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Wladimir Putin im Interview: „Es hat sich ausgegauckt“

Dr. Alexander von Paleske —- 1.9.2014 —–

Folgendes Interview mit Wladimir Putin landete heute in meiner Mailbox:

Interviewer
Dobroje utro Gospodin President

Wladimir Putin
Zdravstvujte

Interviewer
Herr Präsident, können Sie bitte ihre Politik in der Ukraine näher erläutern, was sind Ihre kurzfristigen und langfristigen Ziele?

Wladimir Putin
Wir Russen wollen unseren Brüdern und Schwestern in der Ukraine ein menschenwürdiges Dasein verschaffen. Sie sollen nicht länger Bürger zweiter Klasse sein. Dieses Ziel können wir sicherlich am besten erreichen, wenn die Ostprovinzen der Ukraine Teil von Russland werden. So habe ich es gestern in einem Interview auch angedeutet.
Allerdings gibt es eine zweitbeste, für uns Russen akzeptable Lösung, das wäre die weitgehende Autonomie der Ostprovinzen innerhalb der Ukraine. Wir sind da durchaus verhandlungsbereit.

Leider haben unsere Aufrufe zum Waffenstillstand kein Gehör gefunden. Der Präsident der Ukraine und klepto-oligarchische Schokoladenverkäufer Petro Poroschenko glaubt, er könne das Problem militärisch lösen. Welch ein Narr. Eine militärische Maus, die brüllt und glaubt, sie könne die NATO in den Konflikt mit hineinziehen.
Leider hat die EU diesen Poroschenko in seiner Narretei bestärkt, statt auf unsere Verhandlungsangebote einzugehen, und Druck auf Poroschenko auszuüben. Vielmehr schwafelten sie von derr Verletzung des Völkerrechts, der verletzten Souveränität der Ukraine, die notfalls mit militärischen Mitteln wiederhergestellt werden müsse, und nannten unsere Brüder und Schwestern Terroristen. Ich erinnere daran, wie wenig sie sich um das Völkerrecht kümmerten, als sie mithalfen, Jugoslawien zu zerstören.
Poroschenkos Soldaten und die faschistischen Milizen der Azov-Bande, deren Abzeichen dem Hakenkreuz ähneln, verstärkten die Angriffe auf die Ostukraine, und liessen Bomben auf Donezk niederregnen, die vor allem die Zivilbevölkerung trafen.

Nachdem unsere Brüder und Schwestern ernsthaft in Bedrängnis gerieten, haben wir militärische Unterstützung geleistet. Das war ja wohl zu erwarten. Nur westliche Dummköpfe konnten glauben, dass wir ruhig zusehen, während unsere Verwandten in der Ostukraine abgeschlachtet, und deren Häuser zerstört werden..

Nicht verhandelbar ist allerdings die Krim. Die ist russisch und bleibt russisch.

Herr Präsident, fürchten Sie nicht die westlichen Sanktionen, die jetzt noch einmal verstärkt werden sollen?

Diese Sanktionen lassen uns völlig kalt. Wir Russen sind bescheiden, können notfalls auch von Chleb und Schtschi, (Brot und Kohlsuppe) leben.
Wir verstärken jetzt intensiv die Wirtschaftsbeziehungen mit China. Für die EU, die schon jetzt unsere Sanktionen als Antwort auf die gegen uns gerichteten Sanktionen schmerzhaft spürt, wird es alsbald ein böses Erwachen geben.

Die Ehre von Mütterchen Russland ist unverzichtbar, die lassen wir uns nicht nehmen, schon gar nicht von Deutschland, das einst die Sowjetunion überfiel und 20 Millionen Russen tötete.
Vor 75 Jahren startete Hitler-Deutschland den 2. Weltkrieg. Unsere Rote Armee hatte entscheidend dazu beigetragen, die Welt von diesem mörderischen Spuk zu befreien.
Nun droht erneut die Gefahr eines grossen Krieges. Die NATO will ihre Präsenz in Osteuropa ausbauen.

Wir haben seinerzeit den Warschauer Pakt aufgelöst, und hatten erwartet, dass die westlichen Länder das gleiche tun würden mit ihrer NATO.. Stattdessen verstärkten sie die NATO, rückten mit ihrem Militärbündnis durch Aufnahme immer neuer Mitglieder weiter nach Osten vor, veranstalteten riesige Marinemanöver in der Ostsee und verlegen Truppen und Fluggeschwader in die Ostländer. Wir fühlen uns von diesem Expansionismus bedroht.

Das ist der Dank dafür, dass wir die Wiedervereinigung Deutschlands zugelassen, und viele andere Länder wie die Ukraine, Lettland, Estland, Litauen, Weissrussland, Georgien und weitere in die Unabhängigkeit entlassen haben.

Wie sehen sie denn das Verhältnis der russischen Regierung zu deutschen Politikern? Gerade hat ja der deutsche Bundespräsident Gauck aus Anlass des Jahrestages des Beginn des zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren in Polen eine schneidige Rede gehalten. Die deutsche Presse schrieb dazu:


Aus den Worten des 74 Jahre alten Bundespräsidenten – er war gerade fünf Jahre alt, als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging – klingt Wut und Empörung über Putin. Wohl niemand habe 2009 geahnt, „wie dünn das politische Eis war, auf dem wir uns bewegen“, sagt Gauck, der ohnehin nicht gerade als Freund Moskaus gilt. Bitter fügt er hinzu: „Wie irrig der Glaube, die Wahrung von Stabilität und Frieden habe endgültig Vorrang gewonnen gegenüber Machtstreben.“ Nun seien Stabilität und Frieden auf dem Kontinent wieder in Gefahr.
Für einen Bundespräsidenten ungewöhnlich scharf verlangt Gauck von Putin eine Änderung seiner Politik, die Rückkehr zu den Regeln des Völkerrechts. Und er nimmt auch das Wort Verteidigungsbereitschaft in den Mund, die man an die neue Lage anzupassen werde – wieder so ein Signal des Bundespräsidenten, dass Deutschland bereit ist, seiner gestiegenen Verantwortung in der Welt notfalls auch mit Waffengewalt gerecht zu werden.

Einige wenige deutsche Politiker geniessen unseren Respekt, dazu gehört vor allem der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, den ich einen Freund nenne, und natürlich der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt. Gerade er erinnert mich immer wieder daran, dass es auch ein anderes Deutschland gibt.
Anders hingegen dieser Bundespräsident Joachim Gauck. Den will ich nie wieder in Russland sehen. Der hat hier lebenslängliches Einreiseverbot.
Erst brüskierte der uns mit seiner Absage der Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Sotschi, dann besuchte er kürzlich demonstrativ einen unbelehrbaren innenpolitischen Feind namens Kowaljow im Krankenhaus in Berlin, und jetzt diese provokante Rede.
Gaucks Haltung ist davon gekennzeichnet, es Russland „heimzuzahlen“, wegen des Unrechts an seinem Vater, der einst, wie dessen Frau, glühende Anhänger von Adolf Hitler waren, und die Mutter schon – vor Hitlers Machtantritt – 1932 in die NSDAP eintrat, der Vater kurz danach.
Den Vater haben wir nach dem 2.Weltkrieg für ein paar Jahre nach Sibirien geschickt, von wo er heil zurückgekommen ist, was umgekehrt für viele russische Zwangsarbeiter in Deutschland kaum zutraf. Die wurden wie Tiere behandelt und viele sterben an Unterernährung oder wurden in Konzentrationslagern ermordet.
Für uns hat es sich ausgegauckt.

Spassibo – Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Interview

Weitere Stellungnahme von Wladimir Putin
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Bundespräsident Gauck, die Bundeswehr und das Koppelschloss

Dr. Alexander von Paleske —– 17.6. 2014 —–
Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Der Bundepräsident
Joachim Gauck
Schloss Schöne Aussicht
Berlin

Guten Morgen Deutschland,

der frühere Bundeskanzler Konrad Adenauer pflegte zu sagen:

Die Lage war noch nie so ernst wie heute“.

Das könnte ich ebenfalls jetzt sagen, wenn ich an die Ukraine, Irak, Syrien, Libyen, Mali, Nigeria, und Kenia denke, um nur ein paar Konfliktherde zu benennen.

Notwendigkeit weltweiter Präsenz
Aber anders als Konrad Adenauer, der mit seinem Slogan sein Wahlvolk mobilisieren wollte, kommt es mir darauf an, die Notwendigkeit der Präsenz unserer Soldaten weltweit voranzutreiben:

Deutschland muss an die Front, wo immer es brennt auf der Welt, nicht mit dem Roten Kreuz, sondern mit der Bundeswehr.

Keine falschen Schlüsse
Aus dem in die Hose gegangenen Afghanistan-Feldzug dürfen nicht die falschen Konsequenzen gezogen werden: nicht wie ein Siebenschläfer sich jetzt zurückzuziehen.

Von Afghanistan lernen heisst:
Die Feinde sofort mit allen zur Verfügung stehenden Kräfte entschieden bekämpfen, ihnen keine Atempause gönnen und sie schliesslich zu vernichten, notfalls auch grenzüberschreitend.

Was ich bereits in meiner ersten Grossen Rede vor der Führungsakademie der Bundeswehr im Juni 2012 in Hamburg ausführte, dies auf der Münchner Sicherheitskonferenz in Januar vertiefte, habe ich jetzt in einem grossen Interview noch einmal bekräftigt: Gegen eine Tabuisierung von Auslands-Militäreinsätzen unserer Bundeswehr.

„Deutschland muss seine früher gebotene Zurückhaltung aufgeben und eine grössere Verantwortung wahrnehmen“.

Nicht nur Waren exportieren
Die sich verändernde Weltlage erfordert, dass wir nicht nur Waren exportieren, sondern auch Kanonenboot-Politik.
Wir müssen weltpolitisch in die Offensive kommen – militärisch versteht sich.

Auf allen Konfliktherden der Welt wie der Ukraine, Irak Syrien, Nigeria, Libyen muss in Zukunft die Bundeswehr präsent sein, und die Reichskriegsflagge gehisst, äh, ich meine der Bundesadler weithin sichtbar sein.


In seinem Geist: Kaiser Wilhelm II mit Reichskriegsflagge


….mit neuer Kraft: Gauck bei der Bundeswehr ——

Koppelschloss neu gestalten
Im Rahmen dieser offensiven Neuausrichtung deutscher Aussenpolitik habe ich mir auch überlegt, wie wir das Koppelschloss der Soldaten verschönern können. Jeder Soldat soll schon mit Blick auf das Koppelschloss Mut und Kampfesfreude schöpfen.

Früher, im ersten Weltkrieg und auch danach, stand auf den Koppelschlössern deutscher Soldaten: „Gott mit uns“

Das ist heute nicht mehr ganz zeitgemäss, zumal viele Soldaten nicht mehr einer Konfession angehören.

Ich habe deshalb folgenden Vorschlag:

„Gott mit uns“

durch

Gauck mit uns

zu ersetzen.

Vielleicht auch mit dieser gefälligen Gestaltung:

Dies soll zeigen: der deutsche Bundespräsident ist in Gedanken immer bei den Soldaten.

Süss und ehrenhaft
Und immer sollte unseren Soldaten eingetrichtert werden:

Es ist süss und ehrenhaft für das Vaterland zu sterben,

selbst in den scheinbar sinnlosesten Kriegen wie in Afghanistan.

Diese meine militärische Zukunftsperspektive ist bei allen im Bundestag vertretenen Parteien auf wohlwollende Zustimmung gestossen, ausser bei der Partei Die Linke, aber diese Herrschaften interessieren mich ohnehin nicht.

Keine grünen Einwände
Erfreulich auch, dass die Grünen keine grundlegenden Einwände äusserten, vielmehr sehr positiv reagierten, zumal sie es ja waren, die mich mit in den Sattel hoben, vorrangig, um der BK Merkel eins auszuwischen.

Jetzt müssen die alle meine „Kriegskröten“ schlucken, um sich nicht politisch noch unglaubwürdiger zu machen. Sehr erfreulich!

Parallel werde ich mich dafür einsetzen, dass die Wehrpflicht wieder eingeführt wird, auch als „Schule der Nation“ wie es der seinerzeitige Verteidigungsminister und spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt so zutreffend formulierte.
Dort soll vor allem das Prinzip von Befehl und (Kadaver-)Gehorsam eingeübt werden, bevor dann unsere Jungs und Mädels auf den Feind losgelassen werden.

Deutschland, ich werde mich alsbald wieder zu militärpolitischen Fragen zu Wort melden, und unseren Parlamentariern ordentlich Dampf machen.

Seid alle herzlich gegrüsst

Von Eurem Bundespräsidenten

Gez. Joachim Gauck

Zu BuPrä Gauck und der Bundeswehr
Obergrüne Katrin Göring-Eckardt an BuPrä Gauck: Danke, danke für die hervorragende Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz
Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Flaschenpfand-Trittin schreibt an Bundespräsident Joachim Gauck

Mehr zu BuPrä Gauck
Neues Jahr, andauernde Konflikte – oder was BuPrä Gauck und BuKa Merkel in ihren salbungsvollen Ansprachen „vergassen“
Mandela, Malema und Gauck – Anmerkungen zu einer Trauerfeier
Ex-Minister Otto Schily schreibt an Bundespräsident Gauck zur Paranoia um die Abhöraffäre
Ex BND-Chef Ernst Uhrlau schreibt an Bundespräsident Joachim Gauck zum US-Abhörskandal
Ansprache des neuen Präsidenten Gauck: Ich bin der richtige Mann (zur falschen Zeit)
Joachim Gauck: Jetzt rede ich und stelle klar
Jürgen Flaschenpfand-Trittin zur Kandidatur von Joachim Gauck

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Nigeria: Entführungen, Morde, Ölreichtum, Korruption, Armut, und massivste Umweltzerstörung

Dr. Alexander von Paleske —– 11.5. 2014 —– Die brutale Entführung von 273 Mädchen in Chibok im nördlichen nigerianischen Bundesstaat Borno vor drei Wochen, und die Entführung einer weiteren Gruppe von elf Mädchen am vergangenen Sonntag, hat international Empörung ausgelöst. Auch die US-Präsidentengattin Michelle Obama hat sich über Twitter gemeldet und gefordert: „Bring back the girls“.


Nigeria

Berechtigt ist diese Forderung allemal – welche Menschenverachtung steckt dahinter, Mädchen zu entführen, zu versklaven und wie eine Handelsware anschliessend zu verkaufen.

Nicht nur Mädchen
Es sind aber nicht nur die Mädchen Opfer der islamistischen Terrororganisation Boko Haram, was übersetzt so viel heisst wie: westliche Bildung ist Sünde, sondern bereits von 2009 bis Mitte 2012 hatte diese Terror-Truppe rund 1200 Menschen getötet.

Noch mehr islamistischer Terror
Boko Haram, unter Anführung eines Abubakar Shekau, hat mittlerweile ihre Aktionen ausgeweitet: Seit Beginn des Jahres verloren rund 1500 Menschen ihr Leben. Bombenanschläge auch in der Hauptstadt Abuja, wo in der vergangenen Woche das Afrika Symposium des World Economic Forum stattfand.

All die Toten erregten bisher kaum international Aufmerksamkeit. Als aber die Mädchen entführt wurden, kam es in Nigeria zu einer breiten Protestbewegung „Bring back our Girls“, der sich über Twitter international Prominente wie Hillary Clinton, die junge pakistanische Menschenrechtlerin Malala, US-Sängerin Alicia Keys, It-Girl Alexa Chung , Angelina Jolie, die Schauspielerin Mia Farrow und viele weniger Prominente angeschlossen haben.


Aus Nigeria, vergangene Woche – Screenshot: Dr. v. Paleske

Nun haben die USA, Grossbritannien und Frankreich Hilfe zugesagt – militärische Hilfe – und die ersten Hilfstrupps sind bereits in Nigeria eingetroffen.

Kein Schutz durch die Armee
Die nigerianische Armee zeigte sich bisher unfähig, die Entführten zu befreien. Ja, sie wird von Nichtregierungsorganisationen wie Amnesty International beschuldigt, Stunden vor dem Angriff von Boko Haram auf die Schule in Chibok gewarnt worden zu sein, aber aus Furcht nichts unternommen zu haben, angesichts der militärischen Stärke der Boko Haram-Terroristen, und der eigenen Schwäche: unzureichend ausgerüstet, dazu noch miserabel bezahlt und schlecht versorgt, deshalb auch kaum motiviert.

Reichtum für Wenige, Armut für sehr Viele
Es stellt sich die Frage, auf welchem Boden konnte überhaupt diese Boko Haram-Terrortruppe sich wie ein Krebsgeschwür im Norden Nigerias ausbreiten, und selbst in der Hauptstadt Abuja Attentate verüben?

Der überwiegend moslemische Norden Nigerias ist – anders als die Mitte mit der Hauptstadt Abuja, und der westliche Süden, mit der Wirtschaftsmetropole Lagos – von einer extremem Armut gekennzeichnet; dazu von nicht eingehaltenen Menschenrechten durch die Zentralregierung, von grassierender Korruption der öffentlichen Bediensteten – seit Jahrzehnten. Das alles vor dem Hintergrund enormen Ölreichtums: Nigeria ist der grösste Ölexporteur Afrikas.

Das Öl, von dessen Verkaufserlös sich die Regierungsclique ihre tiefen Taschen füllt, und das Volk wenig sieht, wird überwiegend von westlichen Konzernen wie Shell und Exxon gefördert, mittlerweile sind auch die Chinesen auf den Plan getreten.

Grösste Umweltkatastrophe

Die Ölförderung im Nigerdelta hat zu einer der weltweit grössten Umweltkatastrophen geführt: Das Delta, einst fischreich und Existenzgrundlage vieler Fischer ist heute grossteils eine tote Öl-Kloake. Aus vielen geplatzten Pipelines sprudelt ungehindert immer wieder das Öl ins Delta. Mittlerweile tritt – alles zusammengenommen – aus allen Lecks in Nigeria mehr Öl aus, als insgesamt aus dem Leck im Golf von Mexiko nach der Explosion der Ölplattform Deep Water Horizion , und zwar nicht nur einmal, sondern Jahr für Jahr.

Aber auch viele Kleinfarmer im Nigerdelta sind betroffen, auf deren Felder sich das Öl aus Pipeline- Lecks ergiesst.
Viele leiden dazu noch unter einer gigantischen Luftverschmutzung durch das Abfackeln des Gases. Oftmals verhindert der Rauch das Durchdringen der Sonne, der Tag wird zu einer Art Dämmerung.

Die Regierungsclique, die fernab dieser Trouble-Spots im unverschämten Luxus lebt, interessiert das alles herzlich wenig.

Für den Westen und deren Ölkonzerne ist das alles allerdings kein Grund zur Beunruhigung, gleiches gilt für die Chinesen.


Nigerias Präsident Goodluck Jonathan begrüsst chinesischen Premier Li Keqiang am 7.5. 2014 auf dem World Economic Forum in Abuja

Heuchelei und Zynismus
Die jetzt angebotene westliche „Hilfe“ ist unter diesen Umständen heuchlerisch, sie ändert natürlich auch nichts an den Zuständen, die erst zum Entstehen von Boko Haram mit seinem zynischen Führer Abubakar Shekau geführt haben, dessen Zynismus allerdings dem der kleptokratischen Regierung Nigerias in gewisser Weise ähnelt, auch wenn die Regierung ihn mit Betroffenheit maskiert, während der Boko Haram Chef nach den Entführungen eine Art psychopathischen Freudentanz aufführte.


Abubakar Shekau ….psychopathischen Freudentanz aufgeführt. Screenshot: Dr. v. Paleske

Aber die „Hilfe“ passt wiederum gut in das Spektrum US amerikanischer Aktivitäten auf dem afrikanischen Kontinent, die von 2011 bis 2013 um 94% gestiegen sind, während die USA bei ihren Zahlungen für die UN- Fiedens-Missionen auf dem afrikanischen Kontinent in der DR Kongo, Darfur, Süd-Sudan, Liberia, Mali und West Sahara mit 200 Millionen US Dollar im Rückstand sind.


Militärische Aktivitäten der USA auf dem afrikanischen Kontinent

Finstere Zukunft
Die Zukunft für die Bevölkerung Nigerias ist alles andere als rosig: weder Boko Haram mit seiner Forderung nach einem islamistischen Terror-Kalifat, noch die kleptokratische Regierungsclique in Abuja können begründete Hoffnung verbreiten, schon gar nicht für den Norden aber auch nicht für den Südosten mit seinem Nigerdelta.

Nur USA? – Die tägliche Umweltkatastrophe in Nigeria
Boko Haram – Al Qaida in Nigeria?

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Hessischer Ministerpräsident Volker Bouffier schreibt an Frankfurter Verständnisvoll-Psychiater Dr. Thomas H.

Dr. Alexander von Paleske — 23.11. 2013 ——Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Volker Bouffier
Ministerpräsident des Landes Hessen
Regierungspalais
Wiesbaden

An
Herrn
Dr. med. Thomas H.
Arzt für Neurologie und Psychiatrie
Hippokrates-Mein-Eid-Strasse Nr. 1
Frankfurt

Betr: Koalitionsverhandlungen mit den grünen Salatfutterern und Sandalenträgern

Lieber Dr. Thomas H.

Sie haben seinerzeit der hessischen Landesregierung und der Oberfinanzdirektion so fabelhaft geholfen, als diese von ein paar querulatorischen Steuerfahndern geärgert wurde, die einfach nicht nach dem Prinzip:

„Die kleinen Fische sollt ihr fangen, die grossen aber wegschwimmen lassen“

handeln wollten.

Dank Ihrer verständnisvollen Schlechtachten äh, ich meine Gutachten, konnte mein Kollege Karlheinz Weimar diese Herrschaften für viele Jahre aufs Abstellgleis befördern, während ich den innenpolitischen Hardliner für meinen hochverehrten Parteifreund Roland Koch machte.


Das bin ich ….Danke für die Gutachten

Aus purer Dankbarkeit
Aus Dankbarkeit für Ihren seinerzeitigen selbstlosen Einsatz für die hessische Landesregierung und die Oberfinanzdirektion Frankfurt ist es mir eine Freude, Ihnen mitteilen zu können, dass es keinerlei politische Veränderungen nach der Wahl in Hessen geben wird.

SPD ausmanövriert
Die SPD mit diesem Thorsten Schäfer-Gümbel haben wir einfach ausmanövriert. Der hatte doch tatsächlich vor, eine Minderheitsregierung mit den Grünen unter Tolerierung der Kommunisten zu bilden, nachdem er bei uns mit seinen unrealistischen Ministerforderungen auf Granit biss.

Der Ober-Anpassungs-Realo-Grüne Tarek Al- Wazir hat sich da wesentlich flexibler gezeigt, selbst in der Frage des Flughafen-Lärms, und in den orientierenden Gesprächen seine Bereitschaft erklärt, alles Grüne vor der Ministervereidigung weitgehend zu entsorgen.

Für Ministerposten geben die alles
Für diese Realo-Grünen geht es offenbar nur noch darum, bald an den Regierungsfuttertrögen zu sitzen, und dafür alle einstigen Prinzipien fahren zu lassen.

Die unbeschreibliche Gier dieser Grün-Realos nach – wie sie es nennen – Ministerverantwortung hat uns freudig überrascht, und die Aufnahme von Koalitionsgesprächen ausserordentlich erleichtert. Sehr erfreulich.

Keine Konsequenzen aus dem „Steuerfahnder-Skandal“
Damit gibt es auch keine weiteren Konsequenzen aus dem sog, Steuerfahnder-Skandal mehr, und als kleines Dankeschön für Ihre Dienste werde ich veranlassen, dass Ihr (regierungslastiger) Sachverstand wieder vermehrt genutzt wird, Sie also als Gutachter in schwierigen politisch-psychiatrischen Fragen wieder vermehrt herangezogen werden.

Unvergessen für mich, wie sie Ihren Mann vor dem Untersuchungsausschuss des hessischen Landtages gestanden haben, und standhaft (wahrheitswidrig) bestritten, sog. Gefälligkeitsgutachten abgegeben zu haben.

So viel politische Standhaftigkeit muss einfach zumindest ein Dankeschön nach sich ziehen, und das möchte ich hiermit tun.

Dass der Universitätsprofessor Norbert Nedopil mittlerweile ein vernichtendes Gegengutachten abgegeben hat, braucht uns überhaupt nicht zu interessieren, da steht einfach Aussage gegen Aussage und Psychiater gegen Psychiater.

Auch die Tatsache, dass Sie vom hessischen Berufsgericht für Ärzte wegen dieser Schlecht- äh, ich meine Gutachten, verurteilt wurden, ist längst vergessen.

Ganz herzliche Grüsse und eine gesegnete Vorweihnachtszeit!

Ihr

Volker Bouffier
Ministerpräsident des Landes Hessen

Keine Satire
Der Steuerfahnder-Skandal in Hessen, die Deutsche Bank, und ein folgenreicher Anruf

Mehr zu den Grünen
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Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Flaschenpfand-Trittin schreibt an Bundespräsident Joachim Gauck

link Jürgen Flaschenpfand-Trittin berichtet von der Bilderberg-Konferenz in Virginia / USA
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Katrin Göring Eckardt (KGE): Unsere grüne Agenda 2013 – mindestens 20,13 % mit sozialer Benebelung
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Joseph Martin (Joschka) Fischer: Hurra, ich bin 65, habe alles erreicht, und bereue nichts
Joschka und Herr Fischer, Regie: Pepe Danquart – Ein deutsches Film-Märchen

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Ägypten vor dem Bürgerkrieg?

Dr. Alexander von Paleske —- 4.7. 2013 —– Das Militär in Ägypten hat geputscht, den demokratisch gewählten Präsidenten Mohammed Mursi abgesetzt und unter Hausarrest gestellt, die Verfassungs ausser Kraft gesetzt, und einen Interimspräsidenten namens Adly Mansour eingesetzt.


Mohammed Mursi ……abgesetzt und unter Hausarrest.


Adly Mansour …….Interimspräsident, kaum einer kennt ihn, keiner wählte ihn. Screenshot: Dr. v. Paleske

Die klammheimliche Freude westlicher Politiker ist nicht zu übersehen. Gleiches gilt natürlich für Israel.

Offen werden zwar Bedenken zur Schau getragen, und das Weisse Haus bestellte gar den Generalstaatsanwalt in den Krisenraum, um zu klären, ob es sich tatsachlich, rechtlich gesehen, um einen Putsch gehandelt habe.

Bundesaussenminister Guido Westerwelle fordert die rasche Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen.

Die logische sofortige Wiedereinsetzung von Mursi, die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit, Rückzug des Militärs in die Kasernen, die einzig einer Demokratie angemessene Lösung, fordert jedoch keiner dieser Politiker.

Keine Überraschung
Das ist jedoch keine Überraschung, denn die Übernahme der politischen Macht durch die Muslimbruderschaft nach demokratischen Wahlen vor einem Jahr, war den westlichen Politikern ein ständiger Dorn im Auge. Gleiches gilt für Israel, zumal die Hamas im Gaza Streifen traditionell enge Kontakte mit der Muslimbruderschaft pflegte.

Das Militär in Ägypten wird von den USA mit umgerechnet jährlich 1 Milliarde Euro alimentiert. Regelmässig finden gemeinsame Manöver statt, und Stabsoffiziere werden gerne in die USA eingeladen.

Nur ein Narr kann deshalb wohl annehmen, dass dieser Putsch nicht mit Billigung der USA stattgefunden hat.
Hinzu kommt, dass der ägyptische Oberbefehlshaber Abdel Fattah al Sisi vor Ablauf des gestrigen Ultimatums mit dem US-Verteidigungsminister Chuck Hagel telefonierte. Über das Wetter dürften die beiden kaum geredet haben.


Abdel Fattah al Sisi ……telefonierte mit US- Verteidigungsminister. . Screenshot: Dr. v. Paleske

Politische Fehler keine Putschrechtfertigung
Man kann den abgesetzten Premier Mursi leiden oder auch nicht. Politisch angreifbar ist die Zug um Zug angepeilte totale Islamisierung . Die musste auf den Widerstand nicht nur der christlichen Kopten, sondern vor allem der städtischen Bevölkerung unter 30 Jahren treffen, die es satt ist, sich vom Staat Vorschriften machen, sich gängeln zu lassen, während gleichzeitig ausser der Islamisierung keinerlei Perspektiven für die Abschaffung der hohen Jugendarbeitslosigkeit, und der um sich greifenden Armut eröffnet wurden.

Weiter die ausufernde Kriminalität, und ein anhaltender wirtschaftlicher Niedergang mit ständigen Stromabschaltungen.

Hinzu kam auch noch Mursis Griff nach unbeschränkter Macht.

Die Demonstrationen auf dem Tahrir-Platz mit der Forderung nach dem Rücktritt Mursis waren die Antwort.

Die machtvollen Demonstrationen in den grossen Städten glichen in verblüffender Weise den Demonstrationen in der Türkei, wo sich ebenfalls die jugendliche Stadtbevölkerung gegen die zunehmende Islamisierung der Politik, und die Weigerung zum echten Dialog auflehnte .

Demonstranten ohne Mehrheit
Aber diese Demonstranten haben bisher nicht die Mehrheit, insbesondere der Provinzbevölkerung, hinter sich, und neue Wahlen – wer weiss schon wann die stattfinden – würden vermutlich wieder den Islamisten die Mehrheit bringen.

Rückblick auf Algerien
Ein ähnliches Szenario wie jetzt in Ägypten gab es in Nordafrika schon einmal: In Algerien.

Dort fanden im Jahre 1991 Parlamentswahlen statt. Nach dem sich abzeichnenden Sieg der Islamischen Heilsfront (Front islamique du salut, FIS), vergleichbar den Moslembrüdern in Ägypten, wurden die Wahlen abgebrochen.

Im März 1992 erfolgte die Anordnung zur Auflösung der FIS, die daraufhin zum bewaffneten Kampf aufrief. Im Laufe des Bürgerkriegs, der zwischen Islamisten und dem algerischen Militär geführt wurde und 10 Jahre dauerte, kamen über 120.000 Menschen ums Leben.

Im September 1998 war dort dann die Al Qaida nahestehende islamistengruppe „Predigt und Kampf” gegründet worden, die zum Dschihad, zum heiligen Krieg aufrief.

Dieses Szenario droht jetzt in Ägypten, wobei die Salafisten mit dem kaum zu widerlegenden Argument hausieren gehen dürften: Ergebnisse parlamentarischer Wahlen werden nur akzeptiert, wenn sie westlichen Ländern und Israel genehm sind. Also westlicher Popanz, der nichts mit der eigentlichen Demokratie, der Herrschaft des Volkes, zu tun hat.

Der Ausweg: Islamisierung und Errichtung eines (mittelalterlichen) Kalifats, Vertreibung aller „Ungläubigen“, Totalverschleierung der Frauen, strikte Trennung von Frauen und Männern, Einführung einer Religionspolizei etc.

Saudi-Arabien lässt grüssen.

Und so droht Ägypten – wie Algerien seinerzeit – zum nächsten Bürgerkriegsland in Nahost mit Bombenattentaten und Schiesserein zu werden, wie bereits Syrien und der Irak.

Eine wichtige Einnahmequelle des Landes, der Tourismus, dürfte sofort kollabieren, und damit zur weiteren Verschärfung der Armut und sozialen Spannungen beitragen.

Statt Verhandlungen: Putsch
Anstatt Druck auf das Militär auszuüben, eine Verhandlungslösung herbeizuführen, nun der Putsch.

Möge sich darüber freuen wer will, der Kater dürfte sich nur allzu schnell einstellen. Es sei denn, dass innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums also maximal 6 Monaten Neuwahlen fest angesetzt werden, an denen auch die Islamisten teilnehmen können.

Mittlerweile rollt aber die Verhaftungswelle gegen die Muslimbrüder. 300 Haftbefehle sollen bereits ausgestellt und etliche vollstreckt sein.

Die Gefahr des Bürgerkriegs ist real, und keineswegs eine Fata Morgana.

Die Salafisten wollen an die Macht – oder: hat der Herbst des arabischen Frühlings schon begonnen, oder gar der Winter?

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Nelson Mandela und seine Erben: Totenumbettung, Prozesse und Interviews einer Ex-Frau

Dr. Alexander von Paleske —- 3.7.2013 —– Südafrikas ehemaliger Präsident, Nelson Mandela, liegt im Krankenhaus in Pretoria und ringt mit dem Tode. Nach neuesten Berichten soll es ihm aber wieder etwas besser gehen. Genaue Details, ob er noch an der Beatmungsmaschine hängt, sind nicht bekannt.

Andere Prioritäten
Seine Nachkommen haben im Augenblick ganz andere Prioritäten: Kasse zu machen und sich gegenseitig zu bekämpfen.
.
Das wohl makaberste Beispiel ist Mandelas ältester Enkel Mandla, der mittlerweile zum traditionellen Chief (Stammeshäuptling) in Mandelas Geburtsort Mvezo in der Transkei aufgestiegen ist.


Mandla Mandela … Chief mit grossen Plänen Screenshot: Dr. v. Paleske

Nelson Mandela hatte verfügt, dass er dort begraben werden will, wo auch seine verstorbenen Kinder Thembekile Makaziwe und Makgatho begraben sind – besser gesagt waren: in Qunu. Dort, wo Mandela aufwuchs, und wo er auch seinen Altersruhesitz errichten liess: Ein Haus, das exakt dem Grundriss des Hauses entspricht, wo er während der letzten Jahre seiner Inhaftierung im Victor Verster Gefängnis untergebracht war.

Seine verstorbenen Kinder waren in Qunu begraben worden – sie sind es jedoch nicht mehr. Sein ältester Enkel Mandla hatte sie vor zwei Jahren umgebettet – nach Mvezo, Mandelas Geburtsort.


Gräber der Kinder Mandelas – nach der Umbettung. Screenshot: Dr. v. Paleske

Der Hintergrund
Mandla hat grosse Pläne: er will den Tourismus, der nach dem Tod Nelson Mandelas dorthin erwartet werden kann, nach Mvezo lenken. Dort hat er bereits ein pompöses Mandela-Erinnerungsgebäude errichtet, ein Hotel ist in der Planung, das Geld soll richtig fliessen – in die Kasse Mandlas.


Bauvorhaben Mandlas in Mvezo —Touristenstrom umleiten
Screenshot: Dr. v. Paleske

Dazu muss aber auch Nelson Mandela eines Tages selbst in Mvezo bestattet werden. Also schaffte er kurzerhand die Gebeine und Grabsteine der bereits Verstorbenen nach Mvezo, und, so sein Kalkül, Nelson Mandela würde dann automatisch dort nach seinem Tode begraben werden.

Das stiess jedoch auf den Widerstand anderer Familienmitglieder.

Ein Gericht in Mthata, angerufen von Mandelas Tochter Makaziwe aus erster Ehe, ordnete nun die Rückumbettung der Gebeine an.


Tochter Makaziwe vor dem Gerichtsgebäude in Mthata
Screenshot: Dr. v. Paleske

Nicht besser
Aber in Sachen Erbschaft stehen die Nachkommen, insbesondere die bereits genannte Tochter Makaziwe und Zenani Madikizela-Mandela, Tochter aus der Ehe mit Winnie Mandela, dem Chief Mandla keineswegs nach.

Die beiden haben ein gieriges Auge auf das Vermögen der Nelson Mandela-Stiftung geworfen, die unter anderem von dem hochangesehenen Menschenrechtsanwalt George Bizos verwaltet wird. Bizos hatte Nelson Mandala schon im Hochverratsprozess von 1964 verteidigt, und wurde einer seiner engsten Freunde.

Bizos muss aus der Stiftung nach Auffassung der Töchter abberufen werden, weil er sich weigert, das Geld mit vollen Händen an die Mandela-Nachkommen zu verteilen. Also wird geklagt.

Winnies Versuch eines Comebacks
Die von ihm geschiedene Ex-Frau Nelson Mandelas, Winnie, die auch gerne an die materiellen und politischen Futtertröge zurück will, taucht derweil jeden Tag im Krankenhaus in Pretoria auf, wo ihr Ex-Mann mit dem Tode ringt, und gibt den reichlich vorhandenen internationalen Medienvertretern Interviews. Ganz so, als ob sie noch seine angetraute Frau sei.

Mandela, solange er es noch konnte, hatte seine Familie finanziell am kurzen Zügel geführt. Nepotismus (Vetterleswirtschaft) gab es für ihn ohnehin nicht.

Von seiner damaligen Ehefrau Winnie hatte er sich schweren Herzens getrennt, obgleich sie seine emotionale Stütze während der langen Gefängniszeit war.

Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis kamen die Morde im Zusammenhang mit dem Mandela- Football Club heraus, und seine Frau hatte eine Anklage wegen Beihilfe zur Tötung am Hals.

Dass sie sich emotional längst von ihm getrennt hatte, und ihre freien Stunden mit einem weit jüngeren Rechtsanwalt verbrachte, überzeugte Nelson Mandela schliesslich, einen Schlusstrich zu ziehen.

Nun glauben einige seiner Nachkommen und seine Ex-Frau, endlich freie Bahn zu haben. Dass sie damit auch das Bild der Familie des Jahrhundert-Staatsmannes beschädigen, scheint ihnen völlig gleichgültig zu sein.

Aber sie liegen damit voll im Trend der schamlosen Bereicherung führender südafrikanischer ANC-Funktionäre, über die wir bereits berichtet haben.

Was kommt nach Nelson Mandela?
Nelson Mandela wird 94 – in Südafrika Korruption und Gefahr für die Pressefreiheit

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Peer Bilderberg-Steinbrück: Warum in die Flutgebiete? – BILD war doch schon da

Dr. Alexander von Paleske — 13.6. 2013 — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Peer Bilderberg-Steinbrück, MdB
SPD Kanzlerkandidat
Willy Brandt Haus
Berlin Mitte

EILT, sofort an die Medien weiterreichen

Guten Morgen Deutschland,

nachdem ein Sturm der Entrüstung sich ausgebreitet hat, weil ich erklärte:

„Die betroffenen Bürger brauchen jetzt die Bundeswehr und nicht den Steinbrück“,

will ich noch einmal im Detail erläutern, warum ich nach intensiver Beratung mit meinem Kompetenzteam und meiner Wahlkampf-Eingreiftruppe entschieden habe, mich vorerst nicht in den überfluteten Gebieten blicken zu lassen:

1. Ich informiere mich täglich über die BILD


500 BILD-Reporter – Ein Versprechen: Wir holen alles für Sie raus (ausser der Wahrheit)

In dieser hochinformativen Tageszeitung, die ich durch meinen neuen Sprecher, den hervorragenden früheren langjährigen BILD-Qualitäts-Reporter und dann „Heuschrecken“-Mitarbeiter Rolf Kleine, bereits am Vortage des Erscheinens zu lesen bekomme, finde ich schon die Nachrichten von übermorgen.


…….bin dank BILD bestens informiert

Ich bin daher über die Flutwelle weit besser informiert, als die Bundeskanzlerin. Anders als Mutti Merkel brauche ich mit meinem Wissens- und Kenntnisstand somit keine Ortsbesichtigung.

2. Ich habe für mein Kompetenzteam noch keinen Deichgrafen benannt, der den Helfern konkrete Anweisung geben könnte, wo sie die Sandsäcke hinzupacken haben.

3. Ich kann wegen meiner Wirbelsäulenprobleme selbst keine Sandsäcke schleppen.

4. Ich habe im Keller nur Fürst von Metternich-Sekt, aber keinen Eierlikör und billigen Pinot für die Fluthelfer vorrätig.

5. Ich habe eine Gummistiefelallergie: immer wenn ich in Gummistiefel steige schwellen meine Beine an-

6. Schliesslich hat Gerhard Schröder ja bereits im Jahre 2002 diese Gebiete bei der letzten Flutwelle besucht.

Deutschland, ich mache keinen billigen Gummistiefel-Wahlkampf, gerade deswegen werde ich von der deutschen Volksgemeinschaft ja auch so geschätzt.

Glückauf Deutschland

Peer Bilderberg-Steinbrück
Zukünftiger Bundeskanzler der
Bundesrepublik Deutschland

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Grimme-Preise für Dschungel-Quark und Schamlos-Charlotte

Dr. Alexander von Paleske — 30.1. 2013 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

An das
Preiskomitee der Adolf-Grimme Preise
Marl

Betr.: Grimme Preise für 2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit grosser Freude habe ich gestern den Medien entnehmen dürfen, dass die Dschungel-Ekel-Anspruchslos-Show „Ich bin (angeblich) prominent, holt mich hier raus“ für den Grimme Preis vorgeschlagen wurde.
Ich konnte beim Lesen dieser Nachricht meine Begeisterung kaum unterdrücken.


Grimme Preis Logo ……….hervorragende Kandidaten für 2012

Drücke beide Daumen
Jetzt drücke ich beide Daumen, dass diese Show den Preis auch bekommt, den sie absolut verdient.

Zwar ist mit dem Preis kein Geld verbunden, aber der Grimme Preis gehört zu den sehr angesehenen Medienpreisen unserer Bundesrepublik Deutschland.
Der Vorschlags-Jury dürfte insbesondere gefallen haben, auf welchem niedrigen Unterhaltungs-Klamauk-Niveau sich diese Show bewegt, und die Teilnehmer all das machen lässt, was sich unter den Begriffen „eklig“, „verabscheuungswürdig“, „widerwärtig“ und „primitiv“ zusammenfassen lässt.

Hoden und Schweinesperma
Nicht jeder würde sich ja trauen, Hoden zu verspeisen oder Schweine-Sperma zu schlucken. Das ist schon eine Mutprobe, eine Selbstüberwindung, die Anerkennung abnötigt, und die Zuschauer bei Laune hält.

Das einzige, was ich bisher noch nicht sah, ist Sex mit Tieren. Aber das lässt sich in den nächsten Folgen bestimmt noch einbauen.

Umrahmt werden diese (un)menschlichen Herausforderungen von einer exotischen Umgebung, und ausgefüllt mit den geistlosen Sprechblasen (Schein-) Prominenter.
Aber die deutsche Volksgemeinschaft hat sich mittlerweile daran gewöhnt, wie der Grimme-Direktor Uwe Kammann völlig zutreffend feststellte:

Anfangs galt die Show als prollig und ekelerregend. Man musste sich erst daran gewöhnen, weil es so etwas bisher nicht gab. Das hat sich jetzt gelegt.

und weiter:

das Dschungelcamp ist die letzte Form des (aufregend perversen) Lagerfeuerfernsehens….eine besondere Unterhaltung..

Auch Schamlos-Charlotte
Aber meine gestrige Begeisterung wollte schier kein Ende nehmen, als ich ausserdem von der Grimme Preis-Nominierung der (Schamlos-) Buchschreiberin Charlotte Roche für ihre Sendung mit Jan Böhmermann hörte.

Ihre beiden Bücher, Stossgebiete und Feuchte Liebe, aus dem Reich der literarischen Sumpfblüten habe ich verschlungen, und dabei manches entdeckt, was ich noch nicht kannte. Dazu gehörte auch der gemeinsame Bordellbesuch mit dem/der Ehemann/frau

Ich halte diese Bücher für literarische Kostbarkeiten, nein, Jahrhundertwerke, und ich wäre keineswegs überrascht, wenn diese Dame eines Tages mit dem Literatur-Nobelpreis geehrt wird..

Ihre Talk-Sendung mit diesem Jan Böhmermann hat doch gezeigt, wie man eine Talkshow inhaltlich auf Null-Niveau setzen, und trotzdem immer noch anspruchslose Gemüter erheitern kann.

Vorsicht!
Allerdings sollte in der weiteren Diskussion darauf geachtet werden, dass kein Bezug zur Person Adolf Grimme hergestellt wird, nach dem der Preis ja benannt ist.


Adolf Grimme (rechts) im Jahre 1932 mit dem preussischen Ministerpräsidenten Otto Braun.

Bösartige Zungen würden dann behaupten, dass dieser Widerstandskämpfer gegen den Faschismus, Christ und sozialdemokratische Politiker, den die Briten 1945 aus dem Zuchthaus Hamburg-Fuhlsbüttel befreiten, wegen dieser Preiskandidaten sich noch im Grabe herumdrehen würde.

Denn, so würden diese Herrschaften argumentieren, dies ist sicherlich nicht der Typ Fernsehen, der diesem ehemaligen Generaldirektor des NWDR wohl vorgeschwebt hat, und von dem der Spruch stammt:

Sozialisten können Christen sein. Christen müssen Sozialisten sein.

Macht nichts, die Zeiten ändern sich, und wir uns mit ihnen.

Mit freundlichen Grüssen

Ein aufmerksamer Fernsehzuschauer ,
Liebhaber von Unterschichten-Klamauksendungen

Zum Dschungelcamp
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Zu Charlotte Roche
Charlotte Roche schreibt an NRW-MdL Piratin Birgit Rydlewski: Wunderbar, Du mutige Entschämerin
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Hamburger Bordellbesitzer schreibt an Constantin Film: „Stelle mein Bordell als Drehort für Verfilmung von Schossgebete zur Verfügung“

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Griechenland und die Folgen der Sparmassnahmen: Die Faschisten steigen zur „Ordnungsmacht“ auf

Dr. Alexander von Paleske — 3.10. 2012 — Die von Griechenland verlangten und teilweise durchgeführten Sparmassnamen, haben neben Wirtschaftsabschwung, zunehmender Arbeitslosigkeit und Verarmung auch zu einer Art politischen Vakuum geführt, das zügig von den Faschisten ausgefüllt wird.

Die rechtsradikale Partei Chrysi Avgi (Goldener Morgen)““, die bei den letzten Wahlen immerhin 12 Prozent der Stimmen bekam, tritt nicht nur mit Suppenküchen – ausschliesslich für Griechen und nicht für Fremde versteht sich – in Erscheinung,

Finsterer Morgen
Nun treten sie mit Schlägertrupps auch als „Ordnungsmacht“ auf, und zwar dann, wenn Ausländer in Auseinandersetzungen involviert sind.

Wer z.B.in Athen die Polizei anruft, und in dem Anruf sich herausstellt, das Ausländer in Auseinandersetzungen verwickelt sind, der wird von der Polizei sogleich an die Schlägertrupps des Goldenen Morgen verwiesen.

Die Polizei ist unterbesetzt, und die griechischen Faschisten geniessen grosse Sympathie unter der Polizei.

Die Schlägertrupps reagieren auf Anrufe sofort, anders als die Polizei, und schlagen zu, ohne lange zu fackeln.

Der Goldener Morgen – besser sollte man sagen „Finsterer Morgen“ – vermittelt ein (falsches) Gefühl von Sicherheit – rechtsradikaler Sicherheit, dies berichtet die seriöse britische Tageszeitung Guardian am 27.9. 2012 aus Griechenland.

Der Einzug ins griechische Parlament hat das Selbst- und Sendungsbewusstsein noch gestärkt.

In den Umfragen steigen die Faschisten, deren Parteizeichen stark dem Hakenkreuz ähnelt, bereits auf 22%.


Dem Hakenkreuz ähnlich – Logo des Goldenen Morgen

Überraschen kann das alles kaum.
Allerdings sitzen die Verantwortlichen für diese Entwicklung nicht nur in Athen…..

Berichte aus Griechenland, die keine Schlagzeilen mehr machen
Griechenland: Aus der Ausweglosigkeit in den Freitod – kein Einzelfall

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Australien: Debatte im Parlament über eine Entschuldigung, die viel zu spät kommt

Dr. Alexander von Paleske — 23.8. 2012 —-
Es mutete etwas gespenstisch an, was sich in der vergangenen Woche im australischen Parlament abspielte: Parlamentsabgeordnete hatten einen Antrag eingebracht, Australien sollte sich für sein Verhalten gegenüber seinem Athleten und 1968-Olympia-Silbermedaillengewinner Peter Norman entschuldigen.

Der Hintergrund
Peter Norman nahm am 200m Finale der Herren bei der Olympiade in Mexiko 1968 teil, und gewann die Silbermedaille.

Das Bild der Siegerehrung zeigt ihn neben zwei US Athleten, Afroamerikanern, welche die Goldmedaille (Tommie Smith) und die Bronzemedaille (John Carlos) gewonnen hatten.


Siegerehrung 1968 – Tommie Smith (Mitte) Peter Norman (l) und John Carlos (r)

Als die Nationalhymne der USA erklang,reckten Smith und Carlos die Faust, der Gruss der seinerzeitigen Black Panther. Das Bild ging um die Welt.

Nicht nur Fäuste
Neben dem Erheben der Fäuste traten Carlos und Smith auch ohne Schuhe zur Siegerehrung an, um auf die Armut der Schwarzen in den USA aufmerksam zu machen, von denen viele sich nicht einmal Schuhwerk leisten konnten.
Beide trugen auch eine Perlenkette, mit der sie auf die ungenannten Menschen aufmerksam machen wollten, die einfach so gelyncht oder ermordet wurden, und für die keiner ein Gebet sprach.

Carlos liess zudem seine Trainingsjacke offen, damit wollte er an die Schichtarbeiter in den USA erinnern, die Underdogs.

Die Handschuhe trugen sie, weil die sie nicht die blosse Hand dem damaligen IOC Präsidenten Avery Brundage, einem ausgewiesenen Rassisten, reichen wollten.

Button OPHR
Und sie trugen den Button „Olympic Project for Human Rights” (OPHR) auf ihrer Trainingsjacke. OPHR war eine Bewegung in den USA, die sich gegen die Diskriminierung der schwarzen Athleten einsetzte, und seinerzeit auch den Boykott der olympischen Spiele in Erwägung gezogen hatte.

1968 war nicht nur das Jahr, in dem der Bürgerrechtler Martin Luther King ermordet wurde: 1968 war das Jahr der Studentenproteste weltweit, auch in Mexiko, wo die Polizei in Mexiko-City rund 200 Demonstranten erschoss.

Auch Peter Norman
Was aber weitgehend unbeachtet blieb – nicht jedoch in seiner Heimat Australien: Auch der Silbermedailliengewinner Peter Norman trug den OPHR-Button.

Norman hatte von der geplanten Aktion der schwarzen Athleten erfahren und fragte, ob er helfen könne, was er dann mit der Anheftung des Button tat, den er sich von einem Mitglied des US-Teams, der die Bewegung unterstützte, besorgt hatte.

Strafe auf dem Fusse
Smith und Carlos mussten auf Anordnung des Chefs des olympischen Komitees der USA binnen 48 Stunden das olympische Dorf verlassen. Sie bekamen von den Medien nach ihrer Rückkehr jede Menge Feindseligkeit zu spüren, und schlugen sich mit Gelegenheitsjobs durch.

Carlos schaffte es trotzdem zu studieren und zu promovieren. Er arbeitet heute an einer High School in Palm Spings.

Tommie Smith arbeitet mittlerweile als Leichtathletiktrainer.

Beide sind nach wie vor politisch aktiv, Carlos unterstützte aktiv die Occupy-Bewegung.

Lebenslange Strafe für Peter Norman
Australien bestrafte Norman für seine Solidarität mit den schwarzen Athleten. Er war in Australien fortan geächtet – über Jahrzehnte – und durfte an den olympischen Spielen 1972 in München nicht teilnehmen, obgleich der sich dafür qualifiziert hatte.

Mehrfach wurde ihm geraten, sich für seine Aktion zu entschuldigen, dann sei ihm alles verziehen. Peter Norman lehnte ab, seine sportliche Karriere war zu Ende. Seine damailge australische Rekordzeit über 200 m steht allerdings bis heute.

Selbst zur Eröffnung der olympischen Spiele im Jahre 2000 in Sydney war er nicht eingeladen. Auf Betreiben von Tommy Smith und John Carlos nahm er jedoch als Gast der US-Abordnung daran teil..

Die Reaktion seinerzeit in Australien ist kaum überraschend: Das Land praktizierte gegenüber den australischen „Schwarzen“ den Indigenen (Aborigines) übelsten Rassismus, der bis in die jüngste Zeit reichte: von der Landwegnahme, Kindswegnahme bis zur täglichen Diskriminierung. Details siehe hier.

Norman, Carlos und Smith hielten nach Mexiko 1968 Kontakt. John Carlos nannte ihn „mein Bruder von einer anderen Mutter“.

Norman starb 2006 nach einem Herzinfarkt. Smith und Carlos reisten zur Beerdigung an und waren seine Sargträger.


Carlos und Smith bei der Beerdigung Screenshot: Dr. v. Paleske

Der Antrag im Parlament
Der Antrag im Australischen Parlament, eingebracht von den Abgeordneten Rob Oakshott und Andrew Leigh, lautete:

That this House; Recognises the extraordinary athletic achievements of the late Peter Norman, who won the silver medal in the 200 metres sprint running at the 1968 Mexico City Olympics, in a time of 20.06 seconds, which still stands as the Australian record;

Acknowledges the bravery of Peter Norman in donning an Olympic Project for Human Rights badge on the podium, in solidarity with African-American athletes Tommie Smith and John Carlos, who gave the black power salute;

Apologises to Peter Norman for the wrong done by Australia in failing to send him to the 1972 Munich Olympics, despite repeatedly qualifying; and Belatedly recognises the powerful role that Peter Norman played in furthering racial equality.”

Kommentar von Tommie Smith:

There is no one in the nation of a Australia that should be honored, recognized and appreciated more than Peter Norman. He should be recognized for his humanitarian concerns, his character, his strength and his willingness to be a sacrificial lamb for justice“

Für Peter Norman kommt allerdings diese längst überfällige Entschuldigung zu spät.
Zweifel kommen jedoch auf an der Ernsthaftigkeit einer derartigen Entschuldigung, angesichts der Behandlung des australischen Boxers Damien Hooper bei den diesjährigen olympischen Spielen in London: Hooper, der von den Indigenen (Aborigines) den australischen Ureinwohnern, abstammt, hatte bei seinem ersten Boxkampf ein T-Shirt mit den Nationalfarben der Indigenen getragen, um damit auf seine Volksgruppe mit ihren Leiden aufmerksam zu machen. Er wurde prompt vom Chef des australischen olympischen Komitees verwarnt.

Olympia London 2012 – Kurzer Kommentar zur langen Eröffnungsfeier

Ganoven, Goldgräber, Geheimdienste und Diplomaten