Unglück

AKW Krsko: EU löste wegen Kühlwasserverlust europaweiten Atomalarm aus

World Content News – Nach einem Zwischenfall in einem slowenischen Kernkraftwerk hatte die EU ihre 27 Mitgliedsstaaten über das neue ECURIE-Netzwerk vor einem atomaren Zwischenfall gewarnt. Laut offiziellen Mitteilungen wurde der Alarm inzwischen wieder aufgehoben, es wurde betont, es sei keine Radioaktivität ausgetreten, eine Gefahr für Mensch und Umwelt bestünde nicht. Das Werk ist in stabilem Zustand und die Situation unter Kontrolle. Es sind keine Schutzmassnahmen ausserhalb des Kernkraftwerks notwendig.

Im Hauptkühlsystem des Atomkraftwerks Krsko im Südwesten des Landes sei Kühlflüssigkeit ausgetreten, erklärte die EU-Kommission in Brüssel.

Bei der EU-Zentrale sei um 17.38 Uhr ein Alarm aus Slowenien eingangen, nachdem das Entweichen des Kühlwassers in dem Atomkraftwerk bemerkt worden sei.

Das Atomkraftwerk in Krsko wurde im vergangenen November wieder in Betrieb genommen, nachdem es einen Monat für Revisionsarbeiten vom Netz genommen worden war. Während der Arbeit wurde der Reaktor mit weiterer Dämmung versehen. 53 der 121 Brennstoffelemente wurden ausgetauscht. Das Atomkraftwerk gilt wegen seines Standortes auf einer Erdbebenlinie als unsicher.

Greenpeace Deutschland stufte eine europaweite Warnung auf Anfrage als «sehr ungewöhnlich» ein. „Von den Regeln her muss das eine sehr ernste Situation sein.“ Der Alarm werde nur ausgelöst, wenn es zu einem Unfall gekommen sei, oder in einer Notsituation, wenn eine Kernschmelze drohe. Greenpeace habe über eine Mitarbeiterin in Slowenien, die Kontakt zum dortigen Direktor der nuklearen Aufsichtsbehörde hatte, erfahren, dass sich das Leck in der Nähe des Primärkreislaufes des Reaktors befinde. Es sei keine Radioaktivität in die Umwelt gelangt.

Die österreichische Sektion der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 bewertet den Störfall im AKW Krsko in Slowenien als beunruhigend und kritisiert die mangelnde Information für die europäische Bevölkerung. „Hier zeigt sich wieder einmal, dass eine ausreichende Information für die Bevölkerung über atomare Störfälle immer noch nicht existiert. Niemand weiß, was tatsächlich passiert ist und wann und wo solide Auskunft erhältlich ist“, kritisiert Silva Herrmann, Anti-Atom-Sprecherin von GLOBAL 2000. Die Umweltschutzorganisation wird umgehend Messungen vor Ort in Slowenien durchführen und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Der Betreiber des slowenischen Atomkraftwerks in Krsko hatte der EU-Kommission mitgeteilt, das Kraftwerk sei präventiv „für einige Stunden“ heruntergefahren worden, um die Ursache des Fehlers zu finden und zu beheben. „Eine Notabschaltung war nicht notwendig und die Störung dürfte keine Auswirkungen auf die Umwelt haben“, hieß es weiter.

Jetzt auch noch ein Bürokratie-Versagen? Nach dem Vorfall im slowenischen Atomreaktor Krsko haben die Behörden einen Fehler bei der Benachrichtigung der EU eingeräumt. Es sei aus Versehen ein falsches Formular benutzt worden, sagte Behördenchef Andrej Stritar im Fernsehen. Die Lage sei unter Kontrolle.

Dürfte klingt hier ziemlich dürftig. Ein paar Fragen bleiben im Moment schon:

Was hat die slowenischen Behörden dazu bewogen, gegen 18:00 Uhr dem Land Österreich mitzuteilen, im AKW fände derzeit „eine Übung“ statt?

Warum hat man in Brüssel so schnell auf den roten Knopf gedrückt?

Wieviel Kühlwasser ist denn tatsächlich ausgetreten, und besteht auch nach Abschaltung die ungehinderte Möglichkeit einer Kühlungszufuhr?

Zumindest vorübergehend muss die Situation verdammt ernst gewesen sein, kleinere Zwischenfälle gehören dort fast zum Alltag.

Wir haben immer erst im nachhinein erfahren, wie knapp es in Schweden, in Bulgarien und mit Abstrichen auch in Krümmel war.

Auch wenn derzeit Entwarnung gegeben wird, Klarheit wird wohl erst in einigen Tagen bestehen.

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

afrika

Simbabwe: Einkaufsbummel und Tiraden in Rom, Verhaftung von Oppositionspolitikern und Terror zu Hause

Dr. Alexander von Paleske – Simbabwes Präsident Robert Mugabe hat heute den Chef der Oppositionspartei MDC, Morgan Tsvangirai und eine Reihe von weiteren Oppositionspolitikern vorübergehend verhaften lassen.

Robert Mugabe befindet sich derweil mit grossem Gefolge zum Welternährungsgipfel in Rom. Auch seine Frau Grace ist mit dabei. Dort kann er zum x-ten Male seine Tiraden gegen die angeblch Schuldigen für den wirtschaftlichen Absturz seines Landes loslassen. Kaum jemand hört ihm allerdings zu. Es ist einfach zu offensichtlich, wer für den wirtschaftlichen Niedergang seines Landes verantwortlich ist. Auch Länder wie Libyen und Iran denken nicht daran, dem Land Kredite zur Verfügung zu stellen, weil diese ohnehin nicht zurückbezahlt werden. Gerade Libyen hat dies erfahren müssen.

Mugabes Frau Grace, die, bis vor wenigen Jahren noch, mindestens einmal pro Monat zum Einkaufen nach London flog, kommt auch auf ihre Kosten, zumindest was das Shoppen angeht. Denn durch das generelle Einreiseverbot in die EU, kann sie jetzt nur noch in Begleitung ihres Gatten und der nur zu UN-Konferenzen nach Europa fliegen. Da kommt schon etwas auf der Einkaufsliste zusammen.

Verhaftungen und Terror
In Simbabwe gehen mittlerweile die Verhaftungen und der Terror weiter. In vielen ländlichen Bezirken hat Mugabe seine Jugendbrigaden, auch “Green Bomber” genannt, stationiert. Dort veranstalten sie ihre Prügelorgien, denen auch immer mehr alte Menschen zum Opfer fallen, die sich nicht wehren können.

Nicht nur, dass diese alten Menschen oftmals die Bürde der Versorgung von AIDS-Waisen tragen, da deren Eltern -ihre Kinder-an Aids verstarben und daher auf sie, die Grosseltern, angewiesen sind. Jetzt müssen diese auch noch den Terror der Green Bomber über sich ergehen lassen. Aber damit nicht genug.

Die Green Bomber werden von der Regierung nicht mit Nahrung oder Geld versorgt. Vielmehr wird die ohnehin schon hungernde Bevölkerung gezwungen, diese Banden, -ihre Peiniger-, mit durchzufüttern.

Alte Menschen geniessen Ansehen.
“Ein alter Mann sieht im Sitzen mehr als ein junger Mann im Stehen”
ist eine afrikanische Weisheit. Der Terror zerstört daher mehr als nur den Wahlwillen, er zerstört auch eine Kultur, die auf Ansehen und Respekt gebaut ist.

Und die Schergen des Präsidenten haben der Landbevölkerung im Falle der Wahlniederlage Mugabes Mord, Totschlag und das Abbrennen der Hütten angedroht. Nun rächt sich, dass – aus Transparenzgründen – die Wahlergebnisse jedes Wahllokales nach der Auszählung dort angebracht werden müssen. Die Idee, damit Transparenz zu schaffen, wird nun für die Bevölkerung zum Bumerang, weil sich unmittelbar nach der Wahl feststellen lässt, ob das Dorf mehrheitlich für oder gegen Mugabe gestimmt hat.

Auch Mugabes Terrorspezialist, Joseph Chinotimba, ist mit seiner Prügelhorde in der Provinz Buhera unterwegs. Er hatte seinerzeit erklärt, dass er keine akademischen Abschlüsse besitze, dafür aber Erfahrung im Töten. Und so zieht er von Dorf zu Dorf, nur in die Kleinstadt Birchenough Bridge hat er sich noch nicht getraut. Dort müsste er nämlich mit erheblichem Widerstand rechnen.

Simbabwe: Eine Cola für eine Milliarde Dollar

linkSüdafrika: Der politische Bankrott des Präsidenten Mbeki

linkSüdafrika: Eine Stimme der Vernunft meldet sich zu Wort
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linkSüdafrika: Krieg in den Townships

linkSimbabwe: Neuer Wahltermin und Flüchtlingsschicksale

linkThabo Mbeki – das politische Ende rueckt naeher

linkSimbabwe: Verlängerung des Terrors befürchtet – Stichwahl erst in drei Monaten
linkAuswärtssieg im Rugby, und Heimniederlage der Demokratie – Südafrika in der vergangenen Woche.

linkSüdafrika – Kampf Mbeki gegen Zuma geht in neue Runde
linkZumas Ansprache –
Kampf gegen AIDS und Kriminalität
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linkSüdafrika – Neuwahlen wahrscheinlich
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linkSüdafrika: Thabo Mbeki auf dem Kriegspfad
linkSüdafrika – Auf dem Weg in eine Bananenrepublik?

terror

Todesspritze für 9/11 Mastermind

onlinredaktion – Guantánamo rückt wieder in den Fokus: Ab Donnerstag stehen die Drahtzieher der Anschläge vom 11. September vor Gericht. Der grösste Fisch: Chalid Scheich Mohammed.

Die US-Ermittler aus dem Pentagon nennen ihn «the mastermind», das Gehirn, den Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001. Oder auch einfach «KSM» – die englische Kurzform für den Namen des Terrorfürsten.


Am Donnerstag vor Militärtribunal

Der 44-Jährige, einst «Nummer Drei» im Terrornetzwerk El Kaida, ist der prominenteste und wichtigste Häftling im Gefangenenlager Guantánamo. Er ist mit Abstand der grösste Fisch, den die US-Fahnder sechseinhalb Jahr nach dem Trauma des 11. September in den Händen halten. Mit vier weiteren Top-Terroristen muss sich Chalid Scheich Mohammed ab Donnerstag vor einem Militär-Sondertribunal verantworten – im berüchtigten Guantánamo.

Ankläger wollen Todesstrafe
Die Ankläger haben über ihre Ziele von Beginn an nicht den geringsten Zweifel gelassen. Sie erwarten die Todesstrafe. «Wenn es einen Fall gibt, der diese Strafe rechtfertigt, dann dieser», meinte ein Beamter des Verteidigungsministeriums unlängst.

Selbst überzeugte Gegner der Todesstrafe räumen ein, dass es angesichts des Ausmasses der Terroranschläge «so schwer sein wird wie selten zuvor, gegen die Todesstrafe zu argumentieren», wie es ein Vertreter der Gruppe «Death Penalty Focus» formulierte.

http://www.liveleak.com/e/pl_fd2_1212702182

Zugleich dürfte der Prozess die weltweite Kritik an Guantánamo und an der Behandlung mutmasslicher Terroristen durch die USA weiter anfachen. Allein die Art und Weise wie der in Kuwait geborene und in Pakistan aufgewachsene «KSM» auf die Karibikinsel kam, ist ein Hohn für rechtsstaatliche Standards.

Bereits 2003 wurde er von den dortigen Sicherheitsbehörden in Pakistan gefasst. Diese übergaben ihn, «als sie mit ihm fertig» waren, an US-Militärs. Dann verliert sich sein Weg im Dunkeln. Drei Jahre wurde er in geheimen US-Haftanstalten gefangen gehalten, bis er 2006 nach Guantánamo kam.

Mit Waterboarding gefoltert
Zudem musste CIA-Chef Michael Hayden einräumen, dass ausgerechnet Chalid Scheich Mohammed dem «Waterboarding» ausgesetzt wurde, dem Simulieren von Ertränken im Verlauf von Verhören. Viele westliche Staaten, internationale Rechtsexperten und Menschenrechtler betrachten dies schlichtweg als Folter.

Nach Angaben der US-Militärs hat Chalid Scheich Mohammed seine «Führungsfunktion» bei den Anschlägen vom 11. September bereits gestanden. «Ich war von A bis Z für die Planung der Operation verantwortlich», hiess es in einem vom Pentagon veröffentlichten Verhörprotokoll. Ist das nun glaubwürdig?

spionage

Diplomat To Be New French Spy Chief

Intelnote – A veteran diplomat and Arab specialist is to take the helm of French intelligence and counter-terrorism operations under reform plans to be unveiled next month, an official told AFP Monday.

Currently France’s ambassador to Algiers, Bernard Bajolet, 59, was the top French diplomat in Iraq from 2004 to 2006, when he played a key role in winning the release of three kidnapped journalists.

In the newly created post of intelligence tsar, his job will be to oversee the work of the 14,000 mem-bers of the intelligence services, currently split between five agencies, according to a source close to the reform plans.

Bajolet will operate out of President Nicolas Sarkozy’s offices, signalling a shift in responsibility for intelligence matters, until now overseen by a committee in the prime minister’s services, to the Elysee.

Streamlining French intelligence, which is carried out by five agencies that answer to the interior and defence ministers, is one of the aims of a hotly awaited white paper on defence reform to be released next month.

The government announced last September plans to merge two of the services in a bid to improve its response to new security threats such as terrorism and economic espionage.

The new DCRI agency, described as a „French FBI“, will be made up of the RG police intelligence unit and the DST counter-intelligence service.

Bernard Squarcini, the current head of the DST and a close aide to Sarkozy, is tipped to take the helm of the new agency.

vermischtes

k-notes

Lukas Vogelsang – „Fussbalabala…“ Mir gefällt dieses Wort. Auch wenn ich nicht gerade ein begeisterter Fussballnarr bin. Aber als die Zeitung „Bund“ vor einigen Wochen in das Espace Media Group Gebäude am Dammweg in Bern umgezog, ersteigerte ich – auch aus Solidaritätswehmut – von den Redaktions-Trouvaillen die Fussball-Trikots vom legendären „FC Bund“. Versprochen wurden orange Kult-Shirts mit Bundaufdruck, in einer coolen Tasche. Die Versteigerung wurde über RICARDO abgewickelt, die Einnahmen seien für einen guten Zweck, hiess es – das Spiel machte also für alle Sinn und Spass. Ich gewann.

Als ich allerdings die Trikots aus der Tasche befreite, stellte sich der Trübsaal ein: Von den versprochenen orangen Trikots waren genau noch zwei in der Tasche, dazu noch mit verwaschenen untragbaren Nummern im Aufdruck. Die Höschen (waren ja früher irre unsexy…), Socken, Stülpen und Torwarthandschuhe, hatten die Zeit nicht überlebt. Sie „zerbösmelten“ richtiggehend in den Fingern. Eine Serie Trikots waren allerdings fast vollständig, doch die hatten keinen Aufdruck und waren billige Ramschware. Ich war enttäuscht und schrieb dem „Bund“, dass meine Begeisterung sich in Grenzen hielt. Als Antwort erhielt ich folgendes:
Geschätzter Herr Vogelsang,

Tut mir leid, dass Sie erst jetzt ein Feedback kriegen wegen den Fussballleibchen. Simon Jäggi und ich, die wir uns beide um die „Bund“-Trouvaillen gekümmert haben, waren beide im Urlaub.

Ich verstehe Ihren leichten Ärger, dass Sie in der Sporttasche nur noch einige wenige orange Trikots vorgefunden haben. Das Set ist vor und während des Umzugs vom Bubenbergplatz an den Dammweg geschrumpft. Sprich: mehrere Arbeitskollegen haben sich noch husch husch ein Souvenir aus Western Germany unter den Nagel gerissen….Ja, ja, die „Habgier“ macht nirgendwo Halt.

Die Torwarthandschuhe hätten wir selber entsorgen können, das gebe ich gerne zu. Hingegen stehe ich voll und ganz hinter meinem Text, auch wenn er einiges ausblendet. Ich denke, Sie werden mir die nicht ganz detailtreue Beschreibung der Bund-Trikots samt Sporttasche verzeihen. Zudem hoffe ich, Sie haben das Velo in einigermassen fahrtauglichem Zustand ausgehändigt bekommen. Wenn nicht: Die Lieferung sollte in diesen Tagen erfolgen. Das hat mir unser Chauffeur Christoph Bussard versichert.

Es grüsst herzlich aus dem Multimedia-Haus am Dammweg.
Ruedi Kunz
Mir gefällt besonders die Zeile mit den „ausgeblendeten“ Details – das schreibt mir also eine Tageszeitung mit Betonung auf Qualitätsjournalismus – ganz selbstverständlich. Auf meine Frage, wie „für einen guten Zweck“ zu verstehen sei und ob man mir mitteilen könne, wozu die Einnahmen denn jetzt verwendet werden, habe ich bis heute noch keine Antwort erhalten. Das ersteigerte Fahrrad ist übrigens auch noch nicht angekommen…

Irgendwie mag da keine Freude am Fussball aufkommen.

ensuite – Das Berner kulturmagazin

spionage

Canada: new military spy unit aims at overseas missions

Intelnote – Canada’s military has newly set up a special intelligence unit to do spy work on overseas missions, according to a local media report Monday. The military plans to spend about 27 million Canadian dollars (27 million U.S. dollars) over the next three years to purchase equipment for the new unit, which is actively recruiting soldiers, the Canadian Broadcasting Corporation (CBC) said citing military documents it obtained.

The documents show that members analyze information gathered by other soldiers in the field, such as the information soldiers might pick up while interviewing motorists and searching cars at roadside checkpoints. The focus is to gather intelligence about the operational side of a mission, such as hunting for Taliban bomb makers in Afghanistan. Bigger intelligence questions, such as the global manhunt for al-Qaida leader Osama bin Laden, will not be handled by the unit.

The intelligence unit can also be tasked with recruiting and overseeing spy networks in foreign countries that are made up of local intelligence agents, according to the documents.

It’s not clear what countries the unit is currently operating in or how much money in total is being spent to fund the unit’s activities, said CBC. Opposition the New Democratic Party has called for more information be revealed to the public.

terror

USA versteckt Gefangene auch auf Kriegsschiffen

World Content News – Neben Geheimgefängnissen, die auf dem europäischen und afrikanischen Festland existierten, sind mehrere entführte Terrorverdächtige offenbar auch in „schwimmenden Gefängnissen“ festgehalten worden. Dies berichtet der britische Guardian in seiner heutigen Ausgabe und beruft sich dabei auf die Menschenrechtsorganisation Reprieve. Demnach stehen mindestens 17 Kriegsschiffe im Verdacht, wo vorübergehend Gefangene beherbergt und „befragt“ wurden, bevor man sie an andere Orte brachte. Die betroffenen Schiffe seien u.a. im Indischen Ozean und in der Nähe von Somalia im Einsatz gewesen.


USS Peleliu: Schwimmende Festung vor den Philippinen

Deutliche Erkenntnisse für eine geheime Haft gibt es offenbar bei den amphibischen Angriffsschiffen USS Peleliu (LHA 5) und USS Bataan (LHD 5). Andere Schiffe, die verdächtigt werden, weil sie sich über längere Zeit in den Gewässern vor Diego Garcia aufhielten:

USNS Stockham
USNS Watson
USNS Watkins
USNS Red Cloud

USNS Sisler
USNS Soderman
USNS Charlton
USNS Dahl
USNS Pomeroy
MV Pvt. Franklin J. Phillips
MV CPL Louis J. Hauge JR.
MV PFC William B. Baugh
MV PFC James Anderson Jr.

MV 1st Lt. Alex Bonnyman

Auch auf der Insel selbst existierte möglicherweise ein geheimes Gefängnis. Sie gehört zum Britischen Territorium im Indischen Ozean. Dort sollen neben weiteren Personen die Terrorverdächtigen Hambali aka Riduan Isamuddin, Abu Zubaydah und Khalid Shaikh Mohammed festgehalten und schwer gefoltert worden sein. Am Donnerstag beginnt in dem US-Gefangenenlager auf Kuba der erste Prozess gegen fünf mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001, darunter Shaikh Mohammed. Ihnen droht die Todesstrafe.

Jahrelang stritt man in England alles ab, doch dann hieß es plötzlich – „very sorry indeed“: Im Frühjahr dieses Jahres hatte die britische Regierung zugegeben, dass die Flieger der USA mit Gefangenen an Bord auf der Insel zum Auftanken Halt machten. Dass es nicht beim Tanken blieb, scheint nun gewiss, es wurde eine neue Untersuchung eingeleitet. Der mysteriöse „Selbstmord“ eines hohen Beamten, der u. a. auch die CIA-Flüge aufklären sollte, fällt im übrigen genau in diesen Zeitraum.

Die britische Menschenrechtsgruppe Reprieve weist auf eine weitere Inselgruppe hin, die unter britischem Hoheitsrecht steht: Insbesondere auf den Turks- und Caicosinseln (Flughafen von Providenciales) haben viele Gefangenenflieger oft Station gemacht.

Gestern wurde nun die US-Regierung ersucht, die Namen der Gefangenen herauszugeben, die auf Schiffen festgehalten wurden. Reprieve will noch in diesem Jahr einen neuen detaillierten Bericht dazu herausgeben. Die Organisation weist außerdem darauf hin, dass seit der Ankündigung der Einstellung der „Extraordinary Renditions“ im Jahr 2006 bis zu 200 weitere Personen Opfer der illegalen CIA-Entführungen wurden.

Quellen:
US accused of holding terror suspects on prison ships
(Guardian, 02.06.2008)
„Schwimmende Gefängnisse“ für Terrorverdächtige
(Der Standard, 02.06.2008)
Prozess gegen Hauptverdächtige des 11. September beginnt
(Focus, 02.06.2008)
Enforced disappearance, illegal interstate transfer, …
(Reprieve, Okt. 2007)
Über 50 CIA-Geheimflüge über Portugal in zwei Jahren?
(ORF, 23.05.2008)
The truth about rendition (New Statesman, 25.02.2008)

siehe auch:
Messe-Highlight in der Schweiz: Folterflieger zum Anfassen
(WCN, 26.05.2008)
Gefangenentransporte nach Guantanamo wieder aufgenommen
(WCN, 20.03.2008)
„Journey Of Death“: Letzter Stop Guantanamo
(WCN, 03.02.2008)
Innenansichten eines CIA-Folterkerkers (WCN, 17.12.2007)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

deutschland

Probleme bei der Urenco

Michael Schulze von Glaßer – Atommülltransport erneut verschoben. Erweiterung der Urananreicherungsanlage immer noch nicht in Betrieb gegangen.

Die Probleme der Betreiberfirma der einzigen Urananreicherungsanlage Deutschlands häufen sich. Nachdem ein Atommülltransport von der Gronauer Atomanlage nach Russland schon am 16. Mai nicht fuhr, ist der Transport auch am vergangenen Mittwoch ausgefallen – obwohl der Zug samt Lokomotive bereitstand. Auch die Polizei zeigte sich aufgrund des nun schon zum zweiten Mal verschobenen Transports sichtlich verwirrt. Auch das für den Transport nahe dem Rotterdamer Hafen bereitstehendes Schiff wurde wieder wegbeordert. Urenco äußert sich grundsätzlich nicht zu den misslungenen Atommülltransporten. Wann die Güterwaggons – die noch immer voll beladen auf dem Gelände der Anreicherungsanlage stehen – nach Russland aufbrechen ist unbekannt. Laut Urenco endet der Atommüllexport aber definitiv am 1.Januar 2009.

Auch beim Ausbau der Anlage ist es zu unerwarteten Verzögerungen gekommen. Schon im vergangenen Sommer kündigte die Urenco an, den Erweiterungsbau im Oktober 2007 in Betrieb zu nehmen. Dies ist noch immer nicht geschehen. Laut Pressestelle soll die Inbetriebnahme aber in den nächsten Wochen erfolgen – wann genau wird die Urenco erst kurz zuvor bekannt geben um sich weitere Peinlichkeiten zu ersparen. Angeblich sollen technische Probleme der Grund für die Verzögerung sein.

Dem Ziel ihren Marktanteil, der heute bei 23 Prozent liegt, zu erhöhen und dem erklärten Ziel Weltmarktführer bei der Urananreicherung zu werden kommt die Urenco so nicht näher.

Anti-Atom-Initiativen aus dem Münsterland rufen für den 4. Juni zur Demonstration unter dem Motto „Uranmülltransporte stoppen – Urananreicherungsanlagen sofort stilllegen“ auf. Beginn ist um 18 Uhr vorm Münsteraner Hauptbahnhof. Da die letzten Urantransporte meist an einem Mittwoch stattfanden, wird der Atommüllzug für diesen Tag erwartet.

Weitere Information:
Sofa-ms
Urntransport

afrika

Simbabwe: Eine Cola für eine Milliarde Dollar

Dr. Alexander von Paleske – Die Lage in Simbabwe wird täglich schlimmer. Die Inflation liegt irgendwo zwischen 100.000 und 1.000.000 Prozent. Güter des täglichen Bedarfs sind nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich, eine Cola kostet 1 Milliarde Simbabwe-Dollar.

Mugabe eröffnet Wahlkampf
Präsident Robert Mugabe hat den Wahlkampf am Africa Day (25.5.) eingeläutet. Sein Wahlkampfthema: “Total Independence and Ownership.” Totale Unabhängigkeit und vollständiger Besitz der Ressourcen des Landes. In einem Land, das seit 28 Jahren unabhängig und wirtschaftlich völlig ruiniert ist.

Begleitet wird der Wahlkampf durch die Ermordung von Oppositionellen wie vorletzte Woche Tonderai Ndira, Oppositionsaktivist seit den ersten Demonstrationen gegen Mugabe im Jahre 1998. Er wurde in den letzten 10 Jahren insgesamt 35 mal verhaftet.

Ndira wurde mit vorgehaltener Waffe von Sicherheitsbeamten in Zivil aus seinem Haus in Mabvuku/Harare entführt, anschließend offenbar schwer gefoltert und dann getötet. Dem Leichnam fehlte die Zunge und der Körper war übersät mit Blutergüssen.

Mehr als 50 Angehörige bzw. angebliche Wähler der Oppositionspartei MDC wurden seit dem den Wahlen am 29. März ermordet.
Gestern wurde der Oppositionspolitiker Arthur Mutambara verhaftet. Vorwurf: Verleumdung des Praesidenten.

Für die am 27. Juni vorgesehenen Präsidentschaftsstichwahlen fehlt das Geld. Es bestehen erhebliche Zweifel, dass sie überhaupt stattfinden werden. Mugabes Frau Grace hat in der vergangenen Woche in Shamva schon mal verkündet dass, gleichgültig wie die Wahlen ausgehen, der Oppositionsführer Tsvangirai niemals Präsident Simbabwes werde. Demokratieverständnis nach Diktatorenart.

Mittlerweile wächst der Druck auf Mugabe, einer Regierung der nationalen Einheit zuzustimmen. Das ist genau das Ziel, das sich Mugabe mit seiner Terrorkampagne gesetzt hat, wie wir bereits berichtet haben.

Mugabe kann sich nämlich keineswegs sicher sein, trotz des von seinen Schergen entfalteten Terrors die Wahlen zu gewinnen. Eine Regierung der nationalen Einheit, bei der er selbstverständlich die Präsidentschaft, zumindest für eine Übergangszeit, reklamiert, würde ihm nicht nur den Machterhalt sondern auch die Straflosigkeit für all die von ihm angeordneten Verbrechen sichern.

Mbeki schreibt an US Präsidenten
In der Zwischenzeit ist der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki, ein Freund Mugabes, nicht untätig geblieben, sondern schrieb an den US Präsidenten Bush und verbat sich jegliche Einmischung in seine (seit 7 Jahren andauernden) Vermittlungsbemühungen in Simbabwe. Das Schreiben, das angeblich gefüllt ist mit Ausrufezeichen, endet mit der Forderung „Afrika den Afrikanern“. Er vergaß offensichtlich dazuzusetzen „Brutale afrikanische Diktatoren inbegriffen“.

Südafrika: Der politische Bankrott des Präsidenten Mbeki

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medien

US-Wahlkampf: Medien Tycoon Rupert Murdoch setzt auf Obama

Dr. Alexander von Paleske – — 1.6. 2008 — Medientycoon Rupert Murdoch, der ursprünglich Hillary Clinton im Wahlkampf favorisiert hatte, schwenkt auf neuen Kurs. Nachdem nun offenbar wird, dass Obama die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten wohl gewinnen wird, lässt er Clinton fallen.

Damit verfolgt Murdoch die von uns bereits beschriebene Strategie, unabhängig von den eigenen politischen Überzeugungen, die streng konservativ sind, denjenigen Kandidaten mit der massiven Hilfe seiner Medien zu unterstützen, der die größten Chancen hat, Wahlen zu gewinnen. Dadurch sichert er sich nach der Wahl politischen Einfluss. So war es seinerzeit in Australien, später in England und jetzt in den USA.


Murdoch hat gut lachen: Sieg auf sicher. So oder so.

Murdochs Sturmgeschütze sind einmal der US-News Channel „Fox News“, für den unabhängiger Qualitätsjournalismus ein Fremdwort ist und der Appell an die Emotionen der Zuhörer täglich Brot. Zum anderen kontrolliert er die New Yorker Tageszeitung „New York Post“.

In einem Interview mit dem von ihm letztes Jahr gekauften Wall Street Journal sieht er nicht nur eine schwere Rezession in den USA voraus, sondern gerade deshalb auch einen Erdrutschsieg der Demokraten mit Obama. Dem Kandidaten der Republikaner McCain gibt er keine Chancen.

Mit dem Irakkrieg hat er offenbar nichts mehr am Hut, anders noch im Jahre 2003, wo er frohlockte:
„The greatest thing to come out of this (gemeint ist der bevorstehende Einmarsch in den Irak) for the world economy would be a US$ 20 for the barrel of oil.“
Der Preis liegt bekanntermaßen mittlerweile bei über 120 US Dollar. In dem Interview behauptete er auch, „sich noch nicht entschieden zu haben, wen er unterstützen werde im Wahlkampf“. Gleichzeitig äußerte er das dringende Bedürfnis, Obama zu treffen.

Ob Obama wohl das gleiche dringende Bedürfnis umgekehrt verspürt?

Rupert Murdoch – Citizen Kane in der Aera der Globalisierung
ABRECHNUNG – Sir Richard Dearlove (MI6) gegen Tony Blair