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Markennamen für die besseren Kriege der Zukunft

Norman Solomon – Wirklich keine leichte Sache, einen Krieg zu vermarkten. Denn, welches Produkt könnte einen wohlklingenden Markennamen wohl dringender benötigen, als eins, das derart verschwenderisch mit Ressourcen bzw. mit Menschenleben umgeht (wie Krieg) – wobei die Tötung von Menschen durchaus vorsätzlich geschieht. Der Trend in den USA, über derlei Abenteuer einen euphemistischen Vernebelungsschleier zu breiten, ist bereits seit Jahrzehnten deutlich zu erkennen.


Krieg verkaufen – Krieg schönreden

Lange her, seit US-Regierungen noch ein ‘Kriegsministerium’ hatten oder beispielsweise ein ‘Kriegsbudget’. Heutzutage spricht man in diesem Zusammenhang von ‘Verteidigung’ – ein Wort, umflort von der Aura der Rechtschaffenheit. Wie in manipulativer Hinsicht erfolgreich derlei Namensänderungen sind, ist schon allein daran zu sehen, dass (oft) selbst harsche Kritiker unserer rücksichtslosen Militärausgaben lediglich von ‘Verteidigungsausgaben’ sprechen. Während der letzten dutzend Jahre haben zwei Straßen zueinander gefunden: die Madison Avenue* (New York) u. die Pennsylvania Avenue* (Washington). Dies führte zu einer Medien-Mesalliance, die organisierte Massenvernichtung – sprich: Krieg – immer heftiger schönredet.

‘Verdienst’ der ersten Bush-Regierung war es, die Public-Relations- Techniken zur Vermarktung von US-Militäraktionen ungemein zu verbessern. Dabei wurden “für diese Operationen Namen gewählt, die darauf abzielten, die politische Haltung der Leute zu formen”, so der Linguist Geoff Nunberg. Die Panama-Invasion, Dezember 1989, wurde beispielsweise unter dem Namen ‘Operation Gerechte Sache’ durchgezogen – ein Ausdruck, der sofort zum Medienhit wurde. “Eine Reihe wichtiger Nachrichten-Sprecher stürzte sich sofort auf den Begriff von der ‘Gerechten Sache’, was sowohl die Bush- als auch (später) die Clinton-Regierung dazu ermutigte, diesen tendenziösen Begriff beizubehalten”.

Nunberg weist darauf hin, dass “alles nur eine Frage des ‘Markenetiketts’ ist. Zudem sicher kein Zufall, dass die neue Form der Benennung, siehe ‘Gerechte Sache’, ausgerechnet dann Mode wurde, als die Kabelnachrichten damit anfingen, Reportagen zu wichtigen Themen mit einprägsamen Namen u. Logos zu versehen”. (Und noch eine Parallele:) Just seit jener Zeit, als das Pentagon sich angewöhnte, dem Fernsehen einprägsame Untertitel zu liefern, liefert es ihm auch Bildaufnahmen von US-Raketenangriffen, die frappant nach Videospielen aussehen.

Seit 1991, also als der Golfkrieg stattfand, haben sich jede Menge Leute – von ganz Rechts bis ganz Links im politischen Spektrum – angewöhnt, diesen schrecklichen Blutrausch (Golfkrieg) als ‘Operation Wüstensturm’ (Desert Storm) zu bezeichnen – oder häufig einfach als ‘Wüstensturm’. Bei beiläufigem Hinhören denkt man bei ‘Wüstensturm’ an so was wie ein Naturereignis – bzw. an höhere Gewalt. Vielleicht auch an beides zugleich – Leute wie Dick Cheney, Norman Schwarzkopf oder Colin Powell scheinen ja ohnedies zu glauben, sie hätten den ‘natürlichen’ Willen Gottes getan, indem sie einen Sturmwind entfacht und Lasergesteuerte 1000-Kilo-Bomben aus heiterem Himmel Niederregnen ließen. Vage genug ist ‘Wüstensturm’ u. lässt viel Raum für Phantasie.

Kurz nach Ende des Golfkriegs – pardon, nach dem Abflauen des ‘Wüstensturms’ – sagte der Chef des Öffentlichkeitsbüros der US-Armee, Generalmajor Charles McClain: “Die Art u. Weise, wie eine derartige Operation aufgefasst wird, ist für deren Erfolg manchmal nicht weniger entscheidend wie die eigentliche Ausführung der Operation”. Und was könnte wohl effektiver sein, um der öffentlichen Kriegs-Auffassung den richtigen Dreh zu geben (solange der Krieg in Gang ist bzw. im historischen Rückblick), als ein Saubermann-Image, das kleben bleibt? Erinnern wir uns an Oktober 2001: Die Raketen hageln schon auf Afghanistan nieder, da überrascht uns das Bush-Team mit ‘Operation Grenzenlose Gerechtigkeit’ (Infinite Justice) – kaum ausgesprochen, verschwindet der Begriff aber schnell wieder in der Schublade. Man hatte festgestellt, dass er auf Muslime beleidigend wirken kann; gemäß deren Auffassung ist nämlich nur Allah ‘grenzenlos gerecht’. Als Ersatz-Etikett für die Operation wurde anschließend ‘Ausdauernde Freiheit’ (Enduring Freedom) aus dem Hut gezogen. Dieses Etikett kam bei den amerikanischen Massenmedien äußerst gut an – was nur damit zu erklären ist, dass die heutigen US-Massenmedien eine ironie- freie Zone darstellen. Niemand – oder sagen wir mal nur den Allerfrechsten, denen mit der größten Impertinenz – kommt auch nur in den Sinn, mit ‘ausdauernd’ könnte das Bombardement gemeint sein – das auf die leidenden Afghanen niederprasseln zu lassen, sich das Pentagon die ‘Freiheit’ nahm.

Und wer bis heute immer noch nicht begriffen hat, dass unsere Exekutive (also unsere Regierung) von waschechten Geschäftsleuten gemanagt wird, die nebenbei auch noch Militäraktionen planen, der ist, mit Verlaub, wirklich naiv. Ein echter Freud’scher Versprecher, als Andrew Card, Generalstabschef des Weißen Hauses, vor einem Monat gegenüber der New York Times äußerte: “Vom marktstrategischen Gesichtspunkt aus ist es einfach Blödsinn, ein Produkt im August auf den Markt zu werfen”. War es daher purer Zufall, dass man die Bombe bzgl. „neuer und noch ausschlaggebender Fakten“ für einen Irak-Krieg (überwiegend) erst im September platzen ließ?

Und was die nahe Zukunft anbelangt: Bestimmt sind unsere Medien-Magier vom Weißen Haus schon rastlos dabei, ihre neuen Entwürfe durchzusieben – um dem kommenden Angriff auf dem Irak ein entsprechend (nettes) Etikett zu verpassen. Und keine Angst, bevor dieser Krieg zu Ende sein wird, werden wir alle mit Sicherheit dessen positiven Kode-Namen verinnerlicht haben – ganz im Gegensatz zu den Namen jener irakischen Menschen, die bis dahin in unserm Namen getötet sein werden.

Anmerkung d. Übersetzerin
*Worauf Solomon hier anspielt, ist die ‘Zusammenarbeit’ zwischen dem Fernsehsender CBS News, mit Sitz in der Madison Avenue, New York, u. dem Weißen Haus, das an der Pennsylvania Avenue in Washington liegt.

Dieser Artikel erschien in der deutschen Übersetzung von Andrea Noll erstmalig bei Zmag.de


Norman Solomons aktuelles Buch ‚War Made Easy: How Presidents and Pundits Keep Spinning Us to Death‘

vermischtes

„Ich habe kein Leben“ oder: Wie unsere Zukunft in der beginnenden kapitalistischen Barbarei aussähe

Elmar Getto – Ein erschütterndes Dokument über das Leben im Kapitalismus (oder eigentlich schon in der kapitalistischen Barbarei): Ein 12-jähriger in Rio de Janeiro wird von der Polizei festgenommen und verprügelt. Er hat beim Drogenhandel geholfen und ist Schmiere gestanden, als die Drogenhändler einen Polizisten umbrachten. Der Reporterin, die ihn befragt, als er freigelassen wird: „Warum bist du in dieses Leben eingestiegen?“, sagt er: „Ich habe kein Leben.“ Und „Das war meine einzige Möglichkeit zu überleben.“

Wie wird es aussehen, wenn es uns nicht gelingt, den Kapitalismus zu besiegen und den wahren Sozialismus zu errichten, wenn der Kapitalismus in die kapitalistische Barbarei übergehen wird? In einigen Entwicklungsländern, so wie in Brasilien, kann man jetzt schon sehen, was kapitalistische Barbarei IN DEN ERSTEN ANSÄTZEN heißen würde:

In wesentlichen Teilen des Landes herrscht nicht mehr die Staatsmacht, sondern eine Doppelherrschaft zwischen Staatsmacht und kriegsmäßig bewaffneten, mafiaähnlichen Banden, die sich vor allem durch Drogen-, Frauen- und Waffenhandel finanzieren. Der Drogenkonsum (illegale Drogen) hat sich tief in die Gesellschaft eingeführt, vor allem die Unterdrückten versuchen ihre elende Lage im Rausch zu vergessen, aber auch die Droge der Schickeria, Kokain (auch in Form von Crack), spielt eine bedeutende Rolle. Nicht einmal mehr ein Viertel der Einwohner hat regelmäßige bezahlte Arbeit.

Dies sind Zustände, wie sie in Brasilien schon heute in bestimmten Teilen herrschen. Besonders in der größten Stadt der südlichen Hemisphäre, São Paulo und in Rio de Janeiro ist dies bereits für einen wesentlichen Teil der Bevölkerung Realität. In Rio auf den Hügeln, in Sâo Paulo an der Peripherie.

In den Armenvierteln, den sogenannten Favelas, herrschen 60, 70, 80, 90% Arbeitslosigkeit bei den Männern und männlichen Jugendlichen. Die einzige Aussicht für die meisten ist, den kriminellen Banden beizutreten, Drogen zu verkaufen und Hilfsdienste zu leisten. Die Polizei, schlecht bezahlt und in lächerlicher Weise unterbewaffnet gegenüber den Kriminellen, die über jede Art von Kriegswaffen verfügen, hat keine wirkliche Kontrolle mehr über diese Regionen, denn sie kann dort nur noch in großer Anzahl bei seltenen „Suchaktionen“ auftreten, die üblicherweise von den lokalen Politikern als Beweis ihrer phantastischen „Bekämpfung der Kriminalität“ angeordnet werden.

Die Polizei ist zudem – ständig in Angst, selbst erschossen zu werden – völlig brutalisiert und schießt auf alles, was männlich ist und sich bewegt.

Die kriminellen Banden sind zudem völlig skrupellos, wenn jemand eine erhaltene Droge nach dem Weiterverkauf nicht oder nur teilweise bezahlt. Derjenige wird ohne Ausnahme liquidiert. Dabei macht man sich nicht immer die Mühe, ihn allein abzupassen, sondern erschießt ihn auch schon mal in aller Öffentlichkeit und dann auch gleich alle anderen Umstehenden, um keine Zeugen übrig zu lassen. Z.B. so kommen im heutigen Brasilien Zahlen zustande wie die 40.000 Ermordeten pro Jahr, die höchste Zahl von Morden aller Länder (wenn man in diesem Fall einmal den Irak ausnimmt).

Der Schreiber dieser Zeilen hat Jahre in Barueri an der Peripherie von São Paulo gelebt und dort abends die Maschinenpistolensalven gehört, wenn solche Massaker angerichtet wurden. Ein Bekannter von ihm wurde bei einem erschossen. Als er später in Rio de Janeiro lebte, konnte man in manchen Nächten Schnellfeuergewehr- und Maschinenwaffen-Feuer hören, wenn sich verschiedene der Banden bekämpften oder ein Feuergefecht mit Polizisten stattfand.

Die Polizisten versuchen so lange wie möglich zu überleben in dieser Situation und nehmen kleine Bestechungsgelder an, hauptsächlich um damit den Führern der kriminellen Banden zu signalisieren, daß sie nichts von ihnen zu befürchten haben. Aber immer, wenn ein Polizist im Verdacht steht, irgendeine eventuell gefährliche Information weitergegeben zu haben, wird er von den Unterführern der Kriminalität zum Tode verurteilt und ein Hinrichtungskommando wird abgestellt, um das schmutzige Geschäft durchzuführen.

Das war auch in diesem Fall so. Ein Polizist wurde im vergangenen Mai in Niteroi, Großraum Rio de Janeiro, ermordet von einem Kommando der kriminellen Organisation der Favela, wo er zuständig war. Wie oft üblich, wurden von der kriminellen Bande, in diesem Fall den ‚Herrschern’ des ‚Morro do Estado’ in Niteroi, dabei auch Kinder mit in das Verbrechen einbezogen. Dadurch hat man diese später als Jugendliche in der Hand, denn man kann sie ja jederzeit anzeigen und so schafft man sich vor Angst schlotternde Untergebene, die selbst die unmenschlichsten Befehle ausführen.

In diesem Fall wurde ein 12-jähriger Junge einbezogen, der gelegentlich für 20 Real (7,50 Euro) pro Tag als Verkäufer von Kleinmengen von Marihuana an bekannten Punkten in der Nähe der Favela für die Drogen-Mafia arbeitet (daß wir auch in Deutschland bereits auf diesem Weg sind, kann uns jeder Ein-Euro-Jobber bestätigen. Zwar sind die hiesigen „Arbeitgeber“ offiziell noch keine kriminellen Organisationen, aber z.B. schon politische Parteien, was ja auch nicht sehr unterschiedlich ist). Der Junge wurde abkommandiert, Schmiere zu stehen beim Mord an jenem Polizisten. Dabei kam es zu einem Feuergefecht, bei dem sowohl der Polizist als auch einer der Mordbuben getötet wurden.

Wer sich in etwa ein Bild machen will, wie man sich das Leben und die Zustände in einer Favela vorzustellen hat, kann sich das Stück oder eine der beiden Verfilmungen „Orpheu Negro“ ansehen, ein Meisterwerk des brasilianischen Dichters und Schriftstellers Vinicius de Morais, heute leider schon verstorben, der u.a. auch die Gedichte (Texte) der weltbekannten Lieder „Garota de Ipanema“ („The Girl from Ipanema“) und „As Águas do Março“ geschrieben hat. Zwar ist diese Beschreibung schon Jahrzehnte alt, damals gab es diese Zustände erst in wenigen begrenzten Gebieten und die unglaubliche Brutalität der heutigen Zustände deutete sich erst an, aber das Prinzip bleibt das gleiche.

Die Polizei reagiert auf Polizistenmorde üblicherweise nicht damit, daß die Täter gefunden und der Justiz übergeben werden, sondern mit Rache-Unternehmen gegen diejenige Favela, die als Urheber des Mordes angesehen wird.

Im März dieses Jahres wurde ein Massaker bekannt, das Polizisten, die nicht im Dienst waren, in einer Favela in der ‚Baixada Fluminense’ angerichtet haben, ein anderer Bereich von Groß-Rio-de-Janeiro. 30 Personen wurden abgeschlachtet, einschließlich Frauen und Kinder, wahllos, offenbar weil die Polizisten eine Riesenwut hatten.

Es wurde in diesem Fall nicht aufgeklärt, ob es wiederum um einen Racheakt für einen Polizistenmord gehandelt hat oder ob die Angabe der Täter stimmt, sie seien erbost über eine unpopuläre Maßnahme eines ihrer Vorgesetzten gewesen.

Tatsache ist, daß die Täter, obwohl sie bereits innerhalb kurzer Zeit identifiziert werden konnten, bis heute keinerlei irgendwie geartete Strafe gefunden haben. Zwar wurden sie wegen des internationalen Aufsehens, das jenes Massaker hervorrief, für kurze Zeit in ein speziell für Polizisten vorgesehenes Gefängnis eingesperrt, aber sofort wieder freigelassen, als die internationale Aufmerksamkeit nachließ. Bis heute tun sie ihren Dienst in der Polizei und bis heute liegt gegen keinen von ihnen eine Anklage vor.

Die Aburteilung solcher Täter ist extrem selten, denn es finden sich praktisch nie Zeugen, die aussagebereit sind. Jeder weiß, wer gegen einen Polizisten aussagt, wird nicht allzu lange danach mit einer Kugel im Kopf aufgefunden.

Selbst das Nicht-Aussagen schützt dabei Zeugen wenig. Im Fall des Polizistenmordes in Niteroi gab es nämlich einen Zeugen, der sich aber aus Angst weigerte auszusagen. Trotzdem wurde seine Leiche kurze Zeit später im Kofferraum eines Autos gefunden.

Es gibt zwar in einzelnen Fällen Zeugenschutzprogramme, aber auf die vertraut inzwischen kaum einer mehr, denn neuer Name und Aufenthaltsort sind ja innerhalb der Polizei bekannt und bleiben vor anderen Polizisten nicht immer geheim.

Auf den Jungen, der 1993 das Candelaria-Massaker überlebte (6 Straßen-Kinder getötet, weitere 5 schwer verletzt) und sich bereit erklärte auszusagen, wurden 3 Anschläge verübt, die er wie durch ein Wunder überlebte. Er lebt heute unter neuem Namen in der Schweiz. Die Verurteilungen von Polizisten bzw. Ex-Polizisten wegen dieses Massakers (alle unterhalb der Strafe für Mord) wurden ausnahmslos von höheren Gerichten wegen angeblicher Formfehler wieder aufgehoben. Sie sind alle in Freiheit.

Staatsanwälte können praktisch keine Verfahren gegen Polizisten führen, denn die Polizei würde dann in den von jenem Staatsanwalt bearbeiteten Fällen die Aufklärung blockieren und der Staatsanwalt müßte abberufen werden. Als man einen Staatsanwalt nur für Polizisten-Kriminalität einsetzte, wurde er bald mit der berühmten Kugel im Kopf aufgefunden. Es braucht nicht erwähnt zu werden, daß dieser Mord nie aufgeklärt wurde.

Interessierte ultrarechte Politiker und Medien, speziell der Groß-Fernsehsender ‚Globo’, lassen immer wieder deutlich durchblicken, daß solche Massaker von Polizisten an Straßenkindern und Favela-Bevölkerung „im Grunde berechtigt“ und notwendig seinen, nur leider wegen der legalen Probleme nicht in der notwendigen Häufigkeit durchgeführt werden könnten.

Das geht so weit, daß reaktionäre Politiker mit bestimmten Codewörtern und -Zahlen sich zur Ausrottung von „potentiellen Straßenräubern“ und „Delinquenten“ bekennen und mehr oder weniger offen zur Wahl mit diesem Programm antreten. Speziell gilt dies für eine Anzahl von Politikern der PP (Partido Progressista), einer ultrarechten Partei in Brasilien, die Partei von Paulo Maluf, dem „Franz-Josef-Strauss Brasiliens“. Ein durch und durch korrupter und reaktionärer Politiker, der Kandidat der Militärs bei der noch nicht vom Volk durchgeführten Präsidentenwahl im Jahr 1985 in Brasilien am Ende der Militärdiktatur war.

Politiker dieser Partei benutzen ihre Parteinummer 11, um solche Anspielungen zu machen. In Brasilien haben alle Parteien feste Nummern. Die Präsidentenwahlen und Gouverneurswahlen (Ministerpräsidenten der Bundesstaaten) werden direkt mit diesen Nummern durchgeführt, die einzelnen Listen für Bundestags, Senator-, Landtags- und Kommunalwahlen fangen mit dieser Nummer an. Die Kandidaten dieser Partei hängen eine weitere 1 an die Parteinummer an und spielen mit der sich dann ergebenden Zahl 111 auf das Carandiru-Massaker an. Im Jahr 1994 war nach einer Gefangenen-Revolte im Großgefängnis Carandiru von São Paulo von der stürmenden Polizei ein unerhörtes Massaker unter den Häftlingen verübt worden. 111 von ihnen wurden exekutiert.

Weder wurde der verantwortliche Gouverneur Fleury bisher angeklagt (er ist weiterhin hochangesehener Politiker) noch erhielten die Polizeikommandeure oder die einzelnen ausführenden Polizisten irgendwelche Strafen. Stattdessen identifizieren sich bestimmte Politiker, z.B. ein gewisser Bolsonaro, mit dieser Nummer als „law-and-order“-Rambos, worauf allerdings weniger und weniger der ratlosen brasilianischen Wähler hereinfallen.

Im Fall des Polizistenmordes im Mai in Niteroi hatte die Polizei nun unter anderem herausgefunden, daß der Zwölfjährige beteiligt war. Sie holten ihn vom Verkaufsort der Marihuana ab (trafen natürlich bereits in Kleinpackungen aufgeteiltes Marihuana bei ihm an) und nahmen ihn mit aufs Revier, wo er kräftig verprügelt wurde. Interessant hier das Detail, daß die Polizei natürlich genau weiß, wo illegale Rauschgifte verkauft werden, diese Verkaufsstellen aber keineswegs ausräuchert, sondern dort alle gewähren läßt. In Brasilien haben diese Verkaufsstellen sogar einen eigenen Namen: „Boca do fumo“. Dies macht deutlich, wie verwoben bereits die Polizei und das organisierte Verbrechen sind, die man nur noch an der Uniform unterscheiden kann.

Jemand aus der Favela hatte gesehen, wie der Junge abgeführt wurde und die Mutter benachrichtigt, die als Tagelöhnerin arbeitet ( ja, Taglöhner werden in der kapitalistischen Barbarei natürlich auch wieder eingeführt, es wird nicht mehr lange dauern, dann haben wir in Deutschland auch die ersten). Die Reporterin einer Zeitung Rios schildert die Szene so, als sie auf der Wache ankommt: „Der Junge stand da, in Tränen aufgelöst, umgeben von zumindest 6 Polizisten mit Gewehren und Pistolen. Als die Mutter ankommt, wendet sie sich zuerst an den Jungen: „Du sagst jetzt gar nichts mehr! Sonst werde ich es sein, die dich mit Schlägen eindeckt!“ Dann wendet sie sich an die Polizisten: „Ihr habt kein Recht, einen Jungen festzunehmen und zu schlagen! Was ist das für eine Geschichte?“

Eine Zeit später hat sie sich schon etwas beruhigt und wird von der Reporterin befragt. Sie erzählt, daß sie außer dem Jungen noch 5 Kinder hat, zwischen 21 und 2 Jahren alt. Sie sagt auch, daß ein anderer Sohn 2003, 16 Jahre alt, von Leuten der konkurrierenden Rauschgifthändlerbande aus der Nachbarfavela verschleppt und bei lebendigem Leib verbrannt worden sei. „Es ist nicht gerecht, daß eine Mutter so ihre Kinder verliert. Keine Mutter verdient es, so etwas zu erleben!“

Danach befragt die Reporterin den Jungen. Er sagt, er braucht das Geld, das er mit dem Marihuana-Verkauf verdient, zum Überleben. Ja, er ginge zur Schule. Er habe einmal Arzt werden wollen. Aber an diesem Tag sei die Schule ausgefallen, weil die Lehrerin fehlte (Na, das kennen wir doch auch aus Deutschland, nicht?). Schließlich fragt die Reporterin: „Warum bist du in dieses Leben eingestiegen?“ und er sagt: „Ich habe kein Leben, Tante.“ ‚Tante’ und ‚Onkel’ sind die übliche Bezeichnung, mit der Kinder aus den Favelas außenstehende Personen ansprechen.

Der Junge hat bereits eine klare Sicht der Wirklichkeit. Männliche Jugendliche in den Favelas haben, statistisch gesehen nur etwa 50% Chance, das 30. Lebensjahr zu erreichen oder anders ausgedrückt, 50% Chance, vorher ermordet zu werden. Dieser Junge, so berichtet die Reporterin weiter, wird nun in ein Besserungslager für Jugendliche von 12 bis 18 Jahren gebracht. Dort wird man ihm endgültig alles beibringen, was skrupellose Kriminelle für ihr kurzes Leben brauchen, denn es handelt sich um reine Aufbewahrungsanstalten mit brutalisierten Aufsehern und Folter.

So zieht der brasilianische Staat bewußt den Nachwuchs für die kriminellen Banden heran.

In der brasilianischen Öffentlichkeit wird es versucht so darzustellen, daß die Köpfe jener Banden die jeweiligen Machthabenden in den Favelas sind. Die sind in der Regel mit ihren Spitznamen bekannt und genießen in den Medien eine gewisse – und keineswegs nur negative – Aufmerksamkeit. So haben die brasilianischen Medien einen der Favela-Bosse, einen gewissen Fernandinho Beira-Mar, als öffentliche Persönlichkeit hochgejubelt, so als ob an ihm irgendetwas zu feiern wäre.

Wenn man allerdings seinen Menschenverstand zu Hilfe nimmt, so wird klar, daß die wirklichen Hintermänner dieser kriminellen Banden ja täglich Hunderttausende von Dollars an Gewinnen einstecken. Völlig undenkbar, daß diese Bosse in Favelas leben. Man wird sie wohl eher in den typischen Häusern und Wohnungen der brasilianischen Superreichen finden.

Da sind wir denn auch schon angekommen bei jenen Personen, denen all dies zugute kommt. Die brasilianische Gesellschaft ist dominiert von etwa 500 bis 1000 Familien (ein Leser meinte, es könnten auch 1500 sein), die alle Institutionen dominieren. Sie haben die Politik in der Hand, das Parlament, die Justiz, die Medien, die Polizei, die Armee, kurz: Alles.

Sie zeichnen sich vor allem durch zwei Dinge aus: Sie sind superreich – Vermögen von Milliarden von Dollar sind in Brasilien häufig – und sie sorgen dafür, daß wesentliche Teile der in Brasilien geschaffenen Werte in Form von Zinsen und Zinseszinsen für die überbordende Auslandsverschuldung an internationale ‚Finanzagenten’ gehen, also Banken, Großkonzerne und private Anleger.

Die Armut Brasiliens und der meisten Brasilianer ist also durch das Zusammenspiel der Superreichen Brasiliens (dort von den Medien – die ihnen gehören – gerne „Elite“ genannt) und der Imperialisten bedingt.

Dort, bei diesen Superreichen, sind dann auch die Hintermänner zu suchen, die letztlich die kriminellen Gangs in der Hand haben, die große Teile der brasilianischen Gesellschaft terrorisieren. Es gibt sogar klare Hinweise, daß ein Teil der Politiker, die in Brasilien etwas zu sagen haben, direkt oder indirekt mit diesen Mafiabanden verknüpft sind.

Ein Beispiel sei hier beschrieben: der in Brasilien bekannte Politiker Garotinho (im Moment gerade bei der Partei PMDB). Er wurde, damals noch bei einer angeblich linksgerichteten Partei, der PDT, zum Gouverneur von Rio gewählt.

Zunächst tat er etwas, das vielen Hoffnung gab, hier würde nun einer einmal wirklich versuchen, die Zustände zu verbessern: Er beschäftigte einen anerkannten Fachmann in Sicherheitsfragen und beauftragte ihn, die Zustände bei Polizei, Strafvollzug und Justiz zu durchleuchten und Vorschläge für Änderungen zu machen. Der war denn auch schon bei seinen ersten Untersuchungen fündig geworden. Er hatte herausgefunden, daß die gesamte Spitze der Zivil-Polizei im Staat Rio de Janeiro korrupt war. Er legte nach seinen eigenen Angaben den entsprechenden Bericht mit Belegen usw. bei einem kurzen Gespräch mit dem Gouverneur auf dessen Tisch.

Am nächsten Tag war die Story in allen Zeitungen und im Fernsehen. Die betroffenen Polizeioffiziere waren vorgewarnt, um eventuelle Beweise verschwinden lassen zu können. Der Sicherheitsexperte bekam Morddrohungen für sich und seine Familie. Er wurde kurz danach vom Gouverneur entlassen und mußte mit der Familie in die USA fliehen, um sein Leben und seine Familie zu schützen. Von den im Bericht genannten Offizieren (alle in den Rängen von Obersten und höher) wurden zwei versetzt, alle blieben im Amt und ansonsten betrieben sie weiter ihre „enge Zusammenarbeit“ mit den Verbrecherbanden. Die Zivil-Polizei ist in Brasilien jener Teil der Polizei, der für Ermittlungen und Vorbereitung von Anklagen zuständig ist, also die entscheidende Stelle, bei der man sich gegen eventuelle staatliche Verfolgung versichern kann.

Die nächste Großtat des Gouverneurs folgte kurze Zeit später. Es war gerade ein völlig neues Hochsicherheits-Gefängnis in Rio fertiggestellt worden, nach den modernsten Erkenntnissen des Umganges mit Schwerst-Kriminellen. Hier würden also die bereits Verurteilten mittleren Chargen der Mafia-Banden einsitzen müssen und auch zukünftig Verurteilte hineinkommen – dazu gehörte u.a. der oben schon erwähnte Verbrecher mit dem Spitznamen Beira-Mar.

Laut Angaben der ‚Folha de São Paulo’, der größten Tageszeitung Brasiliens, wurden alle wesentlichen Sicherheitseinrichtungen des Gefängnisses mit dem Namen ‚ Bangu 1’ nach der Übergabe des Baus an die lokalen Behörden außer Kraft gesetzt und abgebaut, noch bevor es eingeweiht wurde. Alle Türen und Absperrungen wurden entfernt, die sicherstellen sollten, daß es zwischen Häftlingen und Aufsehern wie auch zwischen Häftlingen und Besuchern -wie auch Anwälten – zu keinem physischen Kontakt kommen könnte. Ebenso wurde das gesamte Überwachungssystem mit Kameras usw. nie benutzt. Das Gefängnis wurde also so betrieben wie alle anderen Gefängnisse in Brasilien auch.

So hörte man denn auch schon kurz nach der Einweihung davon, daß die Insassen, soweit sie Sergeanten der Drogen-Banden in den Favelas gewesen waren, von dort aus per Handy ihre ‚Geschäfte’ weiter führten. Abgehörte Telefongespräche belegten, daß sie ungehindert Mordaufträge per Telefon gaben und ähnliches. Später bekam man sogar ein Video zu sehen, daß nach des Gouverneurs eigenen Angaben von Häftlingen erstellt wurde (man stelle sich vor, es konnten Video-Kameras in die Gefängnisse und die fertigen Videos herausgeschmuggelt werden), indem man sah, daß während der Zeit der Zellenöffnungen (alle Häftlinge konnten im Gefängnis herumlaufen, sich ungehindert miteinander verständigen) offen Rauschgift angeboten und verkauft wurde.

Doch damit waren die sehr speziellen Vorlieben dieses Gouverneurs noch keineswegs erschöpft. Er liebte es auch, sich mit Gestalten aus der Unterwelt zu umgeben. Er berief zum Sportminister von Rio de Janeiro einen Politiker, der bereits mehrmals aufgefallen war, weil er engste Beziehungen zu den Chefs der Terrorbanden in der Favela Mangueira hatte. Er besuchte z.B. den Boss der Mangueira-Bande regelmäßig im Gefängnis, als dieser verurteilt war. Nach Absitzen seiner Strafe durfte dieser Drogen-Unter-Boss dann sogar ein Amt in der Aufsicht des Maracanã-Stadions einnehmen, in das ihn sein Freund, der Sportminister, berufen hatte (Die Favela Mangueira liegt gleich neben dem Maracanã-Stadion).

Kaum glaublich war auch der nächste Skandal, der sich abspielte. Es war eine neue Direktorin berufen worden in genau jenes Spezialgefängnis, das oben bereits erwähnt wurde. Diese Frau war offenbar ziemlich unerschrocken und pflichtbewusst und wohl auch nicht bestechlich – bezeichnend, daß für so etwas anscheinend immer eine Frau kommen muß, die Herren der Schöpfung scheinen generell nicht unbedingt die Mutigsten zu sein. Jedenfalls ordnete sie an, daß ein Teil der speziellen Sicherheitsmaßnahmen des Gefängnisses wieder eingeführt wurden und auch spezielle Restriktionen für den Anwaltskontakt.

Dazu muß man wissen, daß diese Drogenbanden-Unter-Bosse mit ganzen Horden von Anwälten arbeiten. Der oben genannte Beira-Mar z.B. beschäftigte 14 Anwälte nur für sich. So hat er täglich Besuch von einem oder mehreren Anwälten (Es wäre übrigens leicht, anhand der Bezahlung dieser Anwälte den Weg zurück zu den Geldquellen der Verbrecherbanden und eventuell zu höheren Chargen zu verfolgen, aber das wurde noch nicht einmal versucht.).

Besagte Gefängnisdirektorin beschränkte nun die Zahl der Anwaltsbesuche pro Woche und ließ auch die Gespräche mit den Anwälten abhören. Allerdings begann sie bereits mit dem Abhören, als der zuständige Richter dies noch gar nicht genehmigt hatte. Sie staunte nicht schlecht, als sie eines der Anwaltsgespräche abhörte.

Der Häftling und der Anwalt sprachen die Einzelheiten ihrer (der Direktorin) Ermordung ab! Das entsprechende Band leitete die Direktorin direkt an den Gouverneur Garotinho und bat um speziellen Schutz. Der erklärte daraufhin, er könne nicht aktiv werden, denn die Abhöraktion sei illegal gewesen.

Wenige Tage später wurde die Direktorin erschossen aufgefunden. Sie war genau auf die Art ermordet worden, wie es auf dem Tonband beschrieben worden war. Der Gouverneur sagte, er habe mit den Ermittlungen zu diesem Mord nichts zu tun. Bis heute wurde angeblich nicht aufgeklärt, wer diesen Mord in Auftrag gegeben hatte, obwohl es jeder weiß.

Charakteristisch, daß dies zwar für drei Tage auf der Titelseite der Zeitungen und am Anfang der Nachrichten im Fernsehen kam, aber dann abrupt fallengelassen wurde und der nächste Skandal berichtet wurde. Alle diese Skandale werden von den Medien nicht verfolgt. Es werden keine Aufklärungen verlangt, nicht darauf gedrungen, daß die Parlamente, Staatsanwälte und die Polizei untersuchen. Die anfängliche Erklärung, es werde alles brutalstmöglich aufgeklärt, wird für bare Münze genommen und dann nicht mehr nach der Aufklärung gefragt (das kennen wir gut aus Deutschland, Roland Koch läßt grüßen). Das ist auch verständlich, denn die Medien sind ja eben in den Händen genau jener Superreichen Brasiliens, aus deren Kreisen die Hintermänner kommen. Die Medien kochen einen Skandal nach dem anderen hoch, in schneller Abfolge, so daß die einzelnen schnell dem Vergessen anheim fallen. So wird die Öffentlichkeit scheinbar informiert, doch in Wirklichkeit nur unterhalten, im Endeffekt düpiert.

Ebenso charakteristisch, daß diese Art von Skandalen in den Wahlkämpfen von den gegnerischen Kandidaten nicht benutzt wird, um diese Kandidaten anzugreifen. Die Krähen hacken einander…

Interessant, daß genau dieser Politiker Garotinho bei der ersten Runde der letzten Präsidentenwahlen in Brasilien auf den dritten platz kam – nach Lula und dem konservativen politiker, den er dann im zweiten Wahgang schlug. Auffallend, daß er in ‚seinem’ Staat Rio de janeiro über 70% der Stimmen bekam, ein kaum glaubwürdiges Ergebnis. Es besteht, nicht zuletzt auch aufgrund der späteren Wahlen auf kommunaler und Landesebene, der starke Verdacht, daß in Rio de Janeiro massiv Wahlen gefälscht werden.

Es werden die gleichen Wahlmaschinen wie in den USA verwendet, von denen bereits bewiesen ist, dass sie manipuliert werden können. Bei den Wahlen der Landtagsabgeordneten in Rio hatten eine Anzahl von Kandidaten bei den Zwischenergebnissen bereits eine höhere Stimmenzahl, als ihnen am Ende zugesprochen wurden.

Wie auch in den USA, gibt es bei diesen Maschinen ausserhalb des elektronischen Gedächtnisses keine Dokumentation auf Papier, was ein Nachzählen unmöglich macht.

Dies waren einige Eindrücke von den Zuständen, die bereits den Anfang der kapitalistischen Barbarei kennzeichnen, auf die wir auch in Deutschland zusteuern, wenn wir nicht vorher den echten Sozialismus errichten.

weird world

Cheney schießt nach hinten

Harald Haack – Vorsicht: US-Vitzepräsident Cheney schießt nach hinten. Während andere Jäger ihre Waffen auf Wachteln richteten, schoß Dick Cheney dem 78-jährigen Harry Whittington mit seiner Schrotflinte in die rechte Wange, dem Hals und dem Brustkorb. Aber, so ein Sprecher der Klinik, in die Whittington auf Weisung eines für Cheney bereitstehenden Arztes eingeliefert worden war, sein Zustand sei „stabil“ und es ginge ihm „gut“.


Damit schoss er nach hinten: Dick Cheney zeigt seine Flinte


Während andere angeln, schießt Dick Cheney sogar auf Fische

Zu dem Jagdunfall war es gekommen, weil sich Whittington angeblich von hinten Cheney genähert habe, ohne auf sich aufmerksam zu machen, sagte die Besitzerin der Ranch, auf deren Gelände die Jagd stattfand, Katherine Armstrong. Der Vizepräsident habe ihn nicht gesehen. Als dann ein Vogel aufflog und von Cheney ins Visier genommen wurde, sei der 78-Jährige in die Schusslinie geraten. Ob Cheney auch auf Whittigton geschossen hätte, wenn dieser auf sich aufmerksam gemacht und damit den Vogel verscheucht hätte, wurde nicht bekannt. Whittingtons Anwalt wie auch ein dritter, nicht namentlich genannter Jäger befanden sich auf der Wachteljagd. Die orangefarbene Weste, die Whittigton wie auch die anderen Jäger trug, hatte ihn nicht vor Cheneys sonderbaren Schießkünsten schützen können.

spionage

Verbotene Zone

Stephan Fuchs – Zwei Schweizer haben ein Glanzstück zwischen Kultur und Counter – Politics in das World Wide Web gestellt. Zone*Interdite macht militärische und nachrichtendienstliche Zonen, Restricted Areas, lokalisier- und begehbar.

Weltweit gibt es tausende solcher verbotenen Zonen. Landstriche, Städte, gar ganze Inseln, die als abgegrenzte Bollwerke der Macht in schwarzen Löchern verschwinden. Dazu Zone*Interdite: „Unsere Wahrnehmung der Welt ist lückenhaft. Unsere Betrachtung folgt Spielregeln, die wir nicht selbst aufgestellt haben und deren Wirkungsweise wir kaum kennen. Immer wieder geraten wir an Schranken und stehen vor verbotenen Zonen.“

Verbotenes Terrain zu begehen ist verboten. Verbotenes Terrain zu fotografieren ist auch verboten. Kommandostützpunkte und die genauen Koordinaten sensibler Bunker- oder Geheimdienstbasen sind Geheim. So Geheim, dass sie schlicht nicht existieren. Ausradierte Realität.

Selbst bei der Lokalisation des Schweizer Auslandgeheimdienstes an der Papiermühlestrasse 20 in Bern, wechselt der Strassenname plötzlich die Strassenseite und wird verblüffend undeutlich erkennbar. Ob das nun ein Zufall ist, oder ob Google oder der Geheimdienst ein Verdeckungsprogramm anwendet… wir wissen es nicht.


Militär Geheimdienst in Bern: Die Papiermühlestrasse ist eigentlich die breite Strasse bei der Kasernenstrasse

Ganz klar, die zwei Schweizer spielen an der Grenze zur Illegalität, vielleicht gar am Rande der Spionage. Üben die Schweizer Landesverrat und die Preisgabe militärischer Geheimnisse aus? Natürlich nicht! Jede einzelne Lokalität ist in öffentlichen Publikationen erwähnt, lässt sich über Google recherchieren. Es gibt tausende Berichte, Satellitenaufnahmen, Zeitungsberichte und gar Fotos.


Aus öffentlich zugänglichen Quellen…

Zone*Interdite hat die meisten lokalisiert und zu einer umfassenden Weltkarte der Schwarzen Löcher verarbeitet. „Unsere individuelle Vorstellungskraft kennt keine schwarzen Löcher. Sie zwingt uns, zu erkennen und zu kombinieren. Unsere Phantasie füllt die Leerräume des Unbekannten mit assoziierten, hypothetischen Mustern.“ Meint Zone*Interdite und füllt die Löcher mit dem Wissen, das öffentlich zugänglich ist. Und das geballt.


… zur virtuellen Tour in Camp Delta

Gerade diese Geballtheit an Information die uns vom Diktat der Staaten am liebsten verborgen bleiben soll, macht Zone*Interdite brisant. Emotionslos und ohne Wertung macht Zone*Interdite Weltweit hunderte solcher Installationen sicht- und recherchierbar. Längen und Breitengrad und eine Auswahl an Publikationen zu der betreffenden Lokalität, lassen die Geheimen Zonen aus dem Schattenreich treten. Und das ist nur der Level 01.


Zelle in Camp Delta

Level 02 geht einen Schritt weiter. Nach und nach sollen virtuelle 3D Simulationen bereitgestellt werden. Geheime Basen werden so öffentlich begehbar gemacht. Bereits online gestellt ist ein Durchgang im Camp Delta in Guantanamo Bay und ein Besuch in einem islamischen Trainingscamp im Sudan. Die virtuellen Touren wurden aus Foto und Filmmaterial rekonstruiert, einzelne Schnipsel aus Publikationen zu einem Ganzen zusammengefügt. Das ist, schlicht ausgedrückt, ein Meisterwerk.

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Hitachi lehrt VeriChip das Fürchten

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Harald Haack – Mit jedem erfolgreichen Schlag gegen die noch nicht verchipte Menschheit wird das Ziel von VeriChip und globalistischen Regierungen klarer, und deutet auf eine Trennung von „Insassen“ diverser Gesellschaften von deren Außenseitern hin.

Dabei scheint es nicht mehr die Frage zu sein, ob es sich um elitäre Gruppen wie Arme, Kranke, Behinderte, Alte, Asoziale, Obdachlose, Randalierer, Querulanten, Kriminelle, Gefangene oder gar Kinder handelt. Offensichtlich steuern wir in ein Zeitalter neuer Sklavenhaltung.


Die Implantierung des VeriChips. Gefäßverletzungen sind die Regel.

Doch im Gegensatz zur Sklavenhaltung früherer Zeit nehmen die neuzeitlichen Sklaven ihre Unterjochung gerne an. Immerhin offeriert VeriChip Ihnen wie auch Staaten, die laut ihrer Verfassung Demokratien sein sollten, die vielen von gewieften Marketingexperten erfundenen Vorzüge des Chips, der ziemlich brutal mit einem brachialen Stecher unter die Haut gestoßen wird.


VeriChip-Werbefoto: Implantierung des VeriChips bei einem Latino. Wenn er wüsste, was ihm mit dem VeriChip unter der Haut blüht!

Zu den angeblichen Vorzügen zählen Leistungen, die vor der Implantierung wie Wohltaten in den Ohren bequemer Zeitgenossen klingen. Zum Beispiel: Nie mehr in Pubs mit Bargeld bezahlen müssen.


VeriChip-Werbefoto für hippe Insel-Spanier. Disco und Ficken mit willigen Kundinnen.

In britischen wie auch in irischen Pups ist es üblich, dass gleich nach der Bestellung und Abholung der Getränke an der Theke beim Barkeeper bezahlt wird. Kreditkarten gelten daher in britischen wie auch irischen Kneipen nicht nur als verpönt, sie werden wegen der hohen Abbuchungsgebühren von den Pubbesitzern auch abgelehnt. Saufen ohne Unterbrechung und ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, ob man das nötige Kleingeld auch gerade in der Tasche hat. Solange es auf dem Konto ist und man den Chip als Implantat in sich hat und der glücklicherweise noch nicht vom Immunsystem abgestoßen wurde, braucht sich derjenige, der glaubt sich mit dem Chip von den Zwängen des Kapitalismus „befreit“ zu haben, keine Sorgen mehr zu machen.


Der Teufel steckt im Detail des VeriChips. Kleiner als ein Streichholz. © Illustration 2004 Harald Haack


Und so sieht er tatsächlich aus: Der VeriChip und sein Stecher

Um zu verhindern, dass es Abstoßungsreaktionen auf die Implantate gibt, erhalten Implantierte seitens ihres Pub-Clubs entsprechende Medikamente, die das verhindern. Ihnen wird, wie Mrs. O’Conroy vom Loughlinstown-Hospital erklärt, geraten, sich regelmäßig in der Klinik einzufinden, um sich entsprechend untersuchen zu lassen. Im Loughlinstown-Hospital, etwa eine Busstunde von Dublins City entfernt, findet drei Mal die Woche eine Lunch Conference statt, die von einem Pharmaunternehmen gesponsert wird, das mit VeriChip kooperiert. Meistens gibt es Sandwichs und Softdrinks sowie Obst und Süßigkeiten für die Ärzte und Studenten. Leichte Kost für schräge, medizinische Informationen. Anschließend müssen sich die Teilnehmer der Lunch Conference, zu der sich oft an die 40 Ärzte der Klinik versammeln, eine „Fortbildung“ über sich ergehen lassen. Jeder Arzt ist außerdem gehalten, nach einem bestimmten Plan, den das Pharmaunternehmen vorgibt, einmal im Monat über ein bestimmtes Thema referieren – als Beweis dafür, dass die medizinische „Unterweisung“ gefruchtet hat.

Die Zusammenarbeit zwischen VeriChip und der Pharmaindustrie scheint sich zu rentieren. Doch dies ändert nichts an der Tatsache, dass der VeriChip längst veraltet ist und mit seiner „großväterlichen“ Kupferdrahtspule längst zum „Alten Eisen“ gehört. Dennoch kämpft VeriChip wie blöd verbissen gegen die innovativere, asiatische Konkurrenz. Und wie Microsoft mit seinem anfälligen Windows-Betriebssystem scharrt VeriChip unverdrossen Kunden um sich.

Die Gefahr für Veri-Chip kommt vom Hitachi-Konzern. Die kleinen Japaner, in der Tat nicht blöd und den brachial großen Injektionswerkzeugen abgeneigt, als sei es ein steinzeitliches Werkzeug hirnloser Heimwerkerfanatiker, entwickelten einen RFID-Chip, der dem amerikanischem VeriChip-Konzern das Fürchten lehrt.


Der RFID-Chip von Hitachi auf einer Fingerkuppe eines Japaners – nicht größer als ein Punkt am Ende eines Satzes in Ihrem Lieblingsbuch. © Foto 2006 Harald Haack

Der RFID-Mikrochip von Hitachi ist nämlich gerade mal 0,3 Quadratmillimeter groß. Der japanische Halbleiterhersteller ist damit weltweit führend in Sachen Implantate für Menschen, die nicht wissen sollen, dass sie auf elektronischem Weg versklavt werden. Es ist der bis jetzt kleinste und fieseste Chip seiner Art. Die Miniaturisierung wurde durch neuartige Halbleiterherstellungsprozesse auf so genannten Wafern erreicht. Ein Wafer ist eine Silizium-Scheibe aus Halbleitermaterial, auf der eine Vielzahl identischer Chips aufgebaut wird. Die bisher größten Wafer hatten einen Durchmesser von 300 mm und wiesen Strukturen einer Größe von 0,35 µm auf. Ein µm ist der millionste Teil eines Meters (Mikrometer). Bei der Herstellung des neuen RFID-Mikrochips von Hitachis konnten Strukturen auf dem Wafern graviert werden, die nur 0,18 µm betragen. Der Chip operiert bei 2,45 Gigahertz und kann eine Zahl im 128-bit-Modus speichern, die auf der „Mu-Chip ID“ basiert. Gelesen werden kann der Chip aus 30 cm Entfernung. Es werden zukünftig jedoch größere Distanzen erwartet, wenn es gelingt das Problem der Antennierung zu lösen. Die Antenne bereit den RFID-Chips immer noch die größten Probleme. Nur über sie können die Chips gelesen und beschrieben werden.

Bei einem Auftragsvolumen von 70.000 Stück soll der neue Hitachi-RFID, der schon am 14. März 2003 auf der zuzusagen geheimen „International Solid-State Circuits Conference“ in San Francisco vorgestellt wurde, nicht mehr als 0,43 US-Dollar kosten; Lesegräte dagegen um die 1.500 US-Dollar.

Hitachis RFID soll sogar den Weg durch den menschlichen Verdauungstrakt schadlos überstehen, was die Möglichkeiten erweitert, den Chip jemanden unerkannt ins Essen oder in einen Drink zu schmuggeln. Und eine Implantierung gestaltet sich wesentlich einfacher als beim vergleichsweise bombastisch großen VeriChip. Dermatologisch ist nicht mehr als eine Verkapselung in der Haut zu erwarten, wie sie etwa bei einem Glassplitter auftritt. Weitere Aufstoßungsreaktionen wird es laut Hitachi nicht geben, es müssen keine Medikamente konsumiert werden und die Zusammenarbeit mit schrägen Pharmaunternehmen wird damit überflüssig. Neben der „Produktverfolgung“ glaubt Hitachi mit dem neuen RFID-Chip ebenso wie VeriChip „Sicherheitsbedürfnisse“ bedienen zu können.

Der Hitachi-RFID, so groß wie ein fetter Mitesser im Gesicht oder wie der Punkt eines Satzes in Ihrem Lieblingsbuch und so unglaublich verräterisch.

Da die Japaner längst massenphänomenal ihr Sklavendasein leben und streberhaft lieber unterm Schreibtisch ihres Arbeitsgebers übernachten anstatt zu Hause auf der eigenen Schlafmatte, scheinen sie (noch) keine Probleme mit diesem Chip zu haben.

Ohne Chip kein Job?
Deutschland kommt in den Genuss implantierbarer Chips
Schwofen bis der Chip qualmt
Chipen bis die Leiche qualmt
Phönix aus Rassenhygiene und Selektion
Aktion T4
Chips für Behinderte

Krieg

Wie viele U-Boote hat der Iran wirklich?

Harald Haack – Der Iran ist, was die Fläche betrifft, ein großes Land. Ein Land mit sehr langer Küste zum persischen Golf und eines kürzeren Abschnittes zum Schwarzen Meer. Platz für versteckte U-Boot-Bunker mit vielen U-Booten.


Im Besitz des Irans: Russisches U-Boot der Kilo-Klasse

Angeblich besitzt der Iran drei veraltete U-Boote aus russischer Produktion. Zur Landesverteidigung oder um damit Krieg zu führen, sind sie sicherlich quantitativ wenig geeignet. Allerdings gelangen Briten wie Deutsche im Ersten und Zweiten Weltkrieg entscheidende Schläge mit Hilfe von jeweils nur einem U-Boot. Große Schäden an zivilen Schiffen und deren Besatzung und Passagieren erfolgten jedoch mittels U-Boot-Rudeln des Nazi-Deutschlands während des Zweiten Weltkrieges.

Wenn der Iran, sollte ein weltweites Embargo gegen das Land verhängt werden, dem nazi-deutschen Beispiel des Schiffeversenkens folgen sollte, dann braucht es dazu viele U-Boote. Um sich diese zu bauen, muss man deren Technik verstehen, und dazu genügen drei dieser sehr leisen U-Boote der KILO-Klasse vollkommen. Technische Weiterentwicklungen wären dann zwar kein Kinderspiel, aber eine logische Folge. Der Iran hatte denn auch für 2003 die Produktion mehrerer Klein- und Kleinst-U-Boote angekündigt. Laut globalsecurity.org, eine mutmaßliche Propaganda-Organisation von Pentagon und US-Geheimdiensten, wurden die U-Boote im iranischen Fernsehen gezeigt.

Der Streit um die Atomanlagen des Irans könnte vom Iran inszeniert sein, um vom Bau der geheimen U-Boote, von deren Bunker und anderen militärischen Aktivitäten abzulenken. Die iranische Küste zum persischen Golf bietet schließlich viele Möglichkeiten, um unterirdisch solche Anlagen zu bauen. Im Gegensatz zu den Küsten der Vereinigten Arabischen Emirate, von Qatar, Bahrain und Kuwait fällt das Meer an der iranischen Golf-Küste überwiegend steil ab – beste Voraussetzung für U-Boot-Bunker. Es gibt dort nur wenige Flachwassergebiete und Korallenriffe, aber dafür umso mehr Anomalien auf Satellitenfotos – zum Beispiel Häfen ohne Schiffe, die auf iranische Aktivitäten hindeuten könnten.


Iranischer Hafen ohne Schiffe nahe der Erdöllagerstätte Kuh-e Mond.


Unterwasser-Anomalie östlich von Kuh-e Gelek an der iranischen Golf-Küste.
Von Menschenhand geschaffen?

Indiz für eine solche Bautätigkeit könnten Straßen im Landesinnern sein, die scheinbar im Nichts enden und auf denen viel Verkehr ist. An der Küste selbst würde man so gut wie nichts sehen. Höchstens auf Satellitenfotos wären an solchen Stellen möglicherweise Sediment-Ströme im Meer sichtbar. Doch auch die ließen sich mit nahe gelegenen „Flüssen“ gut tarnen, so dass „Experten“ dies für eine natürliche Erscheinung hielten. Wenn allerdings ein kleiner Fluss eine enorm hohe Sedimentfracht hat, wäre dies ein ernstzunehmender Hinweis. Denkbar ist aber auch, dass der Iran ohne die Hilfe westlicher Firmen nicht in der Lage ist, seine U-Boot-Flotte auszubauen. Folglich gebe es keine solchen Aktivitäten im Iran. Aber offensichtlich hat es diese Hilfen gegeben. In diesem Zusammenhang ermitteln Staatsanwälte wieder einmal mehr gegen deutsche Firmen wegen „unerlaubter Waffenlieferungen“.

US-Säbelrasseln
Wie die britische Zeitung „Sunday Telegraph“ schreibt, seien US-Militärplaner des „Central Command“ und des „Strategic Command“ im Pentagon mit Planungen für einen Militärschlag gegen den Iran beauftragt worden. Irans Atomanlagen sollen mittels Raketen, die aus U-Booten abgefeuert werden und massiven Bombenangriffen der Tarnkappenbomber zerstört werden. Jeder dieser B2-Bomber könne für den Angriff mit rund 18 Tonnen Präzisionswaffen sowie neuen Waffen zur Zerstörung unterirdischer Bunker ausgerüstet werden.

Weil sie eine Eskalation der Gewalt im Nahen Osten fürchte, stehe die britische Regierung einem Militärschlag gegen den Iran sehr skeptisch gegenüber, berichtet „Sunday Telegraph“ weiter. Das Risiko, nicht alle Atomanlagen zu zerstören sei groß und folglich würde der Iran von seinem angeblichen Ziel, Atomwaffen zu bauen, nicht abgehalten werden können.

Möglich ist auch, sollte der Iran über mehr U-Boote verfügen als dies derzeit bekannt ist, dass das Land auf konventionelle Weise und nach historischem (Nazi-)Vorbild sich zu rächen versucht: Mit dem altbekannten bösen Spiel des Schiffeversenkens. Droht der Welt ein neuer U-Boot-Krieg?

Die Iran-Krise

Krieg

Die Iran-Krise

Norman Solomon – Die Welle, die die westliche Diplomatie derzeit schlägt, wird sich im Nachhinein wahrscheinlich als Grundlage für den Abschuss von Raketen auf den Iran entpuppen.

Luftschläge gegen Ziele im Iran scheinen mir sehr wahrscheinlich. Aber viele Friedensaktivisten in den USA sind geradezu versessen darauf zu glauben, dass das nicht passiert.

Erste Illusion:
Das US-Militär hat genug mit dem Irak zu tun. Das Pentagon ist nicht in der Lage, es gleichzeitig mit dem Iran aufzunehmen.

Aber was in Aussicht steht, ist keine Invasion – vielmehr ein großer Luftschlag. Einen Luftschlag gegen Ziele im Iran zu führen, wäre das amerikanische Militär leicht in der Lage. (Falls diese Aufgabe nicht dem israelischen Militär zufällt – das ebenfalls gut gerüstet ist, den Iran zu bombardieren).

Zweite Illusion:
Die Bush-Administration stecke daheim in großen Schwierigkeiten – zum Beispiel wegen der Lügen über die angeblichen irakischen Massenvernichtungswaffen – da könne es nicht noch einen Aufschrei der Empörung (wegen eines Angriffs auf den Iran) riskieren.

Das Weiße Haus bereitet im Inland langsam aber sicher den politischen Boden für Bomben auf Iran. Das Wall Street Journal vom 3. Februar: „Neuesten Umfragen zufolge sagen erstaunlich viele Amerikaner, sie würden einen amerikanischen Militärschlag unterstützen, damit Iran nicht die Bombe bekommt“.

Im Übrigen lautet eine Schlagzeile derselben Zeitung: ‚U.S. Chooses Diplomacy on Iran’s Nuclear Program‘ – Wasser auf die Mühlen des Plans der Bush-Administration. Es ist ein alter Trick: Während du dich auf eine aggressive Militäraktion vorbereitest, betonst du gleichzeitig die Diplomatie.

Zwar hat Donald Rumsfeld auf der (Sicherheits-)Konferenz in München am 4. Februar verkündet, die Welt solle an einer „diplomatischen Lösung“ arbeiten, um das iranische Atomprogramm zu stoppen. Am folgenden Tag jedoch zitierte die deutsche Tageszeitung ‚Handelsblatt‘ aus einem Interview mit Rumsfeld: „Alle Optionen, auch die militärische, liegen auf dem Tisch“.

Amerikanische Top-Offizielle zögern nicht – im Sinne des Majestatis Pluralis – für die ganze Welt zu sprechen. So sagte US-Außenministerin Condoleeza Rice am Wochenende: „Die Welt wird nicht daneben stehen, während der Iran weiter voranschreitet auf dem Pfad der atomaren Waffenfähigkeit“. Gleichzeitig erklärte Rumsfeld: „Das iranische Regime ist heute in der Welt der führende staatliche Sponsor des Terrors. Die Welt will keinen nuklearen Iran und muss zusammenarbeiten, um einen solchen zu verhindern“.

Das heißt übersetzt: Zuerst geben wir uns diplomatisch, dann können wir bomben.

Dritte Illusion:
Die USA werden den Iran nicht angreifen, um nicht mehrere Millionen mit dem Iran verbündete Schiiten im Irak gegen sich aufzubringen, denn das wäre dem amerikanischen Krieg im Irak sehr abträglich.

Andererseits macht es heutzutage wenig Sinn, davon auszugehen, dass die Bush-Administration rational handelt. Die Leute, die unsere Außenpolitik bestimmen, haben eigene Prioritäten – Verhinderung eines Katastrophenszenarios gehört nicht dazu.

Ebenso wenig genießt die Nichtweiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen einen hohen Stellenwert im Bewusstsein dieser Leute – nach dem einvernehmlichen Verhältnis zwischen Washington und den Atommächten Israel, Indien und Pakistan zu urteilen. Im Gegensatz zum Iran hat keiner der genannten Staaten den Atomwaffensperrvertrag je unterzeichnet, und von diesen vier Ländern ist Iran das einzige, das eine Inspektion seiner Atomanlagen duldet. Ausgerechnet dieses Land bedrohen die Schlauköpfe aus Washington nun im Endeffekt mit Bombardement.

In den Köpfen der Washingtoner Neocons reifen die Blütenträume – angesichts der massiven Öl- und Ergasvorkommen im Iran. Durch ihre Köpfe spukt die abwegige Hoffnung, man könne das Regime in Teheran stürzen. In Wirklichkeit würde ein Angriff auf Iran nur die extremsten Kräfte innerhalb des Teheraner Regimes stärken. Falls das iranische Regime jemals irgendein Interesse an der Entwicklung von Atomwaffen hatte – nach einem solchen Angriff erst recht.

„Die USA werden das Atomproblem nicht lösen, indem sie Militärschläge androhen oder den Iran vor den UN-Sicherheitsrat zerren“, so die Iranerin und Friedensnobelpreisträgerin 2003 Shirin Ebadi in der Los Angeles Times vom 19. Januar 2006. Koautor des Artikels ist Muhammed Sahimi, ein Professor für ‚Chemical Engineering‘ an der University of Southern California. „Obwohl die große Mehrheit der Iraner gegen die Hardliner im Land ist und wünscht, dass sie stürzen, unterstützt diese Mehrheit auch das Atomprogramm, denn es ist zur Quelle des Stolzes geworden für eine alte Nation mit glorreicher Vergangenheit“, so der Artikel.

Und weiter: „Ein militärischer Angriff würde die nationalistischen Gefühle neu entflammen. Iran ist nicht Irak. Angesichts des leidenschaftlichen Nationalismus und der Märtyrer-Traditionen der Schiiten provozierte jeder militärische Schritt eine Reaktion, die die gesamte Region mit einschließen würde. Das Resultat wären unzählige Tote und wirtschaftlicher Ruin, nicht nur für die Region, sondern für die Welt. Auch UN-Sanktionen gegen den Iran wären kontraproduktiv – denn diese würden Teheran veranlassen, aus dem Atomwaffensperrvertrag und dessen Zusatzprotokoll auszusteigen. Ist die Welt bereit, mit solchen Aussichten zu leben?“

Zwar rufen Ebadi und Sahimi – wegen massiver Menschenrechtsverletzungen – zu internationalem Druck auf Iran auf. Gleichzeitig betonen sie aber: „Der Iran ist mindestens sechs bis 10 Jahre von einer Atombombe entfernt, das schätzen die meisten so ein. Die Krise ist noch nicht einmal eine Krise. Es bleibt jede Menge Zeit für politische Reformen, bevor der Iran je die Bombe bauen wird“.

Am 3. Februar zitierte die Iranian Student News Agency den früheren iranischen Präsidenten Muhammad Chatami: „Es ist notwendig, weise und tolerant zu handeln, damit unser Recht auf Atomenergie nicht abgeschafft wird“, so Chatami. Er drängt die iranische Regierung dazu, Sicherheiten zu geben, dass das iranische Nuklearprogramm einzig der Energiegewinnung dient.

Chatami war 8 Jahre lang Präsident des Iran. In dieser Zeit gelang es ihm nicht wirklich, im Land für ein politisches Reformklima zu sorgen, dennoch galt Präsident Chatami als Vermittler, wo es um Menschenrechtsverstöße ging. Sein Nachfolger, der Demagoge Mahmoud Ahmadinedschad, ist eine Bedrohung für die Menschenrechte und den Frieden. Dabei ist jedoch keineswegs klar, dass Ahmadinedschad sich der langfristigen Unterstützung durch die im Lande herrschende Geistlichkeit gewiss sein kann.

Im Sommer schlug Ahmadinedschad Hashemi Rafsandschani – auch er ein ehemaliger Präsident – aus dem Felde und wurde neuer iranischer Präsident. Aber Ex-Präsident Rafsandschani ist noch immer relativ stark – als Vorsitzender des Expediency Council. [Anmerkung d. Übersetzerin – Das Expediency Council ist eine Art Vermittler- oder Schlichterstelle zwischen dem mächtigen klerikalen ‚Wächterrat‘ und dem iranischen Parlament.]

Rafsandschani – der durchaus begründet den Ruf eines korrupten Opportunisten genoss -, gilt heute, im Vergleich zu Ahmadinedschad, als Leutfeuer der Aufklärung. Anfang Januar verfassten zwei iranische Scholar von der University of California in Berkeley einen Artikel für die Los Angeles Times, in dem sie auf Folgendes hinweisen: „Im Gegensatz zu populären Annahmen ist sich das traditionell konservative klerikale Establishment des Iran durchaus der Möglichkeit von Gewalt in- und außerhalb des Landes bewusst. Es ist generell gegen eine aggressive Außenpolitik, und durch seine enge Bindung an die abhängige Kapitalistenklasse im Iran ist das Establishment entsetzt über den raschen Abwärtstrend, den die Wirtschaft seit Ahmadinedschads Machtantritt genommen hat. Der Wert der Teheraner Aktienbörse ist um $10 Milliarden in die Tiefe gesackt, der vitale nationale Immobilienmarkt schrumpft und die Kapitalflucht nimmt zu“. Die Autoren des Artikels heißen Dariush Zahedi und Ali Ezzatyar.

Treffend fügen sie hinzu: „Die Geschichte der iranisch-amerikanischen Beziehungen hat es gezeigt, je mehr Washington auf Teheran wegen seiner Nuklearambitionen eindrischt, desto mehr spielt es damit den Radikalen in die Hände – indem Washington Ängste und das Nationalgefühl schürt“.

Im Moment verlassen sich beide Präsidenten – der des Iran und der amerikanische – auf die Kriegslüsternheit des anderen. Alles deutet darauf hin, dass ein Militärschlag gegen den Iran die innenpolitische Macht Ahmadinedschads weiter hochtreiben wird. Wetten, dass die US-Regierung ihm diesen großen Gefallen tun wird? Es sei denn, wir verhindern es.

Wie viele U-Boote hat der Iran wirklich?

Dieser Artikel erschien in der deutschen Übersetzung von Andrea Noll erstmalig bei Zmag.de


Norman Solomons aktuelles Buch ‚War Made Easy: How Presidents and Pundits Keep Spinning Us to Death‘

vermischtes

Winter-Olympiade: Schweizer räumen ab

Harald Haack – Die Olympischen Spiele haben gerade begonnen, aber jetzt steht schon fest, dass die Schweizer mehr als 5 Goldmedaillen kassieren werden. Dank der eBund-Umfrage ist das möglich.

Es sieht so aus, als wollten 173 Leser innerhalb von nur 8 Minuten das klägliche Ergebnis, demnach die Schweizer keine Medaille erringen werden, nicht gelten lassen. Immerhin waren 105 von insgesamt 220 Lesern, also 47,73 Prozent, extrem pessimistisch. Was für eine Schmach!

Natürlich sind die Schweizer keine solchen Schlappschwänze. Sie werden mehr als 5 Medaillen holen. Und was nun wie die Meinung von 173 Lesern aussieht, wurde mit 346 Mausklicks einer einzigen Computermaus erreicht.


Kein Hacken, nur Klicken: Das manipulierte Ergebnis der eBund-Umfrage.
2x oben im Mozilla Firefox am Samstag;
1 x unten im MSIE am Sonntag.

Es ist nicht das erste Mal, dass Manipulationen der eBund-Umfragen möglich sind. Nach dem großen Erdbeben in Afghanistan, vor nicht ganz einem Jahr, wollte die Web-Redaktion der Berner Tageszeitung „Der Bund“ wissen, ob die Schweizer für Afghanistan spenden wollten. Nach einer anfangs sehr zögerlichen Beteiligung an der Umfrage mit einem zunächst zustimmenden Ergebnis schnellte die Beteiligung in die Höhe und das Ergebnis ergab, dass die Mehrheit eine Spendenhilfe für die afghanischen Erdbebenopfer ablehnte. Wollten die eBund-Leser damit ausdrücken, dass sie alle Afghanen für Terroristen halten?

Die Bund-Redaktion stellte auch die Frage, ob es für die Leser überraschend sei, dass der Kanton Bern gemäß der Pisa-Studie in Sachen Bildung unter dem Durchschnitt liegt. Die Antwort war ebenso negativ wie niederschmetternd: Um 21.47 Uhr des 3. Mai 2005 meinten 57 von 73 Leser, also 78,08 Prozent, dies sei nicht überraschend. Halten sich die Berner für so dumm?


eBund-Umfrage: Auch dieses Ergebnis wurde manipuliert.

Nein, keines der Umfrageergebnisse stimmte: Es waren Hacker im fernen Hamburg, Mitglieder eines Clubs, die die Sicherheitslücke vom eBund entdeckt hatten. Ohne spezielle Computerkenntnisse konnte im Prinzip jeder Besucher der eBund-WebSeite das Ergebnis der Umfragen manipulieren. Dazu brauchte er die Seite nur noch einmal besuchen, neu abstimmen und schon hieß es: „Vielen Dank für Ihre Stimme!“

Doch es gab auch Umfragen, bei denen dies nicht möglich war. Wer ein zweites Mal abstimmen wollte, erhielt zur Antwort er habe bereits abgestimmt.

Am vergangenen Samstag versuchte nun ich ausnahmsweise mein „Glück“ bei der Umfrage der Schweizer Tageszeitung. Und, oh Wunder, ich musste nicht einmal den Browser schließen und neu starten. Mit Hilfe der neuesten Version von Mozilla Firefox gelang es mir, das für die Schweizer niederschmetternde Ergebnis in ein positives und damit optimistisches Ergebnis umzuwandeln. Am darauf folgenden Sonntag fand ich um die Mittagszeit viele 298 pessimistische Stimmen vor. 298 waren für „keine“. Doch auch im Microsoft Internet Explorer (MSIE) war es leicht die Stimmen für „mehr als 5“ auf 456 Stimmen anzuheben. Der Optimismus war wieder hergestellt. Kriege ich dafür nun einen Schweizer Orden? Oder einen Job als Aufmunterer für die Eidgenossen?

Falls in Deutschland, der Schweiz oder anderswo Wahlen auf diese Weise stattfinden, wird es ein Klick-Fest geben! Derjenige gewinnt, der die Klickerei ohne Muskelkrämpfe, Sehnenscheidenentzündung und Hirnschaden übersteht – vorausgesetzt, der Server bricht nicht schon vorher wegen der hohen Wahlbeteiligung, weil alle das Ergebnis manipulieren wollen, zusammen. Die Wahl, die eBund-Umfrage oder was es sonst noch geben mag – zum hirnlosen Klickspiel verkommen, weil Web-Programmierer gepfuscht haben?

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Ohne Chip kein Job?

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Stephan Fuchs – Mitarbeiter einer Videoüberwachungs-Firma in Cincinnati sollen mit Verichip implantiert werden. Damit nimmt die umstrittene Implantierung eine neue Hürde. Die Angestellten wurden aufgefordert, sich den RFID Chip injizieren zu lassen.

Der implantierbare Chip der Marke VeriChip von Applied Digital Solutions sorgt schon seit längerem für Furore. Langsam aber sicher bahnt sich der VeriChip durch die Schichten der Gesellschaft. Seit 9/11 ist die Firma kaum mehr zu bremsen. Gefährdete Personen, darunter der mexikanische Staatsanwalt Rafael Macedo de la Concha liessen sich implantieren. Dann wurden Spitäler mit Gratis Lesegräten beglückt, Patienten injiziert und Häftlinge ebenso.

In spanischen und schottischen Clubs wurden Nachtschwärmer zu VIP Partys geladen und mutierten zu schwofenden Brieftaschen. Die toten Tsunami- und Kathrina Opfer wurden verchipt, um sie identifizieren zu können und im Orange Grove Center in Chattanooga im Bundesstaat Tennesse, sollen Behinderte implantiert werden, damit die Polizei weiss wohin die „Ware“ gehört.

Jetzt kommen die Arbeiter an die Reihe. Die Videoüberwachungs-Firma CityWatcher.com markiert ihre Angestellten für die sensiblen Daten Bereiche, wie Liz McIntyre, die Kommunikationschefin von CASPIAN (Consumers Against Supermarket Privacy Invasion and Numbering) mitteilt.

Die Firma integrierte VeriChip VeriGuard in ihr Zugangskontrollsystem. Im Fleisch injiziert, kann der Chip still und unkompliziert die Identität der Person verifizieren.

Der Chef selber, will sich noch nicht injiziert wissen. Er trägt sein Chip noch immer in einem Plastikbehälter am Schlüsselbund. Da macht der Chip natürlich nicht viel Sinn, aber schliesslich ist er der Chef und die anderen eben nicht. Deshalb ist implantieren sicherer. „Vielleicht mache ich die Implantation auch“ meint er im Telefoninterview mit CASPIAN.

Ist Chipsicher Todsicher? Nein, nicht ganz. Erst letzten Monat demonstrierte Jonathan Westhues, ein Sicherheitsforscher, dass der Überwachungszwerg geklont werden kann. „Verichip ist für gar nichts gut, hat absolut keine Sicherheit.“ Also ein weiteres Kontroll- Instrument für das billige Volk?

Deutschland kommt in den Genuss implantierbarer Chips
Schwofen bis der Chip qualmt
Chipen bis die Leiche qualmt
Phönix aus Rassenhygiene und Selektion
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Krieg

Spritmangel bei der US-Air-Force?

Harald Haack – Im Draufgänger-Movie „Top Gun“ fürchtete Hauptdarsteller Tom Cruise, stets an Filmsets für Scientology werbend, „weder Tod noch Teufel“. In der rauhen Wirklichkeit war „Top Gun“ 1968 aber ein Sonderausbildungsprogramm als Antwort auf die hohen Flugzeugverluste der USA während des Vietnamkriegs. Dank des Spielfilmes erhielten die US-Marines und die US-Air-Force regen Zulauf junger, nicht ausgelasteter Männer und Frauen, die von waghalsigen Flugmanövern, wie im Film zu sehen, träumen.

Das Kino siegte offenbar über die Wirklichkeit, denn der Film verführte immer mehr Piloten dazu gegen Dienstvorschriften zu verstoßen, womit sie nicht nur sich, sondern auch andere Piloten und deren Flugzeuge gefährdeten.


F-15-Piloten zeigen anscheinend gerne, dass sie gegen ihre Dienstvorschriften verstoßen: „Luftkrieg“ mit einer zivilen Embraer-Maschine und Heldenpose.

Weil sie angeblich nicht mehr genug Treibstoff im Tank ihrer F-15-Jets hatten, mussten zwei Piloten der US-Luftwaffe im Januar 2005 „kurzfristig ihre Route ändern“. Dies führte zu einem Beinahe-Zusammenstoß mit einem Passagierflugzeug vom Typ Embraer-145 der British Airways, wie es in einem Bericht der Flugsicherheitsbehörde AAIB heißt, der am Donnerstag, den 9. Februar 2006, veröffentlicht wurde. Einer der F15-Jets flog nur etwa 30 Meter über das Passagierflugzeug hinweg, das auf dem Weg nach Hannover war. Eine Katastrophe habe nur knapp vermieden werden können. An Bord der BA-Maschine von Birmingham nach Hannover waren 35 Passagiere.