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Rohstoffmulti Glencore und die Paradise-Papers

Dr. Alexander von Paleske ——–12.11. 2017 —–

„Der Rohstoffkonzern Glencore/Xtrata gerät nach der Veröffentlichung eines riesigen Dokumentenbergs (von der Anwaltskanzlei
Appleby Global Group Services auf den Bermudas einmal mehr ins Scheinwerferlicht“.

heisst es in einem Zeitungsbericht, der sich auf Berichte im britischen Guardian und des schweizer Tagesanzeigers stützt.


Schweizer Rohstoff-Riesenkrake

Glencore ist bei der Jagd nach Rohstoffen insbesondere an Afrika interessiert: Getreu dem Motto des Glencore CEO Ivan Glasenberg:

„Wir brauchen Afrika, um die nächste Mineralien-Nachfrage zu befriedigen, wo sonst ausser in Afrika ist das sonst noch möglich“


Ivan Glasenberg

Reichtum und Armut
Das gilt insbesondere für die Demokratische Republik Kongo DRC) DRC, denn:
Der afrikanische Staat Kongo (Demokratische Republik Kongo, DRC) hat Rohstoffreserven im Wert von geschätzten 27 Billionen (27.000.000.000.000) US-Dollar, insbesondere Diamanten, Kassiterite (Quarzstufe mit Zinn) Kupfer, Kobalt, Coltan, Zink, Niob, Gold, Uran, Eisen und Silber.

Gleichzeitig gehört das Land, genauer gesagt: seine Bevölkerung, zu den ärmsten in Afrika. Der Grund: der Reichtum des Landes kommt nur zum aller geringsten Teil der Bevölkerung zugute.

Ein Mittelsmann namens Gertler
Nach den Paradise-Papers soll ein israelischer Mittelsmann namens Dan Gertler bei dem Erwerb von Schürfrechten in der Demokratischen Republik Kongo dem Rohstoff-Multi Glencore/ Xstrata, beheimatet in der Schweiz, ein wenig behilflich gewesen sein – natürlich gegen einen nicht zu kleinen Obolus


Dan Gertler

So lief die Chose
Und so lief die Chose mit den Schürflizenzen:.
Gerller erhielt von Glencore einen Kredit von 45 Millionen US
Dollar, um sich an der Firma Katanga Mining zu beteiligen., Die Firma sollte wertvolle Schürfrechte von der staatlichen Minen-Firma Gecamines erwerben. . Als das gelang kaufte Glencore die Firma.
.
Wer gut schmiert ——
Im Kongo läuft nichts ohne Verbindungen und kräftiges Schmieren. Sehr angenehm, wenn diese „Drecksarbeit“, die für Aktiengesellschaften strikt verboten ist, von einem Mann besorgt wird, der beste Verbindungen zum Regierungschef Joseph Kabila besitzt.
So bleibt alles an Gertler hängen, dem das vermutlich herzlich gleichgültig ist, aber nichts an der feinen Rohstoff-Firma Glencore aus dem feinen Schweizer Örtchen Baar..

Einer wie der andere
DRC Regierungschef Joseph Kabila führt das Land ähnlich wie der Vorgänger und Vater Laurent Kabila, und der wiederum wie sein von ihm aus dem Amts gejagter Vorgänger, der Kleptokrat Mobuto Sese Seko: also mittlerweile ohne demokratische Legitimation, da Kabila immer wieder Neuwahlen zu verhindern weiss.

Gertlers Weg in den Kongo und zu Kabila
Gertler taucht als Diamantenhändler im Kongo auf, zusammen mit Benny Steinmetz, Milliardär, und später mit dem Karstadt Eigner, dem vorbestraften österreichischen Milliardär Rene Benko, verbandelt.

Beide wollen die Alleinvermarktungsrechte für Kongos Diamanten, und bieten im Gegenzug viel Geld an, das die DRC-Regierung dringend braucht: Im Osten ist Krieg, der zweite Kongokrieg hat mit der Invasion Ruandas und Ugandas begonnen, wird 5 Jahre 1998-2003 dauern, und schliesslich rund 4 Millionen Menschen das Leben kosten

Staatschef Kabila braucht Waffen, um die Invasoren zu bekämpfen, die dabei sind, den Ostkongo zu plündern (Coltan, Gold und Edelhölzer).

Nicht nur Diamanten
Aber nicht nur Diamanten wollen Steinmetz und Gertler, sondern auch Schürfrechte für diverse Rohstoffe.

Die Panama-Papiere, und ein darauf gestützter investigativer Bericht in der südafrikanischen Zeitung Mail and Guardian haben im Jahre 2016 ein Licht auf die Aktivitäten der Glücksritter Gertler/Steinmetz geworfen. Wir schrieben:

Die Chose mit der Vermarktung der von Kabila gewährten Schürflizenzen läuft über Zwischenstationen, denn diese Lizenzen lassen sich ja nicht direkt an die Börse bringen, und so zum Vielfachen des Einkaufspreises losschlagen. Es müssen vielmehr Firmen gegründet werden, die zweierlei Voraussetzungen erfüllen

1. Die Akteure und den Transaktionsweg verschleiern

2. Keine Steuern zu zahlen

Kleine Helfer in der Bananenrepublik
Da kann die in Panama beheimatete Anwalts-Firma
Mossack Fonseca</i> helfen. Zur Gründung von Briefkastenfirmen und der Auswahl des geeigneten Steuerparadieses.


Mail and Guardian vom 15.4. 2016

Nachdem eine Firma gegründet ist, auf welche die Schürfrechte übertragen werden, können die Lizenzen dann an eine reputable Firma, entweder neu oder alt, übertragen werden, die dann an die Börse gebracht wird. Dort, wo dann durch Aktienverkauf so richtig dickes Geld fliessen soll.
Die Firma im Falle Gertler/Steinmetz heisst Global Enterprise Corporation (GEC). Die nächste Firmen-Station ist dann Nikanor, beheimatet schon auf der Insel Man, näher dran am Finanzzentrum London.
Der Börsengang brachte 15% der Aktien für Gertler, (Wert 225 Millionen US Dollar) ) und 60% für Steinmetz (Wert 900 Millionen US Dollar). Die Rehabilitation der Minen Tilwezembe, Kananga Brownfields, Kamoto east, Oliveira Virgule und FNSR , für welche die die Schürfrechte erteilt wurden kostete schätzungsweise 600-700 Millionen US Dollar geschätzt.
Gertler hatte für die Lizenzen läppische 3 Millionen US Dollar gezahlt.
Und ein Jahr später gab es für frische Nikanor-Aktien noch einmal 775 Millionen US Dollar.

Abzüglich der Rehabilitationskosten waren also rund 1 Milliarde US-Dollar im Sack

An der armen Bevölkerung vorbei
Das Geld hätte die Regierung der DRC, wenn sie denn die Interessen der Bevölkerung wirklich am Herzen gehabt hätte, selbst besser gebrauchen können, als bei Karstadt und Immobilien-Investitionen in Europa letztlich zu landen. Insofern gleichen sich Steinmetz/Gertler und die Regierung der DRC.

Wieder Gertler
Nun also wieder Gertler, aber diesmal brauchte nichts an die Börse gebracht und über Anwaltsbüros und Firmen in Panama verschleiert werden, sondern ganz einfach Schürfrechts organisiert, und dann ein Aktienpaket an die Firma Glencore weitergereicht werden, wie die Paradise Papers enthüllen.

Die Firma Appelby, im Zentrum der Paradise Papers, half dabei

Nur der Dreck
Der Bevölkerung bleibt von dem Reichtum nichts – oder?
Stimmt nicht ganz, denn die Umweltschäden bleiben der Bevölkerung, z.B. die von der Verarbeitung der Rohstoffe.

Die Sicherung der Umwelt bei solch potentiell gefährlichen Betrieben wie Rohstoffschmelzen, wo säurehaltige Chemikalien zum Einsatz kommen, ist teuer, nagt an den Profiten, und spült weniger Geld in die Taschen der Leute, aus denen das Geld in Milliardenhöhe bereits herausquilltt. Also einfach in der Umwelt entsorgen.

Glencore
ist an der Kamoto Copper Company ( KCC), beteiligt. Diese Firma betreibt eine Rohstoffschmelze, die bis dato hochgiftige ungeklärte Abwässer in den Luilu-Fluss leitete.

Enthüllungen der Paradise-Papers
Die Paradise Papers enthüllen nicht nur, wie Multis wie Apple, Nike etc. Milliardenbeträge in Steuerparadiesen wie der Isle of Man bunkern, völlig legal, sondern auch wie Grosskonzerne indirekt durch Mittelsmänner, welche die Drecksarbeit besorgen, an Schürfrechte gelangen, und dann die Ausplünderung betreiben.

Aber auch wie z.B. Fischereifirmen in Namibia ihr Hauptquartier nach Mauritius verlegen, wo kaum Steuern bezahlt werden – im Briefkastenformat nach Vorgaben der Firma Appleby versteht sich.

Ein unerträglicher Zustand.

Mehr zu Glencore/Xstrata
Kolumbianische Kohle nach Deutschland: Mit Blut, Schweiss und Tränen
Glencore, der Börsengang, und der Weg zum Rohstoff-Riesenkraken

Schweizer Rohstoff-Multis Glencore / Xstrata: Milliarden scheffeln, Ausbeutung zulassen, Umwelt verschmutzen
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Thyssen, Glencore und die Rohstoff-Blase?
Xstrata und Glencore – Schweizer Konzerne auf dem Weg zum Rohstoffmonopol?
Glencore und Xstrata – Besuch von Demonstranten

Zum Kongo
Karstadt, Immobilien-Mogul Rene Benko, Investor Beny Steinmetz und der Kongo
Die Kongo-Plünderer
Reichtum, Armut, Krieg – Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo – 50 Jahre Unabhängigkeit. Grund zum Feiern?

Frieden im Ost-Kongo?
Ostkongo (DRC): Vorübergehende Waffenruhe im langen Krieg
Ruandas Paul Kagame greift nach dem Ost-Kongo – Der Dritte Kongokrieg hat begonnen
Der Krieg im Ost-Kongo, Ruanda und die USA
Der vergessene Krieg im Osten des Kongo
Kampf um Kongos Ostprovinzen
Im Interview: Sir Ketumile Masire zur Lage im Kongo
Kongo: Warlord Laurent Nkunda benennt „Kriegsziele“
Wohin treibt der Ost-Kongo oder: Krieg ohne Frieden

Zu Signa, Benko & Co
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Raub- und Leerfischerei – aus fremden Landen frisch auf den EU-Tisch

Dr. Alexander von Paleske — 5.7. 2016 — In den frühen 60er Jahren wurde beklagt, dass es zu viel Fischfang in Nord-und Ostsee gäbe, aber zu wenig Fischfang auf der Südhalbkugel. Von dort kamen damals ganze 2% es Gesamtfischfangs.

Das hat sich deutlich geändert: Mittlerweile kommen rund 25% allein aus westafrikanischen Gewässern.

Ein Inselstaat wehrt sich
Island wehrte sich damals gegen die Überfischung seiner Gewässer, und erklärte die erweiterte Hoheit über seine Küstengewässer – statt der lächerlichen 12 nun 50 Meilen.

Fischerboote die in diese Zone eindrangen mussten mit dem Kappen ihrer Netze rechnen.
Der Aufschrei war gross, was fällt den Isländern ein?

Schnee von gestern
Alles Geschichte, denn mittlerweile gibt es die 200 Meilen (370,4 km) ausschliessliche Wirtschaftszone der jeweiligen Küstenländer als internationales Recht.

Hinzu kam, angesichts der Überfischung in Nord´und Ostsee, dass die EU Fangquoten festlegte (an diese ist Grossbritannien nach einem EU-Austritt wohl nicht mehr gebunden).

(Nur) Der Hering ist sicher
Am 4.7. 2013 meldete die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“ frohlockend:

Der Hering ist sicher – in den EU-Gewässern hat sich der Zustand der Fischbestände dramatisch verbessert. Das zeigt dass Ökonomie und Ökologie kein Widerspruch sein müssen.“

Allerdings trifft das (nur) für die EU-Gewässer zu, nicht hingegen für die weit grösseren Fischgründe rund um Afrika. Die sind mittlerweile zu einem Eldorado für Fabrikfangschiffe und Raubfischer geworden, wobei unter Raubfischern auch solche gefasst werden müssen, die mit Hilfe von Bestechung sich Fanglizenzen bei den betreffenden Regierungen ergaunert haben.

EU schaut weg
Die EU schaut weg, nein, sie fördert das sogar, wie ein Fischfangabkommen im Jahre 2014 mit dem Senegal überdeutlich zeigt. Strikte EU-Regeln, wie das Verbot des Beifangs spielen keine Rolle. Auch eine engmaschige Kontrolle findet nicht statt.

Dazu Willie Mac Kenzie von Greenpeace:

: „Europe has over-exploited its own waters, and now is exporting the problem to Africa. It is using EU taxpayers‘ money to subsidise powerful vessels to expand into the fishing grounds of some of the world’s poorest countries and undermine the communities who rely on them for work and food. The EU has committed some €477m for agreements with Mauritania over the past 10 years, essentially paying for vessels like the Cornelis Vrolijk to be able to access these waters,“

Wertlos ohne Rechtdurchsetzung
Prinzipiell ist das Recht zur ausschliesslichen Nutzung der 200 Meilen Wirtschaftszone natürlich eine gute Sache.

Aber ein Recht ist nur etwas wert, wenn es sich auch notfalls durchsetzen lässt, sonst ist es wertlos. Das erfordert schlagkräftige Rechtdurchsetzungs-Instrumente, sprich Küstenschutz durch Schiffe und Flugzeuge, angesichts der Begehrlichkeiten.

Das ist in Europa alles vorhanden, China baut gegenwärtig aus. In Afrika ist der Küstenschutz so gut wie nicht existent.

Wo die -Durchsetzungsinstrumente fehlen, da breiten sich illegale Aktivitäten aus, dort ist der Überfischung durch Lizenzinhaber und der illegalen Piratenfischerei Tür und Tor geöffnet.

Das spielt sich in grossem Umfang vor Afrikas Küsten ab, insbesondere in den fischreichen Gewässern Westafrikas..

Selbst wirtschaftlich mehr entwickelte Länder wie die Republik Südafrika mit einer Kriegsmarine, sind unfähig, die 200 Meilen breite und über 2785 km lange Küste lückenlos zu überwachen. Zu Verfügung stehen gerade mal 4 neue Fregatten, und drei veraltete Patroullienboote. Die Fregatten sind dauernd im Einsatz, das nagt an deren Lebensdauer, und sind zum Aufbringen räubernde Fischerboote viel zu gerüstet.


Südafrikanische Marine – wenig Schiffe für lange Küste

Statt dieser aus Europa gelieferten Kriegsflotte für imaginäre Seegefechte, wären wendige Schnellboote wesentlich geeigneter. Zumal das Radar dieser Kriegsschiffe auch nur 200 km weit sehen kann, zur Überwachung müssen daher zusätzlich Flugzeuge eingesetzt werden.
Zwar können die räubernden Fischerboote theoretisch auch anhand des „ Position Tracking Radio Beacon“ aufgespürt werden, aber das schalten die räubernden Schiffe ab, wenn sie in die Exklusiv-Wirtschaftszonen eindringen.

In anderen Ländern wie Mozambique mit seinen 2470 km Küstenlinie, gibt es so gut wie überhaupt keinen Küstenschutz, was könnte für die Fischräuber schöner sein.

Nicht nur dass illegal gefischt wird, sondern die Netze sind so engmaschig, dass alles darin hängenbleibt.

250 Tonnen pro Tag
Ein grosses Fabrikfangschiff, oftmals mit EU-Geldern unterstützt, kann 250 Tonnen Fisch pro Tag verarbeiten.

34 gigantische Fabrikfangschiffe der North Atlantic Fishing Company NAFC „besuchen“ regelmässig die westafrikanische Küste, wie die britische Zeitung Guardian berichtete.

Neun europäische Schiffseigner haben sich zu der Pelagic Freezer Associationzusammengeschlossen, und machen beste Lobbyarbeit.

235.000 Tonnen Fisch werden so pro Jahr in den westafrikanischen Gewässern gefangen, jenseits der Erholungsmarke für die Fischbestände.

Die Folge: Die lokalen Fischer, von denen 60 Boote in einem Jahr so viel fangen können, wie ein Fabrikfangschiff an einem Tag, kommen mit immer weniger Fischen zurück.

Die Ozeane werden von den Fabrikfangschiffen und Raubfischern, von denen viele aus China, Russland, Südkorea und Indien kommen, leergefischt


Aufgebrachte chinesische Fischerboote

Die Folgen für die lokalen Fischer sind katastrophal: die Fänge sinken: 75% in den Jahren 2002 bis 2012 in Senegal, und so sinken dann die Einkommen. Preiswerte proteinreiche Nahrung verschwindet vom Speisezettel der lokalen Bevölkerung. Unterernährung kann sich insbesondere in Staaten mit ohnehin prekärer Ernährungslage ausbreiten.

Am Ende könnte es, wie in Somalia, einen Berufswechsel der Fischer geben: Zur Piraterie.

Nach dem Aufbringen diplomatischer Druck

Wenn derartige Raubfang-Schiffe doch aufgebracht werden, dann geht der diplomatische Zirkus los.

Im Falle von EU-Schiffen, die vor der Küste Namibias aufgebracht wurden, drohten die betroffenen Länder mit der Kürzung der Entwicklungshilfe.

Wie bei Nashörnern und Elefanten

So bleibt es genau wie bei der Wilderei von Nashörnern und Elefanten, sowie der Jagd nach Haifischen der Flossen wegen, die in Asien als Delikatesse gelten: Letztlich kann nur durch das strikte Verbot der Einfuhr, sei es über die kanarischen Inseln nach Europa oder in asiatische Häfen, verbunden mit effektiven Kontrollen und strenger Bestrafung gerade auch in deren Heimatländern, weiterhelfen. Aber dazu fehlt es bisher am Willen und / oder Einsicht der jeweiligen Regierungen. Und so könnte die Überfischung und Raubfischerei weitergehen, bis alles leergefischt ist.

Guten Appetit

Folgt Westafrika dem Beispiel Somalias? Oder: Fabrikmässige Überfischung in den Küstengewässern treibt lokale Fischer in die Armut
Haie jetzt weltweit besser geschützt – Wirklich?
Guten Appetit Europa – Fischfangsklaverei und Umweltzerstörung

Kampf gegen somalische Piraten – nun mit Söldnern
Söldner auf deutsche Handelsschiffe am Horn von Afrika?
Söldnerchef Spicer sucht neues Geschäftsfeld: Piratenbekämpfung vor Somalia?

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Karstadt, Immobilien-Mogul Rene Benko, Investor Beny Steinmetz und der Kongo

Dr. Alexander von Paleske —- 27.5. 2016 — Der vorbestrafte Immobilienmogul Rene Benko, Teilnehmer der Bilderberg-Geheimkonferenz 2015 in seiner austrischen Heimat, Gründer der Immobilien Investfirma SIGNA, die den Karstadt-Warenhauskonzern ihr Eigen nennen darf, hat zur Sammlung seiner Investitions -Milliarden betuchte Investoren gebraucht.


René Benko

In der Anfangszeit war es Karl Kovarik, der Erbe des austrischen Stroh-Tankstellenimperiums. Später der griechische Reeder George Economou.
Von 2013 bis 2015 durfte Benko, dessen Reichtums-Vorbild seit Kindheitstagen der in Milliarden Dukaten schwimmende Dagobert Duck ist, auch den reichsten Mann Israels, Bejamin (Beny) Steinmetz in seinem Investorenkreis begrüssen.


Vorbild Dagobert Duck

Ein Investor namens Steinmetz
Steinmetz, der sein Milliardenvermögen als Diamantenhändler gemacht haben soll, wurde vor drei Jahren von der Schweizer Polizei auf Antrag der Regierung des afrikanischen Staates Guinea wegen angeblicher Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Bergbaulizenzen in seinem Genfer Domizil aufgesucht.

Das Handelsblatt schrieb damals:

„Steinmetz, der sich als Diamantenhändler und mit Rohstoffinvestments ein Vermögen erarbeitet hat, das auf mehr als fünf Milliarden Euro geschätzt wird, lebt zurückgezogen in seinem Anwesen im Norden von Herzliya, auf seiner Yacht in Südfrankreich oder an seinem Schweizer Wohnsitz in Genf.
Dort hat er Anfang September Besuch von Polizisten bekommen, die sein Haus durchsuchten. …….Im August hatte die Genfer Staatsanwaltschaft erklärt, dass sie auf Ersuchen Guineas Ermittlungen gegen Onyx Financial Advisors U.K. aufgenommen habe. Deren Chef Dag Cramer ist zugleich Direktor bei Steinmetz‘ Bergbaufirma BSG Resources.
Das Unternehmen hält 51 Prozent am Simandou-Eisenerzvorkommen in Guinea. …… Im April waren US-Ermittlungen zu Vorwürfen eingeleitet worden, BSG Resources habe für die Bergbau-Rechte Schmiergelder bezahlt. Die US-Bundespolizei FBI nahm sogar einen seiner engsten Vertrauten in Florida fest. Der Mann namens Frédéric Cilins hatte versucht, Dokumente zu vernichten und zu fälschen, die Steinmetz belasten“.


Benny Steinmetz

Kongo mon amour
Der afrikanische Staat Kongo (Demokratische Republik Kongo, DRC) hat Rohstoffreserven in Höhe von geschätzten 27 Billionen (27.000.000.000.000) US-Dollar, insbesondere Diamanten, Kassiterite (Quarzstufe mit Zinn) Kupfer, Kobalt, Coltan, Zink, Niob, Gold, Uran, Eisen und Silber.

Gleichzeitig gehört das Land, genauer gesagt: seine Bevölkerung, zu den ärmsten in Afrika. Der Grund: der Reichtum des Landes kommt nur zum allergeringsten Teil der Bevölkerung zugute.

Statt die Bergbau-Lizenzen im rohstoffreichsten Land Afrika an den Meistbietenden zu versteigern, werden hier undurchsichtige Geschäfte zu Discount Preisen getätigt. Was zählt ist: „wer kennt wen“, oftmals verbunden mit saftigen Schmiergeldzahlungen.

Derartige Verhältnisse locken Personen an, die über derartige persönliche, nicht selten schmierbare Bekanntschaften und Freundschaften verfügen. und daraus dicke Gewinne ziehen, oftmals in der Weise des Weiterverkaufs dieser Rechte an etablierte Bergbaufirmen.

Oh, wie aufschlussreich: Die Panama Papiere
Die Panama-Papiere und ein darauf gestützter investigativer Bericht in der südafrikanischen Zeitung Mail and Guardian haben jetzt ein Licht darauf geworfen, wie diese Transaktionen bewerkstelligt werden, die eine kleine Gruppe stinkreich macht, während die Bevölkerung bettelarm bleibt.


Mail and Guardian vom 15.4. 2016

Auch Dan Gertler und Beny Steinmetz zieht es in den Kongo, und die Panama-Papiere zeigen, wie die Geschäfte des Steinmetz und seines israelischen Geschäftspartners Gertler laufen. Genauer gesagt: wie diese ihr Vermögen „erarbeiten“

Über Gertler hatten wir bereits im Zusammenhang mit Kongo-Plündereien berichtet. Insbesondere über die persönliche Freundschaft zwischen Diamanten- Gertler und dem DRC-Präsidenten Joseph Kabila.


Dan Gertler

2008 schrieben wir

Die Regierung in Kinshasa muss die Kriegskasse füllen im Ostkongo tobt der Krieg mit und den von Ruanda unterstützen Mörderbrigaden CNDP und M23.
Dan Gertler verspricht, dabei zu helfen. Gertler bekommt im Gegenzug ein Monopol zur Diamantenvermarktung und später Schürflizenzen in Katanga. Er wird ein guter Freund des Präsidenten Joseph Kabila“

Die Chose mit den Schürflizenzen läuft über Zwischenstationen, denn diese Lizenzen lassen sich ja nicht direkt an die Börse bringen, und so zum Vielfachen des Einkaufspreises losschlagen. Es müssen vielmehr Firmen gegründet werden, die zweierlei Voraussetzungen erfüllen

1. Die Akteure und den Transaktionsweg verschleiern

2. Keine Steuern zu zahlen

Kleine Helfer in der Bananenrepublik
Da kann die in Panama beheimatete Anwalts-Firma Mossack Fonseca helfen. Zur Gründung von Briefkastenfirmen und der Auswahl des geeigneten Steuerparadieses.

Nachdem eine Firma gegründet ist, auf welche die Schürfrechte übertragen werden, können die Lizenzen dann an eine reputable Firma, entweder neu oder alt, übertragen werden, die dann an die Börse gebracht wird. Dort, wo dann durch Akktienverkauf so richtig dickes Geld fliessen soll.

Die Firma im Falle Gertler/Steinmetz heisst Global Enterprise Corporation (GEC). Die nächste Firmen-Station ist dann Nikanor, beheimatet schon auf der Insel Man, näher dran am Finanzzentrum London.

Diese Isle of Man-Firma wurde in London, unter Mithilfe einschlägiger, in Finanz- und Minengeschäft erfahrener Herrschaften, in einer sog Roadshow („Brautschau“) Investoren vorgestellt. Die „aufgehübschte Braut“ war damit dann reif für die Börse.

Der Börsengang brachte 15% der Aktien für Gertler, (Wert 225 Millionen US Dollar) ) und 60% für Steinmetz (Wert 900 Millionen US Dollar). Die Rehabilitation der Minen Tilwezembe, Kananga Brownfields, Kamoto east, Oliveira Virgule und FNSR , für welche die die Schürfrechte erteilt wurden wurde auf 600-700 Millionen US Dollar geschätzt.

Gertler hatte für die Lizenzen läppische 3 Millionen US Dollar gezahlt.

Und ein Jahr später gab es für frische Nikanor-Aktien noch einmal 775 Millionen US Dollar.

Abzüglich der Rehabilitionskosten waren also rund 1 Milliarde US Dollar im Sack

Donnerwetter: dieser Gertler. Alle Achtung: dieser Steinmetz.

So sieht also die „Erarbeitung “ aus, von der das Handelsblatt berichtete.

An der armen Bevölkerung vorbei
Das Geld hätte die Regierung der DRC, wenn sie denn die Interessen der Bevölkerung wirklich am Herzen gehabt hätte, selbst besser gebrauchen können, als bei Karstadt und Immobilien-Investitionen in Europa letztlich zu landen. Insofern gleichen sich Steinmetz/Gertler und die Regierung der DRC.

Zu Recht lässt sich das als Neo-Kolonialismus bezeichnen, bei der die Regierung auch noch der Steigbügelhalter ist.

Zu Signa, Benko & Co
linkKarstadt-Benko berichtet vom Bilderberg-Geheimtreffen in Tirol: Es läuft super
linkKarstadt-Filialen Einkäufer und Signa-Gründer René Benko: „Deutsche und Karstädter, Ihr dürft Euch auf mich freuen“
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Zum Kongo
Die Kongo-Plünderer
Reichtum, Armut, Krieg – Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo – 50 Jahre Unabhängigkeit. Grund zum Feiern?

Frieden im Ost-Kongo?
Ostkongo (DRC): Vorübergehende Waffenruhe im langen Krieg
Ruandas Paul Kagame greift nach dem Ost-Kongo – Der Dritte Kongokrieg hat begonnen
Der Krieg im Ost-Kongo, Ruanda und die USA
Der vergessene Krieg im Osten des Kongo
Kampf um Kongos Ostprovinzen
Im Interview: Sir Ketumile Masire zur Lage im Kongo
Kongo: Warlord Laurent Nkunda benennt „Kriegsziele“
Wohin treibt der Ost-Kongo oder: Krieg ohne Frieden

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Söldner-Ölfirma Heritage Oil, die Panama Papiere und ein fehlgeschlagener Steuer-Coup

Dr. Alexander von Paleske —- 19.5. 2016 ——
Die Rohöl-Explorationsfirma Heritage Oil, über die wir hier bereits mehrfach berichtet haben, ist wieder in die Schlagzeilen geraten – dank der Panama-Papiere.


Heritage Oil …wieder in den Schlagzeilen

Die Öl-Firma wurde von dem Söldnerfirma-Besitzer Tony Buckingham gegründet.
Buckingham war Eigner der Söldnerfirma Sandline, die sich bei ihren blutigen Afrika-Abenteuern ihrerseits auf die südafrikanische Söldnerfirma Executive Outcomes stützte.

Krakenarme ausgestreckt
Buckingham hatte seine Krakenarme nach vielen Ländern Afrikas ausgetreckt, darunter Angola, Namibia, Sierra Leone, Kenia und Uganda. Siehe dazu den ausführlichen Artikel Söldner Gauner, Waffen und Rohstoffe.


Tony Buckingham …..Krakenarme ausgestreckt

In Uganda war er mit seiner Firma Heritage Oil hart an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo auf Öl gestossen.
Grund genug, diesen Explorationserfolg in der Hauptstadt Ugandas, Kampala, mal richtig zu feiern, und dazu hochrangige Gäste einzuladen, an erster Stelle den alten und neuen Staatspräsidenten Yoweri Museveni. Der liess seiner überschwenglichen Freude bei gutem Essen und reichlich Alkohol freien Lauf mit den Worten:

„Heritage approved“.

Wir schrieben damals:

Vor einer Woche fand im Serena Konferenzzentrum in der ugandischen Hauptstadt Kampala ein opulentes Abendessen statt. Als Vorspeise gab es Leberpastete mit exotischen Früchten, als Hauptgericht wurden Kalbsmedaillons mit Trüffeln gereicht und zum Abschluss Schokoladenspeise mit Johannisbeeren. Champagner und Wein flossen in Strömen, wie die ugandische Zeitung New Vision berichtete.
Ein Essen, von dem viele Ugander nur träumen können.
Eingeladen hatte die Firma Heritage Oil, um die erfolgreiche Suche nach Erdöl im Westen Ugandas nahe der Grenze zu der demokratischen Republik Kongo zu feiern. Der CEO und Grossaktionär Tony Buckingham, Nummer 244 der Reichenliste des Vereinigten Königreichs Großbritannien gab sich die Ehre und Präsident Museveni erschien persönlich.

Dass ein Afrika-Söldnerfirma-Besitzer nur Gutes im Schilde führen würde, das hätte auch Präsident Museweni dämmern müssen, denn Buckingham und Heritage Oil hatten weder mit ihm, noch mit dem Wohlergehen es Landes, offenbar allzu viel im Sinn.
Jedenfalls hatte er keineswegs vor, beim geplanten Verkauf seiner Schürfrechte an den irischen Ölmulti Tullow Oil seine in Uganda fälligen Steuern, Capital Gains Tax, zu bezahlen. Die hätten nämlich seinen satten Gewinn etwas geschmälert.

Oh wie schön ist Panama
Da bot sich Hilfe in Panama an, genauer gesagt die berüchtigte Anwaltsfirma Mossack Fonseka und Co, die schon vielen Steuerflüchtlingen aus aller Welt Beistand leisten konnte. Auch Heritage konnte hoffen, nicht enttäuscht zu werden.

In er geleakten Korrespondenz heisst es:

„Man arbeite hart daran, die ugandische Steuer zu vermeiden“.


Von den Bahamas nach Mauritius

Der vorgeschlagene Trick: die Firma von den Bahamas, auch dort sind die Steuertarife ja nicht ungünstig, nach Mauritius umzusiedeln. Der Staat dort hat nicht nur einen geringere Steuer, sondern – wie schön – auch ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Uganda.

Wird die lokale Steuer in Mauritius bezahlt, dann fällt keine Steuer in Uganda mehr an – dachten sich die Steuertrickser. Gesagt, getan.

Der Internationale Währungsfond (IWF) schätzt, dass Entwicklungsländer durch diese Steuertricksereien jährlich rund 215 Millionen US Dollar verlieren.

Ein Fall von Denkste
Mittlerweile hatte Tullow Oil die Schürfrechte der Söldner-Ölfirma Heritage Oil abgekauft, und Uganda sollte in die Röhre gucken.

Ugandas Regierung liess aber nicht mit sich spassen, sondern verlangte nun von Tullow die Zeche zu zahlen. Konkret: dass von dem Verkaufspreis zuerst die entgangene Steuer an Uganda gezahlt werden müsse. Tullow lehnte ab.

Uganda hatte aber noch ein As im Ärmel, um Tullow unter Druck zu setzen: Die Nichtverlängerung der Schürflizenz. Das hätte Tullows Kauf wertlos gemacht.

So zahlte Tullow, zuerst an den ugandischen Staat, und dann minus dieses Betrages an Heritage Oil.

Gerichtliche Ohrfeige
Heritage Oil rief die Gerichte in London an und die versetzten Tony Buckingham und Co eine juristische Ohrfeige..

Für den ugandischen Staat ging es immerhin um 121 Millionen US Dollar – nicht wenig für eines der armen Länder Afrikas.

Zum Ölbaron Tony Buckingham
Britischer Ölbaron Tony Buckingham heuert US-Oberst an und geht mit Heritage Oil nach Nigeria
Tony Buckingham: Afrika-Söldner, Ölsucher und nun ugandischer Steuerbetrüger?
Tony Buckingham – Ein britischer Afrika-Söldner wird Milliardär
linkUgandas Ölfunde: Söldner fördern es, die Amerikaner kaufen es.

Zum Söldnerunwesen und Executive Outcomes mit weiteren Quellen:
Kampf gegen somalische Piraten – nun mit Söldnern
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe

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Gehalts-Bonus-Schamlosigkeit auf Vorstandsetagen

Dr. Alexander von Paleske — 4.5. 2016 —– Der VW-Konzern, der schon einmal 14 Milliarden Euro wegen zu erwartender Straf- und Schadensersatzzahlungen als Resultat der Abgas-Betrügerei in der in die Reserven stellen musste – die Gesamtkosten dürften vermutlich weit höher liegen – ist in einer ganz anderen Angelegenheit in wieder die Schlagzeilen geraten: Die Bonuszahlungen für die Vorstandsmitglieder.

Boni als fester Gehaltsbestandteil
Bonuszahlungen sollten eigentlich ja eine Belohnung für erfolgreiche Vorstandstätigkeit sein, auch als Ansporn.

Wofür sollten bitteschön die Vorstände bei VW belohnt werden? Vielleicht dafür, angeblich so erfolgreich die Öffentlichkeit mit den falschen Abgaszahlen jahrelang hinters Licht geführt zu haben?

Reguläre Vorstandsgehälter, die sich vielfach bereits astronomisch ausmachen, stellen die Normalbezüge dar. Boni sind Extrazahlungen aus bestimmtem Grund.

Viele Vorstände haben aber mittlerweile mit Abnicken der Aufsichtsräte es geschafft, Boni als festen Bestandteil ihrer Einkünfte anzusehen, komme was da wolle, come rain, come sunshine, also keineswegs mehr an erfolgreiche Tätigkeit geknüpft.

Mittlerweile haben in einigen Firmen die Vorstands-Bonigehälter das bis zu 400-fache des Durchschnittslohns der in der Produktion Beschäftigten erreicht.

Ein paar Beispiele

Hier ein paar Bespiele aus der Welt der Grosskonzerne, wo sich Vorstände über üppigste Bonigehälter freuen konnten, trotz mieser bzw. miesester Jahresabschlüsse.

Die britische BP machte 2015 6,5 Milliarden US Dollar Verlust, warf 7000 Beschäftigte raus, und erhöhte das Vorstandsgehalt um 20% auf fast 20 Millionen US Dollar pro Jahr..


Anglo American Vorstand: sieht vergleichsweise noch bescheiden aus. Aber:diese Firma schloss etliche Minen, entliess Tausende, und war die Aktie mit dem grössten Verlust an der Londoner Börse im Top FTSE 100 Index im vergangenen Jahr..


Auch die Pharma Firma Astra Zeneca mit knackigen Verlusten an der Londoner Börse, gleichwohl 12 Millionen für den Kapitän.


Den Vogel schoss gehaltsmässig dieser Vorstand der Werbefirma WPP ab: Satte 100 Millionen pro Jahr

Während sich in vielen Betreiben, nicht selten durch Missmanagement verursacht, die Beschäftigten um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze sorgen mussten, bzw. bereits rausflogen, heisst es in den Vorstandsetagen oftmals: Zulangen.

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Argentinien: Die „Geierfonds“ stehen vor dem Ziel

Dr. Alexander von Paleske — 21.2. 2016– Gestern lief die folgende Nachricht über den Ticker:

Argentinien könnte schon bald die Rückkehr an die internationalen Finanzmärkte gelingen. Ein US-Gericht kündigte am Freitag an, sich auf die Aufhebung einer einstweiligen Verfügung vorzubereiten, die Argentinien bislang den Weg an die Kapitalmärkte versperrt hatte. Richter Thomas Griesa vom US-Distriktgericht schrieb, die bisherige Einschränkung Argentiniens sei nicht länger aufrecht zu erhalten. Er reagierte damit auf die bisher erzielte Einigung des Landes mit einigen Gläubigern über die Rückzahlung von Altschulden.“

Kaufe billigst und treibe teuerst ein
US Hedgefonds hatten Schuldenpapiere, als sich die finanziellen Schwierigkeiten Argentiniens abzeichneten, zum vergleichsweise lächerlichen Betrag aufgekauft.

Argentinien einigte sich mit der weit überwiegenden Mehrheit der Gläubiger auf weitgehende Forderungsverzichte.

Nicht mit uns
Die US-„Geierfonds“ stimmten einem Verzicht natürlich nicht zu, sondern verklagten Argentinien auf volle Zahlung. Riesenprofite winkten.

Das Prinzip der „Geierfonds“ ist also immer das gleiche: Billig Schuldtitel gegen Dritte-Welt- und Schwellenländer einkaufen, abwarten, dann hoch einklagen, oftmals vor mehreren Gerichten weltweit, vornehmlich jedoch in den USA, so rechtlich möglich, mit Hilfe einer Phalanx von Anwaltsfirmen.

Geld spielt da keine Rolle, denn Riesenprofite winken: im Falle des Obsiegens bis zu 1000%.

So auch im Falle Argentiniens: Eine Gruppe von „Investoren“ – allen voran der US-Hedgefonds Elliott aber auch der NML Capital- – Hedgefond des US Spekulationsmilliardärs und spendablen Freundes der republikanischen Partei, Paul Singer, sowie der Aurelius- Capital-Management-Fond verklagten Argentinien vor US-Gerichten, die den Klägern – wie zu Erwarten -Recht gaben.


Paul Singer – Spekulationsmilliardär und Geierfond-Betreiber ……reich durch Armut.

Der Prozess ging bis hin zum Obersten Gericht der USA. Die Anleihe war in US Dollar, und damit US-Gerichte zuständig.

Als „Terroristen“ bezeichnet
Die argentinische Präsidentin Christina Kirchner hatte sich der Rückzahlung der Schulden widersetzt, und die Investoren sogar als „Terroristen“ bezeichnet.

Die Folge: Argentinien war der Weg an die internationalen Finanzmärkte versperrt.

Kirchners Nachfolger Mauricio Macri suchte hingegen eine Einigung mit den „Geierfonds“ und schaltete einen Vermittler namens Daniel Pollock ein.


Mauricio Macri ……Blechen an die „Geierfonds“.

Warmer Regen aus Lateinamerika
Nun also sollen die Dollars fliessen, in die tiefen Taschen der US-Hedgefonds.
Milliardenbeträge soll Argentinien zahlen, den vollen Nennwert der Anleihen. Nur bei den Zinsen soll es einen Nachlass geben 50% statt 100%.
Argentinien bot insgesamt 6 Milliarden US Dollar an – statt der von den „Geierfonds“ geforderten geforderten 9 Milliarden.

Jetzt kann bei Milliardär Paul Singer & Co die Ladenkasse so richtig klingeln, für Argentinien hingegen eher das Armenglöckchen läuten.

„Geierfonds“ im Rückblick
Der Spekulant Paul Singer startete mit diesem erbärmlichen Geschäftszweig im Jahre 1996. Flankierend flossen Spenden an die Republikanische Partei der USA, wohl auch um das Geschäftsumfeld günstig zu gestalten, und notfalls sich der Hilfe des US- Aussenministeriums zu vergewissern, zumindest aber zu verhindern, dass Politiker seinen unheiligen Geschäften in die Quere kommen.

1996 ging es los mit peruanischen Anleihen, die Singer für 11 Millionen einkaufte und dann auf volle Höhe einklagte. Glatte 55 Millionen US Dollar landeten nach Prozessen in seinem Säckel.

Da kommt Freude auf – bei den „Geiern“ – während die betroffenen Länder im Staatshaushalt kürzen müssen, z.B. im Gesundheitswesen .

Andere Länder, dieselben „Geier“
Andere Länder, an denen sich „Geierfonds“ mästeten:

– Kongo Brazzaville: Für 11 Millionen US Dollar eingekauft, für 400 Millionen Dollar eingeklagt

– Demokratische Republik Kongo: Für 10 Millionen eingekauft, 100 Millionen eingeklagt

– Sambia: für 1 Million eingekauft, für 15 Millionen eingeklagt

Dass diesem Geschäftszweig, der aus dem Elend Dritter- Welt Länder Riesenprofite schlägt, das Handwerk gelegt wird, ist kaum zu erwarten – jedenfalls nicht in den USA.

linkUS-Geierfonds gewinnen Prozess gegen argentinischen Staat – mit katastrophalen Folgen
linkDie Geierfonds klagen zur Kasse – diesmal gegen die Demokratische Republik Kongo (DRC)
Geierfonds plündern Länder der Dritten Welt
Sambia muss an Geierfond 15 Millionen US Dollar bezahlen.

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Taxi-Konkurrent Uber: Nach Zoff in Deutschland und Frankreich nun Südafrika

Dr. Alexander von Paleske — 11.7.2015 —- „Arschloch Taxi“ nannte der Chef von der US-Jedermann-Taxi-Vermittlung“ Uber, Kalanick, seine Konkurrenten, denen er Marktanteile abjagen will. Ein Modell, bei dem vor allem Uber reich, das geordnete Personenbeförderungs-Gewerbe ausgehebelt wird, und den Taxifahrern der soziale Abstieg droht.

Ein Gewinner – viele Verlierer
Es gibt dabei vor allem einen Gewinner, und der heisst Uber. Kalanicks Firma, angeblich 40 Milliarden US Dollar wertvoll, kassiert von jeder Vermittlung 20%. Eigene Vorhaltekosten: gering. Wie schön!

Rechnung ohne Wirte
Allerdings hatte Kalanick die Rechnung für sein Deregulierungsvorhaben offenbar ohne zwei Wirte gemacht: Die Taxifahrer und die jeweiligen Ländergesetze, welche die Personenbeförderung regeln.


Uber …….Zoff auch in Südafrika.

Kalanick will das Jedermann-Taxi, und damit Geld verdienen – viel Geld. Jeder die ein Auto hat, das nicht älter als neun Jahre ist, darf Taxifahrer werden. Die Realität sieht jedoch anders aus:

– Spanien hat Uber kurzerhand verboten

– In Frankreich machte Uber – trotz Gerichtsurteilen, die für Uber negativ ausgingen , einfach weiter. Darauf griffen die Taxifahrer zur „Selbsthilfe“: es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, worauf Uber seine Geschäfte in Frankreich – vorerst – einstellte.

– In Deutschland untersagte das Landgericht Frankfurt den Uber-Pop-Betrieb, worauf Uber sich vorerst auf das Mietwagengeschäft verlegte. Konflikte mit den Taxifahrern stehen möglicherweise auch hier ins Haus.

– In Südafrika wollte Uber sich auch ein paar schöne Dollar verdienen, auch hier rebellierten die Taxifahrer und die Provinzregierung in Gauteng (Grossraum Johannesburg) erklärte mittlerweile, Uber verstosse gegen die Gesetze.


Saturday Star Südafrika,11.7. 2015

Hinzu kommt, dass die Uber-Vermittlungsgebühr mit Devisen bezahlt werden muss – das Uber Vermittlungsgeld fliesst in die USA, und zwar aus einem Land, das die Devisen zur Einfuhr nicht lokal hergestellter Güter selbst benötigt.

Dass es sich bei der Uber-Vermittlung um ein notwendiges, nicht lokal hergestelltes Gut handelt, kann wohl kaum behauptet werden.

Keine Maschinenstürmerei
Wir hatte in mehreren Artikeln bereits dargelegt, warum Uber keinerlei signifikanten Fortschritt darstellt. Vielmehr muss jetzt konstatiert werden, dass Uber die sozialen Spannungen erhöht, und zu gewaltsamen Auseinandersetzungen in vielen Ländern führt.

Bei den Aktionen der etablierten Taxifahrer handelt es sich keineswegs um „Maschinenstürmerei“, also die gewaltsame Behauptung von Positionen gegen den Fortschritt, den Uber kaum für sich reklamieren kann, sondern um einen Kampf gegen den sozialen Abstieg durch Deregulierung eines geordneten Geschäftszweigs.

Fazit:
Uber braucht die Deregulierung der Personenbeförderung international, aber die Welt braucht weder die Deregulierung noch Uber.

So einfach ist das!

„Arschloch Taxi“, Uber und die Pläne B, C und D
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Trans Pacific Trade Pact (TPP) – Gefahr für preiswerte Medikamente vom Zwillingsbruder des TTIP

Dr. Alexander von Paleske —- 9.7. 2015 —- Während in Europa die Auseinandersetzungen um das transatlantische Handelsabkommen (TTIP)weitergehen, massive Kritik daran geäussert wird, weil es offenbar Vorteile nur für wenige multinationale Unternehmen, aber erhebliche Nachteile für Viele, gerade auch im Bereich Umweltschutz, Versorgung mit gesunder Nahrung , aber auch Einschränkung der Souveränität und der Judikative mit sich bringt – hinzu kommt, dass die Verhandlungen intransparent sind – finden parallel dazu die Verhandlungen über ein ähnliches Abkommen für den pazifischen Raum statt: der Trans Pacific Trade Pact TPP.

Paktteilnehmer werden bzw. überlegen zu werden: neben den USA Kanada und Japan: Australien, Peru, Malaysia, Mexiko, Vietnam, Südkorea und Indien.

Auch gegen TPP regt sich mittlerweile Widerstand:

– weil im Geheimen verhandelt wird, und die jeweiligen Parlamente zum Schluss nur ja oder nein sagen können, die Details kamen erst durch Wikileaks ans Tageslicht und sind offenbar Grund genug zur Beunruhigung:
.
– weil nicht nur die nationale Gesetzgebungshoheit der Parlamente, sondern auch die jeweilige nationale Gerichtsbarkeit in Streitfällen ausgehebelt wird: es entscheidet in Streitfällen ein Investor State Dispute Settlement System, ein undurchsichtiges Gremium bei dem Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit in keiner Weise gesichert sind.

– weil die nationalen Gesetze zugunsten übernationaler Regelungen nach Ratifizierung des TPP durch die jeweiligen Parlamente ohne weitere nationale Parlamentsbeschlüsse ausgehebelt werden.

Motto: TPP-Vertragsrecht bricht Landesrecht.

M.a.W. Regelungen in den USA können plötzlich auch in anderen Staaten verbindlich sein.

– weil die Vorteile für die Bevölkerungen – ausserhalb der USA – offenbar insignifikant sind, die Nachteile jedoch erheblich, und die eigentlichen Profiteure die multinationalen Konzerne.

Alles bestens bereits im Zusammenhang mit den Transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP bekannt.

Medizinzeitung schlägt Alarm
Nun schlägt die hochangesehene Medizinzeitung THE LANCET in einem längeren Artikel vom 30.6. 2015 Alarm wegen der Probleme, die durch das TPP-Abkommen im Bereich der Versorgung mit preiswerten Medikamenten erzeugt werden.

Trans pacific trade pact triggers fears over drug prices

Zitiert im Artikel wird der US-Rechtsanwalt Sherwin Siy:

“If you talk to the people, who are doing the trade negotiations, they perceive their mandate to get the best possible deal for US-companies and US-industry.”

Für Medikamente bedeutet das:

-Patente sollen länger als bisher (20 Jahre) – am besten auf ewig – evergreens genannt – dauern

– preiswerte Generika sollen so vom Markt vertrieben bzw. gar nicht erst zugelassen werden.

Probleme bereits benannt
Dazu schreibt der Arzneimittelbrief am 8.8. 2013:

Pharmazeutische Unternehmer von häufig verordneten umsatzstarken Wirkstoffen versuchen seit langem, durch unterschiedliche Strategien die negativen ökonomischen Auswirkungen der Beendigung des Patentschutzes für ihre Medikamente zu umgehen. Hierzu zählen vor allem die – Verlängerung des Patentschutzes durch Evergreening-Strategien wie:

– Beantragung neuer Anwendungsgebiete, z.B. das Medikament Alemtuzumab, zur Behandlung der chronisch lymphatischen Leukämie zugelassen, bis sich herausstellte, dass dieses Medikament auch bei der Multiplen Sklerose wirksam ist. Prompt erhielt das Medikament einen neuen Namen, eine neue Indikationsstellung – und einen neuen Preis.

– Beantragung neuer Patente für Nachfolgesubstanzen mit nur geringfügig veränderten chemischen Eigenschaften, ein Vorgehen, das aus dem Streit von Novartis mit Herstellern in Indien über erweiterten Patentschutz für das Medikament Imatinib nur allzu bekannt ist.

– Eine Retard-Form eines bereits zugelassenen Medikaments als „neues“ Arzneimittel .

– Scheininnovation durch Nachfolgepräparate mit gleichem Angriffspunkt ohne Zusatznutzen für die Patienten.

MSF warnt
So warnt dann auch die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) dass es sich bei TPP um den versteckten Versuch der USA handele, die Patentdauer auf ewig festzuzurren, und damit zu deutlich überhöhten Preisen Medikamente verkaufen zu können, vornehmlich zum Wohle von US-Pharmariesen.

Das Nachsehen hätten vor allem Patienten, die an chronischen Erkrankungen wie HIV/AIDS oder Hepatitis C leiden, und deswegen auf Dauermedikation bzw. längerfristige Medikation angewiesen sind.

In der Vergangenheit war es gelungen, durch Generika den Preis für Erstlinien-Antiretrovitale Medikamente zu 99% zu drücken: einst 10.000 US Dollar pro Jahr nun 120 Doallar, damit erschwinglich auch in armen Ländern.


Fazit:

Gerade im Bereich von preiswerten Medikamenten schafft der TPP massive Probleme. Das allein ist Grund genug den TPP nicht abzuschliessen.

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„Arschloch Taxi“, Uber und die Pläne B, C und D

Dr. Alexander von Paleske —– 25.5. 2015 ——
Der Uber-Pop-Plan, den Personenbeförderungsmarkt auch in Deutschland mit „Jedermann-Taxis“ aufzurollen, ist erst einmal gescheitert.

Das Landgericht Frankfurt (M) hat Uber-Pop kurzerhand verboten, gestützt auf das Personenbeförderungsgesetz, dessen Voraussetzungen Uber-Pop nicht erfüllen konnte und wollte.


Uber – Niederlage vor Gericht

Uber, mittlerweile global operierend, ist kein Taxiunternehmen, sondern Vermittler und greift bei Vermittlungen satte 20% ab. Das hat den „Erfinder“ dieser grandiosen Idee namens Travis Kalanick der die Taxis als „Arschlöcher“ bezeichnete, steinreich gemacht.


Travis Kalanick ……steinreich durch 20%

Sein Unternehmen, hinter dem mittlerweile auch US-Geldgeber wie die Grossbank Goldman Sachs stehen, soll angeblich 40 Milliarden US-Dollar wert sein.

Das Prinzip, das erst einmal für Deutschland verboten wurde: Jeder der ein Auto hat, nicht älter als 9 Jahre, kann mitmachen.

Eine herzliche Einladung zur Selbstausbeutung.

Wild-West-Eldorado vermieden
Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass die Zulassung von Uber-Pop nicht nur das mittlerweile recht schmale Einkommen der Taxifahrer weiter reduziert, sondern aus dem geregelten Personenbeförderungs-Markt eine Art Wild-West-Eldorado gemacht hätte.

Gleichwohl beeilten sich gleich einige Persönlichkeiten, meistens in gut dotierter Position, sich für dieses „Selbstausbeutungs-Modell“ stark zu machen, wir berichteten darüber.

Statt Rückzug neue Pläne
Wer geglaubt hatte, Uber würde nach der gerichtlichen Niederlage in Frankfurt den Rückzug antreten, der sollte sich täuschen.
Uber setzte seinen Plan B um, versuchte, sein Uber Pop in eine Art Mitfahrzentrale umzumodeln. Pech nur, dass dabei die Tarife so gering sind, dass es sich nicht lohnt. Bei diesem Extrem-Selbstausbeutungsmodell wollte kaum jemand anbeissen.

Hunger auf grosses Kuchenstück und ein Plan C
Da der Personenbeförderungsmarkt in Deutschland ein Volumen von rund vier Milliarden Euro hat, versuchte Uber weiter, ein grosses Sück von diesem Kuchen abzubekommen. Nun also der Plan C, auch Uber X genannt.

Die Uber-Fahrer machten einen Personenbeförderungsschein, versicherten ihr Auto, und legten eine Prüfung bei der IHK ab, und los ging’s. Die Kosten dafür übernahm in dankenswerter Weise Uber, die so Gekürten und sind jetzt Mietwagenunternehmer im Ein-Mann-Betrieb.

20-25% billiger als Taxis soll der Trip mit Uber-Assoziierten sein.

Alter Wein in neuen Flaschen?
Mietwagen auch Minicabs oder Minicars genannt, die in den 60er Jahren anfingen, den Taxis Konkurrenz zu machen, sind nach dem Personenbeförderungsgesetz zulässig, müssen aber geordert werden, das Aufsammeln von Passagieren unterwegs ist nicht zulässig, und den Taxen vorbehalten.

Die Mietwagen müssen auch nach der Erledigung des Auftrags in ihre Zentrale zurückkehren, dürfen also nicht in Stadtzentren auf neue Aufträge lauern, es sei denn, dass sie unterwegs per (Funk Internet) einen neuen Auftrag bekommen.

Aber: wer will das überprüfen?
Die Befürchtung besteht nun, dass diese neuen Uber-Mietwagenbesitzer dennoch auf neue Aufträge lauern, und zwar dort, wo das Geschäft am besten brummt.

Konflikte bereits in der Vergangenheit
Bereits in der Vergangenheit gab es reichlich Konfliktstoff zwischen Taxis und Mietwagen (siehe auch hier), der dürfte mit dem Aufkreuzen von Uber eher noch zunehmen.

In der Zwischenzeit wird Uber wohl weiter die Werbetrommel für sein Uber-Pop-Geschäftsmodell und die komplette Deregulierung der Personenbeförderung rühren, der Plan D sozusagen.

Allerdings sind die Befürworter von Uber-Pop mittlerweile ziemlich leise geworden.

Vielleicht macht sich doch noch die Einsicht breit, dass dieses Geschäftsmodell nun wirklich keinen Fortschritt darstellt, und das Personenbeförderungsgesetz keineswegs antiquiert .

„A………h“ Uber-Chef startet Charmeoffensive und verspricht 50.000 (Selbstausbeutungs-) Jobs
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Saudi-Arabien: Der König ist tot, es leben die parasitären Prinzen, der Religionsterror, und der neue König

Dr. Alexander von Paleske —— 24.1. 2015 ——Brennpunkt Riad: Hauptstadt des Wüstenstaates Saudi-Arabien, Lagerstätte der weltweit grössten Erdölreserven. Dort verstarb vor zwei Tagen der König Abdullah – im biblischen Alter von 91 Jahren.

Nun also ein Beileids-Aufgalopp der Staatsoberhäupter aus allen Kontinenten

Alles wie bisher
Keine Sorge: kein Zeitenwechsel: Es soll alles beim alten bleiben:

– die Religionspolizei darf weiter herrschen

– öffentliche Hinrichtungen durch Enthauptung, Verstümmelungen wie Abhacken der Hände für Diebe, und Auspeitschen (bis zu 1000 Peitschenhiebe) gehören weiterhin zur Scharia-mässigen Bestrafung.

– die Unterdrückung der Frauen, die ohne männliche Begleitung nicht verreisen, und auch kein Auto steuern dürfen, und in den mittleren und oberen Etagen der Firmen wie der öffentlichen Verwaltung nichts zu suchen haben.
.
In diesen Unterdrücker-Staat kommen nun die Weltstaatsmänner angereist: der britische Thronanwärter Prinz Charles, dazu Premier Cameron (das Vereinigte Königreich exportiert Waren im Werte von 7,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr dorthin), US Präsident Obama verkürzt seinen Indien-Staatsbesuch, um ebenfalls seine Trauer zu bekunden, auch Frankreichs Hollande traf ein. Die Liste ist schier endlos.


Alter (britischer) Prinz Charles, neuer König Salman alAziz

Die britische Regierung als Zeichen „tiefer Trauer“ setzte auch gleich noch die Flaggen auf Halbmast.


Tiefe Trauer in Grossbritannien, Fahnen auf halbmast

Keine Überraschung
Kaum überraschend: Saudi-Arabien ist einer der weltweit grössten Erdölproduzenten.

Was aber nicht weniger schwer wiegt: Die saudische Regierung kauft nahezu alles ein, was der Westen herstellen kann – gegen Petrodollars, einschliesslich modernstem und teuerstem Kriegsgerät. Motto: Das beste ist gerade gut genug.

Abschirmung gegen radikale Araber
Noch ein Geschäft auf Gegenseitigkeit: insbesondere die USA schirmen das Königreich gegen arabische Revoluzzer ab – seit Jahrzehnten – und die gab es in der Vergangenheit reichlich.

Beginnend mit Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser und seiner Idee vom panarabischen Sozialismus, über die Moslembruderschaft, bis hin zu den Mullahs aus dem Iran.

Nun also treffen die Staatsmänner in Riad ein, um Krokodilstränen zu vergiessen, und bei der Gelegenheit vielleicht auch noch gleich ein paar Dutzend Panzer, Kampfflugzeuge und Hochgeschwindigkeitszüge zu verscherbeln.

Viele, sehr viele Prinzen
Natürlich dürfen auch noch reichlich Hände geschüttelt werden, mit einigen der parasitären Prinzen aus dem Hause Saud.


Parasitäre Prinzen aus dem Hause Saud heute

Der neue König und Regierungschef Salman alAziz hat „nur“ 13 Kinder, sein Vater hatte nicht weniger als 50 Söhne vorzuweisen – Töchter zählten gar nicht. Da kann man schon etwas den Überblick verlieren.
Auch der vorgestern verstorbene König Abdullah war produktiv – mit immerhin 34 Kindern.

8000 mehr oder weniger parasitäre Prinzen, alle Nachfahren des Staatsgründers Ibn Saud, sollen sich im Dunstkreis des Königspalastes bewegen, und vom Staatssäckel alimentiert werden.

Diese Herrschaften dominieren das politische System. Alle wichtigen Positionen bis hinunter ins mittlere Management sind für diese prinzlichen Freibeuter reserviert: Minister, Gouverneure alles House of Saud. All in the royal family sozusagen.

Spiritueller Exportartikel
Über den wichtigsten Exportartikel aus Saudi-Arabien – neben dem Öl – wird geflissentlich hinweggesehen: den Wahabismus. Das ist saudische Staatsreligion und Islamismus pur.

Über Jahrzehnte hat das saudische Königshaus dieses finsterste Religions-Mittelalter in die sunnitische Welt exportiert, einschliesslich der Finanzierung radikaler Priester. Die westlichen Länder haben entweder nicht verstanden, oder absichtlich weggeguckt – wegen der lukrativen Exporte in die Wüste.

Folgen saudischer Religionsexporte
Die Folgen lassen sich jetzt besichtigen, denn die mittlerweile von Saudi -Arabien emanzipierten Islamisten haben zwar grossen Gefallen an dem „islamistischen Modell Saudi-Arabien“ gefunden, samt Enthauptungen und Religionspolizei. Allerdings ohne ein Königshaus samt parasitärer Prinzen versteht sich. Und schon gar nicht die Freundschaft mit dem „grossen Satan“, den USA.

Stattdessen ein „göttlich erwählter“ Führer wie Abu Bakr al-Baghdadi, seines Zeichens Chef des IS-Terror-Kalifats samt Hass auf den Westen.

Und natürlich missfällt diesen Terror-Islamisten insbesondere, dass das Öl nicht als politische Waffe eingesetzt wird, um den „grossen Satan“ in die Knie zu zwingen, insbesondere Israel von der Unterstützung des Westens abzukoppeln.

Nur ein einziges Mal wurde das saudische Öl als Waffe eingesetzt:, im Yom Kippur Krieg des Jahres 1973.

So ist es dann auch keine Überraschung dass die 9/11 Attentäter grösstenteils aus Saudi-Arabien stammten, an erster Stelle Osama bin Laden, Sohn des seinerzeit grössten Bauunternehmers im Wüstenstaat, und Freund des seinerzeitigen Königs Feisal.

Vor dem Tode noch ein Schachzug
Einer der letzten Schachzüge des verstorbenen Königs Abdullah war noch, den Ölpreis durch Hochfahren der Förderung zu senken, was auch gelang. Von über 100 Dollar pro Fass stürzte er auf 50 Dollar ab. Rund drei Jahre will das Land das durchhalten.

In dieser Zeit sollen durch den Absturz der Einkommen missliebigen Ölförderstaaten wie Iran, Russland und Venezuela schwere wirtschaftliche Schäden zugefügt werden.

Gleichzeitig soll die Fracking-Konkurrenz ausgeschaltet werden: Diese umweltschädliche Förderung lohnt sich meistens erst bei einem Ölpreis von über 65 Dollar.

Während der Westen mit Händereiben die Auswirkungen des Ölpreisverfalls auf die eigene Wirtschaft begrüsst, und sich über die Auswirkungen auf den Iran, Russland und Venezuela freut, sieht er die Auswirkungen auf das Fracking eher missmutig. Aber diese Teufels-Anlagen kann man ja einmotten und später wieder anfahren – wenn der Ölpreis wieder hochgeht, spätestens in drei Jahren.

NACHTRAG
Deutschland wird auf der Trauerfeier nicht von BuPrä Gauck vertreten – der feiert sich und seinen 75. Geburtstag. Stattdessen reist der ehemalige Präsident Wulff an, auf Bitten von Angela Merkel.

Das ist vermutlich kein Problem, denn es ist fraglich, ob der neue König den Unterschied erkennt. Er soll an der Alzheimer Krankheit leiden, und hat auch schon einen Schlaganfall hinter sich.

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