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H5N1 – eine geistige Epidemie? Dritter Teil

Dr. Billa Hofmann – Eine weitere Skurrilität, die man in der Kent-Depesche 14/2006 (vom 30.05.06) lesen kann, ist folgender Leserbrief mit der Überschrift „Verantwortung als Journalist“: Ein Depeschenbesitzer hatte sich bei seiner lokalen Wochenzeitung (Wittener Lokalteil) darüber beschwert, dass diese Zeitung nichts Kritisches über H5N1 berichten würde. Den Brief, den er an seine Wochenzeitung geschickt hat, um damit auf die „kritische“ Kent-Depesche aufmerksam zu machen, wurde veröffentlicht. Mit folgenden Worten wies der Depeschen-Leser seine Zeitung auf ihr angeblich unkritisches Verhalten bzgl. der Vogelgrippe hin:

„……….. Aber wie viele H5N1-kritische Berichte haben Sie eigentlich schon abgedruckt?! Ist Ihnen bewusst, dass in der Schweiz 1 Million Franken ausgesetzt worden sind für denjenigen, der eine elektronenmikroskopische Aufnahme des H5N1-Virus beibringt? Ist Ihnen klar, dass das Virus bisher noch nie nachgewiesen wurde, sondern – da es nie gesehen wurde – nur auf Vermutungen beruht und auf indirekten Tests, die auch alles mögliche andere Beweisen könnten? Und dass man geimpfte Tiere mit diesen Methoden nicht mehr von (angeblich) echt infizierten Tieren unterscheiden kann? Dass auf Rügen, in einigen km Entfernung gelegen und in perfekter Windrichtung zu den angeblich durch das Virus getöteten Wildtieren, das Friedrich-Löffler-Institut liegt, in dem generell mit Viren experimentiert wird? Wie viel haben Sie bereits über solche Erkenntnisse berichtet? Verstehen Sie jetzt, warum ich Ihrem Artikel dennoch unterstellen muss, auch, wenn er nur zu rein Informativen (Werbe-)Zwecken des Forschungszentrums geschrieben wurde? Ich möchte Sie hier eindringlich auffordern, sich mit H5N1-kritischen Quellen und Wissenschaftlern in Kontakt zu setzen und die Bevölkerung objektiv über den tatsächlichen Stand der Forschung aufzuklären. Wenn Sie Bedarf an Informationen haben, können Sie sich gerne auch an die Schreiber der Kent-Depesche wenden und um Unterstützung bitten. Man wird Ihnen dort gerne weiterhelfen und Ihnen die Fakten einfach verständlich aufbereitet zugänglich machen. So würden Sie, mit einer zweiten Sicht der Dinge, Ihre Leserschaft wesentlich objektiver über das Zeitgeschehen informieren können.“

Nun, jeder muss für sich selbst entscheiden, für wie seriös die Kent-Depesche einzustufen ist. Tatsache ist, dass die Recherchen sehr einseitig sind und meist nicht auf wissenschaftlich fundierten Ergebnissen beruhen.

„Safe Harbor“ und die Themenbereiche „Gesundheit“, „Medizin“ und „Umwelt“
Die Hamburger Morgenpost meldete im August 2003, dass sich in Hamburg vor kurzem der Verein „Safe Harbor“ (zu Deutsch: sicherer Hafen) – eine Tarnorganisation von Scientology – gründete. Vor allem Ärzte, Ernährungswissenschaftler und Umweltmediziner müssten vorsichtig sein, denn Scientology habe es auf sie und ihre Patienten abgesehen.

Organisationen zu gründen, die auf den ersten Blick Gutes im Schilde führen, ist seit langem die Strategie von Scientology. Es wird versucht, Personen ins Boot zu holen, die sich bereits mit der Thematik befassen. „Der Fall ist exemplarisch“, sagte Rüdiger Hintze von der Arbeitsgruppe Scientology der Hamburger Innenbehörde dem Blatt:

„Hier kann man sehen, mit welch raffinierten Methoden Scientology versucht, Menschen an sich zu binden und die Ideologie Hubbards zu verbreiten.“

Aufgeflogen ist die neue Tarnorganisation durch eine 30-jährige Ernährungswissenschaftlerin, die kurz nach ihrer Wahl für den Vorsitz bei Safe Harbor Verdacht schöpfte. Sie recherchierte im Internet und stellte fest, „dass sie sich, ohne es zu wollen, zum Werkzeug der Scientologen hat machen lassen“. Die Wissenschaftlerin erklärte ihren Austritt.
(siehe: Olaf Wunder, Hamburger Morgenpost vom 02.08.03, )

Safe Harbor wurde 1998 in Los Angeles, Kalifornien gegründet. Die Organisation propagiert alternative Methoden zur Psychiatrie. Die richtige Ernährung und Vitamine würden ein Leben ohne Psychopharmaka möglich machen (siehe Homepage von Safe Harbor). Deshalb sieht die Organisation Safe Harbor ihre Mission in der Erziehung und Aufklärung über alternative Methoden. Weg mit der Psychiatrie und der Pharmaindustrie, um dann möglichst eigene Produkte und Services verkaufen zu können – ein Kult, der an die Methoden von Scientology erinnert! So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass der Präsident und Gründer von Safe Harbor, Dan Stradford, ein Scientologe aus den höheren Reihen (Operating Thetan – Level VIII) zu sein scheint, siehe und hier.

Auch die „Nachrichten aus Psychiatrie und Selbsthilfe“ äußerten sich kritisch zu „Safe Harbor“ mit der Anmerkung, dass damit zu rechnen sei, dass der Scienologie unbeirrt weiterhin seine „Alternative Geistige Gesundheit“ vermarkten wird. Ob unter dem Decknamen „Safe Harbor“ oder anderen kreativen Etiketten sei dahin gestellt. Eine gesunde Portion Skepsis gegenüber solchen scheinbar wohlmeinenden „Anti“-Lobbyisten sei allemal angesagt. Denn in so manchem „sicheren Hafen“ würden Ratsuchende schnell nasse Füße bekommen…(siehe Lichtblick Newsletter Nr. 97, )

Der Verfassungsschutz über das Projekt „Safe Harbor“
Was denkt der Verfassungsschutz und das Innenministerium über „safe harbor“? In einer Mitteilung der Landesregierung vom 15.10.2003 wird das Projekt „safe-harbor unter Punkt 15, Propaganda- und Desinformationskampagnen der Scientology-Organisation, folgendermaßen beschrieben (siehe (DS 13/2512, 6. Berichtder „Interministeriellen Arbeitsgruppe für Fragen so genannter Sekten und Psychogruppen“):

„Im Berichtszeitraum waren Informationen zu verzeichnen, nach denen seitens der Scientology-Organisation versucht wurde, in Baden-Württemberg mit einer Aktion „Safe Harbor“ (deutsch: Sicherer Hafen) in neue gesellschaftliche Gruppen einzudringen. Themenbereiche von „Safe Harbor“ sind Gesundheit, Ernährung, Umwelt. Als Veranstaltungsort diente ein Gebäude, das von der „Familienföderation für den Weltfrieden“ in Stuttgart genutzt wird. Hier führt auch eine Gruppe „Neue Impulse“, deren Mitglieder teilweise nach Angaben der Aktion für Geistige und Psychische Freiheit, Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V., Bonn, in Verbindung mit der Scientology-Organisation stehen, Veranstaltungen durch. Bei der „Familienföderation für den Weltfrieden“ (FFWF) handelt es sich um die Mun-Bewegung (früher „Vereinigungskirche“) des Koreaners Sun Myung Moon (Mun).“

Des Weiteren findet man auch im Bericht des Verfassungsschutzes die Beschreibung von „safe harbor“ (3.2.2 „Safe Harbor“ – eine neue Tarnaktion):

„Unterwanderungsversuch im Gesundheitswesen und der Alternativmedizin:
Unter Beteiligung von Scientology-Anhängern wurden Gruppen namens „Safe Harbor“ auffällig, für die in Hamburg, München und Stuttgart im Juni und Juli 2003 Gründungsveranstaltungen geplant wurden. „Safe Harbor“ stammt aus den USA und will nach Eigendarstellung Alternativen zum bestehenden Gesundheitssystem entwickeln. Das in einer Ausgabe von „mehr wissen besser leben“ angegebene Kontakttelefon für „Safe Harbor Deutschland“ ist identisch mit dem Telefonanschluss der KVPM Stuttgart. Der Repräsentant der „KVPM Württemberg“ ist zugleich der Verantwortliche für die deutsche Website von „Safe Harbor“. Für Außenstehende sind diese Zusammenhänge kaum erkennbar. Die Vorgehensweise kann als ein Unterwanderungsversuch im Gesundheitswesen und in der Alternativmedizin gesehen werden, bei dem Scientologen im Ansatz durchaus erfolgreich agieren. Das Ziel ist offenkundig, Meinungsbildungs- und letztlich Gesetzgebungsprozesse zu beeinflussen, wobei nach außen scheinbar unabhängige Personen auftreten.“ (Seite 262)

Und über die KVPM ist noch Folgendes zu lesen (unter Punkt 3.2.1 KVPM-Aktionen)

„Es verstärkt sich die Tendenz, dass Scientologen bei der Verbreitung der Lehre HUBBARDs ihren ideologischen Hintergrund verbergen. Mehrere Scientology-Anhänger nutzen und stützen ein informelles Netzwerk, das unter Begriffen wie „Weltverbesserer Forum“ oder „Neue Impulse“ auftritt. Es besteht aus Internetforen, Personenzusammenschlüssen und Verbindungen zu weiteren, teils nichtscientologischen Gruppen und Einzelpersonen, die mitunter auch rechtsextremistische und revisionistische Überzeugungen verbreiten. So polemisiert der Beauftragte für die „KVPM Württemberg“ gegen die Psychiatrie auf derselben Webseite, auf der zum Beispiel Positionen des rechtsextremistischen PHI-Pressedienstes verbreitet werden. Durch Veröffentlichungen, Vorträge und das Internet schaffen die in dem Netzwerk tätigen Scientology-Anhänger eine Plattform für Tarn- und Hilfsorganisationen der SO. Auf Vortragsveranstaltungen in Stuttgart traten vereinzelt Referenten auf, die aus dem rechtsextremistischen Milieu stammen. Die Schwerpunktthemen der Veranstaltungen sind häufig Politik oder Alternativmedizin und lassen zunächst keine Bezüge zur SO erkennen. Erst im Verlauf der Treffen werben Scientology-Anhänger offen mit Publikationen und Gesprächsangeboten. Eng mit diesem informellen Netzwerk verbunden ist die Broschürenreihe „mehr wissen besser leben“, die Hinweisen zufolge einen gewissen Bekanntheitsgrad in Stuttgarter Scientologen-Kreisen gewonnen hat und die unter anderem von Scientology-Anhängern aus Stuttgart im Eigenverlag herausgegeben wird. „mehr wissen besser leben“ vertritt teilweise extremistische Positionen, die auf der Grundlage der Lehre HUBBARDs entwickelt werden, was gegenüber Außenstehenden aber nicht offenbart wird, und verbreitet mitunter auch rechtsextremistisches Gedankengut. (S. 260)

Im ABI Info, der Zeitschrift der Aktion Bildungsinformation e. V., wird in der Ausgabe März 2004 das Netzwerk der Scientologen beschrieben:

Unter den Schlagworten »mehr wissen – besser leben, Bücher, Nahrungsergänzungen, Seminare, Wohlfühlprodukte« vertreibt die Stuttgarter Scientologin Sabine Hinz diverse Produkte. Das Magazin »mehr wissen – besser leben« wird auch als »Kent Depesche« oder »Michael Kents wöchentlicher Depeschendienst« vom Sabine Hinz Verlag herausgegeben. »Michael Kent« ist ein Pseudonym, hinter dem sich der langjährige Scientologe Michael Hinz verbirgt.
……………
Michael Hinz sieht sich selbst als »Weltverbesserer«. Gemeinsam mit anderen vermeintlichen Weltverbesserern hat er in Stuttgart den »Neue Impulse Treff e.V.« gegründet, der ähnliche Ideen verbreitet wie Michael Hinz in seinen Zeitschriften.

Vorstandsmitglieder von Neue Impulse sind – laut Vereinsregister des Amtsgerichts Stuttgart (VR 6905) Sabine Hinz (Ehefrau von Michael Kent), Lutz Müller, Joachim Rößger, Manuel Strapatin und Hans Tolzin (siehe Handelsregister ).

Verwunderlich ist in der Tat, warum Wissenschaftler, wie z. B. Dr. Köhnlein, ihre Ansichten auf einer DVD verbreiten, die von einem scientologisch-orientierten Verlag/Verein initiiert und mit Spendengeldern unterstützt wird.

Selbst Köhnleins Kollege Torsten Engelbrecht distanziert sich wegen der Nähe zu Scientology von der Kent-Depesche. Er wusste, dass der Herausgeber ein Scientologe ist (Quelle: persönliche e-Mail vom 22.01.07).

Schulmedizin und Pharmaindustrie: Stütze aller Diktaturen und Regierungen
Weiter interessant wird es, wenn man versucht, nachzuvollziehen, wer die Belohnung mit einer Million Schweizer Franken für die Virusisolation zur Verfügung stellen will.

Eine ähnliche Meldung war am 24.04.06 bei extremnews.com zu lesen, als es hieß: „Fast ein Nobelpreis“:

Vogelgrippe-Nachweis soll dem Fotografen mit 1 Million Schweizer Franken honoriert werden! Eine ungewöhnlich hohe Prämie winkt dem Forscher, dem es erstmalig gelingt, das „hochgefährliche“ Vogelgrippe-Virus H5N1 elektronenmikroskopisch nachzuweisen.
……
Die Virologen und Wissenschaftsautoren Krafeld und Lanka weisen insbesondere darauf hin, dass H5N1 auf Wunsch in jedem Huhn, in jeder Ente und in jedem menschlichen Körper „wissenschaftlich“ nachgewiesen werden kann. Sie schreiben zum Vogelgrippe-Virus u.a. „Ich bin nicht isolierbar, weil ich nicht existiere!“ Und sie schreiben weiter: „Isoliert die Lügner, dann ist die Angst (vor der Vogelgrippe) schnell vorbei!“ Um dieser Zitterpartie ein Ende zu bereiten und verantwortungslosen Politikern wenigstens zu ermöglichen, das Gesicht zu wahren, wird der wissenschaftliche Nachweis eines hoffentlich doch vorhandenen H5N1-Virus immer dringender. In der Schweiz wurde daher beschlossen, die Belohnung für ein überzeugendes Foto eines H5N1-Virus noch einmal heraufzusetzen und zwar von 500 000 auf 1 Million Schweizer Franken.

Irgendwie kommt einem das doch etwas bekannt vor. Auch die Perth-Gruppe hatte schon ein ähnliches Preisausschreiben in Bezug auf HIV veranstaltet und natürlich hat kein Wissenschaftler die 1000 £ Belohnung erhalten – selbst Professor Duesbergs HIV-Isolation wurde abgelehnt (siehe).
Ein angeblich neutraler, lobbyfreier online-Pressedienst, buchmesse.ch, will die Belohnung zur Verfügung stellen (siehe). Hierunter verbirgt sich die Partei „Leben-mit-Zukunft“, die sich für eine Realisierung des Rechtsstaates einsetzen will, indem sie gegen die Schulmedizin und Pharmaindustrie vorgeht, die der Partei als die wichtigsten Stützen aller Diktaturen und Regierungen erscheinen und deren Macht-Instrument die Verbreitung von Angst sei:

„Die längst fällige Entlarvung der globalen Infektionslüge und die Überwindung des Schulmedizinsystems, das dieses Panikinstrument der Geheimdienste stützt, löst den Grossteil der finanziellen und gesellschaftlichen Probleme und befreit uns Bürger von korrupter Herrschaft durch Angstverbreitung und führt so generell zu weniger Kriminalität.“

Stöbern wir ein bisschen auf dieser Homepage herum, so wird schnell klar, dass sich Stefan Lanka hinter diesem Schweizer Pendant zur klein-klein-Aktion verbirgt. Der Virusexperte, der wissenschaftlich aufklären will, schreibt dazu Folgendes:

„Die Schulmediziner brauchen die lähmende, dumm machende und zerstörerische Angst vor krankmachenden Phantomviren als zentrale Grundlage ihrer Existenz: ……… Die Schulmedizin war und ist die wichtigste Stütze aller Diktaturen und Regierungen, die sich nicht dem geschriebenen Recht, den Verfassungen, den Menschenrechten, das heißt dem demokratisch legitimierten Gesellschaftsvertrag unterwerfen wollen.

Das erklärt auch, warum die Schulmedizin wirklich alles machen kann und darf und dabei keinerlei Kontrolle unterliegt. Wenn wir das nicht überwinden, werden wir alle an dieser Schulmedizin umkommen.“

(siehe: hier und hier)

Das sind spannende Aussichten!
Wir haben es mittlerweile realisiert: Das HIV-Virus existiert nicht und ist auch nicht die Ursache von Aids, und wenn wir unsere Angst überwinden, wird H5N1 nur unser Bewusstsein, nicht aber unseren Körper infizieren!

Wir müssen lediglich die Schulmedizin gänzlich ablehnen, dürfen nur noch glauben, was in der Kent-Depesche, einer Zeitschrift für Zustandsverbesserer, steht, welche dem Leser die Fakten einfach und verständlich machen will. Wir dürfen keine wissenschaftlichen Publikationen lesen, denn das sind sowieso nur alles Lügen und Propagandamache. Und wenn wir keine Publikationen mehr lesen, sind unsere Wissenschaftler überflüssig. Wir können unsere Schulen und Universitäten schließen und sparen viel Geld! Geld, welches wir für Dianetik ausgeben können?

Fazit:
Verschwörungstheorien sind daher höchst gefährlich und haben mit investigativer Recherche und Kritik nichts zu tun. Keine Frage: Der verschwörungstheoretischen Versuchung zu widerstehen, ist manchmal schwer. Aber notwendig für alle, die ihren Verstand nicht an der Garderobe abgeben wollen.
(ZitatTobias Jäcker, Autor des Buches „Antisemitische Verschwörungstheorien nach dem 11. September“)

H5N1 – eine geistige Epidemie? Erster Teil
H5N1 – eine geistige Epidemie? Zweiter Teil: Rassismus als Grund für die Ausladung?
H5N1 – eine geistige Epidemie? Dritter Teil
1 Million Franken für die elektronenmikroskopische Aufnahme des H5N1-Virus

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Zentralbanken „verschenken“ über 350 Milliarden Dollar

Karl Weiss – Ein Kommentar von Martin Wolf in der Financial Times vom 15. August 2007 hat Aufsehen erregt. Der Kommentator kritisiert scharf die Entscheidung der Zentralbanken der EU, Japans und der USA, Milliardenbeträge in den Markt zu pumpen und an Finanzinstitutionen zu „verschenken“, die mit Geringst-Zinsen versehen sind, von denen andere nicht einmal träumen können. Er erklärt: „Also gilt der Kapitalismus nur für die Armen, für die Reichen haben wir Sozialismus.“

Angesichts der Verengung des Marktes von Krediten (Anleihen), der sich in der vergangenen Woche einstellte, weil eine Anzahl von Banken und anderen Finanzinstitutionen in riesigem Umfang in riskanten Vergaben von Krediten an Kunden verwickelt sind, die sie nicht zurückzahlen können, hatten die Zentralbanken der USA und Japans sowie die Europäische Zentralbank riesige Summen „in den Markt gepumpt“, die zusammen über 350 Milliarden Dollar ausmachen. Allein die EZB hat von Donnerstag bis Dienstag 211 Milliarden Euro locker gemacht.

Das frohe Pumpwerk
Unter „in den Markt pumpen“ muss man verstehen, die Zentralbanken vergaben Kredite an Finanzinstitutionen, die mit lächerlichen 4% Zinsen (genau 4,07% in Europa) jährlich oder vergleichbaren Zinsraten versehen waren, deutlich unter den offiziellen Refinanzierungsraten (Leitzinsen), die z.B. in den USA im Moment bei 5,5% stehen.

Das wird von Kritikern als „Verschenken von Geld“ bezeichnet. Ein Finanzmann sagte gegenüber der brasilianischen Wirtschaftsagentur „invertia“: „Das wird bei einigen Banken am Jahresende ein paar Prozent des ausgewiesenen Profits mehr ausmachen“. Gleichzeitig wies er die Vorstellung zurück, das kurzzeitige Verleihen von Geld durch die Zentralbanken könnte den Weg in die „Rezession“ (sprich Wirtschaftskrise) aufhalten. „Die Ursache ist überbordende Liquidität. Das kann nicht durch noch mehr Liquidität bekämpft werden.“

Eine andere Krisenursache hat Detlev von Larcher vom Attac-Koordinierungskreis ausgemacht: „Vordergründig ist die Krise entstanden, weil finanzschwache Häuslebauer in den USA ihre Raten nicht mehr bezahlen können. Die eigentliche Ursache aber ist die politisch gewollte Liberalisierung und Deregulierung der Finanzmärkte“. Er spricht von Lotteriespielen der Banken. „Echtes Lotto unterliegt allerdings gesetzlichen Regeln und strenger Aufsicht.“

Auf die Kontrolle und Bankaufsicht hebt auch der Kommentar von „peeperkorn“ auf einen einschlägigen Artikel der „Süddeutschen“ (14.8./15.8) ab:

„Natürlich ist es richtig, dass der „Kleine (und mittlere) Mann“ von den Banken mit aufgedrängten Hypotheken abgezockt wurde und in vielen Fällen in Ruin und Armut gebracht wurde. Hatten wir das nicht auch bei uns – siehe Schrottimmobilien in der Ex-DDR? Unsere Banken und unsere Finanzaufsicht sind offenbar nicht besser als die in den USA.“

Ein anderer Kommentator (Willy Frey) hebt eher auf die Überschuldung der USA ab:

„(…) der ökonomische Effekt kommt daher, dass alles Geld der Welt in den amerikanischen Schuldenmarkt strömt, weil keine Nation sich so gewissenlos verschuldet wie die US-amerikanische. Und damit ist die Erklärung des unglaublich hohen Engagement der EZB gefunden. Die haben schlicht Bammel davor, dass dieses völlig überschuldete US-System zusammenbricht und die USA als Weltmacht den Staatsbankrott erklären müssen. (…) Nach den Regeln der Kunst bewertet, ist die USA schon längst pleite. Let´s face the fact´s.“

In die gleiche Richtung zielt auch der Kommentator „Bundesboy“:

„Da das Vertrauen nachhaltig gestört ist, wird es nur eine Frage der Zeit sein, wann sich die nächsten Abgründe auftun. (…) dann werden neue Friktionen kommen, denn Amerika hat sich einfach zuviel Geld gepumpt, das wir nie mehr wiedersehen.“

„Vatermann“ dagegen schreibt:
„Ich denke die Banken haben hier einen schönen Reibach gemacht und es vielleicht bewusst kalkuliert das Menschen in den Bankrott getrieben werden! (…) Die europ. deutschen Banken haben sich im Wettstreit jetzt wieder günstiges Geld verschafft . 200 Mrd. € sind doch gutes Geld um bankrotte Hypotheken zu übernehmen!!“

Der Kommentator „fesh“ sieht dagegen eine „Systemkrise“:

„(…) unsere „real existierende Marktwirtschaft“ [ist] ein Pyramidenspiel …, welches ständiges Wachstum benötigt um weiter zu funktionieren. Zu dumm, dass man auf einem endlichen Planeten nicht unendlich weiter wachsen kann. Solvente Schuldner wachsen nunmal nicht auf Bäumen.“

Die Meinung, die Wolf von der Financial Times vertritt, ist dagegen (sinngemäss): Die haben sich verspekuliert. Wenn sie jetzt nicht die Folgen zu spüren bekommen, weil die Zentralbanken ihnen „helfend unter die Arme greifen“, so werden sie genau das gleiche erneut machen.

Auch die Banken müssen die Folgen ihrer Fehlentscheidungen tragen. Der kleine Hausbesitzer in den USA hat zu niedrigsten Zinsen Hypotheken aufgenommen, weil er die Monatsraten zahlen konnte. Nun aber ist der Wert seines Hauses drastisch gefallen und die Zinsen sind nach oben gegangen und er muss monatlich weit mehr zahlen. Da kommt es zu haufenweisen Zahlungsausfällen, gefolgt in der Regel von Verlust des Hauses und Versteigerung. Es sind Millionen von Fällen in den USA.

„Diese Auswirkung ist katastrophal“
Warum haben die Zentralbanken nicht diesen Häuschenbesitzern geholfen, sondern helfen nun den Banken, die solche Verluste verkraften könnten? In diesem Zusammenhang kam die Aussage vom Kapitalismus, der nur für die Armen gilt, dagegen Sozialismus für die Reichen. Er sagt: „Diese Auswirkung ist nicht einfach nur angreifbar, sie ist katastrophal.“

Die „Bubbles“ (Blasen, überhöhte Preise, die zusammenbrechen müssen) sind nach seiner Ansicht immer sichtbar gewesen, sowohl die japanische Börsenblase in den 80ern, als auch die Börsen- und Immobilienblase in Asien in der Mitte der 80er wie auch die der europäischen und amerikanischen Börsen Ende der 90er-Jahre, genauso wie die aktuelle Immobilienblase in vielen Ländern der Welt, die von 2000 an aufgebaut wurde und nun platzt. Wenn man sehenden Auges in solche Ereignisse hineinläuft, kann es nicht Aufgabe der Zentralbanken sein, die negativen Auswirkungen auf Kreditinstitute abzufedern.

Der Analyst Mario Mattera vom Bankhaus Metzler sagte der Deutschen Presse- Agentur (dpa), es sei frappierend, wie viele europäische und deutsche Banken von der US-Immobilienkrise betroffen seien. „Deshalb ist das Misstrauen hier sehr groß und der Handel zwischen den Banken derzeit sehr eingeschränkt. Jeder vermutet beim anderen noch schlummernde Risiken.“

Da können der Chef der EZB und Wirtschaftsminister Gloss noch so laut im Wald pfeifen. Es ist nichts ausgestanden, nur hinausgeschoben!

Cordelia Latsko (Gast) – 30. Jun, 16:22

ejqetqq@gmail.com

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H5N1 – eine geistige Epidemie? Zweiter Teil. Rassismus als Grund für die Ausladung?

Dr. Billa Hofmann – Die kritische Äußerung jenes Foren-Users über Aids-Leugner wie Dr. Köhnlein und der Situation in Afrika nahm der Autor bei Indymedia.org sowie die Federtiere-Kampagne also als Anlass, um sie als Rassismus zu interpretieren. Es wurde behauptet, dass man mit dieser Äußerung zum einen der Regierung Südafrikas ganz beiläufig eine gewisse Portion Dummheit unterstellen würde. Und zum anderen würde man dadurch der Regierung unterstellen, dass diese nicht in der Lage sei, wissenschaftliche Befunde auf ihren Gehalt hin zu prüfen und ggf. die daraus resultierenden Konsequenzen zu ziehen.

Der Leser soll also glauben, dass jener Foren-User die afrikanische Regierung als rückständig, teilweise nicht zurechnungsfähig oder zumindest irgendwie minderwertig halten würde, dass diese Aussage eine rassistische Dimension hätte und nichts anderes als eine diffamierende Ad hominem –Attacke eines geistlosen Zeitgenossen aus dem Internet sei. Für den Autor und seine Federtier-Kampagne sei es ein großer Skandal, dass der Sprecher der Landesfraktion Bü90/Grüne diese „rassistische Diffamierung“ zum Anlass genommen hätte, um Dr. Köhnlein von der Fachtagung auszuladen.

Ethisch-moralischer Aspekt
In dem Beitrag bei Indymedia wird auch gefordert, dass man es den Zuhörern der Veranstaltung hätte überlassen sollen, Köhnleins Thesen zu beurteilen! Aber was ist mit dem etisch-moralischen Aspekt, soll man diesen dabei völlig außer Acht lassen? Sollten also wissenschaftliche Minderheitsmeinungen, die von dem allgemein anerkannten wissenschaftlichen Konsens abweichen, wirklich unter dem Laienpublikum diskutiert werden?

Dr. Udo Schüklenk, Professor für Ethik, beschäftigte sich als Leiter der Fakultät für Bioethik an der Universität für Witwatersrand in Johannesburg (SA) in seiner Publikation mit genau dieser Frage Professional responsibilities of biomedical scientists in public discourse; J. Med. Ethics 2004: 30; 53-60).

“This article describes how a small but vocal group of biomedical scientists propagates the views that either HIV is not the cause of AIDS, or that it does not exist at all. When these views were rejected by mainstream science, this group took its views and arguments into the public domain, actively campaigning via newspapers, radio, and television to make its views known to the lay public. I describe some of the harmful consequences of the group’s activities, and ask two distinct ethical questions: what moral obligations do scientists who hold such minority views have with regard to a scientifically untrained lay audience, and what moral obligations do mainstream newspapers and government politicians have when it comes to such views. The latter question will be asked because the ‘‘dissidents’’ succeeded for a number of years in convincing the South African government of the soundness of their views. The consequences of their stance affected millions of HIV infected South Africans severely.”

(siehe hier)

Dr. Schüklenk fordert ethische Richtlinien, in denen festgelegt wird, wie Wissenschaftler ihre Arbeiten dem Laienpublikum präsentieren sollten. Sollten diese Richtlinien von manchen Wissenschaftlern nicht berücksichtigt werden, müsste dies ein Alarmzeichen für Medien und Politiker sein, vorsichtig mit den Meinungen umzugehen, die die Richtlinien nicht erfüllen.
Ein Standpunkt, über den man sich ernsthaft Gedanken machen sollte!

Dr. Schüklenk selbst war Anfang der 90er in der Gruppe der Aids-Leugner aktiv. Als er erkannt hatte, dass die neuen Aids Medikamente das Leben der Patienten verlängern, wechselte er die Seiten.

H5N1 infiziert auch unser Bewusstsein
Dass es sich bei H5N1 um eine geistige Epidemie handeln möge, ist auch Thema einer DVD („H5N1 antwortet nicht“, von Michael Leitner und Thomas Hein), die u. a. beim Neue Impulse e. V. (siehe neue-impulse ) bestellt werden kann. Aber auch übers Internet ist der Zugang zu diesem Film möglich (siehe Google-Video ), mit dem Hinweis am Schluss, man möge doch auf das Konto von Neue Impulse e. V. einen Betrag spenden, damit weitere DVD’s produziert werden können.

Auf dieser DVD ist man ebenfalls der Meinung, dass H5N1 nicht unseren Körper, sondern höchstens unser Bewusstsein infizieren kann!

Sprecher auf der DVD sind u. a. Dr. Claus Köhnlein, Hans Tolzin (Impf-Report.de), Angelika Kögel-Schauz (impfaufklärung.de; mittlerweile aber aufgelöst), sowie Allgemeinmedizinerin Juliane Sacher. Dr. Köhnlein spricht auf der DVD – u. a. über das Geschäft mit der Angst und über Tamiflu, dazu sagt er:

„Alle nehmen Tamiflu unkritisch…….Dabei ist das ein durchaus gefährliches Medikament. Es ist ein Neuraminidasehemmer, keiner weiß eigentlich so genau, was passiert, wenn man die Neuraminidase hemmt (Köhnlein).
…….
Das ganze ist also ein Geschäft mit der Angst der Menschen (Sprecher).
Ja, ich meine die ganze Medizin besteht aus Angst. Wir leben sozusagen von dem Geschäft mit der Angst. Das wird systematisch geschürt….. (Köhnlein).“

Ein ähnlicher Kommentar ist auch in dem Buch Virus Wahn zu lesen, das Köhnlein, zusammen mit dem Journalisten Torsten Engelbrecht, geschrieben hat. Auch im Virus Wahn ist immer wieder die Rede davon, dass Tamiflu deshalb so gefährlich sei, weil es ein körpereigenes Enzym, die Neuraminidase, hemmen soll.

„So handelt es sich beim Enzym Neuraminidase, von dem behauptet wird, es sei spezifisch für ein Grippevirus, um körpereigene Substanz, die für den Stoffwechsel entscheidend wichtige Funktionen ausübt. Dies möge jeder bedenken, der Grippemittel und Neuraminidasehemmer wie Tamiflu nimmt.“

Hier geben die Autoren jedoch keine Referenz an; woher wissen sie das? Und vor allem, was wollen sie dem Leser suggerieren? Dass unter der Einnahme von Tamiflu ein körpereigenes Enzym blockiert und der Körper geschädigt wird? Soll das Buch mit seinen angeblich so wasserdicht untermauerten Referenzen für diese Aussage keine Quelle gefunden haben? Interessanterweise scheint sich gerade dieses Statement auch auf vielen anderen Websites gut auszubreiten!

So heißt es im klein-klein Newsletter (klein-klein Verlag) vom 24.02.06:

„Werden Rügener durch Tamiflu getötet?“

„In Wirklichkeit, und das ist jedem Biochemiker klar, hemmen Tamiflu und andere Neuraminidase-Hemmstoffe die ganz normalen, körpereigenen Neuraminidasen. …… .Hemmt man diese Enzyme, z. B. durch Tamiflu, kommt es zu typischen Schädigungen und Zerstörungen, die dann als durch das H5N1 oder andere fiktive Influenza-Viren verursacht behauptet werden. So ist es denn auch kein Wunder, dass in der Gebrauchsinformation über Tamiflu der Firma Roche nachzulesen ist, dass die behaupteten Nebenwirkungen „auch durch die Virusgrippe verursacht werden können.“

Wer hat nun wen als Quelle angegeben? Dieser Text scheint von Dr. Stefan Lanka persönlich verfasst zu sein, so ist es zumindest auf dieser Website zu lesen.

Sollte tatsächlich Dr. Stefan Lanka die Quelle für den Virus Wahn sein? Sucht man weiter, dann findet man unter „impfkritik.de“, bei Pressespiegel, Aktuelle Meldungen, Meinungen und Analysen (vom 06.05.2006) einen Beitrag von der Redaktion (Tolzin) , mit folgenden Worten:

„Blockiert Tamiflu ein lebenswichtiges körpereigenes Enzym? So handelt es sich beim Enzym Neuraminidase, von dem behauptet wird, es sei spezifisch für ein Grippevirus, um körpereigene Substanz, die für den Stoffwechsel entscheidend wichtige Funktionen ausübt. Dies möge jeder bedenken, der Grippemittel und Neuraminidasehemmer wie Tamiflu nimmt.“

Als Quelle ist angegeben: Virus-Wahn, Torsten Engelbrecht und Claus Köhnlein, emu-Verlag 2006, Seite 216; sehr interessant!

Des Rätsels Lösung

Schauen wir uns mal die Kent-Depesche 14/2006 (vom 30.05.06) an, (hier zu finden).

Thema dieser Depesche ist der Pressekodex. U. a. ist ein Interview zwischen Michael Kent, dem Herausgeber der Kent-Depesche, und einem der Produzenten der DVD, Michael Leitner, zu lesen. In diesem Interview über die „seriösen“ Recherchen zur Vogelgrippe DVD berichtet (Seite 10):

„Schon vor vier Wochen, kurz nachdem ich „H5N1 antwortet nicht“ zu Ende geschnitten hatte, rief mich Angelika Kögel-Schauz an, die wir für diese Doku interviewt hatten. Sie recherchierte in medizinischen Archiven im Internet und hatte in akribischer Weise zusammengetragen, was bei Einnahme von Tamiflu so alles passieren kann. Tamiflu hemmt ja das Enzym Neuraminidase, das angeblich vom behaupteten H5N1 benötigt wird, um menschliche Zellen zu infizieren. Nun ist Neuraminidase ein für das Nervensystem sehr wichtiges Enzym. Schwere Erkrankungen treten auf, wenn der Körper infolge einer Stoffwechselstörung einen Neuraminidasemangel hat: Seh-, Nerven- und Skelettstörungen, muskuläre Schwäche und Unterernährung, Krampfanfälle, Gleichgewichtsstörungen, Innenohrschwerhörigkeit, geistige Entwicklungsstörungen und vieles mehr. Da Tamiflu die Neuraminidase hemmt, ist es also in der Lage, eben diese Krankheitsbilder zu erzeugen.“

Auch Kent beschreibt auf Seite 3, in seinem Vorwort, den Zusammenhang zwischen der Neuraminidasehemmung und den Grippemedikamenten mit folgenden Worten:

„In diesem Zusammenhang haben kürzlich die aufwendigen Recherchen von Angelika Kögel-Schauz zur Wirkung der beiden zugelassenen Neuraminidasehemmer Erschreckendes enthüllt: Beide Medikamente haben nicht nur auf die Neuraminidasen der Influenzaviren eine im therapeutischen Bereich liegende Wirkung, sondern auf die des gesamten menschlichen Organismus! Wenn allerdings die Neuraminidase im Körper gehemmt wird, entspricht dies einem künstlich erzeugten Neuraminidasemangel –und bei diesem kommt es zu schweren nervlichen, psychischen Schäden, Krämpfen, Störungen der Wahrnehmungen und des Bewegungsablaufs (der Motorik).“

Frau Kögel-Schauz, ebenfalls Sprecherin auf der DVD, hatte anscheinend Wichtiges zum Thema Neuraminidase-Hemmer recherchiert. Und sollte sie tatsächlich – wie in der Kent-Depesche zu lesen ist – die Referenz zu diesen Behauptungen gefunden haben?

Es ist in der Tat richtig, dass es eine Stoffwechselerkrankung gibt, die durch einen Neuraminidase-Mangel entsteht, die sog. Mucolipidose (I). Diese Krankheit entsteht allerdings nicht dadurch, dass die Neuraminidase blockiert wird, sondern dass diese dem Körper nicht zur Verfügung steht. Der Körper ist aufgrund der fehlenden Neuraminidase nicht in der Lage, Eiweiß- und Zuckerverbindungen in den Lysosomen (kleine Zellorganellen) zu spalten. Als Folge davon kommt es zu Ablagerungen in diesen Zellorganellen.

Diese Ablagerungen verhindern mit der Zeit eine normale Zellfunktion und damit auch eine normale Organfunktion und –entwicklung. Der Vergleich mit den Folgen des angeborenen Mangels an Neuraminidase, welcher zu MPS (I) führt, ist nicht korrekt, da ein von Geburt an chronischer Defekt gleichgesetzt wird mit einer temporären Neuraminidase-Inhibition über die kurze Periode von 5 bzw. 10 Tagen (was der Anwendung von Tamiflu entspräche). Und zum anderen liegt die Wirkdosis, die dem Körper nach der Einnahme von Tamiflu zur Verfügung steht, nicht in dem Konzentrationsbereich, der nötig ist, um die menschliche Neuraminidase zu hemmen.

Anscheinend wurde bei diesen Recherchen wohl übersehen, dass die menschliche Neuraminidase ausgiebig untersucht worden war. Das ist auch im Europäischen Beurteilungsbericht der Zulassungsbehörde (EMEA) so beschrieben.

Zur Information sei gesagt, dass ein Hersteller seine Unterlagen über ein Arzneimittel, welches er vermarkteten möchte, zuvor bei einer Zulassungsbehörde einreichen muss, um es auf Sicherheit, Wirksamkeit und Qualität beurteilen zu lassen. Wenn die Arzneimittelbehörde das Produkt für sicher und wirksam begutachtet hat, wird die Zulassung erteilt und der Hersteller darf damit auf den Markt.

So ist in diesem Beurteilungsbericht zu Tamiflu auf Seite 5 (Pharmacodynamics) Folgendes geschrieben:
“Active oseltamivir inhibited in vitro the influenza neuraminidases with Ki and IC50 values in the nanomolar range (0.06 – 1 ng/ml), but had little or no activity against other neuraminidases from other sources (human liver, rat liver or uterus or two bacterial and parainfluenza and Newcastle disease neuraminidases).”

(siehe hier )

Das, was im europäischen Beurteilungsbericht über Tamiflu zu lesen ist, bedeutet nichts anderes, als dass die Hemmkonzentration für Tamiflu, die man braucht, um Viren-Neuraminidase zu blockieren, in einem viel höheren Konzentrationsbereich liegt, und dass diese Hemmkonzentration, mit der die Neuraminidasen aus Influenzaviren blockiert werden, nicht ausreicht, um die Neuraminidase in menschlichem Gewebe zu hemmen.

Ein bisschen Mathematik
Dies wird auch in der Publikation von Mendel und Kollegen bestätigt. Diese Arbeitsgruppe untersuchte die Genauigkeit der Hemmwirkung von Tamiflu, bzw. des aktiven Metaboliten von Tamiflu (Oseltamivircarboxylat/GS4071). Dies wurde durch Messung der Hemmaktivität gegen Neuraminidasen, die aus verschiedenen Quellen (Neuraminidase aus Influenzaviren, aus anderen Viren und Bakterien und aus menschlichem Gewebe) stammten, untersucht. Der Wert, der die Hemmwirkung ausdrückt, ist eine Konstante (Ki). Mendel und Kollegen kamen zu dem Ergebnis, dass die Neuraminidasen aus den Influenzaviren sehr spezifisch gehemmt werden. Die Hemmkonstante, ausgedrückt durch den Wert „Ki“, lag in einem Bereich von 2 x 10-10 bis 1,2 x 10-9 Mol. Gegenüber den anderen Neuraminidasen, wie z. B. der menschlichen Neuraminidase, war Oseltamivircarboxylat um das 106-fache weniger potent in der Hemmwirkung.

Das wichtigste Ergebnis dieser Untersuchung war jedoch, dass 1 mM Oseltamivircarboxylat nicht in der Lage ist, die menschliche Neuraminidase-Aktivität in menschlichen Leberzellen zu hemmen.

Mit seinem Molgewicht von 284 entspricht 1 mM (millimolar) Oseltamivircarboxylat (C14H24N2O4) einer Konzentration von 1/1000 Mol pro Liter, also 284 mg/L (bzw. 284,000 mikrogramm/L).

Diese Konzentration wird aber bei weitem nicht erreicht, wenn man Tamiflu in therapeutischen Dosen (2 x 75 mg) einnimmt. Schaut man sich die Spitzenkonzentrationen (Maxima) der aktiven Wirkform (Oseltamivircarboxylat) im Blut an, die nach der Gabe von 2 x 100 mg Tamiflu gemessen wird (siehe McClellan K und Perry CM) so findet man Konzentrationen von 439 Mikrogramm/L im Blut.

Mendel und Kollegen stellten aber fest, dass 1 mM Oseltamivircarboxylat, also 284,000 Mikrogramm/L, nicht in der Lage ist, menschliche Neuraminidase zu hemmen! Mit Tamiflu erreicht man jedoch „nur“ Spitzenkonzentrationen von 439 Mikrogramm/L.
(Quellen: Mendel et al. Antimicrob Agents Chemother. 1998;42:642, siehe hier, und McClellan K, Perry CM (2001) Oseltamivir: a review of its use in influenza. Drugs; 61: 263 – 283)

Siehe dazu auch den Kommentar von Impfinformationen.de, einer kritischen Homepage, die vom Sinn des Impfens als wichtige Vorsorgemaßnahme überzeugt ist, und die über die Desinformation von Angelika Kögel-Schauz zu Neuraminidasehemmern informiert.

Doch auch andere kritische Seiten erkennen die Gefährlichkeit der Verbreitung von Falschinformationen. Paralex-Info, ein kritisches Informationsportal sowohl für fragwürdige und gefährliche Methoden aus dem Bereich der Alternativmedizin als auch für unkonventionelle und wirksame Heilweisen aus dem Bereich der Paramedizin, bezeichnet Michael Leitner als Journalisten, der Falschinformationen verbreitet, und klärt über dessen Fehlinterpretationen auf (Seite 9-10 des Artikels über HEAL ).

Man sollte wirklich darüber diskutieren, wie sinnvoll die Einführung von ethischen Richtlinien wäre, um wissenschaftliche Ergebnisse in der Öffentlichkeit und vor nicht-wissenschaftlichem Publikum zu präsentieren. Zumindest sollte sich aber jeder einzelne überlegen, wie glaubhaft angeblich wissenschaftlich-recherchierte Ergebnisse sind, wenn diejenigen, die die Nachforschungen dazu gemacht haben, keine fundierte wissenschaftliche Ausbildung vorweisen können.

Glauben Sie wirklich, dass jeder in der Lage ist, wissenschaftliche Ergebnisse richtig zu verstehen und zu interpretieren? Wozu brauchen wir dann noch Fachhochschulen und Universitäten?

H5N1 – eine geistige Epidemie? Erster Teil
H5N1 – eine geistige Epidemie? Zweiter Teil: Rassismus als Grund für die Ausladung?
H5N1 – eine geistige Epidemie? Dritter Teil
1 Million Franken für die elektronenmikroskopische Aufnahme des H5N1-Virus

terror

1992-1993: Key Al-Qaeda Charity Front Relocates to US

Cooperativeresearch – In 1987, Saudi millionaire Adel Batterjee founds the Islamic Benevolence Committee, a charity front supporting the mujaheddin in Afghanistan. In 1998, bin Laden’s brother-in-law Mohammed Jamal Khalifa founds the Benevolence International Corporation export-import company in the Philippines to support militant groups there.

In 1992, the two groups merge and create a new Saudi charity called the Benevolence International Foundation (BIF). BIF funds charity projects, but its 1999 mission statement says its purpose is to make “Islam supreme on this earth,” and it funds radical militants as well. In 1992, it moves its headquarters to Florida in the US. Then, in 1993, it moves its headquarters again to Chicago. Battargee is replaced as head of the organization by Enaam Arnaout, but Battargee maintains a behind the scenes role.

Arnaout fought with bin Laden in Afghanistan in the 1980s and in fact in 1988 the Arab News published a picture of Arnaout and bin Laden together at a mujaheddin camp in Afghanistan. Mohammed Loay Bayazid, a US citizen and one of the founder members of al-Qaeda, is made president of BIF. BIF mostly funds regions where Islamist militants are fighting, especially Bosnia and Chechnya. [Burr and Collins, 2006, pp. 45-46] In 1993, bin Laden will privately name BIF as one of al-Qaeda’s three most important charity fronts (see 1993). The US will designate BIF a terrorism financier in 2002 (see March 2002-November 19, 2002) and will similarly designate Batterjee in 2004 (see December 21, 2004).

kriminalitaet

Konten des „Bankier Gottes“ auf den Bahamas entdeckt

onlineredaktion – Hunderte Millionen englische Pfund, die auf die Machenschaften des 1982 in London tot aufgefundenen Vatikan-Bankiers Roberto Calvi zurückgeführt werden, sind auf den Bahamas-Inseln entdeckt worden. Das Geld sei auf Offshore-Konten gefunden worden, berichteten italienische Medien am Dienstag, die sich auf Londoner Polizeiquellen berufen.

Calvi, Chef des Mailänder Kreditinstituts Banco Ambrosiano, war am 18. Juni 1982 erhängt unter der Blackfriars Bridge in London aufgefunden worden. Der „Bankier Gottes“ hatte sich zuvor in undurchsichtige Finanztransaktionen mit der Vatikanbank IOR, der umstrittenen Geheimloge P2 und der Mafia verstrickt. Dabei verschwanden zwischen 1972 und 1981 mehr als 1,3 Mrd. US-Dollar (952 Mio. Euro).

Nach dem Zusammenbruch der Banco Ambrosiano waren 800 Millionen Pfund (1,180 Mrd. Euro) verschwunden. Laut der Untersuchung der britischen Behörden soll Calvi ein Netz von Offshore-Konten aufgebaut haben, um die illegalen Geschäfte und die Verluste der Bank zu verheimlichen.

Der Bankrott der Banco Ambrosiano war der größte Bankenzusammenbruch in der italienischen Nachkriegsgeschichte, deren genaue Hintergründe bis heute im Dunkeln liegen. Immer wieder war von illegalen Geschäften sowie von Verstrickungen hoher Politiker die Rede. Calvi war seinerzeit zunächst vor seinem Tod mehrere Tage lang spurlos verschwunden, angeblich hatte er eine Tasche mit belastenden Unterlagen über hohe italienische Politiker bei sich.

Im Juni waren im Prozess um Calvis Tod in Rom alle Angeklagten aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden.

vermischtes

H5N1 – eine geistige Epidemie? Erster Teil

Dr. Billa Hofmann – Die Frage, ob es sich bei der auch als Vogelgrippe bekannten H5N1-Infektion lediglich um eine geistige Epidemie handelt, die nur in den Köpfen von gewissen Gruppen existieren mag, die sich dadurch Vorteile erhoffen, wird zur Zeit in der Öffentlichkeit diskutiert.

Deshalb ist für den 8. September 2007 ein Vogelgrippe-Symposium in Bremen geplant, bei dem u. a. Referenten wie Dr. Claus Köhnlein (Co-Autor des Virus Wahn) zugegen sind, um über die im Winter 05/06 losgetretene Medienhype um H5N1-Ungereimtheiten zu diskutieren

Einige Wissenschaftler hätten angeblich sehr gute Gründe, den vermeintlich allseits etablierten Gemeinplätzen vehement zu widersprechen. Ebenfalls diskutiert wird das Thema „Journalismus“, denn der Veranstalter, die Federtiere-Kampagne, scheint der Meinung zu sein, dass Journalisten zu dem Typ Mensch gehören, „der die eine Hälfte des Lebens damit verbringt, über Dinge zu schreiben, von denen er nichts weiß und die andere Hälfte, nicht über Dinge zu schreiben, die er genau weiß“. Warum das so ist, soll in einem Vortrag einer Journalistin erläutert werden, die die Vogelgrippe-Hype an der Quelle erlebt haben will und die sich u. a. mit der Frage auseinandersetzt, ob es sich bei H5N1 um eine geistige Epidemie handelt, diskutiert (siehe hier ).

Nährboden für Verschwörungstheorien
Doch was sind die Ungereimtheiten? Der Unmut über die Vorgehensweise bei der Bekämpfung der sog. Geflügelpest, welches die eigentliche Bezeichnung für die Vogelgrippe ist, ist besonders groß bei den unabhängigen Geflügelzüchtern. Diese haben es – im Gegensatz zu den Geflügelgroßproduzenten – zur Zeit sehr schwer. Sie sind von der neuen Geflügelpestschutzverordnung besonders betroffen und haben schon Etliches an Umsatz verloren. Zunehmende Bürokratie und hohe Kosten für Laboruntersuchungen sowie der Schaden, den die Tiere durchs Eingesperrt sein erfahren, lassen so manchen Geflügelzüchter vor dem Ruin stehen. Eine tiergerechte Haltung ist, vor allem bei Wasservögeln, nicht mehr möglich. Ein Zustand, der auch den Hobbyhaltern schwer zu schaffen macht.

Die Verordnung wurde am 1. September 2005 unter der Bezeichnung Verordnung über Untersuchungen auf die Klassische Geflügelpest von der damaligen Verbraucherschutzministerin Renate Künast erlassen und trat am 4. September 2005 in Kraft. Am 7. Dezember 2005 wurde sie verschärft und heißt seitdem Verordnung über Untersuchungen auf die Klassische Geflügelpest sowie zum Schutz vor der Verschleppung der Klassischen Geflügelpest (Geflügelpestschutzverordnung).

Die Verordnung war zunächst befristet. Die Befristung wurde am 10. Februar 2006 aufgehoben, sodass die Geflügelpestschutzverordnung jetzt unbefristet gilt. Darüber hinaus bestimmt die Geflügelpestschutzverordnung, dass überregionale Geflügelmärkte, Geflügelschauen, Geflügelausstellungen und Veranstaltungen ähnlicher Art nur durchgeführt werden dürfen, wenn der Veranstalter und die Aussteller bestimmte Auflagen erfüllen.

Verstöße gegen die Verordnung können als Ordnungswidrigkeiten geahndet werden.

Die Stimmung unter den Geflügelhaltern ist schlecht, denn man hat das Gefühl, dass die Geflügelpestschutzverordnung, die die Geflügelindustrie schützen soll, wohl nur für die Großhalter von Nutzen sei, um die Freilandhaltung zum Verschwinden zu bringen.

Diese negative Stimmung scheint ein geeigneter Nährboden für die Verbreitung von Verschwörungstheorien zu sein. Einmal ist es das HIV-Virus, welches harmlos sein soll, und nur eine Bereicherung für die Pharmaindustrie, jetzt ist es H5N1, welches nur im Geiste zu einer Epidemie führt, und nur zum Nutzen der Hühnerbarone und zum Verkauf von antiviralen Arzneimitteln, wie z. B. Tamiflu, diene. Verunsichern lässt sich leicht derjenige, der sich im wissenschaftlichen Bereich nicht auskennt und der gerne das glauben möchte, was seiner Situation am nächsten kommt.

Diejenigen, denen Verschwörungstendenzen auffallen und darauf aufmerksam machen wollen, dass gewisse Theorien unstimmig erscheinen, werden in der Öffentlichkeit diffamiert, was uns folgendes Beispiel zeigt:

Wer die „falschen Thesen vertritt, der fliegt raus

Die Fraktion Bündnis90/Grüne hatte für den 31.05.2007 in Kiel eine Fachtagung unter dem Titel „Stallpflicht für immer? Legenden und Tatsachen zum Thema Vogelgrippe“ angekündigt. Initiator und Schirmherr dieser Veranstaltung war Detlef Matthiessen, agrarpolitischer Sprecher der Landesfraktion Bü90/Grüne. Dazu eingeladen war u. a. Dr. Claus Köhnlein, den man aber kurzfristig wieder ausgeladen hatte.

Die Federtiere-Kampagne war darüber besonders verärgert, und deshalb beklagte man sich am 15.05.07 bei Indymedia.org über das Verhalten des Bü90/Grüne, welches mit dem Wort „erbärmlich“ beschrieben wurde. Neben einer rassistischen Haltung gegenüber Afrika warf man der Landesfraktion mangelndes Demokratieverständnis sowie rückgratloses Verhalten vor (siehe: Indymedia ).

Aids-Leugner nicht erwünscht
Der Hinweis zu der Veranstaltung von Bü90/Grüne war in zahlreichen Foren publiziert, u. a. auch bei Hünerinfo.

Ein Foren-User hatte sich wohl in etwas negativer Weise über Dr. Köhnlein geäußert, was – nach Meinung des Autors bei Indymedia – der Grund für die Ausladung von Dr. Köhnlein war. Jener Foren-User hatte – mit Bezug auf Dr. von Paleskes Berichte (siehe Linkezeitung sowie info.gov ) – auf die Situation in Afrika aufmerksam gemacht und u. a. bemerkt, dass die „Regierung Südafrikas nach sechs Jahren endlich zu Verstand gekommen sei“.

Wie uns schon von Dr. von Paleske, der als leitender Arzt in Botswana tätig ist, berichtet wurde, war die Regierung in Südafrika lange Zeit von der Meinung der Aids-Leugner beeinflusst und hatte dem südafrikanischen Volk den Zugang zur HIV-Medikation erschwert.

Dr. Köhnlein war eines der Mitglieder des südafrikanischen „Presidential Aids Advisory Panel“, das Thabo Mbeki, Präsident Südafrikas, im Jahre 2000 gegründet hat (siehe hier ). Dort wurde unter anderem die These diskutiert, dass Aids keine Krankheit an sich ist, sondern eine Folge von Armut und Mangelernährung. HIV ist nicht die Ursache von Aids und HIV ist nicht sexuell übertragbar, so die Meinung der Aids-Leugner.

Und in der Zwischenzeit sind 5 Millionen Südafrikaner mit dem HIV-Virus infiziert, es kommt täglich zu etwa 1500 Neuansteckungen und rund 900 Menschen sterben täglich an den Folgen von Aids, wie uns Dr. von Paleske aus Südafrika berichtete .

Völkermord durch Nichtstun (Unterlassung)
Professor Nicoli Nattrass, Direktorin der “AIDS and Society Research Unit” in Kapstadt/Südafrika, sagte in einem Kommentar beim Mail and Guardian über Mbeki, sein Problem sei gewesen, dass er sich zu den wissenschaftlich diskreditierten und nicht bewiesenen Thesen der Aids-Leugner hingezogen fühlte und er den HIV/Aids-Patienten den Zugang zur antiretroviralen Therapie erschwert hätte. Nach einem demographischen Modell hätte er während seiner Amtsperiode mindestens 170000 HIV-Neuinfektionen verhindern und 340000 Todesfälle vermeiden können, so Nattrass (siehe: Now in fiction: the president on Aids, Nicoli Nattrass, Mail & Guardianvom 23.07.07

Peter Mandelson, EU-Kommissionsmitglied, sagte schon 2002 anlässlich eines Besuches in Durban, Mbekis Verhalten müsste als „Völkermord durch Nichtstun“ bezeichnet werden (siehe Genocide by sloth, Peter Mandelson, New Statesman 18.02.2002 ).

Interessant ist auch zu wissen, was man an der Universität in Berkeley über Professor Peter Duesberg, dem Initiator der Aids-Leugner Szene, denkt. Stephen Martin, ein Immunologe von der Universität Berkeley, schrieb über Duesberg Folgendes:

“Peter Duesberg was one of my professors at Berkeley. Peter is an organic chemist who made his name conducting research on retroviruses…but not the HIV virus…………………………….
Peter is a mean spirited person with tunnel vision, and nothing is going to change him.
Peter once said that science was not a popularity contest. He is absolutely right. And he has the right to disagree to accepted dogma. But after 20 years, and tens of thousands of research papers, you’d think he would get the message that the HIV virus does indeed cause AIDS.” (Quelle)

Im Newsletter der “International Aids Society (IAS)” war über David Rasnick, Aids-Leugner und Co-Autor (neben Duesberg und Köhnlein) des Artikels “The chemical bases of the various AIDS epidemics: recreational drugs, anti-viral chemotherapy and malnutrition” (J. Biosci. 2003, 28: 383-412), Folgendes zu lesen (Seite 5):

“David Rasnick, an AIDS denialist, was employed by Rath to help conduct illegal “clinical trials” of these micronutrients, the results of which were published in a full-page, very expensive advertisement in The New York Times10. Similar advertisements in the South African press, urging South Africans with HIV to reject antiviral medications, are no longer permitted as a result of rulings by the Advertising Standards Authority of South Africa (ASASA).
Rasnick repeatedly misrepresented himself in the South African press as having a formal affiliation at the University of California, Berkeley; although his eccentric views on HIV/AIDS are similar to those of that university’s Professor Peter Duesberg, Rasnick himself has no status there.” (Quellen: IAS Newsletter vom März 2007 und Citizen

Nebenbei bemerkt, der Artikel von Duesberg, Köhnlein und Rasnick ist eine viel zitierte Referenz in dem Buch „Virus Wahn“.

H5N1 – eine geistige Epidemie? Erster Teil
H5N1 – eine geistige Epidemie? Zweiter Teil: Rassismus als Grund für die Ausladung?
H5N1 – eine geistige Epidemie? Dritter Teil
1 Million Franken für die elektronenmikroskopische Aufnahme des H5N1-Virus

surveillance

Nummerierung der Bundesbürger – Kein Schnüffeln unter dieser Nummer?

Karl Weiss – Ein Kommentator der deutschen Financial Times mit dem Titel „Kein Schnüffeln unter dieser Nummer“ vom 8. August schlägt gegen die lebenslängliche Steuernummer aller Bundesbürger vor, sich eine falsche zuzulegen, die man immer angibt, wenn jemand Unberechtigter die Nummer verlangt – oder Schäubles Nummer zu verwenden.

Eines der Überbleibsel aus jener Zeit, als man dem deutschen Bundesbürger den „liberalen Rechtsstaat“ vorspielte, war die Abwesenheit einer Nummer für jeden Bürger. Man konnte sich im Licht sonnen, man sei keine Nummer in diesem Land. Es hat sich ausgesonnt! Neben dem vorbeugenden Todesschuss bei Terrorverdacht wird nun die lebenslange Steuernummer für jeden Bundesbürger eingeführt.

Was daran schlecht ist? Sie kann missbraucht werden. Genau das ist nämlich in den USA mit der dortigen einzigen Nummer der Fall, die jeder US-Bürger verpasst bekommt: Die `Social Security Number` SSN.

Natürlich wird mit treuem Augenaufschlag versichert, die Nummer werde außer für Steuerzwecke nicht verwendet. Was von diesen Zusagen zu halten ist, hat man bei der Lkw-Maut gesehen. Die Verwendung für Personenwagen sei nicht vorgesehen, hieß es damals. Jeder weiß, genau dies ist jetzt bereits in Vorbereitung, Beckstein sei Dank. Auch sollten die Kontrollkameras des Toll-Systems nicht zur Bürgerüberwachung eingesetzt werden (Stichwort Bewegungsprofil). Genau das wird jetzt vorbereitet. Natürlich nur wegen der akuten Terrorgefahr.

Die Gesichtserkennung der Videokameras für das Bewegungsprofil sei nicht vorgesehen. Wollen Sie eine Wette abschließen, wann sie eingeführt wird? Die Fingerabdrücke der Bundesbürger für den neuen Pass würden zu nichts anderem verwendet. Es steht bereits der Regierungsbeschluss, sie allen Polizei-Dienststellen zur Verfügung zu stellen in einer zentralen Kartei.

In den USA verlangt jeder Arzt die SSN, bevor er überhaupt den Patienten ansieht. Seine Helferin hat dann auch bereits abgecheckt (Zentrales Register), ob sie mit dem angegebenen Namen übereinstimmt. Das Gleiche bei der Bank, bei jeglicher Behörde, an den Universitäten, bei dem Provider des Internet-Anschlusses, der Handy-Firma usw.

Die Verbindung von SSN und Name mit Adresse und einem weiteren Kennzeichen kann zum Erstellen von Profilen führen, für die bereits eine ganze Industrie in den USA entstanden ist. Diese verkauft solche Profile – hauptsächlich von zahlungskräftigen Personen – an die Reklame-Versender – zu recht beachtlichen Preisen. Wer einmal in diese Mühle geraten ist, braucht jeden Tag lange, bis er eventuelle wirkliche Briefe an ihn aus dem sackweisen Müll herausfindet, der sich in und an seinem Briefkasten einfindet.

Nicht zuletzt hilft eine Nummer auch der Polizei und der Stasi, Namen eindeutig bestimmten Personen zuzuordnen, wenn jemand zum Beispiel John Brown (oder Hans Müller) heisst.

Die Financial Times Deutschland hat sich inzwischen bereits einen Namen gemacht mit einer Reihe von Journalisten, die nicht einfach nur „Mainstream“ nachbeten. Sie war die einzige Veröffentlichung aus den bürgerlichen Massenmedien, die z.B. die seit Beginn 2006 offensichtlichen Anzeichen der Entwicklung zu einer Wirtschaftskrise nicht einfach geleugnet und die plötzlich erreichte Krisenfreiheit des Kapitalismus behauptet hätte.

So ist auch diesmal der Kommentar von Martin Virtel zum Thema der lebenslangen Nummerierung der Bundesbürger kritisch. Allerdings meint er, man könne dem Missbrauch der Nummer ausweichen, indem man einfach eine falsche Nummer angibt oder die Nummer von Herrn Schäuble, herausgefunden vom Chaos Computer Club.

So leicht wird es allerdings nicht, denn jeder wird den Zusammenhang der Nummer mit dem Namen in einem öffentlich zugänglichen Register überprüfen können. Ach, Sie meinen, es sei bereits zugesichert worden, ein solches Register werde es nicht geben?

spionage

CIA Top Dirty Spy Dangles Bait

Cryptome – With little fanfare, Jose A. Rodriguez Jr, who heads the National Clandestine Service (NCS) — the spies, torturers, and terrorists of the CIA — had his cover lifted about a month ago. CIA spokesman Mark Mansfield said the driving factor was his interest in publicly participating in minority recruitment events. The real reason could be he is interested in spending some time at his expensive home in a housing development in the northeast corner of Loudoun County, VA, with his wife Millie. He’s also retiring later this year after more than three decades with the agency.


The most important man in the U.S. spy game: Jose A. Rodriguez Jr

Rodriguez is the most important man in the U.S. spy game whose name you probably never knew. When he was mentioned publicly before now, he was referred to only as „Jose.“ However, we published an article about him on Wikipedia over a year ago.

Rodriguez became head of the CIA’s clandestine service in November 2004.

Jose Rodriguez is a native of Puerto Rico. Rodriguez apparently was a military attache — a MILGP or MILGRP (US Military Group) „commander“ (supposedly an Army colonel) — at the US Embassy in Argentina from 1994-1996. Officially a Military Group officer advises the US ambassador on military matters and is a liason between the US Government and the host country’s security and military forces (actually, a funnel for money, arms, and intelligence). US diplomats, even military officers such as the US naval attache in Venezuela, Lt. Commander John Correa, ousted last year for espionage against Venezuela, often are CIA operatives. The CIA turncoat Aldrich Ames once posed as a military officer, and it’s likely that Rodriguez was doing so in Argentina.

Besides recruiting the real spies (most of which are traitors to the host countries rather than Americans), CIA overseas agents (posing as diplomats in US embassies) aid US-puppet governments, no matter how repressive, and seek to overthrow independence-minded host governments (like Hugo Chavez’s), no matter how democratic.

During the tenure of Ernesto Samper as president of Colombia (Aug. 1994 to Aug. 1998), Rodriguez began serving as the CIA’s station chief in Bogota, Colombia. Rodriguez probably served as COS in Bogota sometime between 1996 and 1998. Soon after Samper became president, the CIA pressured him to assist them in their war, basically a turf war, against the Cali cocaine cartel. Possible enmity between Samper and Rodriguez later caused problems for former US Secretary of State Henry Kissinger as explained below.

Apparently the CIA tried to muscle in on the drug profits of the cartel and blackmail Samper to obtain influence for the CIA and/or the USA. (Is the CIA working for the US, for US business interests, for itself, for some other faction, to line its operatives‘ pockets — or all of the above?)

Regarding a 1997 incident, according to Jason Vest of The Nation magzine, Rodguez has been criticized by Agency officers for helping out a „friend“ arrested for drug offenses in Latin America. The true story is apt to be much more complicated than that. Rodriguez could claim he was acting in the line of duty by protecting a CIA asset (foreign „assets“ are foreign nationals who do the bulk of the CIA’s spy work) or investigation.

In 1999 Rodriguez was the chief of the large CIA station in Mexico with perhaps 500 agents.

Jose A. Rodriguez next became the chief of the Latin America Division of the Operations Directorate of the CIA, presumably back at the McLean, VA, headquarters. (Most CIA employees live in McLean and other small towns in Virginia, as well as Washington DC.) The Latin American division is considered obscure by CIA-watchers, but CIA fight-provocation among neighboring nations, and subversion within individual nations, was perfected there, notably in Nicaragua, Honduras, and El Savador in the Iran-contra era (1980s)

Provocation and regime-changing skills are especially desirable to the CIA in the Middle East and Latin America right now.

Jose Rodriguez assumed in about May 2002 the post of Director of the CIA’s Counterterrorism Center (CTC), near the top of the CIA totem pole. He was at this job as George W. Bush putsch-making gathered steam in the wake of 9/11/2001. Rodriguez as D-CTC may have been one reason Henry Kissinger resigned (in Dec. 2002) as chairman of the commission investigating 9/11. Kissinger had been paid as a consultant (apparently in the period 2001-2002) by Ernesto Samper, and the 9/11 job would have involved interfacing with Rodriguez, an old Samper antagonist.

Jose A. Rodriguez was promoted to become the CIA’s Deputy Director for Operations in November 2004, succeeding Stephen Kappes. This is perhaps the CIA’s No. 2 position in terms of power and put him in charge of the CIA’s clandedestine (spying and dirty tricks) operations, including illegal renditions and operation of illegal „black hole“ prisons for Muslims. In this job Rodriguez had to sign off on all applications of „harsh interrogation“ methods (torture).

Rodriguez dropped out of sight soon after his appointment was announced in the media, but the CIA never reported any reassignment for him.

After the 2005 reorganization of the Intelligence Community under Director of National Intelligence John Negroponte, Jose Rodriguez continued as the head of CIA clandestine operations. This is basically his old job (DDO) with a new title, Director of the National Clandestine Service, and new responsibilities to oversee day-to-day operations of all intelligence gathering by America’s human (more or less) agents.

This would include agencies besides the CIA, but not electronic data mining and other methods besides HUMINT.

On February 7, 2006, Rodriguez fired his successor as Director of the Counterterrorism Center, Robert Grenier, for not being „aggressive“ enough in dealing with terrorists (not vicious enough).

Rodriguez’s publicity shyness compared to his predecessors apparently was in deference to his wife’s desire to pursue a career as a physical trainer rather than any requirement of his job.

(Interestingly, there is another Jose A. Rodriguez, supposedly a professor at the University of Barcelona in Spain, who is a world-class expert on antiterrorist methods, especially the use of communications intercepted by the National Security Administration (NSA). This „professor“ is even more elusive than the NCS/CIA man.)

afrika

Südafrika: Thabo Mbekis erneutes Versagen in der AIDS Krise-Ministerin gefeuert

Dr. Alexander von Paleske – Zum ersten Mal seit Jahren wurde in Südafrika vor einer Woche ein leichter Rückgang in der Zahl der HIV-Infizierten gemeldet, von 5,54 Millionen im Jahre 2005 auf 5,41 Millionen im Jahre 2006, nachdem es in all den Jahren zuvor zu einem teils dramatischen Anstieg der Zahl der HIV Infizierten und damit parallel der an HIV-AIDS Verstorbenen gekommen war.

Am signifikantesten war der Rückgang bei der Gruppe der Frauen unter 20, hier fiel die Inzidenz von 15,9% auf 13,7%. Erschreckend hoch aber weiterhin der Anteil HIV-positiver Schwangerer in der Altersgruppe der 25-29 jährigen, hier sind 38,7% mit dem Virus infiziert, aber auch hier ein kleiner Rückgang von 39,5% im Jahre 2005. Der Rückgang ist der Erfolg der Kampagnen von Gruppen wie der TAC um Zackie Achmat, aber auch der Aufklärungskampagnen in vielen Grossbetrieben wie BMW und Mercedes, die mit Verlusten an ausgebildeten Arbeitskräften und hohem Krankenstand konfrontiert waren.

Mbeki und die HIV-AIDS Wahnfahrt
Verantwortung an der Ausbreitung dieser Seuche trägt zu einem erheblichen Mass der Präsident Thabo Mbeki. Er begab sich auf eine sechsjährige Wahnfahrt in Sachen AIDS, gestützt auf den absurden Thesen der HIV-AIDS Leugner wie den deutschen Arzt Claus Köhnlein und den US Professor Duesberg. Volle Unterstützung erhielt er dabei von seiner Gesundheitsministerin, die es als ausgebildete Ärztin ja nun wirklich besser wissen sollte.

Endlich, im November letzten Jahres, wurde diese Wahnfahrt auch offiziell beendet.

Die Gesundheitsministerin Manto Tshabalala Msimang musste sich einer Lebertransplantation unterziehen und die stellvertretende Ministerin Nozizwe Madlala-Routledge nahm das Heft in die Hand. Sie beendete nicht nur offiziell die Wahnfahrt sondern suchte und fand den Kontakt mit allen Gruppen, die sich die Bekämpfung der HIV-Seuche und die umfassende Behandlung der Ininfizierten zum Ziel gesetzt hatten. Ein frischer Wind wehte nicht nur durch das Gesundheitsministerium sondern durch Südafrika.

Allgemein wurde erwartet, dass Manto Tshabalala Msimang, die vor einem Jahr bei der internationalen AIDS Konferenz in Toronto/Kanada durch die Propagierung von Roten Beeten und Knoblauch als AIDS Heilmittel sich der Lächerlichkeit preisgegeben hatte, nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus von Mbeki auf das Altenteil abgeschoben würde. Das geschah jedoch nicht, Manto kehrte in das Gesundheitsministerium zurück, stattdessen wurde Madlala-Routledge am 8.8. von Thabo Mbeki gefeuert.

Die Hintergründe der Entlassung einer kompetenten Ministerin
Mbeki nutzte eine angeblich nicht autorisierte Reise Madlala-Routledge zu einer AIDS-Vakzine- Konferenz in Spanien als Vorwand. Die Reise war ursprünglich als reine Routineangelegenheit gebilligt worden, dies strich der Präsident aber höchstpersönlich und vermerkte handschriftlich „not approved“ Zu diesem Zeitpunkt war die Ministerin bereits im Flugzeug auf dem Weg nach Spanien.

Als nach ihrer Ankunft in Spanien die Entscheidung des Präsidenten ihr mitgeteilt wurde, kehrte sie sofort nach Südafrika zurück.

Dort forderte Mbeki sie auf, zurückzutreten. Sie erbat sich Bedenkzeit und weigerte sich aber dann, der Aufforderung nachzukommen. Daraufhin feuerte sie der Präsident am Mittwochabend.

Mbeki und sein Kampf für das Vergessen
Mbeki versucht gerade, seine Wahnfahrt in Sachen AIDS vergessen zu machen. Dazu ist jüngst ein Buch des bezahlten Schreibers Ronald Suresh Roberts „Thabo Mbeki – Fit to Govern“ herausgekommen, der Mbeki schon immer in vorderster Front im Kampf gegen AIDS beschreibt, wir berichteten darüber.

Mbeki brauchte deshalb für sich Ruhe an der AIDS Front. Aber Madlala Routledge wollte aus guten Gründen angesichts der AIDS Katastrophe keine Ruhe geben, so forderte sie auch mehr öffentliches Engagement der Regierung z.B. das öffentliche Testen von Regierungsmitgliedern, sie ging mit gutem Beispiel voran, um der Krankheit das Stigma zu nehmen und die Botschaft „Know your Status“ zu verbreiten.

Und Madlala Routledge ging „vor Ort“, wenn inakzeptable Zustände in Krankenhäusern ihr bekannt wurden, wie zuletzt im Frere Krankenhaus in der Eastern Cape Provinz, wo Säuglinge mangels adäquater Behandlung in hoher Zahl sterben. Sie nannte das Krankenhaus eine nationale Katastrophe.

Manto Tshabalala die Gesundheitsministerin schickte sofort ein inkompetentes Jubelteam dorthin, das sogleich verkündete: „Alles gar nicht so schlimm“. Für Mbeki, der sich mit einem Küchenkabinett von Ja-Sagern umgibt, war jetzt das Mass voll.

Keine Änderung der AIDS-Politik
Das Feuern der stellvertretenden Ministerin stellt daher, anders als gemeldet, keine grundsätzliche Änderung in der AIDS Politik dar, sie ist eher ein Ausdruck von Mbekis Unfähigkeit. Er ist, wie wir ihn bereits in mehreren Artikel beschrieben haben: Stark in Intrigen, schwach im Regieren“.

Seine Entscheidung wurde in der südafrikanischen Presse scharf kritisiert. Frau Madlala-Routledge wurde am 9.8. hingegen bei ihrer Rückkehr nach Kapstadt am Flughafen von vielen Menschen begeistert begrüsst – Heroe’s Welcome.

Machtkampf in Südafrika und Gipfel in Ghana
Südafrika: Thabo Mbekis Abschlussplan ohne AIDS
Kampf gegen AIDS: Gesundheitsministerin bevorzugt Gemüse statt Kondome
Das Ende einer Wahnfahrt – Südafrika wendet sich von den Virusleugnern ab
Südafrika: Thabo Mbeki auf dem Kriegspfad
Südafrika: Tokyo Sexwale kandidiert
Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?
Machtkampf am Kap
Bulelani Ngcuka and his Apartheid Soldiers

Krieg

Jojo-Effekt beim Krieg gegen den Terror

Michael Schulze von Glaßer – „Die Lage ist ernster denn je“, sagte er. Es stelle sich nicht mehr die Frage, ob etwas passiere, sondern nur noch wann und wo der nächste Anschlag Europa treffe, wird der Direktor der Europäischen Polizeibehörde Europol, Max-Peter Ratzel, kürzlich in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ zitiert.


Max-Peter Ratzel, Direktor der Europäischen Polizeibehörde Europol Foto dpa

Die Bilder von neuerlichen Anschlagsversuchen in London und der Terroranschlag am Flughafen von Glasgow sind noch frisch in den Köpfen. Eine neue Warnung vor Terroranschlägen erreichte auch Deutschland vor wenigen Wochen. Beinahe regelmäßig schürt die Bundesregierung neue Angst vor Selbstmordanschlägen und propagiert das Feindbild vom bösen islamischen Fanatiker, der so viele Menschen wir möglich mit in den Tod reißen will.

Hysterie mit neuer Note

Die Hysterie bekommt nun jedoch eine neue Note: Nun sollen sich auch drei Deutsche in Ausbildungslagern, in denen den Probanden das Töten beigebracht wird, in so genannte Terror-Camps, befinden; quasi ein Militärcamp. Das Camp soll sich im Hindukusch-Gebirge, in der Grenzregion zwischen Pakistan und Afghanistan, befinden. Das schwer zugängliche Gebirge hat eine Ausdehnung von 1.200 Kilometern in ost-westlicher Richtung und eine Breite von rund 240 Kilometern. Mehrere Gletscher durchziehen das Gebirge, dass von einigen weit über 7.000 Meter hohen Bergen geprägt ist – ein perfektes Versteck.

Nicht zu vergessen ist jedoch, dass mittlerweile 48.000 Soldaten der NATO und über 21.000 Soldaten der afghanischen Nationalarmee auf der Jagd nach Taliban-Anhängern und eben solchen Terror-Camps sind. Diesen zumeist US-amerikanischen Truppen stehen modernste Techniken zur Verfügung. Deren Militärflugzeuge und Satelliten können auch bei Nacht gestochen scharfe Bilder von der Region machen – so schwer kann die Suche nach solchen Camps also nicht sein.

192 Missionen & Terror-Camp nicht gefunden
Erst im April entsandte die Bundesregierung, gegen die eindeutige Mehrheit der Bevölkerung, sechs Tornado-Kampfflugzeuge mit hochauflösenden Kameras nach Afghanistan, um Ziele auszuspähen. Bis heute flogen die Düsenjäger 194 Aufklärungsmissionen und haben dieses angebliche Terror-Camp dabei nicht gefunden. So sprechen die Politiker der Koalition weiter von Terroranschlägen in Deutschland. Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält Selbstmordanschläge radikaler Islamisten in Deutschland „für möglich“. Die deutschen Geheimdienste sprechen von einer Bedrohungslage wie vor dem 11.September 2001 – jedoch wurde erst nach den Terroranschlägen in den USA Hysterie vor Bombenattentaten geschürt.


Tornado beim Aufklärungsflug Foto: Luftwaffe

Vor den Anschlägen in New York und Washington wurde in den Medien kaum über Terrorismus berichtet und auch die Regierung kümmerte sich wenig um dieses Thema. Grund für die erhöhte Anschlagsgefahr in Deutschland soll vor allem der Bundeswehreinsatz in Afghanistan sein. Dort sind gegenwärtig rund 3.500 Soldaten der Bundeswehr stationiert. Der Bundeswehreinsatz soll vor allem dazu beitragen die Lage in Afghanistan zu beruhigen und so die Ausbildung neuer Terroristen zu verhindern – doch der „Terror“ boomt. Noch nie verbreitete Terrorismus soviel Angst und Schrecken in der Welt wie heute. Was noch wichtiger ist: Noch nie beschnitten die Industrieländer ihre Grundrechte und somit ihre Freiheit so sehr wie nach dem 11.September 2001, um sich vor Terrorismus zu schützen.

Wie weit sich die Spirale der Gewalt noch drehen wird, bleibt abzuwarten. Noch ist Deutschland ein fast weißes Tuch auf der Landkarte der Terroranschläge nach dem „9/11“ doch auch dies könnte sich schnell ändern. Waffengewalt geht jedoch nicht nur von Terroristen, sondern auch von deutschem Boden in Form von Auslandseinsätzen der Bundeswehr aus. Doch schützen diese Einsätze die deutsche Bevölkerung wirklich?

„Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt“ sagte der damalige Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) in einer Bundestagsrede im März 2004. Heute nennt die Regierung gerade die Auslandseinsätze der Bundeswehr als Grund für die erhöhte Terrorgefahr – verkehrte Welt. Erst begründet die damals rot-grüne Bundesregierung den Afghanistan-Einsatz mit dem Schutz der deutschen Bevölkerung und nun warnt sie die Bevölkerung vor einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Terroranschlägen wegen eben diesem Auslandseinsatz. Ein Eingeständnis für das Scheitern des Anti-Terror Kampfes?

Ein paar Beispiele für einen „Jojo-Effekt beim Krieg gegen den Terror“:

Großbritannien
Das Königreich ist der engste Verbündete der USA beim „Krieg gegen den Terror“ und hat sowohl Afghanistan als auch den Irak zusammen mit den Amerikanern angegriffen.

Im Irak sind zurzeit rund 9.000 Britische Soldaten stationiert. Im Irak fallen die Soldaten immer wieder grausamen Anschlägen zum Opfer. Die nicht zu kontrollierende Lage im Irak war dann auch der Hauptgrund weswegen dem britischen Prinzen Harry der Einsatz als Spähtruppenführer im Irak verboten wurde – außerdem wäre er ein ideelles Anschlagsziel gewesen.

In Afghanistan sind etwa 4.000 britische Soldaten stationiert. Sie kämpfen gegenwärtig in der südlichen Provinz Helmand gegen die wieder erstarkenden Taliban. In dieser Provinz wird trotz britischer Besatzung mittlerweile sogar mehr Opium hergestellt als unter dem Regime der Taliban.

Das militärische Engagement der Briten im Irak und in Afghanistan ist immer wieder ein Grund für Terroranschläge die glücklicherweise oft vereitelt werden können. Am 7.Juli 2005 explodierten in der Londoner Innenstadt in drei U-Bah- Zügen und einem Doppeldeckerbus Bomben, denen insgesamt 52 Menschen zum Opfer fielen. Im Internet bekannte sich die „Geheime Gruppe von Al-Qaidas Dschihad in Europa” am selben Tag zu den Anschlägen. In einer Erklärung begründete die Gruppe die Anschläge als Vergeltung für die britischen Militäreinsätze. Ob es sich bei dieser Gruppe um Trittbrettfahrer oder die wirklichen Attentäter handelt, konnte jedoch bis heute nicht vollkommen geklärt werden. Fakt ist jedoch, dass drei der vier Attentäter aus Pakistan, dem engen Nachbarn von Afghanistan, kamen.

Am 21.Juli 2005, nur vierzehn Tage nach den Anschlägen auf den Londoner Nahverkehr, läuteten in der englischen Hauptstadt wieder die Alarmglocken. In mehreren Londoner U-Bahn-Zügen wurden Sprengsätze gefunden, die zeitgleich gezündet werden sollten. Der Anschlag lief jedoch schief, es kam nicht, wie von den Terroristen geplant, zur Explosion.

Im August 2006 griff die britische Polizei zu und verhaftete 21 Personen, denen vorgeworfen wird mindestens sechs britische Passagierflugzeuge zum Absturz bringen zu wollen. Die Täter wollten Bomben im Handgepäck an Bord der Maschinen bringen und sie in der Luft zünden. Seitdem dieser Plan aufgeflogen ist dürfen keine Flüssigkeiten mehr im Handgepäck von Passagieren mitgenommen werden.

Am 29.Juli 2007 wurden in der Londoner Innenstadt durch Zufall in mehreren geparkten Wagen Sprengsätze gefunden, die von der Polizei entschärft werden konnten. Warum es nicht zur Explosion kam ist noch ungeklärt, auch die Täter konnten noch nicht ermittelt werden. Jedoch wird die 7,5 Millionen-Einwohner-Stadt von etwa 500.000 Kameras überwacht, die nahezu jeden Winkel ablichten – die Videos werden sicher schnell zum Ermittlungserfolg führen. Hier ist anzumerken, dass Passanten auf den mit der Bombe bestückten Mercedes aufmerksam geworden sind und keine Polizisten an ihren Bildschirmen der Kameras den Wagen entdeckten. Der Mercedes älteren Baujahres soll laut Augenzeugenberichten gequalmt haben, was auf eine Fehlzündung der Bombe hindeutet.

Am 1.Juli 2007 rasten Terroristen mit ihrem mit Gas und anderen explosiven Stoffen präparierten Jeep in den Eingangsbereich des Internationalen Flughafens von Glasgow im Norden Großbritanniens.

Auch wenn die Motive der Terroristen bisher nie eindeutig geklärt worden sind, ist Großbritannien wegen seines Engagements im „Krieg gegen den Terror“ als größter Verbündeter von George W. Bush ins Fadenkreuz von Terroristen geraten.

Spanien
Terroranschläge in Spanien waren bisher nur von der baskischen Untergrundorganisation ETA bekannt. Spanien gehört zur „Koalition der Willigen“ und hatte bis ins Jahr 2004 rund 1.300 Soldaten im Irak stationiert.

Am 11.März 2004 wurden bei zehn Bombenexplosionen in der spanischen Hauptstadt Madrid 191 Menschen getötet. Über 2.000 Personen wurden verletzt, darunter zahlreiche schwer. Der Anschlag war nach dem auf eine Pan-Am-Maschine über dem schottischen Lockerbie (1988) der schlimmste in der EU.

Mittlerweile steht fest, dass die Bombenleger in Madrid zu einer Unterorganisation von Al Kaida gehören. Die Beteiligung Spaniens an der Besatzung des Irak war ein Motiv für die Anschläge und schlug sich massiv in der spanischen Politik nieder. Die Regierende „Partido Popular“ verlor bei den Parlamentswahlen drei Tage nach den Anschlägen deutlich. Die „Partido Popular“ schickte die Soldaten damals in den Irak. Den Wahlsieg trug die „PSOE“ unter ihrem heutigen Regierungspräsidenten José Luis Zapatero davon, die im Wahlkampf für den Abzug der spanischen Truppen aus dem Irak einstand. Dass Zapatero gewinnt und die spanischen Soldaten somit aus dem Irak abgezogen werden, war sicherlich ein Ziel der Bombenleger.

USA
Die USA sind die Initiatoren des „Krieges gegen den Terror“ den sie nach dem „9/11“ begannen. Im Irak stehen momentan rund 150.000 US-Soldaten und in Afghanistan sind etwa 20.000 US-Soldaten stationiert. Außerdem sind die USA weltweit im Einsatz „gegen den Terror“ und haben in beinahe allen Erdteilen Truppen stationiert. Nach dem 11.September 2001 gab es keinen Terroranschlag mehr in den USA, der dem Terrornetzwerk um Al Kaida oder anderen islamistischen Terroristen aus der Region Irak, Afghanistan, Pakistan zugerechnet werden kann. Terroristische Anschläge gegen die USA geschehen besonders im Irak, wo US-Besatzungstruppen beinahe täglich grausamen Anschlägen zum Opfer fallen.

Beim letzten großen Anschlag kamen am 29.Juni 2007 bei zwei Bombenanschlägen sechs US-Soldaten ums Leben. Über 3.500 US-Soldaten starben seit dem Anfang der Besatzung im März 2003. Der Grund weshalb es bisher keine weiteren Terroranschläge auf US-amerikanischen Boden gab, liegt wohl vor allem an der Unzugänglichkeit der USA. Das Land grenzt im Norden nur an Kanada und im Süden teilt sich das Land eine Grenze mit Mexiko. Die Grenze zu Kanada ist zwar lang aber kontrollierbar, ebenso wie die zu Mexiko.

Die Einreise in die USA wird durch penible Passkontrollen erschwert. Außerdem bekommen die Amerikaner zahlreiche Daten über Einreisende von anderen Staaten zugesandt. Des Weiteren haben die USA 16 Geheimdienste, die rund um die Uhr auf Jagd nach Terroristen sind. Die amerikanischen Anti-Terror Gesetzte und besonders der so genannten „Patriot Act“ beschnitten die Grundrechte der Menschen in den USA massiv. Die hohen Repressialien machen Terroristen das Leben schwer. Ob die Einschränkung der Grundrechte das wert ist, ist allerdings eine andere Frage.

Der Jojo-Effekt beim „Krieg gegen den Terror“
Wer sich am „Krieg gegen den Terror“ beteiligt, gerät ins Fadenkreuz von Terroristen. Ganz nach dem Motto „Gewalt erzeugt Gegengewalt“ schlagen sich die Menschen die Köpfe ein. Von einem „der Klügere gibt nach“ scheinen wir immer weiter entfernt. Und so darf es auch nicht wundern, dass die Kinder der von den Besatzern getöteten Iraker Rache an den ausländischen Besatzungstruppen ausüben oder Terroranschläge im Heimatland der Besatzer ausführen. Eine Radikalisierung der Menschen in Afghanistan oder im Irak muss durch humanitäre Hilfe verhindert werden. Schon die Statistik zeigt, wie falsch die Strategie der Besatzungstruppen in Afghanistan ist, wie das ZDF auf seiner Homepage berichtet:
Kämpfe haben in Afghanistan nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP seit Jahresbeginn mehr als 2800 Menschen das Leben gekostet. Nach Angaben der Vereinten Nationen und Menschenrechtsgruppen liegt die Zahl der zivilen Opfer bisher höher als die getöteter Aufständischer.
Ein absurdes Zahlenspiel bietet sich beim Vergleich zwischen den Opfern des „9/11“ und des Afghanistan Krieges. Etwa 3.000 Zivilisten kamen am 11.September 2001 bei den Terroranschlägen von New York und Washington ums Leben. Die US-Regierung legitimierte sich als Reaktion auf die Anschläge zum Krieg gegen Afghanistan. Allein vom 7.Oktober 2001 bis einschließlich dem 6. Dezember 2001 starben in Afghanistan nach Angaben der Juristenvereinigung „Lawyers against the war“ von der Universität in New Hampshire über 3.500 afghanische Zivilisten durch die Bombenangriffe.

Diese Zahl nehmen Terroristen dann wieder zum Anlass ihre Terroranschläge gegen die Besatzer zu legitimieren. Zahlen über tote Zivilisten im Irak und in Afghanistan finden sich aber nur schwer, da die Besatzer alles tun, um diese Zahlen zu vertuschen und herunterzuspielen. Neben der hohen Zahl ziviler Opfer bei den Kriegen schwindet nun auch die humanitäre Hilfe in dem Land am Hindukusch, was zur weiteren Verschlechterung der Situation führt: Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ zog sich im Juli 2004 nach 24 Jahren unabhängiger humanitärer Hilfe aus Afghanistan zurück. Grund war der Mord an Mitarbeitern in Afghanistan durch Taliban-Anhänger und die fehlende Sicherheit. In einer Pressemitteilung schreibt die Organisation:
Die Gewalt gegen humanitäre Helfer spielt sich vor dem Hintergrund einer zunehmenden Instrumentalisierung der Hilfe durch die US-geführte Koalition in Afghanistan ab. Ärzte ohne Grenzen zufolge missbrauchen die Koalitionsstreitkräfte die Hilfe beständig für ihre militärischen und politischen Ziele und versuchen damit, die „hearts and minds“ der afghanischen Bevölkerung zu gewinnen. Dadurch wird humanitäre Hilfe nicht mehr als unparteilich und neutral angesehen.
Auch andere Hilfsorganisationen sehen die Instrumentalisierung durch das Militär kritisch. Auch die deutsche Bundeswehr geriet in die Kritik weil sie der Afghanischen Bevölkerung auf Flugblättern damit drohte die humanitäre Hilfe (die ja nur von den Hilfsorganisationen ausgeht und nicht von der Bundeswehr) abzuziehen wenn die Bevölkerung sich nicht kooperativ verhielt. Caritas International plädiert in einer Pressemitteilung vom 13.Juni 2007 für einen Kurswechsel in der deutschen Afghanistan-Politik.

Sowohl die Caritas als auch das Deutsche Rote Kreuz fordern eine strikte Trennung zwischen militärischen und zivilen Aufgaben. „Wenn Soldaten als Helfer auftreten, kann dies die Neutralität der humanitären Hilfe gefährden – und somit auch das Leben der Helfer. Daher fordern wir klare Grenzen zwischen Militär und Helfern“, sagte der Präsident des DRK, Dr. Rudolf Seiters, kürzlich.

Ein Kurswechsel beim „Krieg gegen den Terror“ ist nicht in Sicht. Somit wird die Gefahr von Terroranschlägen in Deutschland und anderen Staaten, die am „Krieg gegen den Terror“ beteiligt sind, weiter steigen. Für Staaten, die keine Soldaten in Afghanistan oder im Irak haben, wie beispielsweise Italien oder Frankreich, ist das Risiko von Terroranschlägen durch Islamisten längst nicht so hoch. Selbst das Bundesverfassungsgericht verkennt in seinem Urteil vom 3. Juli 2007 zum Tornado-Kampfflugzeug Einsatz in Afghanistan die Realität und macht somit einen schwer wiegenden Fehler.

So heißt es in der Pressemitteilung des Karlsruher Gerichts: Der International Security Assistance Force (kurz ISAF) „Einsatz ist ersichtlich darauf ausgerichtet, nicht allein der Sicherheit Afghanistans, sondern auch und gerade der Sicherheit des euro-atlantischen Raums auch vor künftigen Angriffen zu dienen.“. Dass der ISAF-Einsatz gerade der Grund für neue Terroranschläge ist, bemerkten die acht Richter offensichtlich nicht. Politiker von Union und SPD forderten unlängst eine Ausweitung des Mandats für die neben der ISAF in Afghanistan operierende „Operation Enduring Freedom (OEF)“ und eine Verstärkung der Bodentruppen.

Seit der Besatzung Afghanistans Ende 2001 war die Argumentation zur Legitimation des Krieges im stetem Wandel. Hieß es anfangs noch, der Krieg sei zur Wahrung der Sicherheit der Industrienationen nötig, wie das Verfassungsgericht noch heute argumentiert, sprechen Militärs heute meist nur noch vom Schutz Afghanistans. „Wir sind hier, um den Afghanen zu helfen“, erklärte Generalmajor Bruno Kasdorf, Chef des Stabes im Kabuler Hauptquartier der ISAF, erst am 2.Juli im Telefoninterview mit deutschen Medienvertretern.

Fazit
Die westlichen Staaten werden durch den eigenen „Krieg gegen den Terror“ zunehmend bedroht. Dem Krieg in Afghanistan und dem Irak folgten Terroranschläge in den Ländern aus denen die Besatzer kommen. Selbst das Bundesverfassungsgericht verkennt den „Jojo-Effekt beim Krieg gegen den Terror“ und segnet jeden Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan oder sonst wo ab.

Wann werden die Länder die im „Krieg gegen den Terror“ sind verstehen, dass Krieg Terror ist?