleichen Zeit ein Radiointerview gab und darin Holocaust-Museen als „Trick zum Geldeintreiben“ bezeichnete.

Nach dem antisemitischen Ausfall hat der Fernsehsender ABC eine mit Gibson vereinbarte Serie über den Holocaust abgesagt. Die Zeitungen spekulieren darüber, ob Disney Gibsons nächsten Film zurückziehen wird, einen erneut bluttriefenden Film über die Mayas.

„Mad Mel“ mag selbst als erster erkannt haben, was er da angerichtet hatte, denn dem Polizeibericht zufolge seufzte er in einem Moment plötzlicher Hellsicht: „Mein Leben ist kaputt.“

spionage

Gasmasken, Giftgas und Milliardenbetrug – auf den Spuren des Moshe Regev

2.8. 2006- Für unseren Gastautor Dr. Alexander von Paleske sollte es eigentlich ein Sommerurlaub in Deutschland werden. Aber Israels Krieg gegen die Hisbollah lockte ihn in Frankfurt/Main auf die Spur des Milliardenbetrügers Moshe Regev alias Regenstreich.

Dr. Alexander von Paleske – „Die Welt“ brachte in ihrer Print-Ausgabe vom 28. Juli 2006 ein Foto, das eine Übung in Israel gegen einen Giftgasangriff zeigt. Zu sehen sind Einsatzleute mit Gasmasken. Zuletzt waren sie im ersten Golfkrieg zu sehen, als Israel einen Raketenangriff mit Giftgas aus dem Irak erwartete.

Wovor will Israel sich jetzt schützen? Hat die Hisbollah neuerdings Giftgas, oder der Libanon? Meine Antwortet lautet: Vor dem eigenen Giftgas; genauer gesagt vor dem selbst gelieferten Giftgas.

Um diesen Zusammenhang zu verstehen, müssen wir uns näher mit einem Mann beschäftigen, der nicht nur als Waffenhändler, sondern auch als Milliardenbetrüger während der letzten 20 Jahre auffiel: Moshe Regev, alias Regenstreich, alias Keller – eng verbunden mit Geheimdiensten und dem Deutschen Gerhard Eugen Merz.


Keine wächserne Figur in Madame Tussaud’s Wachsfigurenkabinett in London, sondern der leibhaftige Moshe Regev.

Moshe Regev stammt aus Israel.
In seiner Einkommens- und Vermögensauskunft von 1996 nennt er als sein Geburtsdatum den 9. Mai 1951 und gibt als Staatsangehörigkeit „USA“ und „Israel“ an. Er diente in der israelischen Armee und wurde nach dem Jom-Kippur-Krieg (1973) entlassen. Schon hierüber gibt es verschiedene Versionen: Nach seinen „luftigen“ Angaben war er F-16-Pilot und Oberst, doch nach den bodenständigen Recherchen von Yossi Melman, eines investigativen Journalisten der israelischen Tageszeitung „Ha’aretz“, war er Major in einer Panzerbrigade.

Offenbar hatte er mehr Wüstenstaub geschluckt als Höhenluft genossen. Vielleicht war dies der Grund, weshalb er einen Geschäftsbereich ansteuerte, von dem er in Israel Höhenflüge erwartete: Diamanten und Gold. Als er jedoch darin als Geschäftsmann erfolglos blieb und bald enorme Schulden angehäuft hatte – unter anderem bei der „First International Bank“ -, verließ er schleunigst seine israelische Heimat und ging „global“, zunächst aber nach Deutschland.

In Deutschland trieb er gleich mehrere Firmen in den Konkurs. Das jedoch erregte seinerzeit keine größere Aufmerksamkeit. Zu seinen Opfern zählen u.a. die Unikum-Handels AG (1990), die AHAVA Cosmetic-Vertriebsgesellschaft und die Regev-Verwaltungsgesellschaft – alle in dem noblen Vorort von Bad Homburg am Taunus, und, nicht zu vergessen: Die Mainway-Handelsgesellschaft; auf letztere werde ich später noch im Zusammenhang mit dem Waffenhandel zurückkommen.

Marmor, Stein und Eisen bricht, aber Regev nicht.
Auch eine Marmor-Handelsgesellschaft wurde von und mit ihm gegründet. Aber auch dieses edle Gestein ließ er bröckeln und veränderte rasch den juristischen Bereich, in dem man ihn hätte schnell belangen können. Er fuhr in die Schweiz und zwar nach Lyss. Und weil er es verstand, immer sofort Kontakte zu Regierungsangestellten zu knüpfen, erhielt er in der Schweiz rasch staatliche Aufbauhilfe und gründete ein Konglomerat von Firmen, darunter die UCCB in Lyss im Jahre 1992, die Diamond-Club AG in Lyss 1993 und die Emekom AG in Lyss 1994. Die Berner Wirtschaftsförderung unterstützte ihn dabei großzügig. Und was ist besser, wenn man dann noch Diamanten aufkauft und diese nicht bezahlt?


Moshe Regevs ungedeckte Verrechnungsschecks.


Moshe Regev verteilt großzügig Schecks. Waren diese Schecks gedeckt? Und wenn ja, wessen Geld gab er für wohltätige Zwecke aus?

So wurde die Luft für ihn zwar dünner, aber er konnte immerhin rechtzeitig ausweichen. Also zurück nach Deutschland unter Hinterlassung eines Schadens von etwa 15 Millionen Fränkli!

In Deutschland handelte er nun über die Firma Mainway mit etwas „weicherem“ als Marmor, mit Massenvernichtungswaffen nämlich, mit Giftgas. Zwar kann er dafür weder in Deutschland, noch in der Schweiz Abnehmer finden, aber im Nahen Osten: Im Iran. Mit dabei: Der deutsche Logistikfachmann Gerhard Eugen Merz.

Iraner auf Einkaufstour.
Der Iran sah nicht ein, dass nur ausgewählte Länder solche Waffen besitzen sollten. Also gingen die Iraner auf Einkaufstour. Klar ist, dass solche Massenvernichtungswaffen nicht im Versandhandel zu Discountpreisen zu erwerben sind. Sie sind also nicht billig und Illegalitätszuschläge und Frachtkosten kommen noch hinzu. Also ließ der Iran über die iranische Im- und Exportfirma Bandaran auf dem Schwarzmarkt Öl zu Discountpreisen verkaufen, und zwar jenes Öl, das die von der OPEC dem Iran zugeschlagenen Exportquote überstieg. Handelsplatz war Wien, wo auch die OPEC ihr Hauptquartier seit vielen Jahren hatte.

Natürlich brauchte der Iran für einen solchen Handel spezielle Leute „vor Ort“ in Wien. Da traf es sich gut, dass es jemanden gab, der sich sowohl im Iran auskannte, die Landessprache perfekt beherrschte als auch familiär dort verwurzelt war und sich auch in den Wiener Kaffeehäusern bestens auskannte. Ein west-östlicher Diwan oder besser ausgedrückt: Ein G’schäftlhuber namens Manfred Felber, verheiratet mit einer Iranerin und ständig unterwegs zwischen Wien und Teheran. Selbstverständlich darf da ein waschechter Iraner namens Farschi nicht fehlen, der auch noch die Bauträgerfirma RAFA besaß, ein Familienbetrieb sozusagen, gemanagt von seiner Frau und seinen Kindern.

Farschi ist keineswegs auf diesen Namen beschränkt, er nannte sich manchmal „Masoud“ oder „Hashemi Bari“ oder auch „Farshchiha“. Der Mann ist auch zuständig für Geldtransaktionen, und zwar über die Firma Ravandi, ein globales, iranisches Handelsunternehmen mit Filialen in London und dem Nobelvorort von Los Angeles, Beverly Hills; Ravandi stand auch schon mal vor dem Kadi in Kalifornien wegen Geldwäsche.

Und nun stößt Moshe Regev auf diese Truppe.
Klar, dass sich da Interessen decken! Allerdings gibt es geringe Differenzen: Regev will Geld und liefert Massenvernichtungswaffen. Aber er will auf keinem Fall Israel schaden – darin kann es mit den Iranern keine vollständige Deckungsgleichheit geben.

Doch Israel hat schließlich eine lange Geschichte von Waffenverkäufen in den Iran. Warum also kein Giftgas, solange die israelische Regierung nichts dagegen hat? Außerdem hatte schon ein anderer Israeli damit schwunghafte Geschäfte gemacht, nämlich ein gewisser Nahum Manbar – und der arbeitete über den israelischen Inlandsgeheimdienst „Shin Bet“ mit der Regierung in Jerusalem zusammen. Zu Manbar hatte sich bereits der britische Geheimdienst Mi6 gesellt, mit seinem Agenten Richard Tomlinson und der freischaffenden britischen Geheimdienstlerin Joyce Kiddie hinzu. Eine feine Gesellschaft!

Auch wird Regev gebeten Uran zu besorgen und er verspricht über seine russischen Kontakte zu „helfen“. Leider ist nicht bekannt, wie weit dieses Geschäft mit dem Uran letztendlich gedieh.


Moshe Regev auf dem Copiloten-Sitz eines kleinen Privat-Flugzeugs. Vor seiner Nase eine Militärmaschine.

Regev startet durch
Für ihn kann es jetzt richtig losgehen. Was fehlt, ist noch die tatkräftige Mithilfe eines Juristen. Und was ist da besser, als sich der Mithilfe eines Juristen zu versichern, der zwar das Gesetz kennt, aber auch bereit ist, sich nicht daran zu halten? Dieser Mann taucht schon 1991 in der Gestalt des Georg Friedrich M. auf, der zwar im Jahr 1974 als Rechtsanwalt in Frankfurt zugelassen war, aber 1987 seine Anwaltszulassung zurückgab, um einem zwangsweisen Lizenzentzug zuvorzukommen; er soll es mit dem Gesetz sowie der Menge seines Alkoholkonsums nicht allzu genau genommen haben.

Und weitere Männer werden gebraucht, die Erfahrungen und Verbindungen zu China vorweisen können. Es finden sich der Australier Luciano Moscatelli sowie ein Chinese aus Hongkong, der sich „Tom“ nennt und beste Kontakte zu chinesischen Ministerien hat.

Die Rohstoffe und das Know-how zur Herstellung für Senfgas und Sarin – letztere, die wohl gefaehrlichste Chemiewaffe, von Adolf Hitlers Chemikern 1938 bei der IG Farben entwickelt, von den Nazis jedoch nie eingesetzt – werden von China nach Bandar-e Abbas tonnenweise verschifft. Das Geschäft läuft gut.

Regev trifft sich regelmäßig mit den Shin Bet Agenten, um sie laufend zu informieren. Zwar ist der Krieg zwischen Irak und Iran vorbei, ebenso der erste Golfkrieg und mittlerweile wird fieberhaft im benachbarten Irak nach diesen Chemiewaffen gesucht. Aber mit den Chemiewaffen kann man gut auch das Gefahrenpotential des Iran heraufsetzen, so dass alsbald ein Militärschlag gegen den Iran unvermeidlich erscheint; dann könnte man auch das Teufelszeug gleich mit vernichten.

Doch es kommt alles ganz anders. Plötzlich tauchen bei der Hisbollah im Südlibanon Waffen auf, die Israel einst in den Iran geliefert hatte. Und nun dämmert es wohl auch dem Dümmsten, dass sich darunter eines Tages auch die Chemiewaffen finden ließen. Also Halt! STOP.

Der altgediente Offizier Moshe Regev ist gewohnt Befehle zu befolgen und er stoppt. Dies gilt jedoch nicht für Nahum Manbar. Der hat noch eingegangene Lieferverpflichtungen zu erfüllen – damit verstehen die Iraner keinen Spaß – und will deshalb keine Kugel in den Kopf kriegen. Manbar liefert also weiter und kommt für diese Missetat später in Israel für 16 Jahre hinter Gitter; auch gerade deshalb, weil zwei Mossad-Agenten in Wien, die auf Manbar angesetzt waren, mysteriöserweise bei einem „Verkehrsunfall“ ums Leben kamen.


1993 in Peking: Die „Chop-Suey-Connection“. Unter ihnen der Chinese “T.” (2. von links), Moshe Regev (Mitte) und Luciano Moscatelli. (2. von rechts).

Ein Freund, ein guter Freund…
Bleiben wir noch ein wenig bei der Crew des Iran, die über die Firma Bandaran Chemiewaffen einkaufte: Geleitet wurde das alles in Teheran von einem Dr. Abbaspour Tehrani Fard; ein enger Freund von Irans Ex-Präsidenten Akbar Hashemi Rafsanjani. Abbaspour tritt auch als Vertreter des Iran auf Umweltschutzkonferenzen im Ausland auf. Er weiß wohl am besten, vor was die Umwelt geschützt werden muss. Auch zu nennen wäre da Hossein Maher, der angeblich viele Tarnfirmen leitet.

Aber nun zurück zu unserem Kaffeehausbesucher Felber: Der wird im Jahr 1994 in Amerika verhaftet, weil er Gasmasken und Gasspürgeräte für den Iran besorgen wollte – für den Fall des Falles und etwas Geld wusch, außerhalb der zugelassenen Waschsalons. Er verschwindet für zwei Jahre hinter Gitter.

Nach seiner Entlassung aus dem US-Knast und Rückkehr nach Österreich, ist Felber nicht nur weiter aktiv, er kann sich nun auch der tatkräftigen Unterstützung seines Sohnes, dem H. Felber, erfreuen. Der wiederum preist auf seiner Internetseite die Kontakte zu seinem Vater in Teheran. Schön, solch eine harmonische Familie zu haben. Doch nach 1994 läuft für Regev nichts mehr mit Chemiewaffen. Deshalb greift er nun auf das zurück, was er am besten beherrscht: Betrug.


Familienbande Felber: „Beste Referenzen“ für Exportgeschäfte in den Iran und nach Russland.

Bädergeschäfte
Regev hat ein Faible für Orte mit einem „Bad“ davor – also zieht es ihn von Bad Homburg nach Bad Nauheim und dann nach Bad Liebenberg.

Aber der Reihe nach: In Bad Nauheim gab es das renommierte Hotel Rosenau, es stand zum Verkauf an, weil der Eigentümer schwer krank war, starb und der Sohn das Hotel nicht übernehmen wollte. Eine goldene Gelegenheit für Regev, die unerfahrene und trauernde Witwe über den Tisch zu ziehen und wieder mit dabei: Sein Rechtsberater M.. Regev „kaufte“ das Hotel und verkaufte es sofort weiter ohne jedoch den bisherigen Eigentümer zu bezahlen. Der Schaden für die Rosenau-Witwe: 2,5 Millionen. Und selbstredend erhielt auch der Bäcker, der für 5.000 Euro Brötchen lieferte, von Regev kein Geld. Vorübergehend „managte“ der Herr (Un-)Rechtsberater M. das Hotel und war sein eigener, gern gesehener Gast in der Bar.


Baden, aus dem Vollen schöpfen und andere absaufen lassen: Regev erholt sich auf Jamaika.

Eine ganze Reihe von Leuten verkehrte damals mit Regev. Sie halfen ihm – teils eigennützig, teils uneigennützig. Unter ihnen auch ein CDU-Stadtrat. Der stellte Regev seine Hausadresse zur Verfügung. Und dann waren da noch ein Steuerberater, der allerdings nicht bei der Steuerberaterkammer bekannt ist; ein Sparkassen-Direktor, der wegen seiner Geschäfte mit Regev, an denen die Sparkasse nicht verdienen konnte – wie sollte sie auch -, seinen Job verlor. Und natürlich gab es eine Reihe von weiblichen Wesen, die Regevs Macho-Charme erlagen und die nicht nur ihr Herz, sondern auch ihr Vermögen an ihm verloren.

Im Jahr 1996 kam der Augenblick für Regev Bad Nauheim Lebewohl zu sagen, den auch hier wurde die Luft mit einem Mal zu dünn, und auf Afrika-Safari zu gehen – in Betrugsabsicht, versteht sich.

Regev in Südafrika.
Einst marschierte der General von Lettow-Vorbeck im 1. Weltkrieg durch Ostafrika. Die Bundeswehr sang noch in den 60er Jahren nach diesem Lied:

Wie oft sind wir geschritten
Auf schmalem Negerpfad,
Wohl durch der Wüste Mitten,
Wenn früh der Morgen naht.
Wie lauschten wir dem Klange,
Dem altvertrauten Sange
Der Träger und Askari:
Heia, heia, Safari.

Zwar singt Regev nicht dieses Lied, aber angetrieben wird er von der gleichen Gier.

Doch zunächst kauft er in Hyde Park, einem Vorort von Johannesburg einen 30-Zimmer-Palast, der sich kaum als sozialer Brennpunkt bezeichnen lässt. Und weiter geht’s mit einer Firma namens Sintex und einem betrügerischen Gold- und Diamanten-Deal im Wert von 115 Millionen US Dollar. Auch eröffnet er einige „Boiler-Rooms“; das sind Büros mit Computer, Telefon und Internetanschluss und – Betrugsabsicht. Ein anderes Wort dafür ist „betrügerisches Telemarketing“. Klar, dass Regenstreich nicht einmal eine Lizenz zum Aktienhandel besitzt. Wozu auch?

Der richtige Knüller aber kommt in Gestalt einer beabsichtigten Riesenhypothek auf die Nationalparks im Norden Südafrikas in Höhe von mehr als 1 Milliarde Rand zur Absicherung eines Riesenkredits, bei dem Regev und seine Freunde ordentlich zulangen wollten.

Südafrika hatte im Jahre 1994 die ersten freien Wahlen hinter sich, die mit einem überwältigenden Wahlsieg Nelson Mandelas und seiner Partei Afrikanischer Nationalkongress, ANC, abschlossen. Es folgte eine Umbruchszeit, in der viele Apartheids-Anhänger den Staatsdienst unter einer Regie von Schwarzen ablehnten aber auf der anderen Seite nicht von Sozialhilfe leben wollten. Diese ewig gestrigen Staatsdiener wollten noch einmal richtig Kasse machen und dann aussteigen. Umgekehrt kamen viele unerfahrene, neue leitende Angestellte auf verantwortungsvolle Positionen, die Zeit des Umbruchs also, und eine günstige Zeit für Betrüger, wie Regev, dies auszunutzen. Der fädelte also einen Deal ein, der die Nationalparks für 25 Jahre an eine ausländische Bank übertragen hätte, für ein Butterbrot und ein Ei, gemessen an dem Touristenboom, den man nun erwarten konnte.

Regev hätte dabei richtig Kasse gemacht, wenn nicht buchstäblich im letzten Moment die Sache aufgeflogen wäre und der damalige Notenbankchef und heutige Finanzminister Trevor Manuel eingegriffen hätte. Schlecht für Regev, gut für Südafrika.


Gut in Futter wie ein Politiker: Regev, der Blender.

Aber Regev hatte immer mehrere Eisen im Feuer. Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist und so lud er zwei Geheimdienst-Agenten ein, gestohlene Aktien unters Volk zu bringen – Aktien im Wert von 93 Millionen Rand (15 Millionen US-Dollar).

Nach zwei Jahren aber war nun auch für Regev alles ausgereizt, ein dickes Strafverfahren drohte, doch da auch ANC und Geheimdienste involviert waren, wäre das eine Riesenblamage geworden und die wollte sich die junge, neue südafrikanische Regierung gerne ersparen; hätte es doch nur die allbekannten Vorurteile gegen schwarze Regierungen genährt. Deshalb ließen sie Regev trotz eines internationalen Schweizer Haftbefehls laufen. Das spornte ihn zu neuen, größeren Taten an und er versuchte alles, den Grundsatz, demnach Verbrechen sich nicht lohnt, zu ignorieren…

Viva Las Vegas!
In Las Vegas, im US-Bundesstaat Nevada, am Rand von Wüste und Atombombenversuchsgelände und der Geheimnis umwitterten Area 51, gibt es bekanntermaßen viele Casinos und wenig Steuern. Eine gute Atmosphäre, die Oase für den bombigen Regev. Doch die Schweizer Justiz bleibt ihm auf den Fersen. Nach einem Jahr ist es soweit: Das FBI verhaftet Regev, er kommt in Auslieferungshaft und flugs in die Schweiz und dort dann für drei Jahre hinter Gitter. Aber auch die deutsche Justiz hat noch ein Hühnchen mit ihm zu rupfen. Nach Verbüßung seiner Strafe in der Schweiz wird er im Gefängniswagen nach Deutschland, nach Friedberg, chauffiert. In Deutschland trifft er auf einen „barmherzigen Richter“, der ihn für seine Straftaten mit einer Bewährungsstrafe davonkommen lässt. Regev wird im Jahre 2002 aus dem Knast entlassen, unmittelbar nach dem Urteil.

Waren ihm wieder einmal seine Kontakte zu Geheimdienst-Agenten hilfreich? Diese Mutmaßung ist nahe liegend, denn Regev versteht unter „Bewährung“ etwas anderes als der gnädige Richter: Er bewährt sich erneut im Betrugssektor. In Bad Liebenberg, in Südthüringen, erleichtert er zwei Familien um deren Vermögen und wirklich alles, was diese entweder besessen oder sich im Laufe von Jahren aufgebaut hatten, wird von Regev vereinnahmt. Der Schaden: Mehr als zwei Millionen Euro.

Südthüringen ist für Regev bald ausgereizt, obwohl oder vielleicht gerade weil er sich dort ständig und regelmäßig mit Geheimdienst-Agenten traf. Die sollen, so munkelt man in Bad Liebenberg, angeblich vom BND gewesen sein. Gut zu wissen, dass der BND offensichtlich nicht nur Journalisten kontrollierte.

Regevs letzte Reisen?
Weiter geht’s – diesmal nicht in ein Bad sondern nach Darmstadt, weil da ein alter Freund Regevs, ein quasi etwas unzuverlässiger Diamantenhändler wohnt. Und geheiratet wird noch schnell; eine junge Frau, damit er, Regev, nicht aus Deutschland abgeschoben wird. Aber deren Familie wird auch noch um alles erleichtert, was sie besitzt; ohne jeden Skrupel versteht sich.

Die renommierte Firma Strobl in Darmstadt ist der nächste Coup Regevs. Sie steckt in Schwierigkeiten und was liegt da näher für ihn als sich als Retter aufzuspielen? Zwar fehlen ihm nicht nur die Mittel, sondern auch die Erfahrung als Sanierer, aber die Firma hat immerhin noch eine Zusatzpensionskasse, die er plündern könnte, und einiges an Inventar, das zu verscherbeln sich für Regev ebenfalls lohnt. Gesagt – getan!


Große Auftritte zählten zu Regevs Repertoire.

Regevs letzte Spuren
Auch in Darmstadt wird die Luft für Regev dünn und das Parkett zu heiß. Der Staatsanwalt ist hinter ihm her. Also verflüchtigt sich Regev im März 2005 nach Wien. Möglich, dass er sich wieder mit Felber treffen wollte. Es soll seine letzte Reise gewesen sein. Sein Rechtsberater G. will im Besitz einer Todesurkunde sein, die Regev als unverheiratet ausweist. Todeszeitpunkt: 31. März 2005. Todesursache: Herzinfarkt.

Regevs Leichnam soll schon wenige Stunden nach seinem Tod am nächsten Tag zur Bestattung nach Israel geflogen worden sein. Doch bei der israelischen Gemeinde Wiens findet sich laut Aussage des Rabbis kein Verstorbener mit Namen Moshe Regev oder Moshe Regenstreich oder Moshe Regev Regenstreich oder Moshe Keller. Auch gibt es Zweifel seitens der israelischen Gemeinde Wiens, ob die langsame Bürokratie Wiens einen derart schnellen Abtransport erlaubt hätte. Nach jüdischem Glauben sollen Verstorbene zwar innerhalb von 24 Stunden bestattet werden. Aber in Wien müssen sich jüdische Glaubensrituale leider zu oft dem Wiener Amtsschimmel beugen, wie der Rabbi erklärte.

Und in Israel ist es gegenwärtig offenbar nicht möglich nach seinem Grab zu suchen. Wahrscheinlich wurde mein Kontaktmann zum Kriegsdienst eingezogen. Merkwürdig ist, dass Anfragen beim Wiener Magistrats bezüglich der Vorschriften im Umgang mit jüdischen Verstorbenen auf ein reges Interesse hinsichtlich des Namens des Verstorbenen stießen – obwohl der nicht genannt wurde. Und noch merkwürdiger ist, dass Regev erst kürzlich, etwa im Juni 2006 in London gesehen wurde. Viele der Geschädigten, deren Liste noch unvollständig ist, sind überzeugt, dass Regev auch den Teufel betrogen hat und noch lebt.

Epilog
Nach dem angeblichen Tod Regevs kreuzt der Sohn eines Autohändlers aus dem Raum Giessen auf. Seinem Namen nach könnte er aus Frankreich, dem Elsaß oder Belgien stammen, doch sein Akzent ist israelisch. Fieberhaft sucht er nach den Mainway-Unterlagen, alles andere interessiert ihn nicht. Er ist sichtlich erregt, denn diese Unterlagen, welche die Geschäfte mit China beweisen und nicht nur das allein, könnten noch einmal gefährlich werden. Er findet sie und verschwindet wieder.

Gerhard Merz stirbt in Afrika am 17. März 2004 in dem berüchtigten Black-Beach-Gefängnis in Malabo der Hauptstadt Äquatorial Guineas, dem drittgrößten Erdölexporteur Afrikas. Er wurde ganz offensichtlich gefoltert. Afrikaner verstehen, anders als noch mit „Kongo-Müller“, keinen Spaß mehr, wenn es um weiße Söldner geht. Dort wollte sich eine Meute von größtenteils britischen Glücksrittern aus der High Society über einen Coup (Wonga Coup) eine gute Altersversorgung sichern. Gerhard Merz war ihr Transportoffizier.

Manfred Felber ist wieder in Österreich, seine derzeitigen Geschäfte und Partner sind nicht bekannt. Und Friedrich Georg M. soll irgendwo in Mittelhessen leben, von Sozialhilfe und zusammen mit einer feurigen Mexikanerin, die er im Hotel Rosenau kennenlernte, eine Romanze in Moll. Na denn.

Dr. Alexander von Paleske ist Arzt für Innere Medizin – Haematologie und Head des Department of Oncology am Princess Marina Hospital im afrikanischen Gabarone in Botswana. Herr Dr. von Paleske ist ehemaliger Rechtsanwalt beim Landgericht Frankfurt (M).

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Krieg

US-Regierung: 5 Jahre Haft ohne Grund

Karl Weiss – Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit waren nach den Anschlägen des 11. September 2001 in den USA eine beträchtliche Anzahl von Moslems festgenommen worden (über 1000). Man hatte zwar keine konkreten Anhaltspunkte, aber zu jenem Zeitpunkt war die Gier nach Rache so groß, daß irgendetwas plus Moslem ausreichte, um ins Gefängnis zu wandern.

Bereits damals – das war ja noch vor dem Überfall auf Afghanistan – erfand man diese Sache mit den „feindlichen Kombattanten“, die keinerlei Rechte haben, weder als normaler krimineller Gefangener noch als Kriegsgefangener.


Menschen ohne Anklage – keine Terroristen

Es begann die Praxis, daß man Menschen ohne Anklage beliebig lange festhielt, die Angehörigen nicht benachrichtigte, ihnen keine Recht auf einen Anwalt zugestand geschweige denn auf Telephongespräche oder Besuche. Ihr Gefangenenstatus wurde von keinem Richter bestätigt und darüberhinaus dann auch noch die Folter und die Demütigungen.

Damals hatte die US-Regierung stolz verkündet, man habe eine Menge von Terrorverdächtigen in den Gefängnissen. Die US-Öffentlichkeit hakte aber nicht nach, fragte nicht, wo denn nun all diese Terroristen sind, wo die Prozesse gegen sie.

Später erfuhr man, daß die meisten dieser Moslems sang- und klanglos wieder freigelassen worden waren. Sie hatten nie etwas mit Terrorismus zu tun gehabt. Einige versuchten, ihre Fälle an die Öffentlichkeit zu bringen, aber die Medien in den USA waren durch die Terrorhysterie so gleichgeschaltet, daß nichts an die Öffentlichkeit gebracht wurde. Selbst die „Washington Post“ und die „New York Times“, die früher noch ein gewisses Wächteramt ausgeübt hatten, waren unisono mit dem Präsidenten.

Es kam auch nicht an die Öffentlichkeit, ob einige dieser Gefangenen später nach Guantánamo kamen oder in eines der anderen Folterlager.

Nach geraumer Zeit wurde zumindest die Identität eines der Gefangenen bekannt (weil man gegen ihn eine gefälschte Anklage vorbrachte), der zu jener Zeit bereits Jahre im Gefängnis war, ohne richterliche Verfügung und ohne Anklage. Es war der Algerier Benamar Benatta, ein Offizier der heimischen Luftwaffe. Er war im Jahr 2000 zur Weiterbildung in die USA gekommen und war nach Ende der Veranstaltung nicht nach Algerien zurückgekehrt, sondern in den USA untergetaucht, so wie dies auf an die 10 Millionen „Illegale“ in den USA zutrifft.

Kurz vor den Anschlägen des 11. September versuchte er sich einen legalen Status zu verschaffen, indem er nach Kanada überwechselte und dort um Asyl bat. Er sei als Fahnenflüchtiger in Algerien ein politisch Verfolgter. Das hätte auch wohl geklappt, aber dann kam der 11. September dazwischen und es gelang der US-Regierung, eine allgemeine Hysterie in den USA hervorzurufen.

Nun wurde Benattas plötzlich zum Verdächtigen – Muslim – Araber – Luftwaffenoffizier – das reichte als Verdacht aus, auch für die Kanadier. Sie lieferten Benattas an die USA aus und seitdem saß er ein – ohne Aussicht auf Freilassung. Bereits im November des gleichen Jahres (2001) stellt das FBI fest und bestätigt, daß Benattas keine Verbindung zu Terrorismus hat. Er wird aber nicht freigelassen.

Man kann darüber spekulieren, warum die US-Regierung darauf besteht, Leute im Gefängnis zu haben, auch wenn feststeht, daß sie nichts mit Terrorismus zu tun haben. Einfach primitive Rachegelüste? Wohl eher nicht.

Als nächstes wurde eine erfundene Anklage gegen ihn konstruiert. Er habe Papiere gefälscht. Der Richter durchschaut die Fälschung und spricht Benattas frei. Wieder keine Freilassung. Die Fälscher werden nie angeklagt.

2003 stellt ein Richter fest, daß Benattas seiner Freiheit beraubt wird. Trotzdem wird er auch dann nicht entlassen.

Jetzt, im Jahre 2006, fünf Jahre nach seiner Inhaftierung, wurde er freigelassen – ohne Kommentar – ohne jemals (außer falsch) angeklagt worden zu sein. Dies ist wahrscheinlich die längste Geiselhaft, in der ein Staat der Neuzeit einen Menschen gehalten hat, von dem sie wußte, daß er unschuldig ist.

Er wurde nach Kanada ausgeliefert, wo Benattas jetzt erneut Asyl beantragen kann.

Ein Verbrechen.

vermischtes

Folter-Skandal in Münster

Michael Schulze von Glaßer – In der nordrhein-westfälischen Stadt Münster leben rund 280.200 Menschen, die sich auf 142.303 Wohnungen und wiederum 142.026 Haushalte verteilen. Die Statistiker der Stadt haben viele Zahlen vorzuweisen, doch in ihrer offiziellen Statistik fehlt eine wichtige „Bevölkerungsgruppe“, nämlich 1.500 Äffchen.

Nur ein geringer Teil der niedlichen Primaten lebt im Zoo, wo sie Besucher necken, Späßchen machen und Kinder belustigen. Die meisten Äffchen der Stadt Münster aber leben auch nicht in Parks, sondern in tristen, engen Käfigen der Covance-Laboratories, die südlich von Münster eines der größten privaten Tierversuchslabore Deutschlands betreibt. Dort werden die Affen zu Versuchszwecken gefangen gehalten.

Die Tierversuchsgegner „British Union for the Abolition of Vivisection (BUAV)“ ermittelten Undercover bei Covance, Inc., einem Vertragsversuchslabor in Münster und brachten zutage, dass die Äffchen, die teilweise aus freier Wildbahn stammten, für pharmakologische Versuche misshandelt wurden. Auf einem Video dieser Tierversuchsgegener sind vor allem Makaken-Äffchen zu sehen, die bei den Tierversuchslaboren in aller Welt wegen ihrer Größe und simplen Haltungsbedingungen in Mode sind. Einigen Makaken werden Schläuche in die Nase gesteckt, um die zu testenden Medikamente direkt in den Magen zu pumpen, andere werden in so genannten „Affenstühlen“ festgeschnallt, um mit Ihnen verschiedenste Tests durchzuführen.

Jedoch werden mit Tierversuchen nicht nur Medikamente erforscht, die Kosmetikindustrie setzt ebenfalls auf Tierversuche.

Nachdem im Jahr 2003 herauskam, unter welch grausamen Bedingungen die Äffchen gefangen gehalten und auf welche schreckliche Weise sie bei den Versuchen gequält werden, gab es erste Berichte in den Medien. Klar war: Die Misshandlung und Folter von Tieren muss endlich gestoppt werden, schließlich haben Tiere auch Gefühle und leiden unter Schmerzen. Doch hat sich inzwischen etwas geändert?


Die Äffchen im Covance-Labor leben in kleinen Stahl-Käfigen. (Foto: Peta)


Den Äffchen werden Schläuche durch die Nase gesteckt um dann Medikamente direkt in den Magen zu pumpen.
(Foto: http://www.stopanimaltests.com)


Damit sich die Tiere nicht widersetzen, werden sie in „Affenstühle“ gesetzt in denen Sie der Folter ausgeliefert sind. (Foto: Peta)

Gewalt und Folter gehören laut der Tierschützer zwar immer noch in den Covance-Laboren zur Tagesordnung, wie auch in anderen Tierversuch-Labors. Aber durch Kundenproteste und Boykotte ging die Anzahl der Tierversuche zur Kosmetikerforschung stark zurück.

Doch in Münster werden gemäß der Organisation „Ärzte gegen Tierversuche e.V.“ jedes Jahr rund 1.000 dieser Versuchsäffchen umgebracht, rund um den Globus jährlich 100 Millionen Tiere bei Versuchen gequält und getötet. Neben den Versuchen müssen sich die Makaken oft auch noch vor den Mitarbeitern fürchten, denn angeblich lassen diese die verängstigten Äffchen gerne einmal zu HipHop-Musik wie Puppen tanzen oder schleudern sie nach den Versuchen auf brutale Weise in die Käfige zurück.

Im US-Staat Virginia unterhält das amerikanische Unternehmen Covance ein weiteres Tierversuchslabor. Dort werden auch mit Beagles und Nagern Versuche durchgeführt. Beagles sind sehr friedliche und ruhige Hunde, Nager sehr billige Tiere – Ideal für Misshandlungen. Grausam sind diese Versuche immer.

Die Tierschutzorganisation „Peta“ schleuste einige Aktivisten in das amerikanische Covance-Labor ein. Die stellten fest, dass auch chirurgische Eingriffe an den Affen vorgenommen werden, um beispielsweise „Stress“ zu untersuchen. Aber gestresst sind die Makaken, die eigentlich in Familiengruppen mit bis zu hundert Tieren leben, ohnehin. Einige machen in ihren winzigen Käfigen unentwegt Saltos, die anderen drehen sich stundenlang im Kreis. Die psychischen Schäden, den die Folterversuche den Tieren zufügen, sind unübersehbar.


Im US-Staat Virginia unterhält das amerikanische Unternehmen ein weiteres Tierversuchslabor. (Foto http://www.tierbefreier.de)


Misshandelter und verängstigter Affe im Covance-Labor.
(Foto: http://www.altarriba.org)

Kaninchen sind wegen ihrer großen Augen und der geringen Tränenflüssigkeit bei Medikamentenversuchen rund ums Auge sehr beliebt. Einige Tiere wurden bei einem Versuch in den USA mit Radioaktivität verstrahlt – ein Mittel zur Verhinderung der Strahlenkrankheit sollte erforscht werden, die Versuchstiere gingen elendig zugrunde.

Doch es gibt heutzutage Alternativen zu den grausamen Tierversuchen, wie sie in den Laboren von Covance täglich durchgeführt werden. Computersimulationen und Versuche an einzelnen Zellen sind die Alternativ-Vorschläge der Tierrechtsorganisation „Ärzte gegen Tierversuche e.V.“. Sie kämpft seit langem für die Anerkennung und Anwendung neuer Methoden. Außerdem bemängelt die Organisation den wissenschaftlichen Wert und Nutzen von Tierversuchen, die für human-medizinische Medikamente gemacht werden: Ratten müssen Krebszellen erst eingepflanzt werden, da Ratten selbst kein Krebs bekommen können. Die Behandlung mit Insulin schlug bei zuckerkranken Affen nicht an; erst als man Versuche mit Menschen machte, sah man den Erfolg.

Tierversuche sind oft nicht auf den Menschen übertragbar, werden jedoch immer noch durchgeführt.

Warum?

Es geht ums Geld. In vielen Ländern erhalten Medikamente rasch eine Zulassung, wenn sie zuvor an Tieren ausprobiert wurden. Das funktioniert auch ohne Tierversuche, aber dann verdient keiner mehr am Leid der Äffchen. Es geht nicht um den Lebensunterhalt, sondern um Bereicherung. Durch Tierversuche entstand eine umfangreiche Industriebranche aus Züchtern, Futtermittel-Herstellern und Tierversuchsfirmen.

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