deutschland

Vogelgrippe und Merkel schießt den Vogel ab

Harald Haack – Die Vogelgrippe hat Deutschland erreicht. Auf Rügen umringten Kamerateams ohne Schutzanzüge die toten Vögel und Helfer in Schutzanzügen. Bundesagrarminister Seehofer beschimpfte die Rügener Behörden, Gesundheitsministerin Schmidt beklagte sich keine Weisungsbefugnis für die Bundesländer zu haben, und Bundeskanzlerin Merkel beschwichtigte Panikattacken des ZDF: „Menschen brauchen sich im Moment keine Gedanken zu machen“.

Deutschlands Menschen, die sich auf Empfehlung eines Regierungschefs keine Gedanken machen. Hat es das jemals gegeben?

Hätte Merkel von den Sorgen der Bürger gesprochen, so wäre Ihr Statement halbwegs vernünftig gewesen. Es wäre eine Beschwichtigung gewesen, die Aufforderung, einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen. So aber sprach sie von „Gedanken“ und schießt damit den Vogel ab. Mein lieber „Herr Schwan“! Und alle wichtigen Leute und solche die sich dafür halten, auf Rügen, in Schwerin; Berlin und anderswo, folgten Merkels Aussage und verhielten sich bezüglich der Vogelgrippe gedankenlos. Immer ist sie die Regierungschefin, und wenn sie die Devise ausruft, Deutschland habe gedankenlos zu sein, dann muss man ihrer Aufforderung wohl folgen. Jedenfalls werden sich dies ihre ehemaligen ostdeutschen Genossen und Genossinnen auf Rügen gerne haben sagen lassen und in Schwerin auf ihr Strategiepapier zur Bekämpfung der Vogelgrippe geschrieben haben – wenn es denn ein solches Papier gibt und nicht als Klorolle irgendwo herum hängt.
Die Vogelgrippe auf Rügen – das ist ein Beispiel dafür, was geschieht, wenn der Amtsschimmel wiehert und äppelt.

1962 nach der schweren Sturmflut in Hamburg sah es zunächst auch danach aus. Doch die Stadt verfügte damals über einen Innensenator mit enormer Fähigkeit zur Führung des Katastrophenstabes. Helmut Schmidt habe dies nach eigenem Bekunden beim „Kommiss“ gelernt, während des Zweiten Weltkrieges im Nazi-Deutschland. Offensichtlich hatte Schmidt für sich den Nutzen daraus gezogen und bestmöglich zur Rettung von Leben im demokratischen Westdeutschland angewendet und sich damit über die Eitelkeit und den Neid selbsternannter „Experten“ hinweg gesetzt. Aber wen gab es damals hinter dem „Eisernen Vorhang“ des Kalten Krieges? Gab es in Ostdeutschland, in der ehemaligen DDR, nur unfähige Schwachköpfe, so dass auf Rügen und bei der Landesregierung in Schwerin nun wahrscheinlich die Dummheit regiert?

Unsere Stasi trainierten „neuen“ Bundesbürger könnten sich auch dumm stellen. Das mussten sie bis zur Wende viele Jahrzehnte lang.

Ein inszenierter Abbau der Pressefreiheit?
Nach dem, was sich auf Rügen abspielte, ist die Pressefreiheit weit entfernt von dem gedankenlosen und dreisten Verhalten der Kamerateams. Zugleich könnte es auch ein weiteres Beispiel dafür sein, welcher Schwachsinn dabei heraus kommt, wenn sich in Kollektiven wie der Fernsehteams Meinungen herausbilden, die allen bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Vogelgrippe widersprechen.

Wurden die Teams nicht eher verladen?

Nur ganz Coole glauben, die Vogelgrippe sei nur ansteckend, wenn man einen infizierten Vogelkadaver anfasse oder das infizierte Fleisch esse. Die Realität ist eine andere.

Virologen, also jene Wissenschaftler, die sich mit Viren und deren Widerstandsfähigkeit auskennen, wissen, dass sich die Viren nicht nur über die Luft ausbreiten können, sondern, wie auf Rügen, auch über die Eisfläche. Die Schwäne sind schließlich nicht wie ein Stein aus den Wolken auf das Eis gefallen, sondern werden sich liegend übers Eis flatternd bewegt haben. Darauf deutet der zerfledderte Zustand der Kadaver hin. In ihrem Todeskampf sonderten sie Kot und Auswurf ab und verteilten damit die Viren über die Eisfläche. Die Kälte von Eis tötet aber keine Viren.

Und was machten die Kameramänner, als sie Naheinstellungen der Kadaver machten?

Sie zeigten den Fernsehzuschauern wie sie das Eis betraten und die in weißen Einmaloveralls steckenden Kadaversammler umringten. Möglichweise setzte einer seine Kamera auch auf das Eis ab, um einen Kadaver aus der „Vogelperspektive“ zu filmen. Solche Einstellungen wurden in den TV-Nachrichten von N24, Sat1, Pro 7 und ZDF gezeigt. Anschließend mussten für die Abendnachrichten noch Einstellungen in den Geflügelställen der Rügener Bauern gemacht werden. Keiner aber dachte offenbar daran, dass die Viren bereits an Schuhen und Kameras der Fernsehmeute hafteten. Nein, natürlich hatte sich keiner darüber Gedanken gemacht. Wozu denn auch? Merkel hatte doch im ZDF gesagt, kein Mensch müsse sich Gedanken machen. Wenn die Vogelgrippe in den Ställen ausbricht und die Tiere zwangsweise gekeult werden, dann gibt es für die meist freien TV-Teams, die im Auftrag der Fernsehanstalten drehen, neue Arbeit und mehr Geld aufs Konto.

Ist das tatsächlich? Sollen wir das jetzt glauben?

Das Verhalten der professionellen Berichterstatter auf Rügen war keineswegs professionell und widerspricht deutlich dem deutschen Pressekodex. Mit dem Verhalten der auf Rügen tätigen Fernsehteams wurde das Ansehen der Presse nicht gewahrt. Man kann die Pressefreiheit auch auf diese Weise kaputt kriegen. Seltsam ist, dass lokale Behörden dabei geholfen haben sollen, die Fernsehteams unmittelbar nach den Aufnahmen von toten und mutmaßlich infizierten Schwänen in Ställe zu lotsen und so möglicherweise der Verbreitung der Vogelgrippe Vorschub zu leisten.

Seltsam ist auch, dass ZDF-Reporter über die Insel Rügen und besonders einige hundert Meter entfernt von der Insel Riems, über dem Sitz des Bundesforschungsinstitutes für Tiergesundheit, munter Hubschrauberflüge veranstalten, Vögel aufscheuchten und dort Hunderte toter „Tiere“ gezählt haben wollen.

Tote Vögel sind sicherlich kein Grund zur Panik, doch für alle Fälle sollte man sich von den Fernsehteams, die auf Rügen den Kontakt mit dem Virus suchten, fern halten. Grund zu Besorgnis sollte aber auch sein, dass die meisten der verendeten Tiere, offensichtlich handelt es sich nicht nur um Vögel, beim Bundesforschungsinstitutes für Tiergesundheit entdeckt wurden.

Verschwörung oder Politik der Pannen?
Haben wir es hier mit einer Verschwörung zu tun? Handelt es sich das Ergebnis des Unfalles geheimer Versuche mit Krankheitserregern? Wurde in dem Bundesforschungsinstitut an biologischen Waffen gearbeitet? Oder wollte man „nur“ herausfinden, wie man die Vogelviren erfolgreich bekämpfen kann? Gibt es auf Rügen jetzt ein Cluster der Seuche? Gab es zuvor im Nachbarland Polen wie auch in Schweden und Dänemark Meldungen über entdeckte infizierte Vogelkadaver?

Seehofer bekräftigte, momentan gehe es zuerst darum, die Bevölkerung zu schützen. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt möchte, so wie es scheint, am liebsten alle Bürger mit Tamiflu impfen lassen. Doch eine solche Impfkampagne könnte fatal sein.

Viele Menschen, die in Deutschland leben, wurden durch andere Chemikalien bereits in ihrer Gesundheit geschädigt. Sie könnten den Chemikalienmix von Hoffmann-La Roche wahrscheinlich nicht lebend überstehen. Der brächte für sie das berühmte Faß zum Überlaufen und die scheinbar nahe liegende Lösung schwerwiegende Nachteile und juristische Konsequenzen. Der Leiter des Instituts für Geflügelkrankheiten an der Freien Universität Berlin Hafez Mohamed Hafez, soll laut SPIEGEL ONLINE der Impfung sehr kritisch gegenüber stehen und davon sprechen, dass geimpfte Tiere die Viren noch ausscheiden und damit eine Ansteckungsgefahr für andere werden können. Geimpfte Tiere können das Virus weiterverbreiten. Und was geimpfte Tiere können, können wir Menschen auch.

Eigenartigerweise wird im Pressemainstream nur von einem „Virus“ gesprochen. Die Nazis nannten ihre Feinde auch nur in der Einzahl: Der Russe, der Pole, der Engländer, der Franzose, der Amerikaner…

kultur

ensuite kulturmagazin k-notes:

Lukas Vogelsang – was das januar-loch nicht hingekriegt hat bei uns, ist dafür im februar spürbar geworden. es ist schon beängstigend still in bern. das grau hängt über den köpfen und der stadt. es ist zeit, dass es frühling wird. uns wird langweilig…

und diese langeweile hat sich auch in der internationalen presselandschaft breit gemacht. anstatt zu recherchieren und journalistisch zu brillieren, wurde das wort PRESSEFREIHEIT durch PRESSEFRECHHEIT ersetzt. die verleger haben im karrikaturenstreit das geld gerochen und die auflagen gesteigert, als wäre dies eine lösung. ich meine nicht, dass die diskussion nicht stattfinden sollte. aber so? das ist gefährlich. vor allem jetzt.

die gesellschaftliche moral hat wohl eine babypause. wir hatten doch immer definiert, dass eine einigermassen realistische moral, das totale menschliche chaos zurückhalten wird. eine intakte moral hält uns im gehege und gibt uns einen sinn. aber seit einigen jahren liegt diese moral auf der intensivstation der weltreorganisation. eine besserung ist nicht in sicht dafür freies geleit auf die visionslosigkeit.

hoffen wir also, dass diese karikaturen-diskussionen nur ein unabsichtlich ausgerutschter rülpser der geschichte ist und in den geschichtsbüchern keine erwähnung finden wird. wie erklären wir dies sonst unseren kinder?

kriminalitaet

Hintermänner eines Mordes werden geschützt

Karl Weiss – Wie Radio Vatikan am 14.2.06 meldete, hat der örtlich zuständige Bischof für Pará, wo letztes Jahr die Nonne und Aktivistin für Rechte der Indios und Landarbeiter, Dorothy Stang ermordet wurde, die Brasilianische Bundesregierung und die Regierung des Bundeststaates Pará angeklagt, Teil eines Komplotts zum Schutz der Hintermänner dieses Mordes zu sein.


Radio Vatikan: Lula-Regierung ist Teil eines Komplotts

Dorothy Stang war nach einer Ankündigung, die von der Polizei und den örtlichen Behörden nicht ernst genommen wurde, von zwei gedingten Tätern ermordet worden. Auch einer der Auftraggeber wurde bereits identifiziert.

Frau Stang hatte sich in jahrelanger aufopferungsvoller Arbeit für die Indios im Gebiet, das Teil des Amazonaswaldes ist, und für die Landarbeiter eingesetzt und immer wieder die Taten der Großgrundbesitzer, Holzfirmen und Bodenspekulanten in der Region angeprangert. Aus diesen Kreisen, so der Bischof Erwin Kräutler, kam denn auch der Auftrag für ihre Ermordung.

Nach seinen Angaben verhindert aber ein Komplott der Mächtigen in der Region mit der Bundes- und Landesregierung die Aufklärung des Verbrechens. Es seien Unternehmer und hohe Politiker verwickelt. Wenn das Vatikan-Radio berichtet, so kann man getrost davon ausgehen, dass in diesem Fall jedes Wort wahr ist.

Damit hat die Lula-Regierung innerhalb von drei Jahren Amtszeit ein Niveau von Abscheulichkeiten erreicht, wie es selbst ihre schlimmsten Feinde nicht vorhergesagt hatten.

kultur

Hochwürden sind Sie besessen?

Stephan FuchsReverend Beat-Man, seit drei Tagen habe ich keine Angst mehr vor dem Tod! Ist das normal?

Reverend Beat-Man: Oh ja, keiner sollte sich vor dem Tod fürchten. Was nahm Ihnen denn die Angst?

Die Platte „
Flammend’ Herz“ von „The Dead Brothers“, die in Ihrem Label „Voodoo Rhythm“ erschienen ist. Die Musik muss an meinem Begräbnis gespielt werden. Hoffentlich live, auch wenn die Herren bis dahin alt und grau sind.


Das Leben ist grossartig! Ja, es ist gefährlich, es ist voller Überraschungen, leidenschaftlich, fleischlich, manchmal gar teuflisch…

Ich verstehe. Die Band ist wirklich gut. Die Musik kommt auch von tief, tief unten, aus dem Grabe sozusagen. Sie hören der Band zu und es ist als ob Sie mit am Piano sitzen und mit einer Bande von Gipsys in der Hölle musizieren würden.

Ja, aber ich mein das ernst. Wissen Sie, täglich kreuzen mich Gangster, Agenten und Politiker. Manchmal kommt es hier und da auch zu klandestinen Treffen… und Reverend, ich habe mich vor diesen Treffen nicht gefürchtet. Nie! Und trotzdem, wohl unbewusst, ängstigte mich der Gedanke eines plötzlichen Todes. Stellen Sie sich das vor, erschossen zu werden und keiner spielt am Grab des geschundenen Körpers. Grässlich! Ich bin überzeugt, dass der, der sich vor dem Tod fürchtet, auch das Leben fürchtet. Was meinen Sie? Fürchten Sie sich vor dem Leben?

Nein! Das Leben ist grossartig! Ja, es ist gefährlich, es ist voller Überraschungen, leidenschaftlich, fleischlich, manchmal gar teuflisch… und der Tod… ich denke er ist das grösste Glück, die Erlösung unserer irdischen Form oder ein neuer Anfang, das Licht von etwas Neuem. Verstehen Sie? Angst ist etwas für die Ratten die sich im Dunkeln tummeln, die sich des Lichtes wegen ängstigen. Das Leben aber ist umwerfend. Und gerade des Todes, des Lichtes wegen haben wir Menschen im Leben nichts zu verlieren, nichts zu sündigen. Wir sind doch frei von Sünde.

Mein lieber Schwan! Sie sprechen hier vom Teufel, von Fleisch, von Sünden…

Genau! Ich spreche deutlich vom Leben. Hier und jetzt. Leben! Ich habe die Bibel ausführlich gelesen und ganz klar, die Bibel ist eines der absolut grossartigsten Bücher. Nur: Die Bibel lesen ist eine wunderbare Sache… die Bibel leben ist etwas anderes. Wer LEBEN als solches versteht, der lebt automatisch nach dem Buch der Bücher. Wer lebt, der kann gar nicht schlecht sein. Satan, der Vater… diese Dinge sind für die Ängstlichen, für die, die ohne Weisung nicht klarkommen; die Diktatur ist dann wohl nicht fern. Jesus lebte gefährlich, er lebte mit dem Fleisch, er hatte eine Vision, er hatte Leidenschaft, für die er offenbar starb. Sein Vater richtet nicht, wie das viele glauben. Der Vater hat vielmehr verziehen. Jedem. Dem Massenmörder genauso wie dem Weib, welches sich schindet und sich für ihre Kinder aufopfert. Das ist für mich die Bibel. Die Bibel muss man nicht lesen, die muss man leben. Und das kann jeder. Das ist noch nicht mal christlich, das ist menschlich, oder?

Reverend, Ihre Freundin Scarlette Fever aus L.A. ist Burlesque-Tänzerin; Tänzerin der legendären Velvet Hammer Tanzrevue. Varieté, Moulin Rouge, Erotik… und entschuldigen Sie… damit verbunden ist die Sünde. Wie können Sie hier sagen das sei „ok“?


Burlesque ist Geschichte, Spannung, Theater, Varieté. Foto: Manuel Vason

Burlesque, Moulin Rouge, das ist Leidenschaft, das ist nicht Cüplisex und da geht es nicht um Geld und Dollar Noten, die man einer Tänzerin in die Strapse steckt, in der Hoffnung sich deren Schenkel auf dem Schoss zu wiegen. Burlesque sind Geschichten, Spannung, Theater, Varieté. Burlesque ist eine sehr, sehr menschliche Geschichte, dazu noch mit Charme. Auch da geht es wieder um Leidenschaft. Die Frauen sind nicht doof, das ist nicht Prostitution. Scarlette Fever ist auch Journalistin, sie arbeitet für den L.A. Weekly, sie war Art & Lifestyle Editor des L.A. Reader, sie ist Grafikerin des Los Angeles Zoo und des botanischen Gartens. Valentina und Scarlette sind mit ihrem Programm „A Boozin’ Burlesque Explosion“ die Königinnen des Old-School-Striptease. Gehen Sie sich das mal anschauen und Sie werden sehen, mit Sünde hat das gar nichts zu tun.

Reverend, sind Sie eigentlich besessen?

Ja bestimmt! Von guter Musik, schlechtem Geschmack, guten Partys und guten Geschichten. Besessen zu sein ist ein guter Antrieb Dinge zu leisten, die ein nicht Besessener nie tun könnte.

Sie waren aber auch handfest besessen: Von dunklen agressiven Mächten in Form einer mexikanischen Wresting Maske, durch die Sie geistig und körperlich fast zerstört wurden. Dem Tod entronnen, quasi als Wiedergeborener, ziehen Sie nun predigend durch die Welt. Sie gelten als Priester des „primitive Rock’n’Roll“.

Ja, ich habe das Licht am Ende des Tunnels gesehen. Ich war damals Jahre lang als Ein-Mann-Band unterwegs. Ich habe mir diese mexikanische Wrestler-Maske über mein Gesicht gezogen und habe auf der Bühne „Appartment-Wrestling“ gemacht. Ich habe mich tatsächlich mit meiner Gitarre und dem Publikum, vor allem aber mit mir selber geprügelt, wobei ich glücklicherweise immer als Sieger hervorging. Einige Zeit lang war das lustig, doch die aggressive Maske nahm überhand und immer öfter war nicht ich der Sieger, sondern eben die schwarzen Mächte der Maske. Es war furchtbar… ich habe mich selber auf der Bühne so verprügelt, dass ich mir die Nase, den Arm brach, schlussendlich hab ich mir beinahe den Rücken gebrochen, musste ins Spital, viel ins Koma und sah das Licht.

Reverend…!

Ja, ich sah das Licht, voller Freude habe ich mich darauf zu bewegt. Am Ende des Tunnels sah ich Screamin Jay Hawkins, den legendären Musiker… ich fiel auf meine Knie und weinte. Ich weinte wie ich in meinem ganzen Leben noch nicht geweint habe. Ja, ich wollte zurück. Zurück auf den Planeten des Hasses, zurück zu meiner Musik. Und glauben Sie mir, Hawkins half mir. Er sagte: „Beat Man, wir haben gesehen was du auf dem Planeten des Hasses gemacht hast, die Menschen brauchen dich dringend. Geh zurück und predige… PREDIGE!! Erzähl’ den Menschen die Geschichte über Primitive Rock’n’Roll, die Geschichte über Blues Trash und Gospel Trash.“ Augenblicklich erwachte ich aus dem Koma und ich wusste, was zu tun war: Ich verbrannte meine Maske, packte meine Gitarre und das Kick-Drum in mein altes Auto, fuhr von Stadt zu Stadt und… predigte!

Das war die Geburt von Reverend Beat Man. Sie touren Japan, Amerika, Südamerika, England, den Kontinent… Sie sind ein Star!

Ich bin Musiker und Priester, habe ein eigenes Label, eben Voodoo-Rhythm und verdiene mit meinen Shows kein Geld. Es ist mein Herzblut, mein persönliches Flammend’ Herz. Lohn bekomme ich vom Publikum. In Form von Briefen, von… Danke Reverend. Sie schätzen was ich mache… aber vor allem bin ich Vater.

Ein sehr liebender, Zeit Investierender – wie ich sehe.

Mein Junge ist mir das wichtigste. Er ist es, der jetzt da ist, er hat ein ganzes Leben vor sich, und da will ich ihm ein guter Vater sein. Mein Leben ist da nicht mehr so wichtig.

Werden Sie alt, Reverend?

Ha, nein! Aber ich bin weniger auf Tourneen. Obwohl, morgen geh’ ich wieder mit den „Monsters“ auf Tournee durch Frankreich, Deutschland, Holland und die Schweiz. Einzelne ausgesuchte Auftritte als Reverend Beat- Man mache ich schon auch, aber ich kümmere mich nun mehr um mein Label, dadurch gibt es viel Arbeit zu Hause die sehr wichtig ist, den Geist des Primitiv Rock’n’Roll weiter zutragen. Es ist auch wichtig für meinen Sohn. Er braucht mich, er braucht ein Zuhause und er braucht eine Familie, die ihn liebt und ihn auf seinem Weg unterstützt. Das ist meine wichtigste und grösste Show, die ich je haben werde!

Reverend, Sie sind ein richtiger Kerl…

Das denken wohl nicht alle. Wer mich nicht kennt der schaut lieber weg, der grüsst mich nicht, schenkt mir kein Lächeln. Mein Lebensinhalt hat mich vielleicht zu einem Outlaw gemacht. Aber eben, es ist mein Weg, mein Leben und ich bin stolz darauf.

Sie dürfen auch stolz auf ihr Label sein nicht? Ihr Label „Voodoo Rhythm“ gilt als Ground Zero für Primitive Rock’n’Roll, Slopabilly und die nie gehörten Sounds aus allen Schichten menschlichen Wahnsinns. Was fehlt Ihnen noch im Repertoire?

Klassik! Das wäre für mich ein Geschenk. Ich bin fasziniert von klassischer Musik. Sie ist dem Wahn näher als man denkt und in einer emotionalen Tiefe… Klassik ist wirklich faszinierend.

Also keinen Grund vorzeitig zu sterben. Haben Sie eigentlich eine Funeral-Band, die an Ihrem Begräbnis spielen wird?

Ich möchte für mich selber spielen. Vielleicht find ich da irgendwie irgendeine Möglichkeit. Die Welt ist doch bunter und runder als sie scheint.

Sie haben mit meiner Funeral Kapelle „The Dead Brothers“ ja auch einen dicken Fisch im Korb nicht?


Leidenschaft für richtige Kerle

Das werden wir sehen. Die Platte „Flammend’ Herz“ ist der Soundtrack zum gleichnamigen Film in einer schweizerisch-deutschen Film Produktion. Es ist ein Zeitdokument dreier Hamburger Freunde. Das sind drei alte Männer um die Neunzig, aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen kommen. Was sie verbindet ist einzig die Leidenschaft für Tätowierungen. Richtige Kerle. Die drei sind geeint im Willen nur so zu leben, wie sie wollen. Ihre Häute sind Geschichtsbücher, Biographien ihrer eigenen bewegten Geschichte, gezeichnet in blauer Tinte. Was für ein Reichtum!

Na, dann wohl auch ein finanzieller Reichtum für Sie, Reverend?

Pa! Muss es das? Ist das so wichtig? Wer weiss. Sicher, ich hätte Freude für meinen Sohn, dem ich die Schule, seine Ausbildung bezahlen könnte. Schauen Sie, ich habe mit allen Bands unter meinem Label ein Gentleman Agreement. Wir haben keine Verträge. Wir sind Jungs, die für die Musik leben und mit ihr sterben. Wir sind Gentleman und bauen an derselben Kiste. Verstehen Sie?

Ja, die Sprache versteh’ ich. Es gibt zu wenige aus diesem Holz. Kerle, die ranstehen, die aus Leidenschaft machen, sich gegenseitig aus der Patsche hauen und sich anschliessend `ne Zigarre anzünden.

Ja, das sind Dinge die im Leben zählen. Die Nacktheit der Ehrlichkeit, die Leidenschaft. Die Momente in denen sich die Nackenhaare sträuben, sich die Nasenflügel blustern und man für eine kleine Insel kämpft. Frauen und Männer die zusammenstehen, die gute alte Mafia, welche die Insel und die Familien vor den Banditen und den Aposteln der Geldgierigen schützt.

Reverend, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Herzlichen Dank, dass Sie mich empfangen haben. Bitte beten Sie für mich, die alten Familien und unseren Kampf um die Insel.

Die PDF Datei finden sie im PDF Archiv unter: Hochwuerden sind sie besessen?
Der Berner Musiker Reverend Beat Man betreibt sein Label Voodoo Rhythm seit 1992.
Foto: Yoshiko Kusano

deutschland

Die unverbesserlichen Zwei

Harald Haack – In Deutschland gibt es immer häufiger Bemühungen seitens führender Politiker, sich das Grundgesetz untertänig zu machen. Schäuble und Kauder (CDU) fordern vehement den Bundeswehreinsatz bei der Fußball-WM, obwohl sich gerade erst das Bundesverfassungsgericht gegen einen Versuch entschieden hatte, die Macht der Bundeswehr in zivile Bereiche auszuweiten. Die Bundesverfassungsrichter hatten sich gegen den Abschuss ziviler Flugzeuge entschieden, von denen eine Gefahr gegen die innere Sicherheit Deutschlands ausgehen könnte.

Man muss kein Satiriker sein, um die Versuche der beiden Unionspolitiker, dem Militär zu mehr Macht zu verhelfen, als Grundlage für einen möglichen Putsch zu verstehen. Möglicherweise geht ein solcher faschistischer Regierungswandel nur mit dem Militär und nicht mit Hilfe der Polizei.

Gewerkschaftlich organisierte Polizisten wollen offenbar ihre Macht auch nicht ans Militär abgeben. Das Urteil zum Luftsicherheitsgesetz dürfe nicht unterlaufen und durch Ersatzregelungen unterlaufen werden, warnte die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Der „Leipziger Volkszeitung“ sagte Konrad Freiberg, führender Gewerkschaftler der GdP: „Die Sicherheitsaufgabe im Inneren liegt bei der Polizei. Es ist unzulässig, wie mit dem Luftsicherheitsgesetz geplant, Leben gegen Leben zu setzen. Dieser Plan ist erledigt.“

Mit auffallend paranoidem Verhalten misstraut Schäuble seit etlichen Jahren den Fähigkeiten der Polizei. Es ist durchaus gerechtfertigt, seine mutmaßlich kranke Haltung in dem Attentat zu suchen, das gegen ihn einst verübt wurde und weshalb er nun auf den Rollstuhl angewiesen ist. Dass ausgerechnet er als oberster Chef der Polizei, als Bundesinnenminister, dieses Verhalten zeigt, trägt nicht gerade dazu bei das Vertrauen der Polizisten in ihrem obersten Dienstherrn zu festigen. Das Gegenteil ist der Fall.

Der Gewerkschaftler Freiberg schießt daher scharf: Jede weitere Debatte erübrige sich mit dem Karlsruher Urteil um eine Grundgesetzänderung. Offenbar zweifelt er an Schäubles und Kauders Erkenntnisvermögen: „Das ständige Wiederholen ersetzt keinen Sachverstand“, sagte der Freiberg. Die Polizei müsse sich jetzt seriös auf die Lage rund um die Fußball-WM vorbereiten. Eine Grundgesetzänderung auf die Schnelle „wäre das Letzte und widerspräche dem Geist dieser Entscheidung“ zum Luftsicherheitsgesetz. Es wäre aber ein großer Schritt in die Richtung zu einer Machtübernahme der anderen Art, was Schäuble mit „das Menschenmögliche an Sicherheit leisten“ umschreibt.

Deutschland bald eine Militärjunta?

spionage

Klandestine Briefkastenfirmen zwischen Reagan und Folter

Stephan Fuchs – Wie Clayton Hallmark herausgefunden haben will, funktionieren die amerikanischen Entführungsflugzeuge über Briefkastenfirmen. Ein Schema, wie es auch von der Mafia verwendet wird, um die immensen Gewinne aus dem Drogenhandel zu verdecken. Offensichtlich wurde ein Netz mit alten Geistern wachgerufen.

Obwohl die Verbindungen nicht erstaunen, sind sie aufschlussreich und bringen Einblick in die Mechanik geheimer Operationen. Die hat sich nie geändert. Ein verzweigtes Netzwerk, das zum Teil auch in Genf und in Fribourg bestand und eventuell weiterhin besteht, schuf in den 70er und 80er Jahren ein Wulst aus Briefkastenfirmen, welcher sich um den illegalen Strom aus Waffen und Drogen kümmerte.

In den 80er Jahren kam das Netzwerk zu einer traurigen Berühmtheit: Es war das Iran-Conta Drama unter Ronald Reagan. Unter Ronald Reagan kam es auch zu der Mujaheddin Saga, die wahnwitzige Aufrüstung zum Kampf gegen die Sowjets in Afghanistan. Es wurden die gleichen geheimen Kanäle benutzt.

Unter George W. Bush ist es die Folter Tragödie die offensichtlich mit derselben Mechanik funktioniert. Interessant ist zumindest, dass erstaunlich viele Iran-Contra & Afghanistan Veteranen auf dem Spielbrett von George W. Bush weiterhin Politschach spielen. Ob die Swiss-Connection da auch wieder dabei ist, kann noch nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. Erstaunen würde es allerdings nicht, denn Zerschlagen wurden die klandestinen Ringe nie, auch wenn die Behörden an der Oberfläche kratzten.

Gekratzt wurde von vielen Seiten. Die DEA, das FBI, verschiedene Geheimdienste, die Schweizer Bundespolizei und unter ihnen einige vehement. Der Drogenfahnder Fausto Cattaneo & Dick Marty gehörten dazu. Jene die vehement gekämpft haben, mussten den Kampf resigniert aufgeben. Die Zellen freilich, haben überlebt und sich reorganisiert.

Die CIA als reguläres Organ der Regierung, war in diesen Konstrukten nicht involviert. Zu heikel, zu illegal sind die Operationen in diesem verdunkelten Keller der Welt. Die Abteilung für verdeckte Operationen lernte schon früh, diese art Operationen als Outsourcing denen zu überlassen, die Profis sind und relativ weit weg vom eigenen Apparat funktionieren können.

Dazu braucht es nicht viel: Ein CIA Vertrauensanwalt der Scheinfirmen gründet, einer unter ihnen war zum Beispiel der amerikanische Anwalt Willard Zucker in Genf, dazu einen einheimischen Verwaltungsratssammler, am besten einer der im Parlament sitzt und nicht nachfragt was in der Firma eigentlich geschieht, oder zumindest ein garantiert vergessliches Langzeitgedächtnis hat. Dann braucht es noch die Verbindung zur Mafia, zu Geldwäschern, zu Waffendealern oder eben zu privaten Flugzeugen. Et Voilà und fertig ist das perfekte Tarnunternehmen.

Anhand von Verwaltungsratsregistern kann man nachvollziehen wer sich mit wem gruppiert. Beweisen freilich kann man nicht viel, ausser es stolpert wieder eine Firma wegen eines Fahnders über ein „Bombengeschäft“, an das sich bei Untersuchungen kein Verwaltungsrat erinnern kann und auch nie Einblick in die Geschäftsunterlagen gehabt haben will.

Die Flugzeuge, das wissen wir unterdessen, sind nicht von der CIA in Arlington geleast. Flugzeuge werden zum Beispiel bei der Keeler & Tate Management LLC geleast. Eine Firma die weder Mitarbeiter, Business Plan oder eine Webseite besitzt. Einzig ein Anwalt der die Firma registriert, die Adresse zur Verfügung stellt und mit den nötigen Behörden, zum Beispiel der FAA, die richtigen Formulare ausfüllt. Alles ganz legal.

Der Anwalt freilich, arbeitet im Auftrag der CIA. Wie der Gesamtauftrag lautet, wird er zu seinem Schutz wohl kaum wissen. Wenn er es doch weiss, dann wird er plausibel aussagen können sich nicht daran zu erinnern. Übrigens ist Vergesslichkeit ja auch ein Präsidialgeschenk: Selbst G.W. Bush weiss nicht mehr, dass er den gestrauchelten US-Lobbyisten Jack Abramoff sehr wohl kannte…

Die Adresse von Keeler & Tate Management LLC ist 245 E. Liberty St., Suite 510, Reno, Nevada 89501, ist dieselbe Adresse wie die des Agenten und Anwalt Steven F. Peterson. Die einzig verzeichnete Person der Firma ist Tyler Edward Tate. Journalisten haben versucht die Direktoren solcher Briefkastenfirmen die im Auftrag der CIA handeln aufzudecken. Mit interessantem Erfolg.

Einerseits entdeckten die Journalisten „Geister“, also fiktive Personen die gar nicht existieren, oder aber in einzelnen Fällen, patriotische Personen die ihren Namen ausleihen, aber über den Hintergrund der Firma offensichtlich nicht informiert sind. Ein ähnliches Schema wie in der Schweiz… abgesehen von den „Geistern“, die gibt es hier nicht so einfach in eine Firma zu heben.

Die Adresse von Keeler & Tate sowie des Anwaltes Petersen ist überdies auch noch die Adresse von Lexalt Group West, die Anwaltskanzlei von Paul D. Laxalt und Peter D. Laxalt. Paul Laxalt ist ein früherer republikanischer Senator von Nevada. Seine Kanzlei hat sich auf „political public relations services“ spezialisiert.

Laxalt, der sich dieselbe Adresse und dasselbe Telefon mit den Besitzern des „CIA Folterflugzeugs 737“ teilt, war ein enger Freund der republikanischen Ikone Ronald Reagan. Laxalt wurde, als Ronald Reagan als „First Man“ im Amt war, gerne als Reagans „First Friend“ erwähnt. Welche Zeit war das noch einmal, als Reagan an der Macht war? Richtig die Zeit der Mujaheddin Saga.

Dossier Geheime CIA Flüge & das ägyptische Fax:
<% image name="Link" % Ist die GPDel geblendet?
http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/1507846/
Was sagen Sie jetzt?
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Der Blindtext und der Datenhunger der EU

Matz Hosan – Ich bin Blindtext. Von Geburt an. Es hat lange gedauert, bis ich begriffen habe, was es bedeutet, ein blinder Text zu sein: Man macht keinen Sinn. Man wirkt hier und da aus dem Zusammenhang gerissen. Oft wird man gar nicht erst gelesen. Aber bin ich deshalb ein schlechter Text? Künftig werden in der EU alle Telefon- und Internetverbindungsdaten mindestens sechs Monate lang archiviert. Ich weiß, dass ich nie die Chance haben werde, in der Washington Post zu erscheinen. Aber bin ich darum weniger wichtig? Ich sehe meine große Zeit in der EU kommen.

Ich bin blind! Aber ich bin gerne Text. Und sollten Sie mich jetzt tatsächlich zu Ende lesen, dann habe ich etwas geschafft, was den meisten normalen Texten nicht gelingt: Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit, sed diam nonummy nibh euismod tincidunt ut laoreet dolore magna aliquam erat volutpat.

In Brüssel stimmten 378 Parlamentarier dafür, 197 dagegen, dass zukünftig die elektronischen Spuren, die jeder EU-Bürger beim Telefonieren, Internetsurfen oder E-Mailverschicken hinterlässt, zwischen sechs Monaten und zwei Jahren gespeichert werden müssen. Die Erstellung von Kommunikations- und Bewegungsprofilen wird damit möglich. Den finanziellen Schaden durch die Speicherung der Verbindungs- und Standortdaten werden die Anbieter der jeweiligen Dienstleistung haben – und deren Kunden.

Achtung! Dieser Blindtext wird gerade durch 130 Millionen Rezeptoren Ihrer Netzhaut erfasst. Die Zellen werden dadurch in einen Erregungszustand versetzt, der sich über den Sehnerv in dem hinteren Teil Ihres Gehirns ausbreitet. Von dort aus überträgt sich die Erregung in Sekundenbruchteilen auch in andere Bereiche Ihres Großhirns. Ihr Stirnlappen wird stimuliert. Von dort aus gehen jetzt Willensimpulse aus, die Ihr zentrales Nervensystem in konkrete Handlungen umsetzt. Kopf und Augen reagieren bereits. Sie folgen dem Text, nehmen die darin enthaltenen Informationen auf wie ein Schwamm.

Ich bin Blindtext. Von Geburt an. Es hat lange gedauert, bis ich begriffen habe, was es bedeutet, ein blinder Text zu sein: Man macht keinen Sinn. Man wirkt hier und da aus dem Zusammenhang gerissen. Oft wird man gar nicht erst gelesen. Aber bin ich deshalb ein schlechter Text? Ich bin blind und meine Chance groß heraus zu kommen ist nah.

Einhelligen Protest gab es auf den Beschluss der EU über die Vorratsdatenspeicherung. Wirtschaftsverbände, Datenschützer und die Medienbranche schimpften. Der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, brachte es auf den Punkt: „Was als präventive Terrorismusbekämpfung beschlossen wurde, ist nichts anderes als die Bekämpfung der freien Kommunikation. Menschen werden aus Angst vor dieser Überwachung ihre Kommunikation beschränken. Dies ist ein Bärendienst für die expandierende Kommunikationswirtschaft.“ Stufe für Stufe schob sie sich die Treppe hinauf. Pizza Funghi Salami, Sternchen Salami gleich Blockwurst. Die Pilze hatten sechs Monate in einem Sarg aus Blech, abgeschattet vom Sonnenlicht, eingeschläfert in einer Soße aus Essig, billigem Öl und verschiedenen Geschmacksverstärkern, geruht. Es war nur ein Augenblick, in dem sie die Welt erblickt hatten, dann verschwanden sie wieder in einem 450° heißen Ofen. Die Pizza ruhte auf ihrer rechten Hand, und in ihrer Linken hielt sie eine jener nichts sagenden Plastiktüten. Wie fast jeden Abend hatte sie noch das weiße Häubchen aus dem Krankenhaus auf dem Kopf. Das Fettgewebe ihrer Schenkel verspürte einen Heißhunger auf das müde Öl, das bei jedem Schritt sanft auf den Salamischeiben schaukelte. Die kleinen Zellen ihrer heißen Oberschenkel waren gierig, als sie im Treppenhaus ein Geräusch hörte.

Auf den großen technischen Aufwand und die ungeheuren Datenmengen wiesen die Wirtschaftsverbände hin, die die neue Regelung der Vorratsspeicherung zur Folge hätte. Der Internet-Wirtschaftsverband eco geht davon aus, dass sich auf Seiten der Provider der Speicherbedarf für die Archivierung der Daten um den Faktor 1000 erhöhen werde. In der „Süddeutschen Zeitung“ rechnete der Journalist Stefan Krempl vor, entspräche allein das zu archivierende Datenvolumen beim Frankfurter Netzknoten DeCIX rund 639.000 CDs täglich. Was aber würde geschehen, wenn alle Kommunizierenden mich, mich den Blintext, zusätzlich einsetzten und damit sämtliche Server rettenlos zumüllten?

Wie beiläufig, beim Umblättern der Buchseiten, habe ich Ihr B berührt. Man hatte sie mir als Type geschildert, die man in allen Bibliotheken begegnet: sehr belesen, doch eher unscheinbar, von etwas altmodelnder Art. Mir aber gefiel ihre Anmutung, kleine Antiqua. Nicht zu verschweigen ihre weiblichen Rundungen, ihre Os und ihr verlockendes V, das sich mit deutlichem Duktus durch das feine Dünndruckpapier wie in seidenen Dessous abdrückte. Mein Puls beschleunigte seine Frequenz. Wieder wollte ich sie berühren. Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit, sed diam nonummy nibh euismod tincidunt ut laoreet dolore magna aliquam erat volutpat.

Es hat lange gedauert, bis ich begriffen habe, was es bedeutet, ein blinder Text zu sein: Man macht keinen Sinn. Man wirkt hier und da aus dem Zusammenhang gerissen. Oft wird man gar nicht erst gelesen. Aber bin ich deshalb ein schlechter Text?

Die Voratspeicherung kann kommen. Ich bin bereit.

Quellen:
Blindtext-Generator
SPIEGEL-ONLINE: Vorratsspeicherung – Wut über Datenhunger der EU

deutschland

Du bist Deutschland. Wozu dann noch Rente?

Harald Haack – Kritik ist, staatlich verordnet, verpönt. In Europas dichtesten Industriestandort, Deutschland, findet derzeit nicht nur ein Sozialabbau statt. Wieder einmal mehr wird das Leben durch vergiftete Lebensmittel hier sinnlos gemacht. Wozu dann noch Rente? Weshalb noch meckern?

Die Chemische Industrie ist nicht verlegen, wenn es um Innovationen geht, die dafür sorgen Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen und zwar mit Mitteln und Methoden, die genau genommen kriminell sind. Doch es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Verbraucherschutzgesetze der Europäischen Union mit sonderbaren Zulassungen untergraben werden. Gesetze werden den Ansprüchen der Industrie angepasst, zulässige Schadstoffgrenzen angehoben und Schadstoffe, die eben noch nachgewiesenermaßen als krebserregend galten, als unbedenklich erklärt und bisherige Fakten über deren Schädlichkeit von Sprechern der Industrie „in den Bereich der Fabel“ verschoben. Und dann behaupten EU-Sprecher der Verbraucherschutz sei „verschärft“ worden.

Die europäische Ökoverordnung ist ein gutes Beispiel dafür. Für den Anbau landwirtschaftlicher Produkte aus ökologischer Herstellung dürfen Bauern Schlacken aus der Eisen- und Stahlproduktion als „Bodenverbesserer“ verwenden. Sie dürfen Obst und Gemüse sogar mit Pestiziden spitzen.

Wozu noch Rente, wenn man vor Eintritt des Rentenalters aufgrund des Konsums schwermetallhaltiger Kartoffeln, vergifteten Obst und Gemüse und Mineralwasser etc. stirbt? Soll dies die Lösung sein, um auf EU-Ebene das Rentenproblem zu lösen? Die Rentenkassen, gelten als marode und leer – angeblich deshalb, weil zu viele Rentner dank verbesserter medizischer Versorgung zu lange leben. Kein Wunder also, dass die medizinische Versorgung abgebaut wird. Gewählte Politiker bemühen sich darum. Hinzu kommen die Verteuerung von Medikamenten und die Verschlechterung diverser Medikamente, die Patienten verschrieben werden, um ihnen das Leben zu retten. Immer öfter aber sterben die Betroffenen, weil es Kreuzreaktionen zwischen den Medikamenten gibt, die den verschreibenden Ärzten bekannt sein sollten. Schließlich weisen Pharmaunternehmen auf Beipackzetteln darauf hin. Doch der Druck seitens der Pharmaindustrie auf Ärzte ist groß. Warnhinweise werden als „abgehoben und versponnen“ von den „Göttern in Weiß“ angesehen. Patientenfragen begegnen sie oft mit dem Hinweis, man solle doch „bodenständig“ bleiben und nicht alles verinnerlichen.

Ärzte brauchen Geld. Viele Mediziner klagen über eine zu geringe Bezahlung. Aber selbst für Negativ-Meldungen, wie dem Tod eines Patienten, weil das verschriebene Medikament unwirksam war oder zur Todespille wurde, werden Mediziner belohnt. Das Wissen darüber, wie man mit „heilbringenden“ Medikamenten Menschen töten kann, ist offenbar sehr wertvoll. Alles es ist deshalb offenbar wertvoll, da es ums Überleben einer elitären Minderheit in der Zukunft geht. Die allerdings wird dann so reich sein, dass sie keine Rente braucht. Wozu also noch Rente? Man kann auch ohne Rente sterben. Aber keiner lebt ewig.

Das Gift der PET-Flaschen
Gefahr schmutziger Bomben nur psychisch?
Seehofer beißt sich wieder in den eigenen Finger
Parfüm und Weichmacher im Gehirn

Download:
Allgemeine Vorschriften für Erzeugnisse nach EU-Öko-Verordnung
(Schadstoffrelevante Mittel wurden im Text gelb markiert)

Das Original stammt von folgender Website:
Verordnung (EWG) Nr. 2092/91 / (EG-Öko-Verordnung) und Folgerecht
(Fortgeschriebene, nichtamtliche Fassung)
Stand: November 2005

Download-URL: des Originals

vermischtes

Klima-Spezialist der NASA: Sie wollen mich zum Schweigen bringen

Karl Weiss – In einer Anzahl von Interviews in den letzten Tagen hat der oberste Klimaexperte der NASA (US-Weltraum-Behörde) die Bush-Regierung angeklagt, ihn zum Schweigen bringen zu wollen, weil die hinter Bush stehenden Industrie-Interessen mit der Wahrheit über die weltweiten Klimaänderungen durch den Ausstoß an Treibhaus-Gasen nicht leben wollen und können.

Der Wissenschaftler, James E. Hansen, 63, war für viele Jahre der Chef des Goddard Instituts für Weltraumstudien der NASA. Er ist Physiker und seit 1967 bei der NASA. Er ist einer der renommiertesten Forscher über Computermodelle, die Klima Veränderungen aufgrund des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen versuchen zu simulieren. Er gilt als der Top-Klimaexperte der USA.


Von NASA Offizieren gemassregelt

Nach seinen Angaben wurde er nach einem kürzlich öffentlichen Auftreten gemaßregelt, bei dem er die Notwendigkeit der drastischen und sofortigen Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen anmahnte, um katastrophale Auswirkungen der weltweiten durchschnittlichen Erwärmung zu verhindern.

Offiziere im NASA-Hauptquartier sollen, so sagt er, angewiesen worden sein, in Zukunft jeden seiner Artikel, alle seine Interviews und andere Veröffentlichungen von ihm zu überprüfen, bevor sie an die Öffentlichkeit kommen.

Für die Behörde nahm ein gewisser Mr. Acosta Stellung. Nach seinen Angaben handelt es sich nicht um eien Maulkorb für Dr. Hansen, sondern um eine seit vielen Jahren bestehende Regel in öffentlichen Institutionen der USA. Regierungs-Wissenschaftler dürften frei wissenschaftliche Erkenntnisse in der Öffentlichkeit diskutieren, wenn es aber daran ginge, politische Konsequenzen daraus zu ziehen, so müssten sie dies den Politikern überlassen. Außerdem sei die NASA angewiesen, alle ihre öffentlichen Stellungnahmen zu koordinieren. Damit bestätigte er allerdings, was Dr. Hansen moniert hatte.

Dr. Hansen sagte in einem Interview, dass diese Regeln, die Wissenschaftler daran hindern, die notwendigen Maßnahmen zu benennen, die sich aus ihren Forschungen ergeben, bereits in der Vergangenheit dazu geführt haben, dass die Öffentlichkeit nicht korrekt informiert wurde. „Es gibt mächtige Interessen, die in diesem Punkt verhindern wollen, daß ein Finger in die offenen Wunde gelegt wird.“ sagte er sinngemäß. Er erklärte, er werde sich nicht an die Restriktionen halten.

Seit 1988 ist Dr. Hansen einer der wichtigsten Warner vor ungebremstem Ausstoß von Treibhausgasen, vor allem Kohlendioxid, das unweigerlich bei der Verbrennung von Kohle und Öl freigesetzt wird. Er hat unter anderem auch herausgefunden, dass die in gleichem Maße ansteigende Erzeugung von Feinstaub ebenfalls wesentlich zum Treibhauseffekt und damit zur Erderwärmung und den damit einhergehenden Klima Veränderungen beiträgt. Das Weisse Haus hatte versucht, diese Erkenntnis gegen die über Kohlendioxid auszuspielen und Maßnahmen gegen Feinstaub angekündigt, um von der Frage der Verbrennung fossiler Rohstoffe abzulenken. Tatsächlich gibt es aber überhaupt keine Verringerung der Feinstaub-Erzeugung.

Seit Anfang Dezember war Dr. Hansen mehrfach an die Öffentlichkeit getreten mit Alarmrufen, dass nun unmittelbare und drastische Maßnahmen zur Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes unternommen werden müssten. Er warnte davor, dass die Erde ein „anderer Planet“ werden würde, wenn dies nicht durchgesetzt würde. Im gleichen Zeitraum habe man gezielt und mehrfach versucht, ihn in dieser Sache zum Schweigen zu bringen, sagte er nun.

Sein unmittelbarer Vorgesetzter, ein Dr. Einaudi, bestätigte, dass wiederholt das Einhalten jener Regeln gefordert worden sei. Er persönlich halte diese aber nicht unbedingt für angebracht.

Am 15. Dezember hatte Dr. Hansen die Erkenntnis publik gemacht, dass das Jahr 2005 nach allen vorliegenden Messungen das wärmste Jahr seit Beginn von Wetterbeobachtungen auf der Erde war. Danach seien mehrfach Anrufe von NASA-Offizieren gekommen, dass er mit schwerwiegenden Konsequenzen („dire consequences“) rechnen müsste, wenn er weiterhin solche Stellungnahmen in der Öffentlichkeit abgäbe.

Jene Offiziere hätten nicht selbst angerufen, sondern hätten ihre Botschaften über die Öffentlichkeits-Stelle der NASA weitergeben lassen. Die dortigen Beamten bestätigten auf Anfrage, dass sie diese Aussage an Dr. Hansen weitergegeben hätten.

Verschiedene Interviews, die mit ihm vorgesehen waren, wurden von der NASA abgesagt, sagte Dr. Hansen. Einer der Offiziere, die dafür verantwortlich sind, ist ein gewisser Mr. Deutsch, der erst kürzlich als Verbindungsoffizier Öffentlichkeitsarbeit in der NASA vom Weissen Haus eingesetzt worden war.

Frau Mc Carthy, eine Verantwortliche des Goddard-Instituts für Öffentlichkeitsarbeit, hat notiert, was jener Herr Deutsch zu ihr gesagt hatte bezüglich der Absage eines Interviews, das das „National Public Radio“ mit Dr. Hansen führen wollte. Dieses (öffentliche) Radio sei eine der liberalsten Radiostationen des Landes, bemängelte er und gab als seine Aufgabe an, dass er den Präsidenten (Bush) „gut aussehen lassen müsse“.
Frau McCarthy sagte, man habe ihr durch die Blume gesagt, Dr. Hansen sei illoyal.

Nun sind wir also so weit, dass die Politiker die Wahrheit nicht loyal finden – kein Wunder, da sie doch in ständigem Kampf mit ihr liegen – so wie damals der Papst, als er von Galileo Galilei verlangte, seine Erkenntnisse zu verleugnen und zu bestätigen, dass sich die Sonne um die Erde dreht. Dazu hat es die Aufklärung gegeben, die bürgerliche Revolution, die Erklärung der Menschenrechte, dass wir uns nun im 16. Jahrhundert wieder finden. Wissenschaft ist ab sofort nicht mehr das Suchen nach Wahrheit, sondern nach Loyalität mit Politkern. Der Verwesungsgestank dieses System reicht bereits zum Himmel.

kultur

Tratschundlaber

Sonja Wenger – Wieso steht in den Zeitungen eigentlich immer, wirklich immer, das Alter der Leute in einer Klammer? Das ist doch eine total sinnlose Information. Gemäss Hofberichterstatter Blick werden am Tag der Frau, am 8. März, die sexy Money-Girls bei «Deal or No Deal» durch Money-Boys ersetzt. Quoten ahoi! Das ist ein Akt der wahrhaftig nackten Verzweiflung. Und wer denkt dabei an die Moderatoren? Beni Thurnheer (56) ist ja jetzt schon von seinen Stars überfordert. Erst ein aalglatter Robbie (32) im Dezember und nun die mit Eros Ramazzotti (42) turtelnde Anastasia (32). Was muss er denn noch alles ertragen?


Fleischgewordener Klingelton (25)

Auf der Webseite von 20 Minuten kann man jetzt die sogenannten «Gähn-Stars» ansehen. Ausserdem sind sie mal wieder so richtig gemein mit Paris Hilton (25). Ein Medienexperte (55) bezeichnete sie übrigens als einen „Fleischgewordenen Klingelton”. Laut einer Studie der Uni Basel habe man bislang unterschätzt, in welchem Ausmass «Ängste unseren Kindern den Schlaf rauben». Na kein Wunder bei so viel Blödheit in den Medien. Ein Beispiel. Mister Schweiz Renzo Blumenthal (29) wünscht sich ja nichts sehnlicher (…), als «dass es mal so richtig funkt und lodert. Und ich löschen darf!» Renzo (eben, 29) ist Mitglied einer Elite-Truppe der Feuerwehr. Darum ist der Feuerwehr-Kommandant (50) auch so richtig stolz auf seinen schönen
Offizier.

Miss Schweiz Lauriane Gilliéron (21) ist auch ganz bodenständig – gegroundet sozusagen – und hat nun den Führerschein gemacht. Der Fahrlehrer (37) meinte dazu ganz jovial: «Sie ist intelligent und hört sehr genau zu, wenn man ihr etwas erklärt.»… Dafür macht die Vize-Miss-Schweiz Melanie Meier (24) nun Werbung für Gilette und darf für den ersten «vibrierenden Nassrassierer» werben. Das steht da so im Blick! Sie ist die «Schaumfrau». Der Ruhm ist eben nicht nur Schall und Rauch, sondern auch Schaum.

Der Fotograf ist übrigens 33. Und der letzte Schrei? Es gibt nun WC-Papier mit dem Bild von berühmten Personen. Man kann sich also den Hintern abwischen mit dem Konterfei von George Dabbelju Bush (59). Ein Dutzend Rollen kosten circa US$ 50 inklusive Versand in die Schweiz. Günstiger ist allerdings, einfach alten Zeitungen zurechtschneiden. Die Front und Auslandsseiten sind meistens sehr ergiebig, und auch abwechslungsreicher. Da hat man dann nämlich auch noch andere Diktatoren zur Auswahl.