vermischtes

Wie Steine aus der Aare…

Bern 20.01.2005 – Vor knapp einer Woche funkte „Huygens“ 350 Bilder vom Saturnmond Titan an die Erde. In Bern ist man dabei die Fotos auszuwerten.

Atemberaubende Momente für die Forscher, erlösend die Resultate der übermittelten Bilder… und nun wartet ein Berg voller Arbeit auf die Forscher. Bevor die Sonde Huygens sachte auf der Oberfläche des grössten Saturnmonds landete, schwebte sie zweieinhalb Stunden lang durch die Titanatmosphäre. Detektoren an Bord von Huygens registrierten dabei die Luftzusammensetzung, die Windgeschwindigkeit, den Luftdruck, die Temperatur und elektrische Entladungen. Ein Mikrofon zeichnete gar etwaige Geräusche auf, die an einen Techno- Beat erinnern. Eine High-Tech-Kamera, an deren Entwicklung der Berner Professor Nicolas Thomas beteiligt war, knipste im Landeanflug ein Foto nach dem anderen.

100 Quadratkilometer des Titanbodens habe man fotografiert, schätzt Thomas. „Das ist ein winziger Teil.“ Insgesamt wurden am 14. Januar 350 Bilder von der Titanoberfläche geschossen. Mittlerweile haben neben Thomas und seinem Team Wissenschaftler von der Uni Arizona und vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Lindau damit begonnen die Aufnahmen auszuwerten. Und auch in Bern ist man dabei die Fotos auszuwerten. Auf dem Boden des Saturnmondes Titan vermutete Nicolas Thomas schwarzen Schleim aus organischen Substanzen. Am vergangenen Freitag wurde der Professor für Weltraumforschung und Planetologie vom Physikalischen Institut der Universität Bern eines besseren belehrt. Neben den Landschaftsfotos lieferte «Huygens» nach der Landung eine Reihe von Detailaufnahmen. Eine Stunde und zehn Minuten arbeitete die Sonde unter den unwirtschaftlichen Bedingungen. «Ich habe mit einer Lebensdauer von drei Minuten gerechnet», freut sich Thomas. Die Kamera dokumentierte den Titanboden aus einer Entfernung von 40 Zentimetern. Die gesteinsartigen Brocken auf den Fotos messen damit im Durchschnitt höchstens 15 Zentimeter. Sie bestehen wahrscheinlich aus Wassereis. Die runde Form deute auf Erosionsprozesse wie auf der Erde hin, sagt Thomas. „Die Brocken sehen aus wie Steine aus der Aare.“

Quelle: http://cmsub3.unibe.ch/lenya/uniaktuell/live/magazin/umweltnatur/2005/titan.html

kultur

Commerce – vom schwelgen mit Fischen

Stephan Fuchs– In dieses Aquarium haben schon einige geguckt. Jean-Paul Belmondo, seine Ursula Andress, der Philosoph Jean Gebser, Meret Oppenheim und… eine weitere Aufzählung erübrigt sich, nahezu die gesamte Berner Kunst und Intelligenzija Szene der 50er 60er 70er und 80er Jahre. Den Fischen war das wohl egal, für Bern war das die glänzendste Epoche als Kunststadt.

Bern als geheime Kunstmetropole, das Café Commerce war Dreh und Angelpunkt. Im Verlag Gachnang & Springer erschien das wunderbare Buch „Café du Commerce“, herausgegeben von Markus Jakob. Das 112 Seiten umfassende Buch beschreibt die rauschende Geschichte eines der bis jetzt unverwundeten Beizen in Berns Herz. Das Buch macht ein Stück Berner Kulturgeschichte greif- und nachvollziehbar. Zeitzeugen erzählen von Erlebnissen, Zusammenkünften und zollen fantastische Einblicke in die Szene hinter den grossen Museen und Persönlichkeiten, in den spannenden Auf – und Abstieg des Restaurants und eben in Kneipenkultur, die es heute fast nicht mehr gibt.


Musik plärrt keine aus den Boxen, das babbeln der Fische umso mehr.

Das Commerce hat von diesem Charme nichts eingebüsst – auch wenn diese Generation Kunstschaffender in ferne Länder gezogen oder… verstorben ist. Das Commerce ist eines der wenigen Kneipen die nicht ausgeschlachtet und mit Tarnkappe einem neuen Trendpublikum untergeschoben worden ist. Musik plärrt keine aus den Boxen, das babbeln der Fische umso mehr. Wer eintritt in die unveränderte Gaststube, der ahnt welche Geschichten das Holz abgewetzt haben. Und immer noch tun. Das Restaurant Commerce wird wieder entdeckt. Vermehrt sitzen wieder Maler, Musiker, Schriftsteller, Ballerinas und andere Handwerker in der Gaststube. Das Wirte Paar Rui und Annabela Pacheco sind sich ihres Schatzes durchaus bewusst und pflegen ihn dementsprechend fürsorglich. Der Ober, Paul Carreira, der charmanteste Ober Berns wohlgemerkt, kennt die Tücken seiner Schäfchen, versucht unmögliches möglich zu machen. Die Küche lässt nicht die Fische schwelgen, sondern überrascht mit guten preiswerten Essen.

Mit dem Buch aus dem Hause Gachnang & Springer hat der Verlag ein Dokument publiziert, das gerne als Geschenk an Bern bezeichnet werden darf. Vielleicht gibt es den Kunstschaffenden und den Behörden Auftrieb, Bern wieder dahin zu führen wo die Stadt wieder hingehört: als die geheime Kunstmetropole.

Markus Jakob « Café du Commerce ».
eine Berner Kulturgeschichte seit 1947. Erschienen im Verlag Gachnang & Springer 2004.
112 Seiten, 92 Abbildungen, davon 13 in Farbe. 22 x 28 cm, broschiert, ISBN 3-906127-76-1. Das Buch ist auch im Restaurant Commerce erhältlich.

surveillance

Schwofen bis der Chip qualmt

Stephan Fuchs – Applied Digital Solutions (ADS) sprach von Verschwörung. Es ging um die 75-prozentige ADS-Tochter Digital Angel, welche die Patente am so genannten Verichip hält. Dieser implantierbare Chip dient zur digitalen Brandmarkung und drahtlosen Identifikation von Vieh, Schosstieren und Menschen. Beinahe wäre der Firmenschatz, das Patent mit der Nummer 5,629,678 in die Hände des Computerriesen IBM gefallen, denn diese hält die Firma Digital Angel als Pfand in der Hand. ADS hatte bei IBM Schulden von insgesamt 77 Millionen Dollar. 46 Millionen US-Dollar wurden 2003 fällig, die ADS allerdings auch nach der zweiten Deadline nicht zurückzahlte.

Intrigante Telefonverschwörung
Dafür beschuldigte ADS die Firma IBM der intriganten Telefonverschwörung: ADS habe in Verhandlungen mit einer Investmentfirma gestanden, die 20 Millionen US-Dollar anlegen wollte, dann aber von einem Angestellten von IBM davon abgebracht worden sei. Um den „Gral“ behalten zu können, wurden dann Flugs 25 Millionen Aktien verkauft. Dank der Einigung mit IBM, gehört die Aktie des Technologieunternehmens Applied Digital nun zu den grössten Gewinnern an der Nasdaq. Die Aktie stieg um satte 37%.


Schwofen bis der Chip qualmt

Nicht gestiegen ist die Sympathie Aktie des Unternehmens. Das Konsortium macht sich trotz PR-Gags, wie dem Implantieren von Stammgästen im holländischen Tanztempel Baja Beach Club in Barcelona und Rotterdam und als allerneusten Gag in der Bar Soba im schottischen Glasgow nicht beliebt. In dem Club sind durch die Implantation bereits 40 Spanier zu ihrer eigenen Kreditkarte geworden. Jeden zweiten Donnerstag im Monat trommelt der Baja Beach Club zur „Implantation Night“. Will ein Gast zum „Very Important Person“ VIP werden, lässt er sich einen Chip in den linken Oberarm spritzen. Dann noch schnell den Vertrag unterschrieben, der den Club von der Verantwortung für gesundheitliche Schäden entbindet, ein kleiner Piekser und der Kunde ist zu einer wichtigen Person geworden. Es ist geschafft. Der VIP bezahlt seine Drinks, indem er den Arm an ein Lesegerät hält, das Geld wird praktisch vom Konto abgebucht. Der Besitzer des Chip –Clubs, Conrad Chase, wollte seinen Gästen einfach etwas wirklich Originelles anbieten. Das hat er geschafft. Der Baja Beach Club ist nicht nur PR Gag, sondern auch Testlabor, wie wir weiter unten noch sehen werden.

Auf einen Schlag in die Weltpresse
Nicht ganz so originell war das Pressekommunique von Verichip am 2. August 2004. Darin schreibt die Firma: „Was haben verlorene Hunde, verrückte Kühe und die mexikanische Polizei gemeinsam?“ Verichip natürlich, denn der mexikanische Generalstaatsanwalt Rafael Macedo de la Concha und 160 seiner Mitstreiter seien implantiert worden. Offensichtlich sind aber, laut Macedo de la Concha, nur gerade 18 Personen implantiert worden. Rund 43 Nachrichtenagenturen und Zeitungen haben die Pressemeldung übernommen, unter ihnen CNN, MSNBC, Washigton Post etetc. ADS hat geschafft was die Kritiker des implantierbaren Chips nie schafften: Diese zwei Meldungen, jene über den Baja Club und die Mexikaner, haben Verichip auf einen Schlag in die Weltpresse geschossen. Verichip korrigierte die Zahl der in Mexiko implantierten Regierungsmitglieder nie. Vielleicht war das auch nicht so wichtig, denn die weltweite Aufmerksamkeit war nun gewiss. Die letzte Hürde war jedoch noch nicht genommen. Die US Food and Drug Administration.

Seltsame Randnotiz
Verichip konnte, solange die US Food and Drug Administration (FDA) die Zulassung als medizinisches Gerät verweigerte, amerikanischen Bürgern bislang nicht ohne weiteres in Massen eingepflanzt werden. In anderen Ländern, Mexiko und Spanien aber schon. Ein praktisches Spielfeld für Tests. Am 13. Oktober 2004 verkündete ADS endlich die langersehnte Freigabe der Bundesbehörde. Für die Aktionäre der Firma ein finales Geschenk und einen weiteren Höhenflug an der Nasdaq Börse. Seltsam immerhin die Randnotiz, denn bereits am 22. Oktober 2002 war in einer Pressemitteilung der Firma zu lesen, dass diese Genehmigung von der FDA erteilt worden sei. Diese Falschmeldung von ADS wurde von der Aufsichtsbehörde schriftlich gerügt, worauf die Pressemitteilung eine Korrektur erfuhr. Wie vertrauenswürdig ist eine solche Firme? Besonders wenn sie Vorbehalte der FDA nicht klar kommuniziert? Denn der Chip birgt auch Risiken. In einem Brief von der FDA, datiert vom 12. Oktober 2004 steht: “The potential risks to health associated with the device are: adverse tissue reaction; migration of implanted transponder; compromised information security; failure of implanted transponder; failure of inserter; failure of electronic scanner; electromagnetic interference; electrical hazards; magnetic resonance imaging incompatibility; and needle stick.”


FDA Auszug

Dass es bei der Mini-Operation zu Infektionen kommen kann, dürfte nicht verwundern. Schließlich ist jeder operative Eingriff mit diesem Risiko verbunden und sei er noch so klein. Ähnliches gilt für die Gefahr, dass es im Körper zu Abstoßungsreaktionen kommen könnte. Die FDA weist aber auch daraufhin, dass es zu „elektromagnetischen Interferenzen“ kommen könne, zu „elektrischen Problemen“ und auch zur Inkompatibilität zum „Magnetic Resonance Imaging“, also dem hier meist als Kernspintomografie bezeichneten Diagnoseverfahren. Laut einem 1997 von der FDA erstellten Primer zu diesem Verfahren muss damit gerechnet werden, dass in metallischen Implantaten möglicherweise elektrische Ströme erzeugt werden, die zur Erhitzung und damit zu Verbrennungen des Patienten führen kann.

Fliegende Aktienkurse
Macht nichts, Business as usual und am 10. November 2004 doppelte das Unternehmen mit einem weiteren Erfolg nach. Die Allianz mit dem Pharmakonzern Henry Schein! Über finanzielle Details vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Applied Digital betonte jedoch, dass Henry Schein einer der größten Vertreiber von Healthcare-Produkten an Arztpraxen in Nordamerika und Europa sei. In über 125 Ländern Nordamerikas und Europas vertreibt Henry Schein aus Melville, N.Y. medizinisches Gerät. Die Aktie von ADS stieg wiederum um 20%. ADS will jetzt, grosszügige Geste, 200 amerikanische Schmerz-Zentren mit Chip-Scannern beschenken, um der Chip-Krankenakte zum Durchbruch zu verhelfen. Zwischenzeitig verkündete ADS auch die bindende Erwerbsabsicht des Technologie Unternehmens eXI Wireless Inc. Damit hat Verichip eine potente Firma mit weltweit über 200 Verteilern und Händlern gewonnen. Am 6. Dezember 04, verkündete eXI Wirless seinen Stolz die ersten zu sein, den Markt von Nordamerika mit Produkten von Digital Angel zu beglücken.

Larry Kings mysteriöser Gast
ADS hat sich nun erfolgreich positioniert, um den Engel Verichip fliegen zu lassen. Das GPS kompatible Projekt konnte nun wieder aus der Schublade geholt werden. Bereits am 26. April 2002 erklärte ADS Präsident Scott R. Silverman: „Wie wir von potenziellen Kunden rund um die Welt hören, ist die Zeit reif für unser neues Personal Location Device (PLD). PLD ist die implantierbare Form von Verichip mit GPS Kapazität. Wir haben das Verlangen nach dem implantierbaren Chip mit GPS Ortung gehört! Wir arbeiten jetzt daran.“ Möglich machte dieses Statement die Larry King Show Live auf CNN am 4. März 2002. John Walsh, Showmaster von „America most Wanted“ vom TV-Kanal FOX wurde von einem Anrufer aus Tampa (Florida) gefragt, ob implantierbare, GPS-lokalisierbare Chips nicht dem Kidnapping vorbeugen würden. Walsh antwortete: „Das ist eine brillante Idee. Ich wünschte, jemand würde so etwas entwickeln. Ich hoffe jemand macht das noch zu meiner Lebzeit.“ ADS, ganz in der Rolle einer ritterlichen Geste, konnte nun per Zufall partout so etwas bieten. Interessant wäre herauszufinden, wer der Anrufer aus Tampa war und ob John Walsh für den dankbaren Gag eine Extra-Gage bekommen hat. Um es ganz klar zu verdeutlichen: die Firma ADS schaffte es, ihren lange gepflegten aber durch breiten öffentlichen Druck zurückgezogenen Plan eines implantierbaren GPS Chips zu lancieren: Auf öffentlichen Druck eines Anrufers aus Tampa! Im May 2003 verlautete Dr. Peter Zhou von ADS die Frohbotschaft: „Wir sind sehr ermutigt über die Feldtests des implantierbaren PLD/GPS Prototyps.“

Höhenflug auf 775 Km
Vorweihnachtlich, am 15.12.2004, veröffentlichte ADS in einer Pressemitteilung eine der letzten wichtigen Komponenten zum Verlinken der PLD/GPS Technologie: Die Allianz mit Orbcomm. Die amerikanische Firma Orbcomm garantiert durch 35 Microstar low earth orbit (LEO) Satelliten in Umlaufbahnen auf 775 km Höhe, die weltweit flächendeckende Verfügbarkeit der Daten die von Dulles in Virginia aus überwacht werden. Pegasus Raketen, welche von Flugzeugen aus gestartet werden, befördern gleichzeitig 8 Orbcomm Satelliten in die Umlaufbahnen. Dadurch können nun PLD implantierte Personen lokalisiert werden. Der Schulterschluss ADS / Orbcomm soll im weiteren auch weltweit neue Anwendungen im Militär- sowie im Sicherheits- und Gesundheitsbereich entwickeln.

Phantom Fuchs
Orbcomm wird in Deutschland durch die Fuchs-Gruppe vertreten. Bereits im Jahre 2002 hielt die Fuchs-Gruppe durch die OHB Teledata AG 12.70% Aktienanteile an Orbcomm. SES Global S.A., der weltweit führende Satellitenbetreiber, hält 9% der Anteile und ist Teil einer Kapitalerhöhung von 26 Mio. $US. Der Name OHB steht für Orbitale Hochtechnologie Bremen und ist eine von insgesamt acht Firmen der Fuchs-Gruppe, die unter anderem auch in Mailand und Moskau ihren Sitz hat. Das 1993 gegründete Phantom der Fuchs-Gruppe ist nicht nur deshalb bemerkenswert, weil niemand die Hintermänner kennt, sondern auch weil dieses Unternehmen mit mehreren Tochtergesellschaften eine „Gesellschaft bürgerlichen Rechts/G.b.R.“ ist. Neben OHB gehören die Mailänder Carlo Gavazzi Space und die Cosmos International Satellitenstart GmbH. zum Gepäck der Fuchs-Gruppe. Letztere, die Cosmos International, kooperiert mit russischen Firmen über Satellitenstarts in Plesetsk und Kapustin Yar.

„Wir haben keine Ahnung wohin die Chips geliefert werden. Geheim!“
Doch vorerst wird nun der Markt auf dem medizinischen Segment gestärkt. Wohl konnten bereits in einigen Ländern Verträge mit Verichip Verteilern gezeichnet werden. Unter anderem mit der schweizerisch-russischen Firma Russgps und Metro Risk, einer Firma mit Sitz in Miami, die 1998 von Sicherheitspersonen gegründet wurde und sich auf Antiterrorismus, Geiselbefreiung und Überwachungsfragen spezialisierte. Die Verteiler-Firmen bleiben suspekt und abgerundet wird diese Meinung durch Angela Fulcher, Verichip’s Kommunikationschefin. Sie meinte dann auch: „Rund 7000 Chips sind verkauft worden, etwa 1.000 davon sind implantiert. Wir haben keine Ahnung wohin die Chips geliefert wurden, wir vermuten, dass viele zu Testzwecken von militärischen Einheiten und Nachrichtendiensten gebraucht werden. Darüber können wir aber nicht sprechen.“ Der Engel fällt tief.

PDF Download unter dem Titel: „Schwofen bis der Chip qualmt“
Weiterführende Artikel:


Dieser Artikel erschien zum erstenmal im FACTUM Magazin.

kultur

Hidden Garden – Tanzabend

Bern 08.01.2005 – Stijn Celis neuer Ballettdirektor des Stadttheater Bern, hat die Erwartungen übertroffen. Hidden Garden der Tanzabend war anders, vielleicht gar eine kleine Revolution am konservativen Haus. Über das Stück, eine Uraufführung, zirkulierten bereits Gerüchte über die kaum aushaltbare Brutalität des Stückes, von einem Angriff auf das Aushaltbare, gar von pervertierter Aggression war die Rede. Die Gerüchte erwiesen sich als falsch – und doch wahr. Es ist wohl die Imagination, vielleicht die eigene krude Perversität die solche Bilder heraufbeschwören kann. Vielleicht soll. Da beginnt das Abenteuer. Nur im verborgenen Garten existieren diese Geschichten, die der Vorstellung wegen weit weggeschlossen werden; und doch begierig an der Oberfläche kratzen. Nacktheit, Aggression, Sehnsucht, Angst, unhaltbare Betroffenheit wenn die Traurigkeit das Herz erfüllt – oder sich abzulösen droht von den Tränen der… Lust.


Begierig an der Oberfläche kratzen

Ganz klar, bei den Stadttheater Bern Besuchern tobt ein Kampf der Generationen. Die hinteren Reihen – auch ältere Besucher – gaben eine kleine Standing Ovation, während vorne ein gutes halbes duzend den Saal vorzeitig verliess. Vielleicht, so macht der Anschein, versucht die Stadttheaterleitung auf biegen und brechen den Daumen auf den Puls der Zeit setzen zu wollen. Doch eigentlich ist der Puls schon ganz woanders…
Ganz im vertrauen: es dauerte geschlagene 90 Jahre, bis die Versuche vom Monte Verita nach Bern gekommen sind. Aber das soll kein Kriterium sein, ein Stadttheater ist ja nicht der Untergrund, sondern spült aufgewärmtes nach oben. Stijn Celis, der belgische Choreograph und seine kleine Balletttruppe schaffte es trotzdem ein atemberaubendes Hidden Garden zu präsentieren.


Scheidet die Geister

Emma Murray, die gut besetzte Figur von Celis, überzeugt in ihrer Rolle absolut. Zum Teil wirkt sie zu dominant, alle anderen kommen nicht so recht zum Zug. Oder eben doch: durch TV Monitore wird ein grosser teil der Choreographie Bachstage, also hinter der Bühne getanzt. Live gefilmt erscheinen die Tänzer und Tänzerinnen mit absolut brisanten Schauspielerisch und tänzerischen Seitengeschichten auf den Monitoren. Phänomenal Abigail Cowen als atemberaubende Boxerin, Bruce McCormick, ebenfalls im Bachstagebereich und Joshua Monten als alter Ego. Anil van der Zee und Yael Zuckmann überraschen sowohl als Solisten und noch mehr mit ihren ergreifenden Lebensgeschichten.
Ganz klar: das Stück Hidden Garden scheidet die Geister. Man liebt es oder eben nicht.

medien

Das Berner ensuite – kulturmagazin wird urban

Bern 07.01.2005 – Einzigartig in der schweizerischen Medienlandschaft ist das neue Layout des Berner ensuite – kulturmagazin. Jetzt bereits im dritten Jahrgang präsentiert sich das starke Magazin im urbanen Trend zwischen L.A und Tokio. Weg vom Tabloid, nun geschnitten und mit einem neu strukturierten Inhalt, setzt das Magazin mit seiner Januar 05 Ausgabe (nr. 25) neue Massstäbe im wachsenden Markt der Kulturzeitschriften.

64 Seiten umfassend, davon 32 Seiten mit redaktionellen Beiträgen von rund 15 Autoren, schreibt „ensuite – kulturmagazin“ Hintergrundinformationen, Magazingeschichten, News und Kurzbetrachtungen aus dem Berner Kultur- und Gesellschaftsleben. Internationale Gastautoren, wie Donal McLaughlin Schottland, Harald Haack Deutschland und Urban Hope aus Los Angeles werden das Magazin auch in Zukunft bereichern. Neu einbezogen wurde die Rubrik Biel/Bienne – Seeland, die vom Büro der Media Agentur Hirzel GmbH in Biel redaktionell koordiniert wird und dem spannenden Bieler Kulturleben eine neue Plattform bietet. Das Magazin, im dritten Jahrgang unabhängig, versteht sich als Kitt- und Kult-Zeitung der Berner Kulturlandschaft. Eine wichtige Aufgabe, derer sich die MacherInnen von ensuite – kulturmagazin seit dem Beginn des Magazins treu geblieben sind. Weiterhin erscheint ensuite – kulturmagazin einmal monatlich in einer Auflage von 10’000 Stück, frei erhältlich wo Kultur stattfindet und im Abonnement für all jene, denen das Kulturmagazin wichtig und ans Herz gewachsen ist.

terror

Schmutzige Geschäfte und Heiliger Krieg.

Herr und Frau von Dohnanyi Sie sind die Autoren des kürzlich im Pendo Verlag erschienen Buches „Schmutzige Geschäfte und Heiliger Krieg; Al Qaida in Europa“. Um es gleich vorweg zu nehmen, ihr Buch wurde mit harter Kritik konfrontiert. Allen voran Herr Ladurner von „DIE ZEIT“ verriss ihr Buch als „billige Kommentatorenpolemik unterfüttert mit großem, aber disparatem Faktenwissen“, und er drückt sie bisweilen in die Ecke der Verschwörungstheoretiker. Zu Recht?

Unser Buch behandelt unter anderem das Risiko von nuklearen, biologischen und chemischen Massenvernich-tungswaffen in den Händen islamistischer Terror-Organisationen. Wir behaupten nicht, dass etwa Al-Qaida solche Waffen bereits besitzt. Aber man weiß, und nicht erst seit den Anschlägen vom 11. September 2001, dass Osama bin Laden an der Aufrüstung seiner ‚Gotteskrieger‘ mit solchen Waffensystemen arbeitet. In einer Fatwa hat er die Beschaffung solcher Waffen sogar zur heiligen Pflicht jedes Muslimen erklärt. Die erste uns bekannte Aussage verhafteter Al-Qaida Mitglieder zu diesem Thema stammt aus dem Jahr 1998. Wer diesen Geständnissen damals wenig Bedeutung zumaß, müsste spätestens durch das in den afghanischen Ausbildungslagern entdeckte Schulungsmaterial der Terroristen aufgerüttelt worden sein. Sind diejenigen, die im Frühjahr 2002 an strategischen Punkten von New York die Installation von Sensoren zur Frühwarnung vor Attacken mit ABC-Waffen anordneten, Opfer von ‚Verschwörungstheorien‘ geworden? Und warum hat ein hoher Funktionär der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien zum Jahrestag der Anschläge von New York und Washington von der wachsenden Sorge gesprochen, Al-Qaida könne im Besitz von radioaktivem Material für eine ‚Schmutzige Bombe‘ sein? Wird hier vielleicht der Überbringer schlechter Nachrichten mit dem Argument der ‚billigen Kommentatoren-Polemik‘ geprügelt, nur weil die von ihm überbrachte Botschaft missfällt?

Als regelmäßiger Weltwoche Leser schätzt man Ihre journalistische Fähigkeit und Integrität. Herr Ladurner und andere Bemängeln Ihre Quellenangaben, die Sie häufig im Dunkeln lassen. Ist dies die Folge journalistischer Gepflogenheit des Quellenschutzes?

Der Journalismus lebt davon, dass Informanten sich auf ihren Schutz verlassen können. Das halten unsere Kritiker in ihrem jeweiligen Arbeitsgebiet genau so, ohne dass es ihnen deshalb zum Vorwurf gemacht würde. Um so mehr gilt dies für Informanten, die häufig ein hohes persönliches Risiko eingehen, indem sie rigorose Schweigepflichten brechen. Soweit es ging, haben wir Informanten mit Namen genannt. Andere werden sich darauf verlassen können, namentlich von uns unter keinen Umständen genannt zu werden.

Journalisten haben, wenn sie investigativ arbeiten, häufig Zugang zu Unterlagen und Gesprächen die sich für Außenstehende nicht so einfach verifizieren lassen. Müssen sich die Leser auf das Urteilsvermögen des Journalisten verlassen, oder hätte jeder die Möglichkeit sich mit Ihnen auf einen Espresso zu treffen und sich die Dokumente einzusehen, von welchen Sie behaupten im Besitz zu sein?

Und wer finanziert dann, angesichts des hohen Interesses an unserem Material, die Behandlung unserer chronischen Koffeinvergiftung? Aber Scherz beiseite. Mit jedem Einzelnen zu reden, wäre schon aus zeitlichen Gründen wohl unmöglich. Das auf mehrere sichere Orte verteilte Archiv ist inzwischen auf einige zehntausend Seiten angewachsen. Aber Kollegen, die mit dem nötigen Grundwissen gerüstet sind, sind natürlich willkommen. Wir haben, außer dem noch nicht veröffentlichten Material, keine Geheimnisse.

Gustav Trampe vom „Berliner Tagespiegel“ kritisiert Ihr Buch unter dem Titel: „Die Angstfalle“. Arbeiten Sie mit der Angst der Leser um Ihr Buch möglichst gut zu verkaufen oder ist die Gefahr realer als der Staatsschutz den Bürgern zumutet?

Im Archiv des ‚New Yorker‘ gibt es einen wunderbaren Cartoon. Eine Gruppe von Straussen sitzt um einen Tisch. Der Vorsitzende beugt sich leicht vor: ‚Damit ist der Antrag angenommen. Wir werden auch künftig die Köpfe in den Sand stecken!‘ Wenn Europa und die U.S.A. die Vogel-Strauss-Politik gegenüber dem islamistischen Terrorismus nicht so lange betrieben hätten, müssten wir uns heute wohl weniger Sorgen machen. Und was Ihre Anspielung auf die Verkaufszahlen angeht. Reich wird man von solchen Büchern nicht.

Als Schweizer Infanterie Offizier lernt man im Untergrund zu kämpfen und Guerilla Taktiken anzuwenden. Eines dieser Lehrbücher wurde von Major H. von Dach geschrieben und war mehr oder wenig öffentlich zugänglich und wurde, soviel ich weiß, auch im Untergrund gehandelt. Es ist wohl eine Illusion anzunehmen, dass entschlossene Terroristen nicht auf die Idee kommen Trinkwasser zu verseuchen und Atomkraftwerke in die Luft zu jagen. Selbst Gruppen wie die Aum Sekte von Japan, die nicht im Verzweiflungskampf gestanden haben, führten Gas Attacken in der Metro von Tokio durch. Sind Sie denn wirklich paranoid, wenn Sie auf diese Gefahren hinweisen?

Ich war in Tokio, als Aum Shinrikyo die U-Bahn mit Sarin angriff. An diesem Tag wurde ein neues Kapitel in der Geschichte des Terrorismus geschrieben. Zum ersten Mal hatte sich nicht eine Regierung, sondern eine ‚Privat-Organisation‘ am Massenmord versucht. Wegen meiner Warnung, dass in Tokio die letzte Hemmschwelle für Terroristen durchbrochen worden sei, wurde ich damals von vielen verlacht. Gebe Gott, dass die Spötter recht behalten. Nichts wäre mir lieber, als in diesem Punkt von den Fakten dementiert zu werden. Denn im Gegensatz zu den meisten Lachern habe ich, und nicht nur in Tokio, Opfer von Massenvernichtungswaffen mit eigenen Augen gesehen.

Diese Woche treffe ich mich mit Adolf Jäkle, dem deutschen Unternehmer der 1994 mit einigen Gramm Plutonium im Süddeutschen Tengen verhaftet wurde. Sie erwähnen ihn auch auf Seite 142 Ihres Buches. Selbstverständlich wird eine Frage an Herrn Jäkle den Irak betreffen der in der Zieloptik des amerikanischen Pentagons steht. Ist die Gefahr einer Atombombe in terroristischen Händen tatsächlich vorhanden?

Es mag schon sein, dass eine funktionsfähige Atombombe der ultimative Traum auch von Terroristen ist. Aber sie brauchen sie nicht wirklich. Was wollen Terroristen anderes als – terrorisieren!? Und dazu genügt eine Schmutzige Bombe. Ein herkömmlicher Sprengsatz, kombiniert mit radiologischem Material etwa aus der industriellen Nuklearforschung oder der Nuklearmedizin. Der Hinweis selbst auf eine schwache Verstrahlung im Zentrum einer Grosstadt wäre genug, um das normale Leben zum Erliegen zu bringen. Plutoniumhändler wie Herr Jäkle haben wohl mehr die Bombenwünsche von Regierungen als die Träume von Terroristen bedient. Das macht sie nicht weniger gefährlich. Der religiöse Fanatismus einiger Wissenschaftler des pakistanischen A-Waffenprogramms hat gezeigt, wie fließend die Grenze zwischen den Nuklearprogrammen staatlicher und ‚privater‘ Akteure inzwischen ist.

In ihrem Buch deuten Sie auch auf die Neonazi-Islam Verbindung hin. Es ist eine Tatsache, dass Gruppierungen amerikanischer Nazibünde wie die des kürzlich verstorbenen William Pierce von der National Alliance oder Aryan Nation, den deutschen Gruppen um Horst Mahler und Schweizer Extremisten wie Ahmed Huber sich im Kampf gegen die USA und das angebliche Weltjudentum ideologisch zusammenschließen. Wie real und mächtig ist diese Symbiose?

Ahmed Huber sagte im Gespräch, 1933 seien ’nur 60 Millionen gute Deutsche erwacht. Der 11. September erweckte 1,3 Milliarden Muslime.‘ Und er wollte diesen fürchterlichen Satz als Warnung in erster Linie an die USA, letztlich aber auch an die europäischen Demokratien gerichtet sehen. Solch verbales Säbelrasseln ist natürlich hanebüchener Unsinn. Die islamische Welt hat sich nach dem 11. September nicht hinter Osama bin Laden gesammelt. Und so, wie es der rassistische Überlegenheits-Wahn den Rechtsextremisten verbietet, Nicht-Arier als mehr als nützliche, aber eben vorübergehende Weggenossen zu betrachten, so bleibt auch die Akzeptanz nicht-muslimischer Alliierter durch die Islamisten beschränkt. Anders gesagt, betrachten Rechtsextremisten und Islamisten sich gegenseitig herablassend als nützliche, aber letztlich eben idiotische Steigbügelhalter für die jeweiligen Langzeitpläne. Auch im ideologischen Bereich gilt, was Winston Churchill über Staaten sagte: sie haben keine Freunde, sondern höchstens Interessen.

Sich deshalb nun aber entspannt und gelassen zurück zu lehnen, wäre ein fataler Irrtum. Auch vorübergehende gemeinsame Interessen von Islamisten und Rechtsextremisten können in höchstem Maß gefährlich sein. Von der Logistik des Lebens im Untergrund über die Beschaffung von Waffen bis hin zur aktiven Partizipation bei der Vorbereitung von Anschlägen sind alle Varianten möglich. Der letzte Anruf des Attentäters auf die Synagoge von Djerba ging an einen deutsch-polnischen Konvertiten im Ruhrgebiet. Ihnen, den rechtsextremen Konvertiten, zu denen auch der Schweizer Ahmed Huber gehört, und die als Scharnier zwischen diesen beiden vom Hass auf das Weltjudentum und die USA bestimmten Welten agieren, muss daher eine ganz besondere Aufmerksamkeit der Ermittler und Dienste gelten.

Im allgemeinen wird die Problematik des ideologischen Zusammenschlusses dieser beiden Lager komplett ignoriert. Ist das nicht ein fataler Fehler, dessen Folgen wir noch nicht absehen können?

Ganz allgemein erscheint es einer der zentralen Schwachpunkte der westlichen Demokratien zu sein, weniger vorbeugend zu operieren als punktuell auf akute Probleme und Krisen zu reagieren. Probleme werden von der politischen Debatte in der Regel erst dann wahrgenommen, wenn es ‚geknallt‘ hat. Man muss sich doch zum Beispiel schon fragen, warum die europäische wie übrigens auch die amerikanische Politik alle Berichte über das Treiben von Al-Qaida und die Verbindungen der Islamisten etwa zu saudischen ‚humanitären Organisationen‘ auch nach Kriegsende in Bosnien so beharrlich ignorierten. Es war das westliche Wegschauen, das Osama bin Laden sein balkanisches Sprungbrett nach Westeuropa garantierte. ähnlich könnte es mit dem ideologischen Schulterschluss der Islamisten mit dem internationalen Rechtsextremismus kommen. Dass es bis heute keinen gerichtsverwertbaren Beweis dafür gibt, dass ein solches Bündnis bereits operativ ist, kann doch nicht bedeuten, dass es dazu nicht kommen könnte. Wollen wir, wie im Fall von Al-Qaida, auf das spektakuläre Ereignis warten? Oder sollte für einmal so intensiv wie möglich vorbeugend aufgeklärt werden? Die meisten Ermittler haben keinen Zweifel, was getan werden müsste. Es liegt jetzt an der Politik, so schnell wie möglich die nötigen Vorgaben zu definieren.

Al Taqwa, die Luganeser Firma von Youssef Nada, Ali Ghaleb Himmat und Ahmed Huber war im Kreuzfeuer der Medien und der amerikanischen Geheimdienste. Auch Sie erwähnen diese Firma in Ihrem Buch und bringen die Verbindung der Al Taqwa zur Fimo. Die Fimo war, vor allem in der Zürcher Wochenzeitung „WOZ“ lange Zeit als Brückenkopf der Mafia, Schnittpunkt zur Propaganda due und als Waschinstitut für Drogengelder im Mediengespräch. Ist das ein Zufall, oder Spielen hier tatsächlich Kräfte mit, die mit der Fimo konform sind und deshalb wohl auch nicht wirklich verfolgt werden?

Journalisten tragen Fakten zusammen. Ob diese Fakten strafrechtliche Relevanz haben, muss die Justiz entscheiden. Auch für die Herren von al Taqwa und der Fimo gilt bis zu einem Urteilsspruch das Unschuldsprinzip. Aber der Volksmund weiß wohl nicht zu Unrecht, dass in der Regel dort, wo es raucht, auch Feuer ist.

Sie erwähnen, dass Prinz Nayif bin Abdulaziz al-Saud mit einer unmissverständlichen Warnung nach Bern reiste. Erstaunlich ist das nicht, aber dass Bern sich erpressen lässt ist wohl auch nicht erstaunlich. Es ist vielmehr ein Skandal. Können Sie hier näher ins Detail gehen? Steht das eventuell auch im Zusammenhang mit den immensen saudischen Kapitalflüssen von den Vereinigten Staaten nach Genf?

Von dieser Reise nach Bern gibt es außer den erwähnten Fakten leider keine zusätzlichen Details. Aber Ihre Vermutung, dass die Aussicht auf eine graduelle Verlagerung der Ölgelder aus den USA in ausgewählte Länder Europas ein wichtiges Motiv für die Geheimnistuerei ist, ist nicht von der Hand zu weisen.

Sie werden kritisiert, da Sie die westlichen Gesetzesgrundlagen für zu lasch halten. Im Prinzip sind wir aber nun dabei die Rechtsgrundlagen für einen totalitären Staat, nicht nur in Amerika sondern auch in Europa, aufzubauen. Interessanterweise ergänzen sich die Meinungen von Personen wie Pierce, Huber oder Mahler, die davon ausgehen Terror zu schüren bis die Ordnung zusammenbricht. Wer den Terror letztendlich ausführt ist ihnen egal, Hauptsache es brennt. Sollte tatsächlich eine Nazi-Islamische Kooperation im Spiel sein, würde eine Verschärfung der Gesetzesgrundlage der Bewegung in die Hände spielen. Ist das nicht eine unglaublich schwierige Gratwanderung, die uns das Genick brechen könnte?

Ich bin es allmählich leid, von diesen ach so gut-meinenden Vogel-Strauss-Demokraten ständig der Scharfmacherei beschuldigt zu werden. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die Intoleranz in- und ausländischer Extremisten in unserer Mitte zu tolerieren ist kein Zeichen demokratischer Reife, sondern von politischer Verantwortungslosigkeit. Ich verlange nicht härtere Gesetze, sondern genaueres Hinschauen. Die Rechtsgrundlage gegen Extremisten jeglicher Couleur ist in den meisten Ländern absolut ausreichend. Es mag hier und dort Nachbesserungen brauchen. Ansonsten aber sollten die bestehenden Vorschriften angewandt werden.

Es ist das beharrliche Leugnen der großen Volksparteien von realen und mit der Zuwanderung verbundenen Problemen gewesen, das einen Teil der europäischen Wählerschaft in die Arme von Populisten wie Jörg Haider in Österreich, Umberto Bossi in Italien oder Pim Fortuyn in Holland getrieben hat. Wo sonst ist der Nährboden für die le Pens, die flämische oder die dänische Rechte? Warum haben Edmund Stoiber und sein bayrischer Spezi Beckstein auf die ungunestigeren Wahlprognosen in den letzten Tagen vor der Bundestags-Wahl sofort mit der Angstpropaganda der Ausländerpolitik reagiert?

Dass die kosovarische UCK gegen den serbischen Diktator zum Alliierten gekürt wurde, obwohl selbst in NATO-Papieren stand, dass sie sich über Drogenhandel, Waffenschmuggel und Prostitution finanziert; dass Herr Kaplan mit seinem Kalifatstaat jahrelang geduldet wurde, obwohl er im Schutz seiner Religion einen politischen Umsturz in der Türkei plante; dass islamische Organisationen, die der deutsche Verfassungsschutz für bedenklich hält, Koranlehrer an deutsche Schulen plazieren und dort nach fremden Lehrplänen und in fremden Sprachen unterrichten dürfen; dass Organisationen wie Hizbollah oder Hamas in Deutschland Spendengelder sammeln dürfen, die vermutlich auch den Kamikaze-Attentätern in Israel helfen – all das und mehr riskiert nur eine Reaktion in der Gesellschaft: eine schleichende Verschiebung nach Rechts, die für den Fortbestand der Demokratie in der bisherigen und energisch zu verteidigenden Form viel gefährlicher werden könnte als alle geifernden Hetztiraden ewiggestriger Rechtsextremisten oder Attacken fanatischer Islamisten zusammen.

Wer heute noch behauptet, es gäbe mit dem fanatisierten Teil des Islam kein Problem, spielt den Hubers und Mahlers in die Hände.

Es mehren sich die Stimmen von Zielfahndern und Agenten, die komplett frustriert das Handtuch werfen oder zurück gebunden werden. Gerade deren Arbeit zeigt immer wieder die interessantesten Resultate und Schritte in die richtige Richtung. Deuten Ihre Quellen darauf hin, dass Sie deren Sprachrohr sind?

Wir sind Niemandes Sprachrohr. Eine der grössten Schwierigkeiten war es, ‚gute‘ von ’schlechten‘ Informationen zu trennen. Immer wieder ist versucht worden, uns entweder in die Irre zu leiten oder uns gezielte falsche Informationen zuzuspielen. Wir können nur sagen, dass wir jede uns zugespielte Information so gründlich und so unvoreingenommen wie möglich geprüft haben. Dass viele der Steinchen des von uns beschriebenen grossen Mosaiks aus verdeckten Quellen stammen, sollte eigentlich nicht verwundern. Es sind Polizeifahnder und Geheimdienste, die sie beschaffen. Ebenso wenig wie es Erstaunen auslösen sollte, dass es die Frustration ist, die hoch motivierten Ermittlern ab und zu die Zunge löst. Journalisten und Buchautoren lassen dann das Aufnahmegerät laufen oder gehen mit einem neuen Packen von Dokumenten nach Hause. Sie sind Chronisten des Kampfs gegen das Organisierte Verbrechen oder gegen den internationalen Terrorismus. Akteure sind sie nie.

Sehr geehrter Herr Dohnanyi, sehr geehrte Frau Dohnanyi, wir bedanken uns herzlich für das Gespräch und wünschen ihnen alles Gute.

Johannes von Dohnanyi ist der Autor des beim Pendo Verlag erschienenen Buches „Schmutzige Geschäfte und Heiliger Krieg; Al Qaida in Europa“. Er ist Italien und EU-Korrespondent des Schweizer Wochenmagazins „Weltwoche“. Er wurde mit dem Journalistenpreis der Stadt Rom ausgezeichnet.

Germana von Dohnanyi ist gebürtige Mailänderin. Sie war Asien-Korrespondentin für „Il Giornale/L’independente und war als freie Balkan- Korrespondentin tätig. Derzeit ist sie als freie Journalistin tätig, unter anderem für das „Greenpeace Magazin.“

Das Interview führte Stephan Fuchs und Kevin Coogan für das Medienhaus von Oraclesyndicate.

kultur

Hinter Schmerz wohnt Schönheit

Félix Duméril, Balletdirektor des Bernballetts über Risiko,
Traumwelten und Schmerz

Das Interview als PDF Download

Stephan FuchsGanz am Anfang deiner Karriere als Ballettdirektor, haben wir im Zug nach Bern über deine Visionen des Balletts gesprochen. Das war absolut spannend Felix. Jetzt sitzen wir wieder zusammen und ich vermute fast, deine Visionen sind zertrümmert.


„Symbolik ist etwas Gewaltiges“ Félix Duméril

Überhaupt nicht. Sie haben sich verändert. Rückblickend kann ich stolz sein auf die Arbeit die die Compagnie geleistet hat und ich kann meine Arbeit als Direktor und Choreograph mit gutem Gewissen betrachten. Wir haben spannende und abwechslungsreiche Aufführungen gemacht. Ich glaube sogar, wir haben das Bestmögliche gemacht.

Da bin ich überzeugt. Ich habe jedes deiner Ballette gesehen. Klar, alles kann nicht gefallen, aber ich habe die Leidenschaft, die Tränen und die Euphorie, die auf und hinter der Bühne stattgefunden haben erlebt. Felix, deine Arbeit hat wirklich berührt und ich bin sicher ich bin bei dieser Impression nicht der einzige. Und trotzdem bist du gescheitert, dein Vertrag wurde nicht verlängert.

Gescheitert? Nein! Das bin ich bestimmt nicht. Das Ballett und die Choreographien haben national & international große Beachtung gefunden. Unter anderem war das Bernballett unter meiner Leitung die erste Kompanie des Stadttheaters Bern, die auf Auslandtournee war. Wir waren in Prag, in Brno. Und wir hatten Erfolg. Und gerade wenn du sagst, daß dich das Ballett als Zuschauer berührt hat, dann können wir nicht gescheitert sein.

Anders gesehen warst du ja auch jung, du bist als Tänzer von Martin Schläpfer’s eigenem Stall zum Ballett Direktor mutiert, ein Posten der viele Gefahren und viel Neues birgt.


„Navigieren als Flaggschiff“ Abigail Cowen & Marius van Dane

Ja, das war für mich ein Risiko das ich eingegangen bin. In der ganzen Geschichte um die „Nichtverlängerung“ meines Vertrages gibt es für mich noch immer Ungereimtheiten. Da ist etwas schiefgelaufen, vielleicht in der Kommunikation. Ich denke für mich ist diese Geschichte dieser „Nichtverlängerung“ vorbei. Ich mache hier meine Arbeit zu Ende und ich bin um eine große Erfahrung reicher geworden und das in vielen Belangen. Ich muß dir sagen, ich hatte eine spannende Zeit am Berner Stadttheater. Ich bin als 28 jähriger Tänzer und Choreograph in eine Position gekommen, die ich zuerst kennenlernen mußte. Ein Navigator mit seinem ersten Flaggschiff sozusagen. Das war das eine. Auf der anderen Seite schmolz das Ballett aus Geldgründen zum Ballettchen zusammen. Die Zeit des großen Balletts, Schwanensee zum Beispiel, war so gar nicht mehr möglich. Viele Gäste kamen aber noch immer mit der Vorstellung ins Theater, klassisches Ballett in großer Formation und im traditionellen Rahmen zu sehen. Das ging doch gar nicht mehr. Obwohl, wir haben versucht weiterhin klassische Elemente einzubinden. Für mich war das kleine Ensemble aber auch eine große Chance: Neues zu zeigen. Am Puls der Zeit zu sein. Wagnis addiert mit neuen Horizonten. Es war Aufregend. Ich glaube genau über diesen Punkt haben wir damals diskutiert im Zug nach Bern.

Ja, das war’s! Du hast an einem etablierten Haus versucht den Zeitgeist einzubinden, ohne dabei konventionelle Produktionen zu vergessen. Viele deiner Stücke, ganz besonders dein letztes Stück „Sismographes“ arbeitet viel mit Symbolik. Ein Juwel.

Danke. Symbolik auf die Körpersprache zu übertragen ist schon etwas Gewaltiges. Im Stück „Sismographes“ bekommt die „Körpersymbolik“ eine aufregende Form. Symbole haben ja auch viel mit dem Archetypus zu tun…

…C.G. Jung, der Tiefenpsychologe?

Ja! Ein aufregender Mann der sich mit dem Archetypus, den vererbten Urbildern von menschlichen Vorstellungsmustern, die in Symbolgestalt durch unsere Traumwelten hervortreten, auseinandergesetzt hat. In der Choreographie wird also der Körper zum Symbol. Dadurch, so hoffte ich, können archetypische Vorstellungen geweckt werden. Ein geistiger Raum, der sich für eigene Interpretationen der Träume entstehen läßt. Symbole sind nicht direkt lesbare, sondern energetische, durch die Ebene des Unterbewußtseins entstehende Bilder. Das sind Traumbilder, die Hoffnung erzeugen, die aber auch Angst machen können…


„Zugänge zum Traum schaffen“: Hildur Ottarsdottir

…ist das der Moment wenn der Nacken kribbelt, wenn einem die Tränen in die Augen schießen und das Gefühl hochkommt von: Meine Güte ich bin berührt?

Da könnte die Reise beginnen. Dabei spielt es keine Rolle wie intelligent, oder in welchem alter ein Mensch ist. Das zeigt auch wie vielfältig der Mensch sein kann. Eigentlich hätte jeder Zugang zu diesen Träumen, aber die meisten Leute interessieren sich nicht mehr für Träume. Dabei ist das ihr eigener persönlicher Mikrokosmos und ich glaube, daß wenn Träume aufhören, dann ist der Mensch am erstarren.

Die meisten Menschen sind täglich einem infernalen Bombardement von Informationen und Bildern ausgesetzt, da bleibt nicht viel Freiraum für den eigenen Mikrokosmos. Muß man denn in der Kunst gezwungen philosophisch sein?

Oh, nein überhaupt nicht! Schon auch in einem begrenzten Masse, aber ich empfinde es als unheimlich wichtig, daß man als Choreograph im Tanz, oder in der Kunst im allgemeinen, den Boden der Realität nicht verliert. Mahatma Gandhi, der Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung zum Beispiel, hat als Philosoph und intellektueller Denker, täglich gestrickt um den Faden zur Realität nicht zu verlieren. Im Prinzip machen wir was Ähnliches im Ballett Training. Klassik, Klassik, immer wieder. Das hält uns, da wir eigentlich auch von der „normalen“ Außenwelt abgeschnitten sind, am Boden. Ich arbeite auch viel mit humoristischen Elementen, ich vertraue darauf, daß Handwerk und das Bodenständige als wichtiges Element zur Geltung kommt. Ich finde es wichtig, daß sich die Waage hier hält und ich versuche mich immer offen zu halten. Sonst verliert man den Zugriff zur Realität.


Der Schmerz wird auch zur Leidenschaft: Hildur Ottarsdottir

Gerade deine abschließende Choreographie läßt einiges an Interpretation zu. Die Masse als dirigierbares Objekt, der Dirigent als Ausdruck für Macht, Schmerz…

… gerade die Kraft des Schmerzes ist eigentlich ein sehr starker Motor, von alldem was wir machen. In diesem Stück geht es um Grundfragen die bewegen. Dabei spielt der Schmerz in diesem Stück sicher eine große Rolle. Der Schmerz wird auch zum Opfer… zur Leidenschaft… Wie kann ein Mensch wie Dmitrij Schostakowitsch, der Komponist meiner Choreographie „Sismographes“, unter so viel Schmerz und Machtmißbrauch den er erlebt hatte, etwas so überaus schönes produzieren? Es ist die Schönheit, die man mit einem nassen und mit einem trockenen Auge genießen kann…

…das ist atemberaubend!

Schmerz kann auch Passion sein, wie in religiösen Bekenntnissen. Dabei lastet auf dem Menschen ein unvorstellbarer Druck. Wie viele Kriege wurden aus Vergeltung gefochten? Jeder ist sensibel auf Schmerz und Schmerz kann in der Masse gezielt in das Böse umgewandelt werden…

…durch Propaganda, Massenbewegungen, Hetze. Auswüchse, wie sie in Nürnberg während des dritten Reiches zur Blüte kamen mit Fahnen, Fackeln…

…und Symbolen wie dem Hackenkreuz, den archetypischen Implikationen, welche mittlerweile auch gut dokumentiert sind. Dem ganzen Irrsinn, wie er noch heute angewandt wird.


„Brücke zwischen Schmerz und Böse niederreissen“

Genau diese Bilder kommen in deinem Stück hoch! In deinem Stück kann tatsächlich jedes Regime gesehen werden, es könnte auch der Marxismus sein. Wir könnten diese symbolisch implizierte Brücke zwischen Schmerz und Böse niederreißen, vielleicht kämen wir der Schönheit wohl um einiges näher. Genau dieser Satz: „Hinter dem Schmerz liegt die Schönheit“ wurde auch als Schlußsatz im Programm Heft zu deiner Choreographie „Sismographes“ gesetzt. Vorneweg sind vier Abschnitte, die die einzelnen Sätze von „Sismographes“ beschreiben. Für mich klangen sie, als ob sie biographisch, jeder für sich für ein Jahr deiner Arbeit als Ballettdirektor stünden.

Ich glaube schon, da hast du recht. Das ist sicher unbewußt autobiografisch zu sehen. Ich habe nicht eigentlich daran gedacht, daß die vier Sätze der Choreographie periodisch sein sollen, aber es hat definitiv mit mir zu tun. Jede Kreation ist natürlich in irgendeiner Form mit dem Choreographen eng verbunden. Mir ging es auch um die Körpersprache, um die minimalisierte Form der Symbolik. Obwohl, man kann schon sagen, das Stück ist wohl vom Bewegungsmaterial her nicht das innovativste. Aber es hat etwas im Stück das jemand bewegt. Ich vermute es hat den Archetypus getroffen.

Das hat es. Das ist doch auch das einzige Kriterium an der Kunst im allgemeinen. Kunst ist ja nicht klassifizierbar in gute Kunst und schlechte Kunst. Sondern ob einem Kunst emotionell bewegt, ob es den „…ich bin hingerissen“ Effekt gibt.

Was meinst du, Kunst ist nicht kritisierbar? Wie würdest du denn eine Ballettkritik schreiben?


Hinter dem Schmerz die Schönheit: Abigail Cowen & Marius van Dane

Ei, jetzt drehen wir den Spieß um! Ich werde mich hüten, jemals eine Kunstkritik zu schreiben. Ich bin dazu gar nicht fähig. Kunst zu kritisieren verlangt ein so enormes Verständnis an Zusammenhängen, philosophischem Rüstzeug, die Bereitschaft aus verschiedensten, gegensätzlichen Blickwinkeln zu betrachten, geschichtliche und soziale Aspekte et etc. nein, nein, Felix, da halt ich mich raus. Alles was ich ehrlicherweise schreiben könnte ist: es berührt mich, oder eben nicht. Basta. Dem Leser kann ich eigentlich nur anbieten an der Kunst Teil zu nehmen, an einem Moment wie bei unserem Gespräch hier, dabei zu sein und Gedanken anzuregen. Kunst muß jeder selber erleben. Aber kehren wir den Spieß lieber wieder um: Ist der Satz: „Hinter dem Schmerz liegt die Schönheit“ auch für dich gerechtfertigt?

Ich glaube schon. Ich hatte lange dieses unangenehme Gefühl, nachdem mein Vertag nicht verlängert wurde: Wie geht es weiter? Jetzt, seit etwa zwei Wochen, gehen plötzlich neue Türen auf. Das ist schon ein erleichterndes Gefühl. Lassen wir uns überraschen. Ich sehe vor mir einen neuen Horizont. Und der ist auf jeden Fall da und darauf freu ich mich enorm! Hinter dem Schmerz, da liegt für mich in der Tat die Schönheit.

Felix, ich bedanke mich ganz herzlich für dieses umfangreiche Gespräch und speziell für 5 Jahre spannende und auf hohem Niveau stehende Ballettabende, die du den BernerInnen geschenkt hast. Für die Zukunft wünsche ich dir das Beste und einen herrlichen Horizont.

Félix Duméril ist seit 1999 Ballettdirektor am Berner Stadttheater. In dieser Zeit schuf er für das Bernballett 12 Choreographien, die national und international Beachtung gefunden haben. Duméril wurde 1971 geboren. Er ließ sich bei Anne Wooliams ausbilden und war Schüler von Martin Schläpfer. Er setzte seine Ausbildung an der John Cranko Schule in Stuttgart fort und schloß mit Diplom des Königlichen Konservatorium in Den Haag ab.

Félix Duméril auf dem Weg zum geheimen russischen Juwel
Fotos: Philipp Zinniker, Bern
Dieses Interview erschien erstmalig in der Printausgabe des Berner Kulturmagazin
Ensuite


vermischtes

Der Phönix aus Rassenhygiene und Selektion

Nachdem die Industrielle Revolution das Terraforming und den Raubbau an der Natur in vollen Zügen vollbringt, kommt nun das Humanforming das seit dem zweiten Weltkrieg in einem tabuisierten Schattenreich geschlummert hat wie ein Phönix wieder zum Vorschein. Der Übermensch hat wieder Konjunktur. Damit auch die Gefahren der Rassenhygiene und der Selektion.

Die Idee des Übermenschen ist alt und mit vielen Sagen verknüpft. Nichts desto trotz erlebte der Sozialdarwinismus seine Hochblüte im Jahre 1895 als in Deutschland die zwei Bücher „das Recht auf den Tod“ von Adam Jost und „Die Tüchtigkeit unserer Rasse und der Schutz der Schwachen“ von Alfred Ploetz erschienen. Ersteres interpretiert die Fürsorge unheilbar Kranker als schädlich für die Gemeinschaft, das zweite führt die Zielsetzungen des Sozialdarwinismus konsequent bis zum Rassengedanken und bis zur Forderung nach Rassenhygiene fort.

Im Jahre 1916 kam der Münchner Arzt Wilhelm Schallmayer zum Ergebnis, „dass minderwertige Keimzellen keinen Anteil an der Fortpflanzung der Nation haben sollen“. Von da war es nicht mehr als konsequentes Weiterdenken, wenn vier Jahre später die von den Autoren Karl Binding und Alfred Hoche verfasste Schrift „Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens“ erschien, in der die Beseitigung der lebensunfähig Geborenen und Gewordenen gerechtfertigt wird. Die Theorie der Rassenhygiene peitschte sich bis zur Machtergreifung Hitlers 1933 in gefährliche Dimensionen vor. Im Prinzip musste die Führung um Hitler und die SS die bereits tief im Volkswissen integrierte Idee nur bündeln und effektiv umsetzen. Mit allen Mitteln und mit breiter Unterstützung der Öffentlichkeit machte sich die Elite daran die „Volksgemeinschaft“ vor der „Entartung“ zu bewahren und die „Weitergabe minderwertiger Keimzellen“ zu verhindern. Die Saat, die schon lange ausgesät war gedieh, die Vernichtung unwürdigen Lebens hatte begonnen.

Jetzt, rund 80 Jahre später sind wir auf dem gleichen Weg wie damals mit dem kleinen Unterschied, dass wir meinen in einer sicheren Demokratie zu leben und aus freiem Willen über unwertes Leben zu entscheiden. Über das Leben unserer Kinder, über abnormes Verhalten welches in unserer hochgezüchteten Gesellschaft keinen Platz mehr hat.

Es wird immer offensichtlicher, dass der Mensch unter der Belastung der Umweltverschmutzung, dem psychischen Stress und den Anforderungen der modernen Industriegesellschaft nicht mehr gewachsen ist und langsam zerbricht. Wie die Verletzlichkeit der Umwelt und deren hochsensible Ökosysteme durch die Industrialisierung schamlos zerstört wurde, wird nun das ebenso verletzliche und hochsensible System Mensch an die Bedürfnisse der Industrie angepasst.

Das heißt konkret, dass die Kosten/Nutzen Rechnung Mensch- Industrie optimiert werden muss um den Anforderungen der Industrie zu genügen. Bodyforming durch Facelifting, Vitaminspritzen, chirurgische Eingriffe und Psycho- Drogen um in der Welt zu bestehen war wohl nur die Vorpremiere um die Gesellschaft auf den Übermenschen einzustimmen. Die Gefahr Eugenetischen Richtlinien nicht mehr zu entsprechen hat sich dramatisch verschärft. Die moderne Medizin erklärt immer mehr Abweichungen von der Norm zu behandelbaren Krankheiten. Sie verspricht Abhilfe durch Neurochirurgie, Reproduktionsmedizin, Gentherapie oder Genmanipulation. Und da wo noch nicht behandelt oder durch Euthanasie beendet werden kann, ist das Übel zumindest durch strickte Vorsorge und vorgeburtliche Selektion zu vermeiden, denn nur Arbeitsfähige, zum Teil an Maschinen angepasste Arbeitskräfte werden eine Chance haben.

Es droht eine Gentechnokratie, die in der Praxis ohne Gewaltanwendung funktionieren könnte. So hat sie alle Kennzeichen einer finsteren Verschwörung abgelegt und das Kostüm von Gesundheit, Produktivität und Gewinnverheißung angelegt. Ihren Schwung erhält sie durch die Dramaturgie der Gefahren und die Durchsetzungsmacht von zig- Milliarden Dollar die von der Pharma Industrie Investiert wurden. Die Medizinierung sozialer Verhältnisse wird ergänzt durch die Kosten/Nutzen Diskussion in der Sozial und Gesundheitspolitik. In unserer hochgezüchteten Konkurrenzgesellschaft in denen der Wert des Menschen nach seinen Leistungen bemessen wird, verdeutlicht sich immer mehr, dass menschliches Leben auf seine Vernutzbarkeit reduziert wird und dem Diktat der Raubritter unterworfen wird.


kultur

Das Interview zum Duell mit Marco Delgado und Malcolm Braff

Stell dir das mal rein theoretisch vor: Du betrittst einen imaginären Raum und alles ist in absoluter Stille erstarrt. Grauenvoll nicht! Jetzt kommt die Frage die mich gestern eine Nacht lang unterhalten hat; was geschieht in einem solchen Raum als erstes: Bewegung oder Klang?


Ohne diesen Trieb für neue Formen würden wir noch immer keinen Jazz spielen…

Delgado: Genau das ist es. Was kam zuerst? Nicht nur du hast darüber eine schlaflose Nacht verbracht, die Frage ist elementar. Aus Bewegung entsteht Klang und Klang braucht die Bewegung. Aber was gibt den Anstoß? Ich weiß es nicht. Dieser Frage möchte ich mich in diesem Experiment auch nähern. Meine Frage ist in erster Linie wie ein Tänzer auf den Klang reagiert. Und wie reagiert der Pianist auf Bewegung? Und da finde ich mit Malcolm einen Konsens denn meine Sprache ist, ebenso wie die seine, Rhythmus. Da finden wir uns. Daraus entsteht Kommunikation, Konfrontation und schlußendlich eine Osmose, oder Durchmischung wenn du so willst. Das ganze beruht auf Improvisation! Doch eine Frage weiter; wo befindet sich die Qualität?

Nun das wird sicher relativ empfunden werden oder?

Delgado: Bestimmt! Und das ist bei mir der Moment der mich kribbeln läßt. Ästhetik wird meistens linear zum Zeitstil wahrgenommen. Etwas ist in Form, etwas ist konform und dann scheint es den meisten Betrachtern, oder Zuhörern automatisch zu gefallen. Schau dir zum Beispiel klassisches Ballett an. Eine „Arabesque“, ein „grand jeté“ wird als wunderschön empfunden, die Zuschauer finden das umwerfend…

…ist ja auch toll!

Delgado: Na sicher! Aber das ist doch nicht der Sinn des Lebens! Ohne diesen Trieb für neue Formen würden wir noch immer keinen Jazz spielen und würden noch immer Gesellschaftstänze aus dem 15. Jahrhundert tanzen. Verstehe mich nicht falsch, das ist völlig o.k. und gut. Mir reicht es aber nicht und das ist auch der Grund weshalb ich die Cie DeFu Delgado/Fuchs gegründet habe. Für mich ist Bewegung, wie auch Musik, mit mehr Inhalt verbunden. Ästhetik in diesem Sinne als Tänzer, interessiert mich wirklich nicht sonderlich. Die Ordnung aus dem Chaos hingegen schon eher und der totale Moment, absolut. Jetzt! Die Interaktion momentaner Zustände. Das empfinde ich als Herausforderung.

Hola! Die Leute kommen doch vorwiegend weil sie sich unterhalten wollen nicht?

Braff: Das werden sie! Schau, als Musiker, als Pianist, lebe ich das jeden Tag. Für mich ist das Experiment einfacher: Ich unterhalte Menschen die Zuhören. Selbstverständlich gibt mir das Publikum auch etwas. Ich spüre es, dessen „Schwingungen“ nehme ich auf, das geht über mein Gehirn auf meine Finger, auf die Tasten, auf die Saiten und raus als Klang… Ich stimme mich einerseits auf den Zuhörer ein, aber auch auf den Tänzer, auf das ganze Umfeld und auf mich selber. Wenn du so willst, recht komplex. Aber: im Prinzip mach ich nur meinen Job als Musiker den ich liebe. Ich mache es bewußt, ein Banker macht seinen Job unter Umständen auch bewußt und wenn er das so macht ist er wohl ein guter Banker. Es geht mir bei meiner Arbeit um Bewußtheit.

Was der Zuschauer also sieht, ist quasi die Antwort auf seine Stimmung? Somit wären also nur beglückte Zuschauer in den Vorstellungen?

Braff: Nein, das bestimmt nicht. Improvisation ist etwas Aktives. Der Zuschauer muß, wenn er etwas davon haben will, sich genauso wie wir, jeden Moment entscheiden. Schlußendlich entscheidet der Besucher ob ihm der Abend gefällt. Er kann sich aber auch einfach nach hinten legen und genießen. Für uns geht es ja darum zu sehen wie Marco auf mich reagiert und umgekehrt. Wenn der Besucher offen und bewußt genug ist, wird er auf jeden Fall einen spannenden Abend verbringen. Improvisation ist ja genau dieser Moment. Der Verlauf der Vorstellung wird in jedem kleinen Bruchteil einer Sekunde entschieden. Für alle.

Das ist höchst spannend. Aber ist denn, wenn wir kurz bei der Raumvorstellung bleiben, nicht die Gefahr groß, daß man sich als Protagonist in einer riesigen egozentrischen Konkurrenzschlacht schwelgt? Denn in jedem Raum wird Klang und Bewegung je nach Quantität zu einem Diktat und droht mit Überdominanz des einen oder des anderen, oder?

Delgado: Durchaus, dieses Risiko besteht. Aber wie du vorhin gesagt hast, ist das erstarren in der Stille der spannendste Moment. Da beginnt leben. Ich muß nicht den Spaßvogel trällern um mich darzustellen. Das ist es gerade; es geht quantitativ nicht um mich oder Malcolms Person, sondern um Qualität in der Auseinandersetzung.

Hast du ja auch nicht nötig, denn du bist ein schöner Mensch und deine Augen glühen wie ein neu geschlagenes Schwert… aber genug der Herzlichkeiten; ist es nicht schwierig die eigene Ausbildung und das „Geformt sein“ zu untergraben?

Delgado: Vielleicht. Jeder ist geprägt in einer Form. Dies aufzubrechen, Normen zu durchstoßen und aus der kleinsten nackten Form neues gedeihen zu lassen ist berauschend. Improvisation ist dabei ein spannendes Konzept…

…Das sich auch immer mehr im Leben durchsetzen wird. Improvisation wird immer wichtiger. Ob du Kinder hast, drei Jobs oder eben keinen, ob du willst oder nicht, Improvisation wird in unserer Gesellschaft immer mehr zu einer wichtigen Eigenschaft werden.

Delgado: Trotzdem erschrecken die meisten wenn es darum geht zu Improvisieren, oder dessen Möglichkeiten zu betrachten. Das ist einfach den meisten völlig suspekt und man läßt sich vielfach überfordern. Vielleicht traut man sich die Spontanität zur Improvisation in vielem auch nicht zu. Schau es dir mal konkret an, Menschen planen dauernd, sie werden unruhig wenn sie nicht wissen was auf sie zukommt. Das ist verrückt. Dabei verpaßt man das halbe Leben und die andere Hälfte verkümmert an verpaßten Möglichkeiten, dem eigenen Weg eine andere Richtung zu geben. Jede Sekunde ist Entscheidung, findest du nicht?

Selbstverständlich, es gibt im ganzen Leben nur den einen Moment den du festhalten kannst. Dieses zeitliche und räumliche Fenster ist sehr klein, alles andere sind Schatten und Abbilder, oder Wünsche. Trugbilder wenn du so willst. Aber dies aufzubrechen ist sehr schwierig oder?

Braff: Ja und dabei ist es doch so einfach. Wir reden hier über komplexe Konzepte, aber schlußendlich ist es so betörend einfach, daß man den eigentlichen Punkt unserer Diskussion nicht mehr sieht. Der eine Tanzt, der andere spielt Klavier. Ein Duell. Das ist alles. Es geht um den Austausch, es geht um Kommunikation, es geht um das Leben. Simpel.

Delgado: Simpel.

Simpel. Marco Delgado, Malcolm Braff, herzlichen Dank für das anregende Gespräch.

Marco Delgado, geboren 1968 in Brüssel, studierte am Königlichen Konservatorium und am Konservatorium Jacques Saussin in Brüssel. Er arbeitete unter anderem am Ballet de Wallonie in Liège, mit Cie Nomades le Loft von Vevey und dem Bern Ballett. Seit 2001 arbeitet er mit Nadine Fuchs in deren Kompanie cie DeFu.

Malcolm Braff, der Pianist und Komponist, ist gebürtiger Brasilianer. Braff wuchs in Senegal auf, wo er seit seines sechsten Lebensjahres die Ausbildung zum klassischen Pianisten erhielt. Seit 1982 lebt und arbeitet er als Pianist in der Schweiz. Er spielte an verschiedenen großen Festivals, darunter dem Montreux Jazz Festival. Malcolm Braff setzt sich seit Jahren intensiv mit Polyrhythmik und Phrasierung auseinander und hat diese Aspekte in seine improvisierende Musik integriert.

vermischtes

Psychopharmazeutische Drogen als Waffe gegen zivile Ziele.

Stephan Fuchs – Das Deutsch-amerikanische „Sunshine-Project“ hat Beweise über illegale und geheime Forschungsprogramme chemischer, nicht-tödlicher Waffen publiziert. Die Gruppe wirft dem amerikanischen „Joint Non-Lethal Weapons Directorate“ (JNLWD) unter anderem vor toxische Chemikalien, Betäubungsmittel und psychoaktive Substanzen wie auch in der Szene verwendete Club-Drogen als Waffe einsetzen zu wollen. Dokumente zeigen, dass selbst über geplante oder bereits durchgeführte Experimente an Menschen Verträge bestehen.


Chaos nicht unter Kontrolle

When a boy with a rock faces a high tech army, that boy will win in that circumstance in public opinion unless you can be less lethal than that rock.“ – Janet Morris, M2 Technologies

Im Jahre 2015, werden Städte mit über 10 Millionen Menschen zu Megacities, in denen Gewalt, organisiertes Verbrechen, ethnische Konflikte, terroristische Banden und gewalttätige Demonstrationen an der Tagesordnung sein werden. Das Chaos wird kaum unter Kontrolle zu halten sein. So und ähnlich sieht es ein Report mit dem Titel: Global Trend 2015, der vom „National Intelligence Council“ bereitgestellt und von der „Central Intelligence Agency“ publiziert wurde.[1] Man geht davon aus, dass in solchen Ballungszentren nicht nur eine rigorose Verarmung vor sich geht, sondern regelrechte Schlachten wüten werden. Vorgeschmack auf solche Ereignisse sind wohl Seattle, Genua und Washington, wo am 28. September 2002 über 600 Globalisierungsgegner verhaftet wurden.

Das „Sunshine Projekt“ [2] publizierte unter vielen anderen Dokumenten einen Vertrag zur Lieferung dreier Granaten: Dazu schrieb das „Sunshine Projekt“ in einer Presseerklärung vom 27. September 2002: „Das erheblich fortgeschrittene Stadium des Chemiewaffen-Programms zeigt sich auch darin, dass am morgigen 28. September 2002 ein Auftragnehmer des Pentagon mehrere „nicht-tödliche“ 81mm Mörsergranaten für Testzwecke liefern muss. Laut einem 700.000 US-Dollar schweren Vertrag (DAAE-30-01-C-1077) vom 28. Juni 2001, muss die Firma „M2 Technologies“ in West Hyannisport, Massachusetts, drei funktionsfähige Exemplare ihres endgültigen Designs einer 81mm Granate bis zum Samstag abliefern. Die Projektile sind darauf ausgelegt, vom 81mm Standardmörser der US-Militärs mit einer Reichweite von 2,5km abgeschossen zu werden und sind für die Ausbringung chemischer Waffen geeignet. Nach dem Vertrag müssen die Granaten mit einer „adäquaten Ladung für einen sichtbaren Effekt“ ausgestattet sein.“ Das gab bei einigen Globalisierungskritikern vor Ort Anlass zu Spekulationen, ob die Demonstration von Washington zu einem Testfall für die Polizei wird, um so genannte Calmative, ein militärischer Begriff für Bewusstseinsverändernde oder Schlaf auslösende Chemiewaffen, auszubringen. Auf Anfrage beim „Sunshine Projekt“, konnte glücklicherweise Jan van Aken, der Leiter der deutschen Sektion, die Gerüchte zerstreuen. Offensichtlich steht die Testserie nicht in diesem Zusammenhang. Trotzdem; was steht genau hinter dieser Technologie?

The New Mental Battlefield
Das Interesse neuer Kampfstoffe, der so genannten „Non-Lethal-Weapon“ (nicht tödliche Waffen), wurde bereits in den 80er Jahren vom ehemaligen Kommandanten der Green Berets in Vietnam und Oberst a.D. John Alexander geweckt. Der Begriff „nichttödlich“ ist hierfür allerdings irreführend, da vier von hundert betroffenen an den direkten Folgen sterben können und gesundheitliche Schäden nicht einberechnet sind. Im Dezember 1980 publizierte Alexander einen Artikel im U.S. Armee Magazin “ Military Review“ unter dem Titel: „The New Mental Battlefield“. In diesem Artikel spricht Alexander über die Möglichkeit, dass Telepathie gebraucht werden könnte um das Hirn des Gegners zu beeinflussen und somit über Distanz Krankheit und Tod auszulösen. Dieser Artikel weckte unweigerlich die Interessen einiger Generäle, die ihn ermutigten sein Studium zu vertiefen. Nachdem sich Colonel Alexander 1988 von der Armee offiziell verabschiedete um in Pension zu gehen, begann er an den „Los Almos National Laboratories“ seine Arbeit weiter zu verfolgen und arbeitete unter anderem mit Janet Morris, Direktorin sowie CEO der oben erwähnten Firma „M2 Technologies Inc.“, zusammen.

Janet Morris war zu dieser Zeit Forschungsdirektorin des „U.S. Global Strategy Council“ (USGSC) und Sciencefiction Autorin mehrerer Bücher.[3] Das USGSC ist ein unabhängiger rechtskonservativer think-tank der 1981 von ranghohen US Militärs wie General Maxwell Taylor und Dr. Ray Cline, dem ehemaligen CIA Direktor, als Strategisches Institut für Langzeitstudien gegründet wurde.[4] Nicht nur Janet Morris, sondern auch ihr Mann Chris Morris, ebenfalls Direktor von „M2 Technologies Inc.“, war aktiv in diesem think-tank als Forschungsdirektor tätig und von 1989- 1994 direkt Dr. Cline unterstellt. Von 1991–1992 war er Direktor des „U.S. Global Strategy Council“ für die „Non-lethality Policy Review Group“.[5] Das Institut tätigte rege Lobby Arbeit bei wichtigen amerikanischen Laboratorien, großen Verteidigungsfirmen, und wichtigen Militär- sowie Geheimdienst Offizieren.[6] In einem Memorandum, datiert auf den 10. April 1991 mit dem Titel „Do we need a Non-lethal Defense Initiative?”, schrieb Paul Wolfowitz, an den damaligen Verteidigungsminister und jetzigen Vizepräsidenten Dick Cheney: „Eine amerikanische Führung in der Non-Lethal Technologie wird unsere Optionen vergrößern und unsere Position in der Zeit nach dem kalten Krieg verstärken. Unsere Forschungsanstrengungen müssen somit unbedingt vergrößert werden.“[7]

Somit war das Fenster für nahezu unbegrenzte Forschungsgelder geöffnet. Die neue Militäroption ebnete der seltsam gemischten Truppe aus Schriftstellern und Militärs den Weg zu den US-Atomwaffenlaboratorien von Los Alamos, Oakridge und Lawrence Livermore, die seit dem Ende des kalten Krieges verzweifelt nach neuen Aufgaben suchten. An verschiedenen Universitäten und speziell hierfür eingerichteten Denkfabriken wurden Ideen gesammelt und Forschungen mit zum Teil skurrilen Resultaten getätigt, die den Sciencefiction Filmen in nichts nachstehen. Es wurden Ultraschall-waffen, Lasergeräte, Hologramme, Elektromagnetische Pulswaffen, Varianten von Netzgranaten mit klebrigen Substanzen, nichttödliche Splitterminen, psychoaktive Wirkstoffe zur Aufstandsbekämpfung die starke Schmerzen, zeitweiliges Erblinden, Erbrechen oder Erstickungsgefühl verursachen oder Lethargie, Erschöpfung und Glücksgefühle erzeugen, Schmierstoffe die allerlei Fahrzeuge außer Gefecht setzen, nichttödliche Minen die bei Auslösung eine Drahtbarriere entfalten sowie Lärmbomben, Schallkanonen und ähnliches entwickelt und zum Teil getestet.

Oberst Alexander ging sogar soweit, regelrechte Jedi- Projekte und auf paranormale Forschung spezialisierte Institute zu eröffnen. Das wohl bekannteste von ihnen war das noch immer aktive „Psy-Tech“ Institut, das mit der geheimen Welt der Militärspionage betraut war.[8] Geeignete Personen, zumeist Angehörige der Special Forces wurden aus deren Körper gedrängt, um Informationen des Gegners auf medialem Weg einzusehen. Selbst im Golfkrieg gegen den Irak, versuchten die New Age Warrior Saddam Hussein mental zu beeinflussen.[9]

Das „New Mental Battlefield“ fand seinen Weg in die weniger exotische Realität der Strategischen Denker. Aus ihrer Sicht musste sich die Militärtaktik, mit den neuen Aufgaben und Schwierigkeiten der Zukunft auseinander setzen.

„The Age Of Chaos“…
…nennt Janet Morris die prognostisierte Zukunft.[10] Der Zweifrontenkrieg, der sich auf einem Schlachtfeld mit zwei sich bekämpfenden und in Uniform stehenden Armeen beschränkte nahm im ersten telemedialen Krieg, dem Golfkrieg von 1991, definitiv seinen Abschied. Die folgenden Kriege, wie zum Beispiel Bosnien, Kosovo, Mogadischu und jetzt der weltweite Anti-Terror Krieg, verlangen ganz neue Taktiken und Einsatzwaffen. Der Feind ist nicht mehr eine geschlossene Armee, sondern mehr und mehr paramilitärische Einheiten, Banden, Warlords und Zivilisten. Die Front offenbart sich zunehmend interdimensional. Zudem stellen sich die Militärs und Sondereinheiten der Polizei immer mehr auch auf Operationen gegen die zivile Bevölkerung ein: Massendemonstrationen, Massenbewegungen von Flüchtlingen, terroristische Extremisten.

Die von den think-tanks erarbeiteten Szenarios bringen einseitige Lösungen. Nicht etwa eine Wurzelbehandlung um dem Desaster von Grund auf bei zu kommen. Aus sämtlichen Szenarios geht hervor, dass die westliche Welt und ihnen voran die U.S.A. ihre Dominanz erweitern, Ressourcen weiter abbauen und somit das Ungleichgewicht rapide weiter peitschen werden. Die militärische Gewalt wird als simpelste, aber wohl profitabelste Lösung weiter entwickelt um die erwarteten Ausschreitungen in Kontrolle zu halten. Janet Morris nennt es „Weapons of mass Protection“, Waffen zum Schutz der Massen, was eigentlich ganz human klingt.[11] Nur in keinem der von Fachleuten, Strategen und Sciencefiction Autoren geschriebenen Reports taucht die Frage auf, was geschehen wird wenn das demokratische System zerbröselt und ein kleiner Herr mit lustigem Schnauzbart das politische Parkett betritt.

Der Duft aus dem die Träume sind
Ein 50 Seiten umfassender Bericht des „College of Medicine“ vom „Applied Research Laboratory“ ARL in Pennsylvania vom 3. Oktober 2000 schreibt unter dem Titel: „The Advantages and Limitations of Calmatives for use as a Non-Lethal Technique” eine fundamentale Einführung in die Welt der illegalen Drogen und der psycho-pharmakologischen Waffen.[12] Deren vor und nachteile in einem Srassenkampf werden darin akribisch analysiert. Einige der in dem Report geschilderten Techniken wurden bereits auch im Anti-Terror Krieg eingesetzt.

Die Drogen müssen schnell, innert Sekunden, effektiv, nicht abhängig von Körpermasse und Vitalität, alte und junge gleichermaßen und für einige Minuten wirken und somit eine große Masse kampfunfähig machen. Es wird darauf hingewiesen, dass genügend Sanitäter zur Stelle sein sollten, um Drogenbedingte Schockzustände, hysterische oder epileptische Anfälle, wie sie bei Drogenkonsumenten oft bei zu gutem Stoff zu beobachten sind, zu behandeln. Es wird weiter darauf hingewiesen, dass darauf zu achten sei schwere Verwundungen oder indirekte tödliche Verletzungen zu vermeiden, denn bei einigen könnte der Kopf wohl mit voller Wucht auf den Gehsteig klatschen.[13]

Das ARL Team verlangt die Realisation Waffenfähiger psychiatrischer und betäubender Pharmazeutika, wie auch illegaler „Club Drogen“, so zum Beispiel MDMA ähnliche Substanzen oder die „date rape drug“ GHB. Laut dem Report könnten die Substanzen „über Trinkwasser, über die Haut, Aerosole Spraysysteme via Atemwege, oder Drogen gefüllte Gummigeschosse“ eingesetzt werden. Weiter dachte man daran, die Technik bei „hungrigen Flüchtlingen mittels Lebensmittel, revoltierenden Strafgefangenen, aufgebrachten Bevölkerungen und in Geisel Situationen“ anzuwenden.

Die Drogen, teils synthetische, teils natürliche, sind Opiate (Morphin ähnliche Drogen), Valium, Antidepressiva wie Prozac und Zoloft, geeignete Neurotransmitter, die bei gesunden Personen Panik auslösen können, Phentanyl, das vom biologischen Effekt mit Heroin nicht zu unterscheiden ist und zum Tod führen kann. Auch die Drogen der Rave- und Nightclub Szene scheinen gut genug für den militärischen Einsatz. Unter diesen gelten den Militärs als besonders Einsatzfähig: Ketamine „Special K“, das Halluzinationen und Delirium verspricht, GHB (Gamma-hydroxybutate oder einfacher liquid ecstasy), das in der Szene viel bei Vergewaltigungen im Spiel ist und Rohypnol. Alle diese Drogen werden von den meisten Drogenpolizeien rund um die Welt verfolgt.

Eine andere Droge die auf nahezu perverse weise zweckentfremdet werden kann ist das Sedativ „Precedex“, das unter normalen Umständen in amerikanischen Spitälern bei intensiver Beobachtung zur Anwendung kommt. Der Report des ARL kam zu dem interessanten Schluss, dass „Precedex“ die Reaktion auf Elektroschocks vergrößerte. Offensichtlich kann die Droge bei Folter eingesetzt werden und verspricht hier eine Erfolgsvergrößernde Option.

Das Dokument, das auf geplante oder bereits durchgeführte Experimente an Menschen hindeutet, ist ein Vertrag zwischen dem „Joint Non-Lethal Weapons Directorate“ (JNLWD) und der „Marine Corps Research University“ (an der Pennsylvania State University) vom 29. Januar 2002. Laut Vertrag (M67004-99-D-0037//M9545002RCR2BC6) muss die Universität eine Bewertung der gegen Personen gerichteten Techniken durchführen und Expertenmeinungen einholen „über die geplanten und/oder durchgeführten Tests zu den Effekten auf Menschen (human effects testing)“. Ausmaß und Art dieser Experimente, die möglicherweise Tests von Bewusstseins verändernden und Schlaf oder Krämpfe auslösende Drogen an Freiwilligen einschließen, werden in dem Vertrag nicht weiter erläutert, ebenso wenig wie die institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen für derartige Versuche.[14]

Gefangene als Opfer „Calmativer“ Zwangsbehandlung sind bereits öffentlich zugegeben worden: Die Taliban Krieger, die in das kubanische US Gefangenenlager in Guantanamo verfrachtet wurden, sind gewaltsam mit „Calmativen“ ruhig gestellt worden. Der ehemalige Kommandant des „JNLWD“ und jetzige „Penn State“ Direktor, Colonel Andy Mazzara bestätigte auch, dass ein wissenschaftlicher Berater die US Navy im Krieg gegen den Terrorismus unterstützt.[15] Ein ausgezeichneter Ort für heikle Tests…


Das Gespenst aus der Flasche ist befreit

Just einige Wochen nachdem die brisante Meldung über amerikanische Forschungen publiziert und von einigen Staaten kritisiert wurde, übernahmen die „Todgeweihten der 29.Division“mit dem 27 jährigen Kommandanten Movsar Barayev die Regie im ersten russischen Musical „Nord-Ost“, des Moskauer Dubrovkas Theater. Das Kommando kam mit der Option nach Moskau, sich und die rund 800 Geiseln in die Luft zu sprengen. Die Situation schien von Anfang an aussichtslos. Eine Erstürmung des Theaters kam nicht in Frage. Das ganze Haus wurde von innen vermint und 18 Frauen der Geiselnehmer waren bereit die um ihre Taillen befestigten Bomben jederzeit zu zünden.

Am dritten Tag wurde eine Option gewählt, die in der ganzen Geschichte terroristischer Geiselnahmen noch nie praktiziert wurde. Nicht tödliches Gas. Das Gas, so rechnete man, musste innert Sekunden wirken. Es musste trainierte und korpulente Menschen ebenso in die Knie zwingen, wie auch geruchlos und nahezu unsichtbar sein.[16] Dann wurden riesige Mengen eines unbekannten Gases in hoher Konzentration über die Lüftungsschächte in das Theater gepumpt. Das Gas musste derart schnell und im ganzen Raum verteilt werden, dass die Suizid Bomber keine Chance hatten ihre TNT Bomben zu zünden. Einige der Geiseln, die von drei Tagen psychologischem Stress und Physisch durch wenig Nahrung und Wasser geschwächt waren, hatten keine Chance. Ein einkalkuliertes Todesurteil. Verheerend für die Opfer war die katastrophale medizinische Versorgung. Die von den amerikanischen Szenarien berücksichtigte Weisungen an die Einsatzleiter genügend Hilfspersonal und Gegenmittel bereit zu halten wurde fatal vernachlässigt. Ein Heer von Notfallärzten hätte bereitstehen müssen.

Menschen die offensichtlich noch geatmet haben setzte und stellte man in die Busse, Köpfe verdreht nach hinten gekippt, zusammen-gesackt sitzend. Die Leute klatschen also wirklich weg. Bewusstlos, kollaborierend, am eigenen Erbrochenen sterbend, karrte man die Leute in die Spitäler. Keiner der Ärzte wusste bescheid. Offensichtlich waren die Spitäler auf Sprengopfer und Brandopfer vorbereitet, aber nicht auf Gasopfer.

Bis jetzt ist nicht restlos geklärt was für Stoffe eingesetzt wurden. Mutmaßungen über den geheimnisvollen Stoff reichten von Lachgas bis zum Nervenkampfstoff Sarin, vom Narkosemittel Halothan bis zu BZ, ein Stoff der in den achtziger Jahren in der Sowjetunion entwickelt wurde. Der russische Gesundheitsminister Yuri Shevchenko sagte in einem offiziellen Statement es wäre das Opiate Narkotika Fentanyl. Fentanylderivate sind allerdings keine Gase sondern Feststoffe. Was die zweite Substanz war, teilte er nicht mit. Deutsche Mediziner, die Heimkehrende Opfer untersucht haben, fanden auch den Stoff Halothan in Blutproben. Für die Ärzte ist eine Therapie somit schlicht nicht möglich und bereits kamen entlassene Patienten mit Atmungsbeschwerden und neurologischen Problemen in die Kliniken zurück. Moskau schweigt trotzdem. Zu offensichtlich ist, dass in geheimen Städten wie Arzamas 16 oder dem Karpov Institut über Jahre hinweg an solchen Chemikalien geforscht worden ist. Stoffe die auch im Krieg hätten eingesetzt werden können.

Trojanisches Pferd
Die Situation ist paradox; amerikanische Truppen könnten demnächst in verdächtige islamische Länder einmarschieren um deren verbotene Chemiewaffenproduktionen zu verhindern, aber Zuhause haben wir eine ganz ähnliche Küche. Jan van Aken vom deutschen Büro des Sunshine Projects, meint hierzu: „Die US-Regierung hat bei Abrüstungsverhandlungen anderen Ländern Verstöße vorgeworfen. Wir haben es schriftlich, dass die britische Regierung im JNLWD-Programm einen Verstoß gegen das Chemie Waffen Übereinkommen sieht. Das wird jedoch nur hinter verschlossenen Türen so geäußert.[17] Die europäischen Regierungen müssen jetzt auch in aller Öffentlichkeit das amerikanische Programm kritisieren. Wer schweigt, macht sich mitschuldig.“

Recht hat er. Jedoch ist es wohl kaum im Interesse der westlichen Staaten, vor allem im Bereich der nicht-tödlichen Waffen, sich von den Segnungen der Aufstandbekämpfung zu distanzieren. Jedes Jahr Davos, jedes Jahr die 1.Mai Schlacht in Berlin, immer wieder Paris, Rom, von den Schlachten in Dublin, Palästina, Jakarta, Tschetschenien und Islamabad ganz zu schweigen. Niemand will sich die Optionen darauf verbauen den sich entwickelnden Sturm nicht im Griff zu haben.

Auch Europa macht mobil. Bereits zum zweiten Mal wird in der Stadthalle Ettlingen das „European Symposium on „Non-Lethal Weapons“ unter dem Titel „Non-Lethal Weapons – New Options facing the Future“ am 13.-14 Mai 2003 durchgeführt werden.[18] Organisiert wird das internationale Symposium vom deutschen „Fraunhofer Institut ICT“. An der ersten Veranstaltung waren nebst russischen Spezialisten des „Karpov Institute of Physical Chemistry“ in Obninsk, das sich vorwiegend mit Radiopharmazeutischer Forschung auseinandersetzt und der „Baumann University“ in Moskau, Colonel John Alexander mit seinem Vortrag „The Generation after next“ anwesend. Für dieses Jahr hat sich nebst den Russen, dem tschechischen Militär und anderen auch der Physiker Kaspar Wüthrich des schweizerischen Rüstungsbetriebes „RUAG“ aus Thun angemeldet.[19]

Das Schwergewicht des europäischen Treffens wird die erwartete Bedrohung in militärischen Nicht-Kriegs-Konflikten (military operations other than war) und militärische Operationen in urbanen Gebieten (military operations in urban terrain), sowie Erörterungen über die NLW Tauglichkeit in Anti-Terror Einsätzen als auch bei der Aufstandsbekämpfung sein.[20] Schweigt die Zivilgesellschaft, füttert sie ein trojanisches Pferd, das sie nicht mehr loswird.


Entdecker des geheimen CIA Projekts MKULTRA gestorben

Quellen
[1] Global Trends 2015: A Dialogue about the Future with Nongovernmental Experts; National Intelligence Council NIC 2000-02, December 2000
[2] http://www.sunshine-project.org
[3] http://www.m2technologiesinc.com/whoweare.html
[4] LOBSTER, Westbourne Avenue, Hull, U.K. Juni 1993
[5] http://www.m2technologiesinc.com/whoweare.html
[6] Nonlethality and American Land Power: Strategic Context and Operarational Concepts. Douglas C. Lovelace, Jr. and Steven Metz; U.S. Army War College,
15. Juni 1998.
[7] In Search of Nonlethal Strategy (Janet Morris); Nonlethality: A Global Strategy – USGSC White Paper; Nonlethality Briefing Supplement No. 1; and Nonlethality in the Operational Continuum
[8] http://www.psitech.net.
Psitech ist im Moment auch sehr aktiv an der Suche nach dem Washington DC Sniper beteiligt.
[9] Weiterführende Literatur: Remote Viewers: The Secret History of America’s Psychic Spies. Jim Schnabel; Dell Publishing Group, Inc, N-Y, 1997
[10] Chris Morris, Janet Morris, Thomas Baines. ‚Weapons of Mass Protection: Nonlethality, Information Warfare, and Airpower in the Age of Chaos‘, Airpower Journal, Spring, 1995.
[11] Chris Morris, Janet Morris, Thomas Baines. ‚Weapons of Mass Protection: Nonlethality, Information Warfare, and Airpower in the Age of Chaos‘, Airpower Journal, Spring, 1995.
[12] College of Medicine, Applied Research Laboratory, The Pennsylvania State University: The Advatages and Limitations of Calmatives for use as a Non.Lethal Technique; Dr.Joan M. Lakoski, Dr, W. Bosseau Murray, Dr. John M Kenny.
October 3. 2000.
Online einsehbar unter: http://www. sunshine-project.de.
[13] College of Medicine, Applied Research Laboratory, The Pennsylvania State University: The Advatages and Limitations of Calmatives for use as a Non.Lethal Technique; Dr.Joan M. Lakoski, Dr, W. Bosseau Murray, Dr. John M Kenny.
October 3. 2000.
Online einsehbar unter: http://www. sunshine-project.de.
[14] http://www.sunshine-project.org/publications/jnlwdpdf/
[15] Presseerklärung vom 27.September 2002;
http://www.sunshine-project.de
[16] Siehe hierzu auch: College of Medicine, Applied Research Laboratory,
The Pennsylvania State University: The Advantages and Limitations of Calmatives for use as a Non Lethal Technique; Dr.Joan M. Lakoski, Dr, W. Bosseau Murray,
Dr. John M Kenny. October 3. 2000.
[17] Assessment Report: US/UK Non-Lethal Weapons (NLW)/Urban Operations Executive Seminar, JNLWD, November 2000.
[18] http://www.non-lethal-weapons.com/
[19] http://www.non-lethal-weapons.com/sy02index.html
http://www.ict.fhg.de/english/events/nlw.html
[20] http://www.ict.fhg.de/english/events/nlw.html

Dieser Artikel erschien erstmalig im Printmagazin Factum

Bilder:
„Lost in in Mind“; Ruedi Blättler, 2002 Zug, Schweiz; Oraclesyndicate.org
Photo:
Justin Sutcliffe; 2002 Moskau