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Südafrika – Ende der Regenbogen-Nation?

Dr. Alexander von Paleske – Das Ende der Apartheid in Südafrika würde in einem Blutbad enden. Der Hass von Schwarz gegen Weiß als Folge von 40 Jahren brutalster Unterdrückung durch das Apartheidregime ließe keinen anderen Ausweg zu. Das war die Prognose, die Ende der 80er Jahre von vielen Kennern der Szene vertreten wurde.

Es kam bekanntermaßen alles anders. Nelson Mandelas Versöhnungswerk, als „Regenbogen-Nation“ gefeiert, brachte einen friedlichen Ausweg in einer scheinbar unlösbaren Situation. Mit seiner unangreifbaren moralischen Autorität setzte er einen „Friedensvertrag“ durch, der auch die Aufarbeitung der Vergangenheit durch die Wahrheitskommission umfasste.

Oder, anders ausgedrückt, er heilte den „Patienten“ Südafrika, entließ ihn direkt von der Intensivstation in die Rehabilitation.

Dieser Patient ist nunmehr in das Krankenhaus zurückgekehrt. Noch befindet er sich in der Ambulanz und es steht noch nicht fest, ob eine stationäre Einweisung erforderlich ist, aber eine Reihe von Krankheitssymptomen sind in den letzten Wochen aufgetreten bzw. deutlicher zutage getreten, die Besorgnis erregen.

Die Krankheitssymptome sind:

– Rassismus;
– Ausufernde Kriminalität, vor allem Gewaltkriminalität;
– Schamlose Bereicherung von ehemaligen Politikern;
– Drogenkonsum;
– Politiker mit Flecken auf der Weste, die an die Macht drängen.

Das hässliche Gesicht des Rassismus
Rassismus? Man möchte sich die Augen reiben, der Rassismus war doch gerade durch das Versöhnungswerk Nelson Mandelas beseitigt worden. Stimmt, der war oberflächlich beseitigt, aber der kommt jetzt wieder zum Vorschein, wobei allerdings noch nicht klar ist, ob die Vorfälle symptomatisch sind oder nicht.

Beginnen wir also mit dem Video, aufgenommen von Studenten der Universität des Free State in Bloemfontein, im Herzland der Buren. Dort gibt es in den Studentenwohnheimen Integration weitgehend nur auf dem Papier.

Das Rassisten-Hotel
Die schlimmsten weißen Rassisten unter den dortigen Studenten hatten es sich in dem „Reitz-Hostel“ gemütlich gemacht, dort wurde nicht nur Afrikaans gesprochen, dort ließ man nicht nur die weiße Vergangenheit hochleben, sondern die nähere Umgebung des Hotels wurde zu einer „No Go Zone“ für schwarze Kommilitonen erklärt, wer es als Schwarzer wagte, näher zu kommen, wurde mit übelsten rassistischen Schimpfworten bedacht.

Aber damit nicht genug, die „Reitz-Crew“ drehte ein Video, in dem unter anderem die schwarzen Bediensteten gezeigt werden, wie sie Essen einnehmen, auf das vorher einer der Studenten uriniert hatte. Und jede Menge von rassistischen Sprüchen und Szenen können dort bestaunt werden. Das Video landete zur besseren Verbreitung im Internet und der Skandal war perfekt.

Nun stellte sich heraus, dass die Universitätsverwaltung diesem rassistischen Treiben offenbar lange tatenlos zugeschaut hatte. Und dies alles wurde begangen von Studenten, die unter der Versöhnungspolitik von Nelson Mandela aufwuchsen.

Aber damit nicht genug. In den letzten Monaten machten Kriminalfälle Schlagzeilen. In einem Fall hatte ein weißer Farmer einen ehemaligen Arbeiter bewusstlos geprügelt, ihn dann in sein Löwengehege geworfen und den Löwen zum Fraß überlassen.

Ein anderer Farmer erschoss einen schwarzen Jugendlichen auf seiner Farm und behauptete später, er habe ihn mit einem Hund verwechselt.
Ein anderer Farmer hatte einen seiner Arbeiter gefesselt und dann an sein Auto gebunden und geschleift. Schließlich wurde letzte Woche wieder ein schwarzer Farmarbeiter von weißen Farmern geschlagen und dann mit dem Auto über seine Beine gefahren.

Neuer exklusiver Journalistenverband
Schwarze Journalisten gründeten vor zwei Wochen eine Vereinigung, in der nur schwarze Journalisten Aufnahme finden können. Auch das ist ein klarer Akt von Rassismus. Wobei sich dann, wie zu Apartheidzeiten, die Frage stellt wer schwarz ist, kann ein „Coloured“ aufgenommen werden. Alles schon einmal dagewesen und als überkommen geglaubt.

Ausufernde Kriminalität
Die ausufernde Gewaltkriminalität, über die wir hier mehrfach berichtet haben, erzeugt ein gehöriges Maß von Unsicherheit und Zynismus gerade auch unter den Weißen, ein guter Nährboden für den aufflammenden weißen Rassismus. Dabei ist die schwarze Bevölkerungsmehrheit ungleich mehr Opfer dieser Gewaltkriminalität.

Und neben der schamlosen Bereicherung von ehemaligen Politikern, die sozusagen über Nacht Rand-Milliardäre werden, alles unter der Devise „die jahrzehntelange Benachteiligung auszugleichen“, auch der Versuch des neuen Vorsitzenden der Regierungspartei ANC, Jacob Zuma, mit allen Mitteln die Hinzuziehung von Belastungsmaterial zu verhindern, das ihn möglicherweise der Korruption im Zusammenhang mit Waffengeschäften überführen könnte. Zu diesem Zweck hat er nicht nur eine Klage beim Verfassungsgericht angestrengt, über die in der vergangenen Woche verhandelt wurde, sondern er reiste persönlich nach Mauritius, dort befindet sich in den Händen der dortigen Staatsanwaltschaft angeblich Belastungsmaterial gegen ihn, um eine Weiterleitung an die Staatsanwaltschaft in Südafrika zu verhindern. Und Zuma ist als nächster Staatspräsident Südafrikas vorgesehen.

Ach ja, in zwei Jahren soll dort die Fußballweltmeisterschaft stattfinden.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte der Patient Südafrika das Krankenhaus verlassen haben. Hoffentlich!

Herz-OP ohne Strom – Südafrikas Reise in die Finsternis

Mbeki, Mugabe und die Wahlen in Simbabwe
Südafrika – Auf dem Weg in eine Bananenrepublik?
Auswärtssieg im Rugby, und Heimniederlage der Demokratie – Südafrika in der vergangenen Woche.
Südafrika – Kampf Mbeki gegen Zuma geht in neue Runde
Zumas Ansprache –
Kampf gegen AIDS und Kriminalität
Heuchler, Helden und Pillendreher
Südafrika – Neuwahlen wahrscheinlich
Südafrika: Mbeki gegen Zuma – ANC vor der Zerreissprobe
Südafrika: Thabo Mbeki auf dem Kriegspfad
Südafrika: Tokyo Sexwale kandidiert
Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?
Machtkampf am Kap
Bulelani Ngcuka and his Apartheid Soldiers

spionage

Gefangenentransporte nach Guantanamo wieder aufgenommen

World Content News – Die USA haben nach eigenen Angaben einen engen Gefolgsmann von El-Kaida-Chef Osama bin Laden in ihre Gewalt gebracht und ihn möglicherweise über Norwegen nach Guantanamo ausgeflogen. Die Zeitung „Stavanger Aftenblad“ berichtete Stunden zuvor in ihrer Online-Ausgabe, ein von der CIA für Gefangenentransporte verwendetes Flugzeug sei im norwegischen Sola zwischengelandet. Die Maschine einer vom US-Geheimdienst betriebenen Firma sei aus Brno (Brünn) in Tschechien gekommen und nach dem Auftanken nach Keflavik in Island weitergeflogen, hieß es unter Berufung auf Flughafenmitarbeiter.

Der Name des Gefangenen sei Muhammad Rahim, der Bin Laden 2001 zur Flucht vor den US-Truppen in Afghanistan verholfen haben soll. Er werde seit dieser Woche im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba festgehalten, sagte ein Pentagon-Sprecher in Washington. Der US-Auslandsgeheimdienst CIA habe Rahim in die Obhut des Verteidigungsministeriums gegeben, teilte er weiter mit.

Rahim soll Bin Laden geholfen haben, das Höhlensystem von Tora-Bora in den afghanischen Bergen zum Versteck auszubauen. Als US-Truppen Ende 2001 im Anmarsch dorthin waren, habe Rahim dem El-Kaida-Chef angeblich bei der Flucht Hilfe geleistet.

Damit ist erstmals seit September 2006 von offizieller Seite wieder eine Überstellung nach Guantanamo eingeräumt worden. Am 04.09.06 waren 14 hochkarätige Terrorverdächtige mit einer Militärmaschine im Folter-Camp eingetroffen. Tags zuvor wurden laut eines Zeugen, der nicht mehr auffindbar ist, drei arabisch sprechende Gefangene aus einem Gefängnistrakt der US-Kaserne Coleman Barracks in Mannheim-Sandhofen zu einem unbekannten Ziel ausgeflogen. Drei Tage später erklärte US-Präsident Bush, die Überstellungen nach Guantanamo würden für einen begrenzten Zeitraum ausgesetzt.


Folterflieger N4466A, aufgenommen in Stuttgart (2005) (Bild: airliners.net)

Bei dem am 14.03.2008 in Norwegen und anschließend auch in Island gesichteten CIA-Flugzeug handelt es sich um eine Beechcraft 350 mit der Registriernummer N4466A, die von der CIA-Firma Aviation Specialties betrieben wird. Sie landete am Freitag morgen auf dem norwegischen Flughafen von Sola bei Stavanger um 09:35 Uhr, um aufzutanken. Das Flugzeug war nach einem Aufenthalt in Stuttgart seit 2005 von der Bildfläche verschwunden. Erst am 28.01.2008 wurde sie wieder im türkischen Kayseri gesichtet, als sie auf den Weg nach Bagdad war.

Wold.Content.News hat im Anschluss an den norwegischen Medienbericht in Flighttrackern recherchiert und kann inzwischen folgendes bestätigen: Das Folterflugzeug (auf norwegisch: Fangeflyet) von Aviation Specialties landete tatsächlich im Anschluss nach der Sichtung in Norwegen im isländischen Keflavik (Icao: BIKF). Falls sich ein Gefangener an Bord befand, müsste er der Logik nach dort das Flugzeug gewechselt haben.


Terminal Air: Wann bitte geht der nächste Flug nach Guantanamo?

Denn folgendes hat sich auf diesem Flughafen abgespielt: Am Vortag (13.03.) traf eine Boeing 738 mit der Flugnummer BSK208 in Keflavik ein (Rufzeichen: BISCAYNE, fliegt für die Fluglinie Miami Air International). Sie kam aus Portsmouth, NH (Icao: KPSM) und muss wohl in Island auf das verspätete Flugzeug der CIA gewartet haben.


Ziemlich suspekte Boeing-Route: BIKF-KPSM-KGRK-MUGM (Guantanamo)

Wann die Boeing am Morgen tatsächlich wieder in Richtung USA abhob, ist seltsamerweise in den Aufzeichnungen nicht vermerkt (s.o.), diesmal hieß die Flugnummer BSK209. Zunächst ging es zurück nach Portsmouth und dann weiter auf den Luftwaffenstützpunkt Robert Gray AAF in Fort Hood, Texas (KGRK). Hier landen zuweilen auch Flugzeuge, die in Irland verdächtigt werden, Gefangene zu transportieren. Von dort aus schließlich (als BSK118) startete die Boeing mit ihrer Fracht das eigentliche Ziel an: Guantanamo Bay.


Miami Air Intl.: Endstation Torture (Flightaware)

Update: Auch aus Island liegt mittlerweile ein Bericht vor. Auf dem Flughafen von Keflavik wurden am Freitag zwei Piloten beobachtet, die es offenbar mit dem Auftanken mächtig eilig hatten. Anschließend sei die Maschine Richtung Grönland geflogen. Flugaufzeichnungen der 10-sitzigen Beech liegen erst wieder ab Sonntag vor. Sie belegen, dass die N4466A am 16.03. um 13:00 Uhr (Ortszeit) von Goose Bay in Kanada nach Manchester in New Hampshire aufgebrochen ist, und von dort weiter zu ihrem Stüzpunkt in Smithfield, NC (Johnston County) flog.

Offenbar ist es den aufmerksamen Flughafenmitarbeitern in Norwegen zu verdanken, dass das Pentagon, kaum dass der Gefangene in Guantanamo angekommen war, auch schon die Öffentlichkeit informieren musste, nachdem der Geheimdienstflug in der Presse Aufsehen erregte. Gut, dass es Leute gibt, die noch aufpassen.

Quellen:
Amnesty krever tiltak mot CIA (aftenbladet.no, 14.03.2008)
CIA flight landed in Stavanger (aftenposten.no, 14.03.2008)
USA melden Festnahme von engem Bin-Laden-Vertrauten
(markenpost.de, 14.03.2008)
Bin Laden escape agent is in Guantanamo now
(San Francisco Chronicle, 15.03.2008)

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Krieg

Aufstand in Tibet fordert erste Todesopfer

World Content News – Nach dem gestrigen in Nordindien gestoppten Protestmarsch, bei dem mehr als 100 Teilnehmer verhaftet wurden, ist es heute in Tibets Haupstadt Lhasa zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Mehrere Läden in der Altstadt wurden angezündet, auch Schüsse waren zu hören.

Laut Agence France Press sollen mehrere Menschen bei den Protesten ums Leben gekommen sein (newsinfo), Dutzende wurden verletzt, es gehen auch Gerüchte um, dass das Kriegsrecht verhängt worden sei. Von chinesischer Seite wurde dies aber zurückgewiesen.

„Die Polizei hat in die Menge geschossen“, berichteten Augenzeugen dem US-amerikanischen Sender Radio Free Asia (RFA). Ein Augenzeuge habe zwei Leichen am Barkor genannten Pilgerweg um den Jokhang-Tempel gesehen. Die chinesischen Truppen hätten auf die Menschen geschossen und auch Tränengas eingesetzt. In anderen Berichten war von einer höheren Opferzahl die Rede.

«Wir haben sehr viel mit den Verletzten zu tun, es gibt viele Verletzte. Einige sind ganz sicher gestorben, aber ich weiss nicht wie viele», sagte die Sprecherin der Rettungsdienste per Telefon.


Läden in Lhasa angezündet (Bildquelle: The Times)

Diverse Polizei- und Armeefahrzeuge gingen in Flammen auf, Polizisten und Feuerwehrleute wurden verprügelt.

Die drei großen tibetischen Klöster seien von chinesischen Truppen umstellt, auch Touristen dürfen sie nicht mehr betreten. Dabei seien auch Mönche zusammengeschlagen worden (BBC). Etwa 50 Mönche wurden festgenommen, zwei von ihnen befinden sich in kritischem Zustand, nachdem sie versuchten, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Vor dem Potala-Palast, dem Wintersitz des Dalai Lama, sind Panzer aufgefahren.

Durch den massiven Einsatz von Sicherheitskräften ist das Leben in der tibetischen Hauptstadt zum Erliegen gekommen. „In Lhasa ist alles geschlossen – Restaurants, Cafés und Geschäfte“, sagte ein deutscher Tourist am Telefon. „Man sieht nur noch Soldaten und Polizisten, nichts weiter.“

Die Ausschreitungen sind der vorläufige Höhepunkt der Proteste anlässlich des Jahrestages des 1959 niedergeschlagenen Aufstandes gegen die chinesischen Besatzer. Seit dem Jahrestag am Montag hatten sich die Proteste auf mehrere Klöster in der Region Tibet und auch in der Provinz Qinghai ausgeweitet, wie exiltibetische Gruppen berichteten.


Proteste auch in Amdo Labrang im Osten Tibets (Bildquelle: Tagesschau)

Der 80 Kilometer von Lhasa entfernte Gonggar-Flughafen sei unter chinesische Militärkontrolle gestellt worden, berichten Reisende. Es sei derzeit schwer möglich aus Tibet auszureisen.
(tagesanzeiger.ch)

In Xiahe im Nordwesten Chinas unterband die Polizei eine Demonstration von ca. 200 Protestlern.

In der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu wurden bei einem Protestmarsch von 1000 Demonstranten 12 Mönche verletzt

In China, Indien und Nepal haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Tibeter gegen die chinesische Herrschaft und gegen die bevorstehenden Olympischen Spiele in Peking protestiert.


Protestmarsch in Indien brutal gestoppt (Al Jazeera)

Der Dalai Lama rief die Führung in Peking auf, den Tibet-Konflikt auf dem Weg des Dialogs beizulegen. Neben dem Dalai Lama ermahnte auch der Brüsseler EU-Gipfel China zur Zurückhaltung. Zugleich forderten die Staats- und Regierungschefs die Freilassung festgenommener Demonstranten.

Medienzensur: Die chinesische Zensur blockiert alle Fernsehberichte über die Unruhen, die der US-Nachrichtensender CNN und die britische BBC über Satellit nach China ausstrahlen.

Peking verhandelt mit der nepalesischen Regierung, Klettertouren auf den Mount Everest bis zum 10. Mai zu verbieten, um mögliche öffentlichkeitswirksame Proteste von Tibetern zu verhindern. Scheinbar mit Erfolg. (Sky News).

Franz Alt: Lernen aus der Olympiade 1936
1936 hatte die Welt auf den von den Nazis organisierten Olympischen Spielen in Berlin Hitler zugejubelt. Der Diktator und spätere Massenmörder fühlte sich in seiner menschenverachtenden Politik bestärkt. 2008 finden die Spiele in Peking statt. Will die Welt auch in diesem Jahr kritiklos einer Diktatur zujubeln und die Opfer vergessen? Weiterlesen


Freiheitssymbol: Tibet-Flagge

Info-Links:
Wikipedia: Tibet
Tibet-Initiative Deutschland
Free Tibet Campaign

News:
Google (de)
Google-News (int.)

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N34315: Welcome to Vienna

World Content News – Die geheimnisvollen CIA-Flugzeuge, über die seit Tagen Presseberichte aus der Slowakei, Ungarn und Rumänien kursieren, waren früher häufig zu Gast in Deutschland. Darunter auch der Guantanamo-Flieger N368CE, dem schon das Magazin „Stern“ mit einer Reportage seine Aufmerksamkeit schenkte. Und aktuell: Die zitierte Boeing N34315 ist auf ihrer Flucht vor Planespottern soeben in Wien gelandet. Herr Abgeordneter Dr. Pilz, übernehmen Sie!

Bei den gesichteten Flugzeugen handelt es sich um folgende Objekte:

N34315, Boeing 737, c/n 23366, Wilmington Trust
N731VA, Boeing 737, c/n 27456, Wells Fargo Bank
N742VA, Boeing 737, c/n 24773, Wells Fargo Bank

Alle drei Maschinen sind in Treuhandbesitz der obengenannten Firmen, der tatsächliche Besitzer und Operator ist aber die Firma Vision Airlines (früher: Premier Aircraft Management, Inc) aus Las Vegas, logistisch gesteuert werden sie wohl von Irland und Malaysia aus.

Die Boeing N731VA machte 2005 unter ihrer alten Registriernummer N368CE Schlagzeilen in der Presse, als dem Magazin „Stern“ interne Unterlagen des Frankfurter Flughafens zugespielt wurden, in der die Nahost-Destinationen der seit längerem als CIA-verdächtigen Maschine gelistet waren.

Tatsächlich ergaben Recherchen in Flugdatenbanken der FAA, dass die Boeing 2004 auch in Guantanamo landete:

N368CE   12.04.04   Wilmington, NC  –> Washington
N368CE   13.04.04   Washington –> Guantanamo, Kuba
N368CE   13.04.04   Sal, Cap Verde –> Casablanca, Marokko
N368CE   14.04.04   Rabat, Marokko –> Santa Maria, Azoren
N368CE   14.04.04   Santa Maria, Azoren –> Washington
N368CE   14.04.04   Washington –> Wilmington, DC

Im November 2006 wurde die N368CE auf die Nummer N731VA umregistriert, nachdem Planespotter aus Deutschland und später Irland wiederholt auf die mysteriösen Flüge aufmerksam machten. Jetzt fliegt sie zusammen mit ihren Schwestermaschinen direkt aus den USA nach Rumänien (Constanta und Bukarest) und Slowakei (Bratislava), wo sie auftanken und zu unbekannten Zielen im Persischen Golf weiterfliegen.

World.Content.News hat die Spuren der drei Maschinen gelegentlich verfolgt und innerhalb eines Jahres insgesamt 197 Flüge über Osteuropa festgestellt:

Von Bis Landungen N731VA   N34315   N742VA   Total
22.05.06 19.09.06 Bucharest 0 34 4 38
22.09.06 31.10.06 Budapest 0 13 12 25
03.11.06 25.11.06 Constanta 1 6 7 14
27.11.06 28.04.07 Bucharest 12 32 40 84
01.05.07   30.06.07   Bratislava   12 7 17 36


N34315: Über Bratislava in den Krieg?

In wessen Auftrag die Flugzeuge derzeit tätig sind, welche Destinationen sie am Ende wirklich ansteuern und mit welcher Fracht sie unterwegs sind, lässt sich derzeit nicht beantworten. Im offiziellen Auftrag für die US-Regierung fliegen sie jedenfalls nicht, diese Kontrakte müssen öffentlich ausgewiesen werden. Auffällig sind die zahlreichen (Zwischen-?) Landungen in Ashgabat in Turkmenistan, die die N368CE in ihrer Deutschland-Zeit aufwies, aber auch Landungen in Kabul und Bagdad sind darunter.

Dass mit den Flugzeugen nicht gut Kirschen essen ist, legt ein Bericht von slowakischen Medien nahe: Die Besatzung käme in „Wagen mit getönten Scheiben“ zur wartenden Maschine bzw. verließe sie so. Den parkenden Boeings dürfe sich niemand nähern, werden Flughafenmitarbeiter zitiert.

Möglich ist, dass sie zur Unterstützung der Kriege im Irak und Afghanistan eingesetzt werden und für private Geheimdienste oder Söldnerfirmen unterwegs sind. Parallelen dazu lassen sich nämlich in Irland festmachen. Auch in Shannon in Irland tauchen seit Monaten ehemalige CIA-Flugzeuge (N475LC, N478GS) auf, die für den Rüstungs- und Mischkonzern L3-Communication unterwegs sind, der auch einen privaten Geheimdienst unterhält.

Ob die Österreicher jetzt den geheimnisvollen Vogel rupfen werden, falls er wieder mal auftaucht? Schön wärs ja, hat man doch noch die Abfangjäger für die CIA Hercules N8183J in Erinnerung, die, wie man heute weiß, damals von einem gewissen Herrn Kamyar Pahlavi von der iranischen Schah-Familie für die CIA angeschafft wurde (Kosten: schlappe 11 Millionen Dollar), wo möglicherweise zusammen mit der N2189M Waffenschmuggel in großem Stil betrieben wurde.

Download: Flugdaten der Vision Airlines
(N368CE/N731VA, N34315, N742VA – zipped Excel-File 190KB)

Quellen:
Geheimnisvolle Boeings landen wöchentlich in Bratislava
(Der Standard, 12.03.2008)
Mysteriöse Boeing-Transporte in Europa? CIA als Initiator geheimer Flüge vermutet (networld.at, 13.03.2008)
CIA Boeing sighted in CEE (Budapest Times, 12.03.2008)
Shannon: Four suspect CIA flights refuel at airport
(limerickleader.ie, 13.03.2008)
Wo die Folterjets heute fliegen (blick.ch, 11.07.2007)
CIA-Flugzeuge sind auch nur Menschen
(N368CE-Bericht, stern.de, 09.02.2006)

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Liars and Crooks: Kanzleramt war von Beginn an über das CIA-Entführungsprogramm informiert

World Content News – Endlich Klarheit: Tylor Drumheller, der Ex-Europachef der CIA, hat einem Bericht des Magazins „Stern“ zufolge die scheinheiligen Behauptungen der früheren Bundesregierung widerlegt, sie hätten von den geheimen CIA-Flügen und ihrer Verschleppungspraxis erst aus der Presse erfahren. Bereits im Herbst 2001 seien deutsche Sicherheitsbehörden sowie das Kanzleramt über das CIA-Entführungsprogramm informiert worden. Damit ist zumindest der frühere Bundesinnenminister Otto Schily offenbar der Lüge überführt, der heutige Außenminister Frank Walter Steinmeier und der jetzige BND-Präsident Ernst Uhrlau werden sich dagegen wohl wieder einmal aus der Affäre ziehen können.

Entgegen den Informationen des Stern, Steinmeier hätte behauptet, erst 2004 über die menschenrechtswidrigen Praktiken des US-Geheimdienstes informiert worden zu sein, verhält es sich tatsächlich so, dass die Politik es versäumt hat, den Rhetorik-Profi Steinmeier in dieser Hinsicht klar darauf festzunageln, wann er genau etwas davon erfahren hat. Denn der hatte stets betont, im Fall der Entführung von Khaled el Masri erst 2004 unterrichtet worden zu sein, was anderes hatte man ihm nie entlocken können.

Allenfalls Heuchelei wird man dem intern bereits als Kanzlerkandidaten für die nächste Bundestagswahl gehandelten Außenminister nachsagen können. Zitat Pressebericht:

Steinmeier selbst kündigte an, dass bei seinem Antrittsbesuch in den USA die Berichte über geheime CIA-Gefangenentransporte mit Zwischenlandung in Deutschland ein Thema sein werden. „Da das Thema auch ein Thema der innenpolitischen Diskussion in den USA ist, kann ich das nicht ausschließen“, sagte Steinmeier am Samstag in Berlin. Er erwarte eine Stellungnahme der USA, um die die EU gebeten habe. „Das, was zu lesen ist, gäbe in der Tat Anlass zu Besorgnis„, zitierte die „Bild am Sonntag“ den SPD-Politiker.

Anders dagegen Otto Schily, der hatte sich unvorsichtigerweise viel weiter aus dem Fenster gehängt. In der Annahme der Richtigkeit des Sternberichts und der Einlassungen Drumhellers wäre er der Lüge überführt. Zitat Pressebericht:

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat nach eigenem Bekunden keinerlei Kenntnis über heimliche CIA-Flüge oder über geheime Gefängnisse und Verhörzentren des amerikanischen Geheimdienstes in Europa gehabt. Er habe keine Informationen bekommen, «die mich in die Lage versetzt hätten, dafür zu sorgen, dass einem deutschen Staatsbürger kein Leid geschieht – zu einem Zeitpunkt, wo ich hätte eingreifen können», sagte Schily der Wochenzeitung «Die Zeit» unter Anspielung auf den Deutsch-Libanesen Khaled el Masri.

Und auch der stellvertretende Sprecher der früheren rot-grünen Bundesregierung, Thomas Steg, hatte somit ein falsches Statement abgegeben. Zitat Pressebericht:

Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg betonte unterdessen, es habe keine CIA-Gefangenenflüge aus Deutschland oder über deutsches Hoheitsgebiet gegeben. Die Bundesregierung habe von solchen Flügen des US-Geheimdienstes „keine Kenntnis“.

Auch das Bundeskriminalamt erklärte, es habe von derartigen Vorfällen keine Kenntnis gehabt.

Sehr viel vorsichtiger ist man dagegen in einer offiziellen Anfrage im Parlament mit dieser Frage umgegangen:

In der Kleinen Anfrage der Grünen „Berichte über verdeckte US-amerikanische Transporte und menschenrechtswidrige Behandlung von Gefangenen sowie deutsche Kooperation mit US- Sicherheitsbehörden“ heißt es:

Frage: 1. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung zu Flügen seit 2003 über Deutschland und Landungen auf deutschen Flughäfen von Flugzeugen, die vom US-amerikanischen Geheimdienst CIA genutzt werden?

Antwort: Auf die Vorbemerkung der Bundesregierung wird verwiesen. Im Übrigen weist die Bundesregierung darauf hin, dass für Flüge durch den deutschen Luftraum in allen Fällen bei der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH ein Flugplan aufzugeben ist.

Auszüge aus der „Vorbemerkung“:
1. Der Bundesregierung sind Medienberichte über angebliche Geheimgefängnisse der CIA in Ost-Europa sowie über angebliche geheime Gefangenentransporte der CIA durch Europa und die Bundesrepublik Deutschland bekannt. Die Berichte bedürfen der Klärung.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Bundesregierung Fragen zu geheimhaltungsbedürftigen und nachrichtendienstlichen Zusammenhängen nur in den dafür vorgesehenen Gremien des Deutschen Bundestages beantwortet. Damit ist keine Aussage darüber getroffen, ob die der jeweiligen Frage zugrunde liegenden Annahmen oder Vermutungen zutreffen oder nicht. …

Und bla bla bla. Drumheller dagegen hat jetzt die Katze aus dem Sack gelassen: „Die Hauptsorge unserer Verbündeten war: Unilaterale US-Aktionen auf europäischen Boden, Terroristen abfischen, ohne ihre Genehmigung, um die dann in einen Drittstaat zu schicken“, sagt CIA-Mann Drumheller zum Stern.

Leider ist die Frage immer noch offen, ob es diese Genehmigungen gegeben hat. Dies lässt sich, wenn überhaupt, nur aus den Unterlagen der Flughafenbehörden ableiten, die die Bundesregierung nicht veröffentlichen will. Tipp an den Untersuchungsausschuss: Von der Regierung extra bewilligte Flüge sind üblicherweise mit dem Kürzel „STS“ ausgewiesen.

Wie dem auch sei, in der Bewertung dieses Theaters darf man sich getrost der Bewertung des CDU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach anschließen. Zitat Pressebericht:

Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) geht bislang davon aus, dass deutsche Behörden nicht über geheime CIA-Flüge informiert waren. Sollten sie doch etwas gewusst haben, wäre dies ein „massiver Verstoß“ gegen die europäische Menschenrechtskonvention, sagte er im Deutschlandradio. Von den USA forderte er rasche Aufklärung. „Ich kann nur hoffen, dass die USA diesen Vorwurf entkräften können.“

Man darf gespannt sein, wie geräuschvoll die morgige Sitzung des BND-Untersuchungsausschusses verlaufen wird. Dann müssen Steinmeier und Uhrlau vor dem BND-Ausschuss im Fall des 2001 von der CIA entführten Haydar Zammar aussagen, der von Marokko nach Syrien verschleppt wurde.

Der SPD-Vertreter im Untersuchungsausschuss, Michael Hartmann, bezeichnete inzwischen den Vorabbericht des „Stern“ als unrichtig. Wesentliche Teile des Berichts seien falsch oder nicht durch Fakten belegt. Woher will der gute Mann denn das bloß wissen? Schlimmer gehts eben immer.

Quellen:
Ex-CIA-Mann belastet deutsche Kollegen (stern.de, 12.03.2008)
CIA-Geheimflüge: Steinmeier soll von US-Regierung Aufklärung verlangen
(Spiegel Online, 26.11.2005)
CIA Geheimflüge enthüllt – nicht vom Staat sondern von Weblogbetreiber
(readers-edition.de, 06.09.2006)
Antwort der Bundesregierung: Berichte über verdeckte US-amerikanische Transporte und menschenrechtswidrige Behandlung von Gefangenen sowie deutsche Kooperation mit US-Sicherheitsbehörden
(dip21.bundestag.de, 27.12.2005)

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Simon Manns Geständnis-Interview: Dichtung und Wahrheit

Dr. Alexander von Paleske – Vorgestern wurde von dem britischen „Channel 4“ das Interview mit dem ehemaligen britischen Elite-Offizier und späteren Söldner-Hauptmann Simon Mann ausgestrahlt; Nachrichten Heute berichtete im Vorfeld darüber.

Das Interview lässt sich so zusammenfassen: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. So viel wie nötig, um sich den von Äquatorial Guinea zugesagten Strafrabatt zu sichern – so wenig wie möglich, um bei seiner Rückkehr nach Großbritannien nicht als Verräter dazustehen und um nicht völlig von seinem Freundeskreis ausgeschlossen zu sein.

Die Marschroute war also: „Belaste alle, die ohnehin überführt sind und schone alle, bei denen Zweifel bestehen”.

So hat er dann als Hauptverantwortlichen Eli Calil angegeben, der zwar auch sicherlich knietief in dem Putsch mit drinnen steckt. Er stellte die Verbindung zu dem Oppositionspolitiker Äquatorial Guineas, Severo Moto Nsa, her, der aber sicher nicht die Hauptfigur ist; das ist nämlich Simon Mann selbst. Und er belastete erwartungsgemäß den Sohn der Eisernen Lady, Mark Thatcher.

Offizier aber nicht General
Calil ist, um in militärischen Kategorien zu bleiben, Offizier, aber nicht General. Und da Calil wegen seiner windigen Ölgeschäfte mit dem damaligen nigerianischen Diktator Sunny Abacha in den 90er Jahren ohnehin keinen besonders guten Ruf genießt, kann man auf ihn alle Verantwortung ohne Konsequenzen abladen.

Dann beschuldigt er – zutreffend – die ehemalige Kolonialmacht Spanien, den Putsch unterstützt zu haben: Seinerzeit war die Regierung Aznar am Ruder. Dessen Partei hat gerade wieder einmal die Wahlen verloren, also auch hier keine Risiken.

Die britische Regierung wird herausgehalten, die hatte ja seinerzeit detaillierte Informationen über den geplanten Putsch erhalten und bestellte daraufhin Manns ehemaligen Söldnerkollegen Tim Spicer zum Gespräch ein. Ebenso herausgehalten werden aber auch EU-Handelskommissar Peter Mandelson und Lord Archer. Letzterer hatte angeblich auf Simon Manns Coup-Sparkonto etwas “Taschengeld” eingezahlt.

Dichtung und Wahrheit kommen in Manns Aussage offenbar zusammen. Immerhin hat er zum ersten Mal eingestanden, in den fehlgeschlagenen Coup verwickelt gewesen zu sein, vorher hatte er immer behauptet, auf dem Weg in die Demokratische Republik Kongo mit seinen Söldnern gewesen zu sein, um eine Mine zu bewachen.

Der Hochverratsprozess gegen Simon Mann soll demnaechst beginnen.

Simon Mann – Auslieferung gegen Öl?
HARARE-MALABO – Das Ende einer Söldnerkarriere
Massenvernichtungswaffen in den Iran – Schmierige Geschäfte internationaler Kriegstreiber
Gasmasken, Giftgas und Milliardenbetrug –
auf den Spuren des Moshe Regev

Der Wonga Coup
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
Blair drängt auf Söldnernachschub aus Südafrika

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Söldner wird Sängerknabe – Simon Mann packt aus

Dr. Alexander von Paleske – Der angebliche Drahtzieher des fehlgeschlagenen Putsches im Jahr 2004 im ölreichen Äquatorial Guinea, Simon Mann, hat vor zwei Wochen dem britischen Fernsehsender Channel 4 im Gefängnis von Malabo ein längeres Interview gegeben, das bei einigen Personen im Vereinigten Königreich noch schlaflose Nächte zur Folge haben könnte. Dies berichtet die englische Presse.

Ein Deal mit Folgen
Simon Mann wurde erst vor wenigen Wochen von Simbabwe an Äquatorial Guinea ausgeliefert. In dem Interview, das von dem Journalisten Jonathan Miller im Gefängnis von Malabo geführt wurde, machte Mann nicht nur einen aufgeräumten Eindruck, sondern scherzte auch mit dem Interviewer. Doch damit nicht genug, er hat sich offenbar dazu durchgerungen, nun auszupacken und die weiteren angeblichen Drahtzieher es Putsches, über die Nachrichten Heute ausführlich berichtete, zu benennen. Als Gegenleistung soll ihm die Regierung Äquatorial-Guineas einen großen Strafrabatt in Aussicht gestellt haben. Und da sich Mann entschlossen hat, nicht den Rest seines Lebens im Moskito-verseuchten Black-Beach-Gefängnis von Malabo zu verbringen, beabsichtigt er offenbar, sich auf diesen Deal einzulassen.

Brisante Namen gelistet
Zu den Personen, die Mann angeblich belastet, gehört zum einen Elil Calil, ein guter Freund des EU-Handelskommissars Mandelson, der wiederum ein enger Freund des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair ist. Doch die Liste ist weit länger, auf der auch Lord Archer, Howard Flight, Greg Wales, David Hart und natürlich Mark Thatcher auftauchen sollen.
Letzterer weigerte sich, zu dem Interview mit Simon Mann Stellung zu nehmen. Auch könnten möglicherweise das Deutsche Auswärtige Amt und der Bundesnachrichtendienst BND im Zusammenhang mit dem Deutschen Gerhard Eugen Merz benannt werden.

Merz war ganz offensichtlich in den Putsch involviert und starb – wie Nachrichten Heute berichtete – dort nach körperlichen Misshandlungen im Gefängnis von Malabo wenige Tage nach seiner Festnahme.

Ausstrahlung in dieser Woche geplant
Bisher durfte das Interview allerdings nicht gesendet werden, weil die Ehefrau Manns, Amanda, eine einstweilige Verfügung gegen die Ausstrahlung erwirkte.

Der Grund: Das Interview sei angeblich unter Zwang zustande gekommen. Prozessvertreter für Amanda Mann ist Rechtsanwalt Anthony Kerman, der wiederum ein Freund des angeblichen Mitverschwörers Eli Calil ist. Amanda Mann handelte jedoch nicht in Abstimmung mit ihrem Ehemann, der auf der Ausstrahlung besteht, Von Zwang kann deshalb offenbar keine Rede sein, stellte das Berufungsgericht in seiner Eilentscheidung am vergangenen Freitag fest. Auch der angebliche Coup-Finanzierer Elil Calil hat bereits einen Eilantrag auf Verhinderung der Ausstrahlung gestellt. Darüber soll in dieser Woche entschieden werden. Die Aussichten, das Interview im Ganzen zu verhindern, sind jedoch schlecht. Man darf gespannt sein, was man zu hören bekommt, wenn der Ex-Söldner Mann zu singen anfängt.

Bereits in den nächsten Tagen soll der Prozess gegen Simon Mann wegen Hochverrats beginnen. Wie gesagt – einige Personen könnten schlaflose Nächte haben, nicht nur in Großbritannien.

Simon Mann – Auslieferung gegen Öl?
HARARE-MALABO – Das Ende einer Söldnerkarriere
Massenvernichtungswaffen in den Iran – Schmierige Geschäfte internationaler Kriegstreiber
Gasmasken, Giftgas und Milliardenbetrug –
auf den Spuren des Moshe Regev

Der Wonga Coup
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
Blair drängt auf Söldnernachschub aus Südafrika

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Mordlüstern – Beckstein will Flugzeug-Schießen

onlineredaktion – Was nur treiben die deutschen Politiker den ganzen Tag über? Entweder sie streiten sich untereinander, sogar in der eigenen Partei oder sie lechzen nach Diätenerhöhung. So könnte man meinen, wenn man deren steinzeitliche Geifer-Manien verfolgt, die sie den Medien bieten. Zwischen den Extremen scheint es offensichtlich nichts mehr zu geben, eine Leistung vielleicht, mit der sie Wähler an die Wahlurne locken könnten. Die Parteien sind inhaltsleer geworden, deren Programme austauschbar. Es geht wahrscheinlich nur noch darum eine Wahl zu gewinnen, um dann mehr Geld einheimsen zu können. Regieren? Nein danke! Da könnte man wütend werden.

Für den normalen Konsumenten bietet die Spiele-Industrie allerlei, womit sich angeblich Aggressionen abhauen lassen, wie Marktstrategen versichern. Doch wer mit dem fiesen Moorhuhn-Schießen einst begann, findet sich bald bei Kriegsspielen wieder, die geeignet sind, um Aggressionen aufzubauen. Leicht kann es zu einer gefährlichen Verschmelzung von Spiel und Wirklichkeit kommen, wie Amok-Läufe durchgeknallter Killer-Spiel-Konsumenten zeigten.

Indes gibt es einige deutsche Politiker, denen das Daddeln am Computer mutmaßlich nicht mehr ausreicht. Die Herren Schäuble, Jung und nun auch Beckstein wollen offenbar das „unverkennbare Echte“, das „wahre Erleben“ des Abschießens: Das Flugzeug-Schießen. Um dieses Ziel zu erreichen, unternehmen sie alles, um es zu erreichen. Und um für die Mordtaten nicht strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen zu werden, fordern sie „gesetzliche Regelungen“. Entscheidungen höchster deutscher Richter werden respektlos zugrunde geredet. So hält Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Luftsicherheitsgesetz für falsch. Er will es nicht einem Bundeswehr-Piloten überlassen, ein entführtes Flugzeug abzuschießen zu dürfen. Er will selbst der Herr über Leben und Tod unschuldiger Passagiere sein. Deshalb fordert er eine Grundgesetzänderung; schließlich ist im Grundgesetz der Schutz des Lebens enthalten. Diese Stelle soll wohl gestrichen werden.

Über die Frage, wen die Trümmer abgeschossener Flugzeuge treffen, darüber haben sich jene mordlüsternen Herren mutmaßlich keine oder nur sehr wenige Gedanken gemacht. Keck behaupten sie, wie Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) vor einigen Monaten, der Abschuss eines Passagierflugzeuges schütze die Bevölkerung und rette Menschenleben. Das mag zutreffen, wenn sich an Bord abgeschossener Flugzeuge nur tobende Ochsen oder wild gewordene Sauen befinden und wenn eine solche Maschine über unbewohntes Gebiet abgeknallt wird.


Passagierflieger über bewohntes Gebiet: Tobende Ochsen und wild gewordene Sauen an Bord? Na denn: Eins, zwei, drei – Beckstein! Alles muss versteckt sein! Wenn nicht, wird ab-ge-schos-sen…!
© Foto-Copyright: TrueMedia

deutschland

Neuer Uranmülltransport verstrahlt die Umwelt

Michael Schulze von Glaßer – Am vergangenen Donnerstag fuhr ein Güterzug mit Uranmüll durch das Münsterland. Der Müll – abgereichertes Uran (UF6) – entsteht bei der Anreicherung von Uranerz in der einzigen Urananreicherungsanlage (UAA) Deutschlands im nordrhein-westfälischen Gronau.

Nur angereichertes Uran kann in Atomkraftwerken oder Bomben gespalten werden. Einem kleinen – angereicherten – Uranteil steht ein großer Teil von abgereichertem Uran gegenüber. Dieser gefährliche Müll könnte und müsste in Deutschland lagern. Kosten für die UAA-Betreiberfirma Urenco: Rund 200 Millionen Euro und ein schlechtes Image, weil sie die Region mit ihrem Atommüll verseuchen würde. Daher greift Urenco seit den 90er Jahren zu einem Trick: Das Abfallprodukt wird nicht als solches, also nicht als „Müll“ deklariert, sondern als Wertstoff. Für einen „Wertstoff“ gelten nämlich andere Regeln und Gesetze als für atomaren Müll.

Doch wie funktioniert der Trick genau?

UF6 lässt sich immer noch anreichern. Dies ist aber nicht wirtschaftlich. Dennoch „verkauft“ die Urenco den „Wertstoff“ UF6 nach Russland. Wie das Unternehmen behauptet, soll UF6 angereichert und dann wieder zurückgenommen werden – das aber passiert mutmaßlich zu über 90 Prozent nicht. Die Transportkosten bezahlt die Firma Urenco – ein Millionenbetrag, aber immer noch lukrativer als 200 Millionen Euro zur Lagerung in Deutschland zu bezahlen.

Abgereichertes Uran wird wegen seiner hohen Dichte übrigens auch für panzerbrechende Munition,so genannte Uranmunition, verwendet.

Deutscher Uranmüll in russischen Granaten?

Der erste Urantransport im Jahr 2008 wurde durch eine französische Anti-Atom-Aktivistin, die sich zwischen zwei Bäume über die Gleise hing, für rund sieben Stunden gestoppt. Über diesen Zwischenfall wurde bundesweit in den Medien berichtet. Die Sicherheitsvorkehrungen für den Transport am vergangenen Donnerstag waren daher umso größer. Ganze Polizei-Hundertschaften waren im Einsatz. Mit Hilfe zweier Hubschrauber suchte die Polizei die Bahnstrecke nach Blockaden ab.

Eine der größten Protestaktionen fand am Münsteraner Hauptbahnhof statt. Kurzzeitig fanden sich einige Anti-Atom-AktivistInnen am Bahnhof zusammen – der Transport wurde erst 2 Stunden vor Abfahrt aus der UAA-Gronau bekannt.


Protestaktion in Münster gegen Urananreicherung und die gefährlichen Urantransporte. Foto: © Michael Schulze von Glaßer

Mit Flyern machten die Aktivistinnen und Aktivisten auf den gefährlichen Transport aufmerksam; beäugt von einer Horde Polizisten. Neben lokalen Polizeieinheiten kam auch die Bundespolizei zum Zuge. Hinzu kam auch eine Hundestaffel mit zwei Hunden und Zivilpolizisten. Letztere versuchten sich unter PassantInnen zu mischen (sie taten so, als wollen sie in einen Zug einsteigen) und standen dann doch betont unauffällig neben den AtomkraftgegnerInnen. Als von der Protestaktion Fotos gemacht wurden, packte einer der Zivilpolizisten den Fotografen am Arm und drohte, wenn er auf einem der Fotos zu sehen sei „passiert was“. Danach stellten sich die zwei erzürnten Herren in etwas Entfernung hinter einen Pfeiler.

Auch bei Protestaktionen in anderen Städten neben der Bahnlinie kam es zu Repressionen und Schikanen gegen DemonstrantInnen und JournalistInnen.

Vor und während der Durchfahrt des Uranmüllzugs durch den Münsteraner Hauptbahnhof wurde die Strahlung gemessen: 0,12 Mikrosievert zeigte das Gerät an, bevor der Zug durchfuhr – als der Zug in etwa drei Metern Abstand zum Messgerät vorbeirollte, betrug die Strahlung das 13-Fache: 1,64 Mikrosievert.


Mit einem Geigerzähler wurde die Strahlung vor der Durchfahrt des Urantransportes durch den Münsteraner Hauptbahnhof (links) und während der Durchfahrt des Zuges (recht) gemessen – die Strahlung war 13-Mal höher als zuvor! Der Abstand des Messgerätes zum Zug betrug etwa 3 Meter. Die Strahlenbelastung entspricht etwa der von CASTOR-Transporten. Foto: © Michael Schulze von Glaßer

Nicht nur die Strahlung ist bei den Urantransporten gefährlich – kommt es zu einem Unfall, bei dem die mit UF6 gefüllten Fässer beschädigt würden, müsste unverzüglich im Umkreis von 10 Kilometern evakuiert werden. UF6 reagiert mit (Luft-) Feuchtigkeit zu stark ätzender Flusssäure. Schon ein paar Tropfen oder das Einatmen (Flusssäure kommt sowohl flüssig als auch gasförmig vor) führen zum Tod.


Sieht aus wie ein ganz normaler Güterzug – enthält jedoch Atommüll: der Urantransport von Münster nach Russland. Foto: © Michael Schulze von Glaßer


Nur eine kleine Warntafel macht auf die strahlende Fracht aufmerksam. Foto: © Michael Schulze von Glaßer


Der Transport am Donnerstag bestand aus 19 Waggons – also 75 UF6-Fässer à 12,5 Tonnen UF6. Foto: © Michael Schulze von Glaßer

Der Uranmülltransport wird Russland voraussichtlich am 12. März erreichen – weitere Proteste wurden angekündigt.

Weitere Artikel zu dem Thema:
Urantransporte – mit Sicherheit unsicher
Geheime Fracht für Russland
Bombige Urananreicherungsanlage in Gronau

Weiterführende Links:
www.urantransport.de
www.sofa-ms.de

Unkategorisiert

Viktor Bout – Auslieferung in die USA?

Dr. Alexander von Paleske – — 8.3. 2008 — Viktor Bout, auch bekannt als „Afrikas Merchant of Death“ wurde vorgestern in Thailand verhaftet. Nach ihm wurde international jahrelang gefahndet. Das hat das Pentagon aber keineswegs gehindert, über Jahre hinweg Geschäfte mit ihm zu machen. Nun wollen sie über ihren unersetzlichen Geschäftspartner zu Gericht sitzen. Ein Witz?

Wer ist Viktor Bout?
Ausweislich eines seine vielen Pässe wurde Viktor Bout 1967 in Dushanbe/Tadjikistan geboren. Er hingegen behauptet, aus Turkmenistan zu stammen. Nach dem Schulbesuch wurde er Soldat besuchte das Moskauer Militärinstitut, und graduierte im Jahre 1991, nunmehr fließend in 6 Sprachen.

Bouts Logistikkonzern
Nach dem Zerfall der Sowjetunion begann er seine Transportgeschäfte von Ostende aus. Er versorgte die belgischen UN-Truppen in Somalia. Nachdem dieses Geschäft mit dem Ende des UN-Einsatzes vorbei war, versorgte er die Regierung Burhanuddin Rabbani in Afghanistan mit Waffen.

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Viktor Bout: Immer hilfsbereit im Krieg

Nachdem dieser von den Taliban verjagt worden war, wurde er Waffenlieferant für sie und deren Al Qaida Terrorfreunde. Nicht nur Waffen lieferte er, sondern organisierte von seiner neuen Basis Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten regelmäßige Charterflüge für Terror-Touristen dorthin.

Bout und die Globalisierung
Aber Bout war, wie es sich für einen modernen Geschäftsmann gehört, global tätig und sein Hauptgeschäftsgebiet war Afrika mit seinen vielen Konflikten. Seine Hauptkunden in den 90er Jahren waren Charles Taylor in Liberia und Jonas Savimbi (Unita) in Angola.

Die an Charles Taylor gelieferten Waffen wurden an die Kindersoldaten in Sierra Leone weitergereicht, die unfassbare Verbrechen begingen: Neben dem Morden und Vergewaltigungen von Zivilisten auch das Abhacken von Armen oder Beinen. Aber die Liste seiner Kunden ist länger:

Neben dem Pentagon und den US Firmen im Irak gehörten dazu auch Paul Kagame (Ruanda), Eduardo dos Santos (Angola), Robert Mugabe (Simbabwe), Mobuto Sese Seko (Zaire) Pierre Bemba (Demokratische Republik Kongo). Im zweiten Kongo Krieg von 1998-2003, der vier Millionen Menschen das Leben kostete, belieferte er praktisch alle Kriegsparteien: also neben Mugabe, dessen Soldaten er in den Kongo transportierte, ebenfalls dessen Kriegsgegner Uganda und Ruanda.

Bereits im Artikel „Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe“ berichteten wir über diese Waffenlieferungen an die Konfliktparteien in Angola, Sierra Leone, Liberia und Demokratische Republik Kongo. Wir stellten fest, dass Bout diese Konflikte durch Waffenlieferungen angeheizt, beziehungsweise erst ermöglicht hat. Ebenfalls haben wir darüber berichtet, dass Bout für die Taliban bis zum Jahr 2001 Waffen nach Afghanistan flog und anschließend für das Pentagon die Transporte übernahm.

Ein vergeblicher Versuch, das Handwerk zu legen
Nachdem Präsident Clinton’s Administration vergeblich versucht hatte, ihm das Handwerk zu legen, schloss die Bush Administration offenbar einen Deal in der Form “Bring unsere Leute nach Afghanistan und wir lassen Dich in Ruhe” ab. Viktor Bouts Piloten kannten aufgrund vorangegangener Lieferungen an den dortigen Gegner jede Flugpiste. Bei jeder Boeing- oder Airbusmaschine wäre es zu einer Bruchlandung mit Totalverlust gekommen. Die russischen Iljuschin Maschinen hingegen, mit denen Bout fliegen ließ, konnten sowohl landen, als auch nach einer Crashlandung wieder starten. Was für ein Vorteil!

Nicht nur in Afghanistan wurde Bout gebraucht, sondern auch im Irak. Seine Flotte von 50 Flugzeugen operierte unter Liniennamen wie Air Bas, Air Moldavia, Air Pass, Centafrican, Ducor World Airlines, Regional International Air Services, Transmoldavia, Air Moldavia,Cargo Airlifts, Air Cess, British Gulf, San Air, Aerocom und andere. Bis zum Ende 2004 soll er mit seiner Armada etwa 1000 Flüge abgewickelt haben. Gegen Bares aus dem US Staatssäckel versteht sich. Zum gleichen Zeitpunkt, nämlich im Juli 2004, ordnete die Bush Regierung die Beschlagnahme sämtlicher Konten Bouts in den USA an. Das allerdings konnte man nur als einen schlechten Witz auffassen.

Waffen- Lieferungen wie beim Versandhandel

Bouts Geschäftsgeheimnis war es, alles nur Vorstellbare zu liefern. Vom Helikopter bis zum Maschinengewehr vor die Haustür, kein Wunsch blieb offen, ähnlich wie beim Versandhandel. Wofür andere Waffenhändler Monate brauchten, erledigte der ehemalige KGB-Offizier dank seiner KGB- Kontakte und Luftflotte in maximal zwei Wochen. Er war sozusagen der „all inclusive man“. Dafür nahm er nicht nur Bares, sondern auch Diamanten, die er dann wieder über sein Netzwerk losschlagen konnte.

Neben den alten KGB-Kontakten waren es auch die Waffenarsenale des ehemaligen Warschauer Paktes, die ihm hilfreich zur Seite standen. Und neben seiner Luftflotte mit etwa 50 russischen Frachtmaschinen, standen auch seine russischen Piloten Pate für sein Treiben. Jene flogen viel lieber mit Bout und amerikanischen Dollars an Bord, als in irgendwelchen heruntergekommenen Kasernen mit wenig Geld den vergangenen Tagen nachzutrauern oder sich gar in Tschetschenien als Kanonenfutter einsetzen zu lassen.

Je mehr Konflikte, desto besser

Die Konflikte in Angola, Sierra Leone, und Liberia sind zwar vorbei, doch glücklicherweise gingen für Bout andere Konflikte weiter. So beispielsweise auch die Plünderung des Ostens der Demokratischen Republik Kongo. Dort sichert der Tutsi-General Laurent Nkunda im Auftrage von Ruanda, das mittlerweile zum größten Exporteur von Coltan aufgestiegen ist, den Rohstoffnachschub. Die UN und kongolesischen Regierungstruppen haben dort nichts zu sagen und die Zivilbevölkerung leidet jämmerlich. Viktor Bout „half“ mit den Transporten von Rohstoffen und Waffen. Deutsche Firmen steckten mit im Geschäft, wie ein UN-Report im Jahre 2002 enthüllte.

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Brachiale Gewalt im Bauch: hier eine Szene des Filmes „Lord Of War. Die im Film verwendete Antanov AN 12 Cargo Maschine ist interessanterweise die 9L-LEC von Skylink – eben jene Maschine die zu Viktor Bouts Staffel gehörte und auch im Irak operierte. Dies sind die lustigen Zufälle im Leben…

Auch lieferte Bout Waffen an die Islamic Courts in Somalia, als diese noch in der Hauptstadt Mogadischu das Sagen hatten. Doch auch im Libanon verdient er gerne Geld und wurde des öfteren bei der Hisbollah gesichtet, die ihre Waffenlager nach dem Waffengang mit Israel wieder auffüllen wollen. Bekannt ist auch, dass die Al-Qaida gerne eine schmutzige Atombombe besitzen und zünden möchte. Auch hier hätte Viktor Bout sicherlich weiterhelfen können. Bei seinen guten Kontakten zu den alten Kollegen im KGB wäre das kein Problem gewesen. Für Bout war alles ohenhin nur eine Frage des Geldes.

linkViktor Bout, Afrikas “Merchant of Death”
linkGeheimer Waffendeal mit MEK Terroristen?<
linkSöldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
linkUgandas Ölfunde: Söldner fördern es, die Amerikaner kaufen es.
linkThe agency that runs Pakistan
linkThe criminal stories of the good soldier Bout
linkAlbanien/Kosovo: Mysteriöser Flugzeugabsturz im Gebirge