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Das Old Boys Netzwerk


Stephan Fuchs – Die Geschichte der verdeckten Kriegsführung in den Händen der Special Operation Samurai zieht sich rein wie eine fett gelegte Linie Koks. Kokain, aber auch Heroin ist eines der Hauptgeschäfte der Special Ops, dem Old Boys Netzwerk der CIA. Das Old Boys Netzwerk ist aktiv wie immer und schaut auf eine skandalöse lange Geschichte zurück. Wann immer die Schattenkrieger zuschlugen, rollten monströse Skandale auf die CIA zu.


They chose the drug. I chose to use their habit to finance the democracy that all american’s enjoy.

Intensiviert und zur eigentlichen Kultur stilisiert wurde die quasi privatisierte oder outsourced Gruppe bei einem fatalen Entscheid des damaligen US Präsidenten Jimmy Carter. Carter war kein Freund der verdeckten Einsätze und hatte die Nase voll. (Nicht Koks natürlich) Die verdeckten Operationen hatten die CIA derart in Verruf gebracht, dass Jimmy Carter rund 800 CIA Samurai’s zum Teufel schickte. Die Rechnung machte Carter und der Kongress allerdings ohne den Wirt. Die Krieger gingen in den Untergrund.

Unter ihnen waren Ted Shakley, Richard Secord und Edwin Wilson, der nach Genf zog und dort aufbaute was bei den dreien schon seit 1975 intensiv im Gespräch war: der Aufbau einer privaten CIA. Eine Firma, die verdeckte Operationen weiterführen sollte. In Genf sollte das Hauptquartier entstehen. Das war in der Weihnachtszeit von 1978. Mit dabei im Club, war auch ein Herr Namens Michael Ledeen!

Drugs? I don’t care!
Obwohl die Special Operation Samurai zum Teufel geschickt wurden, hatten sie immer wohl wollende Chefdirigenten an der Führungsspitze in Langley, dem Hauptquartier der CIA: William Egan Colby 1973-1976, George Herbert Walker Bush 1976-1977, Stansfield Turner 1977-1981, William Casey 1981-1987. Von Casey haben wir ein wunderbares Dokument:

„The tool is Cocain. The trick is to understand that the drug user had the freedom to make a choice. They chose the drug. I chose to use their habit to finance the democracy that all american’s enjoy.“

Weiter im Text:
„My Actions may be recorded as criminal condemning countless american’s to drug dependency. I don’t care.“

Als Grossverteiler und Geldwäscher, das weiss man unterdessen, war Vito Genovese der führende Pate der New Yorker Mafia Familie gewesen. Von da ging der weisse Stoff an die Gangs und die Black Comunity, die den Stoff arg gestreckt auf der Strasse verkaufte. Das war die Scheissware. Die Drogenhölle. Das gute Material wurde von den Italienern über Clubs und Bars verkauft. Auch in der Schweiz.

Die Idee kam freilich nicht von Casey, sondern wurde bereits unter William Colby durchgeführt. Casey weiter im Text:

„After I became DCI (Director of Central Intelligence) in 1981 I was…off the record… briefed by William Colby about his ongoing two operations in Latin America. Both Operations without knowledge of the US Congress.“

So erfreute sich die Black CIA mit Hauptqurtier in Genf einer gut funktionierenden Bruderschaft, die nur gestört wird, wenn sandinistische Nicaraguaner auf ein C-123K Transportflugzeug schiessen das der CIA kontrollierten Firma Southern Air Transport gehört und dabei auf das Nest der Schattenkrieger stösst, oder in Ciudad del Carmen die mexikanische Polizei am 10. April eine DC-9 mit 5.5 Tonnen Koks herausfischt und man dabei sehr wahrscheinlich wieder auf die gleichen Schattenkrieger trifft. Was war doch kürzlich? Ja genau:

„Intelligence insiders report that CIA Director Porter Goss has authorized the CIA to resume Iran-contra-era networks that is permitting former agency contractors to renew their illicit trade in drugs.“

So geht die endlose Geschichte wohl weiter. Gut haben wir Informationen gesammelt, haben die Firmen auf dem Radar und lassen uns überraschen was die Verwandten von Goss und die überlebenden des Old Boys Netzwerkes in Genf so machen.

CIA-Flieger in Mexiko mit 128 Koffern voll Kokain erwischt
Verbindung von US-Politiker zu 5,5 Tonnen Kokain

Weiterführende Artikel zu CIA Operationen:
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Mit dem Flugzeugbomber, Oli North & Felix Rodriguez auf der Pista Coca
Pizza aus dem Hindukusch gefällig?
Islamische Mullahs & kalte Krieger in der Liebkosung
Krausköpfe mit Stinger-Raketen

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Lohnnebenkosten und Beschäftigung – Ein Zusammenhang?

Karl Weiss – Die „Techniker-Krankenkasse“, eine der größten Krankenkassen Deutschlands, hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, um herauszufinden, ob tatsächlich die angeblich so hohen Lohnnebenkosten die Ursache für Arbeitsplatzabbau sind und ob wirklich geringere Lohnnebenkosten für steigende Beschäftigung sorgen. Die Ergebnisse sind kristallklar: Die Höhe der Lohnnebenkosten (hier am Beispiel der Gesundheitskosten) hat keinerlei Zusammenhang mit der Beschäftigung. In der Bundesrepublik haben die Gesundheitskosten sogar dämpfend auf die Gesamt-Kosten der Unternehmen gewirkt, ohne damit den Abbau von Vollzeitstellen zu stoppen oder zu verringern.

Das Gutachten auf denkbar breiter Datengrundlage liegt nun bereits seit Oktober 2004 vor. Es wurde aber bisher von nicht einer einzigen Zeitung in Deutschland, nicht einem Fernsehsender darüber berichtet.

Der Direktor des Berliner Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung, in dem wesentliche Teile des Gutachtens erstellt wurden, Dr. Häussler, erläutert: „Etwa zehn Prozent der Arbeitskosten gehen auf Gesundheitsausgaben zurück. Gemessen an den Gesamtkosten der Unternehmen, also dem Produktionswert, liegt der Anteil sogar nur bei rund drei Prozent. Wir haben auch festgestellt, daß zwischen 1995 und 2000 alle Kostengrößen stärker zugenommen haben als die gesundheitsbedingten Belastungen der Arbeitgeber. Damit hat das Gesundheitssystem den Anstieg der Arbeitskosten sogar abgebremst.“

Es wurden auch wichtige Branchen in Deutschland untersucht: Chemische Industrie, Fahrzeugbau, Finanzdienstleistungen, Textilindustrie und Gesundheitssektor. In der chemischen Industrie ist die Beschäftigung trotz stagnierender Belastung (+ 0,6 Prozent) um 11, 2 Prozent zurückgegangen. Im Fahrzeugbau ist die Beschäftigung um 18,3 Prozent gewachsen, obwohl die gesundheitsbedingten Belastungen um 31 Prozent zugenommen haben. Die Finanzdienstleister verzeichneten zwar gestiegene Belastungen(+ 6,1 Prozent), aber auch eine leichte Zunahme der Beschäftigung. In der Textilindustrie ist die Belastung zwischen 1995 und 2000 um 16,2 Prozent gesunken; die Beschäftigung ist dadurch jedoch nicht gestiegen, sondern hat um 26,8 Prozent abgenommen. Im Gesundheitssektor ist die Beschäftigung (+15 Prozent) stärker gewachsen als die gesundheitsbedingte Belastung der Arbeitgeber.

Ein anderer Teil des Gutachtens sah sich genau an, was die „Gesundheitsreformen“ bringen. In der vorgesehenen Endstufe im Jahr 2007 ist die Entlastung der Arbeitgeber so gering, daß dies mit Sicherheit keinerlei Auswirkungen auf die Beschäftigung haben kann. Wúrden die Unternehmen diese Entlastung an die preise der Produkte weitergeben, wúrden diese lediglich um zwei Promille, also 0,2%, sinken. Die „Reformen“ erreichen also genau das nicht, was sie angeblich wollen.

Der dritte Teil des Gutachtens zieht einen internationalen Vergleich. Betrachtet man den Anteil am Produktionswert, so liegt Deutschland im Mittelfeld, bei 3,2 Prozent – gleichauf mit den USA. Frankreich (3,6 Prozent) und die Niederlande (3,7 Prozent) liegen höher; Polen (2,1 Prozent), Großbritannien (1,8 Prozent) und die Schweiz (1,9 Prozent) haben geringere Anteile. Für keines der untersuchten Länder konnte für den Zeitraum von 1995 bis 2000 ein empirischer Zusammenhang zwischen den Gesundheitskosten der Arbeitgeber und der Entwicklung der Beschäftigung gezeigt werden. Es müssten daher andere Ursachen für die Beschäftigungsentwicklung verantwortlich sein.

Die Gleichung „Geringere Löhne – mehr Arbeitsplätze. Höhere Löhne – Wenig Arbeitsplätze“ ist noch nie aufgegangen und wird nie aufgehen. Sonst müßten ja in China mit den niedrigsten Löhnen die geringste Arbeitslosigkeit herrschen. Sie ist aber dort besonders hoch. Oder hier in Brasilien, wo viele für umgerechnet 100 Euro im Monat eine 44-Stundenwoche arbeiten müssen. Die Arbeitslosigkeit liegt bei geschätzten 27 – 30 %.

In Wirklichkeit geht es den Kapitalisten ja auch nicht um die Lohnkosten, wenn sie rechnen, sondern um die Lohnstückkosten. Und die sind in Deutschland bereits jetzt niedriger als in vielen anderen Ländern. Die Verlagerungen in osteuropäische Länder dagegen sind vor allem dadurch begründet, daß man den Großkonzernen dort die Investitionskosten ganz oder teilweise vom Staat bezahlt. Was doch noch an Kosten anfällt, können sie in Deutschland von der Steuer absetzen. Damit stellen sie nagelneue Fabriken auf die Wiese, ohne einen einzigen Heller auszugeben. Die Löhne dort haben dagegen nichts damit zu tun

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Fliegt die DEA mit Air Opium?

World Content News & Stephan Fuchs – Gestern verunglückte im Land des Opiums eine Antanov 32. Die Maschine donnerte in Laschkar Gah, der Hauptstadt der Provinz Helmand in Afghanistan in Nomadenzelte und Häuser am Rande der Landebahn. Dabei starb ein Kind und zwei erwachsene Personen. In anderen Berichten werden vier und fünf Tote genannt. Brisant; mindestens zwölf der sechzehn Verletzten der russischen Antanov sind Amerikanische DEA Agenten.


Ob der Lastwagen ein kleines Begrüssungsgeschenk der Warlords war ist nicht auszuschliessen. Schliesslich geht es um Opium.

Die Antanov befand sich in der Landephase auf den Flughafen. Das Gebiet um Helmand ist der „Wilde Osten“ des Opiums, von hier finden die Rekordernten ihren Weg nach Europa und Amerika. Opium wird im afghanisch- pakistanisch- iranischen Grenzgebiet in Morphin verarbeitet und in dieser Form in den Nahen Osten und die Türkei gebracht, wo es zu hochwertigem Heroin für die europäischen Märkte verarbeitet wird.

Offensichtlich wurde die Antanov Maschine vom US State Department geleast, in der Maschine waren Agenten der amerikanischen Drogenbehörde DEA. Dass DEA Agenten vor Ort wissen wollen was die Warlords so treiben, das ist klar. Die Maschine mit der Registration ZS-PDV wurde von der Moldawischen Firma Valan International Cargo Charter geleast. Jene arbeitet vor allem für die UN. Für das World Food Programm, in Sierra-Leone, in Kenia, Irak und natürlich in Afghanistan. Dabei unterhält sie russische Maschinen wie die Antanov АN-32 ER-AWK und andere militärische Maschinen und einen Helikopter vom Typ МI-8.

Aufträge bekommt die moldawische Firma auch von der kanadischen Firma Skylink Aviation Inc. Eine Firma, die ebenfalls im UN Business tätig ist. Nur ist die U.N. Auf die Schwestergesellschaft in Washington D.C. nicht nicht gut zu sprechen. Bereits zweimal wurde die Firma von den lukrativen Geschäften mit der U.N. ausgeschlossen. Bereits 1993 wurde die Firma verwiesen, da sie Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten hatte und eine Serie von Crash Flügen fabrizierte. 1997 kam die kanadische Firma wieder ins Schlaglicht, weil sie Verträge manipulierte. Trotzdem darf Skylink noch immer in „Hot Zones“ operieren und fliegt in Basra, Baghdad und Mosul, oder lässt andere für sie fliegen.

Die Antanov Maschine mit den DEA und Law Enforcment Personen an Bord hatte höllisches Glück. Bei der Landung kreuzte ein Lastwagen die Landebahn. Ob der Lastwagen ein kleines Begrüssungsgeschenk der Warlords war ist nicht auszuschliessen. Schliesslich geht es um Opium.

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CIA-Flieger in Mexiko mit 128 Koffern voll Kokain erwischt

World Content News – Beim Umsatz im Drogengeschäft musste die CIA im 2. Quartal dieses Jahres erstmals empfindliche Einbußen hinnehmen. Der Grund: In Ciudad del Carmen hat die mexikanische Polizei am 10. April eine DC-9 der CIA (sprich: Cocaine Import Agency) gefilzt und dabei 5,5 Tonnen Kokain sichergestellt, das in 128 Koffern verpackt war. Der Marktwert des Drogenfundes wird auf ca. 100 Millionen US-Dollar geschätzt. Der Copilot, ein Kolumbianer wurde festgenommen, dem Piloten gelang die Flucht. Der Durchsuchungsaktion war angeblich ein Hinweis von Interpol vorausgegangen. Andere Quellen dagegen berichten von einer unge-planten Notlandung.


Mit Ach und Krach seine Wiederzulassung erhalten

Das Uralt-Flugzeug (Baujahr 1966) mit der Registriernummer N900SA hatte erst vor wenigen Wochen mit Ach und Krach seine Wiederzulassung erhalten. Gleich beim ersten Flug ging’s also schief. Nun steht ein Skandal erster Güte ins Haus: Der bei der Flugaufsichtsbehörde eingetragene Besitzer der DC-9, die Charterflug-Firma Royal Sons Inc. aus Clearwater, Florida, wird in Zusammenhang mit dem saudischen Prinzen Nayif al-Saud gebracht, der bereits im Juni 1999 in Paris dabei erwischt wurde, als er mit etlichen saudischen Prinzen und Prinzessinnen und mit 2 Tonnen Kokain in seiner hauseigenen Firmen-Boeing (Skyways International) spazierenflog. Dank des Diplomatenstatus hatte dies für ihn keine weiteren unangenehmen Folgen.

Bis vor einigen Jahren gab es eine Teilhaberschaft an der N900SA von der Firma Skyway Communications Holding Corp. Die Firma, deren Direktor ein gewisser Brent Kovar, a good old friend vom republikanischen Mehrheitsführer im Kongress, Tom DeLay, ist, ging zwar 2005 pleite, ihr Emblem („Sky Way Aircraft – Protection of America’s Skies“) prangt noch heute an dem Flugzeug.

Und was hat das nun alles mit der CIA zu tun? Am 26.11.2004 wurde von Planespottern auf dem Flughafen in Caracas, Venezuela eine Beech 200 gesichtet. Die aufgemalte Registriernummer N168D stellte sich als gefälscht heraus, anhand der Seriennummer BC-37 konnte ermittelt werden, dass die Maschine in Wirklichkeit unter der Nummer N391SA geführt wurde. Angeblich war das Flugzeug zu diesem Zeitpunkt bereits verkauft und nach Venezuela exportiert worden. Ihr damaliger Besitzer wiederum: Sky Way Aircraft Inc aus Florida, Präsident der Firma: Brent Kovar.

Die echte N168D dagegen ist eine Casa CN-235 der CIA-Firma Devon Holding. Sie wird in Europa verdächtigt, Gefangenenflüge für die CIA durchgeführt zu haben. Es gibt Planespotterberichte und Fotos aus Afghanistan, Baku, Jordanien, Prag und vor allem aus Ungarn. Auch in Deutschland war sie schon zu Gast: am 18.07.02 in Nürnberg, am 19.07.02 und am 01.09.04 in Frankfurt. Warum mit der N391SA ausnahmsweise mal ein Schaf in den Wolfspelz geschlüpft ist, ist nicht überliefert, möglicherweise gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine öffentlichen Erkenntnisse über die N168D.

Und als ob das alles noch nicht genug wäre – back to top: Royal Sons Inc. benutzte auf dem Airport in Venice den gleichen Flugzeughangar wie die Flugschule Huffman Aviation. Dort machten zu diesem Zeitpunkt niemand geringere als die beiden (ähem, mutmaßlichen!) Flugzeugattentäter Mohammed Atta und Marwan al-Shehhi ihren Pilotenschein. Ob das nun Zufall ist oder eine ziemlich böse Auflösung nach sich ziehen könnte, das weiß zur Zeit wohl nur Allah persönlich. Der Ex-NSA-Agent Wayne Madsen berichtet aber, dass 2 Jahre vor dem 11. September Venice Tummelplatz von Mossad-Agenten gewesen sein soll, die sich als Kunststudenten getarnt hatten.

Die CIA und der Drogenschmuggel – das ist meist ein Thema, wo jeder demokratiefromme Bürger gerne den Kopf einzieht. Dabei ist es ein offenes Geheimnis, dass die „Firma“ mit diesem Nebenverdienst einen nicht unerheblichen Beitrag zu ihrer Selbstfinanzierung leistet. In Südamerika ist es das Kokain, in Afghanistan das Heroin, das den anrüchigen Sauber-männern ihren marktbeherrschenden Anteil garantiert. Mit der gleichzeitigen staatlichen Lizenz, ihren Mit-Konkurrenten die Beute abzujagen.


Mit Heroin mal da und dort hin. Und wo werden die Gelder gewaschen?

Die Gelder aus dem Heroingeschäften werden z.B. von einem entfernten Verwandten des jetzigen CIA-Präsidenten Porter Goss in Genf gewaschen. Für den Schmuggel aus Afghanistan werden Kleinflugzeuge von fundamental-christlichen Hilfsorganisationen angeheuert, die die Ernte dann ins nahegelegene Pakistan transportieren.

Die Embleme von NGOs bieten guten Schutz vor allzu strengen Kontrollen. Da wäre etwa die Firma „Air Serv“, die mit einer alten klapprigen Beech 200 den kleinen Grenzverkehr regelt, welche sie sich von der Entwicklungshilfeorganisation „Pactec“ ausgeliehen hat. (ursprüngliche RegNr. N70766, Seriennummer LM-64 und lange Zeit in Mali in Betrieb, fliegt jetzt unter afghanischem Kennzeichen und befördert auch schon mal dort ansässige Warlords). Der gute Ruf und das gut sichtbare Logo von Pactec lädt für gewöhnlich zum Durchwinken ein.

Air Serv ist eine Schlüssselfirma der evangelikalen Dachgesellschaft „Mission Aviation Fellowship“ (MAF). Der MAF wird nachgesagt, sie transportiere nicht nur Hilfsgüter und habe seit den 70er Jahren besonders in Südamerika in Kooperation mit der CIA sehr gute Ernten eingefahren. Die Mehrheit der überaus idealistischen und anspruchslosen Mitarbeiter ahnt davon allerdings nichts.

Wie das Zeugs dann weitertransportiert wird, liegt noch im Dunkeln, aber merke – nicht jede CIA-Maschine, die aus Pakistan oder Afghanistan angeflogen kommt, sollte man von vorneherein des (von der EU erlaubten!) Transports von Gefangenen bezichtigen. Gerade in Frankfurt würde es sich lohnen, öfter mal dem Piloten unter seinen Sessel zu greifen, die betreffenden Registriernummern der CIA-Flugzeuge sind ja dort jetzt wohl hinreichend bekannt.

Wer tiefer in den Drogenhandel der CIA einsteigen möchte, dem sei zum Studium ein Buch empfohlen:
Die CIA und das Heroin. Weltpolitik durch Drogenhandel, von Alfred W McCoy, Andreas Simon, Taschenbuch – 840 Seiten – ZWEITAUSENDEINS, Erscheinungsdatum: Dezember 2003, 14,90€, ISBN: 3861506084

Und was die Verwicklungen zum 11. September betrifft, man/frau sollte sich bitte nicht narkotisieren lassen: Weder von den Lügen und Manipulationen der amerikanischen Regierung noch von den Ver-schwörungsenthusiasten, die jede kleine Ungereimtheit gleich als Beweis herausposaunen. Die Wahrheit über die tatsächlichen Geschehnisse herauszufinden ist ein Jahrhundertkapitel, an dessen Aufarbeitung die Historiker noch lange zu knabbern haben werden.

Verbindung von US-Politiker zu 5,5 Tonnen Kokain

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Verbindung von US-Politiker zu 5,5 Tonnen Kokain

Karl Weiss – Kürzlich wurde in Mexiko auf der Halbinsel Yukatan von mexikanischen Behörden ein Verkehrsflugzeug aufgebracht, das 5,5 Tonnen Kokain beförderte. Nun stellt sich heraus, daß einer der Eigner dieses Flugzeugs ein US-Republikaner ist, der bereits wichtige Ämter in der Partei innehatte. Auf ungeklärte Weise verschwand der Pilot dieses Flugzeugs. Es besteht intensiver Verdacht, daß es sich ein weiteres Mal um einen CIA-Drogenflug handelte.


Nur ein bisschen Koks rumfliegen

Bei Daniel Hopsicker, einem der letzten Investigativ-Journalisten in den Vereinigten Staaten und seiner Website madcowprod muß man aufpassen, was da genau steht, denn er liebt es, zu vermischen, was genau Tatsachen sind, die seine Recherchen ergeben haben und was Folgerungen und Vermutungen sind. Hat man das aber einmal herausgefunden, so kann man sich auf seine Recherchen verlassen, denn die gefundenen Tatsachen haben sich in der Vergangenheit als stichhaltig bewiesen.

Volltreffer
Dieses Mal hat er sich die Mühe gemacht, einer eigentlich banalen Meldung nachzugehen: Die mexikanische Armee hatte ein Flugzeug aufgebracht und dort 5,5 Tonnen Kokain gefunden. Dann stellte sich aber heraus: Volltreffer! Er hatte mal wieder seinen Spürsinn bewiesen.

Die reinen Fakts stellen sich folgendermaßen dar: Auf einem kleinen Flughafen der mexikanischen Halbinsel Yukatan nahe des Städtchens Ciudad del Carmen landete ein kleiner ‚Falcon’-Jet mit zwei mexikanischen Piloten, die anschließend in der Nähe des Flughafens blieben, anscheinend ohne irgendetwas zu tun. Nach einigen Tagen versuchten sie die Militärwache, die diesen Flughafen bewacht, zu bestechen mit der Bitte, einer DC9 am nächsten Tag eine Notlandung zu erlauben, wenn der Flughafen bereits geschlossen sein wird.

Die Wächter nahmen zwar das Bestechungsgeld an, meldeten den Vorfall aber innerhalb der Militärhierarchie weiter. Als die Meldung beim General Carlos Gaytan ankam, roch der Unregelmäßigkeiten (clevere Generäle, da in Mexiko, nicht wahr?) und beschloß, am nächsten Tag die DC9 mit einem Battallion Soldaten zu empfangen. So war der Flughafen bereits umstellt, als die DC9 ihre vermeintliche Notlandung machte. Was dann genau geschah, darüber liegen keine Meldungen vor. Jedenfalls gelang es dem Piloten der DC9, unerkannt zu entkommen. Wie er das angestellt haben mag? Vielleicht durch magische Kräfte? Auch „beamen“ könnte es gewesen sein.

Was noch viel verwunderlicher ist, er wurde auch nicht identifiziert. Das nun allerdings ist tatsächlich ein an Wunderkräfte grenzendes Kunststück. Eine DC9 ist ja keine Cessna, die mal schnell irgenwo rumfliegen kann, ohne daß jemand weiß, wer sie fliegt. Es handelte sich vielmehr um den offiziellen Flug einer Passagiermaschine von Caracas zu einem nicht genannten Zielort, bei der die Identität des Piloten immer bekannt ist.

Die Eigner von N900SA
Zwar ist der Copilot in mexikanischem Gewahrsam, ebenso wie die beiden mexikanischen Piloten, aber für das übernatürliche Verschwinden des Piloten mitsamt seinem Namen gibt es keine Erklärung, außer ….. Nun, lassen wir das spekulieren und sehen wir uns an, wessen Flugzeug das war. Das Flugzeug mit der Registrier-No. N900SA hatte zwei Eigner, einer ist US-Amerikaner und heißt Brent Covar, die andere Hälfte gehört einer Firma „Royal Sons“, deren aktuelle Eigner noch nicht festzustellen waren.

Wendet man sich nun Brent Kovar zu, so kommt man zu der bemerkenswerten Feststellung, daß es sich um einen Geschäftsmann handelt, der mit seiner Firma Pleite ging, was aber die republikanische Partei nicht daran hinderte, ihn in ein Berater-Gremium für ein Congress-Committee aufzunehmen. Er wurde außerdem zum Ehrenvorsitzenden eines ‚Business-Advisory-Councils’ der Republikanischen Partei ernannt, der Partei Präsident Bushs. Es wurde ausdrücklich erwähnt, daß er für Verdienste, die er sich um die Republikanische Partei erworben habe, dazu ernannt wurde, wobei offen bleibt, welcher Art diese Verdienste waren. Jedenfalls wurde er in das Beratergremium aufgenommen, um die Stimme des kleinen Unternehmers dort darzustellen. Er war also keine Berufspolitiker, wurde aber in Beratungsgremien geschickt. Man kann wohl davon ausgehen, daß es nicht das Geschäft war, mit dem er 2005 Bankrott ging, das jene Verdienste hervorgebracht haben konnten.

Näher kommen wir den Lösungen der ganzen Rätsel, wenn wir uns dem zweiten Besitzer des Flugzeugs zuwenden, der „Royal Sons Company LLC“. Diese noble Firma hatte nämlich vor einigen Jahren ihren Sitz in 224 E, Airport Avenue, Venice, Florida , USA. Dies war – und das dürfte nun wirklich keine Zufall mehr sein, zu jener Zeit die Adresse des Hangars von Huffmann Aviations, einer Flugschule, dessen Eigner Wally Hilliard mindestens zwei der Terroristen des 11. September, unter ihnen dem mutmaßliche Anführer, Mohammed Atta, das Fliegen von Passagiermaschinen beibrachte.

Koks & Heroin
Diese zwielichtige Figur, Wally Hilliard, war bereits wenige Tage nach den Attentaten des 11. September 2001 von offiziellen US-Stellen für unschuldig erklärt worden, obwohl er zwei Saudis, die ohne gültiges Visa in den USA waren, Flugstunden gegeben hatte. Um diese „schnellste Weißwaschung des Jahrhunderts“ zu erklären, braucht man nur einen Blick auf Hopsickers bereits erwähnte Website zu werfen. Er hat dort ein Photo eingestellt, das Präsidenten-Bruder und Florida-Gouverneur Bush in holder Eintracht mit der Familie Williards in die Kamera grinsend abbildet.

Auffallend auch eine andere Parallele: Zur damaligen Zeit wurde eines der Flugzeuge Williards mit über 22 Kilo reinen Heroins aufgebracht – und es passierte genau das gleiche wie jetzt: der Pilot löste sich in Luft auf!

Auffallend auch, daß die beiden Eigner von „Royal Sons“ zu jener Zeit, als die Firma dort ihren Sitz hatte, von niemand identifiziert werden konnten, der damals in jenem Hangar arbeitete. Es handelte sich also offenbar um Strohmänner, die von ungenannten Organisationen als Frontfiguren benutzt werden, um die wahre Eignerschaft zu verdecken.

Hopsickers Erklärung für alle diese Besonderheiten klingt einleuchtend: In Wirklichkeit handelt es sich bei all diesen Flugzeugen, Flugzeugeignern und Flugschulen um Tarnorganisationen des CIA. Nur der (oder andere unmittelbar mit der US-Regierung verbundene Stellen) können dafür sorgen, daß ein mit 5,5 Tonnen Kokain gefaßter Jet-Pilot in Mexiko verschwinden darf, ebenso wie einer in den USA, der mit über 22 Kilo Heroins gefaßt wird. Das würde auch die Weißwaschung Williards erklären, ebenso, wieso Brent Kovar von der Republikanischen Partei als verdienter Mann angesehen wird.

Daß das nebenbei auch heißen würde, daß der CIA Mohammed Atta das Fliegen von Passagierjets beigebracht hat, sei nur angemerkt.

Wie wissen ja auch schon aus anderen Quellen, daß ein wesentlicher Teil des Rauschgiftschmuggels vom CIA bewerkstelligt wird, so z.B. aus den Veröffentlichungen des US-Journalisten Garry Webb, der letztes Jahr mit zwei Schüssen (!) verselbstmordet wurde.

Was aber wirklich eine Tragödie ist: Die US-Mainstrem-Medien werden über all dies schlicht und einfach Stillschweigen bewahren. Normal wäre, daß Journalisten aus Zeitungen und Fernsehstationen nun diesen Hinweisen nachgehen, recherchieren und, wenn sich das alles als verifizierbar herausstellt, dies an die Öffentlichkeit bringen und auf einen Aufklärung und Verfolgung dringen. Die US-Mainstream-Medien haben aber beschlossen, daß man über einen Staat und einen Präsidenten, der im Krieg steht, nichts eventuell Negatives berichten darf, vor allem keine Verbindung mit Verbrechen, und werden all dies einfach mit Schweigen übergehen. Eine ‚freie Presse’ existiert nicht mehr. Bush muß nur weiterhin im Krieg bleiben oder neue Kriege anfangen – und er wird weiterhin in Zeitungen und Fernsehen mit Samthandschuhen angefaßt werden.

kultur

Malu Barben’s Anderswelt ist ein Fest

Stephan Fuchs – Malu Barben, die „most urban“ Fotografin der Schweiz hat ihr neues Domizil in der Hauptstadt. In Zürich freilich und nicht in Bern, von hier ging sie nun. Die kompromisslose Fotografin hat die richtige Entscheidung getroffen Bern kann, vor allem für schnelle und kreative Arbeitstiere wie Barben, hinderlich sein. Ein explosives Energiebündel, wenn sie in ihre Arbeitswelt eintaucht. Das Eintauchen in eine Anderswelt.

Es ist das Reich des Unbewussten, eine Reise in die Tiefen menschlicher Phantasien und Träume, in den Fundus archetypischer Gestalten und mythologischer Wesen. Freilich ist es ein Abenteuer und ein Genuss ihre Welt zu erkunden, die sie mit der neuen Reihe Morpheus zum Glück doch noch im Stufenbau Ittigen ausstellt.

Malu Barben’s Kreativität ist nicht zu bändigen und von daher kommt Zürich gut. Mit unvorstellbarem Flair für absolut skurrile Inszenierungen lässt sie atemberaubende Fabelwesen aus den tiefen Welten dazwischen zaubern. Da fliegen Raben, lesen Krieger im Dschungel und an Quellen hockend magische Knochen. Nicht irgendwelche Kuhknochen vom Metzger – sondern echte magische Knochen und echte Langspeere. Die Frau ist, trotz ultimativem Chaos, penibel und genau. Die Frau muss recherchiert haben. Oder erinnert sich den Träumen und dem Kollektiven Gedanken in einer frappanten Präzision. Dazu meint Barben: Im Eintauchen ins Fenster der Anderswelt vermischen sich die Abbilder von Realitäten. Schärfe und Klarheit verlieren ihre Verlässlichkeit. Ich beginne Bilder zu erfühlen, Schönheiten zu erahnen, den Mythos der Welt zu erträumen…

Malu Barben verwandelt die „Realität“ in jede beliebige Form als sei sie selber die Tochter von Hypnos, dem Gott des Schlafes und sie bringt zurück, was wir verloren haben: Das Wissen und Vertrauen in unsere Traumwelt. Nicht nur, Barben bringt unsere Träume zurück.

Malu Barben Fotografie & Martin Loosli Malerei
Galerie peripherie-arts
Im Stufenbau, Pulverstrasse 8, 3063 Ittigen
Vernissage Samstag 6. Mai 2006 16-20h
Di & Mi 19-21h oder nach Vereinbarung.
Ausstellungsdauer: 6. Mai – 7. Juni 2006
Malu Barben
Martin Loosli

deutschland

19 Fälle – Wie es in Wirklichkeit um Hartz IV aussieht

Karl Weiss – Was unsere allseits geliebten Politiker mit Hartz IV angestellt haben, kommt nun nach und nach, in kleinen Dosen, ans Tageslicht und bildet eine immer lauter schreiende Anklage gegen dieses System. Hier sind 19 Einzelfälle aus Tausenden, Zehntausenden. Alltag von Hartz IV.

1. Landkreis Würzburg: Hier hat man sich ein besonderes Mittel ausgesucht, wie man die Zahl der Arbeitslosen verringern kann: Man schiebt sie auf Dauer in nicht existierende Fördermaßnahmen ab. Dazu wird die katholische „Kolping“-Dienstleistung GmbH benutzt. Die Arbeitslosen werden verpflichtet, dort an „Förderungsmaßnahmen“ teilzunehmen, die aber gar nicht bestehen. Einer der Arbeitslosen wird zum Unkrat jäten eingesetzt, ein anderer als Küchenhilfe. Das einzige Angebot ist ein Bewerbungskurs, der aber nach wenigen Tagen beendet ist und ein Computerkurs, in dem andauernd von vorne angefangen werden muß, weil ständig neue Teilnehmer eintreffen. Irgendein Zeugnis über diesen Kurs wird nicht ausgestellt. Diese Fördermaßnahme ist unbefristet! Die Teilnehmer bekommen nichts bezahlt, es sind also keine Ein-Euro-Jobs. Die Anwesenheit der Teilnehmer wird mit Stechkarten kontrolliert. Niemand darf vor 5 Uhr abends gehen. Der Landkreis Würzburg entledigt sich einfach seiner Arbeitslosen und bessert die Statistik auf, indem er sie bei der „Kolping“ herumgammeln läßt. Es muß vermutet werden, daß die „Kolping“ auch noch dafür bezahlt wird.

2. Wie ein Hausbesuch von Schnüfflern vor sich geht, berichtet eine Arbeitslose. Zunächst kämen sie zu zweit und erzwingen Eingang in die Wohnung, indem sie ankündigen, andernfalls würden die Leistungen gestrichen. Vorher haben sie dafür gesorgt, daß die Überweisung des Geldes von diesem Monat noch nicht erfolgt ist. Daruf wird jetzt grinsend hingewiesen. Das könnte sich noch länger hinziehen… Die Zimmer der Mitbewohner werden trotz Protest auch inspiziert. Das Bett sei zu breit, das sei für zwei, das sei eine Bedarfsgemeinschaft, wird dann festgestellt. Dann will man in der dreckigen Wäsche wühlen. Man weist darauf hin, man könne sich den Antrag noch einmal vornehmen und etwas finden, wenn das nicht gestattet werde. Es wird nach Klamotten des anderen Geschlechts gesucht.Dann will man die Untermietgenehmigung des Vermieters sehen, obwohl die Mietquittung längst vorgelegen hat. Dann werden alle Zimmer nachgemessen und durch die Küche geschnüffelt. Das Ergebnis: Wahrscheinlich dürfte die Arbeitslose nun gar nichts mehr bekommen, denn was man da so gesehen habe….

3. Kreis Marburg-Biedenkopf: Ein Arbeitsloser, der sich bereits aus dem Leistungsbezug abgemeldet hatte, bekam von seinem „Fallmanager“ trotzdem eine Arbeitstelle angeboten mit der Drohung, die Bezüge zu streichen, wenn es nicht angenommen würde. Es stellte sich heraus, daß die Bewerbungsfrist bereits eine Woche abgelaufen war, bevor der Fallmanager das Angebot weiterleitete.

4. ARGE Grevenbroich, Nordrhein-Westfalen: Erfahrungen eines Arbeitslosen: Er kam zusammen mit seiner Frau zur ARGE, einen Tag, nachdem sich beide telefonisch dort arbeitslos gemeldet hatten. Es wurde ihm beschieden, daß die telefonische Meldung nicht anerkannt werde. Er wies auf den Leitfaden der Bundesagentur hin, in dem dies ausdrücklich erwähnt wird, bekam aber die Auskunft, dies sei Kokolores. Die Frau des Arbeitslosen wurde gefragt, warum sie denn nicht arbeite. Sie hatte nicht mehr gearbeitet, seit Kinder gekommen waren und diese aufgezogen. Man machte ihr sofort klar, daß sie mindestens fünf Bewerbungen pro Monat nachweisen müßte. Wenn von dem Arbeitgeber die Auskunft: „Stelle schon besetzt“ käme, bedeute das, daß man sich zu spät beworben habe und man bekäme Geld gestrichen. Als nächstes wurde sofort der Umzug gefordert, ohne den kein Geld fließen könne. Die maximale Miete für vier Personen in Grevenbroich sei € 466. Der Hinweis, daß solche Wohnungen für vier Erwachsene im unmittelbaren Einzugsbereich des teuren Düsseldorf nicht zu haben seien, nützte nichts.

5. Kreis Marburg-Biedenkopf: Ein Arbeitsloser stellte Antrag auf Übernahme der Umzugskosten, der ihm aber abgelehnt wurde. Sein Widerspruch wurde über 1 Jahr nicht bearbeitet. Bis zu diesem Zeitpunkt mußte der Arbeitslose mit 3.200 Euro in Vorleistung treten, was die meisten sowieso bereits zum Offenbarungseid gezwungen hätte. Der Fallmanager gab an, die Bearbeitung habe u.a. so lange gedauert, weil er nicht die richtigen Textbausteine gefunden hatte, um eine Gerichtsentscheidung in dieser Sache umzusetzen.

6. Kreis Marburg-Biedenkopf: Ein Arbeitsloser berichtet, daß er bereits so viele falsche Auskünfte und Bescheide erhalten hat, daß er den Eindruck hat, die „Fallmanager“ würden an der Arbeit ausgebildet und nicht vorher. Er konnte über insgesamt sechs erfolgreiche Einsprüche in wenigen Monaten berichten.

7. Ortenaukreis, Baden-Württemberg: Arbeitslosen, die mit anderen Personen in der gleichen Wohnung leben (Wohngemeinschaften, Untermiete) müssen hier einen Bogen unterschreiben, in dem als „eheähnliche Gemeinschaft“ definiert wird, wenn es ein äußerliches Erscheinungsbild gibt, daß eine bestehen könnte, so wenn man gegenüber Nachbarn, Vermietern oder Verwandten zusammen auftritt, oder wenn man gemeinsam in Urlaub fährt, oder wenn man ein Wochenende gemeinsam verbingt. Es wird ausdrücklich gesagt, daß die genannten Personen dazu befragt würden und daß man dazu seine Zustimmung gibt. Wer den Bogen nicht unterschreibt, wird mit der Kürzung wegen „Bedarfsgemeinschaft“ belegt.

8. ARGE Magdeburg, Sachsen-Anhalt: Ein Arbeitsloser gewann den Prozeß gegen die Arge. Sie wurde verurteilt, ihm sein Arbeitslosengeld II (ALG II) auszuzahlen. Trotzdem zahlte die ARGE nicht. Das Sozialgericht mußte einen Zwangsvollstreckungsbefehl ausstellen. Das reichte der ARGE nicht. Sie legte Beschwerde beim Landessozialgericht ein, der abgewiesen wurde. Bis zum Tag der Zwangsvollstreckung hatte die ARGE immer noch nicht gezahlt.

9. Kreis Marburg-Biedenkopf: Von einem Arbeitslosen wurde ein ausgefüllter Berufsbogen angefordert. Als Sanktion im Falle des Nicht-Einreichens wurde die Ablehnung des Antrags auf ALG II angedroht. Der Antrag war aber schon seit Monaten genehmigt. Beim Anruf sagte der Sachbearbeiter, er habe keinen geeigneteren Textbaustein gefunden.

10. Nagold, Baden-Württemberg: Die Agentur für Arbeit ignorierte einen Beschluß des Sozialgerichts Karlsruhe, daß einem Arbeitslosen ALG II zusteht. Der Arbeitslose war gezwungen, das Geld per Zwangsvollstreckung einzutreiben.

11. Kreis Marburg-Biedenkopf: Arbeitslose, die im ALG II-Bezug sind, bekommen bei der örtlichen Agentur für Arbeit keine „Kundennummer“ und können daher nicht auf Arbeitsangebote zurückgreifen, die nur mit Chiffre-Nr. Zugang zu Name und Adresse des Arbeitgers erlauben. Versuche, diese Nummern zu bekommen, trafen auf erbitterten Widerstand der Angestellten der Arbeitsagentur. Damit werden die Chancen der Arbeitslosen noch geringer, eine Arbeit zu finden.

12. Kreis Offenbach: Der dortige Landrat Peter Walter hat eine private Detektiv-Firma beauftragt, hinter dem Privatleben der dort gemeldeten Arbeitslosen hinterherzuschnüffeln. Die Firma hatte kürzlich Anzeigen in Tageszeitungen, in denen sie private Schnüffler sucht. Das ist natürlich schon allein deshalb unzulässig, weil damit der Datenschutz ausgehebelt wird, in dem kritische Daten der Arbeitslosen an private Unternehmen weitergegeben werden. Aber CDU-Landräte stehen ja bekanntlich über dem Gesetz. Der forsche CDUler begründet seine Schnüffelorgien damit, daß angeblich viele Arbeitslosen einer Beschäftigung nachgingen. Belegen konnte er das zwar nicht, aber CDU-Landräte brauchen nie etwas zu belegen, nicht
wahr?

13. In einem Jobcenter im Norden… Die Antragstellerin hat keine Vermögen über der Freigrenze und hat daher das Zusatzblatt über Vermögen nicht ausgefüllt, weil sie ja schon den negativen Fall im Hauptantrag angekreuzt und unterschrieben hat. Der Sachbearbeiter besteht trotzdem darauf , daß sie das Zusatzblatt ausfüllt, ohne genügende Erklärung. Als er feststellt, daß sie über 3000 Euro auf dem Konto hat, sagt er: „Und da stellen Sie Antrag auf ALG II?“. Auf die Antwort, das sei doch unter der Freigrenze, meint er, nun wisse er wenigstens, daß ihr Antrag nicht vorrangig bearbeitet werden müsse.

14. ARGE Düsseldorf: Eine Arbeitslose kann telefonisch keinen Termin bekommen und geht persönlich vorbei. Am Eingang wird sie abgewiesen: Ohne Termin kein Zugang. Da schickt sie ein Einschreiben mit Bitte um Termin. Das Einschreiben wird nicht angenommen.

15. Verfolgungsbetreuung in einem kleinen Ort im Siegerland: Ein Arbeitsloser hilft seinem 90jährigen Nachbarn, indem er ihm ab und zu den Rasen mäht. Daraufhin wird er zum Arbeitsamt einbestellt, ob er gewerbsmäßig Gartenpflege anbiete. Der Arbeitslose klärt das als Nachbarschaftshilfe auf und bekommt die Antwort, Nachbarschaftshilfe sei abgeschafft.Tage später tauchten zwei Zollfahnder auf, die in Sachen „Schwarzarbeit“ ermittelten. Die Beamten befragten ihn und die ganze Nachbarschaft. Schließlich stellte sich heraus, daß sie auch noch bei den Gewerbebetrieben im Ort nachgefragt hatten. Seitdem wird der Arbeitslose im Ort schief angesehen. Wer will schon mit jemand zu tun haben, der im Visier der Behörden steht?

16. Der „Verlag der deutschen Wirtschaft AG“ hat einen Praxistip veröffentlicht, in dem er die Ein-Euro-Jobs für Privatunternehmen anpreist. Jedes Unternehmen, das einen öffentlichen Auftrag ausführe, könne bei den lokalen Ämtern Arbeitslose anfordern, die nur einen Euro bekämen , maximal 120 Euro im Monat, der Betrieb aber 200 bis 500 Euro. Man bekäme also die Arbeit gemacht und noch Geld dazu.

17. Buchholz, Landkreis Hamburg: Zusammen mit einer privaten Schule hat die dortige Agentur in einer Zeremonie 20 Arbeitslose gemeinsam eine „Zielvereinbarung“ unterschreiben lassen, die allerdings keine der Anforderungen der „Zielvereinbarung“ laut Sozialgesetzbuch II erfüllt, die nämlich individuell sein müssen. Auch hier wieder das Problem, daß die „Agentur“ an ein Privatunternehmen auslagert, was sie selbst machen muß und dazu wieder sensible Daten der Arbeitslosen auf den öffentlichen Markt kommen. Das Ganze hat auch noch den Projektnamen „Besserungsprogramm“. Wiederum der Verdacht, daß öffentliche Gelder in private Kassen geschoben werden.

18. Die Berliner Arbeitsagentur lehnte den Antrag eines zuckerkranken Arbeitslosen ab, einen Vorschuß zu bekommen, um sein Insulin kaufen zu können. Er trat ins Zuckerkoma!

19. Die ARGE Neumünster und die dortige Agentur bedauern in einem Schreiben, daß sie „nicht nachvollziehbare“ Bescheide ausstellen müssen, aber sie seinen gezwungen, die Software des ALG II zu benutzen.

Warum all diese unwürdige Behandlung, warum die bewußte Nicht-Information und Nicht-Ausbildung der Sachbearbeiter, warum all dieser Wahnsinn?Etwas näher kommen wir der Antwort auf diese Frage, wenn wir nachlesen, was der Deutsche Industrie- und Handelskammertag von der Politik fordert und diese umsetzt: „Es muss selbstverständlich und ‚zumutbar‘ werden, Jobs zu Stundenlöhnen von zum Beispiel 3 oder 4 Euro anzunehmen. (…) Beschäftigung in der Privatwirtschaft muss immer Vorrang haben.“

3 Euro stündlich, das wären für einen Vollzeitjob weniger als 700 Euro brutto. Das ist es, was die Politiker der etablierten Parteien mit uns vorhaben! Die Montagsdemobewegung hat eine Früjahrsoffensive angekündigt. Die ist dringend nötig!

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terror

US-Dienst orchestrierte Putsch gegen Chavez

Karl Weiss – Wie die Sites „bellaciao.org“ und „venezuelainfoia.info“ in ihrem englischen Teil melden, haben neu veröffentlichte vorher geheime CIA-Dokumente belegt, daß, wie bereits vermutet, tatsächlich auch beim fehlgeschlagenen Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Hugo Chávez von Venezuela am 12.4.2002 die CIA ihre Finger im Spiel hatte, so wie schon bei unzähligen Putschen gegen gewählte Staatsführer vorher.


Putsch fehlgeschlagen

In jenen Dokumenten hat die CIA u.a. in den ersten Tagen des April vor dem Putsch folgendes im internen Schriftverkehr verlautet:

„Venezuela: Conditions Ripening for Coup Attempt“,“Dissident military factions, including some disgruntled senior officers and a group of radical junior officers, are stepping up efforts to organize a coup against President Chávez, possible as early as this month, [CENSORED]. The level of detail in the reported plans – [CENSORED] targets Chávez and 10 other senior officers for arrest…“, „To provoke military action, the plotters may try to exploit unrest stemming from opposition demonstrations slated for later this month…“

Unter „censored“ sind Teile des Dokuments unleserlich gemacht, die offenbar als noch kritischer angesehen wurden bei einer Veröffentlichung als das, was bereits da steht.

„Venzuela: Die Bedingungen für einen Putschversuch reifen heran“, Unzufriedene Fraktionen im Militär, darunter enttäuschte hochrangige Offiziere und eine Gruppe radikaler niedrigrangiger Offiziere, sind dabei, Vorbereitungen zu treffen für einen Putsch gegen Präsident Chávez, wahrscheinlich noch in diesem Monat, … .Das Niveau an Details in den berichteten Plänen – … Chavez und 10 andere hochrangige Offiziere sollen unter Arrest gestellt werden …“, „Um eine militärische Aktion zu provozieren, mögen die Verschwörer versuchen Unruhen auszunutzen, die von Demonstrationen der Opposition später im Monat vorgesehen sind…“

Dies belegt, daß die US-Regierung genau Bescheid wußte, daß ein Putsch vorbereitet wurde und von wem. Wenn man sogar Details wie die Zahl höherer Offiziere weiß, die verhaftet werden sollen, ist man selbst Teil der Verschwörung.

Blutbad in der Menge
Was dann tatsächlich geschah, war, daß am Abend des 11. April nach großen Demonstrationen der Opposition plötzlich ein Blutbad in der Menge angerichtet wurde. Filmdokumente bewiesen später, daß es keineswegs die Sicherheitskräfte Chávez waren, die in die Menge geschossen hatten, sondern Scharfschützen, die auf umliegenden Gebäuden stationiert waren. Gleichzeitig mit diesem Chaos wurde der Putschversuch durchgeführt. Als der Morgen des 12. April graute, waren Chávez und hohe Generäle unter Arrest und ein Kommitte aus Militärs und Zivilpersonen erklärte, an der Macht zu sein.

In dieser Situation gab es auf der Erde keine einzige Regierung, die das Putschistenregime anerkannt hätte, nur die USA. Die anderen südamerkanischen Staaten haben im Gegenteil Erklärungen abgegeben, daß sie Putsche gegen gewählte Präsidenten ablehnen.

Die US-Regierung dagegen ließ über zwei ranghohe Beamte, den Sprecher des Weißen Hauses, Fleischer, und den Sprecher des Außenministeriums, Phillipp T. Reeker, Erklärungen abgeben, die übereinstimmend folgendes betonten:

Die Oppositionsdemonstrationen seien wegen undemokratischen Verhaltens Chávez erfolgt. Chávez-freundliche Kräfte hätten das Blutbad unter den Demonstranten auf dessen Anweisung hin angerichtet. Daraufhin hätten Teile der Streitkräfte spontan den Dienst im Töten unschuldiger Landsleute verweigert und den Putsch durchgeführt. Chávez sei zurückgetreten und habe auch den Vize-Präsidenten und das Kabinett abgesetzt. Beide Erklärungen gaben offensichtlich den Putschisten recht.

Hier handelte es sich offenbar um sorgfältig vorbereitete Erklärungen, die allerdings den tatsächlichen Ereignissen nicht angepaßt waren. Offenbar hatte man geglaubt, man hätte bis zu diesem Zeitpunkt Chávez bereits dazu gebracht, zurückzutreten und Vize-Präsident und Kabinett zu entlassen. Das hat Chávez aber nie getan.

Bewusst gelogen
Es ist deutlich, daß die beiden Erklärungen nicht die wirkliche Kenntnis der US-Regierung wiedergeben, sondern bewußt gelogen waren, also eher Teil der Putschpropaganda waren. Damit aber hat die US-Regierung, ohne es zu wollen, zugegeben, daß sie in den Putsch verwickelt war.

Was am 12. April 2002 weiter geschah, ist in den Einzelheiten nicht geklärt. Tatsache ist, daß am Abend diesen Tages Chávez wieder im Amt war und gegen eine Anzahl von Personen Anklagen wegen des Putschversuchs erhoben wurden. Wahrscheinlich war der Teil des Militärs, der keineswegs bereit war, einen gewählten Präsidenten zu stürzen, weit größer, als es die Putschisten und der CIA eingeschätzt hatten, eventuell haben auch die scharf ablehnenden Reaktionen aus aller Welt die gemäßigteren Militärs dazu gebracht, die Sache in die Hand zu nehmen.

Was wichtig ist: Die Erklärungen der US-Regierung, sie habe mit dem Putsch nichts zu tun gehabt, sind widerlegt. Es ist bewiesen, daß sie diesen Putschversuch konzertierte. Damit hat Venezuela und Hugo Chávez jedes recht, auch in anderen Dingen der US-Regierung zu mißtrauen. Und auch wir haben alle Gründe, den US-Erklärungen weniger zu trauen und Hugo Chávez bis zu einem bestimmten Punkt einen Vertrauensvorschuß zu geben.

deutschland

Schönbohms Falschfärberei

Harald Haack – Überfälle und Angriffe auf Menschen mit schwarzer Hautfarbe und ausländischer Herkunft sind in Deutschland längst keine Einzelfälle mehr. Oft zählen auch Asiaten zu den Opfern. Die Täter, so steht oft zweifelfrei fest, kommen aus dem rechtsextremistischen Milieu.

Ein Fall, der zuletzt wegen einer Tonaufzeichnung der Tat für großes Aufsehen gesorgt hat: Gegen 4.00 Uhr am Ostersonntag wurde ein in Äthiopien geborener 37-jähriger deutscher Staatsbürger schwarzer Hautfarbe von Tätern angegriffen und ausgeraubt, von denen die Bundesstaatsanwaltschaft sagte, sie seien eindeutig Rechtsextremisten. Brandenburgs Innenminister Schönbohm aber stellte sich sofort gegen diese Einordnung. Und die Polizei fand dann auch bald einen aussagefreudigen Zeugen, der das Opfer zu einem volltrunkenen Täter werden lässt und die Täter zu „harmlosen“ Saufkumpanen.

Weil das Opfer in dem Moment des Überfalls eine Nachricht auf der Mailbox seiner Frau hinterließ, konnten die Stimmen der Täter aufgezeichnet werden. Und darauf fanden sich eindeutig rassistische Äußerungen der Täter, die Schönbohm offensichtlich relativiert, ganz so, als gehöre es zur Umgangssprache Betrunkener in Brandenburg, Menschen schwarzer Hautfarbe als „Huren-Nigger“ zu beschimpfen, als seien solche rassistischen Beschimpfungen nicht Ausdruck einer rechtsextremistischen „Lebensart“. Er fühlt sich nun wahrscheinlich erst recht bestärkt in seinem Standpunkt, denn die „Märkische Allgemeine“ Potsdam berichtete in ihrer Samstag-Ausgabe, das Opfer habe die beiden Angreifer unmittelbar vor der Tat mit dem Wort „Schwein“ provoziert. Das ebenfalls rechts orientierte „Focus“-Magazin will von Zeugen wissen, die angeben, das Opfer habe vor dem Überfall in einer nahe dem Tatort gelegenen Discothek eine tätliche Auseinandersetzung mit zwei Personen gehabt. Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft soll dazu keine Stellung genommen haben.

Der dpa sagte Schönbohm, die Darstellung in der Zeitung sei ein „interessanter Hinweis für einen möglichen Tatablauf“. Gleichzeitig
kritisierte er Generalbundesanwalt Nehm. Er halte es für falsch, dass Nehm die Ermittlungen an sich gezogen hat, sagte Schönbohm.
Die Tat sei „hochstilisiert“ worden.

Schönbohms populistische Ausrutscher kommen bei rechten Potsdamern an. Und deswegen trauen sich mittlerweile auch Potsdamer vor die TV-Kameras, die von keinem schlechten Gewissen geplagt werden, weil sie in ihrer Stadt den Rechtsextremismus nicht verhindert haben. Das sei doch ganz normal in Potsdam, sagte eine fette, verlebte Potsdamerin vor laufender Kamera, dass die glatzköpfigen Jungs so in Bomberjacken und Springerstiefeln herumliefen. Nein, Rechtsradikale seien das nicht. Die doch nicht! So liefen nun einmal alle in Potsdam herum.

Ein Mann erhebt sich hinter einem Gartenzaun in der Spornstraße, wie ein Gartenzwerg aus der Friedhofsgruft. Der Neger sei doch selbst schuld, sagt er voller Überzeugung. Der war besoffen und habe die jungen Kerle angegriffen. Das man die nun verhaftet habe, sei ungerecht, weil die Ausländer immer nur Streit suchen und die Deutschen müssten immer den Kopf dafür hinhalten. Und auf den Hinweis, das Opfer sei deutscher Staatsbürger, antwortet er: „Deutscher wird man nur durch Geburt. Nur wenn du deutsche Eltern hast und hier geboren bist, hast du das Recht Deutscher zu sein. Und diesen Neger sollte man nach Afrika in den Urwald zu den Affen zurückschicken. Da sei einem hier mal die Hand ausgerutscht und schon werde der zum Mörder gemacht; wegen einem solchen … Schwarzen.

Nehm sagte, der rechtsextremistische Hintergrund der Tat sei eindeutig, Schönbohm widerspricht ihm und definiert die Festgenommenen als „harmlose, alkoholisierte Schläger“.

Aber nach Angaben des Berliner Antifaschistischen Pressearchivs und des Potsdamer Arbeitskreises Antifa verkehrte der 30-jährige mutmaßliche, festgenommene und verhaftete Schläger in rechtsextremistischen Kreisen. „Der Mensch ist bekannt hier. Der ist regelmäßig mit anderen Neonazis aufgetreten““, sagte eine Mitarbeiterin des Arbeitskreises Antifa der Berliner „Tageszeitung“. Falko Schumann vom Pressearchiv sagte dem Blatt, der 30-Jährige sei wiederholt zusammen mit anderen Rechtsextremen bei Prozessen gegen Neonazis in Potsdam aufgetaucht, um Opfer und Zeugen einzuschüchtern und Solidarität mit den Angeklagten zu bekunden.

vermischtes

Brasilien das nächste Opfer Bushs?

Karl Weiss, Rio de Janeiro – In der ‚Rheinischen Post’ vom 21. 4. erschien ein Artikel der Brasilien verdächtigt, in seiner neu eröffneten Urananreicherungsanlage Rohstoff für Atombomben anzureichern. Bei näherem Hinsehen stellt sich aber der Artikel als reine Hetze heraus.


Verstecken die Brasilianer unter dem Zuckerhut vielleicht ein geheimes Atomprogramm?

Exakt jetzt, als der Iran gerade angekündigt hat, zum ersten Mal eine geringe Menge von Uran angereichert zu haben, beginnt Brasilien, seine Urananreicherungsanlage in Resende in der Nähe von Rio de Janeiro zu betreiben. Das ist zwar reiner Zufall, denn die Planungen Brasiliens gehen auf Zeiten zurück, als das iranischen Atomprogramm nur Fachleuten bekannt war. Doch die Reaktionäre in gewissen Zeitungsredaktionen überlegen sich in solchen Fällen, wie man diese Zufälle ausnutzen kann, um seine Giftköder auszulegen für Leute, die ihnen noch glauben.

Hören Sie nur, was die ‚RP’ alles schreibt, um seine Verdächtigung zu erhärten:

„Während international der Eindruck herrscht, das Land sei „harmlos“, sind brasilianische Experten mißtrauisch.“ „…obwohl Brasilien der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nur begrenzte Inspektionen gestattet, kann der größte südamerikanische Staat seine Ambitionen völlig ungehindert verfolgen.“ „…die Chance, mehr Uran als für den Eigenverbrauch erforderlich zu produzieren, könnte in Brasilien ein Umdenken einleiten.“ „Durch Neukonfigurierung der Kaskaden oder eine vielfache Wiederholung der Anreicherungsschritte könne in Resende durchaus waffenfähiges Material produziert werden.“ „ … Weigerung der Regierung, den IAEA-Inspektoren Zugang zu den Zentrifugen zu gewähren, …“ „Die Kontrolleure dürfen lediglich das Uran vor und nach der Anreicherung analysieren, …“ „Während der Militärherrschaft von 1964 bis 1985 hatte Brasilien starke Atom-Ambitionen. Damals wurden die beiden Kernkraftwerke gebaut, Pläne für ein Atom-U-Boot entwickelt. Es gab auch einen Geheimplan für den Test einer Atombombe im Urwald.“ „Worauf es im Iran wie in Brasilien wirklich ankommt, das ist das Selbstbild, … Nationalismus, Stolz: Das sind die wahren Gründe.“

Nun, urteilen Sie selbst: Haben Sie eben etwas gelesen, was ausreichende Begründung für eine solche Verdächtigung wäre? Es scheint tatsächlich so. Hier haben Sie einen klassischen Fall vor sich, wie man mit Halbwahrheiten Stimmung machen kann.

Was für Experten?
Im ersten Satz, taucht der klassische ‚Experte’ auf, ein Wort, das wir auch später im Artikel wieder antreffen. Wenn Sie ‚Experte’ oder ‚Experten’ lesen oder in den Fernsehnachrichten hören, können Sie sicher sein, man führt sie an der Nase herum. Der Journalist sagt ja nicht, in was sie denn Experten sind, das kann ja zum Beispiel Expertentum in Desinformation sein. Kurz, daß irgendwelche Experten mißtrauisch sind, hat nicht die geringste Aussagekraft.

Die nächsten Sätze beziehen sich auf die Kontrollen durch IAEA-Inspektoren. Im Atomwaffensperrvertrag ist dies klar geregelt: Die Inspektoren müssen die Möglichkeit bekommen, das Uran vor der Anreicherung und nach der Anreicherung zu analysieren, um überprüfen zu können, ob wirklich nur auf die 3 – 5% angereichert wird, die für die friedliche Nutzung notwendig sind. Dort steht nichts davon, daß die Inspektoren Zugang zu den Zentrifugen selbst haben müssen. Stellt man dies, was einfach üblich ist, als eine „Weigerung der Regierung“ dar, so kann man dadurch versuchen einen Verdacht zu erregen, der in Wirklichkeit durch die Analysen der Inspektoren ausgeschlossen werden kann. Auch die Erwähnung, daß Anreicherungsanlagen auch zur Anreicherung bis zur Kernwaffenreife geeignet sind, soll Verdacht erwecken, das ist aber immer bei allen Anreicherungsanlagen der Fall. Deshalb werden ja gerade die Analysen der Inspektoren verlangt.

Besonders infam werden aber diese reaktionären Redakteure, wenn sie auf die Militärdiktatur hinweisen. Diese hatte sich im Jahr 1964 in Brasilien an die Macht geputscht, nachdem der US-Präsident Kennedy dies kurz vor seinen Tode den brasilianischen Militärs ‚nahegelegt’ hatte. Es waren also Reaktionäre an der Macht, solche wie jene, die heute reaktionäre Artikel schreiben. Tatsächlich arbeitete die Militärdiktatur an der Atombombe. Dafür sind die USA direkt verantwortlich, die jene Militärs in Fort Benning in den USA ausgebildet hatten und ihnen dort Putschen und Foltern beigebracht hatten.

Rechte Militärdiktaturen
Dies sind ja gerade die Eigenschaften rechter Militärdiktaturen, wie sie die US-Regierungen über die Jahrzehnte hinweg gezüchtet haben, daß sie stumpfe Aggressivität gegen alles „Linke“ mit dumpfem Nationalismus verbinden, der alles zur höheren Ehre der eigenen Nation tut und alles Ausländische bekämpft (mit Ausnahme natürlich der US-Ziehväter). Klassische Beispiele waren die Militärdiktatur in Griechenland, die einen Krieg gegen die Türkei anfing (weshalb heute ein Teil Zyperns türkisch ist) und die in Argentinien, die sich mit Großbritannien anlegte und genauso auf die Schnauze fiel.

Was denn auch der Sinn des Artikels ist, das wird am Ende klar, wo Lula als „linker Präsident“ bezeichnet wird. Nun, wenn Lula links ist, dann sind auch Schröder und Blair links. Aus der Sicht hartgesottener Reaktionäre von rechts vom Schlage eines Schäuble oder Berlusconi allerdings verschwimmen Sozialdemokraten mit Kommunisten. Und bei den Kommunisten weiß man schließlich, daß sie kleine Kinder fressen. Hatte nicht gerade Berlosconi mit der Entdeckung geglänzt, im damals sozialistischen China Mao Tse Tungs seien Babys getötet und zu Seife verarbeitet worden?

So wird denn auch der letzte zitierte Satz („Nationalismus, Stolz“), der den Iran und Brasilien in einen Topf wirft, zum eigentlichen Ausdruck des ganzen Artikels. Wenn imperialistische Staaten, wie die USA, die Bundesrepublik, Frankreich oder China Anreicherungsanlagen betreiben, dann tun sie das natürlich aus Friedensliebe, wenn es ein angeblich Linker tut, dann kann das nichts anders sein als beim iranischen Regime: Unterdrückung nach innen – Aggression nach aussen. Und bei der Ursache schließen sie von sich auf Andere: „Nationalismus, Stolz“.

Bleibt noch zu erwähnen, daß in diesem Artikel, wie in vielen Veröffentlichungen im Moment, wiederum die Behauptung aufgestellt wird, der UN-Sicherheitsrat hätte den Iran aufgefordert, die Anreicherung zu stoppen. Das hat er nie getan, und wenn es noch so oft behauptet wird. Das hätte er auch gar nicht können, denn dieses Recht ist allen Unterzeichnerstaaten des Atomwaffensperrvertrages vertraglich zugesichert.