Krieg

Krieg bedeutet Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke

Michael Schulze von Glaßer – George Orwell beschreibt in seinem Bestseller Roman „1984“ einen totalitären Überwachungs- und Präventivstaat in dem eine andere Meinung als die der Herrschenden unmöglich erscheint. Orwell stellt in seiner Anti-Utopie viele Instrumente der Unterdrückung vor, das wohl grausamste ist neben der Überwachung die Einführung einer neuen Sprache: Neusprech. Die Sprache wurde von der „Partei“ eingeführt um jede Art des alternativen Denkens zu unterbinden. Dies geschieht mit der Reduzierung des Wortschatzes und Sinnumkehrungen. Orwells Roman mag unwirklich und unrealistisch erscheinen, doch sind wir schon im Anfangsstadium seiner Anti-Utopie:

Luftsicherheitsgesetz
Der vom Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) erstellte Gesetzesentwurf, dessen Zulassung bisher vor dem Verfassungsgericht scheiterte, soll es Piloten deutscher Kampfflugzeuge erlauben mutmaßlich entführte Passagierflugzeuge abzuschießen bevor diese als Waffe missbraucht werden können. Dies hieße, dass über deutschem Boden mit Raketen geschossen würde, hunderte Menschen in dem Passagierflugzeug sterben müssten und das Flugzeugwrack irgendwo auf das dicht besiedelte Deutschland abstürzen würde. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden Terroristen mit der Maschine sensible Regierungsgebäude zerstören wollen. Diese würden bei einer Flugzeugentführung auch schon heute sofort benachrichtigt und evakuiert. Die Bezeichnung „Luftsicherheitsgesetz“ ist schlicht weg falsch, weil es keine Sicherheit bringt. Zumal es nicht das Problem der Flugzeugentführung, sondern nur ein Symptom „die entführte Maschine“ bekämpft.

Bundesministerium der Verteidigung
In Orwells Roman wird die Hauptfigur in das „Ministerium der Liebe“ verschleppt. Dort gibt es so genannte „Lustlager“. Nun warten dort jedoch keine Playmates auf die Hauptfigur sondern Folter, Verhöre und Gewalt. Beschönigungen wie in „1984“ lassen sich auch heute finden: Franz Josef Jung (CDU) ist deutscher Verteidigungsminister und Befürworter der Bundeswehreinsätze im Ausland. Doch verteidigt die Marine bei ihrem UNIFIL-Einsatz vor der libanesischen Küste wirklich Deutschland? Verhindert der Oberbefehlshaber mit dem Einsatz einen Krieg gegen die Bundesrepublik? Wird es nur einen Terroranschlag weniger in Deutschland geben, weil die deutsche Marine die libanesischen Gewässer bewacht? Das Wort „Verteidigungsminister“ ist ebenso falsch wie die Bezeichnung „Bundesministerium der Verteidigung“ denn verteidigen tun diese Deutschland zurzeit in keiner Weise.

Hochschulfreiheitsgesetz
Frei sein sollen auch die Hochschulen. Daher beschloss die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen im Oktober 2006 das so genannte „Hochschulfreiheitsgesetz“. Das Gesetz soll den Hochschulen mehr Autonomie ermöglichen und den Wettbewerb fördern. Dabei werden die Hochschulen den marktwirtschaftlichen Zwängen unterworfen und stehen nun im Wettbewerb zu einander. Die Folge: Bildung wird zur Ware. Nicht nur, dass es sich keine Hochschule mehr leisten kann keine Studiengebühren zu erheben, nun müssen auch Profite eingefahren werden und für die Universität geworben werden. Den Studenten, die an den Unis studieren, bringt die Mehrbelastung durch die Gebühren keine Freiheit. Noch freuen sich die Hochschulen über den schönen Schein im Kapitalismus frei zu sein. Es gab allerdings schon Meldungen darüber, dass die eingenommenen Studiengebühren sinnentfremdet verpraßt wurden und damit der ursprünglich genannte Zweck, der zur Einführung der Studiengebühren genannt wurde, nicht erfüllt wurde.

Freiwillige Ausreise und Begrüßungszentren
Diese beiden Begriffe wurden sogar schon zum Unwort des Jahres 2006 ( „Freiwillige Ausreise“) und 2004 („Begrüßungszentren“) prämiert. Von den Behörden wird als „Freiwillige Ausreise“ bezeichnet, wenn ein Asylbewerber „freiwillig“ in ihre Heimat zurückkehrt, um der Abschiebung mit Zwangsmitteln zu entgehen. Mit „Begrüßungszentren“ meinen Politiker und Behörden Auffanglager für ankommende, oft halb verhungerte Flüchtlinge. Diese Lager gibt es beispielsweise auf den Kanaren, wo in den letzten Monaten Tausende halb verhungerter Flüchtlinge mit kleinen Holzbooten eintrafen. Wenn es um die Ausländerpolitik geht, werden Wörter besonders gern verschleiert und beschönigt.

Operation Enduring Freedom (zu deutsch: Operation dauerhafte Freiheit)
Neben der Ausländerpolitik wird besonders beim anderen, für viele Politiker eher unangenehmen Thema verschleiert und die Öffentlichkeit mit sinnlosen Phrasen und Wörtern, deren Bedeutung die Realität verkennen, getäuscht. Ob der Einsatz der deutschen Marine, die am Horn von Afrika stationiert ist, irgend jemanden mehr Freiheit bringt ist ungewiss. Wie sagt der Volksmund doch: „Freiheit stirbt mir Sicherheit“ . Dauerhafte Freiheit soll die Militäroperation auch den Afghanen bringen, doch werden die Medien in dem durch Zensur-Land zunehmend unfreier, was nicht heißen soll, dass es nicht doch besser als unter den grausamen Taliban ist. Operationen werden meist im Krankenhaus durchgeführt und sind exakte Eingriffe eines Mediziners, um die Situation des Patienten erträglicher zu machen. Dass die US-Air Force Präzisionswaffen besitzt, darf nicht über den Tod unschuldiger Zivilisten durch amerikanische Waffen hinwegtäuschen. Sogar eine Atombombe könnten die Amerikaner wohl auf den Zentimeter genau in ein Ziel lenken, doch die Explosion würde alles im Umkreis von Kilometern zerstören. Was bringt die Präzision? Eine Beruhigung der (an Gedanken verarmten) Öffentlichkeit!

Natürlich liegt es immer am Betrachter wie die Wörter nun gedeutet werden, doch sollte der Inhalt der Wörter immer kritisch hinterfragt werden: Ist die Christlich Demokratische Union wirklich christlich, wenn Sie versucht so viele Mitmenschen wie möglich aus Deutschland auszuweisen? Was heißt: Kindgerechte Ausweisung wirklich? Was meinen Militaristen mit „friedenssichernden Maßnahmen“? Schützt der Inlandsgeheimdienst, das „Bundesamt für Verfassungsschutz“, wirklich die freiheitlich demokratische Grundordnung oder gefährdet der Geheimdienst diese sogar?

vermischtes

Jäger der vitalen Organe

Malte Olschewski – Hinter dem Glitzer der Modernisierung Chinas verbirgt sich ein dunkles Geheimnis. Zwei Entwicklungen hängen zusammen und führen zu einem begründeten Verdacht: Verhaftete Anhänger der Sekte Falun Gong werden mit oder ohne Prozess nur deswegen exekutiert, um frische Organe zu gewinnen, die dann gut zahlenden Ausländern eingesetzt werden. Die UNO will nun den Sonderermittler Manfred Nowak nach Peking entsenden.

Der kanadische Politiker David Kilgour und der Menschenrechtsaktivist David Matas haben nach längeren Recherchen in einer Studie (http://organharvestinvestigation.net) festgestellt, dass die Transplantationschirurgie in China genau dann einen plötzlichen Aufschwung genommen hat, als um 1999 die brutale Verfolgung gegen die Anhänger der eher harmlosen Sekte einsetzte. Bei Anfrage in einer im Internet werbenden Kliniken erfährt man die Preise: 30 000 Euro für eine neue Niere. Eine Leber kostet 70 000 und ein Herz rund 140 00 Euro. Die Kliniken rühmen die „Frische“ ihrer Organe. Mandarin sprechende Mitarbeiter Kilgours gaben sich in Anrufen als potentielle Kunden aus. Und bei allen Gesprächen versprach der jeweilige Klinikchef, er habe frische und passende Organe auf Lager, sodass der Interessent nur mit einer Wartezeit von wenigen Tagen zu rechnen habe.

Der Pekinger Vizegesundheitsminister Huang Jiehfu hatte im Dezember 2006 erklärt, dass die Mehrheit der transplantierten Organe hingerichteten Verbrechern entnommen worden seien. Dass verurteilte und exekutierte Personen richtiggehend „ausgeschlachtet“ werden, war schon vorher bekannt. Die Todeskandidaten werden meist mit umgehängten Schildern zu einem abgelegen Platz gefahren. Dort müssen sie niederknien. Dann tritt ein Soldat von hinten an sie heran. Er ist darauf spezialisiert, den Schuss in den Hinterkopf so abzufeuern, dass die weiter verwertbaren Augen nicht verletzt werden.

Die Kanadier äussern nun den Verdacht, dass viele Hinrichtungen nur deswegen geschehen, weil ausländische Kranke bereit sind, viel Geld für ein neues Organ zu zahlen. Neben den regulär Exekutierten sollen auch Häftlinge ohne Urteil nur mit dem Zweck der Organgewinnung hingerichtet werden. Das führt weiter zu dem Verdacht, dass viele Gefangene der Falun Gong-Sekte nur so lange am Leben erhalten werden, bis ein geeigneter Kunde auftaucht. Dann können Prozess, Urteil, Exekution und Organentnahme in nur einem Tag geschehen. Es können aber auch Sektenmitglieder in einen Hinterhof geführt werden und ohne Prozess erschossen werden.

Eine gewaltige Lücke
Über die gerichtlich verfügten Hinrichtungen in China werden keine Statistiken veröffentlicht. Schätzungen reichen von 1000 bis zu 10 000 Exekutionen pro Jahr. Etwa 30 000 Transplantationen sind in den Jahren von 1994 bis 1999 durchgeführt worden, worauf sich ihre Zahl in den nächsten fünf Jahren auf 90 000 erhöht hat. Hier klafft selbst bei Annahme von 10 000 Exekutionen pro Jahr und von 90 000 Transplantationen in fünf Jahren eine gewaltige Lücke. Aussagen geflüchteter Sektenmitglieder, wonach in abgelegen Gebieten wie etwa in Sujiatun KZ-artige Lager zur massenweisen Organentnahme unterhalten werden, erhalten neue Glaubwürdigkeit.

Hinzu kommt die Tatsache, dass die meisten Verpflanzungen in Militärkrankenhäusern und von Ärzten in Uniform durchgeführt werden. Viele Familien, die ihre in Haft gestorbenen Angehörigen noch einmal sehen durften, haben an den Leichen grössere, frisch vernähte Schnittwunden gesehen. Die Tranplantationen für ausländische Kunden werden unter höchster Geheimhaltung durchgeführt. Weder der Name des Spenders noch die Umstände seines Todes werden bekannt gegeben. Dem Empfänger wird lediglich versichert, dass das transplantierte Organ „frisch“ und der Spender nicht älter als 40 Jahre sei.

Die Sekte Falun Gong wird von den Behörden als eine “böse und politische Organisation“ eingeschätzt. Sie soll in ihrer Blütezeit in den Neunziger Jahren mit 70 Millionen Menschen mehr Mitglieder als die kommunistische Partei gehabt haben. Am 10.6.1999 gab der damalige Staats- und Parteichef Yang Tse Minh den Befehl zu ihrer gnadenloser Unterdrückung. Seitdem verfolgt das nach diesem Datum benannte „Büro 610“ die Sekte. Dahinter steht eine traditionelle Angst der Regierungen vor Volksreligionen, die früher oder später politische Forderungen stellen. Hinzu kommt, dass die Erinnerung an Vergangenes im chinesischen Bewußtsein noch lange verwurzelt bleibt.

Die Roten Turbane
Daher wurde die Falun Gong-Bewegung auch sofort mit den Gelben Turbanen, mit dem Roten Turbanen, dem Taiping- Aufstand und mit der Boxer-Revolution verglichen. Die „Gelben Turbane“ führten als eine religiöse Sekte Ende des 2. Jahrhunderts einen Bauernaufstand an. Man proklamierte gemeinsames Besitztum an allen Gütern und verehrte mit Huanglao einen neuen Gott. Die „Roten Turbane“ hatten mit ihrem Aufstand zwischen 1352 und 1365 die Mongolenherrschaft gestürzt und der Ming-Dynastie an die Macht gebracht. Der Taiping-Aufstand von 1851 bis 1864 wurde von einem zum Christentum konvertierten Mystiker angeführt und gilt mit 30 Millionen Toten als blutigster Bürgerkrieg der Weltgeschichte.

Der Boxeraufstand des Jahres 1900 richtete sich mit religiösen Argumenten gegen den gewachsenen Einfluss der europäischen Mächte. Indes ist Falun Gong weit davon entfernt, das chinesische Systen auch nur annähernd zu erschüttern. Die von „Meister Li“ proklamierte Lehre baut auf den alten Qigong-Übungen auf und sucht in der Meditation Harmonie zwischen Körper und Geist zu erzeugen. Das Symbol der mittlerweile weltweit tätigen Sekte ist ein fünffaches Hakenkreuz.

Der Verdacht gegen den Pekinger Transplantations-Boom ist in letzter Zeit mehrmals durch chinesische Ärzte erhärtet worden, die ins Ausland geflüchtet sind. So etwa war Hong Yuan in einem Krankenhaus in Shenyang tätig. Für die gegen Peking arbeitende Zeitung „Neue Epoche“ berichtete er von schaurigen Praktiken. Den Häftlingen werde Blut abgenommen, um sie künftigen Bedürfnissen anzupassen. Entsprechen ihre Werte denen des Kunden, so werden sie zur Exekution geführt. Der Häftling wird bei der Hinrichtung nur schwer verletzt, doch er stirbt nicht, da durch den Hirntod die „Frische“ der Organe leiden könnte. Er wird in die Klinik gebracht, wo ihm noch lebend die begehrten Organe entnommen werden. Der Spender stirbt, worauf sein Körper verbrannt wird. Die Angehörigen erhalten nur mehr seine Asche.

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Tratschundlaber

Sonja Wenger – Da war doch gerade erst der Opernball! Wir schreiben 2007 und noch immer rennen Weiber rum, die es toll finden, sich ein Krönchen auf das Köpfchen zu pappen. Souverän war da in Wien nur Paris – nämlich professionell gelangweilt –, auf der Strasse dagegen die Fans – professionell verdummt – mit selbst gebastelten «We love you Paris»-Schildern. Aber glücklicherweise dürfte bald nichts mehr übrig bleiben von der globalen Hohlheit, denn die Paris ist ja so dürr. Apropos dürr: Nach Keira Knightley will nun auch Kate Winslet klagen, weil ihr eine Zeitung unterstellte, sie habe einen Diätdoktor besucht.


Knightley: Wer unterstellt denn sowas

Und dabei konnte man sich mit ihr immer so schön identifizieren. Dafür ist der ehemalige Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten», Marc Walder, nun endlich, wo er sich so richtig wird austoben können, nämlich beim «Sonntagsblick». Noch mehr kritische Fragen zu Ausländern und der Schweizer Jugend, noch bunter, noch blöder, noch mehr Pseudopromis – ja Marc, gib es uns! Hoffentlich schicken die Ägypter nicht mehr so schnell ein Fax.

Doch wo lachende, da auch weinende Gesichter, denn nun bleibt die «SI» in ihrer Hilflosigkeit zurück. Bestes Beispiel: «2007 wird das Jahr der starken Frauen». Oho! Erst jetzt! Aber stimmt, man muss schon stark sein, um solchen Stuss immer wieder zu lesen. Als Beweis gab es 50 Porträts aus der Liste von Forbes «World’s 100 most Powerful Women”, unter anderen Hilary Clinton.

Da wird ihre Kandidatur fürs US-Präsidentenamt einfach mal so gutgeheissen, weil sie ne Frau ist – ok, alles ist besser als Georgie Porgie, trotzdem – die grösste Leistung der genannten Frauen – von Politikerinnen wie Sonia Gandhi, über die CEOs einiger globalen Konzerne bis hin zur britischen Queen – ist: dass «fast (fast!) alle Job und Familie unter einen Hut bringen». Toll! Das könnt ich auch mit soviel Schmutz an den Händen.

Aber unsereins will ja sauber bleiben und schaut sich lieber die Saubermänner für die nächste Mister-Schweiz-Wahl am 14. April an – natürlich in der «SI». Da sind also die üblichen Clowns, pardon, Klons des Vorjahrgewinners, einer des Vorvorvorjahrgewinners, und sonst nur Pepsodent. Und bevor sie abgeht und wir hier die amtierende Miss Schweiz fast erfolgreich mit Nichtbeachtung belohnt haben, nun doch noch: Der «Coop-Zeitung» erzählt Christa Rigozzi (23): «Ich koche zur Entspannung», und: «Ich liebe beides, Gemüse und Früchte. Mir schmecken vor allem Erdbeeren, Aprikosen, Kirschen und Mandarinen.» Wow!

Tratschundlaber erscheint im Berner ensuite Kulturmagazin
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vermischtes

Israel Singer geschockt: Er wurde aus Jüdischem Weltkongress geworfen

New York – Israel Singer, eine der herausragenden jüdischen Persönlichkeiten, ist aus dem World Jewish Congress (WJC) ausgeschieden. Gründe für das Ausscheiden ihres ehemaligen Generalsekretärs nannte die Organisation nicht.

„Israel Singer gehört dem WJC und seinen Organisationen nicht mehr an“, heisst es in einem auf den 14. März datierten internen Info-Brief des Jüdischen Weltkongresses. Darin werden Singers Einsatz für die Juden in der Sowjetunion, seine Enthüllungen zur Nazi-Vergangenheit des ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten und UNO-Generalsekretärs Kurt Waldheim sowie sein Einsatz für einen Dialog zwischen den Religionen gewürdigt.


Geschockt: Der herausragende Singer wurde vor die Tür gestellt.

Nach Informationen der israelischen Zeitung „Haaretz“ informierte der WJC-Vorsitzende Edgar Bronfman Singer in einer Konferenzschaltung über seinen Ausschluss. Dieser habe keine Möglichkeit gehabt, dazu Stellung zu nehmen.

Er sei völlig schockiert gewesen, berichteten Mitarbeiter dem Blatt. Bereits im Februar 2006 musste Singer alle Verantwortung für die Finanzen der Organisation abgeben, nachdem der damalige New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer eine mangelhafte Kontrolle des Umgangs mit Spenden kritisiert hatte.

Die israelischen Zeitungen berichteten am Donnerstagabend von einer tiefen Spaltung innerhalb des Jüdischen Weltkongresses. Laut Haaretz äusserten sich die Vertreter des WJC in Europa und Israel empört über Singers Ausschluss.

Sie hätten gegenüber Bronfman mit dem Abzug ihrer Organisationen aus dem Dachverband gedroht, sollte die Entscheidung nicht wieder rückgängig gemacht werden. Der WJC war 1936 als Reaktion auf die Judenverfolgung im Dritten Reich gegründet worden. Inzwischen umfasst er die jüdischen Gemeinden in mehr als 80 Ländern.

afrika

Simbabwe vor Bürgerkrieg

Dr. Alexander von Paleske – In Zimbabwe mehren sich die Anzeichen, dass es zu einer offenen Auseinandersetzung der Bevölkerung mit der Regierung Mugabe kommen wird. Gestern früh wurden zwei Polizeistationen in Harare, der Hauptstadt, mit Molotowcocktails angegriffen. Auch in Gweru, der viertgrössten Stadt, gab es einen Brandanschlag auf eine Polizeistation.

In Bulawayo, der zweitgrössten Stadt, wurden heute früh Barrikaden mit brennenden Reifen in zwei Townships errichtet. Die Lage kann angesichts des weitverbreiteteten Hungers nur als explosiv bezeichnet werden. Die Preise für Lebensmittel haben sich in den letzten Wochen verzsiebzehnfacht.

Die Regierung Mugabes plant, den Notstand auszurufen um damit wahllose unbefristete Verhaftungen zu ermöglichen und Ausgangssperren zu verhängen. In dieser Lage ist es heute zu einem unangekündigten überraschenden Besuch des tansanischen Präsidenten Jakaya Kikwete gekommen, um vermittelnd tätig zu werden, ohne greifbaren Erfolg.

Mugabe ist nicht daran interessiert, abzutreten oder eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden. Er will weiterregieren, gegen das Volk, koste es, was es wolle.

Bereits in Accra/Ghana hatten mehrere afrikanische Staatsmänner, die dort an dem 50 jährigen Staatsjubiläum teilnahmen, darunter auch Südafrikas Thabo Mbeki, versucht, Mugabe zum Abdanken zu bewegen, zumindest aber sich im nächsten Jahr nicht zur Wiederwahl zu stellen.
Alles abgelehnt.

Es gibt offenbar nur eine Sprache, die Mugabe versteht, die der Gewalt. Dazu scheint die Bevölkerung offenbar jetzt bereit.

Präsident der Afrikanischen Union distanziert sich von Mugabe
Simbabwe: Oppositionspolitiker schwer gefoltert
Mugabes Ende naht, Polizei schiesst mit scharfer Munition.
Zimbabwes Diktator Mugabe feiert seinen 83. Geburtstag – und sein Volk hungert
Ob die Israelis noch zuhören? Seht euch Zimbabwe an!
Zimbabwe: Mugabes Umzug ins Paradies

Krieg

Ist der Iran-Krieg abgesagt?

Karl Weiss – In einem wirklich Aufsehen erregenden Artikel hat Michael Schulze von Glaßer in „Journalismus – Nachrichten von heute“ die Frage gestellt „Kann der Iran erobert werden?“ und kommt zu dem Schluss: Nein.

Allerdings darf man die Frage stellen, ob die Frage richtig gestellt ist. Kann, soll, muss es das Ziel des US-Imperiums sein, den Iran zu erobern? Auch auf diese Frage lautet die Antwort: Nein.

Eine imperiale Macht, wenn sie auf Expansion und Machtabsicherung drängt, hat ein wesentliches Ziel: Kontrolle.

Kontrolle bedeutet im Fall Iran dreierlei: Kontrolle über die wesentlichen Ölfelder und den Ölexport, Kontrolle über wesentliche Teile der Wirtschaft des Iran und Kontrolle über die geostrategisch wichtigen Punkte des Landes.

Kriegsplan nicht auf Eroberung Irans ausgerichtet
Um diese Kontrolle zu haben, muss der Iran keineswegs erobert werden. Die großen Ölvorkommen des Iran sind fast alle im Westteil des Landes und in Plattformen im Persischen Golf gelegen, konzentriert fast völlig auf einige Provinzen: Jene, die an den Irak grenzen und an den Persischen Golf bis hinunter zur Straße von Hormuz, wo über eine Meerenge von kaum 50 km fast 1/3 des weltweit exportierten Erdöls vorbei schwimmt. Provinzen: Kurdistan, Kermanschah, Ilam, Khusestan, Busher, Fars und Hormozgan mit insgesamt etwa 13 Millionen der 70 Millionen Einwohner (weniger als 19 %).


Schwimmt Bush auf der Macht der Angst?

Wer diese Provinzen kontrolliert, hat die Ölkontrolle und die über den wesentlichen geostrategischen Punkt: Die Straße von Hormuz. Wird der Rest des Landes zerstört, ist damit auch jede ins Gewicht fallende wirtschaftliche Tätigkeit außerhalb dieser Provinz beseitigt.

Nach Einschätzung von Militärstrategen ist daher der Kriegsplan von USA/Israel gar nicht auf eine Eroberung des Irans ausgerichtet. Man will vielmehr nach diesem Plan in einem raschen Schlag lediglich jene Provinzen im Westteil des Irans besetzen. Dem würden in den ersten Wochen des Krieges massive Bombardierungen dieses Teiles des Irans vorausgehen, natürlich unter Aussparen der Ölquellen. Man wird nicht nur alle erkennbaren militärischen Einrichtungen angreifen, sondern schlicht und einfach alles, was nicht Ölquelle ist, also die Bevölkerung dort weitgehend ausrotten.

In die Steinzeit bomben
Das ist mit den modernen Bomben von USA/Israel in einer etwa einmonatigen Bombardierungskampagne zu schaffen. Danach würde man in die zertrümmerten Provinzen einmarschieren und die Ölquellen übernehmen.

Dann ginge der Krieg aber weiter: Wie im damaligen Jugoslawien, heute Serbien, bereits erprobt, kann man im Rest des Landes (einschließlich Teheran) jegliche wirtschaftliche Aktivität zerbomben und damit, wie es im Vietnamkrieg ein US-General aussprach, „das Land in die Steinzeit zurückbomben“.

In Nordvietnam war zur Zeit der damaligen Bombenangriffe ein Überleben fast nur in unterirdischen Bauten möglich – und auch dort nicht immer. Um im ganzen Rest-Iran fast jeden Meter Boden umgepflügt zu haben, muss man „nur“ etwa vier Jahre bomben (das war in etwa die Zeit, die Nordvietnam bombardiert wurde).

Genauer gesagt, wird es gar nicht nötig sein, so lange und mit Bombenteppichen zu bomben wie in Vietnam. Moderne Klusterbomben, die hauptsächlich gegen Menschen wirken (‚weiche Ziele’, wie sich die entmenschten Militärs auszudrücken pflegen) werden in Städten und Dörfern eingesetzt, die riesigen Tonnen-Bomben gegen jegliche erkennbare Fabrik- oder Lagerhalle, gegen Flughäfen, Strassen und Eisenbahnen, während man alles, was nach Behausungen, Läden oder Werkstätten aussieht, mit Brandbomben (Phosphorbomben) belegt. Vorher hat man mit den beliebten Cruise Missiles und den bekannten steuerbaren Bomben bereits alles dem Erdboden gleichgemacht, was eventuell militärisch von Bedeutung sein könnte.

Und wenn man einen entsetzlich ironischen Akzent setzen will, kann man auch wieder die chinesische Botschaft in der Hauptstadt „pulverisieren“, wie sich die israelischen Militärs im Juli-Krieg gegen den Libanon auszudrücken beliebten. Dann würde offensichtlich, auch damals in Belgrad war es natürlich kein Versehen.


Iran viel Macht mit Wirtschaft

Wenn der Iran – wirtschaftlich gesehen – bis auf seine Westprovinzen nicht mehr besteht und die Westprovinzen in der Hand der US/Israel-Truppen ist (eventuell erneut mit Alliierten), so hat die Supermacht erreicht, was sie will: Kontrolle.

Zwar kann es auch für eine imperiale Macht von Interesse sein, ein Land zu besetzen und so die Arbeitskraft der Bevölkerung auszubeuten, aber das ist im Fall Iran eben wirklich nicht realistisch und kann daher auch gelassen werde.

Der grösste Genozid der Geschichte
Im übrigen ist man bereits heftig dabei, in den anderen Provinzen Aufstände der ethnischen Minderheiten zu provozieren. Kleine Summen von 10 Millionen Dollar pro Provinz haben bisher noch jegliche Gruppe von Führern ethnischer Minderheiten dazu gebracht, Aufstände zu inszenieren, besonders, wenn die Militärs anderweitig beschäftigt sind. Fragen Sie die nationalistischen Führer Kroatiens oder Bosniens, fragen Sie die Nicaragua-Contras: Die Preise für einen separatistischen „Befreiungs-Aufstand“ fallen stündlich.

Natürlich wäre ein solcher Krieg eines der größten, wenn nicht das größte Genozid (Völkermord) der Geschichte. Genau da muss man nun beginnen zu untersuchen, ob das wirklich machbar ist für USA/Israel. Da gibt es nämlich jenen Faktor der Akzeptanz, sowohl von seiten der Völker der Welt, als auch und speziell des Volkes der USA. Als im Vietnam-Krieg die eigene Bevölkerung mehrheitlich und schließlich mit überwältigender Mehrheit den Krieg nicht (mehr) unterstützte, mußte man alle weiteren Eskalationspläne begraben, vom Einsatz von Atombomben Abstand nehmen und eine schnelle „Vietnamisierung“ des Krieges betreiben, um die eigene Bevölkerung nicht zum Aufstand gegen die Regierung zu treiben.

Dies ist eben auch bei einem Iran-Krieg der entscheidende Schwachpunkt. Man hat bereits ein geringe Unterstützung des Irak-Krieges im eigenen Land, da müssen sich die US-Oberen (das muss gar nicht mehr unbedingt Bush sein, das könnte auch schon der(die) nächste Präsident(in) sein) überlegen, wie lange sie so einen Krieg ohne klare Unterstützung durch die eigene Bevölkerung durchhalten könnten.

Dazu kommt, wie auch damals schon beim Vietnam-Krieg, der Faktor der weltweiten Empörung. Die Regierenden in den Kriegsnationen mögen sich noch so unbeeindruckt geben von Demonstrationen in der „Hunderttausende-„ und „Millionen“-Kategorie gegen ihre Schlächtereien, in Wirklichkeit könne sie sich nicht leisten, gegen eine klare Mehrheit der Menschen auf der Welt (die die Möglichkeit haben, sich um Weltnachrichten zu kümmern und Demonstrationen und Aufstände zu veranstalten) einen Krieg unbeeindruckt durchzuziehen. Gerade bei den Alliierten von USA/Israel ist dies ein Schwachpunkt. Wenn in Frankreich zum Beispiel ein Generalstreik gegen die Unterstützung dieses Krieges beginnt, muss sich die französische Regierung wohl oder übel zumindest formal von eine solchen Unterstützung zurückziehen.

Dazu kommen die wirtschaftlich intensiv vernetzten Volkswirtschaften. Würde sich ein allgemeines Klima durchsetzen, es sei angebracht, nach Alternativen für Produkte aus USA/Israel zu suchen, könnte das deutliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung haben.

Da sind wir denn aber auch schon bei der wirtschaftlichen Frage. Ist ein Iran-Krieg, wie oben beschrieben, wirtschaftlich möglich?

Hier steckt ein ganz anderes Potential, einen solchen Krieg unmöglich zu machen (jedenfalls bis auf weiteres) als bei der reinen Frage nach der Eroberbarkeit des Iran.

Die Wehen der Weltwirtschaftskrise
Nach allem, was man heute vorhersehen kann, stehen wir am Anfang, wahrscheinlich schon in den ersten Wehen, einer weltweiten Wirtschaftskrise, die ihren Ausgangspunkt in den USA hat. Hier könnte sich schnell ein Szenario entwickeln, das die kriegstreibenden Mächten veranlasst, es sich zweimal zu überlegen, ob sie nun einen neuen Krieg beginnen.

Aber selbst, wenn wir annehmen, eine solche Wirtschaftskrise sei nicht am Werden, oder wenn wir annehmen, sie würde entgegen den allgemeinen Erwartungen eher schwach ausfallen, etwa so wie die von 2000 bis 2003, so sind die wirtschaftlichen Erwägungen im Zusammenhang mit einer Wirtschaftskrise doch die wahrscheinlich wesentlichsten, die das Zweigespann von diesem Krieg, jedenfalls innerhalb kurzer Sicht, abhalten könnten.

Der Krieg würde nämlich eine Wirtschaftskrise auslösen, unabhängig davon, ob diese nicht sowieso schon imminent ist. Eine einfache Überlegung bestätigt dies. In der ersten Phase des Krieges, wenn hauptsächlich die Westprovinzen des Irans bombardiert würde, noch bevor Truppen marschieren, hat der Iran noch eine Fülle von Möglichkeiten zu reagieren. Er würde sicherlich auf die eine oder andere Weise für ein Sinken des weltweiten Ölangebots sorgen (eventuell sogar unterstützt von Hugo Chávez). Der Iran ist immerhin der viertgrößte (oder fünftgrößte, je nach Quelle) Ölexporteur der Welt. Dies triebe ebenso unweigerlich den Ölpreis in die Höhe, wahrscheinlich bis auf 100 Dollar pro Barrel oder höher.

Das ist aber ein Ölpreis, den die US-Wirtschaft nicht lange ertragen kann. Die USA ist bei weitem der größte Erdölimporteur und die gesamte wirtschaftliche Aktivität ist von diesem Öl abhängig. 100 Dollar pro Barrel würden einen generellen Preissprung auslösen (nicht nur beim Benzin) und die US-Binnennachfrage, den Motor der ganzen Weltwirtschaft, ernsthaft beeinträchtigen. Das wäre der Beginn einer US-Wirtschaftskrise, die sich dann nach allen bisherigen Erfahrungen über die ganze Weltwirtschaft ausbreiten würde.

Die wäre aller Voraussicht nach von einem deutlichen Dollarverfall begleitet, denn die anderen Wirtschaften würden versuchen, sich so weit wie möglich von den US-Ereignissen abzukoppeln. Genau dies aber macht es dann fast unmöglich den Iran-Krieg weiterzuführen. Es müssen nämlich andauernd neue Dollar gedruckt werden, um all die Bomben zu kaufen, aber die dafür ausgegebenen Dollar-Bonds fänden nicht mehr den reissenden Absatz wie heute. Die Geldvermehrungsmaschine Dollar wäre gestoppt. Das wäre nichts weniger als der Fall der einzigen Supermacht USA, seine Umwandlung zu einer von mehreren Großmächten, der schlimmste Albtraum der USA/Israel-Politiker.

Das genau könnte sie wirklich davon abhalten, in absehbarer Zeit diesen Krieg zu beginnen. Die eben begonnene Konferenz der Irak-Anreiner mit den Großmächten zeigt genau in diese Richtung: Anscheinend will man in diesem Moment den Fall Iran am köcheln halten, aber noch nicht den Iran-Krieg beginnen.

deutschland

Der neue Terror – Ratten (1)

Harald Haack – Eigentlich sind die neuen Terroristen die alten, älter aber als Al Qaida und irgendwelche karibischen Seeräuber, und sie sind intelligent und lernen schnell. Für sie braucht die deutsche Regierung kein Integrationsprogramm, denn sie sind Kulturfolger, folgen den Menschen seit Tausenden von Jahren. Sie sind einfach da und sie bleiben so beharrlich unter uns, dass Experten raten sie „in Grenzen zu halten“.

Es heißt, in Deutschland sei der biologische Kreislauf der Natur gestört. Es gebe immer mehr Ratten. Vor einer bevorstehenden Rattenplage in Teilen Deutschlands wurde schon mehrfach gewarnt, denn es ist das, worauf Naturschützer wiederholt hinwiesen: Greifvögel sind vom Aussterben bedroht; nicht alle, aber einige. Und gerade sie sind der natürliche Feind der Ratten.

In New York, so heißt es auch, sollen sie aus den U-Bahn-Schächten heraus Supermärkte und Restaurants überfallen. Ende Februar zeigten sich die Nager in bei Kentucky Fried Chicken und Taco Bell. Eine Bande von rund 12 Ratten sollen sich vor den Kameras der Medien in einem Fast-Food-Restaurant gezeigt haben. Etliche New Yorker reagierten hysterisch, denn die Ratten, die zu Millionen im Untergrund der Metropole leben, zeigen sich sonst nicht so frech in der Öffentlichkeit. Nur wenig Menschen haben Ratten gern, und das scheinen die Ratten zu wissen. Oft herrscht der Ekelfaktor vor, denn Ratten gelten als Gesundheitsgefahr. Schon in den Schulen wird gelehrt, dass Ratten schuld an der Pest waren, die in Europa die Bevölkerung dezimierte. In letzter Zeit stritten sich darüber einige Wissenschaftler. Zunächst hieß es, Ratten seien nicht die Verursacher der Pest, doch dann fanden die Gelehrten zum Schulbuchwissen zurück.

In vielen Ländern der Welt ist die Rattenplage eine unterschätzte Gesundheitsgefahr. Menschen ermöglichen den Ratten nicht nur das Überleben, sondern fördern deren Population. Das mag weniger daran liegen, dass einige Menschen sie für intelligente Schmusetiere halten, sondern mehr am unüberlegten Umgang mit der Lagerung von Lebensmitteln. Vielfach regiert hier der Geiz, denn Ratten sichere Lager sind teuer. Vielfach wissen viele Menschen nicht, wie sich vor Ratten schützen. Hinzu kommt, dass es immer wieder Menschen gibt, die ihre Essensreste offen in ihre Gärten werfen – auf lose Haufen von Gartenabfällen und keineswegs auf fachgerecht angelegte Komposthaufen.


Links zwei ordnungsgemäße Komposthaufen, rechts davon auf dem Nachbargrundstück: Der Haufen einer Wohneigentümergemeinschaft in der Humboldtstraße von Hamburg. Sorglos hingeworfene Essensreste (im Foto hellgrün) locken Ratten und Wildkarnickel an. Terror hausgemacht.

Kein Wunder also, wenn der Kampf gegen die Ratten nur ein Versuch bleibt. Längst sind zum Beispiel in Hamburg die Zeiten vorbei, als die Ratten nur in den Abendstunden zufällig an Passanten in der City Nord, im angrenzenden Stadtpark und im dortigen Badesee vorbeihuschten. Inzwischen rennen sie tagsüber durch den dicksten Straßenverkehr über die Straßen und immer in Richtung der Höfe hinter den Supermärkten.

Die Akten der New Yorker Gesundheitsbehörde enthalten angeblich Berichte darüber, wie Ratten sich in den Läden durch Säcke mit Katzen- und Hundefutter gefressen haben; ebenso durch Nudelpackungen und Brote. Die Lager enthalten neben den Waren Kot von Ratten.

Ratten sind Säugetiere. Wen wundert es also, wenn Ratten sich – wie in New York geschehen – ihre Nester in den Kühlregalen für Milchprodukte bauen. Auch wenn die Rattenmütter möglicherweise schon durch ausgelegte Giftköder vergiftet sind, so bieten sie ihren Nachkommen doch immerhin eine giftfreie Verpflegung mit Kuhmilch. So schlau sind Ratten inzwischen.

Fortsetzung folgt

© 2007 Copyright by Harald Haack – Alle Rechte vorbehalten. Die Übernahme und Nutzung des Artikels zu anderen Zwecken und auf anderen WebSeiten und in Print-Medien sowie Fernsehen und Hörfunk bedarf der schriftlichen Zustimmung des Autoren.

Genmais – todsicher?

vermischtes

Explosive Schweizer Seen

Stephan Fuchs – 4800 Tonnen Munition liegen auf dem Grund der Schweizer Seen. Und da wird es auch bleiben. Zu teuer sei das herausfischen des Kriegsmaterials. Davon betroffen sind die schönsten Seen der Schweiz: Der Thuner- und Brienzersee im Kanton Bern, sowie das Gersauerbecken und der Urnersee in der Innerschweiz, am Vierwaldstättersee.


Kristallklares Wasser: Schwimmen auf Handgranaten & Gasmaskenfilter

Bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts versenkte die Schweizerarmee frischfroh Tonnen von Munition. Was genau, das weiss man bis heute nicht. Im Thunersee etwa, schwimmt man auf 1120 Tonnen Handgranaten, im Urnersee auf 500 Tonen Handgranaten. Dazu kommen Gasmaskenfilter, Waffen und Stacheldraht, aber auch Raketen, Blindgänger und andere Explosivstoffe, denn die Seen wurden als Zielgebiete von Schiessübungen oder zu Schiessversuchen missbraucht.

In einigen Seen, am Walensee, Alpnachersee, Greifensee, Gotthardseen, Vierwaldstättersee und Lauerzersee wurde diverses Armeematerial versenkt. Insgesamt rostet rund 8200 Tonnen Armeeschrott vor sich hin, dazu noch Trümmer von Flugzeugabstürzen und Schiffshavarien etwa im Genfersee, im Greifensee, im Tuetenseeli und im Vierwaldstättersee.

Eine elegante billige Entsorgung, mit dessen Folgen die Eidgenossen künftig zu tun haben werden. Noch sind die Experten nicht in Panik, offensichtlich sind die Munitionshülsen nicht weit genug gerostet, es zeigen sich noch keine TNT und andere Explosivstoff Rückstände in den Wasserproben. Erst will man mal gucken, was es zu tun gäbe… für die nächste Generation.

vermischtes

Bush’s liebster Bürgermeister im Bett mit dem Feind?

Stephan Fuchs – New Yorks ehemaliger Krisen- und Bürgermeister Rudi Giuliani lobbiert mit seiner Anwaltsfirma für die von Hugo Chavez kontrollierte Citgo Petroleum Corporation in Texas. Ein seltsamer Pakt eines republikanischen Präsidentschaftskandidaten und einem der Lieblingsfeinde Amerikas.


Die Gunst der Stunde genutzt, um richtig gross im Geschäft einzusteigen: Präsidentschaftskandidat Rodolph Giuliani am Ground Zero mit Rumsfeld

Der Venezolanische Präsident Hugo Chavez nennt Bush „Teufel“ und „Madman“. Chavez ist die Speerspitze des südamerikanischen Selbstbewusstsein, fast ein neuer Che Guevara, der Bushs Südamerika Reise diese Woche zum Horrortrip machte. Chavez hatte die Beziehungen zum „Madman“ im vergangenen Jahr abgebrochen, nachdem er der amerikanischen Drogenbehörde DEA Spionage vorgeworfen hatte. Die US-Regierung hatte sich 2002 sogar indirekt hinter Putschisten gestellt, die den gewählten Staatschef Chavez kurzzeitig gestürzt hatten. Die Amerikaner wiederum werfen ihm vor, dass „el Presidente“ die Kokain Schwemme nach Amerika über Venezuela toleriert und sich im Kampf gegen den Terror nicht kooperativ genug gezeigt habe. Die Spannung bleibt also unbedingt erhalten.

Ganz vergessen sind die politischen Differenzen allerdings, wenn es um Ölgeld geht. Ausgerechnet der Krisengrossmeister Rudi Giuliani, der Lieblingsbürgermeister von Bush während der 9-11 Attacke zeigt, obwohl im Rennen für die amerikanische Präsidentschaft, keine Berührungsängste mit dem südamerikanischen Desperado, solange sie geheim bleiben. Seine Anwaltsfirma Bracewell & Giuliani LLP, lobbiert seit 2005 unbekümmert für die Interessen von Chavez’s Citgo Petroleum.

Einen Monat nachdem der ehemalige Superstar New Yorks Teilhaber und Namenspartner von Bracewell & Giuliani wurde, konnte die Firma am 26. April 2005 die Lobbyarbeit für Citgo in Texas beginnen. 2006 und 2007 wurden die Verträge seitens Citgo verlängert und bezahlen jährlich zwischen 75’000 und 150’000 US Dollar.

Selbstverständlich hat Rudi mit dem Lobbyauftrag nichts zu tun. Patrick Oxford, ein Partner bei Bracewell & Giuliani, beteuert auch: “He has not seen hide nor hair of Citgo”. Dann ist ja alles gut, denn eine offene Allianz mit dem abtrünnigen Chavez ist für den eventuellen neuen, republikanischen US Präsidenten zu heiss. Nach bekannt werden der unheiligen Geschäftsfreundschaft verkündete das Pressebüro der Lobbyfirma die richtige Antwort: „Mayor Giuliani has been clear and consistent — Hugo Chavez is no friend of the United States“. Et Voilà.

Der 62 jährige Giuliani, der nach dem Anschlag von 9-11 einen rasanten Popularitätssprung nach oben verzeichnete, nutzte die Gunst der Stunde. Er führte eine Sicherheitsberatungsfirma, hielt Reden, die englische Königin schlug ihn zum „Knight of the British Empire“, er führte eine Investment Bank und wurde Teilhaber der in Houston domizilierten Anwaltsfirma Bracewell & Giuliani. Venezuela ist der drittgrößte Ölproduzent in der OPEC, da lohnt sich ein Techtelmechtel mit den feinden Amerikas.

afrika

Präsident der Afrikanischen Union distanziert sich von Mugabe

Dr. Alexander von Paleske – Der Präsident der Afrikanischen Union, Ghanas Präsident John Kufuor, der sich zu einem Staatsbesuch in London aufhält, hat sich bei einer Diskussionsveranstaltung im Royal Institute of International Affairs (Chatham House), einem Think Tank, klar von Simbabwes Diktator Mugabe distanziert.

Die Afrikanische Union sei keineswegs einverstanden mit den Vorgängen in Zimbabwe, sagte er auf Fragen. Allerdings seien Vermittlungsversuche an der uneinsichtigen Haltung Mugabes gescheitert. Zuletzt hatte der Präsident Südafrikas, Thabo Mbeki, letzte Woche bei einem Treffen afrikanischer Präsidenten In Ghana versucht, Mugabe zum Einlenken zu bewegen, vergeblich.

Der Terror geht weiter.
Nachdem Oppositionsmitglieder am Sonntag nach Festnahmen schwer gefoltert worden waren, der Führer der Opposition, Morgan Tsvangirai liegt mit einem Schädelbruch im Krankenhaus, geht der von Mugabe befohlene Polizeiterror nach Informationen, die ich aus Zimbabwe erhielt, in der Townships von Harare weiter. Dort werden nachts ganze Stadtteile von der Polizei abgeriegelt und die Bewohner wahllos verprügelt. Damit will Mugabe die Bevölkerung einschüchtern.

Diesen Terror hat er schon mehrfach praktiziert, zuletzt im Juni 2005, als er 750.000 Stadtbewohner aus Harare und Bulawayo verjagte und ihre kümmerlichen Behausungen zerstörte, mitten im Winter.

Mittlerweile ist seine ZANU Partei tief gespalten.
Die von ihm ernannte Vizepräsidentin Joyce Mujuru, Frau des ehemaligen Oberkommandierenden der Armee, Solomon Mujuru, blieb der pompösen Geburtstagsfeier des Präsidenten ostentativ fern und zog mit der Geste den Zorn des Diktators auf sich.

Absetzen kann er sie nicht, er muss befürchten, dass dann Solomon Mujuru, der über starken Anhang im Militär verfügt, zum Mittel des Staatsstreichs greift. Es ist zweifelhaft, dass Mugabe in 6 Monaten noch im Amt ist. Er hat nun der Opposition offen mit weiteren Schlägen gedroht, aber das hörte sich eher wie das Gebell eines alternden Tyrannen an, dessen Zeit abgelaufen ist.

Simbabwe: Oppositionspolitiker schwer gefoltert
Mugabes Ende naht, Polizei schiesst mit scharfer Munition.
Zimbabwes Diktator Mugabe feiert seinen 83. Geburtstag – und sein Volk hungert
Ob die Israelis noch zuhören? Seht euch Zimbabwe an!
Zimbabwe: Mugabes Umzug ins Paradies