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Rumsfeld: Kriegsverbrechen auf höchster Ebene

Stephan Fuchs – In Berlin wurde gegen den Verteidigungsminister Donald Rumsfeld Strafanzeige eingereicht. Kronzeugin ist die Ex-Kommandantin des Foltergefängnis Abu Ghraib. Die Anklageschrift sowie sechs Gutachten von renommierten Rechtswissenschaftlern und Zeugenaussagen sind der Öffentlichkeit bei den Rechtsanwälten Hummel.Kaleck online zugänglich.

Wegen Kriegsverbrechen haben Menschenrechtsorganisationen den ehemaligen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bei der Bundesanwaltschaft angezeigt. Die 384 Seiten umfassende Strafanzeige und sechs Sachverständigengutachten sind der Generalbundesanwältin Monika Harms übermittelt worden, erklärte der deutsche Anwalt der Menschenrechtler, Wolfgang Kaleck in Berlin. Kaleck vertritt zwölf Folterüberlebende, ehemalige Insassen der US-Gefängnisse Abu Ghraib und Guantanamo.


Verbrechen auf höchster Ebene

Die Anklage richtet sich nicht nur gegen den „Kriegsfürst“ Rumsfeld, sondern auch gegen die zivilen und militärischen Verantwortlichen die das „System Folter“ im „Krieg gegen den Terror“ ermöglicht haben. Die Strafanzeige richtet sich gegen Justizminister Albert Gonzales, den ehemaligen CIA-Direktor George Tenet, den früheren Kommandeur der US-Truppen im Irak, General Ricardo Sanchez, sowie gegen acht weitere Personen. Ihnen wird vorgeworfen, Kriegsverbrechen entweder angeordnet, unterstützt oder nicht verhindert zu haben.

Bereits 2004 wurde ein Versuch unternommen den Verteidigungsminister auf deutschem Boden Anzuklagen, allerdings wurde der Antrag als unzulässig abgeschmettert. Die Menschenrechtsgruppen- und Anwälte vermuten, dass die Beschwerde von 2004 auch auf Druck der deutschen und der amerikanischen Regierung fallen gelassen worden sei. Diesmal stehen die Karten für die deutschen Anwälte allerdings besser: Jetzt, zwei Jahre und viele Skandal-Aufdeckungen später ist die Zeit reif. Diesmal muss die Bundesregierung Ernst machen mit ihrer Menschenrechtspolitik, forderte Kaleck.

Geplant und auf höchster Ebene durchgeführte Verbrechen
Deutsche Gerichte sind nach Angaben von beteiligten Menschenrechtsgruppen wie dem Center for constitutional rights (CCR), Internationale Liga für Menschenrechte (FIDH) und Republikanischer Anwaltsverein (RAV) die letzte Hoffnung auf ein Verfahren. Die USA haben den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag nicht anerkannt und haben bis heute kein Strafverfahren gegen hohe Verantwortliche eingeleitet, kritisierten die Menschenrechtsgruppen. Deutsche Ermittler jedoch dürften bei Kriegsverbrechen tätig werden, unabhängig davon, an welchem Ort die Taten begangen worden seien. Zudem verliere Rumsfeld nach seiner Abberufung seine Immunität. „Der kürzlich verabschiedete Military Commissions Akt, der zur Amnestierung der mutmaßlichen Kriegsverbrechen führt, ist sicherlich das deutlichste Zeichen des fehlenden Willens zur Strafverfolgung in den USA. Diese Straftaten sind nicht die Fehltritte einiger fauler Äpfel; sie waren geplant und durchgeführt auf der höchsten Ebene der US-Regierung.“ sagte Michael Ratner, Präsident des CCR.

Wichtige Zeugin
Kronzeugin ist Brigadegeneral a. D. Janis Karpinski ehemalige Kommandierende im Bagdader Gefängnis Abu Ghraib, in der irakische Gefangene von US-Soldaten und zivilen Contractors misshandelt wurden. Sie war für die Befragung der Häftlinge nicht verantwortlich gewesen, sagte Karpinski in Berlin, trotzdem ist sie als Kommandantin des Gefängnisses verantwortlich und dementsprechend auch degradiert worden.

Die 53-Jährige kämpft in Deutschland nicht nur für die Wahrheit, sondern auch für ihre Reputation. Der Abu-Ghraib-Skandal hat die damalige Brigadegeneralin tief stürzen lassen. Ein interner Untersuchungsbericht des US-Verteidigungsministeriums unterstellte ihr, sie habe die Soldaten im Skandalgefängnis nicht im Griff gehabt und trage deshalb Mitverantwortung für die Misshandlungen irakischer Gefangener. Auf sie prasselte der Zorn der Hexenjagd, bis sie im vergangenen Jahr offiziell von der Brigadegeneralin zur Oberstin degradiert wurde. Eine Schmach, die sie nicht hinnehmen will.

US-Vize Cheney hält Folter für „selbstverständlich“
The Interrogation Documents:
Rumsfeld: Kriegsverbrechen auf höchster Ebene
Endlich: Rumsfeld in Berlin angezeigt
Vielen Dank Herr Rumsfeld – gehen Sie nun ins Gefängnis?
Background Brief on the case against Rumsfeld, Gonzales and others. Filed in Germany on November 14, 2006
US Army Report on Abuse of Iraqi Prisoners
The CIA’s Pain Project
The Birth of Soft Torture
Klageschrift gegen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, den ehemaligen CIA-Direktor George Tenet und andere US-Führungskräfte
US-Militärzeitungen wollen Rumsfelds Rücktritt
650 000 Iraker durch Kriegsfolgen gestorben
It’s worth it Baby!
The Lancet

deutschland

Schon wieder: Daten im Verteidigungsministerium verschwunden

World Content News – Ein Datenklau-Gespenst geht um auf der Hardthöhe: Wiederholt ist innerhalb kurzer Zeit angeblich ein Bericht verlorengegangen, der wichtige Zeugenhinweise im Zusammenhang mit Festnahmen und Deportationen von Gefangenen im Rahmen des sog. „Anti-Terror-Kampfes“ enthielt.

Wie der „Spiegel“ in Bezug auf das Festhalten von Murat Kurnaz im afghanischen Kandahar berichtet, ist ein von US-Soldaten an das KSK übergebener Datenträger im Verteidigungsministerium abhanden gekommen, der Fotos, Verhörprotokolle und Namenslisten von Gefangenen enthielt. Auch dreißig Prozent der etwa 100 eingesetzten KSK-Soldaten soll der Verbleib des Deutsch-Türken bekannt gewesen sein. Nur das Ministerium wusste wieder mal von nichts, auch andere Berichte, wie z.B. ein Rapport eines BND-Soldaten an die Geheimdienstspitze sowie eine Meldung aus Florida, datiert vom 29. 12. 2001, in der von einer Gefangennahme eines Deutschen in Kandahar die Rede ist, sind wohl irgendwo verschütt gegangen.

Wir erinnern uns: Erst im Januar hatte das Bundesverteidigungs-ministerium zugeben müssen, das ein Bericht verschwunden ist, der zur Entlastung von sechs auf Guantanamo Bay festgehaltenen Männern („Algerian Six“) hätte beitragen können. In dem vom Militärischen Abschirmdienstes (MAD) verfassten Dossier wurde darauf hingewiesen, dass es „tatsächlich Hinweise für eine eventuelle ungerechtfertigte Festnahme und für eine zumindest höchst zweifelhafte Deportation“ (von Bosnien nach Guantanamo gegeben habe. Auswärtiges Amt und BND behaupteten, keine Kenntnis davon zu haben und im BMVG waren die Daten einfach weg, versehentlich gelöscht wie es hieß.

Hat das Verteidigungsministerium seine IT nicht im Griff (es wird doch ansonsten jeder Knopf einer Soldatenhose archiviert) oder geht dort ein Datenklau um? Wer hätte gegebenenfalls ein Interesse daran, solche sensitiven Daten verschwinden zu lassen?

Leider breitet sich auch bereits in der Medienlandschaft ein Gähnen aus angesichts der ständig neuen Vorkommnisse. Die fast täglichen Enthüllungen sind anscheinend kaum eine Zeile mehr wert, die Empörung weicht der Abstumpfung. Erwähnt sei z.B. die Folterschilderung von Abu Omar, der von Italien über Deutschland nach Kairo verschleppt wurde, nachzulesen in der „Corriere della Sera“ und dem Schweizer „Sonntagsblick“:

„… Zu Beginn des Verhörs ziehen mich die Wächter aus und drohen, mich zu vergewaltigen. Während der Befragung hält einer von ihnen meine Genitalien in der Hand. Wenn ich nicht rede, drückt er zu. Ich bekam so viele Schläge, dass ich auf einem Ohr völlig taub bin. Bei der «Matratze» genannten Folter wird ein Stromkabel an eine nasse Matratze angeschlossen. Arme und Beine werden hinter dem Rücken zusammen gebunden. Einer der Folterer legt ein Holzbrett auf meine Schultern und setzt sich drauf. Dann wird das Stromkabel in die Dose gesteckt. …“

Vorausgesetzt diese Schilderung und auch andere ähnliche Berichte von Gefangenen, inzwischen zum Teil durch Beweise und Zeugenaussagen bestätigt, entsprechen den Tatsachen (man denke auch an die Folterfotos von Abu Ghraib), sollte man sich in der Regierung doch spätestens jetzt an den Kopf fassen, mit welchen abscheulichen Verbrechern man hier gemeinsame Sache macht. Und den Glaubwürdigkeitsverlust der Deutschen in die Demokratie allein der wirtschaftlichen Situation und den Rechtsextremen in die Schuhe zu schieben, wie es zur Zeit gerne wiedergekäut wird, ist wohl doch ein bisschen blauäugig – wenn nicht gar – pardon – Verarschung.

Dieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

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Background Brief on the case against Rumsfeld, Gonzales and others. Filed in Germany on November 14, 2006

Executive Summary of the Complaint’s Allegations:
Center for constitutional rights From Donald Rumsfeld on down, the political and military leaders in charge of ordering, allowing and implementing abusive interrogation techniques in the context of the “War on Terror” since September 11, 2001, must be investigated and held accountable. The complaint alleges that American military and civilian high-ranking officials named as defendants in the case have committed war crimes against detainees in Iraq, Afghanistan and in the U.S.-controlled Guantánamo Bay prison camp.


Rumsfeld

The complaint alleges that the defendants “ordered” war crimes, “aided or abetted” war crimes, or “failed, as civilian superiors or military commanders, to prevent their commission by subordinates, or to punish their subordinates,” actions that are explicitly criminalized by German law. The U.S. administration has treated hundreds if not thousands of detainees in a coercive manner, in accordance with “harsh interrogation techniques” ordered by Secretary Rumsfeld himself that legally constitute torture and/or cruel, inhuman and degrading treatment, in blatant violation of the provisions of the 1949 Geneva Conventions, the 1984 Convention Against Torture and the 1977 International Covenant on Civil and Political Rights – to all of which the United States is a party. Under international humanitarian treaty and customary law, and as re-stated in German law, these acts of torture and cruel, inhuman or degrading treatment constitute war crimes.

The U.S. torture program that resulted in war crimes was aided and abetted by the government lawyers also named in this case: former Chief White House Counsel (and current Attorney General) Alberto R. Gonzales, former Assistant Attorney General Jay Bybee, former Deputy Assistant Attorney General John Yoo, and General Counsel of the Department of Defense William James Haynes, II. While some of them claim to merely have given legal opinions, those opinions were false or clearly erroneous and given in a context where it was known and foreseeable to these lawyers that torture would be the result. Not only was torture foreseeable, but this legal advice was given to facilitate and aid and abet torture as well as to attempt to immunize those who tortured. Without these opinions, the torture program could not have occurred. The infamous “Torture Memo” dated August 1, 2002, is the key document that redefined torture so narrowly that such classic and age old torture techniques as water-boarding were authorized to be employed and were employed by U.S. officials against detainees.

Why Germany?
The complaint is being filed under the Code of Crimes against International Law (CCIL), enacted by Germany in compliance with the Rome Statute creating the International Criminal Court in 2002, which Germany ratified. The CCIL provides for “universal jurisdiction” for war crimes, crimes of genocide and crimes against humanity. It enables the German Federal Prosecutor to investigate and prosecute crimes constituting a violation of the CCIL, irrespective of the location of the defendant or plaintiff, the place where the crime was carried out, or the nationality of the persons involved.


Major General Geoffrey Miller

No international courts or personal tribunals in Iraq were mandated to conduct investigations and prosecutions of responsible U.S. officials. The United States has refused to join the International Criminal Court, thereby foreclosing the option of pursuing a prosecution in international courts. Iraq has no authority to prosecute. Furthermore, the U.S. gave immunity to all its personnel in Iraq from Iraqi prosecution. All this added to the United States’ unquestionable refusal to look at the responsibility of those of the very top of the chain of command and named in the present complaint, and the recent passage of the Military Commissions Act of 2006 (see below) aimed at preventing war crimes prosecutions against Americans in the U.S., German courts are seen as a last resort to obtain justice for those victims of abuse and torture while detained by the United States.

The Plaintiffs in the Case:
The complaint is being filed on behalf of 11 Iraqi citizens who were victims of gruesome crimes at the infamous Abu Ghraib prison. They were severely beaten, deprived of sleep and food, sexually abused, stripped naked and hooded, and exposed to extreme temperatures.

Another plaintiff in the case is Mohammed al Qahtani, a Saudi citizen detained at Guantánamo since January 2002. At Guantánamo, Mr. al Qahtani was subjected to a regime of aggressive interrogation techniques, known as the “First Special Interrogation Plan,” that were authorized by U.S. Secretary of Defense Donald Rumsfeld and implemented under the supervision and guidance of Secretary Rumsfeld and the commander of Guantánamo, defendant Major General Geoffrey Miller. These methods included fifty days of severe sleep deprivation and 20-hour interrogations, forced nudity, sexual humiliation, religious humiliation, physical force, prolonged stress positions and prolonged sensory over-stimulation.

None of these plaintiffs – and the hundreds of other detainees subjected to similar abuses – has seen justice, and none of those who authorized these techniques at the top of the chain of command have been held liable for it, or even seriously and independently investigated.

The Defendants in the Case:
The U.S. high-ranking officials charged include:
– Former Secretary of Defense Donald Rumsfeld
– Former CIA Director George Tenet
– Undersecretary of Defense for Intelligence Dr. Stephen Cambone
– Lieutenant General Ricardo Sanchez
– Major General Walter Wojdakowski
– Major General Geoffrey Miller
– Colonel Thomas Pappas
– Former Chief White House Counsel Alberto R. Gonzales
– Former Assistant Attorney General Jay Bybee
– Former Deputy Assistant Attorney General John Yoo
– General Counsel of the Department of Defense William James Haynes, II
– Vice President Chief Counsel David S. Addington

The 2004 Complaint:
In November 2004, the previous German Federal Prosecutor failed to prosecute an earlier complaint against many of these same defendants filed by CCR with the support of FIDH and RAV. The U.S. pressured Germany to drop the case, saying not doing so would jeopardize U.S.-German relations, and the complaint was ultimately dismissed in February 2005 on the eve of a visit by Defense Secretary Donald Rumsfeld to Munich, Germany. In dismissing the case, the Prosecutor stated: “there are no indications that the authorities and courts of the United States of America are refraining, or would refrain, from penal measures as regards the violations described in the complaint.” The passage of the Military Commissions Act of 2006 immunizing officials and others from prosecution and much new evidence shows this is not the case.

The Impact of the Military Commissions Act of 2006:
The Military Commissions Act was signed by President Bush on October 17, 2006, and it protects U.S. officials and military personnel by: 1) narrowing the grounds of criminal liability under the War Crimes Act and making those revisions retroactive to November 26, 1997; and by 2) retroactively extending a defense for criminal prosecutions related to detentions and interrogations back to September 11, 2001. These immunizing provisions essentially grant an amnesty for international crimes including war crimes and torture. The retroactivity provision directs that prosecutions of war crimes committed since 1997 will fall under the new narrowed range of standards and interpretations of war crimes, which would protect civilians from being prosecuted for committing acts that would have been considered war crimes under the old definition – thereby explicitly aiming at immunizing American officials and others from prosecution in their country.

How the 2006 Complaint Is a Stronger Case:
The grounds for the 2005 dismissal are no longer justified:
The prosecutor’s original decision to dismiss the case was solely based on the assumption that an ongoing investigation was being carried out in the U.S. regarding the Abu Ghraib scandal. We now have extensive evidence that demonstrates that this investigation was directed only towards the criminal culpability of the lowest ranking military personnel. Indeed, some of these very defendants have been or are being rewarded with higher-level appointments and medals. The investigative and prosecutorial functions in the United States are currently directly controlled by the ones involved in the conspiracy to perpetrate war crimes and named in this complaint, which politically blocks possible investigations and criminal prosecutions. Furthermore, the enactment of the Military Commissions Act of 2006 is unquestionably the clearest illustration of such unwillingness to prosecute Americans for war crimes.

New evidence:
Extraordinary new materials, documentation and testimonies that have come to light over the past two years – about what the plaintiffs went through (Mr. al Qahtani is a new plaintiff to the case), about the signed memos that led to the justification and practice of torture, and about the defendants’ personal involvement – only strengthen the case.

In addition, former U.S. Brigadier General Janis Karpinski, a defendant in the earlier complaint as the commanding officer at Abu Ghraib, is now providing testimony and will testify on behalf of the plaintiffs.

New additional defendants:
The new complaint charges the government lawyers alleged to be the legal architects of the Bush Administration’s practice of torture.

Rumsfeld can no longer claim sovereign immunity:
Rumsfeld’s resignation on November 8, 2006, means that he cannot claim either the functional or personal immunity of sovereign officials from international prosecution for war crimes. Functional immunity – related to acts performed in the exercise of a person’s official functions – does not, since the Nuremberg trials in 1945, apply to international crimes such as war crimes. As to personal immunity – covering officials’ private acts accomplished while in office – it only applies during the individual’s term of office.

Unprecedented support for the case:
When filing a complaint to the Federal Prosecutor, any group may join the complaint as a “co-plaintiff,” which demonstrates the support of these groups and their common request for the opening of an investigation. Co-plaintiffs in the present case include:

Individuals
1980 Nobel Peace Prize winner Aldolfo Perez Esquirel (Argentine),
2002 Nobel Peace Prize winner Martín Almada (Paraguay),
Theo van Boven, the former United Nations Special Rapporteur on Torture,
Sister Dianna Ortiz, (Torture survivor, Executive Director of TASSC)

International and Regional NGOs
FIDH: International Federation for Human Rights
The International Peace Bureau (Nobel Peace Prize winner in 1910)
International Association of Lawyers Against Nuclear Arms (IALANA)
European Democratic Lawyers
European Democratic Jurists,
International Association of Democratic Lawyers

National NGOs

Argentina: Comité de Acción Jurídica (CAJ)
Argentina: Liga Argentina por los Derechos del Hombre
Bahrain: Bahrain Human Rights Society (BHRS)
Canada: Lawyers against the War (LAW)
Colombia: Colectivo de Abogados José Alvear Restrepo
Democratic Republic of Congo: Association Africaine des Droits de l’Homme (ASADHO)
Egypt: Egyptian Organization for Human Rights (EOHR)
France: Ligue Française des Droits de l’Homme (LDH)
Germany: The Republican Attorneys‘ Association (RAV)
Jordan: Amman Center for Human Rights Studies (ACHR)
Mexico: Comisión Mexicana de Defensa y Promoción de los Derechos Humanos (CMDPDH)
Mexico: Liga Mexicana por la Defensa de los Derechos Humanos (LIMEDDH)
Nicaragua: Centro Nicaraguense de Derechos Humanos (CENIDH)
Palestine: Palestinian Center for Human Rights
Tchad: Association Tchadienne pour la Promotion et la Défense des Droits de l’Homme (ATPDH)
Senegal: Rencontre Africaine pour la Défense des Droits de l’Homme (RADDHO)
USA: The Center for Constitutional Rights (CCR)
USA: National Lawyers’ Guild (NLG)
USA: Torture Abolition and Survivors Support Coalition International (TASSC)
USA: Veterans for Peace

Centerforconstitutionalrights
Endlich: Rumsfeld in Karlsruhe angezeigt
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US Army Report on Abuse of Iraqi Prisoners
The CIA’s Pain Project

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Endlich: Rumsfeld in Berlin angezeigt

US-Menschenrechtler wollen den ehemaligen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und andere wegen Kriegsverbrechen vor ein deutsches Gericht bringen. Ihr Rechtsanwalt, der Berliner Wolfgang Kaleck, teilte am Montag mit, Generalbundesanwältin Monika Harms werde am Dienstag eine 220 Seiten umfassende Anzeige gegen die seiner Ansicht nach Verantwortlichen für Misshandlungen und Folter in den berüchtigten US-Gefängnissen Abu Ghraib in Bagdad und Guantanamo auf Kuba erhalten.


Rumsfeld verliert nach seiner Abberufung die Immunität

Deutsche Gerichte sind nach Angaben von beteiligten Menschenrechtsgruppen wie Center for Constitutional Rights, International Federation for Human Rights und Republican Attorneys Association die letzte Hoffnung auf ein Verfahren. Denn die USA hätten den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH/ICC) in Den Haag nicht anerkannt. Irakische Gerichte wiederum hätten kein Mandat zur Verfolgung von US-Regierungsmitgliedern. Deutsche Ermittler jedoch dürften bei Kriegsverbrechen tätig werden, unabhängig davon, an welchem Ort die Taten begangen worden seien. Zudem verliere Rumsfeld nach seiner Abberufung seine Immunität.

Die Beschwerde wird im Namen von elf Irakern, die in Abu Ghraib einsaßen, und einem Saudi eingereicht. Der Saudi Mohammed al Kahtani soll in Guantanamo mit der besonderen Genehmigung Rumsfelds und unter Aufsicht eines Generals gefoltert und misshandelt worden sein. Er soll in die Anschläge vom 11. September verwickelt sein.

Die Beschwerde erwähnt als Verantwortliche auch Justizminister Albert Gonzales, den ehemaligen CIA-Direktor George Tenet, den früheren Kommandeur der US-Truppen im Irak, General Ricardo Sanchez, sowie acht weitere Personen. Ihnen wird vorgeworfen, Kriegsverbrechen entweder angeordnet, unterstützt oder nicht verhindert zu haben.

Die Beschwerde ist der zweite Anlauf nach einem als unzulässig verworfenen Versuch 2004. Die aktuelle Beschwerde führt nach Angaben Kalecks neue Zeugen und frische Erkenntnisse aus offiziellen US-Anhörungen auf. Als Kronzeugin wird die ehemalige Kommandantin der US-Militärgefängnisse im Irak, Brigadegeneral Janis Karpinski, benannt.

US-Vize Cheney hält Folter für „selbstverständlich“
The Interrogation Documents:
Rumsfeld: Kriegsverbrechen auf höchster Ebene
Endlich: Rumsfeld in Berlin angezeigt
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Kommando „Spezialkräfte“ – das „A-Team“ der Bundeswehr

Michael Schulze von Glaßer – Ihren Ruf verbreitete die Bundeswehr-Führung bereits auf dem Papier und in digitalen Meldungen, noch bevor sie überhaupt losziehen konnten: Demnach kommen sie oft nachts und bahnen sich lautlos ihren Weg durch widrigstes Gelände, sie haben nur ihr Ziel vor Augen und werden versuchen, ihre Mission schnellstmöglich erfolgreich zu erfüllen, ihre modernen, mit Schalldämpfern ausgerüsteten Schnellfeuerwaffen im Anschlag und um ihre Hüften einen Gürtel mit Blend-, Rauch- und Splittergranaten. Ihr Körper wird durch eine kugelsichere Weste aus Kevlar vor feindlichen Geschossen geschützt. Vermummt sind sie, eine Sturmhaube und ein Helm machen sie unkenntlich. Arm-, Knie- und Beinschoner lassen sie aussehen wie Extremsportler. Doch ihre Mission ist kein Spaß. Sie sind die Kommando-Spezialkräfte – Deutschlands Elitetruppe im Kampf gegen den internationalen Terrorismus.

Doch, obwohl die Bundeswehr ihnen ein solches Image verpasste, kann von einer Elitetruppe Deutschlands nicht mehr gesprochen werden. Die spezialisierten „Jung-Mannen“ haben den guten Ruf, den ihnen die Bundeswehr vorab auf den Leib schrieb, mit faschistischem Unfug und pubertären Spielchen negiert. Längst sind sie zu einem „A-Team“ verkommen und ihnen sind, wie in der amerikanischen TV-Serie (im Stil billigster B-Movies), stets die Fahnder im Nacken.


Nachtaktive: Vermummte Soldaten des Kommandos „Spezialkräfte“.


Deutsches Bundeswehr-Camp in Kunduz im Mondlicht.


Vorbild Guantanamo? Doppelte Sicherungszäune um das deutsche Bundeswehr-Camp in Kunduz.

Aber die Bundeswehr hält an dem aalglatten Image fest. Egal ob an Land, in der Luft oder im Wasser, die der Bundeswehr zugehörigen Kommandos „Spezialkräfte“, kurz KSK, sollen Profis sein. Einsätze in jedem Terrain sollen sie meistern.

Laut der Bundeswehr-Website gliedern sich die Einsätze in vier Kategorien:

„Schutz von Personen in besonderen Lagen und Schutz eigner Kräfte auf Distanz:
– Reaktionsschnelle Abwehr feindlicher Kräfte, bevor sie eigene Kräfte und Einrichtungen erreicht und bedroht haben;
– direkter Schutz, also offensiver Kampf gegen subversive Kräfte.

Retten und Befreien:
– Retten und Befreien deutscher Staatsbürger aus Krisengebieten und Geiselsituationen sowie
– Aufspüren, Befreien und Rückführen deutscher Soldaten, die bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr in Gefangenschaft oder Geiselsituationen geraten sind.

Gewinnen von Schlüsselinformationen und Schaffen von Informationsüberlegenheit bezogen auf:
– feindliche Kräfte und deren Führungssysteme;
– sensitive Objekte, wichtige Einrichtungen und Infrastruktur;
– Waffensysteme von hoher Bedeutung;
– für die eigene Operationsführung wichtige militärische Ziele in der Tiefe des gegnerischen Raumes:

Kampfeinsätze gegen militärische Ziele mit hoher Priorität auf gegnerischem Gebiet:
– Wegnahme, Lähmung oder Zerstörung von für die gegnerischen Operationsführung entscheidenden Waffensystemen, Einsatzmitteln, Infrastruktur und Anlagen;
– Lenkung weit reichenden Feuers, dabei auch die Lenkung von Kampfflugzeugen.“

Viel Schall um Rauch und Ehre.
Um für die umfangreichen Einsätze gerüstet zu sein, haben die KSK-Soldaten, laut der Bundeswehr Website, eine zweijährige Basisausbildung zu absolvieren, an der sich eine vierjährige Kommandoeinsatzverwendung anschließt. Von 100 Bewerbern überstehen angeblich nur 5 bis 10 die Eignungstests, die aus zwei Blöcken bestehen. Der erste Block soll aus einem dreiwöchigen psychischen und physischen Test bestehen, den schon 50 Prozent der Bewerber nicht schaffen. Im zweiten, drei Monate dauernden Block werden die verbliebenen Bewerber an ihre Grenzen gebracht. Ein 90-stündiges „Überlebenstraining“ unter widrigsten Bedingungen muss absolviert werden, der den Soldaten alles abverlangt und sie an die psychischen und physischen Grenzen stoßen lässt. Sind die Eignungstests erfolgreich bestanden, geht die Ausbildung vielfältig weiter. Fallschirmspringen gehört ebenso zur Grundausbildung wie der Umgang mit hochexplosiven Sprengstoffen. In der Ausbildung lernen die Rekruten zudem den perfekten Umgang mit einer Vielzahl von Waffen. Eine Kampftaktik- und Nahkampfausbildung gehören auch zum Repertoire jedes KSK-Soldaten. Das KSK trainiert etwa 250 Tage im Jahr und dies, laut Bundeswehr, auf höchstem Niveau. Einfache Schießübungen gibt es selten, viel mehr gibt es so genannte Combat-Schießübungen, bei der die Rekruten absichtlich unter Stress gestellt werden. Dies wird mit der Hilfe von Hindernissen, Akustik, Licht und Nebel sichergestellt, eine Freund–Feind-Erkennung wird somit erschwert. Ein weiterer Höhepunkt der KSK-Ausbildung ist die so genannte Klimazonenausbildung.

An folgenden Orten trainieren die KSK-Soldaten in der Klimaausbildung:

– Österreich (Gebirge),
– Norwegen (Arktis),
– El Paso, Texas (Wüste),
– Belize (Dschungel),
– Arizona (Fallschirmspringen),
– San Diego, Kalifornien (Wasser)
– Goose Bay, Kanada (Land-, Scharfschützenwesen)

Stolz dürfen sie sein, denn die Ausrüstung der Bundeswehr-Elite-Einheit besteht aus High Tech. Die Waffen sind ebenso auf dem neusten Stand der Technik wie auch die Tarnanzüge. Bei ihren Einsätzen stehen den Soldaten viele Fahrzeuge zur Verfügung; darunter neben Schneemobilen, Kajaks, Motorrädern, Quads und Sturmbooten auch Hubschrauber und verschiedene (gepanzerte- ) Bodenfahrzeuge.

Dem Kommando „Spezialkräfte“ gehören momentan nach eigenen Aussagen etwa 1.100 Soldaten an (Frauen gibt es in dieser Truppe noch nicht), aber die „Spezialkräfte“ sollen für den „Krieg gegen den Terror“ auf 1.300 Mann aufgestockt werden.


Der Häuserkampf wird vom KSK in zahlreichen Trainingseinheiten perfektioniert.

KSK – gut gestrickt, aber nur ultrarechte Maschen?
An der Mission „Operation Enduring Freedom“ nahmen vom Dezember 2001 bis zum Oktober 2003 nach Angaben der Bundesregierung ständig etwa 100 KSK-Soldaten teil. Ihre Hauptaufgabe bestand in der Aufklärung und Erspähung feindlicher Ziele. Dies war neben dem Ausfall des heute vorzeitig entlassenen Brigade-Generals Günzel das erste Mal, dass die Elitetruppe der Bundeswehr in die Öffentlichkeit kam. Brigade-General Günzel war vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2003, dem Jahr seiner Entlassung, Kommandeur des KSK. Nachdem er sich positiv über eine antisemitische Rede des ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann geäußert hatte, wurde Günzel vorzeitig seines Dienstes enthoben. Seinen Beifall zu Hohmanns Rede, die dieser zum Tag der Deutschen Einheit im Jahr 2003 verlas, verkündete Günzel auf dem offiziellen Briefpapier der Kommando-Spezialkräfte. Seit dem Beginn des „Krieg gegen den Terror“ häuften sich jedoch die Skandale und Neuigkeiten um die kleine deutsche Elitetruppe.

Was machen KSK-Soldaten in Afghanistan?
Nach dem Magazin STERN sollen 2005 immer noch KSK Soldaten in Afghanistan im Einsatz gewesen sein und das aktiver als je zuvor, es sollen bei den Einsätzen sogar zahlreiche KSK-Soldaten gefallen sein – was das Verteidigungsministerium jedoch bestritt. Doch inzwischen existieren in afghanischen Bundeswehr-Camps Gedenktafeln für die Gefallen, wie eine TV-Reportage, auf PHOENIX gesendet, kürzlich zeigte.

Schon 2002 nahm die Truppe unter amerikanischer Führung an der Mission „Anaconda“ teil, in der gezielt Jagd auf 1.000 Taliban in den afghanischen Bergen gemacht wurde, wie der Fernsehsender BBC berichtete. Es stellt sich die Frage, was die KSK-Soldaten in Afghanistan gemacht haben.

Vieles deutet darauf hin, dass die deutsche Eliteeinheit an der Seite und unter der Führung amerikanischer SEALs aktiv in Kämpfe gegen aufständische Talibananhänger verwickelt waren. Die SEALs sind das amerikanische Gegenstück zum deutschen KSK. Das härteste was das amerikanische Militär an Soldaten zu bieten hat. Eine Zusammenarbeit zwischen den Spezialeinheiten würde daher nicht verwundern. Um auch an internationalen Missionen teilzunehmen müssen die Soldaten des KSK in ihrer Grundausbildung auch einen Englisch-Kurs absolvieren, um sich mit ausländischen Einheiten verständigen zu können. Wenn es jedoch zu einer Zusammenarbeit zwischen verschiedenen militärischen Spezialeinheiten kommt, handelt es sich zumeist um groß angelegte Missionen wie der oben genannten Mission „Anaconda“.

Ob das KSK noch an weiteren dieser fraglichen Missionen teilgenommen hat, ist noch unklar. Klar ist jedoch mittlerweile, dass deutsche Kommando-Spezialkräfte zurzeit wieder in Afghanistan sind, um die immer gefährlichere Lage in Afghanistan mit ihren Mitteln zu besänftigen.

In den letzten Monaten kursierten immer mehr Gerüchte über die gespannte Sicherheitslage in dem Staat am Hindukusch. Die Medien berichteten von Gefechten mit hunderten von Aufständischen. Die Lage schien außer Kontrolle zu geraten. Der neuerliche Einsatz der deutschen Elite zu dieser Zeit ist daher kein Zufall, sondern eine Vorsichtsmaßnahme. Doch hat das KSK die in Afghanistan stationierten Bundeswehr-Verbände nur vor Attentaten geschützt oder war es selbst bei der Niederschlagung von Aufständen und Angriffen radikaler Taliban beteiligt? Die Bundeswehr schweigt sich hierüber aus, umgeht die Frage mit einem vollmundigen Vergleich der KSK mit der GSG9 der Bundespolizei, der immer noch der Ruf einer schlagkräftigen Geiselbefreiungstruppe anhängt, obwohl die Realität längst ein ganz anderes Bild liefert.

Doch eine Antwort auf diese Frage, was die KSK macht, gab DER SPIEGEL, der im September 2006 von neuen Einsätzen des KSK im Norden Afghanistans berichtet. In dem Artikel ist zu lesen, dass die harten Männer nun gezielt Jagd auf „Warlords“ machen, die nicht mit der deutschen Bundeswehr kollaborieren wollen.


Leistete das KSK in Afghanistan, wie bei dieser Übung zu sehen, nur harmlose Unterstützung für die am Hindukusch stationierten Bundeswehrsoldaten oder griff das KSK aktiv Aufständische an?

Das Image des KSK wurde weiter geschädigt, als der Bremer Murat Kurnaz das KSK beschuldigte, ihn in Gefangenschaft auf einer amerikanischen Militärbasis verhört zu haben. Kurnaz wurde 2001 im Rahmen der allgemeinen Terrorverdächtigung islamischer Menschen von amerikanischen Militärs entführt und im Jahr 2002 in das für seine Menschenrechtsverletzungen bekannte amerikanische Gefängnis von Guantanamo gebracht. Dort wurde Kurnaz nach eigenen Aussagen von Mitgliedern des KSK misshandelt und verhört. 2006 wurde der Bremer – der nie von einem Gericht für schuldig erklärt wurde – freigelassen, woraufhin er schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung und das KSK erhob. Als Reaktion auf die Anschuldigungen wurde für den Fall Kurnaz ein Untersuchungsausschuss im Bundestag eingerichtet, der sich zur Zeit mit dem Fall beschäftigt.

Wie schon in dem Artikel „Mutiert die Bundeswehr zum faschistischen Trojaner?“ vom 23. Oktober 2006 auf [Journalismus – Nachrichten von heute] berichtet, gibt es innerhalb der Bundeswehr immer mehr rechtsextreme Tendenzen. Dieser Rechtsruck wurde nun auf übelste Art und Weise auch in der deutschen Elitetruppe aufgedeckt. Mitglieder des KSK trugen laut SPIEGEL während ihres Auslandseinsatzes in Afghanistan Abzeichen und Symbole der Wehrmacht. Ein Foto auf dem ein Bundeswehr-Jeep vom Typ „Wolf“ gezeigt wurde, machte dies besonders deutlich. Auf der Tür des Jeeps war eine Palme gemalt, in der Mitte der Palme dann das Zeichen der Bundeswehr – der Afrika Korps des Nationalsozialisten Generalfeldmarschall Rommel hatte das gleiche Symbol; der Unterschied bestand lediglich darin, dass in der Mitte ihrer Palme das Hackenkreuz zu sehen war.


Symbol auf einem Jeep vom Typ „Wolf“ des KSK in Afghanistan. Anstatt des Hackenkreuzes ist hier das Symbol der Bundeswehr in der Mitte der Palme.
Quelle: http://www.euronews.net

Ewig gestrige KSK-Soldaten bei Auslandseinsätzen sind eine große Gefahr für die dortige Bevölkerung. Selbst bei der Elite der Bundeswehr sind deutliche faschistische Züge zu erkennen.

Das Kommando „Spezialkräfte“ ist nicht, so scheint es und will es offensichtlich die Bundeswehr, zu kontrollieren. Genauso wie die deutschen Geheimdienste agiert auch das KSK im Schatten der Gesetze. Ein Bruch der deutschen Verfassung liegt nahe, wenn die Bundeswehr auf die Frage nach KSK- Einsätzen im Ausland die Auskunft verweigert. Der Öffentlichkeit aber muss das Recht auf wahre Informationen gewährt werden. Verschleierung und Täuschung gehören in keinen Staat, der sich demokratisch nennt.

Dass die Kommando-Spezialkräfte in Afghanistan nicht bloß nur passive Aufgaben zum Schutz und zur Sicherheit der dort stationierten Bundeswehrtruppen übernommen haben, sondern aktiv in Kampfhandlungen verwickelt waren, ist sehr wahrscheinlich. Nach 10 Jahren KSK und sich häufenden Skandalen muss sich die Frage gestellt werden: Brauchen wir eine solch undemokratische Truppe von teilweise faschistischen Elitekämpfern wirklich, um Deutschland vor Gefahren zu schützen? Und wo werden die KSK sein, wenn es im dicht besiedelten Deutschland wirklich kracht? Werden sie auch dann, natürlich gut getarnt, bei Nacht in der afghanischen oder irakischen Wüste umherschleichen?

Mutiert die Bundeswehr zum faschistischen Trojaner?
Spiegel Artikel: KSK-Soldaten sprühten Wehrmachtssymbol auf Wagen
Spiegel Artikel: Wehrmachtsemblem auf Jeep war nicht genehmigt

vermischtes

Fidel Castros Tod steht schon fest

Harald Haack – Noch lebt er, der kubanische Staatschef Fidel Castro, doch für die US-Regierung steht sein Tod schon fest. Vor ziemlich genau einem Jahr wurde ihm von der CIA eine „fortschreitende neurologische Erkrankung des Gehirns und zentralen Nervensystems“ angedichtet. Nun, da er inzwischen wieder fidel und angeblich nahezu der alte war, gibt es rechtzeitig zum Jahresende eine neue Krankheit, die mutmaßlich die CIA per „Ferndiagnose“ erfand und ihm anhängte. Dramatisch klingt die neuerlich US-amerikanische Propaganda, die kürzlich aus „Regierungskreisen“ in die Nachrichten-Agenturen geschoben wurde, und die verbreiteten das böse Gerücht prompt als Tatsache.

Der alte Revolutionär soll Krebs haben. Alles in ihm soll inzwischen angegriffen sein – was genau, das wurde offen gelassen. Magen-, Darm- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium soll es aber doch sein, was man dem ständig verhassten Feind der USA wünscht. Womit die Hoffnung der US-Regierung vermeintlich wächst, ihn bald unter den Toten zu wissen. Und das Geschwätz klingt so, als wolle man ihm von einer Chemotherapie abraten. Damit habe er nämlich nicht mehr länger als 18 Monate zu leben, hieß es in Washington. Ohne eine solche qualvolle Behandlung sinke Castros Lebenserwartung jedoch auf drei bis acht Monate. Weshalb also soll er sich von Medizinern quälen lassen? Die US-Regierung hat schließlich seinen Tod in der Schublade – wie übrigens seit Jahrzehnten schon. Politische Morde wurden der CIA auf Befehl eines frühen Vorgängers von George W. Bush zwar untersagt, aber…

Fidel Castros Bruder Raul hatte die Gerüchte über ein Krebsleiden schon zurück gewiesen.

Fidel bald wieder fidel
Raul Castro’s fidele Kokain Connection
CIA: Castros Gehirn schwer gestört

terror

‘Al Qaeda Lebanon’ group says it will destroy the government

Beirut – A group identifying itself as ‘Al Qaeda Lebanon’ issued a statement Sunday threatening ‘to destroy the corrupt cabinet that takes orders from the US administration.’

The typewritten statement by the previously unknown group was sent to the Christian Voice of Lebanon radio station

‘We have reached Lebanon and we will work on destroying this government and all the other agents. Let them know that we are after them, with God’s will,’ the statement said.

The statement came with the country in political crisis following the resignation of the five Shia ministers.

All belong to the pro-Syrian Amal and Shia Hezbollah groups. The government is headed Fouad Seniora, a member of the anti-Syrian majority in the country.

deutschland

Klassenbewusst auf Schiene

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Malte Olschewski – Ängstlich zelebrieren Gewinner der Oberschichte Produkte und Rituale, um sich vom Rest der Gesellschaft und der wachsenden Unterschichte abzusetzen. Bahn frei für neue Chiffren, Zeichen und Verhaltensweisen, um die Identifikation schnell und eindeutig zu ermöglichen. Unzählige Geschäftemacher bedienen bei gehobenen Preisen ihre Klienten bei ihrer vielfältigen Distanzarbeit. Soziale Unterschiede hat es in krasser oder gedämpfter Form immer schon gegeben. Durch ein organisiertes Proletariat konnten einige wenige, soziale Verbesserungen erzwungen werden. Im modernen Raubtierkapitalismus werden diese Errungenschaften langsam wieder abgebaut, während sich die Gewinner des Systems mit frechen Gesten in den Vordergrund drängen.

Diejenigen, die das Präkariat als neues, nicht mehr organisiertes Proletariat abgehängt haben, wollen ihren Sieg in rauschenden Festen und provokativen Ritualen feiern. Was ist schon ein Sieg, wenn man sich im Circus Maximus der Warenwelt nicht an der Niederlage delektieren kann. Der soziale Unterschied bricht sich heute vielfach über Produktchiffren neue Bahn. Im Fernsehen wird das durch eigene Berichte über die Feste einer mitleidlosen Bussi Gesellschaft besonders deutlich. Hierbei werden teure Speisen verschlungen und edle Tropfen geniesserisch im Gaumen gerollt. Wie in düsteren, sozialen Zeiten gewinnt die Nahrungsaufnahme eine gesellschaftliche Distinktion. Die neuen Klassen werden auch in vielen anderen Bereichen, und sogar bei einer simplen Bahnfahrt, sichtbar.

Was lässt sich die gute, alte Eisenbahn etwa in Österreich nicht alles einfallen, um die Oberschichte ihre Distanz zum abgehängten Präkariat zelebrieren zu lassen! Glaubte man früher, auf Schienen möglichst billig von da nach dort zu gelangen, so wird heute die Bahnfahrt immer mehr zu einer kostspieligen Demonstration der Einkommensverhältnisse. Auf immer mehr Strecken werden wie einst zur Kaiserzeit Züge mit drei Klassen geführt. Billig ist die Bahn mit ihren schichtenspezifischen Ritualen schon lange nicht mehr. Das beginnt schon mit den so genannten Lounges (französisch für: Aufenthaltsraum) in den grossen Bahnhöfen. In den Wartezeiten verstecken sich neue Profite. Das Warten auf Ankunft oder Abfahrt an den Bahnsteigen oder in der Halle soll gegen Bezahlung der Vergangenheit angehören. Gegen kräftiges Aufgeld darf man in luxuriös eingerichteten Lounges warten.

Da nun der Manager offenbar 24 Stunden am Tag managen muss, werden in vielen Zügen Business-Abteile angeboten. Hierbei haben die fußfreien Sitzgarnituren Lederbezug, während der Tisch aus Edelbirnenholz gemacht ist. Hinzu kommen eine Steckdose für den PC, ein Internetanschluss und optimaler Mobilfunkempfang. Sitz und Tisch sind ergonometrisch gehalten, wobei ein „hochgesetztes Abstellbereich für die Aktentasche“ nicht vergessen wird. Es gilt ein erweitertes Menüangebot, wobei Speisen und Getränke vom Personal an den Sitz gebracht werden. Zeitungen liegen bereit. In einem Safe kann man die Geschäftspapiere sicher verwahren. Da der Manager andauernd mit anderen Managern konferieren muss, steht auch ein Konferenzwaggon zur Verfügung.

Aber auch in anderen Bereichen wird vorgesorgt. Die Tickets können online bestellt werden. Man kann aus der Speisekarte ein Menü im voraus wählen. Anstatt im allgemein zugänglichen Speisewagen zu dinieren, lässt sich der auf Distanz bedachte Manager Spei-sen und Getränke an den Sitzplatz bringen. Allein reisenden Damen steht für den Fall, dass sie sich fürchten, ein eigenes Damenabteil zu Verfügung, das allerdings drei Monate im voraus zu reservieren ist. Auch für den Wauwau ist vorgesorgt. Haustiere fahren in der 1. und 2. Klasse in einem eigenen Behälter zum Nulltarif, während in der 3. Klasse für Fifi oder Schnurrli eine Fahrkarte zu lösen ist. Für die lieben Kleinen gibt es bei entsprechenden Aufpreisen ein Kinderspielabteil. Für stillende Mütter hat die Bahn ein „Stillabteil mit Vorhängen zum nötigen Sichtschutz“ eingerichtet.

Die Bahn bleibt teuer und fährt mit hoher Geschwindigkeit in einen grundlegenden Widerspruch. Wie soll die Entlastung des Individualverkehrs gelingen, wenn die Alternative Bahn so teuer ist? Der Staat steckt Milliarden in den Strassenbau, dessen Wirkung sofort wieder von einer angestiegenen Zahl von Pkws egalisiert wird. Die Bahn prahlt liebend gern mit ihren Vergünstigungen und Spartarifen. In Wirklichkeit sind die Rabatte von einem dichten Regelwerk eingehüllt. Ein Dschungel von Bedingungen umgibt die billige Fahrkarte. Der umfangreiche Vertrag zum Erwerb einer günstigen Bahn Card kann wohl nur von einem Manager im Business-Abteil mit Ledersessel und Tisch aus Edelbirnenholz dechiffriert werden. Gegen Aufpreise und Zuschläge kümmert sich die Bahn um alle, nur nicht für den Mann mit knapper Kasse, der die horrend gestiegenen Normaltarife mit 85 Euro etwa für die Strecke von Köln nach Berlin kaum mehr bezahlen kann.

deutschland

Auch Linkspartei hilft, Streik abzuwürgen

Politik und IG Metall-Funktionäre hintertreiben Streik bei BSH in Berlin

Karl Weiss – In enem beispiellosen Einsatz von Politprominenz mit Champagner und allem drum und dran gelang es noch einmal, den Streik von Arbeitern abzuwürgen. Die Linkspartei war mit von der Partie. Die Bosch-Siemens-Hausgeräte (BSH) in Berlin soll geschlossen bzw. verlegt werden. Dagegen begannen die Arbeiter einen Streik und bereiteten einen siemensweiten Aktionstag vor.

Sie hatten bereits Kontakt zur Belegschaft der Benq aufgenommen, ein anderer Siemens-Betrieb, der dem Profitstreben der Siemens-Vorstände zum Opfer fallen soll. In dieser Situation kam es zu Verhandlungen der IG Metall mit Siemens und es wurde eine scheinbare Einigung erzielt, die praktisch immer noch die Stilllegung von BSH beinhaltete, lediglich eine Art winziger „Notbelegschaft“ soll für einen scheinbaren Erhalt des Standorts stehen. Der Siemens-Aktionstag wurde von der IG-Metall-Führung abgesagt.

Die Belegschaft reagierte darauf logischerweise nach einer Streikversammlung am Nachmittag des 20.Oktober in einer Urabstimmung mit einem Beschluss zur Fortführung des Streiks.

Daraufhin trat die Spitze der Berliner Regierungsparteien SPD und PDS sowie die Führung der hauptstädtischen IG Metall in Aktion, erschien im Streikzelt der kämpfenden Kollegen und machte Druck.

Bald hatte sich herumgesprochen, dass Bürgermeister Wowereit sowie PDS-Gysi und Wolf im Streikzelt erwartet wurden und die Belegschaft kam zusammen. Die örtliche IG Metall, sonst immer knapp bei Kasse, hatte für das abendliche Treffen ein Essen auffahren lassen, das seinesgleichen sucht. Selbst Champagner war angesagt.

Die Berliner IG Metall machte klar: Es gibt keine Unterstützung mehr von ihr, wenn der Streik weitergeführt werde. Wowereit, Gysi und Wolf waren sich einig: Der Streik habe ein Ergebnis erzielt und müsse jetzt abgebrochen werden. Am Anfang kamen noch Buh-Konzerte auf die Aufforderngen, zu Kreuze zu kriechen, doch mit der Zeit wurden die leiser und am Ende hatte die aufgefahrene Politprominenz die noch Stunden vorher besehende Mehrheit gebrochen. Der Streik ging zu Ende.

Ein Vertreter der MLPD, der die ganzen Wochen des Kampfes seine Solidarität mit dem Kampf der Arbeiter gezeigt und viele gute Vorschläge zm Vorgehen gebracht hatte, wurde mit massiver Gewalt am Reden gehindert. Als die Arbeiter ihn aus der Umklammerung befreit hatten, bauten die IG-Metall-Funktionäre sofort die Verstärkeranlage ab, damit er auf keinen Fall gehört werden könnte.

Damit haben die rechten Gewerkschaftsführer mit SPD- (und manchmal auch Grünen-) Parteibuch in der Tasche, die SPD-Führung (was war von der anders zu erwarten?), aber ebenso die in der Entstehung begriffene „Die Linke.“ gezeigt, auf welcher Seite sie stehen. Die Siemens-Monopolherren reiben sich die Hände: Wieder ein Kampf abgewürgt, der zu einem Fanal hätte werden können.

Der massive Einsatz von Polit-Prominenz zeigt aber auch, wie groß die Angst vor einem Kampf der Arbeiter ist, wenn er der sozialdemokratischen Maxime („möglichst viel Abfindung herausholen“) und den sozialdemokratischen Führern aus der Kontrolle zu laufen droht.

terror

Haftbefehl gegen Rafsandschani

Zwölf Jahre nach dem Anschlag auf ein jüdisches Kulturzentrum hat ein argentinischer Richter gestern einen internationalen Haftbefehl gegen den früheren iranischen Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani erlassen.

Betroffen sind zudem acht weitere Personen. Staatsanwälte werfen der früheren Regierung Irans vor, hinter einem Bombenanschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum 1994 in Buenos Aires zu stecken.

Damals kamen 85 Menschen ums Leben, mehr als 200 weitere wurden verletzt. Trotz einer langwierigen Ermittlung wurde niemand wegen der Tat verurteilt.

Der Iran hat stets jegliche Beteiligung an dem Anschlag abgestritten. Die iranische Generalstaatsanwaltschaft kündigte an, wegen der geplanten Verhaftung Rafsandschanis möglicherweise rechtliche Schritte gegen die argentinischen Behörden einzuleiten. Rafsandschani war von 1989 bis 1997 iranischer Präsident.

Freunde im Gruselkabinett