vermischtes

Tratschundlaber

Sonja Wenger – Es ist zum Schreien. Promibabies, wohin man blickt! Nach dem Adoptionswahn kommt nun der Geburtswahn. Vergessen die Zeiten, in denen wegen durchschnittlich 1,2 Kindern bereits das Ende unserer AHV angemahnt wurde, denn inzwischen scheint kaum noch Mangel am Lieblingssujet der Hochglanzmagazine zu herrschen. Sogar der Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten» sah sich kürzlich genötigt, zum Thema «Baby- Boom» Stellung zu nehmen: Seine Argumentation ist aber auch erschlagend: «Liebe, Hochzeit, Schwangerschaft und natürlich Kinder sind für viele einfach das Grösste im Leben.»

Und deshalb werden, ohne mit der Wimper zu zucken, Unsummen für die ersten Bilder von Brangelinas Zwillingen plus hirnrissigem Interview mit den Eltern bezahlt. Diese sind – was Wunder – «stolz» und die Babies sehen aus wie – nun, Babies eben. Überhaupt scheinen die Frauen allgemein wieder gebärfreudig zu sein. Das fällt sogar den Klatschspalten auf, und die sind schliesslich die wahren Seismographen dafür, was den Menschen in unserer Herdengesellschaft antreibt. So macht die Masse nur nach, was die Promis im Schwangerschaftsyoga vorturnen.

Wer heute «in» sein will, kriegt einen dicken Bauch. Das passt gut, denn es erfordert keine besondere Leistung, gibt wertvolle Bilder und mit irgendwas muss man die hohle Hülle ja irgendwann mal füllen. Und ganz gemäss der Schnäppchen- Generation macht man es am besten gleich im Doppelpack. Die Liste der Mamis liest sich dann auch wie das Inhaltsverzeichnis der «Gala». Beinahe ist man versucht, das Ausmass der Dramatik mit einer Metapher aus dem Klimawandel darzustellen. Schliesslich können nicht nur Gletscher kalben!

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Jetzt ein Baby vom Präsident!

Aber nun scheint auch noch die letzte Bastille – Pardon, Bastion, zu fallen. Sie war die Einzige, die in den letzten Monaten den Schnullerträgern auf den Titelseiten noch Konkurrenz hat machen können: Carla Bruni-Sarkozy. Wenn man die französische Premiere Dame überhaupt je gemocht haben könnte, dann vor allem durch ihre standhafte Weigerung, einen Babybauch in die Kamera strecken zu wollen. Doch nun lasst alle Hoffnung fahren: Die «Gala» weiss bereits lange vor der Carla zu berichten: «Jetzt ein Baby!»

Übrigens sei jeder Frau, die sich ihrer biologischen Bestimmung nicht in einem verheirateten Zustand hingeben will, davon abgeraten. Sogar Barbie musste erfahren, wie schnell man damit weg vom Fenster ist. Als Mattel vor einigen Jahren eine schwangere Barbie auf den Markt brachte, wurde sie kurz darauf wieder aus dem Sortiment genommen. Barbie war nämlich in einer Einzelbox und nicht in einer Familienpackung verkauft worden.

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Geld vernichten – aber nichts zu fressen

Stephan Fuchs – Während die Großbanken und Versicherungen Milliarden vernichten, sitzen in Deutschland Millionen hungrige an Tafeln. Essensausgabe für die Armen. Nicht nur Obdachlose, sondern immer mehr auch Arbeitende, allein erziehende Mütter und Alte, dessen Geld nicht reicht.

Milliarden in tote Säue pumpen
Zur Zeit werden weltweit Hunderte Milliarden Dollar in serbelnde Banken gepumpt. Dem Versicherungsriesen AIG, griff der amerikanische Staat mit 85 Milliarden unter den Arm, die Staatsbank KfW gerät derweil erneut massiv unter Druck: Das Bund und Ländern gehörende Institut hatte der maroden US-Bank Lehman Brothers noch kurz vor deren Zusammenbruch 300 Millionen Euro überwiesen. Die KfW sprach von einer technischen Panne. Manager erhalten indes goldene Fallschirme, Abgangsentschädigungen in Millionen Höhe. Dies auf dem Buckel der Steuerzahler. Ist dies kriminell? Nein. Armsein hingegen schon:

Eine Studie der Los Angeles Homeless Service Authority (Amt für Obdachlose) zeigt, dass in der 10 Millionen Stadt 73’000 Menschen obdachlos sind. Davon sind 10’000 Minderjährige, 24’505 sind Geisteskranke, 8’453 sind Kriegsveteranen und 7’200 sind Opfer von häuslicher Gewalt. Los Angeles hat die meisten Menschen, die auf der Strasse leben, im Vergleich mit allen anderen amerikanischen Städten. In San Francisco nennen 7’000 Menschen die Strasse oder einen Park ihr Heim, davon sind 2’700 Kinder. Statt die Ursachen des Problems anzugehen, haben die Behörden in San Francisco es einfach strafbar gemacht obdachlos zu sein. Ist doch praktisch.

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Weiteren Fusionen im Bankwesen

onlineredaktion – Im Sog der Finanzkrise geht die Welle von Übernahmen und Zusammenschlüssen von Bankhäusern weiter. Die US-Investmentbank Morgan Stanley prüft laut Medienberichten eine Fusion mit einem anderen Finanzhaus.

Als möglicher Partner wird die viertgrösste US-Bank Wachovia genannt. Wachovia habe Morgan Stanley gegenüber selbst Interesse an einem Zusammenschluss geäussert, berichtete die „New York Times“.

Morgan Stanley hatte an der Börse zuletzt immer stärkere Kursverluste erlitten. Am Mittwoch war die Aktie erneut um 24 Prozent abgestürzt.

Ähnliche Verluste hatten in den vergangenen Tagen bereits mehrere andere Finanzhäuser in die Pleite oder zum Verkauf gezwungen. So sind wegen der Kreditkrise von einst fünf unabhängigen US-Investmentbanken nur noch Morgan Stanley und Goldman Sachs übrig.

Auch bei der Sparkasse Washington Mutual liefen Verkaufsgespräche, berichtete die „New York Times“. Zu den möglichen Käufern zählten die britische Bank HSBC sowie die US-Häuser J.P. Morgan Chase und Wells Fargo, hiess es weiter.

Auch der US-Finanzkonzern Citigroup habe erstes Interesse an Washington Mutual angemeldet, berichtete das „Wall Street Journal“.

In Grossbritannien wird zudem die angeschlagene britische Hypothekenbank Halifax Bank of Scotland (HBOS) nach Berichten der BBC vom Finanzkonzern Lloyds übernommen.

Die Vorstände beider Banken hätten sich auf eine Fusion zu 232 Pence pro HBOS-Aktie geeinigt, hiess es in der Nacht. Eine offizielle Bestätigung wird im Laufe des Tages erwartet.

Eine Verschmelzung von Lloyds und HBOS würde in Grossbritannien einen neuen Bankenriesen mit einem Marktwert von fast 38 Mrd. Euro schaffen. Lloyds und HBOS haben zusammen mehr als 3000 Filialen und 38 Millionen Kunden.

Seit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers hatten HBOS-Aktien rund 70 Prozent ihres Werts verloren.

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Weltfinanzkrise geht in die nächste Runde

Dr. Alexander von Paleske – Der weitere massive Absturz am gestrigen Tage an der New Yorker Börse, wo sich mal eben wieder 500 Milliarden Dollar in Luft auflösten, signalisiert nur, dass die internationale Finanzkrise in die nächste Runde eingetreten ist.

Wie an dieser Stelle bereits mehrfach berichtet, sind es nach der Subprime-Krise jetzt die Zockerpapiere Swaps, welche die Krise anheizen.

Die Credit Default Swaps haben die massenweise Vergabe von Krediten an nicht kreditwürdige Kunden ermöglicht, jegliche Bonitätsprüfung erübrigte sich „man war ja durch CDS versichert“.

Nun ist global der „Massenversicherungsfall“ eingetreten, und es stellt sich jetzt heraus, dass für diesen Versicherungsfall überhaupt keine Deckung vorliegt, weil es sie gar nicht geben kann.

Dabei hatte es an Warnungen ja nicht gefehlt. Finanzguru George Soros warnte früh genug vor der Weltfinanzkrise durch diese Swaps und der US Grossinvestor Warren Buffet nannte sie „finanzielle Massenvernichtungswaffen“. Erst jetzt tauchen in der deutschen und internationalen Presse die ersten Hintergrundberichte über diesen Casinobetrieb auf.

Zockerpapiere und Scheinwachstum
Die Zockerpapiere Swaps haben die massive Kreditvergabe und das „Auf Pump leben“ in den USA angeheizt.

Aber es handelte sich bei den Swaps ja nicht nur um eine total unsolide Versicherung, sondern gleichzeitig um eine Merfach- oder Ueberversicherung. Und damit gehören die Swaps zum Glücksspiel und hatten mit „normaler“ Banktätigkeit nichts mehr zu tun.

In dieses Swap Casino ist mittlerweile die unvorstellbare Summe von 62.000 Milliarden US-Dollar geflossen, mehr als der Wert von 2500 an der New Yorker Börse gelisteten Unternehmen. Ein wahres Tollhaus.

Der ehemalige US Notenbankchef Greenspan förderte diesen Casinobetrieb noch, weil er den Konsum steigerte und damit ein Wachstum vorgaukelte, ein Wachstum auf Pump.

Damit ist es jetzt vorbei. Nach den Banken wird es jetzt die produzierende Industrie treffen, weil der Konsum einbricht.

Krise erreicht Europa
Europa kann sich von diesem Zusammenbruch nicht abkoppeln, weil die USA einer der grössten Exportmärkte sind. Und ausserdem haben sich deutsche Banken ebenfalls an diesem Glücksspielbetrieb beteiligt, in welchem Umfang, das wird sich in der allernächsten Zeit noch herausstellen.

Die Zentralbanken, auch die in Europa, versuchen durch das Hereinpumpen von immer mehr Geld in die Finanzmärkte die Krise aufzuhalten. Aber ohne grundlegende Reformen des Finanzsystems, die insbesondere aus den Zockerbuden wieder Banken macht, wird die Krise weiterlaufen und sich vertiefen.

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Finanzgauner, ihre Opfer und die BaFin

Krieg

Stratfor on Georgia

Intelnet – The following are internal Stratfor documents produced to provide high-level guidance to our analysts. These documents are not forecasts, but rather a series of guidelines for understanding and evaluating events, as well as suggestions on areas for focus.

Given the speed with which the Russians reacted to Georgia’s incursion into South Ossetia, Moscow was clearly ready to intervene. We suspect the Georgians were set up for this in some way, but at this point the buildup to the conflict no longer matters. What matters is the message that Russia is sending to the West.

Russian President Dmitri Medvedev summed this message up best: “Historically Russia has been, and will continue to be, a guarantor of security for peoples of the Caucasus.”

Strategically, we said Russia would respond to Kosovo’s independence, and they have. Russia is now declaring the Caucasus to be part of its sphere of influence. We have spoken for months of how Russia would find a window of opportunity to redefine the region. This is happening now.

All too familiar with the sight of Russian tanks, the Baltic countries are terrified of what they face in the long run, and they should be. This is the first major Russian intervention since the fall of the Soviet Union. Yes, Russia has been involved elsewhere. Yes, Russia has fought. But this is on a new order of confidence and indifference to general opinion. We will look at this as a defining moment.

The most important reaction will not be in the United States or Western Europe. It is the reaction in the former Soviet states that matters most right now. That is the real audience for this. Watch the reaction of Ukraine, Kazakhstan, Nagorno-Karabakh and the Balts. How will Russia’s moves affect them psychologically? The Russians hold a trump card with the Americans: Iran. They can flood Iran with weapons at will. The main U.S. counter is in Ukraine and Central Asia, but is not nearly as painful.

Tactically, there is only one issue: Will the Russians attack Georgia on the ground? If they are going to, the Russians have likely made that decision days ago.

Focus on whether Russia invades Georgia proper. Then watch the former Soviet states. The United States and Germany are of secondary interest at this point.

Krieg

Dead Mercenaries found in Tskhinvali

Intelnet – Authorities in the unrecognized republic of South Ossetia claim that dark-skinned mercenaries took part in the attack on Tskhinvali, reports RIA Novosti, citing representative of the South Ossetian president in Russia Dmitry Medoev. He said there were bodies of many Georgian soldiers on the streets on Tskhinvali. “There were blacks among the dead, who were probably either mercenaries or instructors in the Georgian armed forces,” Medoev said.

South Ossetian President Eduard Kokoity had said earlier that mercenaries were fighting with the Georgian forces. That information has not been confirmed in Tbilisi.

Latest information indicates that the Georgian Foreign Ministry has announced the withdrawal of its forces from the conflict zone. Russian peacekeepers have not confirmed that information, however.

Thousands of mercenaries are fighting for Georgia in this burning conflict with South Ossetia. They are commanded by the U.S. military instructors, RIA Novosti reported with reference to a high-ranked officer of Russia’s military intelligence.

“From 2,500 to 3,000 mercenaries fight against Russia’s peacekeepers on behalf of Georgia,” the unnamed source said. Amid them are the natives of Ukraine, some Baltic states and the Caucasus regions.

The U.S. military instructors directly command and coordinate actions of mercenaries without being involved in actual fighting, the source specified. According to intelligence data, there are roughly 1,000 military instructors of the United States in Georgia.
Task force of Russia has annihilated a few groups of mercenaries. Some of mercenaries have been captured, and investigators are working with them, the source said.

Krieg

Secret IDF Material went unguarded in Georgia

YNet News / Nava Tzuriel – Former Israeli soldier returns disillusioned from training Georgian soldiers for company owned by Brig.-Gen. Hirsch in preparation for war with Russia; says confidential army material such as charts, officers‘ names was revealed to foreign troops.

Tomer (alias), formerly a soldier of an elite IDF unit, returned from Georgia a short while ago. He was enlisted by Defensive Shield, a company owned and operated by Brigadier General (Res.) Gal Hirsch, to help train Georgian soldiers for battle, but returned disappointed in the manner in which the company handles secret army material.

Hirsch’s company was responsible for training an elite search and rescue unit, and training was handled by the companies of two other reserve officers, all of which hired ex-soldiers like Tomer. This resulted in hundreds of former IDF soldiers working as trainers in Georgia over the past few months.

Tomer said he and his friends had at first received guidelines for the handling of covert material, listing what they could and couldn’t tell Georgian soldiers about IDF activities. But in actuality, he said, the Georgians were told top secret information.

„When I arrived in the operations room I saw a book of IDF safety instructions that shouldn’t have been there,“ he said. „There were IDF CDs that explicitly said, ‚Confidential‘ documenting army activities, charts from special units‘ operations, and officers‘ names.“ He added that the room was not guarded, making this information easily obtainable to everyone.

Tomer said the main reason for the infidelity was mercenary. „The training companies wanted to finish the projects as quickly as possible in order to create more projects and make more money,“ he said. „We knew the training had to be completed quickly because the soldiers would soon have to get into real military activity.“

He added that the Georgian officers told their soldiers they would be going to help NATO forces in Iraq, while the real objective was Ossetia and Abkhazia.

According to Tomer, Gal Hirsch came to visit the trainers now and then, but was mostly absent. And when the training was officially over, Tomer did not feel that his soldiers were ready for war. „By Israeli standards, the soldiers had almost zero capability and the officers were mediocre,“ he said. „It was clear that taking that army to war was illogical.“

By keeping in touch with one of his soldiers, Tomer discovered that most of the men he had trained had indeed been killed in the war. „Some of them became good friends of mine and invited me into their homes. It’s hard to digest that these people have suddenly vanished from the face of the earth,“ he lamented.

Defense Shield stated in response that „all of the company’s actions were approved by the Defense Ministry, including the materials transferred to the training companies. The information security standards were set, emphasized, and maintained by experienced security officers, and we have no knowledge of these claims.“

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Weltfinanzkrise: Staatsbank KfW zockte bei Swaps kräftig mit – bisher 300 Millionen Miese

Dr. Alexander von Paleske – 17.9. 2008 — Gestern wurde bekannt, dass die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sich ebenfalls in grösserem Umfang an der Zockerei mit Swaps beteiligt hat. Am Montag, also als der Insolvenzantrag für Lehman Brothers bereits vorlag, wurden noch mal eben mehrere Hundert Millionen Euro für Swap-Geschäfte an die Pleitebank überwiesen.

Als wäre der Milliardenverlust bei der KfW-Tochter IKB, für den der Bund jetzt knapp 9 Milliarden Euro auf den Tisch legen muss, nicht schon schlimm genug, jetzt geht es bei der Mutterbank weiter. Aber man hat ja den Staat bzw. den Steuerzahler im Hintergrund, der für alle Verluste einstehen muss.

Presse schweigt zu den wahren Ursachen
Dass die Weltfinanzkrise durch die gigantische Zockerei mit den Swaps ausgelöst wurde, dazu ist in der Presse wenig zu finden. Sie schweigt, wie ein Blick bei Google News unter dem Stichwort Swaps nur allzu deutlich zeigt. Dabei würde man jetzt erwarten, dass aufgeklärt wird über diesen Casinobetrieb und Forderungen an die Politiker gestellt werden, diesen Casinobetrieb zu untersagen oder weitestgehend einzuschränken.

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Banken Pleite: UBS-Aktie erreicht Rekordtief

onlineredaktion – sda – Die Krisenstimmung an den Börsen weltweit hat auch am Tag nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers angehalten. Finanzwerte verbuchten erneut teils zweistellige Kursverluste.

Tief im Minus standen Banktitel, aber auch Versicherer hatten unter der drohenden Pleite des US-Versicherers AIG zu leiden. An der Schweizer Börse sanken die Aktien der Grossbank UBS auf ein Allzeittief. Sie stürzten am Nachmittag um fast 25 Prozent auf 15.18 Fr. in die Tiefe und standen bei Börsenschluss noch 17,2 Prozent im Minus bei 16.64 Franken.

Die Aktien des Rückversicherers Swiss Re verloren zeitweise knapp ein Fünftel an Wert und notierten zum Schluss 13 Prozent tiefer auf 54.05 Franken. Die Finanztitel rissen den Gesamtmarkt in die Tiefe, der SMI schloss 2,97 Prozent tiefer auf 6732,93 Punkten. Der breite SPI büsste 2,59 Prozent auf 5676,18 Punkte ein.

Auch andere Börsen verzeichneten Kurseinbrüche, die Londoner Börse verbuchte etwa ein Drei-Jahres-Tief, auch asiatische Börsen hatten zuvor teils drastische Kursstürze erlebt.

Zentralbanken in Europa, den USA und Asien pumpten wiederum Milliardensummen in den Markt. Die US-Notenbank (Fed) stellte dem Geldmarkt zusätzlich 50 Mrd. Dollar zur Verfügung, die europäische Zentralbank (EZB) 70 Mrd. Euro.

Ausgelöst wurden die aktuellen Turbulenzen durch die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers am Montagmorgen. Zudem wurde die angeschlagene Bank Merrill Lynch von der Bank of America übernommen.

Für neue Beunruhigung sorgte am Dienstag vor allem der einst weltgrössten Versicherer AIG, der um sein Überleben kämpft und dringend frisches Kapital braucht. Die AIG-Aktien brachen erneut um 70 Prozent ein.

Die drei wichtigsten Ratingagenturen reduzierten ihre Bonitätsnoten für den Konzern. Dies verteuert die Refinanzierung und könnte eine existenzbedrohende Kettenreaktion auslösen.

Einem Zeitungsbericht des „Wall Street Journal“ zufolge arbeiten die Banken JP Morgan Chase und Goldman Sachs mit Unterstützung der US-Notenbank fieberhaft daran, für AIG ein Kreditpaket von 70 bis 75 Mrd. Dollar zu schnüren.

Die US-Notenbank Fed lässt den Leitzinssatz unverändert bei 2,0 Prozent. Die Währungshüter um Ben Bernanke trafen diesen Entscheid am Dienstag trotz schwerer Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten.

Viele Marktteilnehmer hatten mit einer Zinssenkung gerechnet. In einer Erklärung der Notenbank hiess es, die Probleme auf den Finanzmärkten hätten „erheblich zugenommen“, während sich der Arbeitsmarkt in den USA weiter abgeschwächt habe. Allerdings hätte eine neuerliche Senkung die Gefahr eines weiteren Preisauftriebs verstärkt.

Über die nächsten Quartale hinweg werden nach Einschätzung der Notenbank schwierige Kreditbedingungen, verlangsamte Exporte und die weiterhin schwierige Lage auf dem Immobilienmarkt das Wirtschaftswachstum belasten.

Die US-Börsen gaben nach dem Zinsentscheid nach. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte 0,9 Prozent schwächer bei 10 802 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 und der Index der Technologiebörse Nasdaq verloren 1,1 Prozent. Vor dem Zinsentscheid hatten die Indizes kaum verändert notiert.

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Die Finanzkrise, Casinos und Zockerchips

Dr. Alexander von Paleske — 16.9. 2008 — Schwarzer Montag an den Finanzmärkten: Lehman Brothers pleite, Merrill Lynch vor dem Bankrott von der Bank of America aufgekauft, die Aktienmärkte im freien Fall. Der Dow Jones Aktienindex der USA fiel gestern um mehr als 500 Punkte. 500 Milliarden US Dollar lösten sich mal eben in Luft auf. Unter den Verlierern sind gerade auch Pensionskassen.

Casinos statt Banken
Das kommt keineswegs überraschend. Denn mittlerweile hat der Bankbetrieb mehr mit einem Casino als mit ursprünglicher Banktätigkeit zu tun..Die Casinochips sind hier in erster Linie die Credit Default Swaps. Jetzt heisst es aber erst einmal in der Casinosprache „rien ne va plus“ – Nichts geht mehr – für Lehman Brothers und andere.

Wir hatten in zwei Artikeln uns mit diesen Zockerpapieren beschäftigt (Credit default Swaps – oder: Die nächste Weltfinanzkrise rückt näher) Vor diesen Papieren hatte der Finanzguru George Soros immer wieder gewarnt, sie könnten eine Weltfinanzkrise auslösen. Das das ist nun geschehen. Der US Grossinvestor Warren Buffet bezeichnete sie bereits im Jahre 2002 als finanzielle Massenvernichtungswaffen. Und diese sind jetzt explodiert.

Nach der Uebernahme der US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac wurden die Credit Default Swaps auf deren Obligationen fällig gestellt, der „Versicherungsfall“ war eingetreten.

Kein schöner Tag oder: Zahltag und Pleitetag
Jetzt war also Zahltag für eine Gesamtsumme von 1,5 Billionen US Dollar. Und Lehman Brothers einer der grössten Zocker mit diesen finanziellen Massenvernichtungsmitteln, fehlte das nötige Kleingeld zum Bezahlen der Swap-Rechnungen. Also: Marsch in die Pleite. Allein weltweit wurden mal eben 20.00 Menschen auf die Strasse geworfen, in London allein mehrere Tausend.

Aber das ist keineswegs das Ende, denn auch den weltgrössten Versicherer, AIG, hat es bös erwischt. Der hatte bereits vorher 13 Milliarden an Swap-Verlusten abschreiben müssen. Jetzt kommt eine weitere dicke Rechnung aus Swap-Geschäften auf ihn zu, und er hat einfach zu wenig Geld auf der Kralle. Die Aktie befindet sich in einem Fall und hat 90% des Wertes verloren, den sie noch vor einem Jahr hatte.

Gleichzeitig, als Beruhigungspille, behauptete der Gouverneur des Staates New York, Paterson, AIG habe „nur ein vorübergehendes Liquiditätsproblem“. So kann man das natürlich auch sehen.

Grenzenloser Erfindungsreichtum
Jahrein jahraus hatten die Banken immer neue Finanzprodukte erfunden, eines unsolider als das nächste, neben den Swaps z.B. auch die „Auction Rate Securities“, über die wir berichteten. („Die Grossbanken und der Staatsanwalt“)
40% der Banken-Kredite wurden an nicht kreditwürdige Kunden vergeben, wie die Rating Agentur Fitch feststellte, aber:„man war ja über Credit Default Swaps versichert“.

Jetzt steht die Inventur an, reichlichst „Kaisers neue Kleider“. Viele Bankrotte werden wir in der nächsten Zeit sehen. Den Bankern gelten die Vorwürfe, zum Casinobetreiber geworden zu sein, den Politikern gilt der Vorwurf, nicht eingegriffen zu haben. Und die Vorwürfe treffen Alan Greenspan, den ehemaligen Notenbankchef der USA, der das alles auch noch gefördert hat.

Sozialisierung der Verluste
Otto Normalverbraucher, nicht nur in den USA, wird jetzt für den Schaden bezahlen müssen, den er nicht angerichtet hat, mit Arbeitsplatzverlust, Vermögensverlust und gekürzter Rente, während die leitenden Banker sich einfach auf ihr „wohlverdientes“ Altenteil zuruckziehen. Sozialisierung der Verluste ein anderes Wort dafür.

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