Krieg

Ticker: Kaukasus – Aus Krise wird Krieg

World Content News – Der Konflikt ist mit hunderten Toten und Verletzten in einen Krieg umgeschlagen. 1400 Menschen seien bereits ums Leben gekommen, wie der Präsident der nicht anerkannten Region, Eduard Kokojty, sagte.

Nachdem Georgien am Freitag eine Großoffensive mit Panzern, Kampfjets und Raketen gegen Südossetien gestartet hatte, verstärkte Russland seine Truppen in der Region. „Wir werden den Tod unserer Landsleute nicht ungesühnt lassen. Die Schuldigen werden gebührend bestraft“, sagte der russische Präsident Dmitri Medwedew. Der georgische Präsident Michail Saakaschwili hatte die Offensive gegen die Region mit der Wahrung der territorialen Unversehrtheit seines Landes begründet. Er richtet sich auf einen längeren Konflikt ein: Georgien will binnen Tagen 1000 Mann aus dem Irak abziehen und nach Süd-Ossetien verlegen.
Quelle: Stern

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afrika

Die Erosion der Verfassung in Südafrika

Dr. Günter Pabst – Der lange Weg von der Apartheid zur Demokratie ist mit einer Verfassung gekrönt worden, die als vorbildlich gepriesen wurde und auf die Südafrikaner stolz sind. In den jahrelangen Verhandlungen der politischen und gesellschaftlichen Gruppierungen zur Herbeiführung einer neuen Ordnung in Südafrika war vielen vor allem ein Ziel wichtig: Die neue Verfassung sollte eine Machtbalance herstellen – zwischen Zentral-Regierung und den Regionen, zwischen Staat und Gesellschaft. Nur mit einer solchen verfassungsrechtlichen Absicherung war der friedliche Übergang zur Demokratie möglich.

Neben der Schaffung von regierungsunabhängigen Institutionen mit einigen Machtbefugnissen war es vor allem die Gestaltung des neuen Südafrika als ein föderaler Staat, mit dem eine Machtbalance hergestellt werden sollte. So wurden neun Provinzen gebildet, die mit eigenen Parlamenten und Regierungen klar definierte staatliche Kompetenzen ausüben. Das 6. Kapitel der Verfassung regelt all dies ausführlich und detailliert. An der Spitze der Provinzregierung steht ein Premier. In den Artikeln 128 – 130 der Verfassung kann man nachlesen, wie dieser gewählt und ggfls abgewählt wird. Art 130 Abs 3 bestimmt, dass zur Abwahl eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Parlamentarier notwendig ist.

Und zulässig ist dies nur unter folgenden Bedingungen:

  • Schwere Verletzung von Recht oder Verfassung;
  • Gravierende Pflichtverletzung oder
  • Unfähigkeit zur Ausübung des Amtes.

Nun gibt es seit ein paar Tagen neue Premiers in den Provinzen Western Cape (Lynn Brown statt Ebrahim Rasool) und Eastern Cape (Mbulelo Sogoni statt Nosimo Balindlela) – alle ANC. Und in beiden Fällen haben die Betreiber des Personalwechsels noch nicht einmal den Anschein erweckt, als würde es hierfür eine Verfassung geben. Den Amtsinhabern wurde aus dem Hauptquartier des ANC im Luthuli-Haus (Johannesburg) mitgeteilt, es sei im Interesse der Partei, dass sie durch einen Rücktritt Platz für einen neuen Statthalter machen. Beide Premiers gaben sich als brave „Partei-Soldaten“ und machten – anscheinend bereitwillig – Platz. Denn ansonsten hätten sie gegen einen Beschluss verstossen, den der 52. Parteitag des ANC im Dezember 2007 in Polokwane gefasst hat. Im Rahmen der „Organisatorischen Neuordnung“ wird der Premier nicht von den Provinzparlamenten gewählt, sondern von der Partei „entsandt“ („Deployment of Cadres“ – Nr. 55 ff der Beschlüsse). Höchstes Gremium der Partei zwischen den Parteitagen ist das National Executive Committee (NEC), bestehend aus dem sechsköpfigen Vorstand und 80 vom Parteitag gewählten Mitgliedern.

Föderalismus ist damit reine Makulatur. Der ANC hat sich die Macht im Staat angeeignet. Und der ANC, das ist eine Clique von 86 Personen, die über die politische Landschaft von den Gemeinden bis ins nationale Parlament entscheiden. Wie die Sicht der faktischen Machtverhältnisse ist, hat gerade Julius Malema in Worte gefasst. Für den Vorsitzenden der ANC-Jugendliga, bekantgeworden durch die „Kill-for-Zuma“-Rede am 17 Juni 2008, sind alle Mandatsträger, vom Parlament bis zum Präsidenten Befehlsempfänger der Partei. „Der ANC entsendet sie, der ANC bestimmt über ihre Mandatsausübung und der ANC beruft sie ab“. Deshalb habe das Parlament mit der ANC-Mehrheit den Parteitagsbeschluss zur Auflösung der „Scorpions“ umzusetzen; und deshalb sei es auch Zeit für Präsident Thabo Mbeki, sich auf den „Rückruf“ des ANC vorzubereiten.

linkDieser Artikel wurde durch Capetown-online ermöglicht

linkDr. Günter Papst hat in den letzten Jahren zu verschiedenen rechtlichen, steuerlichen, wirtschaftlichen und politischen Themen in Fachzeitschriften und Magazinen Beiträge veröffentlicht. Mehrfach wurde er eingeladen, vor Wirtschaftsdelegationen in Südafrika und auf Seminaren und Workshops in Deutschland Vorträge zu diversen Südafrika-Themen zu halten. Dr. Papst ist Rechtsanwalt, seine Hompage finden sie unter Papst & Papst Consulting.

europa

Französisches Verteidigungsweißbuch 2008 – Großer Krieg in naher Zukunft?

Thomas Mitsch – Am 16. Juni legte Frankreich nach 1972 und 1994 mit seinem dritten Verteidigungsweißbuch einen umfangreichen Militarisierungskatalog vor. Es schlägt eine Umstrukturierung des französischen Militärs vor, um künftig besser für Kriegseinsätze – u.a. zur Rohstoffsicherung – gerüstet zu sein. Ferner enthält es Forderungen nach einem Ausbau der EU-Militarisierung. Besonders brisant ist der Plan, künftig 10.000 Soldaten für Militäreinsätze innerhalb Frankreichs bereitzuhalten.

Zweideutiges Bekenntnis zur NATO

Aus dem Weißbuch geht hervor, dass die Wiedereingliederung Frankreichs in die atlantische Militärorganisation Vorrang hat. Frankreich war 1966 unter Präsident Charles de Gaulle aus der militärischen Kommandostruktur der NATO ausgetreten. Frankreich will aber an der völligen Unabhängigkeit seiner Atomstreitmacht festhalten.

Außerdem wollen die französischen Behörden völlige Entscheidungsfreiheit haben, weshalb eine automatische Verpflichtung für militärische Einsätze ebenso abgelehnt wird, wie in Friedenszeiten französische Truppen dauerhaft unter Nato-Kommando zu stellen. Frankreich soll die Fähigkeiten behalten, die für die Verteidigung der strategischen und politischen Autonomie der Nation notwendig erachtet werden: nukleare Abschreckung, ballistische Raketen, Atom-U-Boote und Computersicherheit.

Trotz des Bekenntnisses zur NATO steht die Stärkung der europäischen Kriegskapazitäten ebenfalls ganz oben auf der französischen Agenda. Man will „Europa zu einem Hauptakteur hinsichtlich des Krisenmanagements“ machen (alle Zitate stammen aus der englischen Fassung des Weißbuchs.

Das sicherheitspolitische Feld dürfe nicht allein der NATO überlassen werden, so das Weißbuch. Deshalb fordert es im Einklang mit der bis Ende 2008 laufenden französischen EU-Ratspräsidentschaft eine massive Forcierung der EU-Militarisierung. Die bislang lediglich auf dem Papier existierende 60.000 Mann starke Schnelle Eingreiftruppe der Europäischen Union soll endlich aufgestellt und auch die notwendigen Luftwaffen- und Marineeinheiten zu deren Unterstützung verfügbar gemacht werden. Als Zielgröße wird die Fähigkeit benannt „zwei oder drei friedenserhaltende oder friedenserzwingende und mehrere zivile Operationen“ gleichzeitig führen zu können.

Darüber hinaus „ist Frankreich der Meinung, dass Kampfflugzeuge, Drohnen, Cruise Missiles, Satelliten, elektronische Bauteile usw. bevorzugt im europäischen Rahmen entwickelt werden müssen, wobei die Beschaffungspolitik auch Einkäufe auf dem Weltmarkt berücksichtigen muss.“ Hiermit sollen französische Rüstungskonzerne gegenüber der US-Konkurrenz gestärkt werden.

Das Weißbuch geht von einem großen Krieg in naher Zukunft aus
Das Weißbuch umreißt die Strategie und die Beschaffungspläne des Landes für die nächsten fünfzehn Jahre. Trotz der diplomatischen Sprache bringt das Dokument die tiefe Sorge der herrschenden Elite über die wachsenden globalen Spannungen und die Lage Frankreichs zum Ausdruck. Es zeigt die Entschlossenheit, sich auch militärisch auf die veränderte Situation vorzubereiten.

Das Weißbuch geht ohne Umschweife von der Wahrscheinlichkeit aus, dass in naher Zukunft ein großer Krieg ausbricht. Es argumentiert: „In einer unsicheren und instabilen internationalen Umgebung kann eine französische Beteiligung an einem Krieg nicht ausgeschlossen werden. Bei den Planungen der Streitkräfte für die nächsten fünfzehn Jahre muss daher die Möglichkeit eines großen Konflikts in Rechnung gestellt werden.“

Umstrukturierung Reduktion der Streitkräfte.
Das Weißbuch fordert „88.000 Mann einsatzfähige Bodentruppen, was die Mobilisierung von 30.000 Mann innerhalb von sechs Monaten ermöglichen würde. 5.000 Soldaten sollten ständig in Einsatzbereitschaft sein und 10.000 Soldaten sollten auf dem nationalen Territorium mobilisiert werden können, um die zivilen Behörden im Fall einer großen Krise zu unterstützen.“ Die Marine soll „eine Flugzeugträger-Gruppe … achtzehn Fregatten und sechs Atom-U-Boote behalten und die Fähigkeit besitzen, eine oder zwei Marineverbände in den Einsatz zu schicken, entweder für amphibische [Lande-]Operationen oder zum Schutz von Schifffahrtswegen.“ Luftwaffe und Marine sollten zusammen 300 Kampfflugzeuge bereithalten, wobei 70 Flugzeuge für den Einsatz im Ausland bereit stehen sollen.

Das Weißbuch nimmt an, dass Frankreich von 2009 bis 2020 für „Verteidigung“ 377 Mrd. Euro ausgeben wird, wobei die Pensionszahlungen nicht berücksichtigt sind. Es wird ein Arbeitsplatzabbau von ungefähr 54.000 Stellen im Verteidigungsministerium und den Streitkräften über sechs oder sieben Jahre angekündigt. Die Einsparungen sollen in die Modernisierung der militärischen Hardware gesteckt werden. Das Budget für neues Militärgerät soll ab 2009 um 2.5 Mrd. Euro auf insgesamt 18 Mrd. Euro erhöht werden.

Eine deutliche Anhebung der Militärausgaben wird nur möglich sein, wenn umfangreiche Kürzungen am Lebensstandard der Arbeiter vorgenommen werden. Dies würde aber heftige Reaktionen der französischen Arbeiterklasse auslösen.

Das Weißbuch schlägt deshalb vor, Forschung und finanzielle Aufwendungen auf die wichtigsten Waffengattungen zu konzentrieren und die militärische Präsenz auf die wichtigsten Handelsrouten für den französischen Kapitalismus auszurichten. Gleichzeitig solle im Rahmen der NATO versucht werden, den eigenen militärischen Einfluss zu vergrößern.

Wettstreit um Öl und strategische Vorteile: Terrorbedrohung als Begründung
Die Autoren des Weißbuches schreiben: „Zukünftige Spannungen, bei denen es um Energie, Nahrungsmittel, Wasser und strategische Rohstoffe geht, können direkt zu scharfen Krisen in einer oder mehreren Weltregionen führen. Das gleiche trifft auch auf die langfristigen Auswirkungen der globalen Erwärmung zu, wenn nicht rechtzeitig entsprechende Gegenmaßnahmen getroffen werden.“

Wie in den USA werden auch in Frankreich die grundlegenderen Ziele der Umorientierung mit der angeblichen terroristischen Bedrohung verschleiert. Das Weißbuch schreibt über die Gefahr von „Dschihad-Terror“ und fordert die „Konzentration auf eine geographische Achse vom Atlantik zum Mittelmeer, dem arabisch-persischen Golf und dem indischen Ozean. Diese Achse deckt die Gebiete mit der größten Gefährdung der strategischen Interessen Frankreichs und Europas ab.

Das Weißbuch berücksichtigt auch die wachsende Bedeutung Asiens für die nationale Sicherheit und befürwortet sowohl eine Präsenz wie auch Zusammenarbeit vom Indischen Ozean aus in diese Richtung.“ Diese Orientierung fällt mit den wichtigsten Schifffahrtsrouten zusammen, die Frankreich mit seinen alten Kolonien in Nordafrika und dem Nahen Osten, seinen wichtigsten Energielieferanten am Persischen Golf und in Nordafrika und den aufstrebenden Industriemächten Asiens verbinden.

Damit wird der Schwerpunkt weg von Afrika verlagert, wo gegenwärtig die meisten militärischen Stützpunkte Frankreichs liegen. Der Vorschlag der Weißbuch-Autoren „nur zwei Stützpunkte in Afrika beizubehalten, einen an der Atlantikküste und einen am Indischen Ozean“ ist umstritten. Heute unterhält Frankreich Stützpunkte in Dschibouti, Dakar, N’Djamena, Libreville, and Abidjan und stellt Truppen für mehrere UN-Einsätze in Afrika. Das Weißbuch verspricht eine stärkere französische Präsenz am Persischen Golf, besonders auf seinem neuen Stützpunkt in Abu Dhabi.

Deutsche Standorte
Nach den derzeitigen Plänen soll nur der Standort Mülheim (nördlich von Basel direkt an der französischen grenze) erhalten bleiben. Das 110. Infanterieregiment in Donaueschingen und das dritte Husarenregiment in Immendingen (Kreis Tuttlingen) sollen nach Frankreich verlegt werden.

Militär im Inland
Ende Juli hat es die italienische Berlusconi-Regierung vorgemacht. Zunächst für ein halbes Jahr werden 3000 Soldaten im Inland eingesetzt. Das Arrangement kann um ein halbes Jahr verlängert werden – zur Erinnerung, der nächste G8-Gipfel findet nächstes Jahr in diesem Zeitraum in Italien statt.

Das französische Weißbuch fordert wiederum, 10.000 Soldaten müssten jederzeit für Einsätze im Inland bereitgehalten werden. Die vorgebliche Terrorbedrohung wird auch dort bemüht, um die „Politik für die innere Sicherheit“ zu legitimieren. Allerdings wird hinreichend vage angegeben, das Militär solle „im Fall einer großen Krise“ eingesetzt werden können – darunter lässt sich ja so gut wie alles fassen, auch groß angelegte Unruhen in den Banlieues französischer Großstädte.

Krieg mit und ohne die UNOIn seinen „Richtlinien zur Verwendung französischer Truppen im Ausland“ gibt das Weißbuch an, Militäreinsätze könnten auch im Rahmen der so genannten „Responsibility to Protect“ erfolgen. Damit stellt sich das Dokument voll hinter die derzeitigen Versuche, die UNO dergestalt zu „reformieren“, dass Kriege nicht mehr allein zur Selbstverteidigung und bei einer Bedrohung des Weltfriedens, sondern auch bei Verstößen gegen die „internationale Normen“ völkerrechtlich legitim sein sollen, insbesondere im Falle schwerer Menschenrechtsverletzung.

Da aber in der Praxis die mächtigen Staaten über die Definitionsgewalt verfügen, beliebig festzustellen, was als ein solcher Verstoß zu werten ist, droht damit die Abschaffung des staatlichen Gewaltverbots zugunsten der Willkür der Mächtigen.

Auch was die Frage der Mandatierung französischer Kriegseinsätze anbelangt, findet sich im Weißbuch wenig Erfreuliches. Zwar heißt es dort: „In der Regel wird ein Einsatz von Gewalt durch den UN- Sicherheitsrat autorisiert, und das muss auch so bleiben.“ Keine Regel jedoch ohne Ausnahme. Denn dieses vorgebliche Bekenntnis zum Völkerrecht ähnelt der Formulierung im Vertrag von Lissabon bzgl. des Einsatzes von EU-Kampftruppen. Da aber explizit – und mit tatkräftiger französischer Unterstützung – unterstrichen wurde, dass diese Kampftruppen auch ohne UN-Mandat eingesetzt werden können, sollte man angesichts solcher Aussagen vorsichtig sein.

AFRICOM: Stuttgart wichtigste US-Basis im Wettlauf um Afrikas Öl

linkThomas Mitsch ist Beirat der Informationsstelle Militarisierung e.V./IMI und Mitglied des erweiterten Landesvorstandes der WASG Baden-Württemberg

kriminalitaet

Kosovo: Organhandelsvorwürfe bereits seit 2001 bekannt?

World Content News – Im Juni hatte die Parlamentarische Versammlung des Europarats den Schweizer Ständerat Dick Marty zum Berichterstatter über den angeblichen Handel mit Organen im Kosovo ernannt. Entsprechende Vorwürfe hatte die ehemalige Chefanklägerin des Haager Tribunals, Carla Del Ponte, in ihrem im April in Italien erschienen Buch „La Caccia“ („Die Jagd. Ich und die Kriegsverbrecher“) erhoben.

So sollen Mitglieder der faschistoiden Kosovo-Befreiungsarmee UÇK im Sommer 1999 rund 300 junge Serben und Roma nach Burrel in Nordalbanien verschleppt haben, wo sie ihnen verwertbare Organe entnahmen und sie dann ermordeten. Ihre Organe habe man nach Westeuropa verkauft.

Das Haus, in dem diese fürchterliche Tat begangen worden sein soll, sei 2003 ausfindig gemacht und untersucht worden. Entdeckt habe man Blutspuren und diverse benutzte medizinische Utensilien, darunter Mull, eine Spritze, zwei Infusionsbeutel und leere Flaschen, die einst unter anderem Mittel zur Muskelrelaxation enthalten hätten. »Wir beschlossen, dass die Beweise nicht ausreichen. Ohne Leichname oder andere belastbare Hinweise, die zu Verdächtigen hätten führen können, gab es für die Anklage keine Möglichkeit zu weiteren Untersuchungen«, schreibt Del Ponte in ihrem Buch.

In diesem Zusammenhang tauchte am letzten Freitag in der Belgrader Boulevardzeitung „Kurir“ der Abdruck eines angeblichen heimlichen Gesprächsmitschnitts zwischen dem damaligen NATO-Generalsekretär Javier Solana und dem Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte im Kosovokrieg, Wesley Clark auf. Die beiden sollen am 15. August 2001 in einer angemieteten Villa in den Schweizer Alpen zusammengetroffen sein. Der Plausch war eher allgemeiner Natur (Solana: „Bondsteel is doing a good job…“). Das Transskript (englische Übersetzung hier) soll beweisen, dass die Greueltaten der albanischen Terrororganisation UÇK hinsichtlich der Organentnahme der NATO seit mindestens 2001 bekannt waren und verschwiegen wurden.

Nur einen Tag später veröffentlichte das Blatt dann die umstrittene geheime Abmachung (von der WCN bereits am 22.07. berichtete) zwischen Karadzic und dem früheren US-Unterhändler Richard C. Holbrooke, die dem Serbenführer sechs Jahre lang Verschonung vor der Verhaftung garantiert haben soll. Immer mehr hochrangige Ex-Politiker auf dem Balkan behaupten nun, von der Existenz eines solchen Dokumentes zu wissen.

Freilich ist darauf hinzuweisen, solange nicht die Originale vorgelegt werden, sind alle diese Anschuldigungen keinen Pfifferling wert.

Übrigens: Die gleiche Zeitung hatte bereits Ende April eine Zeugin namens Milijana Mitrovic zitiert, auf die sich wiederum angeblich (!) auch Carla del Ponte berufen soll. Mitrovic hätte ausgesagt, sie hätte wegen einer früheren Liason mit einem albanischen Geschäftsmann Zugang zu den Verbrechens-Orten gehabt. Demnach wären nicht nur den Serben Organe entnommen worden, sondern auch Rumänen, Griechen, Montenegrinern, Russen und Arabern. Oft habe es sich um Prostituierte gehandelt, die den Besatzern zu Diensten waren und nicht mehr gebraucht wurden.

The Albanians brought in prostitutes from various countries who entertained UNMIK and KFOR members and when they were no longer necessary, they were taken to Albania and their organs were removed. The camps were stationed in Kukes, Elbasan, Fljora and Drac, while ‚the yellow house‘, where the organs were extracted, was in Tirana

Sowohl Sali Berisha, albanischer Ministerpräsident, Bernard Kouchner, derzeitiger französischer Außenminister und ehemaliger Leiter der UNMIK sowie Mitgründer von Ärzte ohne Grenzen, und auch Hashim Thaçi, Premierminister von Kosovo sowie diverse andere Persönlichkeiten sollen in diese Verbrechen involviert gewesen sein.

Die russische Zeitung „Prawda“ weiß ergänzend, Thaçi hätte Millionen von Dollar durch den Organhandel verdient.

Die Einlassungen von Carla del Ponte zu diesem Thema kommen allerdings reichlich spät. Simo Spasic, Sprecher einer serbischen Vermisstenorganisation, will bereits 2001 Kontakt mit ihr aufgenommen und sie um Hilfe bei der Suche gebeten haben.

Del Ponte bemerkte wiederum gegenüber der italienischen Zeitung La Stampa, es sei „kein Zufall“, dass das Buch erst jetzt herauskommt, nachdem der Kosovo seine Unabhängigkeit proklamiert hat.

Dem wackeren Dick Marty obliegt es nun, die ungeheuerlichen Vorwürfe zu untersuchen – keine leichte Aufgabe, nach dem er nebenbei auch noch als Berichterstatter für Menschenrechte in den nördlichen Kaukasusrepubliken Russlands ernannt wurde.

Wer mit den Verschwörungstheorien der Belgrader Presse so gar nicht anfangen kann, der sei hier auf ein Dokument verwiesen, das in einem Forum aufgetaucht ist und augenscheinlich echt ist. Es beschreibt ungeschminkt die Zustände auf dem Balkan vor der Unabhängigkeit des Kosovo und geht auch auf die deutschen Interessen in der Region ein.

Hierbei handelt sich um eine als vertraulich eingestufte Studie des in Berlin angesiedelten Institutes für Europäische Politik vom Januar 2007, die von der Bundeswehr in Auftrag gegeben wurde:

Operationalisierung von SSR (Security Sector Reform) auf dem Westlichen Balkan.

Einige deftige Zitate:

Die im Kosovo tätigen Internationalen Organisationen allen voran die UN-Mission im Kosovo (UNMIK)- sind in vielerlei Hinsicht zu einem Bestandteil des lokalen Problemtableaus geworden. Neben dem offenen Versagen von UNMlK in exklusiven Zuständigkeitsbereichen wie etwa der Energieversorgung kam es in den letzten Jahren auch zu beträchtlichen Korruptionsvorfällen innerhalb der UN-Administration was zu einer sukzessiven Entfremdung von UNMIK und der kosovarischen Bevölkerung geführt hat. (S. 9) […]

So ist es u.a. als erwiesen anzusehen, dass etwa der heutige Ministerpräsident Montenegros, Milo Dukanovic über Jahre hinweg eine führende Rolle im Zigarettenschmuggel einnahm oder der amtierende sIowenische Ministerpräsident Janez Jansa, während der jugoslawischen Umbruchphase unmittelbar in den internationalen Waffenschmuggel involviert war. (S.28) […]

So bemerkt der BND: Über die Key-Player (wie z. B. Haliti, Thaci, Haradinaj) bestehen engste Verflechtungen zwischen Politik, Wirtschaft und international operierenden OK-Strukturen im Kosovo. Die dahinter stehenden kriminellen Netzwerke fördern dort die politische Instabilität. Sie haben kein Interesse am Aufbau einer funktionierenden staatlichen Ordnung, durch die ihre florierenden Geschäfte beeinträchtigt werden können. (S.41) […]

Nach konservativen Schätzungen des Directorate of Organized Crime (DOC) beläuft sich der Tagesumsatz der kosovarischen OK auf rund 1,5 Mio. € (550 Mio. € /Jahr) was mehr als einem Viertel des gegenwärtigen (durch enorme internationale Gebertransfers künstlich hochgehaltenen) Bruttosozialprodukts entspricht. (S. 48) […]

Mit der Statusklärung sowie dem sukzessiven Abzug der internationalen Kräfte werden die kriminellen Akteure näher denn je ihrem Ziel der totalen Kontrolle des Kosovo kommen und die sich gegenwärtig angestauten Rivalitäten in einem neuen Gewaltreigen entladen. (S. 52) […]

Die sich in vier Säulen gliedernde UNMlK sieht sich seit mehreren Jahren einer immer weiter wachsenden öffentlichen Kritik gegenüber und wird mittlerweile von mehr als 80 Prozent der Bevölkerung abgelehnt. (S.63) […]

Die in einigen Fällen dokumentierte Verstrickung der USA in die Fluchtaktivitäten von Kriminellen sowie die teils offene Behinderung europäischer Ermittlungsbemühungen machen selbst die US-amerikanische Führung für albanische Mitwisser/Mittäter politisch erpressbar (S. 68) […]

Darüber hinaus ist die eindeutig gegen die UN-Resolution 1244 verstoßende Militärausbildung des KPC seitens Pentagon naher US-Firmen als kontraproduktiv zu werten und hat ebenso eine Diskrepanz zwischen europäischen und amerikanischen Politikverständnissen offenbart wie die Existenz geheimer CIA-Gefangenenlager auf dem Gelände des Camp Bondsteel.(S. 68) […]

So geht es munter weiter in dem 124-seitigen Papier, das sich auf den Zeitraum 2006 und früher bezieht. In der Öffentlichkeit ist von diesen Missständen bisher kaum die Rede.

Nicht, dass hier jetzt durch die obige überwiegende Zitierung durchaus hinterfragenswerter serbischer Presseberichte einseitig zugunsten einer ethnischen Gruppierung argumentiert werden soll, nein, Kriegsverbrecher jedweder Couleur sollen auch zur Verantwortung gezogen werden – aber die Wahrheit, die ungefähre Wahrheit, was sich damals abgespielt hat, die hätten wir schon gerne gewusst.

Quellen:
Neue Aufgaben für Ständerat Dick Marty (Swissinfo, 09.07.2008)
Organhandel! (Blick, 05.04.2008)
Carla del Ponte verklagt (free-slobo.de/junge welt, 03.04.2008)
Carla del Ponte und ihr Buch: Eine verspätete Sensation
(RIA Novosti, 09.04.2008)
Entführungen und Verschleppungen nach Albanien sollen untersucht werden
(Human Rights Watch, 05.05.2008)
Russia ups pressure on ex-war crimes prosecutor Del Ponte
(RIA Novosti, 14.04.2008)
A Meta-Group Managing Drugs, Violence, and the State
(oraclesyndicate.twoday.net, 02.09.2006)

Kosovo Diverses:
Rechtsstaat? Lieber nicht! (weltwoche.ch, 43/2005)
Kosovo: «Polykrimineller Multifunktionsraum»
(weltwoche.ch, 31/2008)
Video ARD-Dokumentation: „Es begann mit einer Lüge“
(youtube)

Holbrooke-Karadzic-Deal:
Zwei Unterschriften (Berliner Zeitung, 05.08.2008)
Haben die USA Karadzic geschützt? (Tagesschau, 03.08.2008)
Google-Suche: Karadzic/Holbrooke/600.000

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USA

Lügen vor dem Irakkrieg und Vorbereitungen für den Irankrieg

Dr. Alexander von Paleske —7.8. 2008 — Ein neues Buch ist auf dem Markt erschienen, das ein paar neue Details dazu bringt, wie die Lügen für den Einmarsch in den Irak zusammengezimmert wurden :

Ron Suskind – “The Way of the World”

Suskind, ein Pulitzer-Preisträger behauptet darin folgendes:

Der britische Auslands-Geheimdienst Mi6, dessen Chef damals Sir Richard Dearlove war, habe Tony Blair, gestützt auf Geheimdienstinformationen, mitgeteilt, der Irak besitze keine Massenvernichtungswaffen.

Bisher war nur bekannt, dass Dearlove im Jahre 2002 Tony Blair in dem sogenannten „Downing Street Memo“, nach einem Zusammentreffen mit Geheimdienstleuten in den USA, gewarnt habe, die Fakten über Iraks angebliche Massenvernichtungswaffen würden von der Bush-Regierung
zurechtgebogen, um einen Einmarsch in den Irak zu rechtfertigen.

Der Mi6 habe den hochrangigen Mitarbeiter Michael Shipster wenige Wochen vor dem Beginn des Einmarsches nach Jordanien geschickt, um dort mit dem irakischen Geheimdienstchef Tahir Jalil Habbush zusammenzutreffen. Habbush war gleichzeitig ein Agent der westlichen Geheimdienste und wurde nach dem Einmarsch in den Irak von den USA mit 5 Millionen US Dollar für seine Dienste belohnt. Er soll heute in Jordanien leben.

Habbush machte Shipster klar, dass der Irak keine chemischen oder biologischen Massenvernichtungswaffen besitze. Der Mi6 glaubte ihm und reichte die Information an die Regierung Blair weiter. Die USA erhielten ebenfalls die Informationen, waren aber an ihnen offensichtlich nicht interessiert, sondern verlangten „Beweise“, die der irakische Geheimdienstchef nicht liefern konnte, wie sollte er auch Beweise für etwas liefern, was nicht vorhanden war. Die USA waren zum Irakkrieg entschlossen, komme an Erkenntnissen was da wolle. Und schliesslich ging es ja ums Öl, wie der ehemalige US Notenbankchef Greenspan vor einem Jahr bemerkte, und nicht um angebliche Massenvernichtungswaffen.

Der US- Geheimdienst habe von Habbush nach dem Einmarsch auf Anweisung der Bush-Regierung verlangt , ein gefälschtes Schreiben zu unterzeichnen, zurückdatiert auf das Jahr 2001, wonach Mohamed Atta, einer der Attentäter des 11. September 2001 im Irak für seine Mission ausgebildet worden sei. Dieses gefälschte Schreiben wurde dann an die Zeitung „Sunday Telegraph“ „geleaked“ und die Nachricht von weiteren Zeitungen seinerzeit weiterverbreitet.

Kriegsvorbereitungen laufen
Währenddessen gehen die Vorbereitungen für den nächsten Krieg, diesmal gegen das Ölförderland Iran, zügig voran. Israel hat mittlerweile 90 Kampfflugzeuge des Typs F16 erworben, deren Reichweite für einen Angriff gegen den Iran ausreicht.

Mit deren Erwerb wurde bereits im Jahre 1996 begonnen, wir berichteten darüber. Der erste Probeangriff fand vor einem Jahr in Syrien statt, die ersten grossen israelischen Luftwaffenmanöver vor wenigen Wochen.

Hinzu kommen zwei neue aus Deutschland gelieferte Unterseeboote, von denen aus Atomraketen abgeschossen werden können, plus der drei bereits vorhandenen, macht zusammen fünf.

Zweitschlag durch die USA
Israel hat nicht die Kapazität, einen Gegenschlag des Iran zu verhindern. Der Iran könnte mit chemischen Massenvernichtungswaffen zurückschlagen, die Israel selbst in den 90er Jahren in den Iran geliefert hat.

Israel ist daher auf einen Zweitschlag seitens der USA angewiesen. Und Israel hat die unter vier Augen von US Präsident Bush gegenüber dem israelischen Premier Olmert gemachte Zusage, im Falle eines drohenden iranischen Vergeltungsschlages mit voller Wucht den Iran anzugreifen. Und ein Vergeltungsschlag droht in jedem Fall nach einem israelischen Angriff. Also wird der US-Zweitschlag kurz nach einem israelischen Erstschlag folgen.

ABRECHNUNG – Sir Richard Dearlove (MI6) gegen Tony Blair
linkProzess in Suedafrika und Banditen im Nuklearbereich
Der Iran, das Atomprogramm und Ahmadinejad
linkGasmasken, Giftgas und Milliardenbetrug – auf den Spuren des Moshe Regev
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linkMassenvernichtungswaffen in den Iran – Schmierige Geschäfte internationaler Kriegstreiber
linkIsraels tödlicher Export – Waffen in den Iran
linkNahost-Neue Eskalationsstufe erreicht
Rupert Murdoch – Citizen Kane in der Aera der Globalisierung

afrika

Outreach – Mit dem Flugzeug zu den Patienten

Dr. Alexander von Paleske – —6.8. 2008 — Für Botswana, wie für viele andere Länder in Afrika stellt sich das Problem, die ärztliche Versogung nicht nur in den grossen Städten, sondern gerade auch in der Provinz sicherzustellen.

Mit dem Ausbau der Provinzkrankenhäuser in den letzten Jahren war nur ein erster Schritt getan. Das Hauptproblem ist nach wie vor der Ärztemangel.

Botswana hat erst jetzt die Errichtung einer medizinischen Fakultät in Angriff genommen, das Universitätskrankenhaus soll im Jahre 2012 fertigestellt sein, die Rekrutierung des Lehrpersonals hat aber bereits jetzt begonnen. Um kompetente Fachleute zu gewinnen, soll die Bezahlung des Lehrpersonals vergleichbar zu den Gehältern in Europa sein, womit Konflikte mit den weit niedrigeren Gehältern der Dozenten an anderen Fakultäten vorprogrammiert sind.

Bisher wurden die Medizinstudenten nach den vorklinischen Semestern vorwiegend nach Irland, aber auch nach Grossbritannien und die USA zum Medizinstudium geschickt.

Allerdings hatte die Ausbildung dort zwei grosse Nachteile, nämlich das völlig unterschiedliche Krankheitsspektrum in ihrem Heimatland und der hohe diagnostische Standard, an den sie sich während ihres Studium gewöhnten.

In Botswana sind selbst einfache, routinemässig in jedem Kreiskrankenhaus in Deutschland durchgeführte diagnostische Massnahmen wie Gastroskopie, Kolonoskopie (Darmspiegelung) und auch Brochoskopie nicht immer möglich.
Weiter erschwert wird die Lage durch den Weggang vieler lokaler Ärzte nach Abschluss des Studiums und des Internships, um besser dotierte Stellen in Europa oder den USA anzutreten, die vor allem auch eine Weiterbildung hin zur Spezialisierung (Facharzt) ermöglichen.


Juli 2008 – feierlicher Abschluss des Internships botswanischer Ärzte. Dr. Moffat und Dr. Sebonego überreichen die Urkunden

Migration von Fachkräften
Die Folge davon ist, dass die Stellen mit Ärzten aus anderen afrikanischen Ländern besetzt werden, die in ihren Heimatländern ausgebildet wurden deren Examen aber in Europa bzw. den USA nicht anerkannt werden, vor allem aus der Demokratischen Republik Kongo, Simbabwe, Sambia, Tansania, Uganda und Kenia und für welche die Gehälter in Botswana im Vergleich weitaus attraktiver sind. Nicht zu vergessen die gute Infrastruktur und die politische Stabilität in Botswana.

So kommt es also sowohl zu einer Migration von Fachkräften von Süd nach Nord, von Afrika nach Europas, wie innerhalb Afrikas von Nord nach Süd.

Outreach per Flugzeug
Um auch die Versorgung der Patienten in den ländlichen Gebieten mit Fachärzten vor allem in den Bereichen Gynäkologie/ Geburtshilfe, Chirurgie und Innerer Medizin besser zu gewährleisten, hat das Gesundheitsministerium vor einem Jahr ein Outreach- Programm gestartet.

Drei mal pro Woche werden per Flugzeug entfernt liegende Krankenhäuser angeflogen also vor allem im Westen des Landes: Hukuntsi, Ghanzi und Tsabong. An Bord: Fachpersonal aus dem Princess Marina Krankenhaus in Gaborone.
Neben der Patientenversorgung werden Weiterbildungsveranstaltungen durchgeführt.


Ankunft auf dem Provinzflughafen


Krankenhaus in Hukuntsi


Ambulanz des Provinzkrankenhauses Hukuntsi
Fotos: Dr. v. Paleske

Zukünftig auch Videolinks
Parallel dazu treibt die Regierung die Einrichtung von Videolinks voran. Der erste Link wurde jetzt mit dem Provinzkrankenhaus in Ghanzi, nahe der Grenze zu Namibia eingerichtet. Von dort können z.B. Roentgenbilder übertragen werden und sofort von dem Radiologen in Gaborone beurteilt werden. Präsentation von Patienten und Diskussion der Therapie mit den Fachärzten ist dann der nächste Schritt.

Der Autor ist Leiter der Abteilung für Onkologie am Princess Marina Hospital in Gaborone/Botswana und ehemaliger Rechtsanwalt beim Landgericht Frankfurt (M)

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terror

Saudi Arabia Prisons to replace Guantanamo Bay

onlineredaktion – Saudi Arabia is to build five modern prisons in the kingdom to replace US Guantanamo detention facility, a new report has revealed.

Jordanian daily quoted unnamed sources as saying that US Central Intelligence Agency (CIA) and Saudi officials are cooperating to construct the prisons which are to replace Guantanamo and US secret prisons in Europe.

Riyadh is to spent about two billion Saudi Rials for the project which can accommodate up to 18000 inmates, they added. Bin laden firm and with the help of German engineers will build the prisons in the Saudi cities of Mecca, Haer, Demmam, and Qasim.

The US has been under pressure due to violating individual rights in its detention camps in Europe and Guantanamo Bay. UN human rights investigators have urged the White House to shut down the Guantanamo camp.

Source

medien

Wird Wikipedia weggegoogelt?

Dr. Alexander von Paleske – —-4.8. 2008—– Google bringt ein neues Lexikon heraus genauer gesagt: kein Lexikon wird herausgebracht, sondern eine Plattform, die ein Lexikon wird. Der Name: Google-Knol, was soviel heisst wie knowledge also Wissen. Jeder kann dort unter seinem Namen Artikel zu Stichworten publizieren. Damit greift Google Wikipedia frontal an. Wikipedia ist mittlerweile zu einer Institution geworden, und bisher als reines Internetlexikon ohne wirklich ernsthafte Konkurrenz.

Wkipedia-Schwachstellen
Allerdings hat Wikipedia eine Reihe von Schwachstellen: Niemand ist individuell für die Information verantwortlich sondern stattdessen die Gemeinschaft der Wikipedianer. Jeder, der sich Wikipedia-berufen fühlt, kann an (fast) jedem Stichwortartikel herumdoktern und neue Artikel schreiben. Das Resultat: Hervorragende Artikel stehen neben miserablen, ausgezeichnete Information neben ungenügender oder sogar falscher.

Eine Reihe von neuen Stichworten wurde „demokratisch“ abgelehnt, obgleich diese Stichworte, wie sich später zeigte, Relevanz hatten. Umgekehrt fragt man sich bei einer Reihe von Stichworten: Wo ist die Relevanz?

Die demokratisch gewählten Administratoren verbringen einen erheblichen Teil ihrer Zeit damit, so genannte Vandalen zu bestrafen bzw. herauszuwerfen, entweder zeitlich begrenzt oder für immer.

Wiki-Schönung, Link-Streicher und Edit Wars
Und immer wieder werden kritische Artikel „von interessierter Seite“ geschönt, selbst der Wikipedia Gründer Jimmy Wales dokterte, von interessierter Seite gebeten, an Artikeln herum. Weiterführende Weblinks werden oftmals ohne substantielle Begründung gestrichen bzw. belanglose angebracht.

Es gibt Leute auf der deutschen Wikipedia, die sich damit brüsten, wie viele Links sie gerade mal wieder gestrichen haben, Auf der deutschen Wikipedia, anders als auf der englischen, ist die Zahl der weiterführenden Weblinks drastisch eingeschränkt. Dabei sind es oft gerade die weiterführenden Links, die dem, der tiefer schürfen will, hilfreich sind.

Insbesondere bei strittigen Themen wie Nahostkonflikt, Irak, Rechtsradikalismus etc. brechen nicht selten „Editwars“ aus.
Gleichwohl ist es erstaunlich, was mittlerweile durch unbezahlte Kollektivarbeit an Information zusammengetragen wurde.

Allerdings stellt sich praktisch bei jedem Artikel die Frage: Stimmt das alles? Stimmt es nur teilweise? Was ist richtig, was falsch?

Konkurrenz nur eine Frage der Zeit
Es war nur eine Frage der Zeit, bis eine Konkurrenz auf den Plan treten würde deren Artikel Verbindlichkeit dadurch haben, dass ein Autorenname darunter steht. Etwas, das besonders bei umstrittenen Themen wichtig ist, indem man den Autor ideologisch einorden und an denen nicht jedermann herumdoktern kann.

Und hinter der neuen Plattform steht nicht irgendwer, sondern Google.

Google-Knol ohne Wikipedia Schwachstellen
Mit Google-Knol sind die grössten Schwachpunkte von Wikipedia vermieden. Allerdings kann es zu jedem Stichwort, anders als bei Wikipedia, mehrere Artikel geben. Das kann belebend, aber auch verwirrend sein.

Und natürlich will Google, anders als Wikipedia, mit dem Lexikon Geld verdienen. Also wird es Werbung geben.

Attraktiv für die Autoren ist, dass sie mit ihrem Namen auftauchen. Ein sehr guter Artikel, sagen wir im Medizinbereich, kann in Zukunft den gleichen Stellenwert haben, wie ein Artikel in einem Fachbuch. Das wird Google-Knol sicherlich für kompetente Fachleute attraktiv machen. Und damit wird Google-Knol, im Gegensatz zu Wikipedia, im Wissenschaftsbetrieb zitierfähig.

Aber auch eine Reihe von Wikipedia Autoren, gerade auch solche, die sich nicht scheuen, unter eigenem Namen zu publizieren, und die den ständigen Korrekturzirkus bei Wikipedia satt haben, werden wohl zu Google wechseln.

Endzeit für Wikipedia?
Das Ende fuer Wikipedia ist mit dem Auftauchen von Google-Knol sicher noch nicht gekommen, aber Wikipedia wird nicht nur eine ernsthafte Konkurrenz bekommen, sondern sondern auch unter Druck geraten. Allerdings: Wenn Wikipedia nicht die dringend nötigen Reformen in Angriff nimmt, nämlich individuelle Verbindlichkeiten für die Pflege von Artikeln schafft und das Herumdoktern an den Artikeln nicht in geordnete Bahnen lenkt, z.B. dadurch, dass Verbesserungsvorschläge erst einmal auf einer Diskussionsseite angebracht werden müssen, bevor sie in den jeweiligen Artikel integriert werden können, wird es eines Tages die Bedeutung verlieren, welche es heute zweifellos (noch) hat.

linkErlebnisse im Wikipedialand – ein persönlicher Erfahrungsbericht
linkEin Bankenskandal, die Presse und Wikipedia

vermischtes

Bild der Woche: Exxon macht Boden gut

World Content News – Gefälschte Während Finanz- und Irankrise in diesen Wochen im Zickzackkurs vereint ihrem Höhepunkt zustreben, wartet der Aktienmarkt endlich mal wieder mit einer „positiven“ Meldung auf: Der weltgrößte Ölkonzern Exxon Mobil erkämpfte sich im zweiten Quartal einen Gewinnzuwachs von 14 Prozent auf 11,68 Milliarden Dollar (7,48 Milliarden Euro). Nie zuvor in der US-Wirtschaftsgeschichte hat ein Unternehmen einen höheren Quartalsgewinn verbuchen können, die Anleger maulen trotzdem – sie hatten noch mehr erwartet.


Fördern und fordern: Die Achse des Guten läuft wie geschmiert

Der Gewinn von Shell stieg sogar um 33 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar (7,43 Milliarden Euro). Wie riesig die Einnahmen der beiden Ölmultis sind, belegt folgender Vergleich. Die beiden Konzerne machten einen Umsatz von insgesamt rund 269 Milliarden Dollar (173 Milliarden Euro). Der lag damit in nur einem Quartal höher als die gesamte Wirtschaftsleistung eines Staates wie Portugal in einem gesamten Jahr (163 Milliarden Euro im Jahr 2007).

Der zweitgrößte US-Ölkonzern Chevron hat dagegen seinen Überschuss nur um schlappe 6,0 Milliarden Dollar (3,9 Mrd. Euro)
erhöhen können.

Wie kommt’s? Selbst die für gewöhnlich gut informierte Fachpresse verweist nur vage auf die Rekordspritpreise an Tankstellen.

Dass der hohe Ölpreis weltweit die Nahrungsmittelpreise in die Höhe schießen lässt, die zu Hungerrevolten in der Dritten Welt führen, so sieht die andere Seite der Medaille aus. Diesen Schuh wollen sich die Multis natürlich nicht anziehen.

Und auch dem Berliner Überlebenskünstler Thilo Sarrazin kann man nicht übelnehmen, wenn er den mittellosen Transferleistungsempfängern im kommenden Winter wegen der Energiepreise die Heizung zurückdrehen will. Nicht die Kapitalisten sollen sich warm anziehen, die Sozialempfänger müssen zum Pulli greifen, wenn die Küche kalt bleibt. Nun ja, mal andersrum gesehen – für was braucht die SPD eigentlich 20 Prozent bei der nächsten Wahl, wenn 15 oder 16 auch genügen?

Quellen:
Wer regiert die Welt?
(scharf-links.de, 01.08.2008)
Ölpreishoch spült Milliarden in die Kassen
(wissen.de, 01.08.2008)
Ölkonzerne schwimmen im Geld
(net-tribune.de, 01.08.2008)
Sarrazins Pullover erzeugt Schimmelpilz
(pressbot.net, 02.08.2008)

siehe auch:
Der Tiger im Panzer
(Frankfurter Rundschau, März 2003)
Jede Menge schmutziger Tricks
(Greenpeace, Mai 2002)
Exxon’s Waffen massiver Täuschung
(Greenpeace, Okt. 2002)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

Unkategorisiert

Karadzic: Geheimabsprache mit Holbrooke?

World Content News – Heute pfeift der Wind mal woanders her: Ergänzend zu den letzten beiden Artikeln von World.Content. News über ein im Internet aufgefundenes Dokument, dessen Echtheit allerdings noch nicht bestätigt werden konnte, meldete die österreichische Presseagentur APA heute folgende „Ungeheuerlichkeit“:

Karadzic: Geheimabsprache mit Holbrooke?

Wie serbische Medien am Donnerstag berichteten, habe Karadzic vor seiner Überstellung an das UNO-Kriegsverbrechertribunal am gestrigen Mittwoch in einem Gespräch mit Staatsanwalt Slobodan Radovanovic in Belgrad selbst gesagt, dass ihm Holbrooke Straffreiheit versprochen habe, wenn er alle öffentlichen Ämter – den Posten des Präsidenten der Republika Srpska und jenen des Vorsitzenden der Serbischen Demokratischen Partei (SDS) – aufgebe.

Von einer diesbezüglichen Einigung der beiden Seiten hatte kürzlich auch der frühere Außenminister der bosnischen Serbenrepublik, Aleksa Buha, gegenüber Medien gesprochen: „Ich war bei diesem Ereignis mit Richard Holbrook anwesend. Die Absprache wurde im Juni 1996 erreicht.“ Holbrooke habe damals mit einem entsprechenden Papier gefächelt, sagte Buha.

Ein Jahr später soll eine ähnliche Absprache auch mit der damaligen US-Außenministerin Madeleine Albright erzielt worden sein. Den Aussagen Buhas war jedoch zu entnehmen, dass auf dem genannten Dokument lediglich die Unterschrift Karadzics, nicht aber auch jene Holbrookes stand.
Weiterlesen…

WCN hatte erstmals am 22. Juli über ein mysteriöses Schriftstück (Original / Übersetzung) berichtet, das im Jahr 2007 auf der Webseite des freiberuflichen kroatischen Journalisten Domagoj Margetić auftauchte, der in Den Haag wegen Geheimnisverrats angeklagt war. Margetic hatte bereits eine Audioaufnahme von einer Aussage Mesics sowie Namen und Daten von geschützten Zeugen auf seiner Internetseite veröffentlicht.

siehe auch:
Karadzic: Existiert ein Nicht-Auslieferungsvertrag?
(WCN, 22.07.2008)
Karadzic: Medien auf Entenjagd
(WCN, 27.07.2008)

Update: 02.08.
Die serbische Zeitung „Blic“ berichtet in ihrer Samstagsausgabe, ein „gut informierter“ CIA-Mitarbeiter hätte bestätigt, das Karadzic bis zum Jahr 2000 unter dem Schutz der USA stand. Ein von der CIA abgehörtes Telefongespräch von Karadzic hätte dann allerdings ergeben, dass der Serbenführer noch immer heimlicher Vorsitzender der Serbischen Demokratischen Partei (SDP) war. Die CIA-Quelle fügte hinzu, sie wäre sich nicht sicher ob eine Immunitäts-Vereinbarung auch schriftlich festgehalten wurde, „but I do have Holbrooke’s admission of verbal guarantees given to Karadzic from the highest level of the US“ (Quelle: AFP). Holbrooke hatte noch tags zuvor gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, „there was ‚zero‘ truth to claims of a deal with Karadzic“.

Update: 03.08.

Die Tagesschau meldet:

[…]
Gerüchte um Vertrag machen die Runde

Einen Beleg dafür druckte in diesen Tagen die Boulevardzeitung „Kurier“ ab, ein Blatt mit Hang zu nationalistischen Parolen, ein Blatt, das nun behauptet, Karadzic habe bis zum Jahre 2000 unter dem Schutz der USA gestanden.

Als Beweis für ihre Behauptung veröffentlichte die Belgrader Zeitung ein Foto auf dem der zitierte Vertrag zwischen Karadzic und dem US-Unterhändler Richard Holbrooke zu sehen ist. Ein Dokument, aus dem hervorgeht, dass sich die USA verpflichten würden, Karadzic 600.000 Dollar zu zahlen, ein Haus mit ausreichend Bodyguards zur Verfügung zu stellen und ihn völlig in Ruhe zu lassen, wenn er sich komplett aus dem politischen Leben zurückziehen würde. Ausgehandelt und unterschrieben wurde die Vereinbarung nach Angaben des Boulevardblattes 1996. Pikante Behauptungen, die mittlerweile auch andere Printmedien aufgreifen und sie ihrerseits mit zusätzlichen Informationen würzen. […] Ganzer Artikel …

Abgesehen vom Wasserzeichen des Domain-Inhabers ist das Dokument vollkommen identisch mit dem von WCN vorgestellten Vertrag.

Hoaxes: Neuer Rummel um gefälschte Karadzic-Webseite

Bei der New York Times hat sich jetzt ein „Medienkünstler“ namens Tristan Dare gemeldet, der behauptet, der Domainhaber der angeblichen Karadzic-Webseite dragandabic.com zu sein. Trotz früher Warnungen vor einer Fälschung hatten die Medien nach der Verhaftung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers einen riesigen Wirbel um die Homepage des Alias Dragan Dabic veranstaltet, mit der dieser für alternative Heilmethoden im Internet warb. Bleibt die Frage: Ist der Bericht der NYT nicht auch nur eine hübsche Geschichte?

Die Domain der gefaketen Internetseite war nämlich unmittelbar nach Karadzics Verhaftung aufgetaucht und am gleichen Tag wohlgemerkt von Bloggern als Fälschung entlarvt worden (1, 2) die nachguckten, wann und von wem die Seite ins Netz gestellt wurde, doch der Registrant war bisher anonym geblieben.

Der Medienkünstler müsste sich in einem rasanten Tempo die entsprechenden Fotos, die das neue Aussehen Karadzics betrafen, beschafft und den dazu passenden Text komponiert haben (Cache-Version v. 24.7. hier) . Die zweisprachige Seite war sowohl in Serbisch und in englischer Sprache perfekt abgefasst, so dass die Medien zunächst darauf hereinfielen. Dies sieht alles nach einer länger vorbereiteten Operation aus. Laut serbischen Agenturen war Karadzic bereits drei Tage vor der Bekanntgabe verhaftet worden.

Quellen:
An Online Hoax Becomes a Source About a Suspect
(New York Times, 31.07.2008)
Gefälschte Karadzic-Internetseite sorgt für Aufregung
(diepresse.com, 23.07.2008)
Angebliche Karadzic-Homepage gefälscht
(ZDF, 24.07.2008)
Bild.de hält Dragandabic.com für Karadzics Website
(bildblog.de, 23.07.2008)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News