vermischtes

Video: Tarnkappenbomber-Crash auf Guam

World Content News – Im Videoportal „LiveLeak“ gibt es seit gestern den äußerst unproduktiven Start eines US-Tarnkappenbombers Stealth B-2 zu bestaunen. Am 23. Februar 2008 ist dieses nur schwer zu ortende Kriegsgerät auf dem US-Militärstützpunkt der Pazifikinsel Guam kurz nach dem Take-off abgestürzt und in Flammen aufgegangen. Im Video sieht man auch, wie Sekundenbruchteile vor dem Bodenkontakt sich die beiden unverletzt gebliebenen Piloten sich mit dem Schleudersitz nach oben verabschieden. Jetzt wurden feuchte Sensoren als Absturzursache genannt.

http://www.liveleak.com/e/f6d_1212714828

Das 1,4 Milliarden Dollar teure Flugzeug stieg auf, schlingerte plötzlich, scherte nach links aus, und sackte dann wieder zum Boden. Grund für seine Bockigkeit war nicht etwa Sabotage oder oder eine Überdosis Viagra bei den Piloten, sondern eingedrungenes Wasser in drei von 24 Preflight-Ablesesensoren, die verfälschte Daten an die Bordelektronik weitergaben. Dadurch riss beim Aufsteigen die Luftströmung ab, so Experten.

Die B-2 ist ein Tarnkappenbomber, der sowohl konventionelle als auch atomare Waffen tragen kann. Um von Militärflughäfen in den USA jeden Punkt der Erde ohne Zwischenlandung angreifen zu können, kann die B-2 in der Luft betankt werden. Die ist der erste bekannt gewordene Crash einer B-2 seit fast zwanzig Jahren.

Doch die mörderische Konkurrenz schläft nicht: China hat seit wenigen Wochen den noch moderneren Flugrochen H-8 vorzuweisen, falls die Bilder im folgenden Video nicht trügen:

http://www.liveleak.com/e/3d3_1209841068
Chinas moderner H-8-Rochen: Sogar fürs Auge verschwommen

Was da neulich, für Radars unsichtbar und von niemandem vermisst, nach einer lauten Explosion über der vietnamesischen Insel Phu Quoc aus 8.000 Metern Höhe niederregnete, wir zur Zeit noch untersucht. Bis dato sind 19 Metalltrümmer gefunden worden. Nur Hinterwäldler glauben noch an unzeitgemäße UFOs, Kenner fragen sich höchstens: In welcher Sprache fluchten die Piloten ?

Aber wer es dann doch lieber etwas klassischer und feuriger liebt, hier der letzte Abwehr-Schrei aus Hawaii:

http://eplayer.clipsyndicate.com/cs_api/get_swf
Scud-Nachfolger Aegis: Raketenabwehr fürs Kurze

Das System eigne sich besonders für den Nahen Osten, „wo so viele ungeschützte Städte der Bedrohung durch ballistische Kurzstrecken-Raketen ausgesetzt sind“, sagte der Sprecher eines Interessenverbandes von Rüstungsherstellern. Wohl wahr, wohl wahr, die ballistische WM wird Ihnen präsentiert von …

Nur gestorben wird immer noch so konventionell wie früher. Und wenn es denn kümmt? Halten Sie sich keine Aktentasche über den Kopf, das wäre altmodisch – nehmen Sie einen Flachbildschirm…

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

afrika

Simbabwe: Die „kenianische Lösung“ rückt näher

Dr. Alexander von Paleske– In Simbabwe wird es aller Voraussicht nach eine Regierung der nationalen Einheit geben. Entweder vor, oder aber nach den Präsidentschaftsstichwahlen Ende des Monats. Der Streitpunkt: Bleibt Mugabe im Amt als Staatspräsident zumindest für eine begrenzte Zeit oder nicht.

Mugabes Terror, der jetzt auch Lebensmittel als Wahlkampfwaffe einsetzt und den Hilfsorganisationen verboten hat, vorläufig weiter in Simbabwe tätig zu sein, hat die Oppositionspartei MDC offenbar in die Knie gezwungen. Für die Oppositionspartei und deren Chef, Morgan Tsvangirai, sollte es eine MDC Regierung mit ein paar Mugabe- Ministern geben, Mugabe hätte zu gehen – aufs unverdiente Altenteil.

Dies aber hätte das politische Ende und die Strafverfolgung für Mugabes Schergen wie Emmerson Mnangagwa und Perence Shiri bedeutet, beide tief in den Genozid im Matabaleland in den 80er Jahren involviert. Und es hätte letztlich den unrühmlichen Abgang für Robert Mugabe bedeutet.

Terrorwahlkampf und Getreidediebstahl
Daher beschloss das ZANU-Politbüro eine Woche nach den Wahlen vom 29. März, dass Mugabe zu einer Stichwahl anzutreten habe und die Chefs von Polizei, Armee und Geheimdienst sicherten ihm zu, ueber einen Terrorwahlkampf für den Wahlsieg Mugabes zu sorgen, wir berichteten seinerzeit darüber.

Der Terrorwahlkampf ist in vollem Gange, von einem fairen Wahlkampf kann überhaupt keine Rede sein. Die Oppositionspartei MDC kann de facto keine Wahlveranstaltungen abhalten, deren Chef Morgan Tsvangirai wird immer wieder mal verhaftet und die ländlichen Gebiete, wo Mugabes Soldaten, die Jugendbrigaden (Green Bomber) und so genannte Kriegsveteranen ihren Terror entfalten, sind so genannte „No Go Areas“ für die Opposition.

Und dort sollen auch die Hilfsorganisation keine Nahrungsmittel mehr verteilen. Einmal will man keine ausländischen Terrorzeugen, zum anderen will man offenbar Getreide an Menschen, die verdächtig sind, mit der Opposition zusammenzuarbeiten, nur ausgeben, wenn diese ihre Wahlkarten abliefern und dann nicht mehr wählen können.

Das Getreide für diese Kampagne besorgt zur Zeit die Reserve Bank, welche ihre Bediensteten zu den Farmern aus schwärmen lässt und diese zwingt, das Getreide an die Regierung zu „verkaufen“ und zwar sofort. Der Preis: 6 Milliarden Dollar für eine Tonne Mais – zur Zeit der Gegenwert für fünf Cola-Getränke. Bezahlung selbstverständlich später. Ein angemessenes Wort für diese Aktion ist wohl „regierungsamtlicher Diebstahl“

Zwar gibt es jetzt auch Berichte, über Widerstandsaktionen der lokalen Bevoelkerung gegen diesen Terror, so wurde der Anführer der „Kriegsveteranen“ in der Gegend von Birchenough Bridge mit einem Speer getötet, aber das sind letztlich vereinzelte verzweifelte Aktionen.

Kenia lässt grüßen
Derweil wird hinter den Kulissen an einer Lösung a la Kenia gearbeitet. Dies lässt sich aus Äußerungen von Teilnehmern an dem zur Zeit in Kapstadt stattfindenden „World Economic Forum“ entnehmen, darunter auch Simba Makoni und Tendai Biti, letzterer der Sprecher der Oppositionspartei MDC.

Mugabe will die Stichwahlen wohl doch, und dann auf diesen „Wahlbetrugserfolg“ gestützt eine Regierung der nationalen Einheit bilden. Er weiß genau, dass die zusammengebrochene Wirtschaft nur mit ausländischen Krediten wiederbelebt werden kann, und die bekommt er – wenn überhaupt – nur über eine Regierung, bei der die Opposition mit im Boot ist.

Die Opposition will keine Wahlen, weil dies nur zu einer Verlängerung des Terrors führt und die Gefahr besteht, dass Tsvangirai die Wahlen verliert. Also: Regierung der nationalen Einheit vor der in drei Wochen anstehenden Stichwahl.

Und so geht das Geschachere hinter den Kulissen los, einer der „Vermittler“ dabei ist Südafrikas Staatspräsident Thabo Mbeki, der seine miserable Regierungszeit mit einem Verhandlungserfolg in Simbabwe krönen mochte, einem Kompromiss, der dem Wählerwillen in Simbabwe nicht gerecht wird und die für die Demokratie gestorbenen Opfer in gewisser Weise verhöhnt.

Simbabwe: Einkaufsbummel und Tiraden in Rom
Simbabwe: Mugabe plant Terrorwahlkampf
Kenias Wahlen – Eine Nachbetrachtung
Kenia – Uebereinkommen auf Koalitionsregierung

sport

Euro 08: Armee zimmerte Hooligan Gefängnis

onlineredaktion – Hooligans an der Euro 08 in Basel, landen in historischem Gemäuer: Mit Armee-Hilfe wurde ein ausrangiertes Gefängnis provisorisch wieder fit gemacht.

Das vor Jahren stillgelegte Gefängnis „Schällemätteli“ im St. Johann-Quartier wird noch 2008 für einen Kinderspital-Neubau abgerissen. Vor dem Abriss, zimmerten Soldaten der Schweizer Armee massiv hölzerne Triage-Zellen für bis zu 350 in Polizeigewahrsam genommene Randalierer. Die Haftrichter amten im alten Veranstaltungssaal.

Der baselstädtische Vize-Polizeikommandant Rolf Meyer klang wenig überzeugt, als er vor den Medien die Hoffnung formulierte, der provisorische Knast werde gar nicht gebraucht. 35 Einzel- und Zweier-Zellen hat es für jene, die in Untersuchungshaft landen. Für Ausschaffungen ist auch das Amt für Migration vor Ort.

Meyer versprach Transparenz; Angeschuldigte hätten auch an der Euro normale Rechte. Die Armee komme im „Schällemätteli“ nicht in direkten Kontakt mit Insassen; für deren Betreuung und Bewachung seien Polizei und Securitas zuständig. Je nach Tatort sind übrigens baselstädtische oder Baselbieter Behörden zuständig; im Haus sind beide.

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sport

Euro 08: Bern zeigte Euroknast in Ittigen

onlineredaktion – Die Kantonspolizei Bern hat den Medien einen ihrer zwei Festhalte- und Warteräume präsentiert, die sie speziell für die EURO 2008 aufgebaut hat. Sie werden gebraucht, falls die Polizei eine grössere Anzahl Menschen festnehmen muss.

Die beiden Festhalte- und Warteräume der Kapo Bern werden eine Kapazität von mehreren hundert Personen aufweisen. Die Berner Kantonspolizei richtete in der Hauptwache beim Park+Ride Neufeld sowie im Ausbildungszentrum Ittigen „Festhalte- und Warteräume“ für mehrere hundert Personen ein. In Ittigen stellte die Polizei Gitterkäfige in eine Turnhalle.

In Basel landen die Gesetzesbrecher unter den Fussballfans in historischen Gemäuern: Mithilfe der Armee wurde das ausrangierte Gefängnis Schällemätteli für die Euro provisorisch wieder fit gemacht. Die Soldaten zimmerten hölzerne Triage-Zellen für bis zu 350 Verhaftete.

Die Basler Polizei nimmt zudem während der Fussball- EM den öffentlichen Raum stärker ins Visier. Sie installiert beim Stadion und bei den Fanzonen 23 neue Videokameras.

Verhaftete Personen werden in Ittigen in einer Garage zuerst fotografiert und dann soweit wie nötig durchsucht. Dafür sind Umkleidekabinen aus Holz eingerichtet worden.

In der Folge werden die Festgehaltenen befragt und dann in die Turnhalle des Ausbildungszentrums gebracht, wo sieben Gitterboxen aufgebaut werden. Sie enthalten eine Toilette und messen 6 mal 6 Meter. Während die Festgenommenen dort warten, überprüft die Polizei die Personalien. Dann wird entschieden, was mit den Festgehaltenen weiter passiert.

Ziel der Polizei ist es, die Verfahren innert maximal sechs Stunden abzuschliessen. Die Polizei sorgt für Verpflegung und sanitarische Betreuung der Festgehaltenen. Flugblätter informieren die Festgehaltenen in mehreren Sprachen summarisch über den Ablauf im Festhalte- und Warteraum.

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sport

Euro 08: Holzknast für Hooligans

onlineredaktion – Die Schweizer Polizei ist vorbereitet. Gewalttätige Fans kommen in den Holz-Knast.

Die Polizei in Genf hatte Medienvertretern in die große Messehalle der Stadt geladen. Dort präsentierte sie die neuen Holz-Container, in denen Hooligans künftig in Gewahrsam genommen werden. In den nackten Zellen gibt es weder Möbel noch Betten. Es gibt kleine und große Varianten. In den großen Zellen gibt es so etwas ähnliches wie Betten. Platz ist für rund 100 Personen.

Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) will Hooligans jedoch bereits im Vorfeld an der Einreise in die Alpenländer hindern. „Bekannte, gewaltbereite Hooligans werden wir an der Ausreise hindern“, sagte Schäuble. Die Maßnahmen von Bund und Ländern reichten von so genannten Gefährderansprachen, über Meldeauflagen und Ausreiseuntersagungen bis hin zu Ingewahrsamnahmen.
Besonders im Visier sei auch die Vorrundenpartie zwischen Deutschland und Polen am Sonntag, sagte Schäuble.

„Gewalttätigkeiten haben auch bei der Europameisterschaft keine Chance“, sagte er. Es gebe einen intensiven Informationsaustausch mit Österreich und der Schweiz. „Genauso stehen wir in engem Kontakt mit unseren polnischen Kollegen“, sagte der Minister.

Alles in allem erwarten Experten jedoch ein weitgehend friedliches Fußball-Fest. Als Gründe werden das riesige Polizei-Aufgebot sowie die Nichtteilnahme Englands angeführt. Englische Fans stehen seit Jahren in dem Ruf, bei großen Turnieren für Probleme zu sorgen.

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medien

Musharraf under fire in global media forum

Hamid Mir – Pakistani President Pervez Musharraf, Iranian President Ahmedi Nijad and Afghan President Hamid Karzai came under heavy fire in Deutsche Welle Global Media Forum attended by more than 850 journalists from 94 countries on Tuesday.

Speakers from all over the globe said that telling the truth should not be a crime anywhere and there could be no democracy without an independent judiciary and free press. They criticised the anti-media policies of different governments and they also condemned the publication of blasphemous caricatures by Danish newspapers.

Despite a recent blast near the Danish embassy of Islamabad, many prominent journalist speakers of this international event said that no newspaper in the world should have the right to insult any religion in the name of press freedom.

The forum mainly discussed the role of the media in peace building and promoting democracy in conflict areas. Speakers spoke on length about the role of media in the war against terrorism, genocide in Darfur, civil war in Zimbabwe, human rights abuses in Burma, Afghanistan, Pakistan, India, and Tibet. The Global Media Forum was inaugurated by the keynote address of Iranian female Nobel Peace laureate Dr. Shirin Ebadi, who interestingly justified the ban on denying the holocaust in Germany but never said a single word against the blasphemous caricatures.

Ebadi criticised the Iranian government for its censuring measures and the open assault on media but she defended the ban on criticising the holocaust in many Western countries. She said that criticism on holocaust could create some conflicts and that was why there should be no permission for denying the holocaust but she remained silent on the conflicts created after the publication of caricatures in the Danish newspapers.

Jan Hoek, Director General of Radio Netherlands, clearly said that the freedom of speech was not a license for insulting any religion. He informed the audience that media in the Netherlands never encouraged a recent anti Islam film Fitna produced by a local politician. He said that 95 percent population of Netherlands never gave any serious attention to that film.

Aref Hijjawi, Director Programs of Aljazeera, said that media should respect all the religions. He criticized the West for its alleged bias against the Aljazeera. Erlends Calabuig from Radio France also criticised the hate media and urged to discourage hate material. He suggested that the Western media should not use the terms Islamic bomb and Muslim terrorists. He proposed to form an international media code for discouraging hatred. Danforth W. Austin, Director Voice of America, criticised the anti media laws in various countries and said that authorities should regularly provide legal protection to media instead of becoming a threat for media freedom.

Vincent Brossel from Reporters without Borders delivered a hard-hitting speech against Pervez Musharraf and Hamid Karzai for their anti-media policies. He said the Musharraf regime broke all the records of recent history by banning more than three dozen TV channels and some anchors. He said that Musharraf banned many popular TV anchors for many months but failed to ban illegal FM radio stations run by the Taliban in tribal areas. He mildly criticised PPP Co-chairperson Asif Ali Zardari and said that the new regime in Pakistan was also using the old anti-media laws to twist the arms of some TV channels. He said that many so-called democratic governments in South Asia were not issuing licenses for new TV channels as a blackmailing tactic.

Eberhard Sucker from Deutsche Welle spoke on the need for journalists training to work in the conflict areas. He criticised Afghan President Hamid Karzai and said that his government was attacking independent journalists in Afghanistan.


sendenThis article was first published at The News

sendenHamid Mir, the author of this article, is a top Pakistani reporter, head of the Geo TV Bureau in Islamabad. He has won a world-wide acclaim for his interviews with Osama bin Laden and Dr. Ayman al-Zawahiri, before and following 9/11. His new book about OBL is due to appear in Britain, later this year.

europa

Grenzabschottung in Mauretanien – Frontex mischt mit

Felix Werdermann – Frontex? Das ist der derzeit „größte institutionalisierte Gegner“ in Europa. Hagen Kopp von der Initiative „kein mensch ist illegal“ spart nicht an Kritik. Am Mittwoch diskutierten in Berlin Aktivistinnen und Aktivisten aus der antirassistischen Bewegung über die Rolle der EU-Grenzschutzagentur und die Folgen der Abschottung Europas. Zu Gast war der mauretanische Menschenrechtsaktivist Amadou M’Bow.

M’Bow befindet sich auf Europa-Reise: Von Amsterdam bis Warschau berichtet er über die Abschottungsmaßnahmen an den EU-Außengrenzen. Er kommt von der Menschenrechts-organisation „Association Mauritanienne des Droits de l`Homme“ (AMDH) und wird am Samstag vor der Frontex-Zentrale in Warschau protestieren. Eine „Protest-Belagerung“ soll es vor dem Hauptquartier der 2005 gegründeten Grenzschutzagentur geben, heißt es in dem Aufruf, den unter anderem das No-Borders-Netzwerk Polen unterzeichnet hat.


Aus dem Publikum kommt die Frage, ob man die Situation als „Belagerungszustand“ treffend beschreiben könne. Links: Harald Glöde von den Veranstaltern, Mitte: Amadou M’Bow (AMDH) Rechts: Christopher (Übersetzung)

Um dafür zu mobilisieren hat die Polen-AG der Antirassistischen Initiative (ARI) in den Berliner Mehringhof geladen. Dort erzählte M’Bow von der Situation in Mauretanien, dem Staat mit knapp über 3 Mio. Einwohnern im nordwestlichen Afrika. Mauretanien grenzt an Mali und Senegal, von dort kämen auch die meisten Flüchtlinge, die versuchten, nach Europa einzureisen. Mauretanien sei für viele ein Transit-Land.

Frontex auf mauretanischer See: „Belagerungszustand“
„Die Migration ist so alt wie die Zivilisation selber“, so M’Bow. Er stelle sich die Frage, woher „diese Angst in Europa“ komme, dass zu „so einem Instrument wie Frontex gegriffen wird“. Spanien hat mit Mauretanien ein Grenzschutzabkommen geschlossen, daher sind (europäische) Frontex-Einheiten auf mauretanischer See legal im Einsatz. Aus dem Publikum kommt die Frage, ob man die Situation als „Belagerungszustand“ treffend beschreiben könne. Ja, dem könne er zustimmen, so M’Bow. Die seit der mauretanisch-spanischen Kooperation neu geschaffenen Abschiebelager seien allerdings kein „Guantanamo“, wie dies von anderen Kritikerinnen und Kritikern vorgeworfen wird.

Spanien stellt Mauretanien nicht nur das technische Abschottungs-Equipment zur Verfügung, die spanischen Behörden bildeteten inzwischen auch mauretanische Polizisten aus, berichtet M’Bow. Es könne nicht sein, dass spanische Militärs und Polizisten in einem souveränen Staat wie Mauretanien Grenzkontrollen duchführten. Er forderte ein Ende der Kooperation mit Spanien.

Internationale Anerkennung eingekauft
Das wäre seiner Meinung nach durchaus möglich: Der neue Präsident habe das Abkommen nicht geschlossen, daher gebe es noch „Hoffnung“, dass dieses aufgekündigt werde, wenn auf die Gefahren ausreichend hingewiesen werde. Wie es zu dem Abkommen kam? Dafür sieht M’Bow zwei entscheidende Gründe: Vor allem habe sich die mauretanische Regierung dadurch nach dem Staatsstreich ihre internationale Anerkennung eingekauft. Aber die Kooperation mit den Metropolen des Wohlstands habe auch dazu geführt, dass Mauretanien weniger Schulden abbezahlen musste. 2005 haben die G8-Staaten beschlossen, dem seit 2000 als hochverschuldet eingestuftem Land einen Teil der Schulen zu erlassen.

Das Kooperationsabkommen ermögliche es, dass kleine Boote von Frontex-Schiffen immer wieder nach Mauretanien zurückgeschickt werden und die Menschen in Abschiebelager gesteckt werden, berichtet M’Bow. Immer noch besser als die Praxis von Mauretanien: Ein Fall sei bekannt geworden, in dem Mauretanien durch Nichteingreifen dafür gesorgt habe, dass ein Schiff mit Flüchtlingen untergegangen sei. 30 Personen hätten dabei ihr Leben verloren.

Festnahmen auf Verdacht
Dies soll sich nun ändern, wenn es nach dem Innenministerium geht: Zumindest ist das die offizielle Rhetorik. Der oberste Sprecher des Ministeriums habe angekündigt, sich ab dem 1. Juni strikt an die Genfer Flüchtlingskonvention zu halten. Vielleicht hören dann die „Festnahmen auf Verdacht“ auf, wie sie M’Bow nennt. In manchen Fällen reiche das Tragen eines Benzinkanisters aus, um der illegalen Boots-Überfahrt nach Europa beschuldigt zu werden.

Mauretanisches Innenministerium: Strikte Einhaltung der Flüchtlingskonvention
Eine Aktivistin aus dem Publikum warf die Frage auf, ob man denn aus antirassistischer Perspektive überhaupt einen positiven Bezug auf die Genfer Flüchtlingskonvention nehmen könne, schließlich mache sie eine „Trennung auf zwischen richtigen und nicht richten Flüchtlingen“. Gemeint ist damit, dass die Konvention nur die Flüchtlinge anerkennt, die wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung verfolgt werden. Wer aus Hunger, wirtschaftlicher Not oder anderen Gründen flieht, genießt nicht die Rechte. Außerdem äußerte die Frau aus dem Publikum die Vermutung, dass die offizielle Einhaltung der Konvention „Abschiebungen nach Mauretanien erleichtern“ solle. Die EU übe daher Druck auf andere Länder aus, das Abkommen zu unterzeichnen, das 1951 geschlossen wurde und als Lehre aus dem Zweiten Weltkrieg verstanden werden kann.

„Kein Grund, dagegen vorzugehen“
M’Bow reagierte auf den Einwand, indem er zugab, dass unklar sei, welches Interesse hinter der Verkündung seitens des Innenministeriums stehe. Er betonte jedoch, dass es in der Vergangenheit Fortschritte gegeben habe durch Deklarationen, auf die sich bezogen werden konnte: „Wir als zivilgesellschaftlicher Akteur versuchen die Einhaltung zu überwachen.“ Harald Glöde von den Veranstaltern sprang M’Bow zur Seite: Aus einer antirassistische „Grundposition“ heraus sei internationaler Flüchtlingsschutz zu befürworten. In Bezug auf die Erklärung des mauretanischen Innenministeriums gebe es „keinen Grund für irgendeine mauretanische Menschenrechts-Organisation, dagegen vorzugehen.“ Stattdessen sei es „unser Problem“, wie die EU das Abkommen nutzt.

Aber hat denn die Zusammenarbeit mit der EU gar keine positiven Effekte? Ein Aktivist aus dem Publikum wollte wissen, ob sich durch die Geldzahlungen der EU nicht die soziale Lage verbessert habe. Nach Einschätzung M’Bows ist dies keineswegs der Fall: Es gebe zwar NGOs, die sich um EU-Gelder bewerben – gar welche, die extra für diesen Zweck gegründet würden – aber das Geld, das bislang geflossen ist, sei „natürlich nicht angekommen bei der Bevölkerung“.

Perspektiven antirassistischer Vernetzung
Antirassistische Perspektiven wurden am Mittwochabend ebenfalls diskutiert: M’Bow erklärte, für dieses Jahr sei eine Konferenz geplant mit Vertreterinnen und Vertretern aus Mali, Senegal und der Elfenbeinküste; man wolle den Austausch und die Zusammenarbeit im antirassistischen Spektrum voranbringen. Auch das Sozialforum der Maghreb-Staaten stehe unter dem Motto „Ein Maghreb ohne Mauern“. In Deutschland werden die Diskussionsrunden eher auf dem antirassistischen Camp in Hamburg weitergeführt, das vom 15. bis zum 24. August stattfindet.

Aber zuvor geht es noch zur Zentrale der Grenzschutzagentur Frontex in Warschau. Dort findet eine antirassistische Konferenz statt, am folgenden Tag soll der Sitz von Frontex belagert werden. Das soll aber nicht alles sein. In dem Aufruf heißt es: „Machen wir den 6. Juni in Warschau zum powervollen Auftakt einer langfristigen transnationalen Kampagne gegen FRONTEX, gegen das Monster des europäischen Grenzregimes!“

Frontex-Watch

Frontex: Buh-Mann der Festung Europa oder humanitäre Service-Einheit?
Festung Europa – „Leaving is not always living“

spionage

Falsely Accused Iraqi Spy Quietly Released from Secret CIA Prison

Intelnote – Ahmed Khalil Ibrahim Samir al-Ani, an Iraqi intelligence agent captured by the US after the invasion of Iraq in 2003 (see June 2004), is quietly released. Al-Ani gained notoriety after 9/11 when Bush administration officials claimed he had a meeting with 9/11 hijacker Mohamed Atta in Prague, in the Czech Republic.

These allegations were eventually debunked. He had been secretly detained by the CIA at an unknown location since his capture. He will make the news again in mid-2007 when Czech officials reveal that he has filed a multimillion-dollar lawsuit against the Czech government, charging that unfounded Czech intelligence reports resulted in his imprisonment by the CIA.

spionage

Radical Imam Abu Qatada Claims British Intelligence Offered to Help Him Escape after 9/11

Intelnote – Radical al-Qaeda-linked imam Abu Qatada claims to The Observer that shortly after 9/11, the British intelligence agency MI5 offered him a passport, an Iranian visa, and an opportunity to escape to Afghanistan. He claims he turned them down because he didn’t trust them. “If I get on a plane, I am afraid I will be shot or handed over to the Jordanians, the Egyptians, or the Saudis.” [Observer, 10/21/2001]

Abu Qatada’s claim will gain credibility when it is later revealed that he was an MI5 informant (see June 1996-February 1997) and that MI5 hid him in Britain from December 2001 until he made comments supporting the 9/11 attacks in late 2002. His fear of being handed over will also gain credibility as the CIA’s rendition program is slowly made public in succeeding years.

vermischtes

Atommüllzug blockiert

Michael Schulze von Glaßer – Atommülltransport von der Urananreicherungsanlage in Gronau nach Russland wurde – wie schon im Januar – von einer Atomkraftgegnerin blockiert. Demonstration gegen den Atommüllexport in Münster.

Nachdem der Transport schon zwei Mal verschoben wurde rollte am vergangenen Mittwoch erneut ein Zug mit giftigem Uranmüll durch das Münsterland. Anti-Atom-Initiativen riefen zu Protesten gegen den hochgefährlichen Atomtransport auf.


Am Mittwoch fand in Münster eine Anti-Atom-Demonstration statt.

Im nordrhein-westfälischen Münster beteiligten sich rund 70 Leute an einer bunten Demonstration. Die Aktivisten warteten jedoch vergeblich auf die Durchfahrt des Zuges durch den Münsteraner Hauptbahnhof. Die französische Atomkraftgegnerin Cécile Lecomte hing – wie schon im Januar – zwischen Bäumen über den Gleisen und hinderte den Uranmülltransport an der Weiterfahrt. Trotz des Einsatzes mehrerer Hundertschaften und eines Hubschraubers gelang es der Französin sich bei Steinfurt-Borghorst zwischen die Bäume zu hängen. Mit rund 75 Minuten Verspätung setzte sich der Zug am Abend wieder in Bewegung. Die Aktivistin wurde anscheinend wieder von der gleichen Polizeieinheit – die, die Bahn in einem Brief als GSG 9 bezeichnete – von der Strecke geholt.

Die GSG 9 sind eine Spezialeinheit der Bundespolizei und werden normalerweise zur Terrorismusbekämpfung eingesetzt. Die Polizeieinheit aus Sankt Augustin wurde wegen der großen Proteste der vergangenen Monate laut Lokalpresse vorsorglich nach Münster verlegt. Im Januar blockierte Cécile Lecomte den Zug über sieben Stunden – damals musste die Spezialeinheit erst den weiten Weg angeflogen werden. Passanten und Atomkraftgegnern sollen Platzverweise erteilt worden sein, so dass sie nicht zur Aktivistin vordringen konnten. Nach unbestätigten Meldungen soll auch ein Krankenwagen auf dem Weg zur abgeschirmten Atomkraftgegnerin gewesen sein. Nachdem die gut gelaunte 26-jährige Französin abgeseilt wurde, stellten die Ordnungshüter ihre Personalien fest.


Zeitgleich zur Demonstration wurde der Atommüllzug von einer Aktivistin blockiert. Außerdem wurde zum Zeitpunkt der Versammlung ein schwerer Unfall in einem slowenischen AKW bekannt.

Diesmal wurde sie nicht wie bei ihrer erste Aktion im Januar nach Münster gebracht, sondern sofort freigelassen. „So lange Atommüllanlagen in Betrieb sind, werde ich meinem Widerstand kreativ Ausdruck verleihen“, so die in Lüneburg wohnende Aktivistin. „Urenco hat angekündigt, die Urantransporte nach Russland ab 2009 einzustellen.

Die heiße Fracht soll aber dafür in Zukunft nach Pierrelatte in Frankreich gebracht werden“, erklärte sie. Urenco, die Betreiberfirma der Urananreicherungsanlage, bestätigt den Transportstopp nach Russland. Ab 2009 soll der Müll in einem eigenen Zwischenlager neben der Gronauer Anlage gelagert werden. Dazu muss das Abfallprodukt Uranhexafluorid aber zunächst in Uranoxid umgewandelt werden. Die Anlage dafür steht in Südfrankreich. Es wird also weiterhin einen regen Verkehr von Atommülltransporten geben.

Der Atommüllzug vom vergangenen Mittwoch setzt seine Reise nach Russland zur Zeit fort. In Rotterdam wird der deutsche Giftmüll auf ein Schiff verladen und nach Russland gebracht. Die letzten tausend Kilometer legt der Atommüll wieder per Güterzug zurück. In etwa zwei Wochen soll die Endstation, voraussichtlich Novouralsk in Sibirien, erreicht werden. Dort wird der radioaktive Müll unter freiem Himmel gelagert und kontaminiert die Umwelt.