deutschland

G8-Foto-Tagebuch – 2. Juni 2007

Bastian Graupner – Am Samstagmittag des 2.Juni sammelten sich Tausende Menschen hinter dem Rostocker Hauptbahnhof. Hubschrauber kreisten über den Teilnehmern der angemeldeten Großdemonstration gegen den G8-Gipfel 2007. Ein buntes Meer aus Menschen, Fahnen und Transparenten bot sich auf dem Platz der Freundschaft.


Das Fronttransparent der Auftaktdemonstration war ein knackiger Blickfang. Aufschrift: „ANOTHER WORLD IS POSSIBLE – EINE ANDERE WELT IST MÖGLICH“

Als sich der Demonstrationszug um 12 Uhr langsam in Bewegung setzte, zeigte sich das Ausmaß: Ein nicht enden wollender Menschenstrom brachte seinen Protest gegen die Politik der G8-Staaten hervor.


An der kunterbunten Großdemonstration in Rostock nahmen 80.000 Menschen teil.


Und auch Mitarbeiter von TV-Sendern und -Agenturen hatten ihren Spaß.


Die bissen nicht, auch wenn Sprecher von Kavala auf deren Pustefix-Guns hysterisch reagierten. Die Clowns wollten doch nur spielen. Rechts im Foto ein Fahrzeug des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) mit Dachplattform für den Kameramann.

Zahlreiche überdimensionierte Puppen und Musik-Fahrzeuge begleiteten die gut gelaunten Demonstranten unterschiedlichen Alters. Auch das Wetter spielte mit und es gab trotz eines mit Wolken verhangenen Himmel keinen Regen.
Die Polizei hielt sich – bis auf ihre Hubschrauber – bemerkenswert im Hintergrund. Mit ihren Einsatzfahrzeugen wartete sie, meist von den Demonstranten unbemerkt, hinter der nächsten Häuserreihe – eine Taktik, die sicherlich zur De-Eskalation beitragen sollte und auch einige Zeit lang gut ging.


Nicht nur der Schwarze Block, sondern auch der Weiße Riese war dabei und filmte die lustigen Musikanten.


Fotografierte auch Herr Ströbele die bunte Demonstration?


Schön aufgeblasen: erlassjahr.de


„Hafenstraße“ ließ auch grüßen.

An der Kreuzung Arnold-Bernhard-Straße/Am Vögenteich warf dann jemand den ersten Feuerwerkskörper, der mit einem lauten Knall explodierte und zwar neben einer Gruppe von drei Polizisten, die sich daraufhin eiligst ihre Helme aufsetzten und über Funk Verstärkung anforderten. Der Werfer des Böllers steckte in den Reihen des so genannten „Schwarzen Blocks“ der Gruppierung „Interventionistische Linken“. Welcher der etwa 1.000 schwarz verkleideten, größtenteils vermummten Demonstranten den Feuerwerkskracher geworfen hatte, war weder für die Sicherheitskräfte noch für andere Demonstranten nachvollziehbar. Verletzt wurde aber durch den Böller niemand.

Nach einem kurzen Stopp bewegte sich der Demonstrationszug weiter in Richtung Rostocker Stadthafen. Doch schon 200 Meter weiter eskalierte die Gewalt, als eine Hundertschaft der Polizei aus einer Seitenstraße heraus in Richtung des Demonstrationszuges marschierte. Spontan flogen hier den Polizisten neben Feuerwerkskörpern auch erstmals Steine und Flaschen entgegen. Ein Mann mit Kinderwagen brachte sich schnell vor dem Flaschenhagel in Sicherheit und ein kleines Kind rannte vor den gepanzerten Polizisten herum – ein absurdes Bild bot sich mir und meiner Kamera.


Dieser Mann, der einen Kinderwagen vor sich her schiebt, flieht vor den Wurfgeschossen, die in Richtung der hinter ihm stehenden Polizisten fliegen.

Nicht nur die Polizei bekam die Gewalt zu spüren. Auch Presse-Fotografen und Journalisten wurden ebenfalls von den Wurfgeschossen getroffen. Die Militanten kamen – wie so oft – aus den Reihen des „Schwarzen Blocks“.

Der größte Teil des einige Kilometer langen Demozuges erfuhr von dieser Gewalteskalation zunächst nichts. Vom Presse-Mainstream leider unbeachtet, blieben die Demonstranten – bis auf den „Schwarzen Block“ – absolut friedlich und bei World-Musik kam Stimmung auf.


Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort – hielt sich aber zunächst im Hintergrund.

Die Ostsee-Sparkasse auf der „Langen Straße“ war das nächste Opfer der wenigen gewaltbereiten Demonstranten. Scheiben wurden mit Steinen kaputt geworfen und durchlöchert. „Entglasen“ nennen es jene, die solche Gewalt unterstützen. Einige Geschäfte und Kaufhäuser hatten ihre Schaufenster zur Sicherheit schon Wochen vorher mit Holzplatten verbarrikadiert. Dies war oft unnötig – die Banken hätten allerdings wissen müssen, dass sie ein Ziel für militante Demonstranten sind, immerhin hatte der Protestzug der Interventionistischen Linken das Motto „Make Capitalism History“.

Als der Demonstrationszug um 15 Uhr endlich den Rostocker Stadthafen, auf dem eine große Bühne aufgebaut war, erreichte kreisten schon zwei Hubschrauber der Polizei über dem Platz. Der zweite Demonstrationszug, der kleiner war als jener der vom Hauptbahnhof zum Stadthafen zog, erreichte den Platz wenig später. Gerade angekommen gingen die Randale richtig los. Friedliche Demonstranten mussten mit einem Mal vor Hundertschaften der Polizei wegrennen, die sich mit Einzelpersonen aus dem „Schwarzen Block“ eine Straßenschlacht lieferten.


Misstrauen auf beiden Seiten

Aber auf dem großen Platz vor der Bühne, die vom Kulturprojekt „Move against G8“ organisiert wurde, kriegten die dort stehenden Demonstranten von den Ausschreitungen relativ wenig mit. Während sich einzelne Militante mit der Polizei eine Straßenschlacht lieferten, konnten die friedlichen Demonstranten an Buden Getränke und Essen kaufen oder sich an Infoständen über die „Gruppe der Acht“ informieren.

Musik hören konnten die Demonstranten im Stadthafen allerdings noch nicht – ein Hubschrauber der Polizei kreiste so dicht über der Bühne, dass selbst die riesige Tonanlage gegen den Rotorenlärm nicht ankam. So verzögerte sich der Start des Konzerts mit namhaften Künstlern wie den Bands „Juli“ und „Wir sind Helden“. Nach einer Stunde Straßenschlacht aber hatte sich die Lage weitestgehend beruhigt.



Nach den Krawallen sicherten Polizeihundertschaften die Umgebung.

Auf der Bundesstraße 105, der Straße neben dem Stadthafen, fuhren derweil Wasserwerfer und Räumpanzer der Polizei auf. Hundertschaften riegelten die Straße hermetisch ab. Ganze Gehwege waren von den Steinewerfern aufgebrochen worden und über die Bundesstraße verteilt lagen Hunderte von Pflastersteinen. Einige ausgebrannte Autos waren zuvor von der Polizei weggeschleppt worden. Nach diesen wenigen unschönen Momenten, die in der Presse aufgewertet und hochstilisiert wurden, ging die Demonstration mit dem Konzert friedlich zu ende. Viele, besonders jüngere Demonstranten, zogen nach dem Konzert friedlich Richtung Anti-G8-Camp in Stadtteil Rostock Bramow.


Charmante Aufforderung seitens Demonstrantinnen
© alle Fotos: Bastian Graupner

Krieg

Russische Diesel-U-Boote für Venezuela

Stephan Fuchs – Venezuela steht laut russischer Quellen vor dem Kauf einiger Diesel betriebenen U-Boote aus russischer Produktion. Mit dem Kauf will Venezuela seine Flotte modernisieren.

Venezuela will damit einem möglichen amerikanischen Embargo entgegen treten und der US-Regierung in Washington in einer eventuellen militärischen Konfrontation die Stirn bieten. Im Moment seien Militärexperten mit russischen Kollegen im Gespräch und evaluieren eine Anschaffung von Unterseebooten.

Im Gespräch seien 9 U-Boote der neuen Amur-Klasse und Projekt -636 U-Boote, beide mit Dieselantrieb und Raketensystemen, schrieb die russische Zeitung „Kommersant“. Der Rüstungsauftrag betrage, je nach Stückzahl, 1-2 Milliarden US $. Hersteller und Exporteur der U-Boote ist die russische Waffenfirma Rosoborenexport. Die russischen Hersteller sind, bis 2013 aktiv an der Modernisierung der venezuelanischen Streitkräfte beteiligt.

Bereits in den Jahren 2005-06 bestellte Venezuela bei den Russen Waffen im Wert von 3.4 Milliarden US Dollar. Darunter 24 Su-30MK2V Flanker fighters, Tor-M1 Luftverteidigungsraketensysteme, Mi-17B Helikopter, Mi-35 Hind E Angriffshelikopter und Mi-26 Halo Schwertransporthelikopter. Dazu noch 100’000 AK-103 Kalashnikov.

Venezuela ist nach Algerien der zweitgrößte Importeur russischer Waffen – Algerien hat Verträge über 7.5 Milliarden US $.

Krieg

The Unitary King George

Homeland Security Presidential Directive: an Unconstitutional Bombshell
Prof. Marjorie Cohn – As the nation focused on whether Congress would exercise its constitutional duty to cut funding for the war, Bush quietly issued an unconstitutional bombshell that went virtually unnoticed by the corporate media.

The National Security and Homeland Security Presidential Directive, signed on May 9, 2007, would place all governmental power in the hands of the President and effectively abolish the checks and balances in the Constitution.

If a „catastrophic emergency“ – which could include a terrorist attack or a natural disaster – occurs, Bush’s new directive says: „The President shall lead the activities of the Federal Government for ensuring constitutional government.“

What about the other two co-equal branches of government? The directive throws them a bone by speaking of a „cooperative effort“ among the three branches, „coordinated by the President, as a matter of comity with respect to the legislative and judicial branches and with proper respect for the constitutional separation of powers.“ The Vice-President would help to implement the plans.


This Presidential Directive is a blatant power grab by Bush to institutionalize „the unitary executive.“

„Comity,“ however, means courtesy, and the President would decide what kind of respect for the other two branches of government would be „proper.“ This Presidential Directive is a blatant power grab by Bush to institutionalize „the unitary executive.“

A seemingly innocuous phrase, the unitary executive theory actually represents a radical, ultra rightwing interpretation of the powers of the presidency. Championed by the conservative Federalist Society, the unitary executive doctrine gathers all power in the hands of the President and insulates him from any oversight by the congressional or judicial branches.

In a November 2000 speech to the Federalist Society, then Judge Samuel Alito said the Constitution „makes the president the head of the executive branch, but it does more than that. The president has not just some executive powers, but the executive power — the whole thing.“

These „unitarians“ claim that all federal agencies, even those constitutionally created by Congress, are beholden to the Chief Executive, that is, the President. This means that Bush could disband agencies like the Federal Communications Commission, the Food and Drug Administration, the Federal Reserve Board, etc., if they weren’t to his liking.

Indeed, Bush signed an executive order stating that each federal agency must have a regulatory policy office run by a political appointee. Consumer advocates were concerned that this directive was aimed at weakening the Environmental Protection Agency and the Occupational Safety and Health Administration. The unitary executive dogma represents audacious presidential overreaching into the constitutional province of the other two branches of government.

This doctrine took shape within the Bush administration shortly after 9/11. On September 25, 2001, former deputy assistant attorney general John Yoo used the words „unitary executive“ in a memo he wrote for the White House: „The centralization of authority in the president alone is particularly crucial in matters of national defense, war, and foreign policy, where a unitary executive can evaluate threats, consider policy choices, and mobilize national resources with a speed and energy that is far superior to any other branch.“ Six weeks later, Bush began using that phrase in his signing statements.

As of December 22, 2006, Bush had used the words „unitary executive“ 145 times in his signing statements and executive orders. Yoo, one of the chief architects of Bush’s doctrine of unfettered executive power, wrote memoranda advising Bush that because he was commander in chief, he could make war any time he thought there was a threat, and he didn’t have to comply with the Geneva Conventions.

In a 2005 debate with Notre Dame professor Doug Cassel, Yoo argued there is no law that could prevent the President from ordering that a young child of a suspect in custody be tortured, even by crushing the child’s testicles.

The unitary executive theory has already cropped up in Supreme Court opinions. In his lone dissent in Hamdi v. Rumsfeld, Justice Clarence Thomas cited „the structural advantages of a unitary Executive.“ He disagreed with the Court that due process demands an American citizen held in the United States as an enemy combatant be given a meaningful opportunity to contest the factual basis for that detention before a neutral decision maker. Thomas wrote, „Congress, to be sure, has a substantial and essential role in both foreign affairs and national security. But it is crucial to recognize that judicial interference in these domains destroys the purpose of vesting primary responsibility in a unitary Executive.“

Justice Thomas’s theory fails to recognize why our Constitution provides for three co-equal branches of government.

In 1926, Justice Louis Brandeis explained the constitutional role of the separation of powers. He wrote, „The doctrine of the separation of powers was adopted by the convention of 1787 not to promote efficiency but to preclude the exercise of arbitrary power. The purpose was not to avoid friction, but, by means of the inevitable friction incident to the distribution of the governmental powers among three departments, to save the people from autocracy.“

Eighty years later, noted conservative Grover Norquist, describing the unitary executive theory, echoed Brandeis’s sentiment. Norquist said, „you don’t have a constitution; you have a king.“

One wonders what Bush & Co. are setting up with the new Presidential Directive. What if, heaven forbid, some sort of catastrophic event were to occur just before the 2008 election? Bush could use this directive to suspend the election. This administration has gone to great lengths to remain in Iraq . It has built huge permanent military bases and pushed to privatize Iraq ’s oil. Bush and Cheney may be unwilling to relinquish power to a successor administration.

Marjorie Cohn’s Website

Marjorie Cohn ist Professorin an der Thomas Jefferson School of Law, Präsidentin der Lawyers Guild, und die US Repräsentantin des exekutivkomitees der American Association of Jurists. Ihr Buch “Cowboy Republic: Six Ways the Bush Gang Has Defied the Law” erscheint am 28. Juni 2007

Marjorie Cohn’s new Book: Cowboy Republic

deutschland

Nach 14 Tagen – G8-Tagebuch von Bastian Graupner

Einige Zeit hat es gedauert, doch nun ist sein „Foto-Tagebuch“ über den Protest beim G8-Gipfel 2007 endlich fertig. Es zeigt die Anti-G8-Proteste in Rostock und bei Heiligendamm aus Sicht eines vor Ort gewesenen Demonstranten fernab der Mainstream-Presse. Das Tagebuch hat nicht den Anspruch den gesamten Gipfelprotest zu zeigen – denn der Autor Bastian Graupner konnte immer nur an einem Ort sein – dafür zeigt es einzelne Ereignisse umso prägnanter. Die Einträge setzen täglich andere Schwerpunkte:

2.Juni – Großdemonstration gegen die Politik der „Gruppe der Acht“ in Rostock

3.Juni – Aktionstag zur „globalen Landwirtschaft“

4.Juni – Kundgebung und Demonstration zu den Themen „Abschottung“ und „Migration“

5.Juni – Demonstration in Warnemünde und anschließende Torture am Flughafen Rostock-Laage

6.Juni Der erst Tag des G8-Gipfels und die Blockade in „Rethwisch-Börgerende“

7.Juni Schwere Auseinandersetzung mit der Polizei am Westtor

8.Juni Abschlusskundgebung und Fazit der Gipfelproteste 2007

Die Tagebuch-Texte von Bastian Graupner sind mit Fotos von den Protesten und Blockaden gespickt die zur Veranschaulichung beitragen sollen.

Ab morgen, dem 16.Juni, werden wir exklusiv jeden Tag einen Tagebucheintrag veröffentlichen – die Serie endet somit am Freitag, dem 22.Juni, mit einem Fazit Graupners.

afrika

Does Africa need AfriCom?

Dr. Alexander von Paleske – In February 2007 the US Government announced a presidential directive to establish by September this year a new unified combatant command with an area of responsibility (AOR) dedicated to the African continent. The name: AfriCom. The headquarter: Möhringen, near the southern German city of Stuttgart. The command is supposed to be fully operational by October 2008.


US goes to Africa

In April 2007 a US delegation led by Pentagon under-secretary Ryan Henry was on tour through Africa to promote AfriCom. They visited Senegal, Ghana, Ethiopia, Nigeria and South Africa. The delegation comprised officials from the Pentagon and USAID.
Meanwhile Ryan Henry is on tour again, this time he is visiting Algeria, Morocco, Libya and Egypt. Algeria and Libya have already snubbed the US plan for Africom on 11th and 14th June repectively.

Oil, Strategic Philanthropy and fight against Terror
Articles from US journalists like Greg Reeson, make the public believe, that the command’s main purpose is the fight against terror and AlQaeda. A bit on the agenda as well are partnerships and the implementation of humanitarian projects.

However the in -depth analysis of Sandra Barnes, Professor of Anthropology and founding director of the African Studies Center at the University of Pennsylvania, titled “Global Flows: Terror Oil and Strategic Philanthropy” arrives at completely different conclusions. Barnes, after analysing the US policy concludes, that the interests of the US in Africa are oil, minerals and markets, and, but not only, the fight against terror.

25% of worldwide production to the US.
Even though only 5% of the world’s population, the US consumes 25% of the world’s production of oil. The hunger for oil seems to be insatiable. 18% of US oil imports are already originating from Africa. The target for the near future is 25%.

The main exporters are Nigeria, Angola, Equatorial Guinea and Gabon in this order. However oil imports from countries like Nigeria are constantly under threat. The local population, not benefiting from the oil wealth, has, however, to carry the burden of the massive air and soil pollution in the Niger delta. Some groups have resorted to armed struggle to make their demands heard. Blowing up of oil pipelines and kidnapping of employees of oil companies has become rather a day-to-day event.

China enters the stage
The second largest importer of Oil is now the Peoples Republic of China, which was an oil exporter until 1992.Last year China’s oil imports increased by 31 % China is now a serious competitor for the US. China’s interests in Africa, however, go well beyond the importation of crude oil.

China has become over the last 20 years Africa’s third largest trading partner behind the US and France and well ahead of former colonial power Britain. Moreover China has no past as colonial power. To the contrary. Not forgotten in Africa is the construction of the Tazara Railway (Uhuru-Railway) from Dar-es-Salaam, Tanzania, to the Copper Belt in Zambia, 1850 kilometres long. China offered help, after the World Bank refused to fund the project.

Tens of thousands of Chinese workers and engineers constructed and finished the railway line ahead of schedule in the 60s and 70s, when China itself was a poor developing country at that time. According to a three year plan, unveiled on the China-Africa Forum in Beijing in November 2006, which was also attended by President Festus Mogae, China will double it’s aid to Africa to 1 billion by 2009, will provide 3 billion US Dollars in preferential loans, and train 15,000 African professionals as well as cancel all interest free loans, that matured in 2005 for the least developed African nations, amongst others.

Chinese companies have started to produce oil in Southern Sudan. Angola is meanwhile exporting more oil to China than Saudi Arabia does. The US government sees the best answer to all the problems in the built up of military bases in Africa. Or, as US General Wald said

“Id like to have some forward bases in Africa. The World has changed and we are going to make our own security. The halcyon days are over”

5 Billion of Investment
More than 5 billion US Dollars have been invested by Oil companies in the Golf of Guinea during the last 10years. The disagreement in the US administration, how to deal best with the securing the investment, fighting off the Chines competitor and dealing with international terrorists, between the Foreign Ministry, which proposed a combined effort including humanitarian, diplomatic and military components and the Pentagon, which focuses mainly on military aid has been decided by US President Bush for now. It’s the army and military aid that matters for them.

The British newspaper GUARDIAN commented that the establishment of AfriCom reflects the Bush’s administration’s primary reliance on the use of force to pursue it’s strategic interests. As a result AfriCom will militarise American relations with Africa and militarise numerous African countries. It will also tilt these countries’ policies towards the use of force and create more militants opposed to US military bases in their country or region.

Does Africa need this? Certainly not

spionage

Spying on the spy: Raw Story interviews former FBI investigator Eric O’Neill

Larisa Alexandrovna – Ask anyone in the intelligence community who was the most damaging spy in US history and the answer comes quickly: Robert Hanssen, a senior FBI agent who spied for the Soviet Union – and, after the Cold War, for the Russians – on and off for a period of 15 years.

Hanssen was a devout Catholic, a member of the controversial and influential conservative religious group known as Opus Dei; he was fiercely anti-Communist, a good father, a good husband, and mostly an underachiever, seemingly by choice. At the same time, Hanssen was also selling the most sensitive information from across several US intelligence agencies to the Russians, making pornographic films of his unsuspecting wife and later showing them to his friends, and masturbating at work to images of screen goddesses such as Catherine Zeta-Jones. For the information he provided to the Russians, he got comparatively little compensation, roughly $1.4 million in cash and diamonds.

According to a 2003 Department of Justice Inspector General’s report, what Hanssen sold included some of the most classified and guarded information in the US government:

“During the next six years – the last stages of the Cold War – Hanssen delivered thousands of pages of highly classified documents and dozens of computer disks to the KGB detailing U.S. strategies in the event of nuclear war, major developments in military weapons technologies, identities of active and historical U.S. assets in the Soviet intelligence services, the locations of KGB defectors in the United States, analytical products from across the Intelligence Community, comprehensive budget and policy documents, and many other aspects of the Soviet counterintelligence program.”

Enter Eric O’Neill, a 27 year old FBI investigator on the Bureau’s Special Surveillance Group, specializing in surveillance of terrorism suspects. O’Neill was assigned to be Hanssen’s assistant in a newly formed FBI computer squad. It was largely O’Neill’s attention to detail and confidence that provided the smoking gun needed to bring Hanssen in and led to his arrest on February 18, 2001.

O’Neill on the film, Breach
O’Neill’s riveting account of what transpired between himself and Hanssen over that final crucial period is the basis for the film Breach, released in theaters to high critical acclaim early this year. O’Neill is portrayed by Ryan Phillipe and Hanssen by Chris Cooper in an astonishing performance that, according to those who knew the spy, is chillingly accurate.

RS: So why do you think you were picked?

EO: The FBI really did not have anyone else. Many of our highly trained agents could not sell the job of an information assurance employee. You need someone who has some sort of background in computers. The computer tech guys working for the agency are all well and good [in terms of their skill set], but they are not trained in counter intelligence. If you remember in the film when Ryan [Phillipe] is passing around that database report … the report he was pushing in the film. I really did write that report and it got attention in the FBI. It got Hansen’s attention. I also think – and this might sound controversial – that I was picked because I was Catholic. Hansen would not have trusted someone who was not Catholic.

RS: What did the FBI declassify for the film to be made? Your identity, for example, was classified, was it not?

EO: Yes. My role was declassified for the film. I had to get special permission [a waiver] from the FBI. Then once Outlaw [Productions] and [director] Billy Ray were involved, they approached the FBI directly for additional information and, to my incredible shock, for whatever reason, the FBI agents who had run the case spilled everything. Billy Ray would come back to me and tell me what the FBI gave him. I would say, okay, give me a full briefing, and Billy would tell me about the cameras in the room where Hansen and I worked, which was classified stuff.

RS: Much of the information is still classified. Has the true damage of Hanssen’s espionage been fully calculated in terms of human losses? I know the estimation is around 50, but has the FBI been able to fully gauge the casualties?

EO: Numerous and extensive damage assessments have been done by the various agencies. Committees have been set up. None of it has been released. I am sure they are only beginning to approach some understanding of the damages. He compromised all agencies, the CIA, NSA, etc.

RS: What types of information are we talking about, other than giving up names of agents we had turned?

EO: He gave the Russians our nuclear information, information about agents and assets working penetration, he even gave them the source code to the FBI’s automated case system program.

RS: There have been news accounts about the PROMIS software and allegations that Osama Bin Laden had purchased the software from the Russians who had obtained it from Hanssen. Is that true?

EO: I don’t know. The FBI has briefed me in generalities, but not [specifics]. I don’t even know everything that was in the last drop.

RS: Speaking of a national security breach, have you followed the Valerie Plame case?

EO: Yes

RS: Is there any correlation to the Hanssen case in terms of the type of breach of national security this was?

EO: I don’t think there is a correlation because Hanssen affected so many areas over a long period of time. There are things only he can tell us and will take a long time to fix. In the Plame case, they know what needs to be fixed and what the damages are. We still don’t fully know with Hanssen.

RS: I find it ironic that columnist Robert Novak was used by Hanssen to disseminate information and then again by Karl Rove to disseminate classified information. Do you think there is a risk of journalists being used by foreign agents of influence to create a serious national security breach and, if so, can you think of a case where such a thing occurred?

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deutschland

Schießbefehl gegen Deutsche – vielleicht schon morgen

Michael Schulze von Glaßer – Kriegseifrig und sensationslüstern sprach die Bild-Zeitung vom „Kriegszustand“ und bezog sich auf die Ausschreitungen bei der Großdemo gegen den G8-Gipfel am 2.Juni 2007 in Rostock. Zwar gab es erhebliche Ausschreitungen – es wurden sogar Autos angezündet und es gab Hunderte von Verletzten – doch damit schon von einem „Kriegszustand“ zu sprechen, aber ist politische Manipulation und hat mit Presse nichts mehr gemein, denn eine Ausrufung des „Kriegszustandes“ im Innern Deutschlands zöge unweigerlich den Einsatz der Bundeswehr mit sich – mit allen schrecklichen Konsequenzen.

Doch das Drängen der Springer-Presse auf eine Ausrufung des Kriegsrechts in Deutschland war wieder einmal unnötig; auch ohne „Kriegszustand“ war die Bundeswehr beim G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm im Einsatz. Als im Grundgesetz festgelegte „Amtshilfe“ nannten es die Militärs. Doch wie weit geht diese „Amtshilfe“?

Die „Amtshilfe“ ist rechtlich im Artikel 35 des Grundgesetzes festgelegt:
(1) Alle Behörden des Bundes und der Länder leisten sich gegenseitig Rechts- und Amtshilfe.

(2) […] Zur Hilfe bei einer Naturkatastrophe oder bei einem besonders schweren Unglücksfall kann ein Land Polizeikräfte anderer Länder, Kräfte und Einrichtungen anderer Verwaltungen sowie des Bundesgrenzschutzes und der Streitkräfte anfordern.

(3) […]
Das Land Mecklenburg-Vorpommern und das Bundespresseamt haben die Streitkräfte der Bundeswehr kurz vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm angefordert und prompt Hilfe bekommen. Gemäß den Angaben der Bundeswehr waren 1.100 Soldaten im Einsatz.

Als „Naturkatastrophe“ kann der G8-Gipfel, obwohl es nur einen faulen Klima-Kompromiss gab, nicht bezeichnet werden. Ein „Unglücksfall“ ist solch ein Gipfel zwar für die Polizei, die bei der Veranstaltung enorm beansprucht wird, doch ist der G8-Gipfel rechtlich kein „Unglücksfall“ gewesen. Auf welcher rechtlichen Grundlage der Bundeswehreinsatz beim G8-Gipfel also stand, oder ob er schlicht illegal war, ist strittig – er wurde schnell und unverzüglich am Bundestag vorbei erledigt. Dabei ist auch zu bemerken, dass der Einsatz erst kurz vor dem G8-Gipfel öffentlich gemacht wurde – zu spät, um dagegen etwas zutun.

Bundeswehreinsatz beim G8-Gipfel 2007
Zu Land waren rund ein Dutzend Spähpanzer vom Typ „Fennek“ im Einsatz. Das moderne Vehikel ist noch relativ neu im Fuhrpark der Bundeswehr und mit den neusten High-Tech-Überwachungskameras und sogar einer kleinen flugfähigen Drohne ausgestattet. Umstritten ist der Einsatz der Fahrzeuge, weil die Bundespolizei – ehemals Bundesgrenzschutz – und der Zoll dieselbe Überwachungstechnik besitzen. Auf Autobahnbrücken in der Nähe des Zivil- und Militärflughafens Rostock-Laage, über den die Staats- und Regierungschefs zum Gipfel anreisten, waren die Spähpanzer unter anderem zur Überwachung des Straßenverkehrs im Einsatz. Dies geschah mit Infrarotkameras, so genannten FLIR-/IR-Kameras, welche auch an Hubschraubern der Polizei installiert sind.

Zu Wasser war neben der Küstenwache, die der Bundespolizei unterstellt ist, auch ein Großaufgebot der Marine im Einsatz. Neben einer Fregatte waren zwei Minenjagdboote im Einsatz. Wahrscheinlich waren es diese Boote, die am 2.Juni innerhalb der acht Seemeilen Sperrzone vor dem Tagungshotel der G8 in Heiligendamm eine alte Seemine aus dem zweiten Weltkrieg gefunden haben. Die Sprengung der Mine lief allerdings schief und brachte nur die Erkenntnis, dass die Mine „nicht scharf“ ist, so der Sprecher der G8-Polizeieinheit „Kavala“, Axel Falkenberg. Zum Einsatz kamen außerdem sechs Verbindungsboote der Marine. Diese waren auch dringend nötig, hatten Gipfelgegner es doch geschafft den Landweg nach Heiligendamm durch Sitzblockaden an allen Stellen zu blockieren. So mussten Angestellte des Tagungshotels, Dolmetscher und auch Journalisten per Boot ein geschippert oder per Helikopter eingeflogen werden. Neben den deutschen Marineeinheiten waren übrigens auch ausländische Kriegsschiffe im Einsatz. So soll auch die US-Marine mit zwei Schiffen, darunter einem Zerstörer, im Einsatz vor der deutschen Ostseeküste gewesen sein.

Zu Luft waren die deutsche Luftwaffe und auch das deutsche Heer nach eigenen Angaben mit drei Hubschraubern des Typs CH-53 im Einsatz. Die Hubschrauber, welche auch in Afghanistan und bei anderen Auslandseinsätzen der Bundeswehr eingesetzt werden, sollten bei der Logistik vor Ort helfen – vor allem zum Personentransport.

Jedoch kreisten die Hubschrauber auch Minuten lang über den Blockaden der G8-Gegner. AWACS-Aufklärungsflugzeuge der NATO sollen, wie schon bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, auch beim G8-Gipfel 2007 im Einsatz gewesen sein. Der Höhepunkt soll der Einsatz so genannte RECCE-Tornados der Luftwaffe gewesen sein. Die Kampfflugzeuge werden durch den mit Kameras ausgestatteten RECCE-Pod zu Aufklärungsfliegern. Erst im März stimmte der Bundestag über die Entsendung von RECCE-Tornados nach Afghanistan ab.

Heute schon im Innern aktiv: Viele Inlandseinsätze der Bundeswehr im Jahr 2006 waren legitime Katastrophenhilfe:

Am 2.Januar 2006 wurde die Armee in Bad Reichenhall angefordert. Rund 100 Soldaten halfen bei der Bergung und Versorgung von Verletzten, die beim Zusammenbruch einer Eissporthalle unter großer Schneelast begraben wurden.

Mitte Februar forderte die Regierung von Oberbayern die Bundeswehr an. Um die Dächern von den enormen Schneelasten zu befreien, die drohten unter dem Gewicht einzukrachen, wurden in die Region 3.000 Soldaten der Bundeswehr entsandt.

Bis zum 3.März 2006 war die Bundeswehr in Norddeutschland im ABC-Einsatz. Wegen des Vogelgrippeeinsatzes waren 900 Soldaten im Einsatz und sammelten tote Vögel oder dekontaminierten Fahrzeuge.

Ende März des gleichen Jahres forderte das Bundesland Sachsen die Bundeswehr an. Bei dem Einsatz von 5.200 Soldaten ging es um Katastrophenalarm wegen Hochwassers.

Nicht legitime Bundeswehreinsätze im Inland hat es dagegen in den Jahren so oft gegeben wie noch nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik – obwohl sie vom Grundgesetz her verboten sind.

Hier zwei Beispiele jener Bundeswehreinsätze von 2006 im Inland, die keine Katastrophenfälle gewesen sein können:

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2006 war die Bundeswehr mit etwa 2.000 Soldaten im Einsatz. Weitere 5.000 standen in Bereitschaft. Außerdem sorgte die Bundeswehr für die Unterbringung von 3.500 Polizisten, stellte nach eigenen Angaben 150.000 Mahlzeiten für die Polizisten zur Verfügung und war selbst mit 200 Fahrzeugen, darunter auch Panzern, an Ort und Stelle.

Mitte Juli 2006 stattete der US-amerikanische Präsident, George W. Bush, auf Einladung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem Osten Deutschlands, insbesondere Stralsund, einen Besuch ab. 500 Soldaten waren im Einsatz, rund 4.200 Angehörige anderer Sicherheitskräfte wurden auf Militärgeländen der Bundeswehr untergebracht.

Rechtfertigungsversuche der Regierung für solche Einsätze gibt es. Mal werden die Einsätze als, wie angeblich jetzt beim G8-Gipfel 2007, als „Amtshilfen“ ausgelegt oder sie werden lapidar als „Naturkatastrophen“ ausgewiesen, woraufhin mit keinem großen Protest zu rechnen ist. Die beliebteste Begründung seitens der Militärfanatiker aber ist die Bekämpfung des „Terrorismus“ mittels Bundeswehr im Innern.

Keine eindeutige Legitimität hatte der Einsatz der Bundeswehr beim Besuch des US-amerikanischen Präsidenten, als er zur privaten Grillpartie der Kanzlerin Merkel anreiste. Der Bundeswehr-Einsatz beim G8-Gipfel 2007 ist nun ebenso umstritten. Die Forderung, nach der Inlandseinsätze der Bundeswehr in Deutschland auch vom Grundgesetz abgesichert werden, wird bei Krawallen oder bei mutmaßlicher Terrorgefahr immer wieder laut. Besonders die Anti-Terror-Kämpfer der Union, in der ersten Reihe Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und „Kriegsminister“ Franz-Josef Jung, versuchen Inlandseinsätze schon seit längerem auf ein festes rechtliches Fundament zu stellen – bisher scheiterten sie am Verfassungsgericht. Und so werden die Gesetze dreist ohne rechtliche Grundlage von den Militärs ausgehöhlt.

Nebenbei wird versucht die Bundeswehr fester in die Zivilgesellschaft zu integrieren, um die Bevölkerung schon mal auf die Bundeswehrsoldaten, die durch ihre Städte ziehen, vorzubereiten. Dazu organisiert die Armee Sportveranstaltungen, sponsert öffentliche Veranstaltungen und versucht – vor allem bei jungen Menschen – massiv zu werben. Über 600 Reklameeinsätze in Schulen, auf Messen und in Innenstädten hat die Bundeswehr für 2007 geplant. Dafür hat sie extra Werbe-Fahrzeuge und Personal abgestellt.

Kampfpanzer statt Wasserwerfern?
Die Frage ist also: Wollen wir die Bundeswehr überhaupt im Innern? Ob die Regierung auf die Bevölkerung hört, ist natürlich eine andere Sache – Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger war gegen die Entsendung von Tornado-Kampfflugzeugen nach Afghanistan – trotzdem stimmte das Parlament dem Einsatz zu.

Der legitime Einsatz der Bundeswehr im Inland würde auf jeden Fall zu einem deutlich höheren Militäreinsatz im zivilen Raum führen. Bürgerinnen und Bürger müssten sich an die massive Präsenz von Soldaten an den Straßen gewöhnen.

Übernimmt die Bundeswehr polizeiliche Aufgaben – was ziemlich wahrscheinlich ist – ist anzumerken, dass die Bundeswehr für solche Missionen gar nicht umfassend ausgebildet ist. Bei der Armee liegt der Schwerpunkt der Ausbildung mehr im Töten und Überleben als im sozial-psychologischen Kontakt mit Menschen wie bei der Polizei. Dabei ist die Bundeswehr das perfekte Repressionsorgan: Abschreckend und mit enormer Durchschlagskraft. Orwells „1984“ käme der Bundesrepublik durch eine nach innen gewandte Armee näher.

Warum soll die Bundeswehr überhaupt im Innern eingesetzt werden?
Bisher wurde die Sicherheit im Inland auch ohne die Armee gewährleistet. Dass bei der Polizei gespart wird und das Geld stattdessen in die Armee fließt, ist jedoch schon seit Jahren zu beobachten und wird besonders von der Polizeigewerkschaft bemängelt.


Ein CH-53 Hubschrauber auf dem deutlich die Aufschrift „HEER“ zu lesen war, kreiste am 6.Juni 2007 minutenlang über einer G8-Blockade in dem kleinen Dorf „Rethwisch-Börgerende“ in der Nähe von Heiligendamm.
© Foto: onlineredaktion jnvh

Viele Menschen können sich Großeinsätze der Polizei nicht vorstellen – dass über 50 Polizeifahrzeuge mit Blaulicht an ihnen vorbei rasen, kommt jedoch oft vor – bei Fußballspielen oder politischen Ereignissen wie dem G8-Gipfel oder auch den Castor-Transporten nach Gorleben. So ist es leider auch für die meisten Menschen unvorstellbar, wie solch ein Einsatz mit Bundeswehrfahrzeugen und Soldaten aussähe – wenn auf einmal Militär-Konvois durch die Stadt fahren und Soldaten im Gleichschritt durch die Straßen marschieren. Diese Bilder wird es mit einem Bundeswehreinsatz im Innern geben!

Führe also der legitime Einsatz der Bundeswehr im Inland nicht zum „Kriegszustand“ – implizit eines Schießbefehls?

vermischtes

Heiligendamm – Der Beginn des Übergangs in die Barbarei

Karl Weiss – Der G8-Gipfel von Heiligendamm war nicht das Geld des Abschlußpapiers wert. Nicht ein einziges konkretes Ergebnis, nicht eine einzige konkrete Aussage waren die großen “Leader” der Menschheit in der Lage zu produzieren. Er war eine getreue Widerspiegelung der Endphase, in die der weltweite Kapitalismus nun eingetreten ist: Beginnende Auflösung aller staatlichen und interstaatlichen Instrumente und Vereinbarungen – und Übergang in die offene Barbarei, d.h. ‚Jeder gegen Jeden’ und ‚Rette sich, wer kann’.

Wenn Bob Geldorf, der irische Liedermacher und Afrika-Aktivist, der auf dem parallelen Rock-Festival auftrat, den Gipfel der G8 in Heiligendamm als „Total Farce“ bezeichnete, dann muss man fragen, was er erwartet hat von einem Bush, von einer Merkel, von einem Sarkosy, einem Blair oder einem Putin.

Von Politikern dieser Sorte,

die nach Belieben andere Länder überfallen und bombardieren lassen, was bis vor kurzem noch als Kriegsverbrechen galt,

die den eigenen Grosskonzernen praktisch Steuerfreiheit gewähren und ihnen Subventionen vorn und hinten reinschieben,

die jegliche sozialen Sicherungssysteme und staatliche Leistungen aufheben, abbauen, explodieren, sei es Arbeitslosenabsicherung, Sozialhilfe, Renten, Gesundheitssysteme, Wasser- und Elektrizitätsversorgung, öffentliche Verkehrssysteme, das Erziehungssystem oder bezahlbare Wohnungen, um Mittel ‚freizuschaufeln’ zur Unterstützung der Konzerne,

die bereits Hunderttausende von Oppositionellen in ihren eigenen Ländern konsequent überwachen lassen, in den Karteien haben und nur darauf warten, sie „aus dem Verkehr zu ziehen“,

die in ihren eigenen Ländern die Polizei mehr und mehr brutalisieren und Übergriffe gegen oppositionelle Demonstrationen begehen lassen,

die Tausende von eigenen Soldaten der Strahlung von Uran-Munition aussetzen mit der Folge von Tausenden von Toten, ohne die geringsten Skrupel,

die ihre Länder in Überwachungs- und Obrigkeitsstaaten umwandeln,

die internationale Vereinbarungen wie die Genfer Konventionen, die UN-Statuten, das Kyoto-Protokoll, den Atomwaffen-Sperrvertrag, die START-Vereinbarungen usw. in der Luft zerreißen, so als ob das beliebige Papiere wären,

die in geheimen, gemeinsamen Aktionen Menschen von Geheimdienstleuten entführen und sie in Foltergefängnisse wie Guantánamo und andere bringen ließen, ohne Gericht, ohne Anklage, ohne Recht,

die oppositionelle Demonstrationen durch Staatsbedienstete unter Brechen jeglichen Rechtes „aufmischen“ ließen, um den Medien „Krawall“-Szenen bieten zu können,

deren Politik Millionen von Menschen in den Entwicklungsländern jährlich vor Armut sterben lässt (Millionen jährlich, nicht 6 Millionen einmalig),
ja, was war von ihnen zu erwarten?

Trotzdem ließ sich Geldorf wiederum mit diesen Politikern ablichten, ebenso wie U2-Bono. Grönemeyer dagegen lehnte dies ab. „Die benutzten uns nur, um ihr Image aufzubessern.“ Was schon bei einigen seiner Liedertexte zu vermuten war, bestätigt sich: Der Mann besitzt Intelligenz.

Dieser Kapitalismus ist längst reif, abgelöst zu werden. Er kann nicht nur keine einziges der Probleme der Menschheit mehr lösen, er ist zu DEM Problem der Menschheit geworden. Da er aber immer noch nicht abgelöst wird, tut er, was alles tut, wenn es tot ist und in Verwesung übergeht: Zerfall. Unser einziges vorhandenes Gesellschaftssystem ist in Zerfall eingetreten. Dafür war Heiligendamm der Beleg.

Keine Vereinbahrung – nichts
Der Gipfel wurde ja Jahre und Monate vorbereitet. Auf der Ebene der Ministerien der G8-Staaten hatte man die Vereinbarungen vorzubereiten und dann so zu tun, als seien sie auf dem Gipfel unter übermenschlichen Anstrengungen der Präsidenten und Premiers zustande gekommen. So lief das früher. Diesmal wurde nicht eine einzige wirkliche Vereinbarung abgeschlossen, einfach nichts.

Die Ministerien waren nicht in der Lage, ein einziges Thema zu finden, eine einzige kleine Übereinstimmung, die man als Ergebnis des Gipfels hätte präsentieren können. Die Großkonzerne, die jene Politiker zu repräsentieren haben, sind so groß geworden, die Konkurrenz unter ihnen so zugespitzt, der Rhythmus der Übernahmen und Fusionen so hektisch, dass es keine Möglichkeit mehr von Kompromissen gibt, nur Konfrontation.

Das ist immerhin bemerkenswert und stellt eine neue Qualität dar. Nicht einmal mit den Eingeladenen am Katzentisch, China, Indien, Brasilien und Südafrika, war mehr eine einfache winzige Vereinbarung möglich.

Man hätte ja den Gipfel unter einem Vorwand verschieben können, versuchen noch ein Thema zu finden oder eine winzige Gemeinsamkeit, aber auch das tat man nicht. Offenbar wusste man schon, auch mit mehr Zeit war keinerlei Kompromiss mehr zu erwarten.

Kriege dräuen noch am Horizont.
Das heißt, der Kapitalismus, der internationale Imperialismus kann keinerlei Einigung mehr finden, nicht einmal über Randthemen. Nur Kriege dräuen noch am Horizont. Das einzige Mittel internationaler Politik, das für eine Zeit lang im Kapitalismus sogar eine positive Richtung einschlug, die internationale Vereinbarung, ist nicht mehr anzuwenden. Es wird keinerlei Einigungen mehr geben, nicht in der Dohar-Runde, nicht über die aufkommende Klimakatastrophe, nicht über Hunger und Elend in der Welt, nichts, nichts, nichts!

Interessant speziell, man war über wirtschaftliche Themen völlig uneins. Es war u.a. eine Vereinbarung über die Hedge-Fonds angepeilt. Daraus wurde nichts. Man wollte eine gemeinsame Erklärung zu China abgeben und die Regierung dort auffordern, die Währung aufzuwerten, nichts davon in der Abschlusserklärung. Man wollte etwas zu den Gefahren der Inflation vereinbaren, nichts. Lediglich eine Bestätigung der bereits zeit zwanzig Jahren gültigen Regeln des Neoliberalismus. Damit ist die bereits im Anrollen befindliche Wirtschaftskrise wohl nicht weiter hinausschiebbar. Es kann sogar nicht ausgeschlossen werden: Der Juni wird später exakt als der erste Monat der Wirtschaftskrise bezeichnet werden.

Wurde das Problem von Russland mit den USA gelöst, die Stationierung von Raketen in Polen und der tschechische Republik, angeblich zur Abwehr iranischer Raketen, in Wirklichkeit zur Bedrohung Russlands? Nein. Die US-Regierung weigert sich weiterhin, dies Projekt aufzugeben und Russland droht mit Gegenmaßnahmen.

Wir denken nicht daran!
Zum am meisten mit Spannung erwarteten Thema, den Maßnahmen zum Abwenden der Klimakatastrophe, gab es ebenfalls keinerlei Einigung. Die USA, der weltweit grösste Kohlendioxid-Produzent, weigert sich weiterhin, irgendwelche auch nur auf dem Papier bindende Vereinbarungen einzugehen und/oder in das Kyoto-Protokoll zurückzukehren, das ja von ihnen mit beschlossen wurde. China und Indien, die wahrscheinlich demnächst bereits die Luftverschmutzer Nr. 2 und 4 auf der Welt sein werden, denken nicht entfernt daran, irgendwelche Einschränkungen zu akzeptieren. Die EU und Japan haben sich bereits vor dem Gipfel verpflichtet, ihren CO2-Ausstoß bis 2050 auf 50 Prozent der Werte von 1990 zu reduzieren, das kann nicht als Ergebnis des Gipfel gefeiert werden und es wäre außerdem bestenfalls ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Die Klimakatastrophe wird nicht bis 2050 warten, bis die Herrschaften geruhen, aktiv zu werden – oder nicht einmal das. Nach allen seriösen Einschätzungen wird die Klimakatastrophe ab einem Zeitpunkt zwischen 2020 und 2030 unumkehrbar werden, weil sie selbst verstärkende Bedingungen schafft. Wenn bis dahin nicht Wesentliches geändert wurde, wird es innerhalb von 200 bis 300 Jahren keine Menschheit mehr geben, wie wir sie kennen, ohne dass dieser Prozess dann noch aufhaltbar wäre.

Dazu kommt, die Verpflichtung der EU und Japans ist nicht einklagbar, nicht definitiv. Man sagt lediglich, das wolle man tun. Das sind Politiker-Versprechungen, denen man international genauso wenig vertrauen kann wie auf der nationalen Ebene. Frau Merkel, die nun vollmundig Erklärungen abgibt, hat da nämlich selbst eine Leiche im Keller. Sie war Umweltministerin unter Kohl und hat eine 20prozentige Verminderung des CO2-Ausstoßes bezüglich 1990 bis 2005 versprochen gehabt und nicht eingehalten. Wie soll man ihr jetzt glauben?

Im Gegenteil, die Entscheidung, Bio-Diesel zu besteuern, hat dem vielversprechenden Ansatz auf diesem Gebiet abgewürgt, wo Deutschland Vorreiter war. Das hat Frau Merkel zu verantworten. Sie ist also in Wirklichkeit genau auf dem Gegenkurs zu einer Wende in der Energiegewinnung.

Die einen also verpflichten sich gleich zu gar nichts und den anderen kann man nicht glauben. Eine prächtige Gesellschaft!

Als einzige Nation unter den grössten 10 Wirtschaften auf der Erde hat sich die Nummer 10, Brasilien, ein konsequentes Programm zum Ersetzen von fossilen Energieträgern gegeben. Bis 2020 will man sowohl das Benzin als auch den Diesel vollständig ersetzt haben durch Alkohol und Bio-Diesel. Dann gibt es nur noch einige Erdgaskraftwerke in Brasilien, die noch fossile Stoffe verbrennen, aber die machen nicht einmal 5Prozent der dortigen Energiegewinnung aus.

Das könnte jede der anderen Nationen auf dem Gipfel auch tun, aber dann wären natürlich die Interessen der Öl-Multis angekratzt und daher darf man nicht.

Afrika? Nix Neues
Und das groß angekündigte Thema Afrika? Kein einziges neues Ergebnis! Man wiederholte, was man bereits vor zwei Jahren sagte, man wolle insgesamt 60 Milliarden über die kommenden Jahre bereitstellen. Nur – von diesem Geld haben die afrikanischen Länder in den letzten zwei Jahren keinen Cent gesehen! Warum sollte man glauben, nun käme es dort an? Zudem ist der wesentliche Teil dieser Werte nicht als Schenkung vorgesehen oder als Erlass von Schulden, sondern als neue Kredite. Die erhöhen nur noch weiter die bereits unerträgliche Zinslast der Entwicklungsländer, anstatt irgendeine Erleichterung zu bringen.

Das ist wie mit dem Geld, das alle nach dem Tsunami Ende 2005 versprachen. So gut wie nichts davon ist wirklich in den betroffenen Regionen angekommen.

Die entwickelten Länder könnten mit einem Federstrich wesentliche Probleme der Entwicklungsländer, in Afrika und anderswo – lösen. Sie bräuchten nur ihre absolut absurden Agrarsubventionen einstellen. Sie würden gleichzeitig Geld sparen und den Entwicklungsländern eine faire Chance im Wettbewerb der Lebensmittel-Märkte geben. Aber die Agrarsubventionen gehen hauptsächlich an Großkonzerne, darum darf man nicht.

Der Übergang in die kapitalistische Barbarei hat aber noch Besonderheiten. Es ist nicht einfach nur eine Rückkehr zu jenen Zeiten des entstehenden Kapitalismus im 18. Jahrhundert, als in Manchester in England Kinder mehr als 12 Stunden täglich in Textilfabriken schuften mussten für einen Hungerlohn, was dieser freundlichen Art von Kapitalismus den Namen Manchester-Kapitalismus eingetragen hat, es ist vielmehr hauptsächlich die generelle Kriminalisierung der Gesellschaft.

Dafür bis an die Zähne bewaffnete Organisierte Kriminalität
In dem Masse, wie die Staatsmacht zurückweicht, füllen kriminelle Mafia-Organisationen die Lücken. Großkonzerne und –banken einerseits und bis an die Zähne bewaffnete organisierte Kriminalität werden mehr und mehr eins. Die Fälle Deutsche Bank- Mannesmann, Volkswagen – Hartz und Siemens sind nur die Spitze des Eisbergs der Kriminalisierung der Großkonzerne und nur der Anfang. Im gleichen Masse wachsen kriminelle Mafia-Organisationen überall mit kaum glaublicher Geschwindigkeit und verstecken sich hinter Firmen-Masken.

Überlegen Sie nur, wann haben Sie das letzte Mal gehört, dass eine Gruppe von Verbrechern, die Führer von kriminellen Mafia-Organisationen sind, angeklagt wurden? Sie können sich nicht erinnern? Ja, das kommt daher, diese Prozesse haben nicht stattgefunden, niemand kann sich erinnern. Die Verfolgung der organisierten Kriminalität wurde nämlich fast völlig eingestellt. Stattdessen sollen laut Frau Merkel Leute verfolgt werden, die jemand auf der Strasse anrempeln.

Der Übergang in die kapitalistische Barbarei stellt nichts anderes dar als die Aufgabe des kapitalistischen Staates und seine Überführung in ‚Warlord-Country‘, also eine Gesellschaft, in der Reiche und Mächtige herrschen, die sich eine Privatarmee leisten können. Sie unterdrücken die Bevölkerung und bekriegen sich mit den anderen Warlords. Die Gesellschaft ist dann „Jeder gegen Jeden“ und „Rette sich, wer kann“.

Der Zustand, wie er in Afghanistan herrscht, das ist, was uns alle erwartet, wenn wir dem nicht ein Ende bereiten!

Wir haben also ein Stadium des Kapitalismus erreicht, in dem keinerlei ins Gewicht fallende internationale Vereinbarungen mehr möglich sind und wir stehen vor einer sich verstärkenden Klimakatastrophe, die das Bestehen der Menschheit bedroht, während gleichzeitig der Kapitalismus beginnt in die Barbarei abzugleiten und uns ein ‚Warlord Country’ droht.

Es bleibt nur ein Weg: Kampf gegen die Grosskonzerne und ihre Politiker und für eine totale Wende in der Energiegewinnung und der Schaffung einer kompletten Kreislaufwirtschaft.

Ebenso werden wir uns überlegen mußen, ob wir nicht den Imperialismus besser durch einen anderen Gesellschaftsansatz ersetzen sollten, zum Beispiel echten Sozialismus.

spionage

Neue Erkenntnisse über die Entführung von Khaled el Masri

World Content News – Der neue, zweite Untersuchungsbericht von Dick Marty lässt aufhorchen: Nun ist auch die Identität des bisher unbekannten Flugzeugs gelüftet, das Masri in Begleitung des mysteriösen „Sam“ aus der Folterhaft von Kabul zurück nach Albanien brachte: Es war eine Gulfstream 3 mit der Registrierungsnummer N982RK.


N982RK – hier in Puerto Rico im Januar 2006

World.Content.News berichtete bereits früher über dieses Flugzeug in Zusammenhang mit einem mysteriösen Trip von Guantanamo über Nürnberg nach Duschanbe in Tadschikistan, bei dem sechs unbekannte Passagiere an Bord gewesen sein sollen. Nachforschungen nach Eigentümer und Betreiber der 21-sitzigen Gulf bringen interessante Hinweise über CIA-Strukturen ans Tageslicht und touchieren sogar die Anschläge vom 11. September.

Bisher wurde diese Maschine noch nicht vom Europaparlament untersucht, laut eigenen Recherchen wurde sie zwei Mal in Deutschland gesichtet: am 17.07.04 in Nürnberg und am 12.04.06 in Frankfurt.

Jetzt hat der Sonderermittler des Europarats, Dick Marty, herausgefunden, dass eben dieses Flugzeug auch am 28.05.04 mit der Rückführung von Khaled el Masri aus der Gefangenschaft die letzte Etappe seines Martyriums einleitete.

Außerdem hat er mit seinem Bericht insbesondere die Länder Italien und Deutschland schwer belastet, an dem Entführungsbusiness direkt beteiligt gewesen zu sein und: «Es gibt jetzt genügend Beweise um festzustellen, dass es von der CIA betriebene Geheimgefängnisse von 2003 bis 2005 in Europa gab, vor allen in Polen und Rumänien». Marty beruft sich auf Aussagen von mehr als 30 amerikanischen und europäischen Geheimdienstmitarbeitern sowie auf die Auswertung von Flugdaten.

Das Dokument, das jetzt vorliegt, birgt eine Fülle von Informationen, die derzeit noch der Auswertung bedürfen. So wurde z.B. zwischen den USA und der NATO im Oktober 2001 als Teil der „New-War-Politik“ ein Geheimvertrag geschlossen, der illegale, staatsterroristische Praktiken wie die Entführung „Terrorverdächtiger“ und ihre Inhaftierung ermöglicht. Es enthält auch ausführliche Angaben über den Ablauf dieser Aktionen.

Download:
Secret detentions and illegal transfers of detainees involving Council of Europe member states: second report

Flugdaten der N982RK, Fall Masri

26.05.04: von Washington, USA nach Shannon, Ireland und weiter nach Larnaca, Zypern
27.05.04 von Larnaca, Zypern nach Kabul, Afghanistan
28.05.04 von Kabul, Afghanistan nach Bezat-Kucova, Albanien (mil.)
28.05.04 von Bezat-Kucova, Albanien nach Sarajevo, Bosnien und weiter nach Prag, Tschechien
29.05.04 von Prag, Tschechien nonstop über Keflavik, Island und zurück nach Washington, USA

Quelle: http://assembly.coe.int/CommitteeDocs/…Appendix-3.pdf

Interessant ist in diesem Zusammenhang noch, dass die CIA versuchte, diese Flugroute zu verschleiern: In der für die bosnischen Behörden benötigten Landeerlaubnis für Sarajevo gab die Crew an, sie wären von den pazifischen Salomon-Inseln gestartet (Auki/Gwaunaru’u). Offenbar ist dort niemandem aufgefallen, dass dies schon aufgrund der begrenzten Reichweite dieses Flugzeugs (knapp 7 Stunden) relativ unmöglich gewesen wäre.

Es war also reichlich Arbeit für die Ermittler, das Flugzeug ausfindig zu machen, das el Masri zurück aus der Hölle brachte, um den lückenlosen Nachweis zu erbringen. dass er tatsächlich entführt worden war. Diverse Medien, darunter auch die BILD-Zeitung, hatten wiederholt die Glaubwürdigkeit seiner Zeugenaussagen in Zweifel gezogen.

So freute sich auch Dick Marty auf der Pressekonferenz, bei der die Ergebnisse der Untersuchung vorgestellt wurden:

«Wir glauben, dass wir es jetzt geschafft haben, detailliert die Odyssee von Herrn (Khaled) El Masri nachzuverfolgen und Licht in seine Rückkehr nach Europa zu bringen: Wenn wir, die wir weder die Macht noch die finanziellen Möglichkeiten haben, dies tun konnten, warum waren die sachkundigen Behörden dazu nicht in der Lage? Dafür gibt es nur eine mögliche Erklärung: Sie sind nicht daran interessiert, dass die Wahrheit ans Licht kommt.»

Nach Masris Zeugenaussagen über einen perfekt deutsch sprechenden Entführer drängte sich schon seit längerem den Verdacht auf: Gab es bei der Verschleppung eine direkte Zusammenarbeit deutscher Geheimdienste mit der CIA ?

Aber nicht nur durch die Afghanistan-Albanien-Reise, auch in Deutschland ist die N982RK aufgrund einer ungewöhnlichen Flugroute ziemlich unangenehm aufgefallen, als sie laut einer portugiesischen Untersuchung zwei Monate später die Frankenmetropole Nürnberg besuchte:

Flug Guantanamo – Nürnberg – Tadschikistan. Die N982RK startete von Guantanamo kommend am 17.07.04 nach einer Zwischenlandung auf Santa Maria/Azoren um 14:24 Uhr Richtung Deutschland, um 21.03 Uhr landet sie in Nürnberg, wo laut Flughafenauskunft ein Catering erfolgte. An Bord der Gulfstream befanden sich sechs bisher unbekannte Passagiere und vier Besatzungsmitglieder. Um 21.49 Uhr hob die Maschine wieder ab, um nach Duschanbe in Tadschikistan weiterzufliegen. Der Rückflug erfolgte einen Tag später wiederum über Nürnberg zurück nach Washington. Der Flughafen Nürnberg sah sich bisher nicht in der Lage festzustellen, wie viele Personen beim Rückflug an Bord waren.

Bei dem damaligen Operator, für den das Flugzeug unterwegs war, handelte es sich um die in Hudson, NY ansässige Firma Richmor Aviation, die mit etlichen Flugzeugen diverse CIA-Aktionen durchführte.

Darunter war auch die N227SV, besser bekannt unter der früheren Registriernummer N85VM. Mit dieser Gulf wurde der in Mailand gekidnappte Prediger Abu Omar 2003 von Ramstein nach Ägypten verbracht. Die N227SV ist auf die Firma Assembly Point Aviation registriert. Diese hat ihren Sitz in Glenn Falls in New York, ihr Wirtschaftszweck wird in Datenbanken mit „religiöser Organisation“ angegeben. Laut «Chicago Tribune» ist der einzige eingetragene Verwaltungsrat und Direktor der Millionär Phillip H. Morse aus Jupiter, Florida. der auch Mitbesitzer des Baseball-Clubs „Boston Red Sox“ ist.

Und wie es der „Zufall“ so will: Auch die Gulfstream N982RK war bis zum Jahr 2001 Eigentum der Assembly Point (ehem. Reg.-Nr.: N6513X), bevor sie an die im gleichen Jahr neu gegründete Water Above Mountain Holdings LLC in Burlington, North Carolina weiterverkauft wurde. Dese Firma (im folgenden WAMH genannt) besaß die N982RK zum Zeitpunkt der besagten CIA-Operationen. Die Geschäftsfelder des im Internet nicht präsenten Unternehmens sind in staatlichen Registrierungsunterlagen mit „Holdings und Real Estate“ angegeben.

Ende 2006 ist WAMH nach dem Tod des Geldgebers wieder aufgelöst worden. Das Flugzeug wurde bereits im März 2005 an die Gulfstream Acquisition LLC mit Sitz in New Jersey veräußert. Während die offiziellen FAA-Unterlagen für den neuen Eigner nur eine Rechtsanwaltadresse in Albany, NY anbieten, geht aus der Firmenregistrierung in New York hervor, dass die eigentliche Postadresse in Fort Lee, NJ zu finden ist. Hier und in Creskill residiert ein One-Man-Trustgeflecht der Familie Singer (SCM, DMS, MSG Trust), das von Remus zu Romulus führt. Ist diese Gulfstream noch immer unter den Wölfen?

Erstmals lassen sich also gewisse Kausalitätszusammenhänge zwischen den spektakulären Entführungsfällen Abu Omar und Khaled el Masri feststellen. Beide Maschinen wurden nicht nur vom gleichen Operator geflogen, bei beiden hängt auch die Firma Assembly Point in den Eigentumsverhältnissen mit drin, die ansonsten über keine weiteren Luftfahrzeuge verfügt. Hier werden sich also sowohl Phillip Morse als auch der Präsident von Richmor Aviation, Mahlon W. Richards, noch einmal erklären müssen, die in früheren Interviews treuherzig erklärten, sie hätten keine Ahnung über eine mögliche CIA-Nutzung der Flugzeuge gehabt.

Sieht man sich nun mal die Akteure der Water Above Mountain Holdings näher an, kommt ein weiteres Karussell von überraschenden Merkwürdigkeiten zutage: Dreh- und Angelpunkt ist hier ein Rechtsanwalt namens Glenn A. Drew, Vizepräsident und mit den Rechtsangelegenheiten Beauftragter von WAMH. Unter seiner Federführung laufen noch folgende Firmen:

Fortress Re – ein Rückversicherungsunternehmen, das alle vier Flugzeuge, die bei den Anschlägen vom 11. September 2001 gehijackt und zerstört wurden, gegen Risiken im sog. Nichtlebenbereich absicherte. Das Unternehmen kooperierte mit ihrer auf den Bermudas ansässigen Schwesterfirma Carolina Re, die Risk-Optionen für drei japanische Erstversicherer zeichneten. Im Jahr 2004 wurde Fortress Re von einem New Yorker Gericht zu einem Schadensausgleich von 1,12 Milliarden Dollar an die japanische Sompo-Gruppe verpflichtet, während Carolina Re vier Monate nach dem 11. September pleite ging. Fortress Re ist dagegen weiterhin als Firma aktiv, hat sich aber aus dieser Geschäftssparte zurückgezogen. Glenn Drew ist als Vizepräsident eingetragen.

Fortress (zu deutsch: Festung, Bollwerk) arbeitete mit Finite-Deckungen (=begrenzte Haftung), die von Fachleuten immer wieder wegen ihrer fehlenden Transparenz kritisiert werden und daher zu Betrugsmöglichkeiten verleiteten. Spekulationen nach dem 11. September, dass auch die Münchner Rück mit Fortress Re Geschäfte machte, haben sich als unhaltbar erwiesen.

Die American Hebrew Academy – ein privates Internat für jüdische Eliteschüler. Die Akademie wurde ausgerechnet am Vorabend der schrecklichen Ereignisse, am 10. September 2001 eröffnet und es gab schwerwiegende Verdachtsmomente, dass die Investitionsgelder von über 100 Millionen Dollar illegal von Fortress Re abgezweigt wurden. Glenn Drew ist als leitender Direktor an der Schule tätig.

Beschäftigt man sich nun mit dem Geldgeber und eigentlichen Besitzer im Hintergrund aller angesprochenen Unternehmen wird man am besten bei Forbes fündig: Maurice „Chico“ Sabbah, Multimillionär und angeblicher Philantrop, der im letzten Jahr im Alter von 77 Jahren verstarb, lebte zurückgezogen und ließ seinem Partner Kenneth Kornfeld freie Hand bei den Geschäften von Fortress Re und Carolina Re und machte ihn zum Miteigentümer. Dessen Frau, Ronda Kornfeld ist Präsidentin des besagten Gulfstreameigners Water Above Mountain Holdings gewesen. Und damit die Familie komplett wird: Der vielbeschäftigte und sich keiner Schuld bewusste Rechtsanwalt Drew (da kam es schon mal vor, dass Fortress und WAMH unter der selben Geschäftsadresse residierten) ist wiederum ein Neffe von Maurice Sabbah.

Nun ist es keineswegs neu, dass die Besitzer von CIA-Entführungsflugzeugen auch oft unter den Superreichen und religiös Motivierten der US-Gesellschaft zu finden sind.

Nehmen wir z.B. den Immobilien-Investor Bruce Menin, ein Milliardär, dem viele Gebäude in Downtown New York gehören und der innerhalb weniger Jahre zu seinem sagenhaften Reichtum gekommen ist. Er kaufte der CIA den ebenso sagenhaften „Guantanamo Bay Express“ ab. Die ehemalige N379P hat vermutlich Dutzende Menschen verschleppt. Menin hatte aber nicht lange Freude damit, als sich dies herumsprach und stieß sie nach einem Jahr wieder ab (neu registriert auf N126CH).

Zusätzlich besteht der vage Verdacht, dass er auch den Verkauf der N313P, die Boeing, die Khaled el Masri nach Kabul verschleppte, gemakelt hat. Die fliegt inzwischen für ein anderes legendäres Urgestein des amerikanischen Turbo-Kapitalismus: Kirk Kerkorian, der 90-jährige Multimilliardär und Hotelkönig von Las Vegas, hat sie sich über seine Firma MGM Mirage Aircraft Holdings einverleibt (neu registriert auf N720MM). Wenn die FAA-Daten nicht trügen, steht dieses Foltertaxi jetzt seit gut acht Monaten auf der Lackland Air Force Base bei San Antonio, Texas, ein Stützpunkt der „Air Intelligence Agency“ (AIA).

Übrigens: Auch Bruce Menin wird eine besondere Affinität zum 11. September nachgesagt: Er soll ein zu diesem Datum angesetztes Frühstücks-Meeting im World Trade Center in letzter Minute abgesagt haben.

[*Hinweis: Der ursprüngliche Beitrag vom 08.06. wurde am 12.06. überarbeitet und erweitert]

Dieser Artikel erschien erstmalig bei World Conent News

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spionage

Your daily terrorism roundup

Larisa Alexandrovna – Once again, the courts prove to be the last wall defending the Constitution and the most sacred of democratic principles: habeas corpus:

„In a stinging rejection of one of the Bush administration’s central assertions about the scope of executive authority to combat terrorism, a federal appeals court ordered the Pentagon to release a man being held as an enemy combatant.

“To sanction such presidential authority to order the military to seize and indefinitely detain civilians,“ Judge Diana Gribbon Motz wrote, “even if the President calls them ‘enemy combatants,’ would have disastrous consequences for the Constitution — and the country.”“

It has had disastrous consequences already. I might add the Alberto Gonzales helped to „legalize“ these activities along with John Yoo, who himself violated his role in the Office of Legal Council at DOJ, bypassed the Attorney General (then Ashcroft) and created legal justification for much of the illegality we now see being exposed. Yet despite his willingness to subvert the Constitution, violate his oath of office, likely violate the law, Yoo was given a Professorship at the prestigious Boalt Hall School of Law at the University of California – Berkley. Why? Perhaps we should contact the university and ask?

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