vermischtes

Sklavenhaltung in Brasilien – drakonische Strafen

In Brasilien ist die bisher höchste Geldstrafe wegen „Sklavenhaltung“ verhängt worden. Das Agrarunternehmen „Lima Araujo Agropecuaria Ltda.“ muss eine Entschädigung von drei Millionen Real (1,5 Mio. Franken) bezahlen.


Unternehmen will Berufung einlegen

Die Firma habe auf zwei Landgütern im Süden Parás 180 Arbeiter in der Sklaverei entsprechenden Verhältnissen gehalten, berichteten Medien. Die Arbeiter seien bei drei Razzien des Arbeitsministeriums und der Bundespolizei zwischen 1998 und 2002 befreit worden. Das Unternehmen will Berufung einlegen.

Erst am Freitag hatten verschiedene Organisationen Brasiliens den 117. Jahrestag der Abschaffung der Sklaverei im südamerikanischen Land gefeiert.

Bei der modernen Form von Sklaverei handelt es sich um Zwangsarbeit: Gutsbesitzer verkaufen den Arbeitern das Essen zu stark überhöhten Preisen, treiben diese so in immer höhere Verschuldung und machen sie von sich abhängig.

Weiterführender Artikel:
Fall von «Sklavenhaltung» in Portugal

zeitgeschichte

Telefon klingelt

Telefongespräch zwischen Präsident Johnson und dem texanischen Gouverneur John Connally vom 2. März 1967, morgens um 10:39. In diesem Gespräch geht es um die Garrison Investigation. Jim Garrison, Staatsanwalt aus New Orleans, ermittelte in der Verschwörung zur Ermordung des Präsidenten John F. Kennedy, als deren Kopf er Clay Shaw vor Gericht brachte. Im Telefongespräch wird Clay Shaw, ein Geschäftsmann aus New Orleans erwähnt.

Johnson beruft sich weiter auf „the A.G.“, den Justizminister Ramsey Clark, den FBI Direktor Edgar Hoover, und um David Ferrie, den Garrison ebenfalls der Verschwörung beschuldigte. Der stadtbekannte Homosexuelle David W. Ferrie starb während Garrisons Ermittlungen. Shaw wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Erst 1975 stellte sich jedoch heraus, dass Shaw tatsächlich CIA-Mitarbeiter gewesen war.

Zum MP3 Audio File bei [Stephanfuchs.ch]

spionage

Kuba Flugzeugbomber war CIA Agent

Stephan Fuchs – Am 6. Oktober 1976 wurde ein kubanisches Passagierflugzeug mit 73 Passagieren in die Luft gesprengt. Deklassiffizierte US Dokumente zeigen nun, dass einer der hauptverdächtigen für die CIA arbeitete. Luis Posada Carriles, ein in Kuba geborener Venezolaner und Anti- Castro Aktivist war Informant und Agent für die Geheimdienstbehörde.

  • Mit sämtlichen PDF Files, weiterführenden Artikeln und MP3 File von Amy Goodman


Guter Terrorist weil amerikanisch

Das Massaker wurde in Caracas von Luis Posada Carriles und Orlando Bosch Avila organisiert, zwei venezolanische Söldner, Hernán Ricardo Losano und Freddy Lugo, brachten den Sprengstoff in dem Flugzeug an. Es handelte sich um das Flugzeug CUT-1201, das seine Reise in Georgetown, der Hauptstadt Guayanas, begonnen hatte und von Barbados aus nach Jamaica und dann nach Havanna weiterfliegen sollte. Der Anschlag kostete 73 Menschen das Leben. Zu den Passagieren gehörten die 24 Mitglieder der kubanischen Jugend-Fechtnationalmannschaft, die gerade in Caracas die Goldmedaille bei den Spielen Mittelamerikas und der Karibik gewonnen hatte. Unter den Passagieren befanden sich auch 15 Mitglieder einer anderen Flugzeugbesatzung von Cubana, die aus Barbados kamen.

Luis Posada, der jede Mittäterschaft bestreitet, beantragt nun Asyl in Amerika. Seine Anwälte sagen, ihm müsse die US Protektion zugestanden werden, da ihr Klient viele Jahre im Dienste des Landes gestanden habe. Pasoda versteckt sich möglicherweise in Miami. US Vertreter hingegen meinen, sie hätten keine Beweise dafür, dass sich Pasoda in Amerika aufhalte und sie würden ein Asylgesuch von ihm nicht anders behandeln als das eines anderen.

Die Dokumente, veröffentlicht vom George Washington University National Security Archive, beweisen indes, dass der 70 Jährige Posada über die Jahre 1960 – 1976 auf der Gehaltsliste der CIA stand. Jener Dienst, der in diesen Jahren alles daran setzte Fidel Castro zu eliminieren.

Eines der FBI Dokumente zitiert eine nicht genannte Quelle, die behauptet Pasada sei einer derjenigen gewesen, der sich mindestens zweimal in einem Hotel in Caracas traf, um den Bombenanschlag auf die Passagiermaschine zu besprechen. Die amerikanische Bundespolizei habe aber nichts unternommen, um ihre Quelle zu schützen.


CIA Verbindung

Der CIA Mann Posada wurde nach dem Bombenanschlag in Venezuela verhaftet, konnte aber noch vor der Gerichtverhandlung fliehen. Die CIA rettete ihn mit Unterstützung der Kubanisch-Amerikanischen Nationalstiftung aus dem angeblichen Hochsicherheitsgefängnis. Die Dokumente zeigen, dass er sich nach Südamerika absetzte, wo er sich den Verdeckten Operationen der Amerikaner anschloss. Die dortigen Operationen standen unter Oliver North, dem Oberst beim Nationalen Sicherheitsrat Ronald Reagans, dem die wieder Bewaffnung der Antikommunistischen Contra Guerilla unterstellt war.

Posada, kaum zu glauben, brüstete sich gar, verantwortlich für eine Serie von Bombenanschlägen auf touristische Ziele in Castros Hauptstadt Havana in den 90er Jahren zu sein. Vor fünf Jahren wurde er in Panama unter dem Verdacht verhaftet sich an einem Mordkomplott gegen Fidel Castro beteiligt zu haben. Nach kurzer Zeit wurde er erstaunlicherweise vom abtretenden Präsidenten Panamas begnadigt. Die kubanische Regierung wirft nun der amerikanischen Regierung mit Recht vor, einem Terroristen Unterschlupf zu bieten. Dies könnte für die Bush Regierung zu einer heiklen Entscheidungsfrage werden.

Dokumente
Diese Dokumente sind im PDF Format

THE CIA CONNECTION

Luis Posada Carriles had a long relationship with the CIA. In February 1961, he joined the CIA’s Brigade 2506 to invade Cuba, although the ship to which he was assigned never landed at the Bay of Pigs. While in the U.S. military between 1963 and 1965 the CIA recruited him and trained him in demolitions; he subsequently became a trainer of other paramilitary exile forces in the mid 1960s. CIA documents posted below reveal that he was terminated as an asset in July 1967, but then reinstated four months later and apparently remained an asset until 1974. The documents also show that he remained in contact with the Agency until June 1976, only three months before the plane bombing.

Document 1: CIA, October 13, 1976, Report, „Traces on Persons Involved in 6 Oct 1976 Cubana Crash.“

In the aftermath of the bombing of Cubana flight 455, the CIA ran a file check on all names associated with the terror attack. In a report to the FBI the Agency stated that it had no association with the two Venezuelans who were arrested. A section on Luis Posada Carriles was heavily redacted when the document was declassified. But the FBI retransmitted the report three days later and that version was released uncensored revealing Posada’s relations with the CIA.

Document 2: FBI, October 16, 1976, Retransmission of CIA Trace Report

In this uncensored version of the CIA trace report, the Agency admits that it „had a relationship with one person whose name has been mentioned in connection with the reported bombing,“ Luis Posada Carriles. The CIA file check shows that Posada was „a former agent of CIA.“ Although it doesn’t say when his employment began, it indicates he was terminated briefly in the summer of 1967 but then reinstated in the fall and continued as an asset while a high level official in the Venezuelan intelligence service, DISIP, until 1974. Even then, „occasional contact with him“ continued until June 1976.

Document 3: CIA, June 1966, File search on Luis „Pozada“

In this file search the CIA states that Posada has „been of operational interest to this Agency since April 1965,“ the likely date when he first became a paid CIA agent.

Document 4: FBI, July 18, 1966, „Cuba“

An informant reports to the FBI that Posada is a CIA agent and is „receiving approximately $300.00 per month from CIA.“

Document 5: CIA, April 17, 1972, Personal Record Questionnaire on Posada

This „PRQ“ was compiled in 1972 at a time Posada was a high level official at the Venezuelan intelligence service, DISIP, in charge of demolitions. The CIA was beginning to have some concerns about him, based on reports that he had taken CIA explosives equipment to Venezuela, and that he had ties to a Miami mafia figure named Lefty Rosenthal. The PRQ spells out Posada’s personal background and includes his travel to various countries between 1956 and 1971. It also confirms that one of his many aliases was „Bambi Carriles.“

EARLY TERRORIST PLOTTING

During the time that Posada was on the CIA payroll in the mid-1960s, he participated in a number of plots that involved sabotage and explosives. FBI reporting recorded some of Posada’s earliest activities, including his financial ties to Jorge Mas Canosa, who would later become head of the powerful anti-Castro lobby, the Cuban American National Foundation.

Document 6: FBI, July 7, 1965, „Luis Posada Carriles“

The FBI transmits information obtained from the CIA’s Mexico station titled „Intention of Cuban Representation in Exile (RECE) to Blow up a Cuban or Soviet Vessel in Veracruz, Mexico.“ The document summarizes intelligence on a payment that Jorge Mas Canosa, then the head of RECE, has made to Luis Posada to finance a sabotage operation against ships in Mexico. Posada reportedly has „100 pounds of C-4 explosives and detonators“ and limpet mines to use in the operation.

Document 7: FBI, July 13, 1965, „Cuban Representation in Exile (RECE)“

A FBI cable reports on intelligence obtained from „MM T-1“ (a code reference to the CIA) on a number of RECE terrorist operations, including the bombing of the Soviet library in Mexico City. The document contains information on payments from Jorge Mas Canosa to Luis Posada for an operation to bomb ships in the port of Veracruz, as well as a description of Posada and a statement he gave to the FBI in June of 1964.

Document 8: FBI, May 17, 1965, „Roberto Alejos Arzu; Luis Sierra Lopez, Neutrality Matters, Internal Security-Guatemala“

The FBI links Posada to a major plot to overthrow the government of Guatemala. U.S. Customs agents force Posada and other co-conspirators to turn over a cache of weapons that are listed in this document. The weapons include napalm, 80 pounds of C-4 explosives, and 28 pounds of C-3 explosives.

BOMBING OF CUBANA FLIGHT 455

Document 9: FBI, October 7, 1976, Secret Intelligence Report, „Suspected Bombing of Cubana Airlines DC-8 Near Barbados“

In one of the very first reports on the October 6, 1976, downing of Cubana Flight 455, the FBI Venezuelan bureau cables that a confidential source has identified Luis Posada and Orlando Bosch as responsible for the bombing. „The source all but admitted that Posada and Bosch had engineered the bombing of the airline,“ according to the report. The report appears to indicate that the Venezuelan secret police, DISIP, were arranging for Bosch and Posada to leave Caracas, although this section of the document has been censored.

In the report, the FBI identifies two Venezuelan suspects arrested in Barbados: Freddy Lugo and Jose Vazquez Garcia. Vazquez Garcia is an alias for Hernan Ricardo Lozano. Both Ricardo and Lugo worked for Luis Posada’s private security firm in Caracas at the time of the bombing.

Document 10: FBI, November 2, 1976, Secret Intelligence Report „Bombing of Cubana Airlines DC-8 Near Barbados, West Indies, October 6, 1976“

The FBI receives information from a source who has spoken with Ricardo Morales Navarrete, a Cuban exile informant working for DISIP in Caracas. Known as „Monkey“ Morales, he tells the FBI source of two meetings during which plotting for the plane bombing took place: one in the Hotel Anauco Hilton in Caracas, and another in Morales room at the Hilton. Both meetings were attended by Posada Carriles. A key passage of the report quotes Morales as stating that „some people in the Venezuelan government are involved in this airplane bombing, and that if Posada Carriles talks, then Morales Navarrete and others in the Venezuelan government will ‚go down the tube.‘ He said that if people start talking ‚we’ll have our own Watergate.'“ Morales also states that after the plane went down, one of the men who placed the bomb aboard the jet called Orlando Bosch and reported: „A bus with 73 dogs went off a cliff and all got killed.“

Document 11: FBI, November 3, 1976, Cable, „Bombing of Cubana Airlines DC-8 Near Barbados, West Indies, October 6, 1976“

The FBI reports on arrest warrants issued by a Venezuelan judge for Posada, Bosch, Freddy Lugo and Ricardo Lozano.

ORLANDO BOSCH AND ANTI-CASTRO TERRORIST ORGANIZATIONS

Document 12: FBI, January 24, 1977, Secret Report, „Coordination of United Revolutionary Organizations (CORU) Neutrality Matters – Cuba – (Anti-Castro)“

The FBI reports on a plot to carry out terrorist attacks that will divert attention from the prosecution of Orlando Bosch and Luis Posada in Caracas. Orders for the attacks are attributed to Orlando Garcia Vazquez, a Cuban exile who was then head of the Venezuelan intelligence service, DISIP. (Garcia Vazquez currently lives in Miami.) The report also provides some details on CORU.

Document 13: FBI, August 16, 1978, Secret Report, „Coordinacion de Organizaciones Revolucionarias Unidas (Coordination of United Revolutionary Organizations) (CORU), Neutrality Matters – Cuba – (Anti-Castro)“

This FBI report provides a comprehensive overview of CORU which the FBI describes as „an anti-Castro terrorist umbrella organization“ headed by Orlando Bosch. The report records how CORU was created at a secret meeting in Santo Domingo on June 11, 1976, during which a series of bombing attacks were planned, including the bombing of a Cubana airliner. On page 6, the report relates in great detail how Orlando Bosch was met in Caracas on September 8, 1976, by Luis Posada and other anti-Castro exiles and a deal was struck as to what kind of activities he could organize on Venezuelan soil. The document also contains substantive details on behind-the-scene efforts in Caracas to obtain the early release of Bosch and Posada from prison.

IRAN-CONTRA AND POSADA (A.K.A. RAMON MEDINA)

Document 14: September 2, 1986, Contra re-supply document, [Distribution of Warehoused Contra Weapons and Equipment – in Spanish with English translation]

After bribing his way out of prison in Venezuela in September 1985, Posada went directly to El Salvador to work on the illicit contra resupply operations being run by Lt. Col. Oliver North. Posada assumed the name „Ramon Medina,“ and worked as a deputy to another anti-Castro Cuban exile, Felix Rodriguez, who was in charge of a small airlift of arms and supplies to the contras in Southern Nicaragua. Rodriguez used the code name, Max Gomez. This document, released during the Congressional investigation into the Iran-Contra operations, records both Posada and Rodriguez obtaining supplies for contra troops from a warehouse at Illopango airbase in San Salvador.

Weiterführende Artikel:
Awkward test of antiterrorism begins in Texas

Anti-Cuban Terrorists: the Iran-Contra Affair and other Crimes

What the CIA Could Learn from Venezuela: The Luis Posada Carriles Case

Posada has something on Bush, says expert on Kennedy case

Tango mortale Artikel in Telepolis

Fluchthelfer Washington Artikel in Telepolis

MP3 von Amy Goodman Democracy Now.

spionage

FSB Chef vermutet Spionage Tätigkeit von NGO

RIA – Ausländische nicht staatliche Organisationen bereiten nach Ansicht von FSB-Experten neue „samtene Revolutionen“ vor. Der russische Sicherheitsdienst FSB (Federalnaia Slushba Bezopasnosti) hat Angaben, wonach einige ausländische nicht staatliche Organisationen neue „samtene Revolutionen“ im postsowjetischen Raum vorbereiteten.

„Ausländische Geheimdienste wenden in ihrer Arbeit immer aktiver nicht traditionelle Methoden an und propagieren mit Hilfe von Bildungsprogrammen diverser nicht staatlicher Einrichtungen ihre Interessen und sammeln Informationen, darunter auf dem Territorium von Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).“ Das sagte FSB-Chef Nikolai Patruschew am Donnerstag vor den Abgeordneten der Staatsduma – Unterhaus des russischen Parlaments.

Nach dem FSB vorliegenden Informationen habe eine nicht staatliche westliche Organisation fünf Millionen Dollar für die Vorbereitung einer „samtenen Revolution“ in Weißrussland zur Verfügung gestellt. „Einigen Angaben zufolge sollen auch ‚orange Oppositionelle‘, die an der Revolution in der Ukraine teilgenommen haben, zur Schulung weißrussischer Oppositioneller einbezogen werden“, fuhr Patruschew fort.

Zu den nicht staatlichen Organisationen, die möglicherweise von ausländischen Geheimdiensten missbraucht werden, zählte der FSB-Chef unter anderem das Friedenskorps der USA, den saudi-arabischen Roten Halbmond und einige Einrichtungen in Kuwait. Das Friedenskorps wurde 1961 gegründet. Es bildet Freiwillige für einen zweijährigen Dienst im Ausland aus und vermittelt sie an die einzelnen Länder. Freiwillige des Friedenskorps sind heute in 80 Ländern tätig und unterstützen die Einheimischen in der Landwirtschaft, im Handwerk, im Gesundheitswesen, in der Bewahrung der Natur sowie im Erziehungswesen.

„Die leitenden Repräsentanten der GUS-Geheimdienste sind sich über die Gefahr im Klaren. In diesem Zusammenhang war im April eine Beratung der Direktoren der Geheimdienste der GUS-Mitgliedsländer durchgeführt worden, in der die Gefahr weiterer Revolutionen in postsowjetischen Ländern erörtert wurde.“

„In nächster Zeit soll der Staatsduma ein Dokument vorgelegt werden, das die Tätigkeit der nicht staatlichen ausländischen Organisationen auf dem Territorium der Russischen Föderation reguliert.“ Solche Einrichtungen sollten laut Patruschew in Russland registriert werden.

spionage

CIA behält Kontrolle über irakischen Geheimdienst

Laut irakischen Geheimdienst Offizieren, bezieht die irakische Geheimpolizei und Iraks wichtigster Geheimdienst noch immer massiv amerikanische Gelder. Der irakische Geheimdienst, der Mukhabarat untersteht somit auch weiter dem amerikanischen Geheimdienst CIA. Der Mukhabarat ist für eine große Anzahl von Massakern mitverantwortlich und war für seine brutalen Foltermethoden bei Verhören bei den Irakern gefürchtet. Die neue Regierung Iraks, wirft der CIA nun vor, die Grundrechte des Landes zu verletzten.

Als die Souveränität im letzten Juni an die Irakische Interims Regierung übertragen wurde, dachte die CIA nicht im Geringsten daran auch den Mukhabarat der neuen Regierung zu übertragen. Die CIA reorganisierte den irakischen Dienst und die Geheimpolizei nach dem Fall Iraks 2003 komplett neu, obwohl auch Agenten des alten Regimes wieder eingegliedert wurden. Wie offizielle des irakischen Dienstes betonen, untersteht der Mukhabarat Direktor Mohammed Abdullah Shahwani, ein irakischer General und sunnitischer Muslim komplett den amerikanischen Diensten. Shahwani war in den 90er Jahren an einen misslungenen Putsch gegen Saddam Hussein beteiligt.

Die irakischen Geheimdienstler beschweren sich insbesondere deshalb, weil sie vermuten dass die amerikanischen Partner mit der Kontrolle über den Mukhabarat so sensitive Geheimdienstpapiere aus den letzten Jahren der neuen irakischen Regierung vorenthalten können. Sie vermuten, dass die Geheimpapiere brisante Details zu Spionage Operationen gegen schiitische Politiker beinhalten, die nun an der Führung des Landes beteiligt sind und als Druckmittel gegen sie verwendet werden könnten.

Die Amerikaner begründen ihr festhalten am Mukhabarat damit, da sie befürchten, dass einige irakische Führer eventuell explosive Informationen mit Teheran teilen könnten. Die „neue-alte“ Reorganisation des Mukhabarat erinnert an die Organisation Gehlen mit einigen parallelen zur politischen Landschaft im Nachkriegs-Deutschland.

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Big Brother im Gefängnis von Maricopa County Arizona

Die langweiligen und unlustigen Big Brother Container Shows in Europa sind im amerikanischen Gefängnis von Maricopa harte und bittere Realität. Gefangene werden dort rund um die Uhr gefilmt und sind Live im Internet zu sehen. Wer mal Glück hat kriegt sogar den Einsatz eines SWAT Teams in die gemütliche Stube geliefert. Seit 1993 ist Joe Arpaio Sheriff von Maricopa County in Phoenix Arizona; er gilt als der härteste Sheriff in Amerika.

Nachdem Joe Arpaio von 1950 bis 1952 in der US Army gedient hat, arbeitete er als Undercover Agent für die Drug Enforcement Administration DEA, die amerikanische Anti- Drogen Behörde. Der Job brachte ihn unter anderem nach Mexiko, Süd Amerika und in die Türkei um dort Drogen Syndikate zu infiltrieren. Seine DEA Karriere schloss er als DEA Leiter im Staate Arizona ab.


Die Öffentlichkeit ist mein Boss

Im Jahre 1992 gewann er die Wahl zum Sheriff von Maricopa County. Er weiss genau was die Öffentlichkeit will: „Die Öffentlichkeit ist mein Boss“ pflegt er zu sagen „und als solches will sie sehen was da im Knast geschieht.“

Nicht nur was im Knast passiert, sondern auch draußen auf der Strasse. Man sieht sie, die schweren Jungs.


Zehnerpack

Muskelbepackte Oberkörper, eindrückliche Tätowierungen, Menschen die vom Kampf mit der Gesellschaft gezeichnet sind. Das sind die berüchtigten Chain Gangs, aneinandergekettete Sträflinge, die sechs Tage die Woche im orangen und gelben Overall auf der Strasse schuften. Die Gefahr, dass sie mal ausbüxen ist minim. Sie sind von Schützen bewacht, im Zehnerpack aneinandergekettet und sie tragen rosa Unterhosen. Eine sicher peinliche Farbe für Stahlharte Kerle. Die Männer und weltweit nun auch die ersten Frauen Chain Gangs putzen Highways, übermalen Graffiti und beerdigen die Armen der Stadt. Das sehr zum Gefallen der Steuerzahler.


Nicht romantisches Feriendorf

Sheriff Arpaio hat draussen in der Wüste, im Niemandsland, Zeltstädte aufbauen lassen. Über 1200 verurteilte Männer, Frauen und Jugendliche leben in diesen speziellen Zeltlagern für Klienten der normalen bis mittleren Sicherheitsstufe eingekerkert. Nicht etwa lustige Ferienlager. Sie sind von Schützen bewacht und die Lager mit Stacheldraht umzäunt. Die Zeltstadt hat nicht nur bei der Regierung, sondern weltweit Aufmerksamkeit erregt. Die Infrastruktur der Zeltstadt hält die Kosten niedrig und die Gefangenen arbeiten für den Gemeindeunterhalt, das stösst auf positive Reaktionen.

Im Gefängnis selber herrschen strickte Regeln, denn ein Gefängnis ist schließlich kein Country Club meint Arpaio. Es wird nicht geraucht, kein Kaffee getrunken, es werden keine Porno Heftchen gekuckt und getauscht und auch keine Filme angesehen. Die Gefängnisküche ist stolz darauf, landesweit die billigsten Mahlzeiten zu servieren: eine Mahlzeit kostet unter 45 Cent.


Transparenz ist Humbug

Das Madison Street Jail Gefängnis bietet Live Übertragungen aus vier Perspektiven. Die Big Brother Show über das Internet betrachtet der Sheriff als Transparenz Zeugnis und sollte potenziellen Kriminellen zugleich eine abschreckende Botschaft vermitteln. Das ist natürlich Humbug, denn Vergewaltigung und Gewalt unter den Häftlingen oder von sadistischen Wärtern, können auch so durchgeführt werden. Auf insgesamt vier Levels (Stockwerke) sind Zellen für 960 Häftlinge eingerichtet, zurzeit sind es 1500 Inhaftierte der höchsten Sicherheitsstufe, zu zweit in Einzelzellen. Die vier Kameras, über welche die Häftlinge über das Internet weltweit überwachbar sind, decken nicht den ganzen Komplex, es gibt zig tote Ecken, Gänge und Zellen wo die Gewalt und der Interne Kampf um Gunst und Macht weiterhin wüten kann.

Vielmehr animieren die Web- Cams zur voyeuristischen Alternative des Big Brother Programms, unter dem Motto: Lass uns mal die Mörder und Gesellschaftswracks anschauen. Ganz riesig wäre es ja, wenn die SWAT Einheit (Special Weapons and Tactics Team) zum Sturm bläst und die Häftlinge filzt. Drei Versionen einer kürzlich geschehenen Gefängnisrevolte werden im Internet präsentiert. Das ist dann echte Action, die einem keine Big Brother Show bieten kann. Trotzdem verschafft einem die Live Übertragung einmal mehr Grund um über das Fundament des Systems nachzudenken.

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Adamow in Falle gelockt? Ermitlungen auch gegen Tochter

Bern. SDA Gegen die Tochter des früheren russischen Atomministers Jewgeni Adamow wird in der Schweiz wegen des Verdachts auf Geldwäscherei ermittelt. In diesem Zusammenhang wurden Konten von ihr und einer Beraterfirma gesperrt.

Wie ihr Anwalt, Christoph Dumartheray, am Samstag auf Anfrage Angaben des «Tages-Anzeigers» bestätigte, gehörte die Firma Irina Adamowa. Sie sei mit der Beratungsgesellschaft im Wohnungsbau in Moskau tätig gewesen. Inzwischen sei die Sperrung von zwei der Konten wieder aufgehoben worden, erklärte Dumartheray.

Priorität habe die Aufhebung der Sperrung aller Konton von Adamowa. Sie würden unter Umständen auch Rechtsmittel einlegen, um dies zu erreichen.

Bereits am Freitag hatte Igor Petrow, Sprecher der russischen Botschaft, bestätigt, dass Ende April Finanzmittel von Adamows in der Schweiz lebenden und seit zehn Jahren eingebürgerten Tochter in der Höhe von rund 250’000 Franken auf Schweizer Konten blockiert worden waren.

Kein Zusammenhang» mit Adamow

Nach Angaben von Dumartheray besteht kein Zusammenhang, weder «in zeitlicher noch sachlicher Hinsicht», zwischen den Vorwürfen gegen Irina Adamowa und denen gegen ihren Vater Adamow. Allein die Tatsache, dass Adamowa Gelder von ihrem Vater erhalten habe, reiche dafür nicht.

Adamow war am Montag in Bern verhaftet worden, als er wegen des Falls seiner Tochter aussagen wollte. Seine Tochter äusserte darauf den Vorwurf, die Schweizer Behörden hätten ihren Vater für ein Gespräch in die Schweiz gebeten und so in die Falle gelockt.

Vorgehen gegen Adamow kritisiert

Dass das Vorgehen «nicht richtig» war, glaubt auch Dumartheray, wie er am Freitagabend gegenüber «10 vor 10» von SF DRS erklärte. Der Berner Untersuchungsrichter habe den Haftbefehl aus den USA bereits auf dem Tisch gehabt, und habe Adamow trotzdem im Glauben gelassen, er werde als Auskunftsperson befragt.

Rudolf Wyss, Vizedirektor des Bundesamtes für Justiz (BJ), erklärte in der gleichen Sendung, ihm seien diese Details nicht bekannt. Im Nachhinein müsse man aber sagen, dass es «hart erscheinen mag», wenn jemand mehr als drei Stunden verhört werde und man ihm erst dann eröffne, er werde festgenommen.

Adamow sitzt in Bern in Auslieferungshaft. In den USA wurde gegen ihn offiziell Anklage erhoben. Ihm werden Betrug, Hehlerei, Geldwäscherei und Steuerbetrug vorgeworfen.

Weiterführende Artikel

  • Adamows Anwalt wartet auf offizielle Reaktion aus Moskau

  • Adamow – tot oder lebendig

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Schweizer Botschafter wegen Drogengelder vor Gericht

Peter Friederich, der ehemalige Schweizer Botschafter in Luxemburg, steht ab heute Montag wegen Geldwäscherei im Tessin vor Gericht. Die zwei Haupt-Anklagepunkte für den 63-jährigen Friederich lauten auf Geldwäscherei und Unterstützung einer kriminellen Organisation, dem kolumbianischen Drogenkartell. Friedrich wurde im Juli 2002 verhaftet. Ihm droht nun eine lange Haftstrafe.

Karrierediplomat

Peter Friederich ist seit 30 Jahren Diplomat. Er war Botschafter in Vietnam und Kuba, bevor er 1999 nach Luxemburg versetzt wurde. Die Untersuchung hat ergeben, dass der Botschafter überall wo er tätig war, grosse Mengen Geld – im Auftrag von Freunden, wie es heisst – an der Börse einsetzte. Er versprach eine höhere als die marktübliche Rendite. Renditen die wohl nur über Illegale Geschäfte zu erzielen sind.

Als die Börse im Jahr 2000 einbrach, verlor Friederich dabei rund 5 Mio. Franken, was ihn schnell in grosse finanzielle Schwierigkeiten brachte. Wie beim Glücksspiel im Casino habe der Diplomat diese Verluste zu vertuschen versucht und weitere Gelder zur Anlage entgegengenommen. De Chedid geht davon aus, dass der Druck der Gläubiger auf den Diplomaten am Anfang der Geldwäscherei stand. Der Anwalt vertritt einen Klienten, der dem Diplomaten Friederich rund eine Mio. Franken anvertraut hatte.

Aufgefallen

Die Affäre Friederich war 2002 ins Rollen gekommen, weil die Luxemburger Bank, bei der er die Barsummen einbezahlt hatte, dies den Behörden gemeldet hatte. Im Februar 2002 informierten die Luxemburger Behörden die Schweiz. Fünf Monate später wurde Friederich in Bern verhaftet, aber nach 38 Tagen Untersuchungshaft wieder freigelassen. Nach der Abberufung als Missionschef in Luxemburg durch den Bundesrat quittierte er noch im gleichen Jahr den diplomatischen Dienst und liess sich frühpensionieren. Friederich hat den Vorwurf der Geldwäscherei immer bestritten.

Verschlungene Zahlungen

Bei seiner Verhaftung wurden auf seinem Privatkonto in Luxemburg rund 2,4 Mio. Franken gefunden. Diese Gelder soll Friederich – so die Anklageschrift – von Mitgliedern einer Drogenbande in jeweils kleinen Scheinen und verschiedenen Währungen nicht nur in Luxemburg, sondern auch in Polen, Amsterdam oder Genf entgegengenommen und auf ein auf ihn lautendes Konto einbezahlt haben. Anschliessend soll er die Gelder auf Konten der Drogenbarone weitergeleitet haben.

Die Zahlungen kamen von einem gewissen Antonio Florido Sosa, einem Spanier, der den spanischen Behörden unter dem Decknamen „Radio Jaen“ bekannt war und der des Drogenhandels und der Geldwäsche verdächtigt wurde. Gemäss den spanischen Untersuchungsbehörden handelt es sich beim Spanier um einen „auf Geldtransfers spezialisierten Mittelsmann, der im Dienste mehrerer kolumbianischer Drogenkartelle stand“. Mehrmals sind dem Ex-Diplomaten in Hotels in Holland und Luxemburg Koffer übergeben worden, die Geld in kleinen Scheinen enthalten hätten. Dabei handelte es sich, laut den spanischen Quellen, um so genanntes „Street Money“, also um Gelder, die aus dem Strassenverkauf von Drogen in ganz Europa stammten.

Vor dem Rücktransfer nach Kolumbien habe dieses Drogengeld gewaschen werden müssen. „Peter Friederich ist eine der zahlreichen Personen, die dafür verwendet wurden“, zitiert die Zeitung weiter. Dabei hätten die spanischen Mittelsleute nie längere Zeit mit denselben Personen gearbeitet.

Mittelsmann Sosa wurde später auf Verdacht des Kokain-Schmuggels verhaftet. Die Anklage sagt nun, dass Friederich von Radio Jaens Tätigkeiten gewusst habe und möglicherweise von dessen Drogenschmuggel profitiert habe.

Kleines Rad im grossen System

Friederichs Verteidiger Didier Bottge weist sämtliche Vorwürfe gegen seinen Mandanten zurück. „Peter Friederich war höchstens ein kleines Rad in einem viel grösseren System“, sagte Bottge.“ Es überrascht mich, dass er als einziger vor Gericht steht, wo doch in zahlreichen Ländern untersucht worden ist.“

Zigarrenkisten

Friederich erklärte, das Geld stamme aus dem Verkauf von Gemälden, Kisten mit Zigarren und antiquarischen Büchern. Auch eine Uhr aus Meissenporzellan sei dabei, die er einem Rechtsanwalt in Genf verkauft habe. Sein Anwalt sagt, er denke, das Geld sei von einem spanischen Treuhänder auf dem Konto platziert worden, um Steuern zu umgehen.

Leider gelogen

Friederich gab später zu, dass er über die Herkunft des Geldes log und die Unterschrift des angeblichen Kunden fälschte. Die Mithilfe an Geldwäsche stritt er jedoch ab. Friederichs Verteidiger sagt, sein Mandant habe nichts von einem Drogenring oder von mafiösen Geschäften gewusst. Das Geld sei auf seinem Konto gewesen, bevor die Verbindung von Radio Jaen zum Kokainschmuggel entdeckt worden sei. Die Anklage dagegen ist überzeugt, dass Friederich gewusst haben müsse, dass da krumme Dinge laufen. „Dieser Prozess wird zeigen, wieviel Peter Friederich wirklich wusste“, sagt Verteidiger Bottge. „Ich werde in den meisten Anklagepunkten auf Freispruch plädieren. Sollte er schuldig gesprochen werden, dann hoffe ich, dass er auf Bewährung freikommt.“

System

Offensichtlich zeigt das kolumbianisch-mafiöse Konzept System. Zu weiteren Untersuchungen gegen andere ist es nicht gekommen, an die Spitzen der Syndikate ist man nicht gekommen. Einmal mehr. Bereits die Untersuchungen zur Fimo Affäre blieb da stehen, wo es interessant wurde, die Mafiajägerin Carla del Ponte ermittelte in diesem Fall. Sie war indirekt mit der Fimo auf engem Fuss. Vielmehr scheint, dass Friederich unter enormen Druck gestanden hat und eventuell auch Erpresst wurde. Der ehemalige Genfer General-Staatsanwalt Bernard Bertossa wird über die Zukunft von Peter Friederich richten. Die Anklageschrift von Bundesrichter Paul Perraudin gegen den Ex-Botschafter ist 200 Seiten stark. Der Prozess in Bellinzona soll 12 Tage dauern.

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Atom Minister in Bern verhaftet

Aus dem Berner Gerichtsaal heraus wurde der 65-jährige ehemalige russische Atomminister Jewgeni Adamow verhaftet. Ihm werden Geldwäscherei, Veruntreuung und Verschwörung vorgeworfen. Die Verhaftung erfolgte auf Ersuchen der USA, die nun auch seine Auslieferung verlangt.

Adamows Anwalt, Timofei Gridnew, nahm zu den Details nicht weiter Stellung. Laut Gridnew war Adamow in der Schweiz, um „finanzielle Probleme seiner Tochter zu regeln“.
Es waren amerikanische und schweizerische Behörden an der Vorbereitung zur Verhaftung beteiligt. Nach einem Bericht der „New York Times“ wirft die Staatsanwaltschaft in Pittsburgh Adamow vor, Hilfsgelder der US-Regierung zur Verbesserung der Sicherheit russischer Atomanlagen veruntreut zu haben. Neun Millionen Dollar (10,8 Mio. Franken) des US-Energieministeriums seien auf Konten in den Bundesstaaten Pennsylvania und Delaware umgelenkt worden.

Die USA sucht den ehemaligen Minister im Zusammenhang mit diesen angeblichen Veruntreuungen. „Das FBI und die nationalen Steuerbehörden haben Adamows Dossier während langer Zeit untersucht“, sagt der Sprecher der US-Botschaft, Dan Wendell. „Angeklagt wurde er vom US-Distrikt-Gerichtshof Pennsylvania, unter anderem wegen dem Transport von gestohlenem Geld und Wertpapieren.“ Um welche Wertpapiere und um welches Geld es sich handelt, wurde nicht erwähnt.

Allerdings liefen gegen den früheren Minister bereits bei der Antikorruptions- Kommission der russischen Duma Untersuchungen. Dem ex- Minister wurde dabei vorgeworfen, sich in seiner Stellung bei MINATOM persönlich bereichert zu haben und für die eigenen Geschäftsinteressen gearbeitet zu haben. Für MINATOM Mitglieder ist es nach russischem Gesetz untersagt private Firmen zu führen. Die parlamentarische Kommission hatte ihn auf Grund dessen angeklagt.

Das Außenministerium in Moskau erklärte, dass russische Diplomaten in der Schweiz nun versuchen Kontakt zu dem festgenommenen Adamow aufzunehmen. Sie liessen verlauten, Adamow sei privat in die Schweiz eingereist. Nach Medienberichten wollte er dort mit den Behörden verhandeln, weil Konten seiner in Bern studierenden Tochter gesperrt worden seien. Russland versucht zugleich von den USA Informationen über die Anschuldigungen zu bekommen. „Soweit wir wissen, stehen die Vorwürfe in Verbindung mit geschäftlichen Tätigkeiten Adamows aus den neunziger Jahren vor seiner Ernennung zum Atomminister“, sagte Ministeriumssprecher Alexander Jakowenko.

Dies würde dann freilich die Korruptionsvorwürfe der amerikanischen Behörden nicht erhärten. Adamow leitete 1986 nach der Tschernobyl-Katastrophe die Säuberungs-Aktion rund um das Atomkraftwerk. Er gehörte der Regierung Boris Jelzin an und wurde 1998 zum Minister für Nuklearenergie ernannt. Präsident Vladimir Putin setzte ihn in einer Regierungsrochade 2001 ab.

Seit 1990 gründete Adamow rund zehn Firmen. Darunter russische aber auch eine französische und drei amerikanische, wovon eine auch in der Schweiz registriert ist. Die Omeka Ltd. aus Pennsylvania, ist auch an der Aarbergergasse in Bern registriert. Adamow kontrollierte 1999 $3.15 Millionen aus dem Gesamtkapital von $5 Millionen und seine Frau weitere 1.5 Millionen Dollar. Jene Beratungs- und Management Firma hatte Verträge mit Tekhsnabexport, der Import Tochterfirma von MINATOM. Omekas Aktivitäten sind nicht nur beraterischer Natur im Atom Geschäft, sondern stellt NIKIET, dem geheimen energietechnologischen Institut, dessen Direktor Adamow in den Jahren 1986 – 1999 war, jährlich 50’000 US$ für Computer Equipment zur Verfügung. Das Institut stellte Reaktoren des Typs her, wie er in Tschernobyl verwendet wurde. Laut einem Bericht von Greenpeace Moskau kaufte Omeka für 200’000 US$ ein Haus für Adamow in Pennsylvania und eröffnete ein Bankkonto über 250’000 US$ in der Schweiz.

Laut dem Bericht haben die in Amerika domizilierte Energy Pool Inc. und die russische Immobilien Firma Logic Reality, beides auch Adamow Firmen grosszügige Überweisungen an andere MINATOM Offizielle getätigt. Neben den finanziellen Zuwendungen wurde Adamow unterstellt, dass er Personal ohne Fachwissen in Schlüsselpositionen des Atomministeriums hievte. Einige davon waren laut Bericht Aktien Teilhaber der Adamow Firmen, bevor er zum Minister ernannt wurde.

Update 06.05.
Moskau fürchtet die Aussagen des festgenommenen Ex-Atomministers

Moskau/Bern – Rußland fürchtet eine Preisgabe von Staatsgeheimnissen durch den auf Grund eines amerikanischen Haftbefehls festgenommenen Ex-Atomminister Jewgeni Adamow an die USA. Adamow wisse über die Produktion russischer Nuklearwaffen wie auch über die Lage wichtiger Atomanlagen Bescheid, sagte ein Kreml-Beamter nach Angaben der Moskauer Zeitung „Wedomosti“.

Adamow, der von 1999 bis 2001 Atomminister Rußlands war, kennt sich auch in den Nukleargeschäften mit Indien, China und dem Iran aus, sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Ministeriums. Dagegen erklärte der Kommandeur der Raketentruppen, Nikolai Solowzow, Adamow sei nicht mit Geheimnissen der russischen Atomstreitmacht vertraut. „Was Geheimnisse der Raketentruppen betrifft, stellt Adamow keinen Wert dar“, so der Generaloberst.

kultur

Kulturelles Beben in Bern

Von der schleichenden Verbrachung der Berner Theaterlandschaft.
Ein paar schnelle Gedanken zur angedrohten Verschränkung von Dampfzentrale und Stadttheater

Urs Rietmann – Plötzlich geht alles sehr schnell. In der Dampfzentrale, einem von den Nachwehen der bewegten 80-er Jahre-Szene erstrittenen Kulturzentrum, soll neuerdings Berns Schauspiel stattfinden. „D’Wäut schteit uf em Chopf“ war die Botschaft, mit der damals Züri West den Hansdampf in die noch rauen und ungepflegten Turbinen- und Kesselräume entliessen.

Rechtzeitig zum 18. Geburtstag der legendären Besetzung im Mai 1987 wird die Dampfere unerwartet beschenkt: Die Neubesetzung von Betriebsleitung an der Aare und Intendanz am Kornhausplatz wird zum Anlass genommen, alte Ideen wiederauferstehen zu lassen: Das seit Jahren serbelnde Berner Schauspiel soll ein eigenes Haus bekommen. Mit Strukturkorrekturen soll ein weiteres Mal versucht werden, alten Wein in neue Flaschen zu füllen. Die Welt steht auf dem Kopf. Noch immer.

Angeregt wurde die momentane Raum- und Geldsorgendiskussion von jenem Mann, der seit nunmehr 14 Jahren mit Erfolg verhindert, dass im Zusammenhang mit dem Schauspiel des Stadttheaters auch nur ansatzweise über Inhalte, politische Ausrichtung oder Gesellschaftsrelevanz gesprochen wurde. Diese Auseinandersetzung findet in Berns Theaterlandschaft vor allem im Schlachthaus statt und von der leidenschaftlichen und klugen Leitung des Festivals <auawirleben>.

Man wird, daran besteht kein Zweifel, Beatrix Bühler, Sandro Lunin, Reto Clavadetscher und einigen Exponent/innen der von Intendant Gramss zweckdienlich als ‚talentiert’ bezeichneten freien Szene versichern, dass die Dampfere auch unter dem Dach eines vorläufig nicht näher definierten festivalkompatibel und gastspielfähig bleibe. Man wird dies gutgläubig annehmen, mit dehnbaren Begriffen in einer Leistungsvereinbarung festschreiben und anschliessend zur Tagesordnung übergehen.

Die Dampfzentrale war in den vergangenen Jahren in verschiedner Hinsicht keine blühende Frühlingswiese. Genauso wenig war sie ein im Zusammenhang mit dem unfreiwilligen Abgang von Christoph Balmer aber der gern beschriebene Gemischtwarenladen auf desolatem Niveau. Sie war u.v.a. Austragungsort von Blickfelder, Afrique Noir, Ya’salam!, Theaterfrühling, Tanztagen, auawirleben, Steps, Clubnächten, Festen. Das Potential und die Bedeutung dieses Zentrums wird, man darf dies aus den reanimierten Fusionsplänen schliessen, mehr als unterschätzt: Es wurde bislang, nimmt man die Subventionsbereitschaft der öffentlichen Hand als Massstab, schlicht ignoriert. Ein paar in ihren Konsequenzen unbedachte Intendanten-Bemerkungen zur Auslagerung einer Sparte kann dies in wenigen Tagen ändern.

5 Millionen Franken kostet ein stadtschauspielgenehmer Umbau des Hauses, so eine Schätzung im vergangenen Jahr, als die Fusion von Dampfzentrale und Stadttheater noch aus gutem Grund verworfen wurde. Dies wäre, wird frohlockt, die Basis, um in Bern endlich auch Schiffe zu bauen. In Anbetracht des Leistungsausweises derjenigen Institution, deren Begehrlichkeit in absehbarer Zeit ein für Berns Kulturleben wichtiges Zentrum zu schleifen droht, ist dies ein seltsamer Vorgang. Erstaunlich ist auch, dass die Stadt, deren Geduld und Langmut durch die hartnäckige Nicht-Entwicklung am Kornhausplatz offenbar noch nicht ausreichend strapaziert wurde, dieses Ansinnen stützt.

Als Meret Matter und Samuel Schwarz kürzlich auf einer schlecht, weil parteiisch moderierten Podium im Schlachthaus Theater die Frage nach der Kompetenz der Findungskommission für die zu besetzende Intendanz stellten, taten sie in der Art und Weise, wie das geschah, den Anliegen und Hoffnungen einer engagierten Theaterszene zwar keinen Gefallen. Die zwei teilweise gehässigen und streitkulturlosen Diskussionsstunden aber machten immerhin deutlich, wo hinsichtlich der Situation am Stadttheater im Moment tatsächlich und einigermassen dringlich Handlungsbedarf besteht. Es sind nicht primär Strukturprobleme, es sind der hinsichtlich Transparenz, Kommunikation und Gesprächsbereitschaft hoffnungslos überforderte Verwaltungsrat und eine ideen- und visionenarme Findungskommission, die keine vermittelbaren Vorstellungen hat, wer die jährlich über 20 Kulturmillionen unter welchen Prämissen verwalten oder besser: künstlerisch nachhaltig investieren soll.

Die vorschnelle Überantwortung der Dampfzentrale an ein bislang in keiner Weise skizziertes Vorhaben entspricht einem nicht sehr verantwortungsbewussten Umgang mit der andernorts gerne zitierten Hauptstadtkultur. Vielmehr bedeute dies purer Opportunismus und damit die schleichende Verbrachung der Berner Theaterlandschaft. Das Schauspiel am Stadttheater soll seine Chance nutzen dürfen. Dafür hat es Geld und Räume. Was es zudem braucht, sind Innovation und Phantasie. Das Fehlen dieser Kompetenzen an Strukturen festzumachen, ist billig und letztlich nur geeignet, sich in Huhn oder Ei-Querelen zu ergehen.

Die Dampfzentrale ist weiterhin und verschärft profilfähig. Das wollte der Vorstand mit der Besetzung eines neuen Betriebsleiters beweisen. Es wäre klüger, diesen Versuch ideell und materiell zu stützen als Hand zu bieten für die in ihrer Konsequenz zweifelsohne unfreundliche Übernahme des Berner Schiffbaus durch eine Handvoll hinsichtlich ihrer Seetauglichkeit mehr als zweifelhafter Kapitäne.

Was hier nahe in den Bereich von Polemik rückt, hat seinen Ursprung nicht in einer grundsätzlichen Ablehnung neuer Konzepte und frischer Ideen. Vielmehr hat es zu tun mit einem beträchtlichen Unbehagen ob der Art und Hauruck-Weise, wie in den vergangenen Wochen und Monaten die Kommunikation der Besetzung wichtiger Entscheidungsträger geradezu verschlampt und die Mitbetroffenheit weiter Kreise ignoriert wurde. Ignoranz statt Sorgfalt, Geheimnishuberei statt Transparenz, Realitätsferne statt Aufmerksamkeit: Dies ist nicht vertrauensfördernd oder ermutigend.

Die kommenden Argumente der Übernahme können unschwer vorausgedacht werden. Man wird beruhigen, beschwichtigen, später abfinden und trösten. Vagheit und Unverbindlichkeit werden mithelfen, die Angelegenheit aussitzenderweise in die gewünschte Richtung zu bewegen. Diese Perspektive ist entschieden unerfreulich: Bevor nicht der wirkliche Tatbeweis eines ernsthaften und sorgfältigen Dialogs geleistet ist, sind den fusionswilligen Anstrengungen mit der gebotenen Vorsicht zu begegnen und diffuse Konzepte abzulehnen.

Bern am 3. Mai 2005
Urs Rietmann

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STADTTHEATERDEBATTE / DOSSIER