Krieg

Stimmen der Vernunft aus den USA

Luz María De Stéfano Zuloaga de LenkaitNachrichten zu Libyen, Leitartikel von James Carroll und Letter von Gianni Riotta in Herald Tribune vom 2.3.11 – Süddeutsche Zeitung 3.3.11, Titelseite: „NATO erwägt Flugverbot über Libyen“ von csc,wtr und SZ-Kommentar : „Die Zeit arbeitet für Gaddafi“ von ave (Tomas Avenarius)

Der SZ-Kommentar vom 3.3.11 „Die Zeit arbeitet für Gaddafi“ offenbart, wie extrem Politiker aus den reichen Industriestaaten immer noch im Kriegswahn gefangen sind und wie Vorbereitungen für militaristische Operationen in fremden Ländern mit der zugehörigen Medienmanipulation ihre Hauptbeschäftigung bleibt. Unüberlegt facht Tomas Avenarius diesen Wahn an, als er einfach schreibt: „Die derzeitige Lage erfordert Bereitschaft zum militärischen Handeln.“ Er verdreht die friedliche Demonstration und versucht, sie in eine militärische Kampfmaßnahme zu pervertieren mit den Worten: „Die Aufständischen haben bisher keine Truppen aufgestellt“. Das war nie ihr Anliegen! Die Gewaltbereitschaft, die sich im SZ-Kommentar vom 3.3.11 manifestiert, kann nur den Bürgerkrieg in Libyen anheizen.

Die große Politik stellt sich jedoch jetzt anders da, als es sich einige schräge Gestalten in deutschen Medien und Politikzirkeln zu wünschen scheinen: Eine erneute NATO-Sitzung am 2.3. verlief wieder glücklicherweise ohne Ergebnis genauso wie die vorherige „dringliche“ NATO-Sondersitzung (25.2.). Weder die USA noch Großbritannien beauftragten den Einsatz militärischer Gewalt in Libyen. Auch nicht die Vereinten Nationen und keine ihrer Unterorganisationen. Auch kommt nichts dergleichen aus der Afrikanischen Union, der Arabischen Liga oder authentisch von den Oppositionskräften in Libyen selbst.

Die Arabische Liga wandte sich nach einem Außenministertreffen in Kairo entschieden gegen eine Militärintervention. Russland und China erteilten Überlegungen der EU und der USA über eine Einrichtung von sogenannten Flugverbotszonen über Libyen eine Absage. Eine solche Idee sei „überflüssig.“ So der russische Außenminister Sergej Lawrow am 1.3. Das Außenamt in Peking sprach sich klar gegen militärische Schritte zur Absetzung Gaddafis aus. Entsprechende Überlegungen im Westen verfolge man mit Sorge. „Wir hoffen, dass das Land so bald wie möglich zu Stabilität zurückkehrt und seine Probleme durch einen Dialog friedlich gelöst werden können.“

So die Verlautbarung aus dem chinesischen Außenministerium. Selbst der US-Verteidigungsminister Robert Gates äußerte sich eindeutig: „Eine solche Flugverbotszone bedeutet Krieg gegen Libyen. Das will Amerika nicht“ (ARD-Tagesschau 3.3.11 um 20 Uhr). Wohl daher spucken die Militaristen Gift und Galle.

Dagegen hat das UN-Flüchtlingshilfswerk die Staaten der Welt derweil um Entsendung Hunderter Flugzeuge zur Rettung von Flüchtlingen gebeten, die sich an der tunesischen Grenze befinden.

Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag wird offiziell Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Libyen einleiten. Friedliche Demonstranten wurden von Sicherheitskräften angegriffen. Bevor Haftbefehle erteilt werden, müssen die Täter und Verantwortlichen identifiziert werden. Das steht noch aus, auch wenn man in der ZDF- und ARD-Nachrichtenredaktion meint, die Rolle des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag übernehmen zu dürfen. (3.3.11, ZDF-Heute-Sendung um 19 Uhr und ARD-Tagesschau um 20 Uhr)

Während Berlin die arabischen Demokratiebewegungen mit massiver verbaler Unterstützung für sich zu gewinnen sucht, debattieren deutsche Außenpolitiker über die Folgen der arabischen Umwälzungen für den Westen. Die Hegemonie von USA und EU über die Ressourcengebiete des Mittleren Ostens sehen sie bedroht: Eine in freier Wahl bestätigte Regierung etwa Ägyptens werde kaum in der Lage sein, eine prowestliche Politik à la Mubarak gegen die eigene Bevölkerung durchzusetzen. US-Experten raten mittlerweile zu einer Annäherung an Teheran, um den westlichen Einfluss im Mittleren Osten nicht absolut und definitiv aufs Spiel zu setzen.

Die Lage ist vor dem Hintergrund eines schon seit Jahren andauernden Hegemonialkonfliktes am Persischen Golf zu betrachten. Seitdem der Westen unter der Führung der USA den Irak zerschlagen hat, ist der Iran potenziell die stärkste Macht in der Region. Teheran hat im Jahr 2005 eine 20-Jahre-Vision für die Islamische Republik verabschiedet. Irans Anspruch auf regionale Hegemonie kollidiert mit den Herrschaftsansprüchen der reichsten Industriestaaten im Westen, die die Kontrolle über die mittelöstlichen Ressourcen um keinen Preis aufgeben wollen.

Auch in Saudi-Arabien regt sich inzwischen Widerspruch gegen die Königsfamilie. Akademiker, Geschäftsleute und politische Aktivisten fordern grundlegende politische Reformen, darunter ein Ende der Erbmonarchie zugunsten einer konstitutionellen Monarchie. Die aktuellen Proteste auf der Arabischen Halbinsel drohen das Kräfteverhältnis nun tatsächlich weiter zu Ungunsten des Westens zu verschieben.

In Bahrain etwa erhebt sich die Bevölkerungsmehrheit gegen den prowestlichen Khalifa-Clan. Dasselbe gilt in Saudi-Arabien, wo sich die schiitische Minderheit jetzt der Protestwelle anschließen will. Zweifellos werden das saudi-arabische Königshaus sowie dasjenige des bahrainischen Monarchen die eigene Herrschaft mit brutaler Repression sichern. Besondere Sorge bereitet im Westen die Tatsache, dass die saudi-arabische Ostprovinz die erdölreichste Region der Welt darstellt.

Für den Westen ist vordringlich, seinen Einflussverlust zu verhindern. Würde Ägypten seine Außenpolitik verändern, dann bräche dem Westen eine tragende Säule weg. Das Militär, bislang Garant einer strikt prowestlichen Außenpolitik, ist in Kairo weiterhin an der Macht.

Um die Ölfelder in Libyen unter Kontrolle zu halten, sind Interventionen westlicher Streitkräfte im Gespräch. Dennoch raten prominente Außenpolitiker in den USA mittlerweile dazu, einen umfassenden Kurswechsel zumindest in Betracht zu ziehen – von der aktuellen Konfrontationspolitik gegenüber dem Iran zu einer Politik der Kooperation und Einbindung Teherans. Der Westen solle jetzt schnell begreifen: „Seine alten Verbündeten existieren nicht mehr. Die Umstürze haben die geopolitische Landkarte der Region und die Machtverhältnisse dramatisch verändert.“ Man müsse „umgehend einen Ausgleich mit dem Iran finden, ansonsten verliert der Westen seinen Einfluss in der Region.“ (German Foreign-Policy: „Ein Hegemonialkonflikt, Stellvertreterkämpfe und Ausgleich mit Iran“- 1.3.11)

Einstweilen sucht Berlin die Demokratiebewegungen der arabischen Länder mit verbaler Unterstützung für sich zu gewinnen, um zumindest eine partielle Kontrolle über die Umwälzungen zu erlangen. Die Nähe Deutschlands zu den Diktatoren auf der Arabischen Halbinsel will Berlin nicht so sehr augenfällig durchblicken lassen. Sonst würden die Chancen sinken, Einfluss auf die Entwicklung zu nehmen.

Auch in Kuwait muss der herrschende Clan – nicht anders als in Bahrain und Katar – mit Aufständen rechnen. Die Waffenexporte des Westens dienen den Diktatoren, Monarchen und Autokraten auch dazu, Proteste niederschlagen zu können. Dennoch stehen die anhaltenden deutschen Rüstungsexporte in die arabischen Golfdiktaturen in Berlin nicht zur Debatte.

Eine imperialistische Militärintervention würde die größte Gefahr für die Menschen der gesamten Region darstellen. Wie groß ist dieses Risiko?

Abgesehen von dieser Frage bleibt eines klar: Libyen ist nicht Ägypten. Sein Führer, Muammar Al-Gaddafi war keine Marionette der USA und EU wie Hosni Mubarak. Über viele Jahre war Gaddafi Verbündeter von Ländern und Bewegungen, die den Imperialismus bekämpften. Als er in einem Militärputsch 1969 die Macht übernahm, verstaatlichte er das libysche Öl.

Deshalb und seitdem waren die USA und Staaten in Europa entschlossen, Libyen zu zermürben. Das wird von den großen Medien verschwiegen. Die USA und die UN verhängten verheerende Sanktionen, um die libysche Wirtschaft zu ruinieren. Die BBC zeigte (22.2.) die Fahne des 1969 gestürzten Monarchen König Idris, der die Marionette der US-amerikanischen und britischen Interessenpolitik war. Zweifellos wollen die USA und Großbritannien ihre Leute und Agenten einsetzen.

Bezeichnenderweise empfiehlt das Wall Street Journal „die USA und Europa sollten helfen, das Gaddafi-Regime zu stürzen.“ (Leitartikel vom 23.2.). Das Interesse gewisser Kreise der USA und Europas an Libyen ist leicht zu durchschauen. Libyen hat erwiesenermaßen die größten Öl-Reserven und besitzt das Potential gigantischer Profite für die großen Ölkonzerne. Das steckt hinter ihrer angeblichen Sorge um demokratische Rechte der libyschen Bevölkerung. Sie wollen eine Regierung, die sich ihnen vollständig unterwirft. Sie haben Gaddafi den Sturz der Monarchie und die Verstaatlichung des Öls nie verziehen.

Als Stimme der Vernunft erhebt sich der Leitartikel der Herald Tribune vom 2.3.11: …“the United States must not intervene militarily in what increasingliy looks like a civil war.“ Und die Anmerkungen von James Carroll in Herald Tribune sind eine solide Basis für faire und besonnene Überlegungen: „The revolutions in the Arab streets… have already overturned the dominant assumption of global geopolitics – that hundreds of millions of impoverished people will uncomplainingly accept their assignment to the antechamber of hell. The United States, meanwhile, has been faced with the radical obsolenscence of its Cold War-rooted preference of strong-man „stability“ over basic principles of justice.

In 1979, with Iran’s popular overthrow of the shah, America was given a chance to re-examine its regional assumptions, but the Carter Doctrine militarized them by threatening war for the sake of oil. In 1989, when people power dismantled the Soviet empire, Washington declared its own empire, and replaced the Communist devil with an Islamic one. But what if the devil has a point?

The Obama administration’s initial ambivalence toward the popular Arab uprisings resulted… from the iron grip of a half-century old paradigm, the core principle of which, in the Mideast, is that oil matters more than human life. That paradigm is broken now, and Washington is chastened by the clear manifestation that its policies have been self-serving, callous, and even immoral.“

Gianni Riotta aus Mailand schreibt auch in Herald Tribune vom 2.3.:“In his wonderful opened Article „How the Arabs turned schame into liberty“ (Views, March 1) Fouad Ajami compares the Arab uprising to the European revolution of 1848. He is right, the 20th century gave us organized revolutions in the Leninist mould, while spontaneous revolts were the mark of 1848.

The European Revolution did not start in France: it was ignited in Palermo, Sicily, on January 12,1848. Demonstrating against the Bourbon king in the name of democracy, Sicilians lit the spark that inspired revolution on the Continent. Even Marx notes the date in a letter to Engels…“

Ebenso ein Artikel aus Virginia (USA) von einem ehemaligen Mitglied des “Senate Foreign Relations Committee“:

„This commendable defense of democracy vis-à-vis the Middle East misses a few salient points. The claim is made that from North Africa to Iran, there has been a resistance to the „ideas and institutions that made representative government possible.“ This is not correct. In the early part of the 20th century, Iran had a freely-elected constitutional government that was stifled by the British. And in the early 1950s, Iran had a freely-elected constitutional government led by its national heroes, Mohammed Mossadegh and Hossein Fatemi, that the United States, aiding the British, overthrew.

Imagine the Middle East today, had that constitutional government flourished. For believers, the Koran it not only holy scripture, but also a guide to how to live one’s life. And the Koran, in regard to governing, advises governing with the consent of the governed. Can there be any clearer definition of representative government or democracy?

Furthermore, no matter how hard the architects of the war with Iraq try to re-write history, reality cannot be denied. The so called freedom-agenda of the Bush-Cheney administration was as bogus as the intelligence used to take the United States to war with Iraq.

As the Egyptian democracy movement unfolds, affecting people from North Africa to the borders of India and beyond, it clearly shows that people will only be governed with their consent – nothing less.“

Wie man sieht, bieten Berichte und Kommentare der US-amerikanischen Tageszeitung “Herald Tribune” ein ganz anderes Niveau als SZ, ZDF und andere deutsche Medien. Sachlich und pragmatisch geben diese Beiträge Denkanstöße für jeden gebildeten Leser, Politiker und Journalisten. Hoffentlich können sich SZ-Journalisten wie Tomas Avenarius damit bereichern und einen gerechteren Standpunkt gewinnen, vorausgesetzt sie können gutes Englisch verstehen.

sendenDie Autorin Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait ist Juristin und Diplomatin a.D.

vermischtes

Gelder für Gaddafi abgefangen

onlineredaktion – Die britischen Behörden haben ein Schiff mit für Libyen bestimmten Geldern im Wert von umgerechnet 151 Millionen Franken /(£100) abgefangen. Das Boot sei am Mittwoch vom Grenzschutz in den englischen Hafen Harwich eskortiert und durchsucht worden.

Dabei sei eine grosse Menge Geld in libyscher Währung gefunden worden, teilte das Innenministerium am Freitag in London mit. Mehrere Kisten voller Banknoten seien «an einen sicheren Ort» gebracht worden. Das Schiff sei in Begleitung der Küstenwache freiwillig in den Hafen von Harwich zurückgekehrt, nachdem es zuvor die libysche Hauptstadt Tripolis angesteuert habe. Zur genauen Herkunft des Geldes wurden keine Angaben gemacht.

Britischen Medien zufolge war das Schiff mit dem Millionenbetrag den britischen Behörden aufgefallen, nachdem es am Wochenende vergeblich versucht habe, den Hafen von Tripolis anzulaufen. Es habe dann Kurs Richtung Grossbritannien genommen. Gemäss den von der UNO verhängten Sanktionen ist die Ausfuhr von libyschem Geld aus Grossbritannien verboten.

SATIRE

BILD-Kai (Diekmann): Kampagnenstart „Junge komm bald wieder“

Dr. Alexander von Paleske 3.3. 2011 – — Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

3.3. 2011

Kai Diekmann
Bild Chefredakteur
Axel Springer Verlag
Axel Springer Gedächtnisplatz 1
Hamburg

An alle Tintenkulis der Regionalredaktionen

Betr: Aktion „Junge komm bald wieder, bald wieder nach Berlin“

Liebe Bild-Mitkämpfer,

mit dem heutigen Tag beginnt die Kampagne „Junge komm bald wieder“, gemeint ist Freiherr von und zu Guttenberg, dessen comeback wir jetzt vorbereiten.

So ein Mann, selbst als Wissenschaftsbetrüger, ist einfach unersetzlich. Für die Bild-Zeitung, aber auch für die Bundespolitik, und deshalb müssen wir ihn alsbald zurückholen.

Ich habe deshalb die Kampagne „Junge komm bald wieder“ kreiert.


So aufrecht verlässt unser (gefallener) Jungstar sein Ministerium – wir werden ihn zurückholen, so wahr ich Diekmann-Kai heisse

Drei Phasen der Rückholung
Sie wird in drei Phasen ablaufen, deren genauer Zeitplan noch nicht ganz feststeht. Nur eines steht fest: so schnell wie möglich.
.
Zur Zeit verlangen 70% der deutschen Volksgemeinschaft nach der Rückkehr von K.T. Guttenberg.


Umfrageergebnis in unserem Konkurrenzblättchen MoPo allerdings mit völlig unakzeptabler herabwürdigender Bezeichnung

Diesem Sog werden wir uns nicht nur nicht entziehen, sondern ihn vielmehr verstärken. Wir werden dafür sorgen, dass der Freiherr von und zu Thema bleibt.

Leben jenseits der Politik
Beginnen werden wir mit dem Motto:

„Es gibt ein Leben nach der Politik“

Da kommt die schöne Familie Guttenberg ins Bild äh, ich meine in die BILD

Dann wird der pseudodemokratische Bild-Leserbeirat einen Überraschungsbesuch bei den Guttenbergs machen.

Außerdem zeigen wir den Freiherrn beim Rasenmähen, beim Spiel mit seinen Kindern, beim Kinobesuch und beim Vogelfüttern mit seiner bildschönen Frau,.

Die nächste Phase ist dann der Anfang der Rückkehr in die Politik: Vorsichtige Kommentare zu den aktuellen politischen Themen.

Motto: Politik hat Zukunft.

Guttenberg hat Zukunft
Die nächste Stufe: Guttenberg äussert sich erstmalig wieder zu einer möglichen Rückkehr in die Hauptstadt-Politikszene-

Motto: Guttenberg hat Zukunft.

Dann die ersten Einmischungen, Interviews, Auftreten auf CSU-Veranstaltungen etc.

Motto: Guttenberg macht Zukunft

Und schließlich: Er ist wieder da, in Berlin, .

Jede Menge Gutti-Artikel
Unsere BILD wird in der ersten Phase mindestens drei Mal pro Woche einen Gutti-Artikel auf den Seiten 1 bis 3 haben.

Dazu dann passend einen „Post von Wagner“-Erguss. Möglichst garniert mit einem Begriff aus der Fäkalienkiste gerichtet gegen den politischen Feind-


Unser hochintellektueller Star-Kolumnist mit gelegentlichen Fäkalien-Ausdrücken

Der heutige lief schon genau in die richtige Richtung. Das wäre doch gelacht, wenn wir das nicht hinkriegen könnten.

Spätestens Mitte nächsten Jahres muss Guttenberg wieder an Deck sein. Ich freue mich schon riesig darauf.

So, und nun ran an die die Bild-typische journalistische Kampagnen-Qualitätsarbeit

Euer BILD-Kai

Mehr Satire zu BILD-Kai Diekmann
An BILD-Diekmann Betr.: „Franziska (26) Ich lebe mit zwei Männern“

Kai Diekmann Betreff: Serie “So war mein bester Sex”
Kai Diekmann: Deutschland vor der Schicksalswahl
BILD-Diekmanns Glückwunschmail an Boris Becker
Kai Diekmann und seine Menschelei
Post für BILD-Diekmann

Aus der Abteilung Guttenberg-Satire
Angela Merkel: Gut gemacht mein lieber K.T. zu Guttenberg
Guttenberg: Ich bin fi… und fertig – aber ich klammere mich an meinen Posten
Kanzlerin Merkel an Dr. e.x. Baron von Münchguttenberg: „Du dummer Junge“
Freiherr von und zu Guttenberg: Ich bin kein Plagiat – und nur darauf kommt es an
Tagesbefehl des Selbstverteidigungsministers von und zu Guttenberg vom 22.1. 2011
CSU-Seehofer mailt an Frontbesucher und Vorneverteidigungsminister Baron von und zu Guttenberg
CSU-Wahlkampf-Spot – Nur die Wahrheit zählt
Der Theodor, der Theodor der steht bei uns im Rohstoff-Militär-Kontor

Minister Guttenbergs Tagesbefehl
Verteidigungsminister gratuliert Schlag-Raab
Minister Guttenberg gratuliert Supertalent Lena Meyer- Landrut

Krieg

Libya very interested in U.S. weapons & military hardware

Wikileaks – MFA Secretary for the Americas Ahmed Fituri told A/DCM on December 23 that Muammar AL-QADHAFI’s much-publicized discussions about possible weapons purchases during his recent visit to Russia, Belarus and Ukraine (ref A) were „largely for show“.

Citing a conversation with National Security Adviser Muatassim AL-QADHAFI, son of Muammar AL-QADHAFI, on December 22, Fituri said Muatassim and senior Libyan MOD and security officials (NFI) supported purchasing more military equipment from the U.S. and (to a lesser extent) European suppliers like the U.K. and France. (Note: Muatassim traveled to Moscow in advance of his father’s visit and reportedly held discussions with Russian officials about security cooperation and defense procurement possibilities. End note.)

Libyan MOD and security officials intended to shift away from purchasing military equipment from Russia and former Soviet republics because U.S. military hardware was seen as being technically superior and because they believed the recently implemented U.S.-Libya claims compensation agreement had paved the way for purchasing lethal weapons from the U.S. in the near future. Muatassim told Fituri the public discussion of large-scale weapons purchases before and during AL-QADHAFI’s October visit to Moscow, Minsk and Kiev were intended to „prompt competition for Libya’s military business“. (Note: AL-QADHAFI gave similar remarks to media during his stop in Kiev. End note.)

Fituri said that while Muatassim and senior Libyan MOD and security officials agreed that they would prefer to purchase U.S. equipment, the picture was less clear regarding training and cooperation. According to Fituri, Muatassim and his brother, senior regime figure Saif al-Islam AL-QADHAFI, support broader military cooperation with the U.S.; however, Muammar AL-QADHAFI expressed reservations to Muatassim in mid-November about U.S.-Libya military-to-military cooperation that could lead to having large numbers of U.S. advisers and trainers present in Libya.

He was keen that U.S. military personnel not be seen in uniform in Libya, a prospect with which he was particularly concerned given that the „evacuation“ of U.S. and U.K. military bases (the Wheelus and el-Adem airbases, respectively) in 1970 was viewed as a key accomplishment of the revolution. Muatassim’s understanding was that he had a mandate to explore further military-to-military cooperation via the proposed U.S.-Libya Military-Military Memorandum of Understanding; however, his father intended to closely monitor each step of expanded U.S.-Libya military-to-military engagement.

3. (S/NF) Comment: Fituri’s account is consistent with what we have heard previously about the fact that military engagement with the U.S. is a particularly sensitive subject for Muammar AL-QADHAFI and other senior Libyan officials. As reported ref B, a senior MFA interlocutor told us on the margins of meetings with representatives of DOD and Lockheed-Martin to discuss the disposition of eight C-130H’s purchased by Libya in the 1970’s and stranded in Marietta, Georgia that AL-QADHAFI had personally met with Libya’s C-130 team before the meeting to discuss Libya’s approach.

AL-QADHAFI was adamant that any agreement to resolve the matter of the C-130H’s or for future weapons purchases be contingent on securing USG guarantees that export licenses would be granted for those items, and was concerned that Libya not be „embarrassed by the U.S.“. Fituri’s readout of Muatassim’s remarks suggests that expansion of U.S.-Libya military-to-military ties will be carefully calibrated from the Libyan side. Given AL-QADHAFI’s well-known predilection for changing his mind, it is likely to be fitful.

spionage

U.S. firm Bechtel to build a port in the Libyan city of Sirte failed

Wikileaks – An unsuccessful year-long bid by U.S. firm Bechtel to build a commercial port in the Libyan city of Sirte has shed light on how decisions about large foreign investment projects in Libya are made. Bechtel’s bid went through several evolutions, including signing a memorandum of understanding with the Prime Minister and a resolution by Libya’s Cabinet-equivalent to give the company the contract.

In the end, the contract evaporated after apparent late-innings intervention by senior regime figures. Despite a year’s worth of effort, $1 million worth of expenses, numerous high-level visits, and formal decisions by the GOL to bless the contract, the company’s efforts were ultimately unsuccessful, underscoring the fact that Libya’s much-trumpeted bidding process is less than transparent, and that the GOL’s formal structures do not have the final word on major foreign investment projects.

The fact that an operator with Bechtel’s savvy and deep pockets was ultimately unable to secure its contract serves as a cautionary tale for the many U.S. and western companies seeking to enter Libya’s booming market.

Promising beginnings…
U.S. engineering and consulting giant Bechtel has just declared as dead a year-long attempt to secure a $1 billion cost-plus contract to build a commercial port in the Libyan city of Sirte. Bechtel began its pursuit of the Sirte port contract in July 2007, when senior Bechtel representative Charles Redman (strictly protect), former U.S. Ambassador to Germany, arrived in Tripoli for discussions at the invitation of the Qadhafi Development Foundation (QDF), a quasi-governmental entity headed by Saif al-Islam AL-QADHAFI, son of Muammar AL-QADHAFI. During the initial visit, QDF representatives encouraged Bechtel to bid on several small infrastructure projects so the company could „prove itself“.

Redman made it clear that Bechtel wanted, but did not need, business in Libya and had a record that spoke for itself. Eventually, QDF representatives invited Bechtel to execute two projects: a new commercial port facility at Sirte and management of an industrial city adjacent to the Ras Lanuf oil facility. The QDF proposed that Bechtel partner with the Libyan Economic and Social Development Fund (ESDF) to execute the Sirte Port project.

This initial burst of positive energy dissipated over the next six months. Bechtel slowly made progress on a contract for the Sirte port project, but its relationship with General People’s Committee (GPC) for Transportation, its primary interlocutor on the deal (apart from the QDF), became increasingly difficult.

This primarily manifested itself in a lack of responsiveness on facilitation of visas for Bechtel representatives, prompting Bechtel to seek support from other quarters of the Government of Libya (GOL) to facilitate travel by its negotiators and technical staff. In November 2007, then Deputy Foreign Minister Muhammed Siala remarked publicly during a visit to Washington that Bechtel would not secure the Sirte port contract if Secretary Rice failed to visit Libya by year’s end.

Lead to high-profile commitments
After months of go-slow negotiations, Bechtel experienced an apparent breakthrough in February, when Redman received an urgent call from Minister of Transportation Elmabruk, who asked that the company’s team be in Sirte on February 25 to „sign the contract“. Although the company was still in the midst of conducting a laborious due diligence review of the contract (key provisions of which had not been finalized), they were convinced to rush a delegation to Sirte in time for a signing event.

At that event, Prime Minister al-Baghdadi al-Mahmoudi and Bechtel signed a memorandum of understanding (MOU) committing the two sides to finalizing the contract as soon as possible. In addition, the General People’s Committee (Cabinet-equivalent) issued Decision #158 on March 3, which was effectively an announcement of contract terms that granted permission to the GPC for Transportation to sign a contract with Bechtel. Following these public steps by the GOL, Bechtel reported that the GPC for Transportation appeared to be working in earnest to finalize an English-language version of the contract.

With expectations running high that a final deal was imminent, Bechtel pressed on with negotiations and a fully-vetted contract was presented to the Transportation Minister in early May. From that point on, all communication with the QDF, GPC for Transportation and Libyan Ports Authority (another key player in the deal) went dead. Sensing that something was amiss, Bechtel representatives continued to inquire about that status of the contract, but received no response.

On July 14, Abdulhakim el-Ghami, described as „an intermediary for a person very close to Saif al-Islam“, called Redman to inform him that the port project had been canceled. (Note: Redman told us el-Ghami, who is based in Munich, appears to be a key conduit for Saif al-Islam’s dealings with foreign companies. .) Bechtel received no explanation as to why the contract was cancelled, but el-Ghami encouraged the company to „seriously consider“ undertaking a different, unspecified infrastructure development project.

Comment: Bechtel’s experience throws into stark relief the fact that economic and commercial decisions ostensibly finalized by even the most senior levels of the GOL can be overturned by influential elements operating outside the formal government structure. Libyan officials have made much of recent measures designed to ensure transparency and predictability in bids for commercial contracts; however, the reality is that contracts of any size, particularly those involving foreign companies, are subject to intense maneuvering by regime insiders jockeying to ensure that they company they happen to champion wins the prize.

Bechtel’s story also reinforces post’s understanding of Saif al-Islam’s key as a principal gatekeeper for large foreign investment projects in Libya, a process he manages through the QDF and the National Engineering Services and Supply Company (NESSCO – further details will be reported septel). The silver lining in this tale of woe is that Bechtel’s power division has been awarded a project management job for construction of a new power plant outside Sirte; however, the sorry denouement of the company’s efforts to secure the Sirte port contract have dampened its for seeking any new major projects in Libya in the near future and should serve as a cautionary tale for other U.S. companies considering major investment projects here.

afrika

U.K. company York Guns to export to Libya 130,000 Kalashnikov?

Wikileaks – U.K. Embassy PolOff told P/E Chief on October 30 that HMG had decided not/not to approve a license for U.K. company York Guns to export to Libya 130,000 Kalashnikov automatic rifles. York Guns was to have acted as intermediary between an unidentified Ukrainian party and procurement officials at Libya’s Temporary People’s Committee for Defense (MOD-equivalent).

Based on the intervention reported and on concerns expressed by the U.K.’s Embassy in Tripoli that the Government of Libya (GOL) might have intended to re-export the weapons to either the governments or armed rebel factions in Chad and Sudan, the U.K.’s Foreign and Commonwealth Office recommended about one month ago against approving the export license. After conducting a review of the case, Whitehall concurred on October 30 with the decision to not/not approve the export license.

Separately, Muhammad el-Obeidi, a Libyan businessman with ties to some quarters of Muammar AL-QADHAFI’s regime, told P/E Chief on October 23 that he had signed a contract with a Romanian company (NFI) for the export from Romania to Libya of 100,000 AK-47S automatic rifles. (Note: El-Obeidi’s older brother was Libya’s Minister of Defense from 1954-1969; his nephew is a former Prime Minister and the current MFA Secretary (U/S-equivalent) for European Affairs. End note.)

El-Obeidi signed the contract in late September in Paris during a business trip there. El-Obeidi said he had been tapped to help facilitate procurement for the Jafl al-Khamis („Khamis Brigade“), a special forces unit headed by Khamis AL-QADHAFI, son of Muammar AL-QADHAFI. He said Captain Ahmed Ben Shraga’a, head of procurement for the unit, has instructions to work through el-Obeidi on a number of „special procurement issues“. El-Obeidi was open about the contract, but avoided the question as to whether the rifles were to be used in Libya or re-exported to another destination.

afrika

Türöffner für Militärintervention in Libyen international gescheitert – deutsche Gerechtigkeit immer noch Lynchjustiz?

Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait – Die NATO-Sondersitzung zu Libyen in Brüssel, einberufen vom Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, fiel völlig ins Vakuum (25.2.). Das verhängnisvolle Vorhaben einiger europäischen Länder, eine militärische Intervention in Libyen vorzubereiten, blieb ergebnislos. Die USA hatten die sonderbare NATO-Sitzung nicht einberufen, keinen Antrag an die NATO gestellt und weder ihren Verteidigungs- noch ihren Außenminister dorthin entsandt.

Deutsche Medien wie die SZ wagten sich nicht einmal, darüber zu berichten. So peinlich war das eklatante Scheitern der „dringlichen“ NATO-Sondersitzung, ein Scheitern, das sie in allen wichtigen deutschen Medien verschwiegen wurde. Der unheimliche Zweck eines solchen Unternehmens, eine militärische Intervention, hätte keine Rechtsgrundlage, schon gar nicht in einem Land, wo offensichtlich Bürgerkrieg stattfindet. Nicht nur die UN-Charta sondern auch der normale gesunde Menschenverstand gebietet, sich aus einem Bürgerkrieg herauszuhalten und auf weitere Anwendung von Gewalt zu verzichten.

Ehrenhaft und zutreffend erklärt die libysche Opposition, sie wolle keine Einmischung des Westens, auch keine westliche Unterstützung, weil die Sache Libyens nur Libyen betreffe, wie es in der ZDF-Nachrichtensendung „heute“ am 28.2. um 19 Uhr verlautete. Die Opposition steht auch für die Einheit, nicht für eine Spaltung des Landes. Deshalb ist die Übergangsregierung in Bengasi keine anerkannte, keine legitime Übergangsregierung.

Manipulation, Lügen und Falschheit sind die verheerenden wiederholten Instrumente der Nahost-Politik
Die deutsche Öffentlichkeit weicht aus, sich unbefangen mit der Frage zu beschäftigen, warum und wie ein Bürgerkrieg in Libyen entfesselt wurde. Wer wird die Folgen tragen? Die wichtigsten Führungskräfte der NATO sind in Aufregung. Tomas Avenarius von der SZ (Leitartikel „Es ist ihre Revolution“ vom 28.2.11) darf sich nicht in ein billiges Sprachrohr solcher unsinnigen NATO-Aufregung verwandeln und seine Ratlosigkeit in Mob-Beschimpfung manifestieren.

Vielmehr gilt für seriöse und anständige Journalisten, grundsätzlich und ehrlich zu überlegen, wie die arabische und moslemische Welt reagieren wird, wenn in Libyen mit einem neuen NATO-Abenteuer Blutvergießen und menschliche Vernichtung verursacht wird. Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit hat die NATO mehrmals im Irak, in Serbien und in Afghanistan bis zum Extrem begangen. Ergreift der Westen wieder die barbarische Brutalität der Waffentechnik wird der Wahnsinn zerstörerischer Kräfte triumphieren. So sieht die Welt keine Hoffnung auf einen wirklichen Aufbruch in eine neue Epoche: Sie bleibt verhaftet in dem Geist bloßer Machtpolitik, der alle Mittel und Schrecken in Kauf nimmt, um weiter in der Welt zu herrschen.

Die unverbesserlichen Militaristen in Deutschland und Europa sind im vollen Gang. Sie brauchen für ihren verheerenden Größenwahn, dass die Öffentlichkeit das Staatsoberhaupt Libyens dämonisiert. Diese Ewiggestrigen bringen „Menschenrechte“ ins Spiel, als ob sie sie jemals verstanden hätten und achten würden, und das auch noch nach ihren Angriffskriegen gegen den Irak, gegen Jugoslawien und gegen Afghanistan, die nach demselben verlogenen Muster eingefädelt wurden. Manipulation, Lügen und Falschheit sind die verheerenden wiederholten Instrumente der Nahost-Politik skrupelloser Cliquen, die sich zur Schande der ganzen Welt in Europa weiter an der Macht halten können.

Auch in der ARD-Sendung „Anne Will“ am Sonntag 27.2. um 21.45 Uhr wurde der Kriegswahn, der diese Kreise beherrscht, deutlich, als ein CDU-Mitglied in der Talk-Runde verzweifelt und perfid versuchte, dem Publikum die „Menschenrechte“ als rechtliche Basis für die gewünschte militärische Intervention in Libyen zu verkaufen. Die Moderatorin hätte ihn mit der Gegenfrage konfrontieren müssen, wie man einem Übel entgegentreten kann, indem man ein noch größeres Übel provoziert, sogar eine Gewalteskalation. Irak, Belgrad und Afghanistan sind abschreckende Beweise genug. Aber in Deutschland wird aus der Geschichte nicht gelernt und auf dier Vernunft nicht gehört.

Deutschland und Europa offenbaren eine selektive Wahrnehmung, wenn es darum geht, einige Despoten und Autokraten zu akzeptieren und andere ungelegene zurückzuweisen. Diese Doppelzüngigkeit schafft Unglaubwürdigkeit und Misskredit. Warum Libyen und nicht Saudi-Arabien, nicht die Emirate, nicht Bahrain, Oman und Katar, wo Despotismus seit langem mit aller Missachtung von Menschenrechten herrscht, wie weltweit bekannt ist? In allen diesen Ländern demonstrieren die Menschen gegen die Autokraten, die ihre Sicherheitskräfte gegen sie einsetzen, um die Demonstrationen niederzuschlagen.

Vor allem in Bahrain wurde auf die Demonstranten mit großer Brutalität geschossen. Aber Monarchen und Despoten sitzen unbeirrt immer noch in ihren Satteln, ohne dass irgendeine Kritik aus dem Westen laut wird. Sogar Bundespräsident Christian Wolff gestattet ihnen ein offiziellen Besuch ab, ohne sich über die getöteten Menschen beunruhigt zu zeigen. Während David Cameron im britischen Parlament offen für einen Bombenangriff gegen Libyen plädiert, bezeichnen die Hilfsorganisationen die humanitäre Lage der Flüchtlinge am Grenzgebiet mit Tunesien als besorgniserregend. Das einzige europäische Land, das sich beeilte, konkrete humanitäre Hilfe zu leisten, ist Italien.

Italien sandte ein Flugzeug voller Güter und Medizin für die Menschen in Not. (ARD-Mittagsmagazin, 1.3.11 um 13 Uhr). Das ist wahrhaftig humanitäre Hilfe. Nicht das, was in der seltsamen Orwell’sche Sprache „humanitärer Hilfe“ heißt, wenn sie militärische Intervention meint. Die Menschen in Libyen wollen sie nicht. Anführer der libyschen Opposition bestehen vor der Presse darauf, dass sie bisher weder mit ausländischen Regierungen Kontakt aufgenommen, noch diese um Hilfe gebeten haben. Eine Einmischung von außen sei „höchst unwillkommen.“ (Meldung von 1.3.11).

Stefan Kornelius identifiziert zu recht eindeutig diese klare Ablehnung der Opposition als ernstes Hindernis für eine militärische Einmischung: „Die sogenannte Übergangsregierung in Bengasi wünscht keine ausländischen Soldaten im Land.“ („SZ-Kommentar: „Virtuelles Lufthoheit“-1.3.11). Umso desinformativer wirkt die lange Chronik von Tomas Avenarius: „Schwache Krieger“ vom 2.3.11, in der sich der Journalist in einer inkorrekten Darstellung verliert, um den kriegerischen Verfechtern der „Menschenrechte“ den Boden zu bereiten, denselben Neokonservativen, die den israelischen Krieg gegen die Palästinenser in Gaza 2008/2009 unterstützten.

Zuvor hatte bereits Russlands Ministerpräsident Vladimir Putin den Westen vor der Einmischung in die inneren Angelegenheiten der arabischen Länder gewarnt und davor, ihnen jene westliche Version von „Democracy“ überzustülpen. „Es ist noch nicht lange her, als unsere Partner demokratische Wahlen in Palästina unterstützten. Und die Hamas gewann. Sofort erklärten sie die Hamas zu einer terroristischen Organisation, um sie seither zu bekämpfen. Wir müssen den Menschen eine Chance geben, ihre Zukunft selbst zu bestimmen, sie müssen ihren Weg gehen, ohne ausländische Einmischung.“ So Putin nach Gesprächen mit der EU am 25.Februar. Aber darüber ist von Tomas Avenarius kein Gedanke zu lesen.

Sind Bomben und menschliche Vernichtung alles, was Europa, was Deutschland zu bieten hat? Wer sind die Psychopathen? Kein ZDF-Spezial oder ARD-Spezial über die menschliche Not und die dringliche Hilfe, um die Regierung unter Druck zu setzen, damit umgehend den Flüchtlingen in Not richtig geholfen wird. Taub und blind verschieben die Bundesregierung und Europa bis auf Italien jede menschliche Reaktion auf später.

Wieso fällt Europa über Nacht über Gaddafi her, nachdem es ihn jahrelang hofierte?
Die EU sollte sofort dafür eintreten, dass endlich mehr Flüchtlinge aufgenommen werden und endlich Waffenexporte, nicht nur nach Libyen, sondern in den gesamten Nahen Osten nicht mehr stattfinden. Menschen in Not brauchen keine Waffen, sondern Unterkunft, Nahrungsmittel und Medizin.

Deutschland entdeckt plötzlich das Völkerstrafrecht und plädiert einseitig und selektiv dafür, das libysche Staatsoberhaupt vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu stellen. Grundsätze des Strafrechts bleiben auf der Strecke und die Doppelzüngigkeit Deutschlands wird offenkundig.

Gegen Libyen gibt es bisher keine Untersuchung, keinen institutionellen Report, keinen institutionellen Bericht, wie im Fall Israels. Demokratien, nicht Diktaturen, haben in den letzten Jahrzehnten die schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Verbrecher sind allgemein ohne Unterschied vor Gericht zu stellen, auch wenn sie aus angeblich demokratischen Ländern stammen, wie George W. Bush, Cheney, Rumsfeld, Netanjahu und andere.

Wie hat Berlin seine Verpflichtung in Bezug auf den Goldstone-Report der Vereinten Nationen erfüllt, der Israel für Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Gaza stark verurteilt und aufgrund dessen empfiehlt, die israelischen Verbrechen vor dem Strafgerichtshof in den Haag zu behandeln? Wieso fällt Europa über Nacht über Gaddafi her, nachdem es ihn jahrelang hofierte? Ein Schweizer Journalist hat diese Frage am 27.2. bei Anne Will auf den Punkt eindeutig und seriös gestellt. Diese Frage steht weiterhin unbeantwortet im Raum.

Gravierende Defizite bei Menschenrechtsverständnis und Völkerstrafrecht sind bei der Bundesrepublik Deutschland offenkundig. Durch eine Entschließung des Europäischen Parlaments (10.3.2010) wurde die Bundesregierung aufgefordert, unabhängige Ermittlungen über mögliche Verletzungen des humanitären Völkerrechts bzw. internationaler Menschenrechtsvorschriften ebenso nachdrücklich zu unterstützen.

Die Bundesregierung solle dafür sorgen, dass der Weltsicherheits-rat zwei entsprechende Resolutionen der UN-Vollversammlung implementiert. Wenn innerhalb der gesetzten Fristen keine unabhängigen, effektiven, glaubwürdigen und internationalen Standards entsprechenden Untersuchungen in Israel und im palästi-nensischen Gebiet durchgeführt werden, ist die Angelegenheit dem Ankläger des Internationalen Strafgerichts vorzulegen. So die Empfehlungen der Goldstone-Untersuchungskommission der Vereinten Nationen an den Sicherheitsrat. Ihr Report liegt inzwischen auch in deutsche Sprache vor.

Israels Besatzung in Gaza hält faktisch an – nicht nur mit der aufrecht erhaltenen Blockade des Gebiets, sondern auch mit einer systematischen Politik der fortschreitenden Isolierung und Abriegelung des Gaza-Streifen. Israels hat jede Kooperation für die Untersuchung der Kriegshandlungen abgelehnt. Es tat bisher alles, um die Untersuchungen zu behindern und sein militärisches wie sein politisches Vorgehen zu rechtfertigen.

Die Goldstone-Kommission wurde von keinem israelischen Regierungsvertreter empfangen, wichtige Dokumente wurden nicht bereitgestellt, notwendige Befragungen scheiterten am verwehrten Zugang zu einer israelischen Nicht-Regierungsorganisation wie zu den palästinensischen Behörden in der Westbank. Zudem verbietet es ein nachträglich verabschiedetes Gesetz, dass Soldaten über die begangenen Verbrechen reden. Soweit zur einzigen „Demokratie“ im Nahen Osten: Israel. Kein Land ist dazu legitimiert, Verbrechen zu begehen, indem es sich anmaßt, straflos davon zu kommen.

Der UN-Sicherheitsrat kann internationale Haftbefehle für alle Kriegsverbrecher ausstellen und die Überstellung an das Internationale Strafgericht veranlassen, wenn Untersuchungen und Beweise dafür vorliegen, wie im Fall Israels. Dagegen haben im Fall Libyen keine Untersuchungen stattgefunden, kein Bericht, kein Report liegt vor.

Immer noch eine Lynchjustiz?

Die Bundesregierung entdeckt aber erst jetzt das Weltstrafgesetzbuch. Selektiv und tendenziös in Bezug auf Libyen scheint sie bereit, es anzuwenden, ohne Report und ohne Untersuchung. Was für eine Gerechtigkeit ist die deutsche Gerechtigkeit? Immer noch eine Lynchjustiz?

Nicht einmal ist die eigene deutsche Bundesanwaltschaft veranlasst worden, tätig zu werden, und wenn es der Bundesregierung unbequem ist, erdreißt sie sich, sie zu torpedieren und zu bremsen, wie beim Massaker am Kundus (4.9.2009) und bei der menschlichen Katastrophe in Duisburg (Juli 2010). Diese Straftaten aufklären zu lassen, ist die Bundesregierung allerdings politisch prinzipiell ebenso wenig bereit wie die Regierung in Tel Aviv zur Aufklärung der eigenen Kriegsverbrechen. Soweit der Rechtsstaat Deutschland.

Russland hat der Resolution für Sanktionen gegen Libyen im Sicherheitsrat (26/27.2.) zugestimmt, nachdem es gelang, die ominöse Phrase „notwendige Maßnahmen zu ergreifen“, um sie umzusetzen, zu streichen. Die Erfahrung mit früheren Resolutionen wie zum Irak als die „notwendigen Mittel“ zur militärischen Gewalttätigkeit führten, also die Resolution mit einer derartigen Phrase völkerrechtswidrig gegen Geist und Buchstaben der UN-Charta ausgelegt wurde, ist eine Warnung für die Weltstaatengemeinschaft. Zu viele Medien und Politiker identifizieren sich noch immer mit dem alten Denken im Westen, den Krieg und militärische Interventionen zu rechtfertigen. Insofern hat sich Deutschland trotz aller seiner jüngsten Grausamkeit nicht verändert.

sendenDie Autorin Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait ist Juristin und Diplomatin a.D.

afrika

Several hundred “defence advisors” to support anti-Ghadafi Forces

Akhtar Jamal – The United States, Britain and France have sent several hundred “defence advisors” to train and support the anti-Gadhafi forces in oil-rich Eastern Libya where “rebels armed groups” have apparently taken over.

According to an exclusive report confirmed by a Libyan diplomat in the region “the three Western states have landed their “special forces troops in Cyrinacia and are now setting up their bases and training centres” to reinforce the rebel forces who are resisting pro-Qaddafi forces in several adjoining areas.

A Libyan official who requested not to be identified said that the U.S. and British military gurus were sent on February 23 and 24 night through American and French warships and small naval boats off Libyan ports of Benghazi and Tobruk.

The Western forces are reportedly preparing to set-up training bases for local militias set-up by the rebel forces for an effective control of the oil-rich region and counter any push by pro- Qaddafi forces from Tripoli .

Other reports claim that efforts to “neutralize” the Libyan Air Force were also underway to limit Qaddafi’s rule in Tripoli if not fully uprooted from the country.

Meanwhile, three Indian Navy warships, are also being dispatched to be deployed in the rebel-held areas of Libya .

According to reports the Indian Navy has already sent two warships plus one its largest amphibious vessel INS Jalashwa. According to defence experts “Jalshwa” is the largest ship of Indian Navy which was delivered by the U.S. four years ago. Jalashwa, formaly the USS Trenton, has the capability to embark, transport & land various elements of an amphibious force & its equipped with mechanised landing craft, Sea King helicopters & armed with raders, ship to air missiles & rapid firing guns.

Experts say that Indian ship Jalashwa has a Landing Platform Dock with a capability 1000 fully armed troops. The warship is also used for maritime surveillance, special operations, search & rescue and to undertake other tasks.

Gadhafi vows to ‘triumph over enemy’

Tripoli—Muammar Gadhafi vowed defiantly on Friday to triumph over his enemies, vigorously urging supporters in Tripoli’s Green Square to protect the Libyan nation and its petroleum interests.

Addressing cheering supporters from the old city ramparts looking over Green Square, Gadhafi, wearing a winter jacket and a hunter’s cap that covered his ears, said when necessary he would open Libya’s arsenals of guns to the tribes.

“We can crush any enemy. We can crush it with the people’s will. The people are armed and when necessary, we will open arsenals to arm all the Libyan people and all Libyan tribes,” said Gadhafi, who has lost swathes of his country to rebels.

deutschland

Der Fall Guttenberg – ein Medienspektakel ist zu Ende

Dr. Alexander von Paleske — 1.3. 2011 —
Minister von und zu Guttenberg ist zurückgetreten, das war längst überfällig. Nachtreten werden wir hier allerdings nicht. Nicht weil uns Herr von und zu Guttenberg so am Herzen liegen würde. Das gewiss nicht.

Vielmehr werden jetzt einige Medien sich in Häme ergehen, oder in falschem Mitleid, Medien, die diesen Mann erst zu einem sogenannten Medienstar gemacht haben.

Der Fall Guttenberg ist auch ein Fall Bild-Zeitung und Co.
Und der Fall weckt böse Erinnerungen an den Fall Barschel im Jahre 1987.

Beide waren Jungstars, beide hatten Ikarus-Flüge hinter sich, beide sind dann tief abgestürzt, wobei das Ende Barschels noch immer der endgültigen Aufklärung harrt.

Die Medien, die Guttenberg hochgepuscht, vergöttert haben, die verdienen Häme: Wir drücken nur Erleichterung aus, dass der Zirkus endlich vorbei ist, und Guttenberg auf das zurechtgestutzt wurde, was er wirklich war und ist: Ein mittelmässiger Jurist ohne 2. Staatsexamen mit ein bisschen rhetorischer Begabung und einem ausgeprägten Hang zur Selbstdarstellung, die ihm schliesslich zum Verhängnis wurde..

DIE ZEIT: Liberale Meinungsführerschaft ade? – ein Einwurf

Aus der Abteilung Guttenberg-Satire
Angela Merkel: Gut gemacht mein lieber K.T. zu Guttenberg
Guttenberg: Ich bin fi… und fertig – aber ich klammere mich an meinen Posten
Kanzlerin Merkel an Dr. e.x. Baron von Münchguttenberg: „Du dummer Junge“
Freiherr von und zu Guttenberg: Ich bin kein Plagiat – und nur darauf kommt es an
Tagesbefehl des Selbstverteidigungsministers von und zu Guttenberg vom 22.1. 2011
CSU-Seehofer mailt an Frontbesucher und Vorneverteidigungsminister Baron von und zu Guttenberg
CSU-Wahlkampf-Spot – Nur die Wahrheit zählt
Der Theodor, der Theodor der steht bei uns im Rohstoff-Militär-Kontor

Minister Guttenbergs Tagesbefehl
Verteidigungsminister gratuliert Schlag-Raab
Minister Guttenberg gratuliert Supertalent Lena Meyer- Landrut

Zur Gutti-Plagiatsammlung hier:
http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki

kriminalitaet

Olof Palmes Ermordung vor 25 Jahren: Die Spuren führen ins Apartheid-Südafrika

Dr. Alexander von Paleske — 1.3. 2011 — Die bisher unaufgeklärte Ermordung des schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme vor 25 Jahren, am 28. Februar 1986, ist in vielen Artikeln in den vergangenen drei Tagen auch in Deutschland thematisiert worden. Wenig ist allerdings über die wahrscheinlichen Mörder zu lesen. Vielmehr wird nebulös auf diverse Geheimdienste verwiesen, bzw. darauf, dass er angeblich auf den Todeslisten mehrerer Staaten gestanden habe.

Viele Feinde
Es ist unbestritten, dass Olof Palme viele politische Feinde gehabt hatte, sowohl international, aber auch im eigenen Land.
International, weil er vor und während seiner Zeit als Regierungschef mit einer Vehemenz ohnegleichen Frontstellung bezog gegen den Krieg der USA in Vietnam, gegen das Apartheidregime in Südafrika, gegen den Faschismus in Spanien, Portugal und Griechenland.

Im eigenen Land waren es die Rechtsradikalen, die ihn hassten, auch und gerade in der Polizei. Insbesondere eine Gruppe, die für außerordentliche Brutalität bekannt war: die Baseball League.
Und diese Gruppe kam immer wieder in den Genuss von Einladungen zu Südafrika-Besuchen durch das rassistische Apartheidregime.

Anders als all die anderen Geheimdienste, die mit dem Mord an Palme in Verbindung gebracht wurden und werden, hatte Südafrika einen Killer nach Stockholm geschickt, der sich genau zu dem Zeitpunkt der Ermordung Palmes dort aufhielt.

Eine Konferenz in Stockholm
Vom 21. bis zum 23. Februar 1986 fand in Stockholm ein Treffen besonderer Signifikanz statt: das Swedish People Parliament against Apartheid hatte zum Kongress eingeladen.
Dieses „Parliament“ war eine der größten Anti-Apartheidgruppen in der westlichen Welt.

Mehr noch: Die schwedische Regierung unter dem damaligen charismatischen Ministerpräsidenten Olof Palme unterstützte die Freiheitsbewegung Afrikanischer Nationalkongress (ANC), der auch Nelson Mandela angehörte, nach Kräften, nicht nur politisch, sondern auch finanziell, indem sie 50% zum Jahresbudget beisteuerte.

Teilnehmer der Konferenz in Stockholm waren Olof Palme, auch einer der Hauptredner, und alles was im ANC Rang und Namen hatte und im Exil lebte, angefangen mit ANC-Präsident Oliver Tambo.

Meines Feindes Freund ist mein Feind
Wer so den ANC, den erklärten Feind des Apartheid-Regimes unterstützte, der musste auch zum Feind, zum Hassobjekt des Apartheidregimes selbst werden.

Olof Palme befeuerte die Befreiungsbewegung mit seiner Ansprache in der er unter anderem sagte:

„We are all responsible for Apartheid, if the world wants to eradicate apartheid, it can do so tomorrow by simply withdrawing support for the apartheid regime

Schweden hatte bereits im Jahre 1970 Sanktionen gegen das Apartheidsystem eingeführt, und Palme machte nicht nur konkrete Vorschläge, wie diese Sanktionen verschärft werden könnten, sondern appellierte an die internationale Gemeinschaft, dem Apartheidregime den Garaus zu machen, was den Hass der Rassisten in Pretoria nur noch steigerte.

„We know, we have a responsibility because we know, the system is kept alive by internal mechanisms of oppression totalitarian police force and the damnable composition of legislation, that frames the apartheid state That is what allows them to keep the leaders of the opposition in prison goes without saying, that Nelson Mandela must be released“.

Und im gleichen Jahr bezeichnete die damalige Premierministerin Großbritanniens , Margaret Thatcher, den ANC eine terroristische Organisation und lehnte Sanktionen gegen Südafrika rundweg ab.

Fünf Tage danach
Die Ansprache befeuerte nicht nur den ANC, sie machte Schlagzeilen weltweit.
Fünf Tage später wurde Olof Palme ermordet, nach einem Kinobesuch auf offener Strasse. Palme hatte, wie üblich, keine Bodyguards.

Der Mord wurde, wie gesagt, bis heute nicht aufgeklärt.

Die Polizei ermittelte in alle Richtungen, aber zunächst und für lange Zeit nicht in Richtung Südafrika, was ja von Anfang an nahe gelegen hätte.

Patronenhülsen und eines der angeblichen Geschosse wurden nach Tagen von Passanten gefunden. Es wurde schlampigst ermittelt. Schliesslich wurde ein Drogenabhängiger als Täter ausfindig gemacht, der aber, nach der erstinstanzlichen Verurteilung, in zweiter Instanz freigesprochen wurde. Zu dürftig war die Beweislage.

Zwei Männer packen aus
Jahrelang kamen keine neuen Erkenntnisse, bis zwei Männer in Südafrika zum Ende der Apartheidzeit Anfang der 90er Jahre auspackten: Eugene de Kock, ein Mann, der Dutzende von Apartheidregime-Auftragsmorden von dessen Gegnern auf dem Gewissen hatte, und Dirk Coetzee, Befehlshaber von Vlakplaas, einer Folter- und Mördereinheit der Apartheid-Sicherheitspolizei, benannt nach einer Farm in der Nähe von Pretoria, wo Apartheidgegner gefoltert, getötet dann verbrannt wurden. In der Folgezeit – durch die Geständnisse weiterer Mitglieder des Sicherheitsapparates vor der südafrikanischen Wahrheitskommission – stellten sich die erschreckenden Berichte als absolut zutreffend heraus.

Beide erklärten, der Mord an Palme gehe auf das Konto des südafrikanischen Sicherheitsapparates. Dies hätten sie von verlässlichen Quellen erfahren. Und sie nannten Namen. Allerdings stritten die Genannten alles ab – kaum verwunderlich.

Ein schwedischer Geschäftsmann und seine Privataktion Deep Search
Nachdem die schwedische Polizei sich völlig unfähig, oder sogar unwillig, gezeigt hatte, den Mord aufzuklären, sammelte der schwedische Geschäftsmann Kent Ajland Geld für eine private Untersuchung des Mordfalls , und beauftragte zwei ehemalige südafrikanische Offiziere mit Geheimdienstverbindungen nun den Fall aufzuklären. Dies wird im Detail von dem investigativen Journalisten De Wet Potgieter in seinem Buch „Total Onslaught„, erschienen 2007, nachgewiesen.

Es handelte sich um Tai Minnaar und Ponnie van Vuuren. Beide starben später unter ungeklärten Umständen.

Sie gingen bei ihrer Aktion, genannt Deep Search systematisch vor, fragten nach dem Motiv , suchten gezielt Unterlagen, die eine derartige Aktion dokumentierten, und suchten dann nach der Person, die das hätte ausführen können.

Und sie wurden fündig, obgleich die Apartheidleute zum Ende der Apartheidzeit alle verfügbaren Unterlagen über derartige Geheimoperationen zerstört hatten.

Ein Attentat wird vorbereitet
Der militärische Intelligenzapparat hatte im Januar, April und September 1985 Berichte erstellt, mit der Schlussfolgerung, Olof Palme könnte eine wichtige Rolle gegen Südafrika spielen. Das war korrekt, denn Palmes Regierung bereitete Vorschläge für ein totales Ölembargo gegen Südafrika vor.
Der Bericht führt weiter aus, Maßnahmen, die gegen Palme in Erwägung gezogen worden seien, sollten nun beschlossen werden.

So geschah es.

Am 20 November hatte der südafrikanische State Security Council (SSC), das oberste Entscheidungsgremium für derartige Mordaktionen außerhalb Südafrikas, die Mörderschwadron Longreach mit dem Major Craig Williamson- der schon einige Morde von Apartheidgegnern außerhalb Südafrikas auf dem Gewissen hatte, beauftragt, die Aktion auszuführen.


Killer und Attentatsplaner Craig Williamson

Craig Williamsson, schickte Roy Daryl Allen nach Stockholm. .

Eine Reise nach Stockholm
Die Reise Allens nach Stockholm lässt sich an Hand der Spesenabrechnungen, die aufgetrieben werden konnten nachverfolgen. Und dies, obgleich die Apartheidregierung ihm ein Alibi für die fragliche Zeit in Namibia besorgt hatte, ein falsches Alibi, auf das Allen sich bei späteren Befragungen immer wieder berief..


Spesenabrechnung widerlegt Alibi

Roy Daryl Allen lebt heute in Australien, unbehelligt, und streitet natürlich alles ab einschließlich der Reise nach Schweden zum Zeitpunkt der Ermordung Palmes.

Allen war offenbar ein Killer im Auftrag der Apartheidregierung, der wohl auch den südafrikanischen Volkswirt und IMF- Mitarbeiter Dr. Robert Smit und dessen Frau 1977 umgebracht hatte. Smit war versteckten Gelder aus südafrikanischen Goldverkäufen auf die Spur gekommen, die den seinerzeitigen Finanzminister Nico Diederichs belasteten
Die Ermordung Olof Palmes ist offenbar keineswegs so mysteriös, wie manche Publikationen Glauben machen wollen. Die Nichtaufklärung bleibt ein Skandal.

Uwe Barschel, Olof Palme und die Apartheid-Südafrika-Mörder-Schiene