deutschland

Protest gegen Castor-Transporte: Der Preis der Unfreiheit

World Content News – «Gehorsam kann man nicht erzwingen»: Die auch unter dem Akrobaten-Namen „Flinkes Eichhörnchen“ bekannte französische Anti-Atomkraft-Künstlerin Cécile Lecomte (26) musste Ende September für einen Tag in den Knast von Hildesheim, weil sie sich weigerte, ein Bußgeld von 5 Euro zu bezahlen. Das Bußgeld gegen Lecomte war verhängt worden, nachdem sie sich im November 2006 an einer Demonstration auf Bahnschienen gegen einen Castortransport nach Gorleben beteiligt hatte.

Die heute in Lüneburg lebende Aktivistin ist zu zahlreichen Themen aktiv: Bei der französischen öko-libertären Gruppe Chiche! ist sie 1999 aktiv geworden. Die damalige BWL-Studentin setzte sich vor allem mit der Konsumgesellschaft auseinander. Sie beschäftigte sich vor allem mit dem antikapitalistischen Konzept der »Décroissance« (auf Deutsch etwa »Schrumpftum« als Gegensatz zum wirtschaftlichen Wachstum).

«Haft ist total zwecklos“»: Das Amtsgericht Hannover hatte im August die Erzwingungshaft angeordnet. Lecomte ließ den genannten Antrittstermin jedoch verstreichen. In einem Offenen Brief (siehe unten) an das Gericht erklärte sie: «Gehorsam kann man nicht erzwingen». Gleichzeitig legte die Atomkraftgegnerin Verfassungsbeschwerde wegen «Unverhältnismäßigkeit» der Erzwingungshaft ein.

Was mit der 5€-Justizposse dem Staat letztendlich an tatsächlichen Kosten entstanden sind, haben Leila Adamkiewitz und Dirk Drazewski von wendland-net.de in einer vergnüglichen Putzfrauenrechnung festgehalten: 510 Euro für Peterwagen, Staatshotel, Verpflegung und Verwaltungskosten.

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Preis der Unfreiheit: „Aufwand hat sich verhundertfacht“

Noch sind relativ viele offene Rechnungen mit dem Staat zu begleichen: So hatte Lecomte z.B. am 5. September 2007 mit ihrer akrobatischen Performance gegen einen Zug demonstriert, der einen Leerbehälter neuer Bauart vom Typ „Castor HAW 28 M“ zu Testzwecken nach Gorleben transportieren sollte. „Flinkes Eichhörnchen“ seilte sich just in Höhe des Lüneburger Tiergartens über der Transportstrecke nach Dannenberg ab. Folge: Der Zug musste einen zweistündigen Stopp einlegen.

Voraussichtlich am 8. November 2008 soll nach Angaben von Umweltschützern wieder ein Castor-Transport nach Gorleben unterwegs sein. Es sind bereits große Protestaktionen angekündigt. Und so wie es aussieht, wird auch die ehemalige Frankreichmeisterin in Sportklettern zu Land, zu Wasser und vor allem aus der Luft die atomaren Scheinlöser wieder einmal vor schier unlösbare Aufgaben stellen. Denn, so Lecomte:

„Solange weiter gefährliche Atomtransporte rollen, werde ich unbelehrbar bleiben und meinem Widerstand kreativ Ausdruck verleihen“

Dokumentation:

Offener Brief an das Amtsgericht Hannover

Madame, Monsieur,

Am 14. November 07 wurde ich zu einem Bußgeld in Höhe von 5 Euro verurteilt, weil ich mich im Oktober 2006 an einer Schienen-Demonstration mit etwa 150 weiteren Personen beteiligt habe, um gegen die Atompolitik und den bevorstehenden Castor-Transport ins Wendland zu protestieren.

Vor Gericht habe ich damals 3 Stunden lang meine tief verwurzelten Beweggründe erläutert.

Dieses Bußgeld weigere ich mich heute und für immer zu bezahlen. Aus diesem Grund haben Sie einen Tag Erzwingungshaft gegen mich verhängt. Erzwingungshaft ist ein Beugemittel, was mich dazu zwingen soll, dieses Bußgeld zu bezahlen. Das ist also kein Strafmittel im Sinne vom Strafgesetzbuch – es geht um Ordnungswidrigkeit. Doch Gehorsam kann man nicht erzwingen, Erzwingungshaft ist also zwecklos.

Am 14. August 08 habe ich die Ladung zum Haftantritt in der JVA Vechta, Abteilung Hildesheim (160 Km entfernt von meinem Wohnsitz!!) innerhalb einer Woche erhalten. Ich werde aber nicht kommen – nicht freiwillig.

Die Verhängung von einem Tag Erzwingungshaft für 5 Euro halte ich für verfassungswidrig. Wo ist die Verhältnismäßigkeit ? Das ist ein klarer Verstoß gegen das Übermaßverbot. Daher habe ich eine Verfassungsbeschwerde an das Bundesverfassungsgericht formuliert. Der Aufwand, der hier betrieben wird, verdutzt mich. Dass es überhaupt zu einer Gerichtsverhandlung kam, hat damit zu tun, dass es um politischen Protest geht. Bagatellsachen dieser Art werden ansonsten eingestellt. Polit-Zuschlag also. Und der Staat bleibt hart dabei, egal was es ihn kostet (die Kosten für Erzwingungshaft samt Verhaftung übersteigen mit Sicherheit bei weitem die 5 Euro Bußgeld). Es geht schlicht um Repression, und NICHT um Gerechtigkeit oder um das Wohl der Allgemeinheit. Die Justiz ist hier ein Macht-Instrument was dazu dient, das herrschende System am Leben zu erhalten.

Ich weiß wofür ich stehe. Ich halte Protest gegen eine menschenverachtende Technologie wie die Atomenergie in der Form von kreativen gewaltfreien Aktionen für legitim und notwendig. Für eine Pflicht, sogar. Das Absaufen der Asse und die ungelöste Frage der Entsorgung von Atommüll, die tägliche Freisetzung von Radioaktivität durch Atomanlagen, und die ständige Gefahr eines atomaren Unfalls wie in Tschernobyl oder wie neulich im französischen Tricastin gehen uns alle an. Es betrifft die jetzigen und die zukünftigen Generationen. Das ist meine, unsere, Ihre Verantwortung. Radioaktivität tötet uns alle – auch PolitzistInnen, RichterInnen, StaatsanwältInnen, AtomlobbyistInnen, PolitikerInnen, …

Atompolitik und Menschenrechte sind unvereinbar. Das juristische Nachspiel von politischem Protest gehört zum Konzept des zivilen Ungehorsams. Ich weiß, dass meine Handlung von der (In)Justiz als Ordnungswidrigkeit angesehen werden kann. Diese Handlung verteidige ich aber trotzdem. Nicht bezahlen, nicht freiwillig kommen, das ist mein Weg, meine Handlung politisch zu verteidigen, dazu zu stehen. Flüchten werde ich nicht, weil ich -zwar ohne zu Kooperieren- die Folgen meiner Handlungen in Kauf nehme – auch wenn es Gefängnis sein muß. Dies lasse ich aber nicht ohne Widerstand, ohne Worte auf mich ergehen. Denn ich bin ein freier Mensch und es ist meine Verantwortung NEIN zu sagen. Ich empfehle Ihnen diesbezüglich die Werke vom französischen Philosoph Jean-Paul Sartre.

Was ist denn das, für eine Demokratie, wenn Menschen nicht wegen ihrer Tat, sondern wegen „anders Denken“ eingesperrt werden? Das nenne ich Demokratur. Allein die Tatsache, dass Menschen andere Menschen überhaupt einsperren, finde ich seltsam. Ich kämpfe für das Leben und schon gar nicht gegen Menschen.

Sie können mich verhaften lassen, meine Gedanken bleiben aber frei. Aus diesem Grund ist Erzwingungshaft zwecklos.

Salutations anti-nucléaires

Cécile Lecomte, das unbeugsame Eichhörnchen

Quellen:
Atomkraftgegnerin wegen Fünf-Euro-Bußgeld verhaftet
(ngo-online.de, 23.09.2008)
Atomkraftgegnerin soll wegen 5 Euro Bußgeld ins Gefängnis
(redglobe.de, 20.08.2008)
Akrobatisch gegen Atomkraft (taz, 17.01.2008)
Folgen des Castor-Protestes noch in der Schwebe
(Münstersche Zeitung, 22.04.2008)
Am Vorabend des 20. Juli: Bußgeld nach mutiger Aktion
(Linkszeitung, 20.07.2008)
Profil: Bewegungsarbeiterin Cécile Lecomte
(Bewegungsstiftung)
A wie Aufpassen (dernewsticker.de, 04.10.2008)
Castor-Alarm 2008 (castor.de)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

USA

Illegal Immigrants Commit 20% of Aggravated DUIs, but make up only 9% of the Population

Rachel Alexander – Overall, 16.5% of violent crimes in Maricopa County can be linked to illegal immigrants. The average cost for each offense? A whopping $20,000, which includes prosecution, incarceration, and other costs. This study breaks down felonies committed into categories, revealing that contrary to media myths, illegal immigrants commit more crimes in categories completely separate from the crime of illegally crossing the border.

The Maricopa County Attorney’s Office has released a groundbreaking study with the help of Sheriff Joe Arpaio’s office breaking down the numbers of felonies illegal immigrants in Maricopa County commit. Contrary to media myths, illegal immigrants commit more felonies than the rest of the population on average. Even when crimes that may be related to smuggling are taken out of the equation, illegal immigrants still commit most felonies at higher rates. Illegal immigrants make up 9% of the population in Arizona, but are sentenced to 20.3% of all felony DUIs.


Groundbreaking study with the help of Sheriff Joe Arpaio’s office

Illegal immigrants are sentenced for 10.3% of sex crimes, 13.1% of auto thefts, and 12.6% of all thefts including shoplifting. In crimes that might be related to illegal entry, illegal immigrants account for 35.8% of sentences for kidnapping, 85.3% of sentences for criminal impersonation/false ID, and 50% of sentences for chop shops.

Overall, 16.5% of violent crimes can be linked to illegal immigrants. The average cost for each offense? A whopping $20,000, which includes prosecution, incarceration, and other costs. 18.5% of property crimes are due to illegal immigrants.

The GAO studied 55,000 illegal immigrants and found that on average, each had been arrested for 13 offenses. 80% of the arrests occurred in California, Arizona, and Texas. It costs $61.74 per day to house a prison inmate in Arizona. Combine that enormous cost with Arizona’s tax and spend governor Janet Napolitano, and it comes as no surprise that Arizona’s economy is suffering and facing a $2 billion dollar deficit.

The reason why illegal immigrants commit more crimes may be because a large portion of them are young males. Young males of any nationality commit crimes at a higher rate than other segments of the population. The findings in this study reinforce the wisdom of shifting public policy to an approach that encourages legal immigration, which spreads out the demographics more evenly, ending unnecessary stigmas towards those south of our border in particular.

For updated news on illegal immigration, including a free weekly newsletter, visit illegalimmigrationjournal.com. For the press release on this report, click here. The full report is here; go to page 6 for the chart breakdown of crimes.

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Rachel Alexander ist praktizierende Anwältin für die Regierung in Phönix im U.S. Staat Arizona. Als ehemaliges Redaktionsmitglied und Kolumnistin des Arizona Daily Wildcat, gewann sie für ihre journalistischen Arbeiten drei Auszeichnungen und schreibt Kolumnen für linkIntellectualConservative.com und Nachrichten Heute.

terror

Polish engineer in Taliban hands: Who`s really holding him?

David Dastych – Warsaw/Islamabad: Pakistani Police continues its search for a Polish engineer, Piotr (Peter) Stanczak, kidnapped on Sunday morning, September 28, in the Attock region northwestern Pakistan. More than a week passed without a significant breakthrough. Last week the Pakistani Ministry of Interior informed the Polish authorities that Mr. Stanczak “is alive” and “in the hands of Pakistani Taliban,” but no specific information followed.

Yaqoob Malik, a Dawn daily reporter wrote on October 4 that the Police had arrested “four local people in Pind Sultani and Domail villages of Jand tehsil for their alleged involvement in the kidnapping of Polish engineer Piotr Stanczak.” Two of them were soon released and two more were still interrogated by a five-member Police interrogation team.

The arrests of local villagers were made to find out who effectively helped the still unknown kidnappers. “Irrespective of the claim of Taliban, the investigation team was making hectic efforts to trace the local facilitators as undoubtedly without them, the kidnapers were not able to do such high-profile kidnapping,” wrote Yaqoob Malik.

Throughout the past week, I kept on searching for any clues that could have led to the place where the GEOFIZYKA KRAKOW engineer could be kept or to people who might be involved in his capture and forced detention. I asked for help our author and friend, Mr. Hamid Mir from Islamabad, who spoke to the Minister of the Internal Affairs, Rehman Malik, and wrote back to me about his suppositions. „Yes Taliban did it but there are many groups using the name of Taliban, they have no one command structure like the Taliban of Afghanistan, we are listening to them and trying to intercept some good clue,” Mr. Malik told Hamid Mir.

Earlier last week, Pakistani media reported that a Pakistani Taliban spokesman, Muslim Khan, claimed his group of militants held the Pole and two Chinese engineers (abducted in August) and they demanded their exchange for 136 of Taliban fighters remaining in Pakistani jails. “I know Muslim Khan. His operational area is far away from the place of the event. It is difficult to believe him. He is spokesman of Swat Taliban who already has two Chinese Engineers. Maybe he is trying to become important,” Hamid Mir wrote back to me. He also added “I personally believe that the Polish engineer is not with Swat Taliban, he was kidnapped by some local criminals and they may hand him over to the Taliban because they are no different from criminals.”

We have conveyed our demand to the negotiation team,“ Taliban spokesman Muslim Khan was reported to say. The Taliban spokesman also said that they have shifted the Polish engineer to a safe place. He made a point that Taliban will not free the engineer unless their colleagues arrested in Bajaur, Swat and Darra tribal regions are freed. He also warned that the life of Polish engineer will be in danger if arrested militants were not freed.

But was he telling the truth?

The mysterious Baitullah Mehsud
Last Friday, a leading Polish daily paper „Dziennik“ published a story, based on their phone contact with Mr. Ahmed Rashid, whom they call „the world’s best expert on the Taliban.“ According to Mr. Rashid from Lahore and to some other, unidentified contacts of the Polish daily, Peter Stanczak is in the hands of Tehriq-e-Taliban and its leader Baitullah Mehsud (35), who they call „a Taliban bin Laden“ and report that Mehsud commands „a 20,000 rebel army.“ Mehsud was reported to have taken 300 POWs from the Pakistani Army in October 2007. Mehsud was also accused of staging a bomb and sniper attack that killed Mrs. Benazir Bhutto in Rawalpindi on December 27, 2007.

According to „Dziennik,“ Ahmed Rashid told them that there was a „classic hand-over of conditions for negotiation“ from the side of Mehsud or his people (to whom?) concerning the Polish engineer. The Polish Embassy in Islamabad and the Ministry of Foreign Affairs in Warsaw were very skeptical about that information. But on Saturday the Polish Prime Minister, Mr. Donald Tusk, called his Pakistani counterpart, Mr. Yousaf Raza Gilani to talk about the kidnapped Polish engineer and the Pakistani government’s action to free him.

However, Baitullah Mesud remains a mystery figure. Muhammad Najib wrote in Hindustan Times (October 2, 2008) that “Confusion prevails over the fate of Pakistani Taliban chief Baitullah Mehsud, with his ’spokesman‘ on Thursday refuting media reports that the militant had died of renal failure and saying that he spent a busy Eid.

Several Pakistani TV channels reported on Wednesday that 35-year-old Mehsud, accused of planning the December 2007 assassination of former Pakistani Prime Minister Benazir Bhutto, had died of renal failure. However, a letter received by a Peshawar-based journalist from Mehsud’s ’spokesman‘ on Thursday said the terrorist leader was in good health and had a busy time on Eid, which was celebrated on Wednesday. Despite the denial of Mehsud’s death by the Taliban, several journalists based in the restive North West Frontier Province (NWFP) and tribal areas believe otherwise. They think the Taliban will announce his death once they find his successor. ”I believe that he would have called journalists to tell them that he is alive… he had been in contact with several journalists. But this mysterious silence make us believe that he may have died or has very serious health problems,“ journalist Ahmed Khan told Indo-Asian News Service.”

The Polish Ministry of Foreign Affairs was informed by Pakistani authorities that Mr. Peter Stanczak “is alive” and “in Taliban hands” somewhere in the FATA (Federally Administered Tribal Territory), near the Afghanistan border. If really the Polish engineer is being detained by militants of Tehriq-e-Taliban, his rescue might be very difficult. The Taliban, al Qaeda, and allied terrorist groups have established 157 training camps and more than 400 support locations in the tribal areas and the Northwest Frontier Province, US intelligence officials have told The Long War Journal. As American special forces continue their airborne attacks against strongholds of the Taliban and al-Qeda in the tribal territories of Pakistan, and the Pakistani Army is on the offensive with some 120,000 troops engaged in battle and search and destroy operations, the fate of the Polish citizen, the Chinese engineers and other kidnapped people may depend of on a possibility to strike a deal with these militants and, at least in part, accept their negotiating conditions. Otherwise, the captured foreigners will be used as hostages and their life will be in constant danger.

Let’s hope, however, that they might be saved.

Hope is the thing with feathers
That perches in the soul,
And sings the tune without the words,
And never stops at all.
~Emily Dickinson ~

Polish engineer kidnapped in Pakistan – Who did it and why?

linkDavid Dastych is a veteran journalist who served both in the Polish intelligence and the CIA; jailed in Poland by the Communist regime he spent several years in special prison wards; released in early 1990’s he joined international efforts to monitor illegal nuclear trade in Europe and Asia; handicapped for lifetime in a mountain accident in France, in 1994; now he returned to active life and runs his own media agency in Warsaw.

Schweiz

Streit, Abwahl und Erfolg – die SVP ein Jahr nach Oktober 2007

Daniel Mullis – Im Oktober des letzten Jahres wurde in der Schweiz National- und Ständerat – die beiden Kammern der Legislative – neu gewählt. Der vor allem durch die rechtskonservative Schweizer Volkspartei (SVP) äusserst polarisierende Wahlkampf, der in der Schweiz an Härte keinen Vergleich findet, erhitzte die Gemüter deutlich. Abgerissene Wahlwerbung, verbale Attacken und massive Ausschreitungen bei Gegenveranstaltungen zu SVP- Wahlveranstaltungen prägten die Wochen vor den Wahlen. Schliesslich gewann die SVP deutlich und konnte ihre Position als stärkste Partei nochmals ausbauen. Jedoch, nach den Wahlen stürzte die SVP in eine tiefe Krise, welche bis heute für politische Turbulenzen sorgt, Zeit also für eine Rückschau.

Polemik, Rassismus, Ausschreitungen – Wahlkampf 2007
Kurz vor den Wahlen hatte die SVP ihre Initiative zur Abschiebung von kriminellen AusländerInnen lanciert. Mit Plakaten, die nur mit gutem Willen nicht als rassistisch beurteilt werden können, sorgte die Partei für das nötige Medienecho, das weit über die Landesgrenze hinaus hallen sollte. Das betreffende Plakat, dessen Sujet von einer Ortsgruppe der NPD übernommen wurde, zeigte drei weisse Schafe, welche ein schwarzes von der Schweizer Fahne treten. Die Kampagne schlug derart hohe Wellen, dass der UNO- Rassismusberichterstatter beim Bundesrat vorstellig wurde. Die ausländische Presse blickte ab der massiven und von rassistischen Untertönen geprägten Kampagne mit Befremden auf die Schweiz. Der britische „The Independent“ beispielsweise titelte am 7. September 2007 auf der Frontseite „Switzerland: Europe’s heart of darkness?“ und griff dabei die SVP Schäfchen- Kampagne auf.

In dieser bereits aufgeheizten Stimmung spitzte die SVP den Wahlkampf mit der Fokussierung auf ihren Bundesrat (Minister) Christoph Blocher weiter zu. Pascal Couchepin, Bundesrat der Freisinnig-demokratischen Partei (FDP), verglich den Wahlkampf der SVP mit Nazi-Kampagnen der 1930er- Jahre und betonte mit Anspielung auf Christoph Blocher, dass die Schweiz keinen Duce brauche.

Krawalle-in-Bern
Krawalle in Bern gegend den Aufmarsch der SVP

Wo die SVP in grösseren Städten auftrat, kam es zu Gegenveranstaltungen. Am 18. September eskalierte eine Demonstration gegen den Besuch von Bundesrat Blocher in Lausanne und Autonome lieferten sich mit der Polizei eine heftige Strassenschacht. Doch die SVP suchte die Provokation weiter und rief für den 6. Oktober zum „Marsch auf Bern“. Nicht weniger politisch angeheizt mobilisierten linke Gruppierungen unter dem Motto „No Pasaran – Halt stand, Schwarz- Rotes Bern“ zur Blockade des SVP- Aufmarsches. Bern erlebte an diesem Wochenende die schwersten Ausschreitungen seit Jahren. Brennende Barrikaden in der Altstadt und die komplett zerstörte Festanlage der SVP auf dem Bundesplatz waren die beklemmenden Resultate und tragische Folge eines deutlich überbordeten Wahlkampfes.

Wahlen – der 21. Oktober 2007
Die SVP konnte ihre Funktion als WählerInnen stärkste Partei ausbauen und vereinte nun 31 Prozent der Stimmen auf sich, was einen weiteren Zuwachs von 3.5 Prozent bedeutete. Verbunden mit dem Einbruch der zweitstärksten Partei, den SozialdemokratInnen (SP), um 4.5 Prozent auf 21.5 Prozent, und einer allgemeinen Stärkung der eher konservativen Mitteparteien war das Verdikt deutlich – die Schweiz hatte einen weiteren veritablen Rechtsrutsch durchgemacht.

Doch der Wahlerfolg der SVP sollte vorerst einer der letzten grossen Glanzpunkte sein. Ähnlich wie sich auch in Österreich die Rechtsaussenpartei FPÖ gespalten hatte, bahnte sich bei der SVP ein tiefgreifender Konflikt an. Alte Grabenkämpfe zwischen dem eher jüngeren, weit rechts stehenden und wirtschaftsfreundlichen Zürcher Flügel der Partei, welcher massgeblich durch Christoph Blocher geformt worden war und gemässigteren Exponenten, welche in der Tradition der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB) und der Demokratischen Partei (DP) stehen, die 1971 in der SVP aufgingen, brachen auf. Parteiintern wurden Stimmen laut, dass eine Rückebesinnung auf die „Schweizer Werte“ Anstand und Respekt angebracht seien und dass der eigene Konfrontationskurs überdacht werden müsse. Der Streit eskalierte dann aber endgültig mit der Abwahl Christoph Blochers aus dem Bundesrat am 12. Dezember 2007.

Abwahl von Bundesrat Christoph Blocher
Christoph Blocher hatte in seiner Amtszeit nicht nur im Wahlkampf polemisiert. Mit seiner schroffen und des Öfteren auch selbstherrlichen Art, hatte er oft angeeckt. Dies nicht zuletzt auch, weil er das Kollegialtätsprinzip des Bundesrates immer wieder umging und missachtete. Teilweise überschritt er seine Kompetenzen auch gänzlich. So etwa bei einem Staatsbesuch in Ankara im Oktober 2006, als er das Schweizerische Antirassismusgesetz, mit welchem er schon selbst in Konflikt gekommen war, offen in Frage stellte. Aber auch die Affäre um den Abgang von Bundesanwalt Valentin Roschacher, welche mit dem Bericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Nationalrates im September 2007 aufflammte, warf erneut Fragen über Blochers Schalten und Walten als Bundesrat auf.

So war es kein Geheimnis, dass gewisse Parteien an seinem Stuhl sägen würden, sollte sich die Gelegenheit bieten. Schon im Wahlkampf hatte deshalb die SVP die Parole gefasst „Blocher stärken! SVP wählen!“. Grund dafür war die Sorge um einen viel zitierten Geheimplan, der von SP, Grüne und Teilen von CVP (Christlichdemokratische Volkspartei) und FDP lanciert worden sei, um die Abwahl von Bundesrat Christoph Blocher einzuleiten, so die Argumentation einer Pressemitteilung vom 27. August 2007. Sollte das Szenario dennoch eintreten, drohte die SVP mit der Aufkündigung der Konkordanz und dem Gang in die Opposition, was für die politische Schweiz eine völlig neue Situation bedeuten würde.

Wahl-Widmer-Schlumpf
Eveline Widmer-Schlumpf wird vereidigt

Dennoch kam es am 12. Dezember 2007 zur Abwahl von Christoph Blocher aus dem Bundesrat. Stattdessen wurde eine durch die SP und CVP vorbereitete Sprengkandidatin Eveline Widmer-Schlumpf, zu diesem Zeitpunkt noch Mitglied der SVP, gegen die Stimmen der SVP ins Amt gewählt. Für die erfolgsverwöhnte SVP bedeutet dies einen ungewohnt harten Schlag und stellte die Partei vor die innere Zerreisprobe.

Innerparteiisch stand die neue Bundesrätin massiv in der Kritik und auch der zweite Bundesrat der SVP Samuel Schmid – der schon früher nur als halber SVP-Bundesrat bezeichnet worden war – musste massiv Kritik einstecken, weil er gegen die Weisungen der Partei die Wahl zum Bundesrat angenommen hatte, bevor die Wahl von Christoph Blocher durch war.

Gleichschaltung als Reaktion
Wie schon angesprochen, waren bereits vor den Bundesratswahlen vom 12. Dezember intern Konflikte aufgebrannt. Die Parteileitung begann einen harten Kurs gegen jene Mitglieder zu fahren, welche sich nicht vollumfänglich hinter die Interessen der Partei stellten. Innerparteiisch brodelte es enorm und viele der VertreterInnen einer traditionellen SVP-Linie empfanden es als Affront, als Brigitta Gadient und Hansjörg Hassler aus der Bünder SVP wegen Misstrauen und mangelnder Linientreue die Ämter in zwei wichtigen Kommissionen nicht übernehmen durften.

Diese Tendenz zur Kontrolle verschärfte sich nach der Abwahl Christoph Blochers noch einmal. Denn nicht alle Mitglieder der SVP- Fraktion waren mit dem Entscheid der Parteileitung einig, die beiden seit dem 12. Dezember im Amt stehenden noch SVP- Bundesräte Samuel Schmid und Eveline Widmer-Schlumpf aus der Fraktion auszuschliessen. Die Parteileitung reagierte darauf mit einem Ultimatum, nach welchem sich alle SVP-ParlamentarierInnen per Unterschrift zur Fraktion bekennen sollten. Nach heftiger Kritik verzichtete die Parteileitung dann doch auf diesen Schritt. Dennoch zog der Konflikt weitere Kreise und spitzte sich intern derart zu, dass in einem Interview gegenüber der Berner Zeitung (BZ) im Februar 2008 der SVP-Fraktionspräsident der Berner Kantonalregierung der Mutterpartei „Braune Tendenzen“ und „Gleichschaltung“ vorwarf.

Der Gang in die Opposition
Um an Glaubwürdigkeit nicht zu verlieren, vollzog die SVP also den Gang in die Opposition. Um dies aber auch wirklich umsetzen zu können, mussten die beiden offiziell noch SVP- Bundesräte aus der Partei ausgeschlossen werden. Als erste Massnahme wurde im März 2008 an der Delegiertenversammlung der SVP Schweiz offiziell der Ausschluss der beiden Bundesräte Widmer- Schlumpf und Schmid bestätigt.

Doch die Parteileitung wollte mehr, sie forderte den Austritt der „Verräterin“ Eveline Widmer- Schlumpf aus der Partei. Schmids verhalten wurde zwar nicht gebilligt, der Parteiausschluss jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht mit aller Härte gefordert. Er kam dann der Diskussion mit seinem Parteiwechsel zur neu gegründeten Bürgerlich Demokratischen Partei (BDP) ohnehin zuvor.
Bezüglich Widmer- Schlumpf stand die Partei vor dem Problem, dass die Nationale Parteileitung die Befugnis zum Ausschluss von Mitgliedern nicht hat – diese liegt im Kompetenzbereich der Kantonalsektionen – weshalb ein Ultimatum formuliert wurde. Bundesrätin Widmer- Schlumpf habe bis zum 11. April 2008 freiwillig aus der Partei auszutreten, ansonsten würde die ganze Kantonalsektion Graubünden ausgeschlossen, sofern nicht diese ihre Bundesrätin bis zum 30. April ausschliesse. Beide Ultimaten verstrichen und so schloss am 1. Juni 2008 der Zentralvorstand der Mutterpartei die Bündner Sektion mit 81 zu 5 Stimmen aus.

Realpolitisch blieb die SVP in der Opposition bis anhin handzahm und vermochte es nicht wirklich Akzente zu setzen, was sie aber nicht daran hindert ihre Position medial äusserst geschickt auszuschlachten. So gelingt es ihr immer wieder sich taktisch gut zu positionieren und für Wirbel zu sorgen. Die jüngsten Pannen im Verteidigungsdepartement und Fehler der Armeeführung, welche nicht zuletzt zu Lasten ihres ehemaligen Bundesrat Samuel Schmid, Vorsteher des Eidg. Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), gehen, sind für die Parteistrategen ein gefundenes Fressen. Mit harten Attacken gegen Samuel Schmid spielt sich die SVP selbst immer wieder Steilpässe zu, sodass der frühere Präsident der SVP Schweiz, Ueli Maurer, in einem Interview mit dem „Sonntags-Blick“ am letzten Wochenende unverhohlen zugab, „dass es schön wäre, wenn wir Schmids Unfähigkeit noch ein, zwei Jahre kritisieren könnten“.

Die Partei lebt von ihrem Image und weniger von ihren realpolitischen Errungenschaften. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass bei einer sich abzeichnenden Ersatzwahl in den Bundesrat, erneut Alt- Bundesrat Christoph Blocher lanciert werden soll, dies trotz der offensichtlichen Chancenlosigkeit. Der Politologe Michael Herrmann geht davon aus, dass die SVP langfristig ein Systemwechsel der Schweizer Politik anstrebe, wie er gegenüber „.ch“ ausführte. Nach den Wahlen 2011 soll mit der Konkordanz endgültig gebrochen werden und ein mit Deutschland vergleichbares politisches System aufgebaut werden, indem die stärkste Partei eventuell noch mit einer Qualitionspartnerin die Regierung stellen würde. Dies ist aber gemäss Herrmann nur dann möglich wenn die SVP Christoph Blocher zum “Märtyrer“ stilisiere, um anschliessend die Wahlen erneut mit Blocher als Galionsfigur deutlich zu gewinnen.

Ob die Strategie aufgehen wird, wird sich zeigen. Kommentatoren betrachten die Erfolgsaussichten kritischer als die Parteistrategen. Philipp Löpfe betont in seiner Analyse im „Tagesanzeiger“ vom 4. Juni 2008, dass die Formel „Fremdenphobie plus Neoliberalismus“ ihre Wirkung zu verlieren scheine. Insofern stellt er der nun aus der SVP heraus erwachsenen neuen BDP durchaus Erfolge in Aussicht, denn wenn es den Abtrünnigen gelinge, eine SVP nach dem Vorbild der englischen Tories zu gestalten, einer Partei, die bürgerlich-konservativ politisiere, aber auch das Gemeinwesen und die Umwelt nicht aus den Augen verliere, würde es für die SVP gefährlich.

Die Spaltung der Partei als Konsequenz
Die internen Zustände der SVP und der wachsende Druck auf die nicht der Zürcher Linie folgenden Mitglieder und Sektionen führte schliesslich zu Abspaltungen aus der SVP. Hardliner innerhalb der Partei begrüssten die Entwicklung als längst anstehende Flurbereinigung, ohne dabei auf die möglichen Risiken für die Stammpartei zu achten. Toni Brunner, Nachfolger von Ueli Maurer als Parteipräsident, betonte anlässlich der Delegiertenversammlung im März 2008, dass, wer grundsätzlich Mühe mit der Politik der SVP habe, sich überlegen sollte, ob er heute in der richtigen Partei sei.

Gut drei Monate nach der Delegiertenversammlung wurde der wachsende Druck der Mutterpartei umgesetzt, die Drohungen wahr gemacht und die gesamte Bündner Sektion der SVP ausgeschlossen. Dies war gleichfalls die Grundsteinlegung der BDP, welche als Reaktion auf den Parteirauswurf durch die ehemaligen Mitglieder der SVP Graubünden gegründet wurde. Es folgten Abspaltungen im Kanton Glarus und im zum Zürcher Flügel traditionell oppositionellen Bern. Ende April stiess die Sektion Thurgau als vierte Kantonalpartei hinzu.

Ob die neue gegründete Partei, welche nach dem Übertritt von Samuel Schmid zwei Bundesräte in den eigenen Reihen weiss, sich einen festen Platz in der Politik sichern wird, bleibt schwierig abzuschätzen. Doch könnte die neue Partei der SVP die Suppe durchaus versalzen.

SVP oder BDP – der Haupterfolg liegt jenseits des Konfliktes
Margret Thatcher zählt den Wandel der britischen Labourpartei hin zu „New Labour“ zu ihren grossen Erfolgen. Analog dazu dürften auch die Erfolge der Führungselite der SVP nicht in erster Linie bei der Entwicklung der Partei selbst zu verorten sein, obwohl die realen Erfolge beachtlich sind. Der grosse Erfolg liegt in der politischen Signalwirkung ihres Handelns, welches weit über die eigenen Parteigrenzen hinaus weist.

So sind im Soge des Populismus der SVP die traditionellen Mitteparteien weit nach rechts gerutscht und auch innerhalb der Sozialdemokratie werden sonst klassische SVP- Themen zunehmend unkritisch angegangen. Beispiel hierfür ist das aktuell debattierte Sicherheitspapier der SP, das in Ton und Ausgestaltung der Lösungsvorschläge stark an die Rhetorik der SVP erinnert. Insofern hat die SVP mit ihrer oftmals rassistischen und unsachlichen Polemik viel dazu beigetragen, dass die ganze politische Landschaft der Schweiz sich in den letzten Jahren weit nach rechts verschoben hat. Kritische Themen wie Sicherheitspolitik, Migration, Arbeitslosigkeit, soziale Sicherheit etc., welche tatsächlich einer Lösung bedürfen, werden kaum wirklich kontrovers diskutiert. Über kurz oder lang wird das immer gleiche Betonen von den immer gleichen Problemen und dazugehörigen vereinfachten Lösungen, welche in der Realität dann oft scheitern, zu einem politischen Stillstand führen, der sich schon jetzt in der allgemeinen Politikverdrossenheit abzeichnet.

Es bleibt also zu hoffen, dass die Politik wieder zu ihrer Vielfalt zurückfindet und Diskussionen wirklich kontrovers geführt werden und Lösungen auch abseits des SVP- Einheitsbreis wieder vermehrt aufgegriffen, angegangen und umgesetzt werden. Zumindest dies sind die anderen Parteien ihren WählerInnen schuldig.

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei ContaInfo

USA

Armee stationiert Kampftruppen in den USA gegen zivile Unruhen

Bill Van Auken – Zum ersten Mal in der amerikanischen Geschichte stationiert das Militär eine aktive reguläre Armee-Kampfeinheit auf Dauer im Innern der Vereinigten Staaten. Sie soll für Notfälle bereit stehen, unter anderem zur Bekämpfung ziviler Unruhen.

Ab dem 1. Oktober wird die Erste Kampfbrigade der Dritten Division (First Brigade Combat Team) unter dem Kommando der US-Armee-Nord stehen, die zum Northern Command (NorthCom) des Pentagon gehört. Das NorthCom ist nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 mit der ausdrücklichen Aufgabe geschaffen worden, das amerikanische Staatsgebiet zu verteidigen und Bundes-, Staats- und kommunale Behörden zu unterstützen.

Die Einheit mit dem Spitznamen „die Raiders“ zählt zu den Armeeeinheiten mit besonderer Kampferfahrung. In den letzten fünf Jahren war sie fast drei Jahre im Irak im Einsatz, wo sie 2003 an der Spitze des Angriffs auf Bagdad stand und den Häuserkampf in Ramadi anführte, um den Widerstand zu unterdrücken. Sie war das erste Brigade Kampfteam, das dreimal in den Irak geschickt wurde.

Aktive Einheiten wurden zwar auch schon bisher vorübergehend im Innern eingesetzt, wie zum Beispiel die kampfmäßig ausgerüsteten Truppen, die nach New Orleans geschickt wurden, als die Stadt nach dem Hurrikan Katrina praktisch unter Kriegsrecht stand. Aber hier hat zum ersten Mal eine Kampfeinheit der Armee einen Stationierungsbefehl erhalten, der ihr amerikanischen Boden als „Kampfzone“ zuweist.

Das Pentagon betont in seinen offiziellen Verlautbarungen die Bedeutung spezialisierter Einheiten für den Fall eines Terrorangriffs in den USA. General George Casey, Generalstabschef der Armee, besuchte letzte Woche eine Einsatzübung von ungefähr 250 Mitgliedern der Einheit in Fort Stewart in Georgia. Nach Angaben des Armee-Pressebüros standen im Zentrum der Übung „Such- und Rettungsflüge, die Bergung Verwundeter und die Dekontaminierung von Menschen nach einem katastrophalen Atomangriff im Herzen des Landes.“

„Wir befinden uns im Krieg mit einem globalen extremistischen Netzwerk, das nicht einfach verschwindet“, sagte Casey den Soldaten. „Ich hoffe, wir werden sie nicht brauchen, aber wir müssen die Fähigkeiten haben.“

Aber die Mission der 4.000 Soldaten des First Brigade Combat Team besteht nicht einfach darin, die Opfer von Terroranschlägen zu retten. Ein Artikel von Anfang des Monats in der Army Times („Brigade homeland tours start Oct. 1“), einer Zeitschrift, die sich in der Armee großer Beliebtheit erfreut, zeichnet ein anderes und wesentlich bedrohlicheres Bild. Read all at World Socialist Web Site

Finanzkrise: In den USA bereitet man sich auf mögliche Unruhen vor

deutschland

Finanzkrise und Hypo-Real Estate: Nach dem Scheitern ist vor dem Bezahlen

Dr. Alexander von Paleske —-5.10.2008 — Der alte Rettungsplan ist tot, es lebe der neue Rettungsplan. So könnte man die Meldungen von heute morgen ergänzen, denn die Nachrichten bringen nur das Scheitern des Rettungsplans – des alten.

Der neue Rettungsplan wird wohl wesentlich höhere Staatsgelder vorsehen. Und der Staat befindet sich in einer babylonischen Gefangenschaft der Banken. Ihm bleibt gar nichts anderes übrig als zu bezahlen. Die Alternative wäre ein finanzieller Steppenbrand. Der alte Rettungsplan ging von einem Lebensverlängerungs-Finanzbedarf der Hypo-Real Estate von 34 Milliarden Euro aus.

Verlustbanken als Retter
Der Plan war schon deshalb unsolide, weil als Retter dort Banken auftreten, denen das Wasser selbst bis zum Halse steht, wie die Verlustbank BayernLb, die 4 Milliarden Miese durch Handel mit Schrottpapieren eingefahren hatte plus 300 MillionenEuro oder etwas mehr durch Swapsen mit der Lehman-Brothers Pleitebank.

Die BayernLb braucht bis zum Jahresende 1 Milliarde Euro als Finanzspritze. Wie kann solche eine Bank als Retter taugen?

Oder die Landesbank Baden-Württemberg, deren Verbindlichkeiten mal so eben bei 100 Milliarden Euro liegen, die bis Ende 2009 fällig werden, wie der SPIEGEL berichtete. Diese Landesbank übernahm, wie erinnerlich, die Verlustbank Sachsen-Lb, auch diese hatte seinerzeit eifrigst mit Schrottpapieren gehandelt und dabei 6 Milliarden Euro in den Sand gesetzt.

Nicht besser sieht es bei der WestLb aus. Für die BayernLb wird mittlerweile ein Käufer gesucht, wenn’s nicht anders geht, darf’s auch eine „Heuschrecke“ sein, oder aber die Landesbank Baden Württemberg.

Neues Rettungspaket für Hypo-Real Estate
Also muss jetzt ein neues Rettungskonzept her, nicht nur für die Hypo Real Estate, das die Deutsche Bank mit ihrem Feldherrn Ackermann längst in der Hinterhand hatte. Präsentiert wurde es am 2.10: Die Sozialisierung aller Casinoverluste und zwar aller Banken. Der Fall Hypo Real Estate soll also der Türöffner zu einem umfassenden „Rettungspaket“ sein. Denn mittlerweile stellt sich heraus, dass der kurzfristige Finanzbedarf der Hypo-Real Estate weit höher ist , wohl 50 Milliarden Euro plus. Ausserdem ist die Hypo-Real Estate zwar die zweite Bank nach der IKB in Deutschland, der ohne unverzügliche Finanzspritze der Bankrott droht, aber nicht die letzte.

Starke Worte der Politiker
Die Politiker weigern sich wortgewaltig darauf einzugehen, und SPD-Struck schimpft und zetert. Bundeskanzlerin Merkel erklärte auf dem Krisengipfel am Freitag in Paris „Deutschland wolle den verantwortungslosen Bankern keinen Freibrief ausstellen“.

Der Chef der Eurogruppe, der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker forderte „Schluss mit der Casinomentalität der Banken“ und „es gehe nicht, dass man dafür nicht zur Rechenschaft gezogen werde“.

Starke Worte, sonst nichts, denn jahrelang haben die Politiker der Zockerei der Banken zugeschaut, an Warnungen hatte es ja nicht gefehlt. Jetzt ist Zahltag für die Regierung und damit für den Steuerzahler, um den grösseren Finanz- GAU zu verhindern.

Deutsche Bank-Chef verlangt Entsorgung
Ackermann verlangt daher ein „Rettungspaket“ wie gerade in den USA verabschiedet.Der Staat soll alle faulen Kredite übernehmen. Statt Todesurteil für etliche Finanzinstitute der Freispruch auf Kosten der Steuerzahler.

Die Konsequenzen einer solchen „Entsorgung“ , mittel- und langfristig, sind noch gar nicht voll abzusehen. Sie würden aber die mittleren und unteren Einkommensgruppen voll treffen, durch höhere Steuern, gekürzte Renten, höhere Eigenbeteiligung bei der Krankenversicherung usw.

Und, das wollen wir nicht vergessen, die globale Rezession kann durch dieses „Rettungspaket“ nicht abgewendet werden, sie kommt in jedem Fall.

Wird die Finanzkrise zur Staatskrise?

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terror

Polish engineer kidnapped in Pakistan – Who did it and why?

David Dastych – Warsaw, Poland-Early morning on Sunday, September 28, Mr. Piotr (Peter) Stanczak, an engineer from a Polish GEOFIZYKA Krakow Ltd. seismic survey company, drove in his Jeep, along with a Frontier Corps (FC) guard, a driver and an assistant driver.

According to a local police report, about 06:20 a.m. they arrived at the field camp near Pind Sultani village of Tehsil Jand Attock district in the NWFP province of Pakistan, when three to four unknown persons attacked his Jeep No-B-2748(NWFP), killed his Pakistani companions, kidnapped him and escaped in an unknown direction.

The whereabouts of the Polish engineer remain unknown at this time. The Pakistanis shot by gunmen were FC guard Muhammad Saleem, driver Anayatullah and his assistant Riaz. Their bodies were taken to a local hospital in Attock town for post-mortem, and then returned to the company’s camp.

So far, no person or organization has claimed responsibility for the attack.

Yacoob Malik of “Dawn” daily wrote on Monday: “Local people said that the engineer might have been taken to tribal areas near Kohat, about 25km from the camp.” The incident occurred some 85-120 km from Islamabad, in the area of Pakistan inhabited mainly by Pashtu nationals. The area is located close to the boundary of North West Frontier Province, where pro-Taliban militants seized two Chinese telecommunication engineers in late August.

Provincial Police officer, Mr Durrani, said it was strange that a foreign technician was sent to the field camp located in a deserted area early in the morning. The camp was without proper security arrangement. Other police officials told media that foreign companies conducting oil exploration and other activities in the district had been cautioned by the government a number of times to make proper security arrangements, particularly during their staff’s movement (Malik, Dawn). “Attackers seized the Polish employee and shot dead his Pakistani driver and guards when they tried to put up resistance,” a senior police official said on condition of anonymity. Somehow, the news of the attack had been reported to a local police station, probably by a Pakistani guard or driver, before they lost their lives in gunfire.

Peter Stanczak worked for the Poland-based Geofizyka Krakow Ltd, which is exploring natural resources reservoirs in Basal area. Many foreign companies are drilling for oil and gas in Attock, where they have their own security staff in addition to local police and a small contingent of the Frontier Corps paramilitary force.

Foreigners and diplomats in Pakistan are feeling at risk as the insurgents have intensified their attacks on “high-value targets” to avenge military operations in the restive northwestern regions, as well as in other parts of the country (Indo-Asian News Service.)

Prospecting for oil and gas in Pakistan
Geofizyka Krakow (GK) is one of the two largest Polish companies of this type (the other is Geofizyka Torun (GT), in Northern Poland). Since 1956, Geofizyka Krakow has been helping its clients to successfully explore hydrocarbon and geothermal water deposits, as well as monitor natural resources reservoirs throughout the world. The Polish company maps the world’s basins using the latest technology and highest qualified staff. It is GK’s main preoccupation to sustain close partnership with their clients. This is managed effectively through GK foreign branches duly registered in the Czech Republic, Slovakia, Pakistan and Libya.

In Pakistan, equipped with a brand new set of vibrators Sercel Nomad 65, Geofizyka Kraków (GK) commenced 3D Soghri seismic survey, a large project that covers more than 600 sq. km and use 2688 of active channels, what makes it probably the largest seismic venture in Pakistan. The operation is running in agricultural terrains that require particular care and effort to minimize possible damage occurrence. The contract is performed for Oil & Gas Development Company Limited – a Pakistani national oil corporation with whom GK strengthened the cooperation through several projects during its almost 10-year activity in the Pakistani oil and gas market.

Since 1998 when the company set its foreign branch in Islamabad, many geophysical surveys have been successfully performed for international and local clients. Up to date GK has been specialized especially in explosive seismic projects performed in difficult terrain conditions of mountainous areas with limited access for heavy track equipment. From the beginning of the year 2008, GK has widened its vibroseis services offer and has become the only contractor performing vibroseis operations exceeding 60, 000 lbs peak force.

A brave man
Polish media are still hiding the identity of the captured engineer. They claim that is for security reasons. But the hiding game has caused strange reactions. Some readers of a major Polish Internet magazine, ONET wrote that (Mr. Piotr Stanczak) might be an agent of the Polish Military Intelligence under engineer’s cover and that he might have been kidnapped by Taliban or al-Qaeda operatives for that reason. What nonsense! As his name has been already revealed by Pakistani and world media, there is no reason to keep it under the carpet.

Mr. Piotr (Peter) Stanczak, from a historical southern Polish city of Krakow (Cracow), is a sporting man in his 40s, with a long professional record working abroad. His sister reported to Polish media that her brother was due to return to Poland at the end of October. “He never said it was dangerous in Pakistan. He said all was OK,” she added, telling of his last cell phone call made on Saturday, two weeks ago. “My brother is a brave, resolute man. But I don’t know how he could react now, how he might feel.”

In a short interview for a Polish private television channel TVN-24, his sister, older than him and also living in Krakow, told a TV reporter that her only brother was a “tough man” but “a much loved brother” and he was helping her and their ill mother. In an other TV program, his neighbor said Mr. Stanczak had built a nice house and planted beautiful trees. She also added he helped her family in some difficulties. “He is calm and rational”, she added, and “he can manage in all situations.”

Monday afternoon, September 29, there was still no breaking news about the kidnapped engineer. The President of Geofizyka Krakow Ltd., Mr. Leopold Sulkowski, told Polish media that they expect some news tomorrow morning. The company HQ is in permanent contact with their subsidiary in Islamabad and with the field camp northwest from the capital. There are still 18 Polish workers there, who remain under the protection of the Pakistani Army. Due to the Sunday incident, the contract might be suspended and they would return to Poland, when the situation is safe enough to fly.

No rescue by force planned
Ever since the Sunday kidnapping the Polish authorities were negotiating Mr. Stanczak’s rescue with the top Pakistani authorities, the military and intelligence. Rumors were circulated about a planned use of a Polish special task force GROM, deployed in Afghanistan, but the Polish Foreign Affairs Minister, Mr. Bogdan Klich, strongly denied them. A crisis control group had been organized in the MFA, and the Polish Ambassador in Pakistan, Mr. Krzysztof Debnicki, recently met with the Pakistani Prime Minister Yousaf Raza Gilani. The Pakistani authorities are giving all possible assistance to the Polish counterparts and they have organized a search and rescue operation themselves.

The situation is developing.

linkDavid Dastych is a veteran journalist who served both in the Polish intelligence and the CIA; jailed in Poland by the Communist regime he spent several years in special prison wards; released in early 1990’s he joined international efforts to monitor illegal nuclear trade in Europe and Asia; handicapped for lifetime in a mountain accident in France, in 1994; now he returned to active life and runs his own media agency in Warsaw.

Schweiz

Schweiz: Schutzmacht in Georgien

onlineredaktion – Die Schweiz sei bereit, die diplomatischen Interessen Russlands in Georgien zu vertreten. Der Bundesrat hat eine entsprechende Anfrage Moskaus gutgeheissen.

Das Ersuchen aus dem Kreml sei vor wenigen Tagen eingetroffen, teilte das Schweizerische Aussenministerium (EDA) in Bern mit.

Der Bundesrat habe im Grundsatz beschlossen, positiv auf das Anliegen Russlands einzutreten. Allerdings unter der Voraussetzung, dass auch Georgien einverstanden ist.

Seit den Kriegshandlungen vom August 2008 zwischen Georgien und Russland haben beide Konfliktparteien ihre diplomatischen Beziehungen abgebrochen.

Der Schutz fremder Interessen ist ein traditionsreiches Instrument der schweizerischen Aussenpolitik. Die Schweiz übt derzeit mehrere Schutzmachtmandate aus. So vertritt sie in Kuba und in Iran die Interessen der USA und nimmt in den USA die Interessen Kubas wahr

EDA Medienmitteilung

global player

Weltfinanzkrise – Wer sind die Deppen?

Dr. Alexander von Paleske / „Deppen“ vom Kongress stürzen USA in Krise“ so lautete die dpa-Meldung vom gestrigen Abend, nachdem am Tage zuvor der Kongress das „Rettungspaket“ in Höhe von 700 Milliarden US Dollar aus Steuergeldern abgelehnt hatte.

Wer sind die Deppen?
Die Empörung der Steuerzahler,also des „kleinen Mannes“ nicht nur in den USA sondern auch in Europa ist riesengross. Sie sollen jetzt die Zockerzeche der Banken bezahlen. Die Mitglieder des US Kongresses wurden mit E-Mails, Faxen und Telefonanrufen bombardiert mit der Aufforderung, das Paket abzulehnen. Tendenz: „Die verantwortlichen Banker sollen mit ihren Banken zur Hölle fahren“.

Mit Rücksicht auf ihre Wähler haben deshalb eine ganze Reihe von Kongressmitgliedern,auch Mitglieder der Demokratischen Partei, das milliardenschwere Rettungspaket abgelehnt.
Ganz abgesehen von den Neoliberalen,die trotz des Untergangsszenarios auf die „Selbstheilungskräfte des Marktes“ vertrauen.

Eine babylonische Gefangenschaft
Eine wohl nur kurz dauernde Entscheidung. Diese dürfte alsbald korrigiert werden.Letztlich werden die Abgeordneten doch gezwungen sein, „Rettungsmassnahmen“ für die angeschlagenen „Zockerbuden“ zuzustimmen, weil sonst der völlige Kollaps des Finanzmarktes droht, 1929 stünde wieder vor der Tür.

Eine „babylonische Gefangenschaft“, aus der sich die Abgeordneten und die Regierungen nicht befreien können, weder in den USA noch in Europa. So hatte Bundeskanzlerin Merkel vor einer Woche noch verkündet, dass Europa sich nicht an dem Rettungspaket beteiligen würde, bis vorgestern die Bank Hypo-Real Estate in die Knie ging.

Aber das ist natürlich längst nicht das Ende, denn weitere Untergangskandidaten stehen schon bereit. An erster Stelle die BayernLb, über die wir hier an dieser Stelle schon mehrfach berichtet haben, gefolgt von der WestLb.

Also wird auch in Deutschland der Steuerzahler die Zockerzeche, deren genaue Höhe noch gar nicht feststeht, zu bezahlen haben.

Wer hat versagt?
In erster Linie die Politiker, die dem Zockertreiben der Banken tatenlos, wenn nicht gar wohlwollend zugeschaut haben, und natürlich die BaFin, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, deren jämmerliches Versagen wir bereits in zwei Artikeln dargestellt haben.

Rezession in jedem Fall
Ganz egal, ob es gelingt,die Finanzkrise mit Steuergeldern in den Griff zu bekommen oder oder nicht, eine Rezession steht allemal jetzt vor der Tür.

Was aber noch viel schlimmer ist, es gibt überhaupt keinerlei ernsthaften Willen seitens der Politiker, der Banken-Zockerei ein Ende zu bereiten. 2000 Jahre haben wir ohne Swaps gelebt, wie Nobelpreisträger Stiglitz zutreffend bemerkte. Ausser den „Zockerbuden“ braucht sie niemand, also weg damit. Das zeitlich begrenzte Verbot der Leerverkäufe ist eine völlig unzureichende und ohnehin nur temporäre Massnahme.

Wer unbedingt zocken will, der kann das im Casino tun – mit eigenem Geld.

Finanzkrise, Bankenkrisen, Kleinanlegerbetrug – Hat die Finanzaufsicht BaFin versagt?
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Finanzkrise, Bankenkrisen, Kleinanlegerbetrug – Hat die Finanzaufsicht BaFin versagt?

Dr. Alexander von Paleske – — 28.9. 2008 —
Als die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)im Jahre 2002 gegründet wurde, da knüpften sich daran auch und gerade Hoffnungen auf Schlagkraft gegen Betrug und windige Finanzgeschäfte. Ausgestattet mit rund 1600 – Beschäftigten sollte die Behörde eigentlich effizient sein.
Der frischgebackene Präsident Jochen Sanio erklärte:

„Diese Institution wird beissen, solange ich hier Präsident bin“

Nach sechs Jahren sieht die Bilanz schlecht aus, es schält sich das Bild eines zahnlosen Tigers heraus, dessen Präsident in der Presse als Dampfplauderer bezeichnet wird und der offenbar nicht einmal sein eigenes Haus in Ordnung bringen kann .

Kein Schutz der Kleinanleger
Da in Zukunft die Lohnempfänger einen Teil der Altersvorsorge auf eigene Rechnung und eigenes Risiko organisieren müssen, sollte der Schutz der Kleinanleger ganz oben auf der Prioritätsliste stehen.
Mit anderen Worten: die BaFin sollte Betrugsfirmen, die oft genug Kleinanleger um ihre Lebensersparnisse bringen, aufspüren und in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft das Handwerk legen.
Die spektakulären Betrugsfälle der letzten Jahre lassen hingegen ein völlig entgegengesetztes Bild erscheinen: Jahrelang konnten Betrugsfirmen ahnungslose Kleinanleger unter der Nase der Bafin hereinlegen.

Betrugsfall „Göttinger Gruppe
– 270.000 Geschädigte
– mehr als 1 Milliarde Euro (evtl. bis zu 10
Milliarden) Anlagegelder durch den Schornstein
– „Geschäftstätigkeit“ von 1986 bis 2007

Betrugsfall Phoenix
– 30.000 Geschädigte
– 600 Millionen Euro Schaden
– „Geschäftstätigkeit“ von 1977 bis 2005

Betrugsfall Amis
– 16.000 Geschädigte (6000 in Deutschland)
– 200 Millionen Euro Schaden
– „Geschäftstätigkeit“ von 1991-2005

Betrugsfall „Ulrich Engler
– 5000 Geschädigte
– 450 Millionen US Dollar Schaden
– „Geschäftstätigkeit“ 2003-2006

Betrugsfall Berliner Vermögens Garant AG
– 10.000 Geschädigte
– zweistelliger Millionenbetrag Schaden
– Geschäftstätigkeit 2003-2006

Betrugsfall „DM-Beteiligungen
– 8000 Geschädigte
– 93 Millionen Euro Schaden
– Geschäftstätigkeit bis 2006

Betrugsfall Wohnungsbaugesellschaft Leipzig West
– 30.000 Geschädigte
– 500 Millionen Euro Schaden
– „Geschäftstätigkeit“ 1995-2006

Aber hier handelt es sich nur um die spektakulärsten Fälle.

Keine Warnung vor dubiosen Finanzprodukten
Wie sieht es nun bei Überwachung des Finanzmarktes aus , also insbesondere der rechtzeitigen Warnung vor dem Handel mit riskanten Papieren wie Swaps, Futures und reinen Schrottpapieren. Aber auch hier sieht die Bilanz der BaFin miserabel aus.
In den 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts begannen die internationalen Banken damit, immer neue Finanzprodukte zu erfinden, eines unsolider als das nächste, die sie ihren Kunden andrehten, verborgen hinter hochtrabenden Namen wie „High Growth Funds“ etc.
Von einem soliden Investment konnte mit zunehmender Tendenz keine Rede mehr sein. Es handelte sich mehr und mehr um Wettscheine. Gleichzeitig versuchten die Banken den Geschäftsbetrieb massiv auszuweiten, also Vergabe von Krediten auch an völlig kreditunwürdige Kreditnehmer.

Das konnte aber nur ermöglicht werden, wenn man gleichzeitig das Risiko der Nichtrückzahlung des Kredits los wurde. Und dies wurde durch die „Credit Default Swaps“ (CDS) geschafft, einer Art Versicherung gegen den Ausfall in der Form eines Zockerpapiers, wir berichteten mehrfach darüber ( Default Swaps oder: Die nächste Weltfinanzkrise rückt näher).
Es fehlte nicht an warnenden Stimmen. George Soros prophezeite eine Weltfinanzkrise durch diese Papiere, deren Markt mittlerweile das astronomische Volumen von 65 Billionen Dollar erreicht hatte. Der US-Grossinvestor Warren Buffett nannte sie bereits im Jahre 2002 „finanzielle Massenvernichtungswaffen“.

BaFin beseitigt Bremsklötze
Aber anstatt hier zu bremsen, beseitigte die BaFin Bremsklötze.
Im Jahre 2005 lockerte die Bafin die Regeln für den Handel mit Swap-Clearinghäusern. Bis dato gab es ein Risikolimit. Nicht mehr als 25% des Gesamtkapitals durften es sein und es mussten Sicherheiten für Swaps hinterlegt werden. Das wurde auf eine Beschwerde der Deutschen Bank hin beseitigt „auf Null zurückgefahren“. Nun konnte so richtig auf Pump gezockt werden.Die Entscheidung der BaFin wurde von der Dresdner Bank als „fantastische Neuigkeit“ begrüsst.
Aber nicht nur das. Als gäbe es nicht schon genug
„Zockerbuden“, da wurde z.B. im Jahre 2007 dem Elektrizitätskonzern EON bzw dessen Tochter EON Sales and Trading GmbH bzw dessen Tochter „EON Portfolio Solutions“ die Lizenz zum Zocken mit Swaps erteilt .
Aber auch bei dem Kauf von Subprime -Schrottpapieren durch die Landesbanken wie BayernLb, SachsenLb und WestLb, die in Milliardenverlusten endeten, bei der SachsenLb 6 Milliarden bei der Bayern Lb mit 4 Milliarden lässt sich keine effektive Intervention der BaFin feststellen.
Noch schlimmer ging es bei der IKB-Bank zu, der Tochter der Staatsbank KfW , die durch den Kauf von Subprime-Schrottpapieren mal eben 9 Milliarden Euro Verluste einfuhr und nun für ein Trinkgeld an eine „Heuschrecke“ verkauft wurde. Die BaFin bezeichnete bis zum bitteren Ende die IKB als „unproblematisches Institut“.

Die Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und William Sharpe sowie der Yale Profesor Robert Shiller erklärten auf dem „Institutional Money Congress“ in Frankfurt im Februar diesen Jahres, dass die Immobilien (Subprime) Krise in den USA vorhersehbar war.

Ahnungslosigkeit bei „Auction Rate Securities“
Zu den neuen „Finanzprodukten“ gehören auch die Auction Rate Securities, über die wir hier schon ausführlich berichtet haben (Die Grossbanken und der Staatsanwalt).
Der Markt für diese „Produkte“ brach bereits im Februar 2008 zusammen. Die Staatsanwaltschaft in New York ermittelte wegen Prospektbetrugs gegen verschiedene Banken, darunter auch die Schweizer UBS und die Deutsche Bank und verhängte saftige Bussgelder.
Offenbar erst Monate nach dem Zusammenbruch dieses Dubiosa-Marktes fragte die BaFin bei deutschen Banken an, ob sie (was der Fall war) diese auch in Deutschland verkauft hätten.

Betrug im eigenen Haus
Aber auch im eigenen Haus scheint es nicht zum besten zu stehen.Da wird bereits vor zwei Jahren von schweren Querelen zwischen Präsident Sanio und Personalrat berichtet. Aber nicht nur das. Die Aufsichtsbehörde, die unter anderem Betrug auf den Finanzmärkten verhindern soll, wurde selbst Opfer eines Millionenbetrugs. Einer der leitenden Angestellten, der noch nicht einmal die mittlere Reife besass, durch gefälschte Papiere seine Anstellung bekam, und einen Doktortitel führte, ergaunerte 6 Millionen Euro. Die Staatsanwaltschaft, der Bundesrechnungshof und die Strafkammer des Landgerichts Bonn rügten die völlig unzureichende hausinterne Überwachung. Und nun steht schon wieder ein Mitarbeiter der Bafin wegen angeblichem Grossbetrugs an seinem Dienstherrn vor Gericht.

Wie sagte doch der Jochen Sanio: „Diese Institution wird beissen, solange ich hier Präsident bin“ – offensichlich nur auf die eigenen Zähne

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