vermischtes

Kometen-Teile kommen der Erde näher als ursprünglich erwartet

Harald Haack – Don Yeomans, Leiter des NASA Near-Earth-Object- Programms beim Jet Propulsion Laboratory (JPL) war davon ausgegangen, dass die Fragmente des Kometen 3P/Schwassmann-Wachmann die Erde in der Zeit vom 12 bis zum 14. Mai 2006 in rund fünfundzwanzigfacher Entfernung der Distance Erde-Mond passieren. Doch nach neuesten Berechnungen wird das als „S“ bezeichnete Fragement dieses Kometen am 27. Mai 2006 die Erde in einem Abstand von nur 0,0487 Astronomische Einheiten begegnen, was lediglich der neunzehnfachen Erde-Mond-Distance entspricht.

Wer sich selbst davon überzeugen will, für den bietet die NASA auf ihrer WebSeite zum Near Earth Object Program für jedes Fragment des Kometen 3P/Schwassmann-Wachmann ein Java-Applets an, mit denen sich die Entfernungen berechnen lassen. Diese Applets, „Orbit Viewer“, wurden von Osamu Ajiki (AstroArts) geschrieben und von Ron Baalke (JPL) modifiziert. Allerdings sind die Ergebnisse ohne Gewähr, denn es sind nun einmal nur prognostizierende Berechnungen.

spionage

Osama Bin Langley

Karl Weiss – Nach einer Vorabveröffentlichung des britischen „Observer“ vom 9.April enthält die endgültige Version des offiziellen Untersuchungsberichts zu den Anschlägen vom 7.7.2005 in London u.a. die Aussage, daß es keinerlei Zusammenhang des Attentats mit der „Al Quaida“ gegeben habe. Die vier britischen Jungs hätten das Attentat allein vorbereitet und ausgeführt.

Damit haben nun im Abstand von zwei Wochen die offiziellen Untersuchungsberichte über zwei der drei „Al-Quaida-Attentate“ in westlichen Ländern ausgesagt, daß es überhaupt keine ‚Al Quaida’ war, die dahintersteckte. Bleibt festzuhalten: Das einzige Attentat, das laut offiziellem Bericht einer ‚Al Quaida’ zuzurechnen sei, ist jenes des 11. September 2001.


Schrubben hilft auch nichts

Da wird uns andauernd erklärt, es sei ein Krieg gegen den Terror notwendig, dieser Terror sei durch die Al Quaida mit ihrem Chef Osama Bin Laden repräsentiert und alle Ländern des Westen seien ununterbrochen in schwerster Gefahr, ein Bombenattentat zu erleiden, denn ‚Al Quaida’ sei immer und überall. Und da stellt sich heraus, außer dem denkwürdigen 11. September 2001 hat die Al Quaida nicht mehr ein einziges Attentat in irgendeinem westlichen Land durchgeführt – immer der offiziellen Version folgend. Das wird jetzt dann bald 5 Jahre her sein.

Irgendetwas ist also superfaul
Entweder ist die Al Quaida gar nicht mehr in der Lage, irgendwelche Attentate durchzuführen oder es gibt sie gar nicht oder sie hat ihre Strategie geändert oder was? Wenn man annimmt, daß die von Zeit zu Zeit auftauchenden Videos wirklich von Osama Bin Laden stammen, dann gibt es keinerlei Änderung der Strategie. Er droht dort den USA mehr und mehr. Was also? Osama ein schlichtes Großmaul? Oder ist es nicht wahrscheinlicher, daß der wirkliche Osama Bin Laden – so er denn noch lebt – sich hüten würde, solche Videos zu fabrizieren und wir in Wirklichkeit von Videos westlicher Stasi-Dienste hinters Licht geführt werden?

Da ist denn auch noch ein weiteres Detail: Sowohl beim Madrider Anschlag als auch – etwas mehr als ein Jahr später – beim Londoner wurden kurz danach auf dubiosen Websites Erklärungen der ‚Al Quaida’ gefunden, die die Verantwortung für die Anschläge übernahm. Wenn also nun feststeht, daß sie gar nicht dahinter steckte, wer hat dann diese „Verantwortung übernommen“-Erklärungen verfaßt und ins Web gestellt? Und – noch verzwickter, wenn es nicht ‚Al Quaida’ war, irgendjemand dies auf jenen Websiten aber behauptete, warum hat die wirkliche ‚Al Quaida’, warum hat Osama Bin Laden dann nicht ein Video veröffentlicht, daß man es nicht war?

Nun, all diese unbeantworteten Fragen lassen sich mit einem Schlag beantworten, wenn man weiß: Es gibt keine Al Quaida. Die Al Quaida kann sich nicht gegen falsche Zuweisungen von Anschlägen wehren, weil es sie gar nicht gibt. Der Begriff Al Quaida heißt auf arabisch : Der Ort. Es kann aber auch heißen: ‚Das Örtchen’ und deshalb würde sich niemals eine arabische Terrorgruppe so nennen. Der Begriff wurde vielmehr in den 80er-Jahren geprägt, als sich westliche Stasi-Dienste Osama Bin Laden und seine Terroristengruppe als Kampftruppe gegen die damaligen sowjetischen Truppen in Afghanistan hielten. Man traf sich mit ihm an einem geheimgehaltenen Ort, der einfach den Namen „der Ort“ in arabisch erhielt: Al Quaida.

Von Paulus zu Saulus?
Später machte man sich Bin Laden und seine Terrortruppe in Bosnien zu nutze, wo Terroranschläge gegen Serben durchgeführt wurden und dann wieder in Tschetschenien: Dort ging es wieder gegen die Sowjetunion und später dann gegen Rußland. Zu irgendeinem Zeitpunkt – so die Version westlicher Stasi-Dienste – habe Osama sich dann von seinen Sponsoren abgewendet und sie fortan für das Böse in Menschengestalt erklärt. Auch dies ist ein wenig ungewöhnlich. Osama hatte über 10, 15 Jahre nicht die geringsten Skrupel, im Dienst der USA und ihrer und anderer westlicher Geheimdienste zu stehen und dann plötzlich endeckte er, daß diese Auftraggeber das absolute Böse sind? Von Paulus zu Saulus?

Viel wahrscheinlicher ist, daß er sehr wohl weiterhin eng mit westlichen Stasi-Diensten zusammenarbeietet, aber auch eigene Macht- und Ruhm-Bestrebungen entwickelte (Geld-Probleme kennt er nicht, er ist Millionärssöhnchen). Nicht klar ist, ob er zum Zeitpunkt der Anschläge vom 11. September noch in Diensten westlicher Dienste stand oder vielleicht so etwas wie ein Doppelagent war. Wahrscheinlich ist, daß er gegenüber den islamistischen Anhängern den Ober-Islamisten spielte, während er in Wirklichkeit die Kontaktperson zwischen der US-Regierung und der ausführenden Truppe von extremistischen religiösen Fanatikern war.

So würden sich eine Menge von Ungereimtheiten bezüglich der offiziellen Version der Anschläge des 11. September 2001 klären. Auch wäre dies eine logische Erklärung, warum die US-Truppen ihn bis heute nicht aufgespürt hätten. So viele Höhlen es auch in den Bergen nahe der afghanisch-pakistanischen Grenze geben mag, die US-Truppen stehen nun drei und einhalb Jahre in Afghanistan und sind genug, um sie alle abgeklappert haben zu können. Wenn man wirklich wollte, hätte man ihn längst gefaßt.

Mit ‚google earth’ können wir uns alle deutlich machen, was heute Satellitenbilder hergeben. Dabei wissen wir, daß die eigentlichen Netze von Spionagesattelitten noch viel besser auflösen. Es ist unmöglich, sich in Höhlen in Bergen zu vertsecken, wo man auf Nachschub von Karawanen angewiesen ist, die leicht erfaßt werden können und den Aufenthaltsort verraten. Mit der heutigen Technik hätte Osama keine zwei Monate gehabt, bis er ausgeräuchert worden wäre.

Viel wahrscheinlicher ist, daß die US-Truppen ihn nicht finden, weil er gar nicht da ist. Viel wahrscheinlicher lebt er – so er denn noch lebt – in einer pakistanischen Großstadt in einem Viertel, wo ihn 100.000 fanatische sunnitische religiöse Extremisten verteidigen würden, falls jemand es wagte dorthin vorzudringen – so er denn nicht noch in US-Diensten steht und daher sowieso nicht aufgespürt werden soll.

Wenn das so ist – und das ist das allerwahrscheinlichste – dann kann es sogar sein, daß es wirklich Osama Bin Langley selbst ist, der jene Videos produziert, die immer dann auftauchen, wenn der US-Präsident dringend eine Aufbesserung seines Ansehens braucht. Jemand , der von Osama angefeindet wird, kann ja so schlecht nicht sein, nicht wahr?

Weitgehende Folgerungen ergeben sich auch, wenn das alles so ist (wenn jemand andere logische Erklärungen hat, sei er aufgefordert, sie zu schreiben), in Bezug auf die Vorgänge im Irak. Dort sitzt ja angeblich der Stellvertreter Bin Ladens, eine gewisser Al Zarqawi, und begeht in frenetischem Rhythmus Bombenanschläge auf schiitische Zivilisten. Unabhängig davon, ob es Al Zarqawi (noch) gibt, werden diese Anschläge also dann von oder im Auftrag westlicher Stasi-Dienste begangen. Das ergibt Sinn, denn wenn die US-Truppen den Krieg schon nicht gewinnen können, dann wollen sie doch wenigstens, wenn sie abziehen, ein Land in offenem Bürgerkrieg zurücklassen. Schiiten gegen Sunniten, der Traum W. Bushs.

spionage

Löffelverbieger will für die CIA arbeiten

Harald Haack – In der ARD-Sendung „Beckmann“ behauptete am Montag, den 10. April 2006, der als Löffelverbieger und Konkurrent „unfähiger“ Uhrmacher berühmt gewordene Suggestionskünstler iraealischer Herkunft, Uri Geller, er arbeite für die CIA und andere Geheimdienste. Ist Uri Geller zu einem leichtsinnigen Großmaul mutiert?

Sein Auftrag sei streng geheim, sagte er. Aber er behauptete, ein Seher wie er, der in Lage sei von Ferne in die Gehirne russischer Agenten zu dringen, und den Namen des spirituellen Fernerkunders wolle er nicht verraten, habe auch mitgeholfen den irakischen Diktator Saddam Hussein in dessen Erdloch zu entdecken. „Sagen Sie mir, wie das sein kann, dass ein amerikanischer Soldat da hingeht, einen Teppich hoch hebt und darunter Saddam in seinem Erdloch findet und sagt: Seht da ist er“, fragte Geller und führte seine Frage als Beweis dafür an, ein „Wahrsager“ habe das Versteck ermittelt und der CIA geholfen. Wer auf eine solch plumpe Suggestion hereinfällt, glaubt ihm glatt alles.

Vor 30 Jahren verbog er zum ersten Mal im deutschen Fernsehen einen Löffel, und wer ein gutes Gedächtnis hat und genau hinschaute, der wird als Zuschauer der ARD-Sendung „Beckmann“ bemerkt haben, dass Uri Geller jedes Mal bei seinen Fernsehauftritten Löffel im selben Design verbiegt und zerbricht. Die sind am Stilansatz, wo er sie zwischen seinen Finger hält und angeblich verbiegt, extrem schmal und verjüngen sich zu einer Spitze am Stilende.


Von Uri Geller bevorzugter Löffel.

War Uri Geller schuld an der Behauptung von US-Präsident George W. Bush, der Irak verfüge über Massenvernichtungswaffen? Der Irak-Krieg war mit dieser angeblich auf CIA-Erkenntnissen beruhenden Behauptung begründet worden. Im Februar 2004 räumte Bush dann ein, im Irak seien keine atomaren, biologischen oder chemischen Waffen gefunden wurden, aber Saddam Hussein hätte die Kapazitäten gehabt solche Waffen anzuschaffen. Bush fügte damals hinzu: „Wir dachten, er habe Waffen. … Er hatte zumindest die Fähigkeit, Waffen herzustellen.“

Und Uri Geller hat wieder etwas für sich getan. Immerhin stellte er bei Beckmann sein Buch vor. Muss man es kaufen und gelesen haben? Warum dringt Herr Geller nicht einfach in unsere Gehirne und spinnt uns auf diese Weise den Inhalt seines Buches vor?

terror

US-Regierung hat Dreck am Stecken

Karl Weiss – Der Prozeß gegen den Franzosen Zacarias Moussaoui in Alexandria in den USA wird mehr und mehr zur Farce. Nachdem bereits eine der Regierungs-Rechtsanwältinnen der unzulässigen Zeugenbeeinflussung überführt wurde, nachdem die Zeugenaussage des FBI-Agenten, der ihn festgenommen und verhört hatte, bereits zu einem Desaster für die Regierung geworden war, hat man nun durch Zeugenauftritte und Filmausschnitte die Anschläge des 11. September selbst in den Prozess hereingeholt, obwohl durch nichts bewiesen ist, daß Moussaoui einer der Verschwörer des 11. September war. Zu guter letzt hat Moussaoui jetzt sein Geständnis geändert.

Am Anfang des Prozesses hatte sich Moussaoui der Verschwörung zu terroristischen Attentaten mit Flugzeugentführungen für schuldig bekannt. Dies sei aber ein anderer „Plot“ gewesen als der des 11. September 2001. Man habe mit den Flugzeugentführungen vielmehr den Scheich Chalid Mohammed freipressen wollen, der seit dem mißlungenen Sprengstoffanschlag auf das Worl Trade Center in den 90er Jahren in den USA einsitzt. Erst wenn der Scheich nicht freigekommen wäre, hätte man die Flugzeuge in Gebäude wie das World Trade Center oder das Weisse Haus gesteuert. Außerdem sei das zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen gewesen.

Dieses Geständnis hatte zum einen die Folge, daß ein formaler Prozeß darüber, ob Moussaoui schuldig ist, gar nicht mehr geführt wurde. In den USA gibt es als einzigem Land der Welt diese Sonderheit im Strafprozeßrecht, daß man sich einen Prozeß spart, wenn sich der Angeklagte eines bestimmten Straftat für schuldig bekennt. Dann geht es nur noch um das Strafmaß. So kommen in den Vereinigten Staaten oft ‚Deals’ zwischen Anklage und Verteidigung zustande, die das Wort „Gerechtigkeit“ zu einer Lachplatte machen.

Im Fall Moussaoui führte dies dazu, daß bereits feststeht, daß er mindestens lebenslang bekommt. Es kann allerdings auch die Todesstrafe herauskommen. Nur über diese Frage wird nun der ganze Prozeß geführt. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, er sei einer der Verschwörer des 11. September gewesen. Damit sei er mit verantwortlich für das, was passiert ist. Außerdem – und hier wird die Argumentation etwas weniger nachvollziehbar – hätte er, als er drei Wochen vor dem 11. September 2001 gefaßt wurde, seine Kenntnisse offenlegen müssen, damit die Anschläge noch hätten verhindert werden können. Dadurch, daß er das nicht getan habe, sei er nun einer der Mörder von fast 3000 Menschen.

Dies ist allerdings etwas schwierig. Wird nicht den Verhafteten gesagt, sie hätten das Recht zu schweigen, falls sie etwas sagen, könne das aber gegen sie verwendet werden? Gilt dies plötzlich nicht mehr? Gilt jetzt: „Sie haben kein Recht zu schweigen und was sie sagen, kann sowieso gegen Sie verwendet werden!“?

Zwar kann man es als Verbrechen ansehen, wenn man von einem geplanten Verbrechen weiß, aber die Behörden nicht unterrichtet, aber das ist kein Verbrechen für die Todesstrafe. Wenn man wirklich davon aussgeht, er sei einer der Verschwörer des 11. September gewesen, so bleibt auch hiervon nicht mehr als Beihilfe zum Mord – ebenfalls kein todeswürdiges Verbrechen.

Das andere, was das erste Geständnis Moussaouis auslöste, waren eine Menge von Spekulationen. Was wäre gewesen, wenn alle Verschwörer des 11. September gesagt bekamen, sie sollten eigentlich nur den Scheich freipressen? Was wenn jene, die wirklich hinter diesen Anschlägen steckten, diese arabischen religiösen Extremisten nur benutzt hätten? Was wenn sie erst im Flugzeug erfahren hätten, daß keine Zeit verbliebe, den Scheich lospressen zu wollen, man müsse sofort die Flugzeuge in die vorgesehenen Ziele steuern? Waren die 19 Araber mit den Teppichmessern vielleicht keine Selbstmordattentäter, sondern rechneten damit, nach der Freilassung des Scheichs mit den vollgetankten Großflugzeugen den Atlantik überqueren und in einem nicht genannten arabischen Staat landen zu können, so wie dies Moussaoui beschrieb?

Doch diese Spekulationen sind jetzt auch überholt, denn Moussaoui hat ein neues, anderes Geständnis abgelegt. Er war über Jahre bei der oben beschriebenen versionn geblieben und jetzt, ganz plötzlich, kurz vor Ende des verfahrens, als es bereits unwahrscheinlich geworden war, daß er zum Tode verurteilt würde, änderte er die Aussage. Jetzt sagte er, in seltsam gesteltzten Worten, er sei Teil der 19 Verschwörer des 11. September gewesen, er sei jener gewesen, der die maschine ins Weisse haus hätte steuern sollen. Er bestätigte Wort für Wort die Anklage. Damit wird er sich nach aller Voraussicht demnächst in einer Todeszelle wiederfinden.

Nun sprießen erneut die Spekulationen ins Kraut. Die überwiegende Meinung ist, daß Moussaoui bewußt den Tod gewählt hat und mit dieser Aussage verhindern will, daß er eventuell ‚nur’ zu lebenslänglich verurteilt wird. Sei es, weil er wirklich an die Story mit den Martyrern des Islam glaubt, die direkt in den Himmel kommen und Jungfrauen zur Verfügung bekommen, sei es, daß er entgegen dem äußeren Schein intelligent ist und sich klar ist, welche Hölle für ihn der Aufenthalt in einem normalen US-Gefängnis werden würde, bevor ihn ein gnädiger Tod erlöste.

Es gibt aber auch weit abenteuerlichere Theorien. Auf einer Anzahl von Blogs, so z.B. bei Alex Jones ‚infowars’, wird kolportiert, man hätte Moussaoui einen Elektroschockgürtel angelegt, mit dem man ferngesteuert extrem schmerzhafte Elektroschocks verabreichende könnte, um ihn zu dieser Aussage zu bewegen. Andere vermuten, er sei unter Drogen gesetzt worden oder in Hypnose. Schließlich gibt es auch die Theorie, daß Moussaoui schlicht und einfach nach Jahren intensivster Folter jede Widerstandskraft verloren hat und folgsam sagt, was man ihm aufträgt.

Es wird auch spekuliert, daß er schlicht ein Geisteskranker ist, der im Zusammenhang mit den Anschlägen kurz nach seiner Verhaftung Wahnvostellungen über seine Verwicklung entwickelt hat. Immerhin wurde bestätigt, daß er nie einer psychologischen Beurteilung unterzogen wurde, was bei einer solchen Anklage zumindest ungewöhnlich ist.

Wie auch immer, der Prozeß dürfte jetzt gelaufen sein. Er wird auf jeden Fall als Beweis in die Geschichte eingehen, daß die US-Regierung jeden Prozeß gegen angebliche Terroristen fürchten muß, denn sie hat Dreck am Stecken.

kriminalitaet

Plant Mafia Mordanschlag auf Prodi?

Harald Haack – Es ist höchst eigenartig: Berlusconi verliert die Wahl in Italien und die Polizei gibt bekannt, sie habe Italiens meist gesuchten Verbrecher, Bernardo Provenzano, verhaftet. Das wirkt, als habe sie nun erst gewagt, da Berlusconi, dem eine Nähe zur Mafia nachgesagt wird und seine Macht als Regierungschef verliert, den Mafiosi festzunehmen. Premier Berlusconi will seine Niederlage noch nicht eingestehen. Er ließ verbreiten, die Wahl sei von den Linken manipuliert worden, einige Tausend Wählerstimmen seien nicht in die Zählung gekommen; sie seien verschwunden. Wo und wann dies geschah, ließ er offen. Aber das Innenministerium in Rom bestätigte inzwischen die Festnahme Provenzanos.


Wird er zum Mordopfer der „Familie“ Provenzanos: Wahlsieger Romano Prodi vor der Computersimulation des gealterten Provenzano.


Corleone auf Sizilien: In der Nähe dieser finsteren Mafia-Hochburg schnappte die Polizei jetzt den „Paten“ Provenzano.

Seit Jahren war der Anti-Mafia-Kämpfer und Staatsanwalt Pietro Grasso auf der Suche nach Provenzano. Bisher sei der Sizilianer stets von Politikern, Unternehmern und sogar von Polizisten gedeckt worden, sagte Pietro der Presse. Er sei der Meinung, dass dieser deshalb nie gefasst wurde.


Fahndungserfolg nach Jahren: Staatsanwalt Pietro Grasso.

Rund 40 Jahre war Bernardo, einer der wichtigsten Mafia-Bosse der sizilianischen Cosa Nostra, auf der Flucht. Dann ging er der Polizei auf einem Bauernhof in der Nähe von Corleone auf Sizilien in die Falle. Er sei „in Jeans und T-Shirt“ festgenommen worden, schreibt der Mailänder „Corriere della Sera“. Um nicht entdeckt zu werden, habe Provenzano darauf verzichtet, per Telefon Abmachungen zu treffen. So fand man dann auch „kleine, maschinengeschriebene Zettel mit Anweisungen für seine direkten Untergebenen und Angehörigen in seiner Hosentasche“, schreibt die Zeitung.

Provenzano sei zunächst mit einem Hubschrauber auf die Militärbasis Bocca di Falco in Palermo gebracht worden. Von dort aus werde er im Auto ins Polizeipräsidium gebracht, hieß es.


Altes Fahndungsfoto: Wie Provenzano nach 40 Jahren seiner Flucht aussah, wusste angeblich keiner der Fahnder.

Kurz nach der Verhaftung des ehemaligen Bosses Totò Riina in Palermo soll Provenzano 1993 die Führung der Cosa Nostra übernommen haben. Provenzano, der innerhalb der „Familie“ auch „der Buchhalter““ oder „Onkel Binu“ genannt wurde, entwischte in immer wieder in letzter Sekunde der Polizei. In Abwesenheit wurde er sechsmal zu lebenslanger Haft verurteilt. So genannte „Pentiti““ – reuige Mafia-Aussteiger und Kronzeugen – behaupteten, es habe kaum eine spektakuläre Mafia-Aktion gegeben, an der Provenzano in der Vergangenheit nicht beteiligt gewesen wäre. Auf sein Konto sollen auch die blutigen Anschläge auf den obersten Mafiajäger, dem Richter Giovanni Falcone sowie dessen Kollegen Paolo Borsellino im Jahre 1992 gehen.

Die Welt darf gespannt sein, wie lange Berlusconis Gegner, Ramono Prodi, der blutigen Rache der sizilianischen Cosa Nostra entgehen wird. In Italien würden einige Wähler mit einer kurzen Regierungszeit Prodis rechnen, schreibt SPIEGEL-Online, möglicherweise nicht länger als 6 Monate. Dann müsse neu gewählt werden.

Derweilen reagierte Berlusconi immer wütender auf seine Niederlage, die er nicht eingestehen will und entrüstete sich mit aufgesetzter römischer Imperator-Miene, niemand könne sich zum Sieger erklären. Er verlangt eine Nachzählung oder wenigstens eine Große Koalition. Falls er es war, der Provenzano jahrelang vor den Zugriffen der Mafia-Jäger bewahrt hatte, wie Staatsanwalt Grasso vermuten lässt, dann wird er alles unternehmen, um den Verlust seiner Macht zu kompensieren. Wird dazu auch der Mord an seinen Gegner gehören?

Kuscheln mit der Mafia
Italienischer Geheimdienstchef angeklagt

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Sterbender Komet besucht Erde

Harald Haack – Im Mai 2006, am 12., 13. und 14., besucht ein sterbender Komet die Erde. Die Gefahr für eine Kollision bestünde nicht, behauptet Don Yeomans, Leiter des NASA Near-Earth-Object- Programms beim Jet Propulsion Laboratory (JPL). Der Komet werde die Erde in fünfundzwanzigfacher Entfernung der Strecke Erde-Mond passieren. Doch dieser Komet, 3P/Schwassmann-Wachmann, hatte die Forscher schon damit überrascht, dass er plötzlich auseinanderbrach. Den Grund dafür kennt niemand. Es gibt also einen unbekannten Faktor, der die bisherigen Bahnberechnungen des Kometen negieren könnte.


Jim V. Scotti verwendete für sein Foto, das den Kometen
3P/Schwassmann-Wachmann am 27. Dezember 1995 zeigt,
ein 91-cm-Spiegelteleskop.

Mit dem bloßen Auge werden die Fragmente kaum zu erkennen sein. Doch der Vorbeiflug wird dennoch viel Aufregung unter den Wissenschaftlern verursachen. Das um die Erde rotierende Teleskop Hubble wird auf die Fragmente ausgerichtet sein, um auch alles gut mitzukriegen. Und auf der Insel Puerto Rico wird die große Radar-Schüssel des Arecibo-Observatoriums, das größte Radioteleskop der Welt, so genannte Radar-Pings (Ping – analog zum Geräusch eines Sonars) zu den Fragmenten des Kometen senden, um deren Form und Spin zu ermitteln. Vielleicht ja gibt es weitere Überraschungen. Ob das Weiße Haus in Washington D.C. für den Fall einer gravierenden Bahnänderung eines Fragments evakuiert wird, wurde noch nicht bekannt.


Fragment C des Kometen 3P/Schwassmann-Wachmann, fotografiert am 26. Februar 2006 von E. Guido und G. Sostero, New Mexiko Skies Observatory.

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Neue Beweise für späte planetare Katastrophe

Harald Haack – Lange nach der Entstehung der Planeten unseres Solarsystems muss es gigantische Katastrophen gegeben haben, die das Aussehen der Planeten gründlich veränderten. Dem Merkur, sonnennächster Planeten, wurden aller Wahrscheinlichkeit nach, wie Mars,“>Wassereis und Felsresten bestehen.

Die Saturnringe“>Aufbau gibt es noch zahlreiche unbeantwortete Fragen. Schließlich ist das Ringsystem groß und komplex.


Vom inneren zum äußeren Rand ist die Distanz größer als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Deutliche Unterschiede gibt es in dem Pioneer-Bild zwischen den Ringen, die nach der Reihenfolge ihrer Entdeckung von A bis G benannt sind.


In bisher nie erreichter Präzision hat die Raumsonde „Cassini“ die Ringe des Saturns abgelichtet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse legen nahe, dass die Ringe wahrscheinlich jünger sind, als bisher angenommen.

An die Gestalt einer Zitrone erinnerte ihn der Saturn, als Galileo“>Saturnmonde: Tethys, Dione, Rhea und Iapetus.

Die Seh-Werkzeuge zur Beobachtung der Himmelskörper wurden ständig weiterentwickelt. Weitere Saturnringe konnten erkannt werden und man kennzeichnete sie mit den Buchstaben A bis F. Der deutsche Astronom Johann Franz Encke (1791 bis 1865) spürte 1837 innerhalb des A-Rings eine kleine Lücke auf, die nach ihm benannt wurde, die Enckesche Teilung.

Mittlerweile waren viele Ringe des Saturns bekannt, und einige Wissenschaftler hatten wegen ihrer allnächtlichen Beobachtungstätigkeit schon Ringe unter den Augen erhalten, doch das Rätsel der Saturnringe zu lösen hatten sie nicht vermocht. Entscheidend voran aber kam die Erforschung der Struktur der Saturnringe mit den Arbeiten zweier Mathematiker: dem Briten James Clark Maxwell (1831 bis 1879) sowie dem Franzosen Edouard Albert Roche (1820 bis 1883). Roche, der auch als Astronom tätig war, errechnete 1849 den Mindestabstand, in dem ein Mond seinen Planeten umkreisen kann, ohne durch Gezeitenkräfte zerrissen zu werden. Maxwell gelang dann der Nachweis, auf den Grundlagen von Roche aufbauend, dass die Saturnringe aus feinen Partikeln bestehen müssen; wegen der Gezeitenwirkungen des Saturns würden sich größere Materieteile in Staub aufspalten, der sich jedoch aufgrund eigener Gravitationswirkungen nicht wieder zu kompakteren Körpern vereinigen könne. Dieses Modell blieb bis in die Gegenwart gültig.


Der Mathematiker und Astronom Edouard Albert Roche (1820 bis 1883): Seine Berechnungen zu den Saturnringen gingen in die Literatur als „Roche-Grenze“ ein.

Nach den Arbeiten von Roche und Maxwell blieb es für fünfzehn Jahrzehnte ruhig um Saturn und dessen Ringe – zumindest unter den Wissenschaftlern. Dann gab es wieder Seh-Werkzeuge ganz anderer Art: Raumsonden. Und Saturn erhielt zwischen 1979 und 1981 Besuch von drei Raumsonden. Pioneer 11 passierte in 20 800 km Entfernung am 1. September 1979 den Planeten und dessen Monde. Voyager 1 folgte am in 38 000 km am 12. November 1980 sowie Voyager 2 in 124 000 km Entfernung am 26. August 1981.

Die Raumsonden funkten hochauflösende Bilder zu den irdischen Empfangsstationen der NASA. Hunderte von kleinen Einzelringen wurden damit sichtbar. Innerhalb eines jeden Hauptringes, gibt es einen weiteren Hauptring, der mit „G“ bezeichnet wurde. Es wurde klar, dass das Ringsystem aus etwa 1.000 konzentrischen Ringen besteht.

Mit Hilfe der Raumsonden, der von Saturn aus zu den weiter entfernten Planeten Jupiter, Uranus und Neptun flogen, wurden dort ebenfalls Ringsysteme gefunden. Diese sind, gegenüber dem Saturn, zwar wesentlich schwächer ausgebildet, aber sie folgen den von Roche und Maxwell gefundenen Gesetzmäßigkeiten und liegen innerhalb der Roche-Grenze.

Zuletzt lieferte die NASA-Sonde „Cassini“ die bisher genauesten Daten über das komplexe Ringsystem. Mit einem Verfahren, Radiookkultation, bei der die Sonde Funksignale durch die Ringe des Saturns sendet, konnten Wissenschaftler anhand der Veränderungen in der Signalstärke auf die Dichte und die Zusammensetzung der Ringe schließen. Erstmals kamen bei der Methode gleich drei verschiedene Frequenzen zum Einsatz.


Die Cassini-Sonde im Clean-Room während der Vorbereitungen zur großen Reise.

Wie in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagzins „Nature“ zu lesen ist, belegen neueste Aufnahmen der Cassini-Sonde, die von den Potsdamer Physikern um Frank Spahn und Jürgen Schmidt ausgewertet wurden, dass die Saturnringe durch einen Kometen- oder Asteroideneinschlag entstanden sind.

Unter Astronomen gab es zur Entstehung der Ringe zwei kontroverse Theorien. Nach der einen, zählen die Ringe zur Entstehungsphase des Saturns. Nach dieser Theorie müssten die Partikel des Rings kleiner als 100 Meter im Durchmesser sein und größere Körper könnten nur vereinzelt in weit entfernten Umlaufbahnen existieren. Nach der anderen Theorie hätte einen Zusammenstoß des Planeten mit einem Kometen- oder Asteroiden die Ringe entstehen lassen. Objekte von einigen 100 Metern bis hin zu einigen Kilometern Durchmesser, so genannte Moonlets, müsse es dann in den Ringen geben; aber solche Objekte sind aufgrund ihrer geringen Größe nicht direkt aufzuspüren.


Moonlets in den Saturnringen. Sichtbar wurden in den Cassini-Bildern erstmals die Partikel, aus denen die Ringe bestehen. © NASA/JPL/Space Science Institute

Schon vor rund sechs Jahren haben Frank Spahn und seine Kollegen an Hand von theoretischen Modellen vorhergesagt, dass sich diese Moonlets durch propellerartige Strukturen in den Ringen bemerkbar machen müssten. Demnach sollten größere Objekte von einigen Kilometern Durchmesser in der Lage sein, eine Lücke in den Ring über dessen gesamten Umfang frei zu legen. Und tatsächlich konnten in den vergangenen Jahren zwei dieser Monde anhand dieser Merkmale mit Hilfe der Cassini-Sonde entdeckt werden. Doch nun wurden in den Aufnahmen von Cassini Nachweise für vier kleinere Monde in der Größenordnung von 100 Metern gefunden. Von Forschern werden sie als „missing links“ genannt, weil sie die Lücke zwischen sehr kleinen und großen Körpern schließen und ein wesentliches Indiz für die Richtigkeit der Einschlags-Theorie darstellen.

Bleibt also noch die Frage zu klären, welcher Himmelskörper einst mit Saturn zusammengestoßen war und ob es denn überhaupt ein Zusammenstoß mit dem Planeten selbst und nicht mit seinen Monden war – falls die damals schon existierten.

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Welche gigantische Kollision erzeugte Venus?

Harald Haack – Computer-Simulationen Schweizer Forscher ergaben, dass ein gigantischer Asteroideneinschlag dem Planeten Merkur Mantel und Kruste weggesprengt hat. Nur der dichte, metallische Kern – seine heutige Form – soll übrig geblieben sein. Nach den Berechnungen sind möglicherweise sogar Bruchstücke bis zur Erde geflogen. Die Schwester der Erde, Planet Venus, soll dabei am heftigsten bombardiert worden sein.

Der Astrophysiker Jonathan Horner und seine Kollegen der Universität Bern errechneten, dass der Merkur vor viereinhalb Milliarden Jahren bei der Kollision zweier Himmelskörper entstand. Aber was geschah mit der Venus? Könnten die vom Merkur stammenden Teile, die möglicherweise Venus getroffen haben, für eine gegenläufige Rotation von Venus gesorgt haben?

Dr. Horner: „Seit ein paar Jahren habe ich über die Frage von Venus nachgedacht. Ich sollte mehr lesen, aber ich denke es gibt einige Ideen, die diese gegenläufige Rotation erklären und dass die Teile, die Venus trafen, über den ganzen Planeten stürzten. Die kleinen Teile sind nur eine kleine Fraktion zur Masse von Venus. Folglich sollte dies kein großen Effekt verursacht haben, zumal diese Teile aus alle Richtunggen auf den Planeten fielen.“

Gab es vor ca. viereinhalb Milliarden Jahren den Planeten Venus schon in diesem Solarsystem? Gibt es Hinweise – außer der seltsamen Umlaufbahn und der gegenläufigen Rotation -, dass Venus eine „Spätgeburt“ ist oder sogar aus einem fremden Solarsystem stammen könnte?

Dr. Horner: „Über das Alter von Venus, so denke ich, wäre die einfachste Antwort, dass Venus diesen Platz schon seit 4,5 Milliarden Jahre hat. Es ist sehr kompliziert die Himmelsbahn zu verfolgen, und, wenn Venus von einer anderen Position kommt, dann denke ich, dass es nicht möglich ist auf diese neue Himmelsbahn zu gelangen. Wenn der Planet aus einem anderen Solarsystem kommt, muss er Probleme durchgemacht haben. Möglich ist, dass die Rotation von Venus ein Ergebnis von einer anderen gigantischen Kollision ist. Mit dieser Frage aber haben wir uns noch nicht befasst. Ich habe nicht genug über diese Rotation gelesen, um zu dieser Idee ja oder nein sagen zu können sagen. Ich denke aber, dass es vielleicht möglich ist.“

Velikowskys kontroverse Venus-Theorie
Merkur-These: Gewaltiger Crash formte Planeten

vermischtes

Die Venus

Harald Haack – Hatten vor ca. 23.000 Jahren unsere Ahnen schon eine gewisse Vorstellung davon, wie eine Frau aussehen sollte? Oder war das als „Venus von Willendorf“ berühmt gewordene steinzeitliche Artefakt ein Maskottchen, das entweder vor Hungersnöte oder Überfettung bewahren sollte? Sicherlich kannten sie den Namen „Venus“ noch nicht, denn erst die Römer nannten sie so – als Göttin der Liebe, des erotischen Verlangens und der Schönheit.


Nicht zu leugnende Ähnlichkeit zwischen der „Venus von Willendorf“ (oben) und der Oberfläche des Planeten Venus im Radarbild (unten).

Die Astronomie geht zwar davon aus, dass es schon immer den Planeten Venus gab, also auch zur Steinzeit, doch erst seit 1.200 v.Chr. gibt es in Stein gemeißelte Bilder, die den Planeten zeigen. 684 v.Chr. wurden regelmäßige Beobachtungen der Venus auf babylonischen Schrifttafeln festgehalten, und 926 Jahr später, im Jahr 1610, konnte ein Astronom, Galileo Galilei, die Venus erstmals durch ein Fernrohr betrachten. Gut 200 Jahre danach, im Jahr 1807, gelang es mittels teleskopischer Beobachtungen der Venus den Durchmesser zu berechnen: 12.293 km. Er wurde später auf 12.104 km korrigiert. Durch spektroskopische Analysen fand man 1920 heraus, dass die Venusatmosphäre keinen Wasserstoff enthält. 1932 fand man große Mengen von Kohlendioxid (CO2, auch „Kohlensäure“ genannt) in der Venus-Atmosphäre gefunden. CO2 entsteht bei der Verbrennung von Kohlenstoffprodukten. Prompt keimten Horrorgeschichten über dichte Urwälder auf Venus, die von Dinosauriern und reizenden Blondinen bevölkert werden. 1956 kam dann die Ernüchterung. Mittels Radar wurde die Oberflächentemperatur des Planeten gemessen: 400° C – viel zu heiß für die heißeste Blondine und den bissigsten Dino. Dennoch existieren solche schwachsinnigen Werke bis heute.


Erfreulicherweise nicht mehr lieferbar:
Comic von Roman Turowski und Levin Kurio.

Die im 19. und frühen 20. Jahrhundert vorherrschende Vorstellung, demnach nicht nur die Erde, sondern auch die anderen Planeten unseres Solarsystems von hoch entwickelten Wesen bewohnt werden, wurde auch zur Grundlage einiger Witze. Ein Beispiel, das wohl bald seine Grundlage verlieren wird:

„Ein LKW-Fahrer fährt über die Landstraße, als er plötzlich ein kleines blaues Männchen am Straßenrand stehen sieht. Er hält an und fragt: >Na, was bist du denn für einer?Ich komme von der Venus, bin schwul und habe Hunger!Tut mir leid, ich kann Dir nur ein Brötchen geben, das ist alles, was ich für Dich tun kann!Na, was bist du denn jetzt für einer?Ich komme vom Saturn, bin schwul und habe Durst!Tut mir leid, das ist alles, was ich für Dich tun kann!Na, du kleines grünes, schwules Männchen, was kann ich Dir denn geben?Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte!<“

Dieser Witz funktioniert, bis auf eine Ausnahme, allerdings nur für Deutschland. Die von „warmherzigen“ Politikern regierte Freie und Hansestadt Hamburg tauschte die grünen Polizeiuniformen gegen dunkelblaue, schillernde operettenhafte Dienstkleider ein. Dies geschah aber nicht wegen solcher Witze, sondern weil ein populistischer Innensenator, längst gekündigt, seinen Geschmack in Kleidungsfragen durchsetzte.

Doch zurück Planeten Venus, als „Abendstern“ bezeichnet wird, weil er vornehmlich in den Abendstunden am Himmel zu sehen ist: 1962 wurde Mariner 2 zur Venus geschickt. Die Sonde stellte fest, dass der Planet kein Magnetfeld hat. Die hohen Oberflächentemperaturen wurden bestätigt. 1964 konnte die Rotationszeit mittels Radarmessungen ermittelt werden: Ein Venustag dauert so lange wie 243 Erdentage. In 224,7 Tagen umrundet Venus die Sonne.


Die NASA-Sonde „Mariner 10“ schoss dieses Foto von der stürmischen Venus-Atmosphäre.

Die Atmosphäre der heißen Schwester der Erde ist sehr dicht und setzt sich zusammen aus 97 Prozent Kohlendioxid, 3 Prozent Stickstoff sowie Spuren von Wasserdampf, Helium, Schwefeldioxid, Argon, Sauerstoff und Neon. Die relative Nähe zur Sonne sowie der hohe CO2-Gehalt in der Atmosphäre erzeugt auf der Venus wahrscheinlich den Treibhauseffekt. Neuere Messungen ergaben eine Oberflächentemperatur von rund 450° C.

Nach der Venus-Kartografierung der NASA-Sonde „Magellan“ im Jahr 1990 bestehen etwa 20 Prozent der Oberfläche des Planeten aus flachen Ebenen, 70 Prozent sind hügelig und 10 Prozent gebirgig. Es gibt eine Menge Einschlagkrater. Hohe Windgeschwindigkeiten und die „steinefressende“ aggressive Atmosphäre sorgen für chemische Erosion.

Dieses Wort, „Erosion“ ist wohl die einzige Übereinstimmung mit jener Erotik, die man dem Planeten einst andichtete.

vermischtes

Postcard from Venus

Stephan Fuchs – Nach fünfmonatiger Reise durch das All soll die erste Venus-Sonde der europäischen Raumfahrtbehörde ESA heute ihr Ziel erreichen. Um nicht über das Ziel zu schießen, muss sie innerhalb 50 Minuten auf unter 25.000 Kilometer die Stunde abbremsen. Heute um 9.19 soll dieses Manöver im Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt stattfinden. Dort findet heute auch eine Präsentation der „Postcarde from Venus“ statt, einem Wettbewerb der Planetray Society. In dem Wettbewerb soll der Künstler prämiert werden, der in seinem Bild dem Antlitz der Venus am nächsten kam. In der Vorprämierung waren auch drei Kontinentaleuropäer. Der Schweizer Jürg Vetterli und der deutsche Edgar Tibori, der den dritten Preis gewann, sowie der deutsche Journalist und Schriftsteller Harald Haack. Mit ihm sprach Stephan Fuchs.

Herr Haack, wie soll ich mir die Venus vorstellen?

Harald Haack: Heiß! Ganz heiß. Und vor allem rund und fast ohne Magnetfeld.

Sie sagen das sehr überzeugt… auf Grund wessen nehmen sie diese Gewissheit?

Ich glaube den Daten der Sonden, die von den Russen und den Amerikanern zur Venus gesandt wurden, weil sie die Erkundungsdaten mittels Telekopie und Spektroskopie, die von der Erde aus ermöglich sind, plausibel ergänzen.

Anhand dieser Daten ist Leben auf der Venus in keiner Form möglich?

Ich denke nicht. Vielleicht kennt sich der Papst damit besser aus, falls er den „Teufel“ kennt. Wohl nur Teufel, wie im christlichen Glauben dargestellt, könnten wohl in solch einer feurigen Welt existierenden. Immerhin sollen dort oben 450°C herrschen.

Wenn wir schon vom Teufel und vom Papst sprechen, dann sprechen wir auch von der Alchemie: Die Venus gilt doch als Zeichen der weiblichen Schönheit und der Wollust. Ein schrecklicher Gedanke für den Papst. Ist die Venus das Ende des Christentums?

Keine Ahnung. Aber der Papst müßte es wissen. Ich vermute jedoch, dass – wenn man dem russischen Forscher Velikowski glaubt, demnach die Venus erst in historischer Zeit in unser Solarsystem gelangte -, die Venus mit ihrem mutmaßlich feurigem Auftreten am Abendhimmel die Menschen einst auf die Idee brachte, es müsse analog zur Erde etwas geben, was absolut höllisch ist. Und die Venus ist es in der Tat! Heiss und höllisch. Und so gesehen, ist die Hölle von uns aus gesehen oben im Himmel und nicht unten, wie viele Christen glauben. Aber wo ist oben und unten, wenn man als Astronaut im All unseres Solarsystems ist? Vielleicht könnte oben dort sein, wo die Sonne ist. Tja, und die Venus ist der sonnennächste Planet.

Dann ist die Venus ein junges Kind unserer planetaren Gesellschaft?

Ja, wenn man der These Velikowski glauben will. Immerhin hatte er sich durch alle für ihn verfügbaren Mythen der Welt gequält und überall Hinweise gefunden.

Herr Haack, Sie sind einer von drei Europäern die von der ESA und der amerikanischen Jet Propulsion Laboratory ausgewählt wurden, die Hölle auf der Venus grafisch als Postkarte zu gestalten. Was war das genau?


Welten schaffen

Zunächst einmal eine Korrektur: Es war die Planetary Society, die den Grafikwettbewerb „Postcard from Venus“ veranstaltet hatte. Vom JPL waren da wohl einige Leute dabei, die der Jury angehörten.

Was zeigt ihr Bild?

Wie von der Planetary Society vorgegeben zeigt mein Bild die Oberfläche des Planeten Venus. Ich denke, das könnte Teil einer Landschaft auf der südlichen Hemisphäre sein, dort, wo es sehr stürmisch ist. David Seal, der als Cassini Mission Planer fürs Jet Propulsion Laboratory tätig ist und zur Jury von „Postcard from Venus“ zählte, schreibt mir in einem persönlichen Brief, für ihn zeige mein Bild einen „volcanic blast“ oder einen „rock-hail storm“. Er räumte dem Bild gute Chancen für den nachfolgenden Hauptpreis ein. Wie gesagt: Es ging in dem Wettbewerb darum, die Oberfläche der Venus zu zeigen. Dabei war es egal, wie man sein Bild umsetzte, also ob das mit Pinsel, Farbe und Leinwand oder Papier realisiert wurde oder mittels Computer. Ich habe mich für den Computer entschieden, was die Sache nicht gerade einfach machte, obwohl viele Menschen denken, das sei keine Kunst. Computer, das bedeutet für viele immer noch, als würde die Maschine alles selbst erledigen. In Wirklichkeit ist der Computer auch nur ein Werkzeug wie Pinsel, Quast, Graphitstift, Hammer oder Meissel und was es sonst noch gibt, um bildnerisch arbeiten zu können.


Virtuelle Berge entstehen lassen…

Nun ich gehöre auch zu jenen, die denken, dass Computer die Grafik selber erfinden, das schaut dann aber auch dementsprechend dilettantisch und peinlich aus. Worin liegt die Kunst der Bildbearbeitung?

Der Bildbearbeitung oder der Erstellung von virtuellen Bildern? Das sind zwei paar „Schuhe“.

Aha. Sehen Sie, da beginnt das Drama bereits. Sie sprechen von virtuellen Bildern und bewegen sich dadurch schon in einer anderen Welt. Sie kreieren Welten, wenn ich das so verstehen darf.

Huh! Darüber könnte man tief greifend philosophieren. Ja, ein Drama! Selbst Fotos könnte man als „virtuell“ verstehen. Ich mache beides: Fotos und auch virtuelle Welten in Form von 3D-Grafiken. In diesem Fall, wenn wir bei der Venus bleiben, reizt mich, dass man sich seine Traumwelten plastisch und fotorealistisch darstellen kann. An Träumen ärgert mich, dass man von Bildern der Landschaften, die man träumt, keine Abzüge kriegt. Nun gut, man könnte von Prints träumen, aber wenn man aufwacht, ist alles futsch. Was vielleicht noch übrig bleibt, sind verblassende Erinnerungen an den Traum. Was habe ich in meinen Träumen schon für phantastische Lichtstimmungen gesehen! Sogar fotografiert habe ich sie – im Traum wohlgemerkt. Übrigens: Ich verwende in meinen Träumen inzwischen meine Digitalkamera. Als ich noch träumte, meine Analogkamera zu verwenden, funktionierte oft der Auslöser nicht. Meist war die Batterie leer. Und wo kriegste dann im Traum so schnell eine Ersatzbatterie her? Das sind Alpträume, aber die machen mir Spaß.


…bis die Venus entsteht.

Spielen Sie gerne?

Die Möglichkeit solche Computergrafiken zu schaffen, hat mir glücklicherweise alle Computerspiele verdrängt. Die finde ich nämlich alle langweilig. Virtuelle Landschaften selbst zu gestalten, ist für mich viel spannender. Und obendrein kann ich mit diesem „Spielen“ sogar ernsthafte, wissenschaftliche Arbeit leisten; vorausgesetzt, ich gleite nicht in irgendwelche vollkommen unmögliche Welten ab, orientiere mich an wissenschaftlichen Daten – zum Beispiel über die Venus. Nicht nur der Venus-Steckbrief, der mittels der Mariner-Sonden und auch anderer Sonden ergänzt wurde und eine allgemeine Vorstellung von dem vermittelt, was dort auf dem Planeten passiert, sondern auch mein tägliches Sammeln wissenschaftlicher Artikel ermöglichte mir ein erweitertes Einfühlungsvermögen. Denn: Basisdaten allein sagen wenig. Ich hoffe, dass mein Bild nicht nur die Venusoberfläche treffend darstellt, sondern auch kombiniertes Wissen. Und ich will es nicht verschweigen: Mein Bild enthält auch unterschwellige Erotik. Warum nicht? Immerhin wurde der Planet nach der römischen Göttin der Liebe, des erotischen Verlangens und der Schönheit benannt.

Ich bin überzeugt, dass es eines Tages möglich sein wird das Abbild eines Traumes auf Film zu bannen oder als „Reiseziel“ zu nutzen. Genau so wie es Realität sein wird unserer Nachbarplaneten zu besuchen. Möchten sie planetare Reisen machen?

Nein. Genau genommen reicht mir die Erde. Zum Beispiel die Tiefsee. Darin gibt es noch so vieles zu entdecken. Bevor man zum Saturnmond Europa fliegt, sollte man die Tiefsee gründlicher erforschen. Vieles was wir hier vorfinden, könnten wir später auf dem Mond Europa ebenfalls entdecken. Und gegenwärtig tun dies immer mehr Wissenschaftler: Sie entdecken die Tiefsee als Möglichkeit das Weltall zu erforschen.

Haben wir denn überhaupt noch die Zeit dazu, nachdem der Planet Erde mit grosser Sicherheit vor die Hunde geht?

Das Wissen über die Tiefsee und vor allem über das, was darin lebt, sollte uns helfen uns mehr zu beherrschen. Wenn wir wissen, welch wundervolle Wesen in der Tiefsee existieren und wir gelernt haben diese zu schützen und zu erhalten, dann werden wir Menschen so reif sein, um auch die anderen Planeten betreten zu dürfen. Wichtig ist, dass wir gelernt haben dort keinen Schaden anzurichten. Gegenwärtig sehen die Prognosen zwar düster aus, aber ich hoffe, dass die Evolution auch für unsere geistige Entwicklung in dieser Hinsicht einiges vorgesehen hat. Vielleicht müssen wir ja alle lernen im Meer zu leben. Aus dem Meer kamen wir, ins Meer gehen wir zurück. Klingt das nicht plausibel? Für mich ist das sympathischer als „Asche zu Asche“.

Ja, da geb’ ich Ihnen recht, das klingt sympathischer. Nur: da müsste sich die geistige Evolution ganz tüchtig ins Zeug legen und daran zweifle ich stark. Ich glaube nicht an die Geschichte vom Paradies. Trotzdem: Eine Hoffnung haben wir, indem wir vielleicht unsere eigenen Welten schaffen, denn wer zerstört schon gerne seine eigene Welt?

Wenn sie virtuell sind, haben wir gute Trainingsmöglichkeiten. Machen wir was kaputt, dann auch nur virtuell und wir lernen hoffentlich daraus noch bevor wir uns an die echten, fremden Welten wagen dürfen.

Ein guter Vorschlag Herr Haack… Aber was geschieht denn eigentlich mit den Postcards from Venus?

Die werden sicherlich nicht den Weltuntergang erleben. Die ESA und die Planetary Society wollen sie am 11. April im Bodenkontrollzentrum European Space Operations (Esoc) in Darmstadt anwesenden Medienvertretern und Technikern sowie Wissenschaftlern präsentieren. Später sollen die Bilder der Preisträger mit den Bildern von Venus-Express verglichen werden, die hoffentlich bald zur Erde gefunkt werden. Prämiert wird dann noch einmal das Bild, dessen Ähnlichkeit mit der Venus am treffendsten ist Aber ich weiß gar nicht, was man da noch gewinnen kann. Vielleicht eine Hose?

Ich glaube nicht, dass eine Hose der Gewinnpreis sein kann. Wo es doch so heiß ist da oben. Ein Badetuch vielleicht…

Ne, das passt nicht in die Logik: Ein ESA-Basecap und ein langärmeliges Planetary-Scociety-Shirt gab es für die Preisträger bereits. Fehlt also nur noch die Hose, damit es unten herum nicht so zugig wird wie auf Venus. Heiße Luft kann immerhin fürchterlich ätzend sein.

Nun Herr Haack, da bin ich gespannt auf das Resultat und hoffe natürlich, dass Sie eine Hose gewinnen. Herr Haack, ich bedanke mich herzlich für das Gespräch und wünsche Ihnen viel Glück.

The Planetary Society
Venus Express ESA
Faceworks

Harald Haack lebt in Hamburg und ist freier Fernsehautor, Regisseur, Schriftsteller, Fotograf, Illustrator und Komponist. Er arbeitete für NDR und WDR und als Film-Regisseur in Grossbritannien: „The Turning Tide“. „NORWEGEN. Begegnungen mit Knut Hamsun“ war Haacks erstes Buch als Autor. Seither erschienen von ihm mehrere Bücher. Haack schreibt Satiren und Essays für verschiedene Publikationen und fotografierte für Bildbände und Fotokalender u.a. fürs GEO-Magazin. Seine Illustrationen werden gelegentlich unter faceworks.de gezeigt und wurden u.a. von FACTUM publiziert. Er ist Mitglied der Investigative Reporters & Editors Inc. sowie von ver.di (Sparten: Schriftsteller und Journalisten), VG Bild und VG Wort.