Krieg

Georgien wurde durch Israel massiv aufgerüstet

onlineredaktion – Israelische Militärinstrukteure, die rund ein Jahr georgische Soldaten ausgebildet hatten, sind kurz vor dem Beginn der Kampfhandlungen in der abtrünnigen Republik Südossetien in ihre Heimat zurückgekehrt, wie die israelische Zeitung „Haaretz“ am Montag unter Berufung auf private Unternehmen, die in Georgien tätig waren berichtete.

Es handelt sich dabei unter anderem um die Unternehmen Defensive Shield und Global SCT, an deren Spitze israelische Generäle a. D. stehen. Die Zeitung zitiert einen israelischen Instrukteur, der die Handlungen seiner ehemaligen Zöglinge als „Abenteuer“ bezeichnet und ihre Siegeschancen bei der Konfrontation mit der russischen Armee als äußerst gering einschätzt.

„Sie haben sich auf ein Abenteuer eingelassen, zu dem ich mich bei einem solchen Vorbereitungsstand, den ich bei den georgischen Truppen beobachten konnte, nie entschlossen hätte“, meinte der Instrukteur.

„Heute kann die georgische Armee unter keinen Umständen ein ernsthafter Gegner für die Russen sein“, fügte er hinzu. „Sie haben eine kleine Armee, die sich, offen gesagt, kaum von den Streitkräften eines Dritte-Welt-Landes unterscheidet.“

Die israelische Zeitung „Maariv“ verweist ihrerseits darauf, dass sich der israelische Militärexport nach Georgien in den letzten Jahren auf 300 Millionen Dollar belief. An dieser Kooperation verdiente auch Roni Milo, Ex-Verteidigungsminister und früherer Bürgermeister von Tel Aviv, der die Interessen der israelischen Rüstungsindustrie in Transkaukasien vertrat.

Die ebenfalls in Israel erscheinende Zeitung „Yediot Ahronot“ verweist auf die besondere Rolle, die georgische Juden bei der Herstellung und Entwicklung dieser Beziehungen gespielt haben. Als Erster wird der georgische Verteidigungsminister David Keseraschwili, aufgeführt. „Seine Tür stand immer offen um in Israel hergestellte Waffen anzubieten“, schreibt das Blatt.
Nach Angaben der israelischen Presse hatte Israel seine militärtechnische Zusammenarbeit mit Georgien vor einigen Monaten auf Bitte Moskaus auf Beratungen und Waffen für Verteidigungszwecke reduziert.

Mit dem Beginn der Kampfhandlungen in Südossetien schlug Israels Außenministerium vor, den Rüstungsexport nach Georgien vollständig zu verbieten. Wie der israelische Rundfunk berichtet, wurde dieser Vorschlag allerdings vom Verteidigungsministerium nicht unterstützt.

Krieg

160 000 Menschen auf der Flucht vor Rebellen

onlineredaktion – Nach heftigen Gefechten zwischen muslimischen Rebellen und Regierungstruppen im Süden der Philippinen haben die Aufständischen mit dem Rückzug begonnen.

Nach Angaben der Sicherheitskräfte verliessen die Anhänger der Islamischen Moro-Befreiungsfront (MILF) einige besetzte Dörfer auf der südlichen Insel Mindanao. Auf ihrem Rückzug steckten sie den Angaben zufolge mehrere Gebäude in Brand, darunter eine Kirche.

Drei Menschen seien von Aufständischen getötet worden. Das Militär setzte seine Offensive gegen die Rebellen unterdessen mit Luftangriffen fort. Bei den Gefechten wurden nach Armeeangaben mindestens 27 Rebellen und ein Soldat getötet.

Inzwischen sind den Angaben zufolge fast 160 000 Zivilisten auf der Flucht. Die Regierung richtete 43 Flüchtlingslager ein, in denen die Menschen aus der umkämpften Provinz Cotabato mit Wasser und Lebensmitteln versorgt werden.

Das UNO-Welternährungsprogramm (WFP) startete erste Hilfsflüge in die Region und äusserte sich besorgt über die wachsende Zahl der Flüchtlinge. Unter ihnen seien viele Frauen und Kinder.

Die Kämpfe hatten in der vergangenen Woche begonnen, nachdem das Oberste Gericht des Landes die geplante Erweiterung des von Muslimen besiedelten Gebietes gestoppt hatte.

Krieg

100 000 Vertriebene durch Krieg um Südossetien

onlineredaktion, SDA – Mindestens 100 000 Menschen sind laut UNO durch den militärischen Konflikt um die abtrünnige georgische Region Südossetien vertrieben worden. Diese Zahl nannte das Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) in Genf.

Die UNO-Organisation rief die Verantwortlichen vor Ort auf, humanitäre Korridore zur Versorgung der Menschen zu öffnen. Unter Berufung auf Angaben der georgischen und der russischen Regierung nannte das UNHCR die Zahl von rund 30 000 Menschen, die von Südossetien nach Nordossetien flohen.

Zudem gebe es in Südossetien rund 12 000 Binnenflüchtlinge. Die am stärksten umkämpfte georgische Stadt Gori sei bald menschenleer, meldete das UNHCR. Fast 80 Prozent der Einwohner hätten die Stadt fluchtartig verlassen. Dies entspreche rund 56 000 Menschen.

Nachdem internationale Organisationen zunächst einen erschwerten Zugang zu den Hilfsbedürftigen beklagt und mehrfach freie und sichere Transportkorridore von den Kriegsparteien gefordert hatten, konnten erste humanitäre Hilfen inzwischen anlaufen.

Ein erstes Flugzeug mit 34 Tonnen Hilfsgütern aus UNO-Beständen landete am Mittag in Tiflis. Zelte, Decken und Kochgerät stammen aus einem UNHCR-Lager in Dubai. Eine zweite Maschine soll am Mittwoch von Kopenhagen aus nach Tiflis starten.

Auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) will in Kürze eine Hilfslieferung in den Südkaukasus schicken. 15 Tonnen Medizinalgüter wurden für einen Charterflug ab Genf bereitgestellt.

Zudem berichteten Journalistenverbände in Genf, dass mindestens drei Journalisten im Krieg im Kaukasus ums Leben gekommen seien. Es handle sich um ein Niederländer und zwei Russen, so die Internationale Journalistenvereinigung (IFJ).

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Iran warnt vor „Überraschungsangriff“, großes Manöver geplant

World Content News – Irans Verteidigungsminister hat davor gewarnt, dass die Antwort auf einen feindlichen Überraschungsschlag eine noch größere Überraschung für den Aggressor werden könnte. Dies berichtet Press TV aus Iran. In der Meldung wird explizit auf einen Bericht der geheimdienstnahen DEBKAfiles verwiesen, die gestern entsprechende Berichte bestätigte, dass drei große Kriegsschiffe der USA, die USS Theodore Roosevelt, die USS Ronald Reagan und die USS Iwo Jima sich auf den Weg in den Persischen Golf gemacht hätten.

Eine andere Meldung vom Dienstag nachmittag, dass Iran ein weiteres großes Seemanöver plant, wurde nach wenigen Minuten wieder zurückgezogen.

Update:
Inzwischen hat die Teheran Times einen entsprechenden Artikel dazu veröffentlicht. Demnach will Iran achtzig (!) seiner Kriegsschiffe an einem dreitägigen Manöver teilnehmen lassen. Dies soll die iranischen Streitkräfte in die Lage versetzen, mögliche Schläge zu beantworten, sagte der Flottenkommandeur Ali Mohammad Salami. Iran plans major naval maneuver

Sollten beide Fälle eintreffen, würde sich eine riesige Armada an Schiffen im persischen Golf gegenüberstehen, da im Schlepptau der drei amerikanischen Flugzeugträger angeblich bis zu 40 Schiffe im Fahrwasser mitlaufen.

Quellen:
Iran warns against ’surprise attack‘
(presstv.ir, 12.08.2008)
Three major US naval strike forces due this week in Persian Gulf
(debka.com, 11.08.2008)
Kuwait on alert for war in Persian Gulf?
(presstv.ir, 12.08.2008)
5 Flugzeugträgerverbände mit über 40 Kriegschiffen bald vor Irans Küste (linkezeitung.de, 11.08.2008)

siehe auch:
Offenbar wieder US-Kriegsschiffe in den Persischen Golf unterwegs (WCN, 10.08.2008)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

vermischtes

Protonen-Party beginnt: Rappend ins Off?

World Content News– Am 10. September startet die bisher größte und teuerste Wissenschafts-Show der Welt: Dann sollen im Large Hadron Collider (LHC) am Kernforschungszentrum CERN in Genf, mit nahezu Lichtgeschwindigkeit ein Strom atomarer Teilchen 600 Millionen mal pro Sekunde aufeinander prallen, um den Physikern anhand eines bisher nur in der Rechenfantasie vorhandenes neues Teilchens (Higgs-Boson) die Welt neu zu erklären. Dies könnte jedoch böse Folgen haben, meint ein einsamer Wissenschaftler, der fürchtet, die Erde könnte dadurch von einem Schwarzen Loch verschluckt werden.

Unheimlich peinlich: Weil auch nicht so kompetente, dafür aber um so furchtsamere Zeitgenossen an dieser Theorie Gefallen finden könnten, hat die Wissenschaftsjournalistin Kate McAlpine extra ein Werbe-Video im Beschleunigertunnel fabriziert, auf dem sie im Laborkittel und mit Bauhelm rappend den LHC erklären will.

Falls also völlig unwahrscheinlich und entgegen jeglicher logischer Vernunft womöglich doch eines der vielen kleinen Schwarzen Löcher, die dabei angeblich entstehen sollen und bestimmt gleich wieder verdampfen, übrig bleibt und auch noch Appetit bekommt, ist es vielleicht ratsam, genau dieses Video vorher mit einer Raumsonde ins All zu schießen, damit unsere außerirdischen Freunde mitbekommen, welche bescheuerten Lebewesen einst auf diesem Planeten gelebt haben.


Kritiker Rössler: „Sehr schwer, Stephen Hawking anzugreifen“

Vielleicht kommt es ja doch nicht so weit: Jetzt hat sogar der Schweizer Bundespräsident Couchepin den Kritiker ernst genommen und zu einem Gespräch eingeladen. Nein, an das Märchen vom Schwarzen Loch glaubt er auch nicht. Er fragt sich nur, wer haftet bei einem Unfall für die entstehenden Kosten, wenn doch was passiert? Gute Frage – Guter Mann !


Not-Klo, falls mal was in die Hose geht

Da ist nämlich noch dieser meterdicke „Notausgang„, den braucht man, wenn einer der 1 600 superkalten Magnete ausfallen würde, die verhindern sollen, dass der Teilchenstrahl vom Kurs abkommt. Wenn darin die Betriebs-Temperatur von minus 271 Grad Celsius während des monatelangen Experiments auch nur um ein Grad ansteigen würde, der Protonenstrahl würde abgelenkt und dabei ein Loch in den Stahlring schießen. Dabei entstünde große Hitze und radioaktive Strahlung. Darüber berichtet man in der gottesteilchen-fixierten Presse aber nicht so gerne.

Wie es am Ende auch kommen mag, der Rap ist mit Sicherheit woanders zu Hause, die klassische Wissenschaft sollte sich ihre letzten Tage mit anderen Takten selbst feiern, Otto Normalverbraucher hört eh nicht mehr hin.

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Krieg

Offenbar wieder US-Kriegsschiffe in den Persischen Golf unterwegs

World Content News – Die Zeitung „Jerusalem Post“ berichtete vor wenigen Tagen unter Bezugnahme auf eine kuwaitische Zeitung, dass wieder mal mindestens zwei Kriegsschiffe der Nimitz-Klasse den Persischen Golf ansteuern: die USS Theodore Roosevelt und die USS Ronald Reagan. In deren Schlepptau sei eine ganze Armada kleinerer Kriegsschiffe im Anmarsch, die in den nächsten Tagen mit den derzeit im Persischen Golf operierenden USS Abraham Lincoln und USS Peleliu zusammentreffen sollen. Das Pentagon wollte entsprechende Meldungen weder bestätigen noch dementieren.


Schlachtschiff USS Theodore Roosevelt(Quelle: kaliteliresimler.com)

Offenbar herrscht zur Zeit wieder mal reger Verkehr von Kriegsschiffen:

Meanwhile, the Arabic news agency Moheet reported at the end of July that an unnamed American destroyer, accompanied by two Israeli naval vessels traveled through the Suez Canal from the Mediterranean. A week earlier, a US nuclear submarine accompanied by a destroyer and a supply ship moved into the Mediterranean, according to Moheet. (Jerusalem Post).

Die kuwaitische Regierung soll unterdessen einen Notfallplan verabschiedet haben, der sicher stellen soll, dass das Land vor ausländischen Gefahren geschützt sei, falls die regionale Situation eskalieren sollte und ein Krieg zwischen dem Iran und den USA ausbricht.

Quellen:
2 US aircraft carriers headed for Gulf‘
(Jerusalem Post, 07.08.2008)
Eine Armada ist auf den Weg in den Persischen Golf
(alles-schallundrauch.blogspot.com, 09.08.2008)
Massive US Naval Armada Heads For Iran
(opednews.com, 08.08.2008)
USS Ronald Reagan Carrier Strike Group Departs Japan
(globalsecurity.org, 06.08.2008)
US, UK, France launch sea exercise for naval blockade on Iran
(debka.com, 28.07.2008)
Govt finalizing war emergency plan
(kuwaittimes.net, 07.08.2008)
Kuwait trifft Notfallplan für einen Kriegsfall im Nahen Osten
(shortnews.de, 10.08.2008)

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umwelt

„Den Atomausstieg in der BRD gibt es nicht“

Interview mit Horst Blume von der Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm

Horst Blume hat 1975 die Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm mitgegründet. Er arbeitet seitdem in verschiedenen libertären Zeitungsprojekten mit, unter anderem bei der Monatszeitung „Graswurzelrevolution“. Seit 22 Jahren gibt er den THTR-Rundbrief heraus, der bisher auf insgesamt 2.500 Seiten Widerstand und Kritik begleitet und dokumentiert.

Interview: Michael Schulze von Glaßer

Michael Schulze von Glaßer: Die Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm hat dem Bundesumweltministerium vor zwei Wochen 4.000 Unterschriften zur Erstellung einer Leukämiestudie am Standort des Thorium-Hochtemperaturreaktors (THTR) Hamm überreicht. Warum muss das Bundesumweltministerium erst dazu gedrängt werden solch eine Studie zu erstellen?


Übergabe der 4000 Unterschriften

Horst Blume: Im Rahmen dieser Studie über Leukämiefälle bei Kindern bis zu fünf Jahren wurde die Umgebung von 50 Kilometern im Umkreis aller Atomkraftwerke in Deutschland durchgeführt. Allerdings mit der Ausnahme, dass Forschungsreaktoren und Prototypen wie der THTR nicht aufgenommen werden. Außerdem wurden nur Atomstandorte, die von 1980 bis 2003 in betrieb waren, in die Studie aufgenommen. Da der THTR Hamm zudem wegen seiner Störanfälligkeit nur an 423 Volllasttagen in Betrieb war, fällt er aus der Studie raus. Das kommt den Betreibern RWE und der Atomlobby natürlich sehr gelegen. Es ist ein formeller und statistischer Grund, den THTR wegen mangelnder Vergleichbarkeit aus der Studie herraus fallen zu lassen. Das ist natürlich sehr bedauerlich, weil der THTR Hamm der Störfall- und Pannenreaktor schlechthin in Deutschland ist. Gerade deswegen müssten vor Ort nähere Untersuchungen stattfinden.

Was war der schlimmste Störfall im THTR?

Der schlimmste Störfall fand 1986 statt – 8 Tage nach der Tschernobyl-Katastrophe. Am 4. Mai 1986 klemmten mehrere Kugelbrennelemente (Durchmesser 6 cm) in dem Rohrabzugssystem und wurden dann mit erhöhtem Druck heraus geblasen. Dabei wurden diese Kugeln zerstört und zerbröselten. Genau in dem Moment wurde ein Filter in der Anlage gewechselt. Wie der Zufall es will, wurde auch das Messsystem abgeschaltet, so dass nicht genau nachgehalten werden konnte, welche Menge an Radioaktivität in die Umwelt entlassen worden ist. Wir von der Bürgerinitiative haben allerdings zusammen mit dem Öko-Institut selbst Messungen durchgeführt und konnten nachweisen, dass die erhöhte Radioaktivität aufgrund der spezifischen Nuklid-Zusammensetzung nicht aus Tschernobyl kam, sondern aus „unserem“ THTR. Das war nur der größte Störfall, es gab zahlreiche weitere Pannen.

Wie verhält sich denn die lokale Politik zu eurer Forderung nach einer Leukämiestudie?

Der Gemeinderat von Lippetal hat sich sehr schnell unserer Forderung angeschlossen. Ein paar Wochen später haben sich dann auch die Kommunen Hamm, Welver und Beckum unserer Forderung angeschlossen.

Sind euch denn aus dem Umkreis des THTR Hamm Krankheitsfälle bekannt, die auf eine erhöhte Strahlung hinweisen?

Nachdem wir zunächst protestiert hatten, dass der THTR nicht in die KiKK-Leukämiestudie aufgenommen wird, gab es eine gute mediale Resonanz. In deren Folge haben sich viele Menschen bei uns gemeldet, die in ihrer Familie oder auf ihrer Straße Krebsfälle zu beklagen haben. Unzählige Mails, Telefonate und Briefe sind bei uns eingegangen, insbesondere aus der Hauptwindrichtung. Das nehmen wir sehr aufmerksam zur Kenntnis und haben dies dem Bundesamt für Strahlenschutz und dem Bundesumweltministerium in anonymisierter Form zugeschickt. Die haben darauf aber nicht reagiert.

Das Bundesumweltministerium nahm euch nicht ernst?

Genau, deshalb haben wir diese Unterschriftenaktion gestartet um nochmals Druck zu machen. Die Resonanz auf die Aktion war erstaunlich. Vom Autohaus über die Apotheke bis zur Sparkasse: überall lagen die Unterschriftenlisten aus – das ist wirklich erstaunlich. Wer weiß wie konservativ und träge die Menschen in dieser Gegend hier sind, weiß das 4.000 Unterschriften wirklich viel für diese Region sind. Das ist ein sehr ermutigendes Zeichen. Wir haben die Unterschriften dann in Berlin in Strahlenschutzanzügen und mit Transparenten beim Bundesumweltministerium abgegeben. Die Medien – sogar das Fernsehen – waren da. Wir haben dann eine Stunde lang mit dem Pressesprecher des Umweltministeriums und einem Experten vom Bundesamt für Strahlenschutz diskutiert. Jetzt werden wir unsere Forderungen konkretisieren: wenn eine Untersuchung im Rahmen der Leukämiestudie nicht möglich ist, wollen wir zumindest eine spezielle – von der Leukämiestudie unabhängige – Untersuchung über Krebsfälle in der Region. Zusammen mit den „Internationalen Ärzten für die Verhütung des Atomkriegs“ (IPPNW) überlegen wir, was wir genau vorschlagen können. Im Herbst finden dazu Veranstaltungen statt. Wir werden weiter Druck machen. Unser Ziel haben wir dabei immer fest im Blick. Außerdem sind im nächsten Jahr Kommunal- und Landtagswahlen in NRW, da ergeben sich neue Möglichkeiten auf die Kommunen, den Landtag und eben auch auf die Parteien Druck auszuüben.


Dr. Thomas Jung vom Bundesamt für Strahlenschutz, Pressesprecher Michael Schroeren und Horst Blume

Zum THTR selbst: der Reaktor ist seit 1989 stillgelegt aber von der Anlage geht immer noch eine Gefahr aus…

Der Reaktor befindet sich in dem so genannten „Stilllegungsbetrieb“, der bis zum Jahr 20027 dauern soll. Es sind noch 1,6 Kilogramm hochradioaktiver Kernbrennstoff im Reaktorkern und in den Leitungssystemen. Ungefährlich ist das ganze nicht. Noch im Jahr 1992 ist radioaktives Tritium aus der Anlage ins Grundwasser gelangt. Zurzeit wird vom Betreiber und der Politik diskutiert, wie mit der Stilllegung weiter verfahren werden soll. Ob der Reaktor eventuell früher abgerissen werden soll. Denn 5,6 Millionen Euro kostet der Stilllegungsbetrieb jährlich. Von der Landesregierung ist eine neue Studie in Auftrag gegeben worden, die feststellen soll wie teuer ein Abriss der Anlage werden würde. Es wird sich dann zeigen, ob sie die Anlage doch früher als geplant abreißen.

Wer kommt für die jährlich entstehenden Stilllegungskosten von 5,6 Millionen Euro auf?

Zum größten Teil bezahlt dies das Land Nordrhein-Westfalen und der Bund – also der Steuerzahler. Die Betreiberfirma RWE zahlt lediglich 166.000 Euro jährlich.

Sträubt sich die Regierung auch deswegen vor einer Leukämiestudie für den THTR Hamm, weil die Technologie weiterverkauft werden soll?

Ja, der THTR ist ein Prototyp für die Reaktorgeneration vier. Diese neue Reaktorgeneration soll im Rahmen der angeblich weltweiten Renaissance der Atomkraft weiter ausgebaut werden. Schon jetzt fließen innerhalb der EU viele Millionen Euro zur Erforschung dieser Reaktoren. In Deutschland wird geforscht, aber auch in den USA, Südafrika, China, Brasilien, Indien, Schweiz – es besteht großes Interesse an der Reaktorgeneration vier. Es würde natürlich schlecht aussehen, wenn sich gerade in der Umgebung des Prototyps dieser Generation IV die Krebsfälle häufen und eine große Gefahr darstellen würde.

Wurde deutsche THTR-Technologie schon exportiert?

Patente sind schon vor vielen Jahren nach Südafrika und China verkauft worden. Bei Kapstadt in Südafrika soll bald mit dem Pebble Bed Modular Reactor (PBMR), so die dortige Bezeichnung, gebaut werden. Die Firmen Uhde aus Dortmund und EHR aus Essen verdienen daran schon heute, denn die dazugehörige nukleare Brennelementefabrik in Pelindaba muss natürlich auch gebaut werden. Mit dem Bau des THTR in China wurde Ende April 2008 begonnen. Auf der Halbinsel Shandong in der Nähe des ehemaligen deutschen Kolonialgebietes. Das ist kein Zufall, sondern Produkt eineinhalb jahrhunderter Kolonialbeziehungen. Ein kleiner THTR-Forschungsreaktor bei Peking wurde allerdings schon im Jahre 2000 das erste mal kritisch. Beide Projekte werden von Professor Hurtado von der Uni Dresden mit deutschen Steuergeldern finanziert fachlich begleitet. Auch dies zeigt, dass es den „Atomausstieg“ in der BRD nicht gibt.

Herr Horst Blume, vielen Dank für das Interview!


Hamm-Uentrop THTR : doch ein Störfall ( Mai/Juni 1986)

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Russland nutzt die Gunst der Stunde

onlineredaktion – Gemäss den Angaben des georgischen Aussenministeriums, haben russische Flugzeuge im Verlauf der Kampfhandlungen im Umfeld des eskalierten Konfliktes in Südossetien strategisch wichtige Punkte in Georgien unter Beschuss genommen. Zu den Zielen gehört auch der georgische Ölhafen Poti, was ein deutliches Indiz für die wahren Gründe des massiven Eingreifens russischer Streitkräfte in der Krisenregion sein dürfte. Vordergründig stellt sich Russland seit dem Georgisch- ossetischer Krieg 1990, als Schutzmacht der mehrheitlich „russischstämmigen“ Bevölkerung in der nach Unabhängigkeit strebenden Region Südossetien dar. Gleichzeitig bildet Russland das politische wie wirtschaftliche Rückgrat Südossetiens.

Karte_Georgien

Hintergründig jedoch dürfte das Engagement russischer Streitkräfte eher eine Folge der georgischen Politik der letzten Jahre sein, und damit gekoppelt die Angst um den Verlust über die Kontrolle der Öltransporte vom Kaspischen Meer in den Westen.

Machtwechsel mit „Rosen“
Mit dem Machtwechsel in Georgien, welcher 2003 durch die „Rosenrevolution“ herbeigeführt wurde und der damit begründeten Präsidentschaft von Micheil Saakaschwili, wandte sich Georgien deutlich von Russland ab und begann sich verstärkt westwärts zu orientieren. Nachdem Georgien schon im Jahr 1999 dem Europarat und 2000 der WTO beigetreten war, suchte Saakaschwili zuletzt gar den Anschluss an die NATO. Unterstützung für die Öffnung nach Westen kommt im grossen Stil aus den USA, welche als grösster Auslandinvestor und bilateraler Geber von Entwicklungsgeldern in Georgien präsent ist. Die USA jedoch erwarte klare Gegenleistungen für ihre Dienste, zumal sie ein beträchtliches geopolitisches Interessen an der Region hat.


Der georgische Präsident hat die USA um Eintritt in den Krieg ersucht.

Der verschärfte Ton zwischen den USA und Russland und die zunehmende Sorge um die Ölknappheit, lässt die westlichen Staaten nach Wegen suchen, das Öl welches am Kaspischen Meer gefördert wird, über Routen zu transportieren, die nicht von Russland kontrolliert werden. Die Zentrale 2005 neu eröffnete Pipeline- Route (Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline/Karte unten) hierfür verläuft durch Georgien und die Türkei ans Mittelmeer. Aber auch der georgische Schwarzmeerhafen Poti, war bis vor der Zerstörung durch russische Bombardements ein wichtiger Abfertigungsstandort für Öltarnsporte vom kaspischen Meer in den Westen.

USA in den Krieg?
Ein Dorn im Auge ist diese Entwicklung den russischen Strategen, welche die ganze Region (inklusive Georgien) als ihrer Einflusssphäre zugehörig betrachten. Nachdem Russland schon im Umfeld der NATO- Gespräche mit Georgien eine Drohkulisse aufgebaut hatte, nutzen sie den nun eskalierten Konflikt, um ihre eigenen Interesse in der Region durchzusetzen und so die Zügel der Region nicht aus den Händen geben zu müssen.

Unterdessen hat der georgische Präsident die USA um Eintritt in den Krieg ersucht, wie er auf CNN sagte: “Es geht nicht mehr nur um Georgien. Es geht um Amerika und seine Werte. Wir sind ein Freiheit liebendes Land, das derzeit angegriffen wird.” George W. Bush beschränkte sich jedoch bis anhin darauf Russland vor einer weiteren Eskalation zu warnen und forderte ein Ende der Angriffe auf georgische Gebiete ausserhalb der Krisenregion.

Ein Ende der Kampfhandlungen ist jedoch nicht unmittelbar greifbar. Denn beide Konfliktparteien machen sich schwere Vorwürfe. So betonen die Russen von ethnischen Säuberungen erfahren zu haben und warnen vor einer humanitären Katastrophe. Gleichzeitig wirft Georgien Russland vor den Konflikt absichtlich und bewusst zu verschärfen. Klar ist jedoch, dass der russische Einmarsch einen Verstoss gegen das geltende Völkerrecht darstellt, da formell Südossetien weiterhin zu Georgien gehört.

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei ContaInfo

Krieg

Russischer Generalstab: Kein Kriegszustand zwischen Russland und Georgien

onlineredaktion – Russland befände sich nicht in einem Kriegszustand mit Georgien erklärte der Generaloberst Anatoli Nagowizyn, Vizechef des Generalstabs der russischen Streitkräfte.

„Alle Einheiten der 58. Armee, die in Zchinwali eingetroffen sind, wurden dorthin geschickt, um dem russischen Friedensbataillon zu helfen, das beim Beschuss seiner Positionen durch die georgische Armee große Verluste erlitten hat“, betonte er.

Nach seinen Angaben hatte es bei den russischen Friedenskräften 12 Tote und 150 Verletzte gegeben. Wie der General hinzufügte.

Zwei russische Flugzeuge über Südossetien abgeschossen?
Zwei russische Flugzeuge seien im Raum des georgisch-ossetischen Konflikts abgeschossen worden. Nach Angaben des Oberkommandos Truppen handelt es sich um die Kampfmaschinen vom Typ Su-25 und Tu-25. Das Schicksal der Piloten wird geklärt.

Über 30 000 Flüchtlinge in Russland
Über 30 000 Einwohner Südossetiens haben innerhalb der zurückliegenden anderthalb Tage das Territorium der Kriegszone verlassen und sind nach Russland geflüchtet. „Seit dem 2. August hätten sich mehr als 20 000 Einwohner Südossetiens bei der Migrationsbehörde Russlands gemeldet“.


Ein Flüchtlings-Ansturm könnte auch in Westeuropa erwartet werden.

Russlands Militärstaatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren im Zusammenhang mit dem am Freitag von georgischen Armeeangehörigen in Zchinwali begangenen Mord an russischen Friedenssoldaten eingeleitet. Wie ein offizieller Sprecher der Hauptmilitärstaatsanwaltschaft Russlands mitteilte.

Das Verfahren wurde gemäß dem Artikel 105 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation (Mord) eingeleitet, hieß es.

Georgische Truppen waren in der Nacht zum Freitag in Südossetien einmarschiert und hatten Zchinwali, das Verwaltungszentrum Südossetiens, beschossen. Ein Großteil der Stadt ist zerstört, viele ossetische Dörfer wurden stark beschädigt. Südossetiens Behörden berichten über zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung.

Krieg

Leichen in den Strassen

onlineredaktion – Die Kämpfe in Südossetien haben zahlreiche Menschen in die Flucht getrieben. Augenzeugen berichteten, die Hauptstadt Zchinwali sei schwer verwüstet worden. «Ich habe Leichen in den Strassen liegen sehen und auch rund um die zerstörten Häuser oder in Autos – überall Tote». Der Präsident der nicht anerkannten Region, Eduard Kokoity, hatte die Zahl der getöteten Menschen mit 1400 angegeben.

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Wie viele Menschen den Kämpfen schon zum Opfer fielen, ist noch nicht klar: «Es ist unmöglich, die Leichen alle zu zählen. Aber es gibt kaum noch ein Gebäude in Zchinwali, das nicht beschädigt wurde.» Interfax zufolge sind im zu Russland gehörenden Nordossetien bereits rund 140 Busse mit Flüchtlingen aus der umkämpften Krisenregion eingetroffen. Frankreich, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, kündigte unterdessen an, dass Gesandte von EU, USA und OSZE so schnell wie möglich nach Südossetien reisen werden, um in dem eskalierenden Konflikt einen Waffenstillstand zu erreichen.