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G8-Foto-Tagebuch – 7. Juni 2007

Bastian Graupner – Die Blockaden haben die Nacht mehr oder weniger gut überdauert und noch immer war das Tagungshotel des G8-Gipfels über dem Landweg nicht zu erreichen.


In Bad Doberan, einer 11.500-Menschen-Stadt, ganz in der Nähe von Heiligendamm, schlugen die G8-Gegner ihren Haupt-Infopunkt auf.

Dort wurde ihnen von Aktivisten gesagt, welche der vier Blockaden noch personelle Unterstützung bräuchte; von Bad Doberan wurden an diesem Donnerstag die Blockaden um den G8-Tagungsort Heiligendamm dirigiert. Die Blockade in „Rethwisch-Börgerende“ war ebenso stabil wie die 2.000 Menschen umfassende Blockade nahe der Galopp-Rennbahn am Osttor und der Schmalspurbahn „Molli“. Nur am Westtor bei dem kleinen Dorf „Hinter Bollhagen“, bei der es schon am Abend zuvor zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen war, wurde die Lage der Blockierer zunehmend kritisch, da die Polizei hier besonders auf eine Räumung erpicht war, um wenigstens einen Weg frei zu haben.


Bei der Blockade am Westtor bot sich ein beeindruckendes Bild: Tausende Demonstranten lagen auf einer riesigen Wiese, die bis vor den 12 Millionen Euro teuren Sperrzaun, der rund um den Tagungsort gezogen war, reichte.


Um die Demonstranten bei Laune zu halten, wurden große Wannen mit Essen von der einige Kilometer entfernten Volksküche zur Blockade gebracht.

Für Demonstranten sollte spätestens 200 Meter vor dem Zaun Schluss sein – dort, so hatte die Regierung beschlossen, durften die Demonstranten dann ohne vorherige Warnung festgenommen werden, doch gelangten sie an dieser Stelle sogar bis zu fünfzig Meter vor den Zaun – an anderer Stelle konnten Demonstranten den mit NATO-Stacheldraht gespickten Zaun sogar berühren.


Eine Kette von Polizisten hielt die Demonstranten am Westtor von dem Zaun fern.

Auch Polizeipferde und Hunde waren im Einsatz. Am spektakulärsten waren jedoch die zehn Hubschrauber, die immer wieder auf der Wiese landeten, um Hundertschaften der Polizei vor dem Zaun abzusetzen.


Heftig lärmend landeten immer wieder Hubschrauber zwischen dem Sperrzaun und der davor stehenden Polizeikette.

Die eigentliche Blockade auf der Landstraße 12, die zum Westtor führte, gab es um 13 Uhr nicht mehr – die Polizei hatte sie mithilfe von Wasserwerfern und Hundertschaften schon früher geräumt. Dabei gab es fünf Schwerverletzte, einer der Aktivisten verlor durch einen Wasserstrahl des Wasserwerfers ein Auge.

Nun saßen die Demonstranten knapp neben der Straße auf der Wiese. Fahrzeuge kamen dennoch nicht nach Heiligendamm durch, einerseits lag es an der immer noch sehr angespannten Lage und anderseits versperrten nun die dicken Wasserwerfer der Polizei die Straße.


Bei strahlender Sonne und um die 30°C schwitzten die Beamten in ihrer Kampfmontur mit Helmen.


Einige Demonstranten riefen spaßeshalber „Hamburger Wetter – wir wollen Hamburger Wetter“ und forderten damit den Einsatz der Wasserwerfer zur Kühlung der Demonstranten.

Diesen Gefallen tat die Polizei ihnen jedoch nicht, gerade deshalb nicht, weil einer der Wasserwerfer scheinbar kaputt war und ein Polizist auf dem Dach des Fahrzeuges an den Wasserspritzen herum werkelte.


Um 16.40 Uhr eskalierte die Situation plötzlich. Einer der drei Wasserwerfer feuerte ohne Vorwarnung mit Wasser auf die Demonstranten.


Schon zuvor hatten sich die Hundertschaften mit Schilden bewaffnet – die Aktivisten waren also quasi vorgewarnt, wenn sie die Aktion beobachtet hatten.

Nach vorherigen Durchsagen der Polizei, schossen um 16.53 Uhr alle drei Wasser auf das etwa 50 Meter breite Straßenstück, wo die Demonstranten Platz gefunden hatten.


Die Wasserwerfer schossen wild in die Menge, selbst Journalisten wurden nicht verschont.

Mit der Durchsage „Haben Sie keine Angst – wir verschaffen uns nur ein wenig Platz!“ drängten die Wasserwerfer in Richtung der bis dahin relativ friedlichen Demonstranten, die nun jedoch Plastikflaschen auf die Beamten warfen. Über die Straße rückten immer wieder Wasserwerfer und Polizisten nach.


„Wasser marsch“ – Minutenlang wurde auf die Demonstranten gefeuert. Die Demonstranten wurden etwa hundert Meter auf die Wiese gedrängt – zuletzt mit neun Wasserwerfern! Auch bei dieser Attacke gab es Verletzte unter den Demonstranten. Besonders viele G8-Gegner wurden von Polizisten mit Pfefferspray besprüht und verletzt.


Einem Demonstranten wurde durch den harten Wasserstrahl die Hose zerfetzt. Dabei verlor er auch sein Portemonnaie mit seinem Geld.


Neun Wasserwerfer versperrten den 50 Meter breiten Zugang zur Straße bei den Bäumen im Hintergrund.


Schließlich zogen sich die Demonstranten in ein Waldstück zwischen den Orten „Steffenshagen“ und „Hinter Bollhagen“ zurück und türmten dort Meter hohe Barrikaden aus Ästen und Bäumen auf.



Drei Fahrzeuge der Polizei fuhren in den Wald in Richtung der Barrikaden, wurden jedoch von etwa 200 Demonstranten umringt.


Ein Demonstrant kletterte sogar auf das Dach des Polizeifahrzeuges und tanzte darauf.

Dort stand auch ein Lautsprecherwagen der Demonstranten über den Musik gespielt wurde, die zum Tanzen und Feiern anregte. Dies nahmen die zum Teil vermummten, aber nicht in schwarz gekleideten Personen zum Anlass, den Lautsprecherwagen der Polizei, der ebenfalls in den Menschenmob geriet, einmal kräftig durchzuschütteln.

Ein Anderer setzte sich auf die Motorhaube und wieder andere klemmten Blumen hinter die Scheibenwischer. Die Polizisten fanden dies gar nicht gut – vielleicht erinnerten sie sich an den schrecklichen Vorfall vom 2. Juni, bei dem einzelne Gewalt bereite Demonstranten aus dem Schwarzen Block ein Einsatzfahrzeug der Polizei und deren Insassen mit Steinen beworfen hatten und nur schwer verletzt entkamen. Glücklicherweise aber blieb es in diesem Fall friedlich. Den Polizisten selbst geschah nichts, sie wurden nur geschüttelt. Ein Dienstfahrzeug aber wurde demoliert: Scheibenwischer abgeknickt, Blinker eingeschlagen. Ein Fahrzeug hatte einen Plattfuß.


Die Polizei-Fahrzeuge wurden auch teilweise geschmückt.

Aus den Lautsprechern deines Polizeiwagens klang derweilen etwas Verzweiflung: „Bitte lassen Sie uns weiterfahren“.

Einige Minuten später wurde es deutlicher: „Vergessen Sie nicht, wir haben auch Schusswaffen dabei!“

Auch diesen Worten wichen die partyfreudigen Demonstranten nicht. Nun gab der Fahrer des Wagens Gas und schoss durch die fliehende Menschenmenge in Richtung Wald. Dort warteten die Beamten in ihren Wagen vor den Barrikaden auf Hilfe. Die G8-Gegner ließen die Polizisten, die sich in ihren Wagen verschanzten in Ruhe.


Um 19.31 Uhr stürmten Polizisten aus allen Richtungen in den Wald.


Die Demonstranten wichen ohne Gegenwehr zurück. Einige gingen in den Ort „Steffenshagen“, andere fuhren sofort in ihr Camp.

Zuvor hatte die Polizei noch eine kleinere Menschenblockade aus dem Weg geräumt. Die Holzbarrikaden im Wald wurden kurzerhand abgetragen und mit Räumpanzern durchbrochen. Durch den Wald irrten noch bis in die Nacht einzelne Demonstranten. Die Lage stabilisierte sich.

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Hamas uncovers PA, CIA intel trove

PressTV – Hamas has uncovered a trove of thousands of documents, including classified correspondence with Israeli forces.

After seizing the Palestinian Authority’s Security headquarters in Gaza City on Thursday afternoon, Hamas fighters report they have seized tens of thousands of sensitive intelligence documents, including correspondence between the PA, the American CIA, and the Zionists regarding security issues. Hamas officials said the newly found information would help them battle the Israeli regime’s surveillance tactics.

A Hamas member said he and his men removed thousands of documents, video tapes and equipment from the compound. „I saw my name appeared at least four times in the intelligence documents – related to attempts to take me out. I saw details of surveillance against me and joint Fatah-Israeli plans to thwart our operations.“

„If we release these documents, the entire world will be shocked, not just the Palestinians. The dozens of armored vehicles, RPG launchers and rockets, the hundreds of thousands of bullets we have – they are all nothing compared to the documents and data discs we uncovered.“

„There are video tapes of surveillance against our fighters and their homes, wiretaps on our calls, the PA’s entire method of operation has been exposed,“ he said.

The Hamas man said that the documents also implicate several Arab nations of involvement in the internal Palestinian power-struggle in an attempt to impair Hamas.

According to the Hamas source the papers also document the PA’s cooperation with the CIA against Palestinian organizations, especially Hamas.

Releasing the documents would entail the approval of the Hamas leadership, said the Hamas source, noting that the documents would be used to prove the justness of Hamas‘ fight against the Palestinian security forces.

Source: PressTV

deutschland

G8-Foto-Tagebuch – 6. Juni 2007

Bastian Graupner – Der erste Tag des G8-Gipfels brach mit warmen Sonnenstrahlen an, und schon früh morgens machten sich die Demonstranten auf den Weg nach Heiligendamm. Einige hatten Breschen in die Mohn- und Getreidefelder getrommelt.

Am Wegrand standen erschöpfte und frustrierte Polizisten. Etliche schliefen auch in ihren Einsatzfahrzeugen. Zwei Blockaden hatten die rund 2.000 Aktivisten schon aus Rostock kommend mit der „Fünf-Finger-Taktik“ ausgetrickst. Diese aus der Anti-Atomkraft bekannte Taktik hat zum Ziel, die Reihen der Polizei soweit zu dehnen bis sie löchrig werden. Eine gleichgroße Anzahl von Demonstranten lief dazu einer von fünf verschieden farbigen Fahnen hinterher. So wurde die „Frontlinie“ auf bis zu drei Kilometer Länge, über Felder und sogar durch Wälder, gezogen – zu lang für die Polizei – irgendwann brachen die Demonstranten durch die Löcher zwischen den Polizisten.


Wo die Polizei die Straße versperrt, gingen die Demonstranten einfach querfeldein.

Die Süddeutsche Zeitung bemerkte treffend, dass sich ein Bild wie bei mittelalterlichen Schlachten bot – nur blieb es dabei relativ friedlich. Der nun leicht versprengte Tross von G8-Gegnern umging so zahlreiche Straßensperren der Polizei und traf um 13 Uhr in dem kleinen Dorf „Rethwisch-Börgerende“ ein. Dort befand sich eine Notzufahrtsstraße nach Heiligendamm für den Fall, dass die beiden Eingangstore, West- und Osttor, blockiert würden. Ganz Heiligendamm war nämlich durch einen hohen Zaun von der Außenwelt abgetrennt. Pech für die Organisatoren des G8-Gipfels: An diesem Tag war neben den beiden Eingangstoren auch noch die Notzufahrtsstraße und sogar die historische Schmalspurbahnlinie „Molli“ nach Heiligendamm gänzlich von G8-Gegnern blockiert worden. Keiner der G8-Gegner hatte vor diesem Augenblick wohl nur im Traum daran gedacht, dass es wirklich gelingt die Zufahrtsstraßen zum G8-Gipfel vollkommen zu blockieren. Die Polizei bekam die Lage einfach nicht unter Kontrolle. Hubschrauber kreisten derweilen über der Blockade in „Rethwisch-Börgerende“, zu der immer mehr Demonstranten stießen. Rund 2.000 Menschen blockierten die Straße oder saßen am Wegrand.


Gute Stimmung herrschte auf der Blockade bei „Rethwisch-Börgerende“. Ein Haus wurde mit Transparenten der G8-Gegner behangen.

Immer wieder wurde ein Plenum einberufen, bei der jede Bezugsgruppe einen Vertreter schickt, um sich zu beraten.
Bezugsgruppen wurden von den Aktivisten vorher gebildet, sie bestehen aus etwa fünf Personen, die während der Demonstration aufeinander aufpassen. Das Plenum beschloss, erst einmal an Ort und Stelle zu verweilen – das Ziel den G8-Gipfel von den Landstraßen abzuschneiden, war schließlich erreicht worden.

Nun warteten die Gipfelgegner gespannt auf die Reaktion der Polizei. Immer wieder flogen Hubschrauberkonvois von etwa acht Maschinen über die Blockade. Ein Helikopter des deutschen Bundesheeres kreiste zeitweise über der Blockade – der Bundeswehr Einsatz im Innern war Realität.

Um 18 Uhr erging bei den Blockierern die erste Durchsage der Polizei und eine Androhung die Straße zu räumen. Schnell rückten die Demonstranten zusammen, um die Blockade im Fall einer Räumung zusammenzuhalten.


Als die Polizei drohte die Blockade von der Straße zu räumen, rückten die Menschen schnell zusammen und packten Planen und Folien gegen einen möglichen Einsatz des Wasserwerfers aus.

Um 18.16 Uhr setzten sich die Polizisten, ausgerüstet mit Helm und Knüppel, in Bewegung. Aufruhr ging durch die Blockade. Das Ziel der Beamten war jedoch nicht die Blockade, sondern ein im Bau befindliches Haus am Straßenrand an dem die Protestler Banner angebracht hatten.


Einer der Polizisten sprach davon, dass der Bauherr Strafanzeige gegen die Demonstranten gestellt hatte und die Polizei sich deswegen genötigt sah Unruhe in die Situation zu bringen.


Ein Krankenwagen wurde – von Polizisten begleitet – durch die Blockade gelotst. Hinter dem Wagen konnten sich die Aktivisten jedoch wieder hinsetzen – bei einer anderen Blockade soll die Polizei auch hinter dem Krankenwagen hergelaufen sein, um zu verhindern, dass sich die Blockierer wieder auf die Straße setzen konnten.

Schließlich erging am Abend die erlösende Verlautbarung der Polizei über den Lautsprecherwagen und führte zu großem Jubel unter den Blockierern – die Polizei sieht von einer Räumung ab, schneidet die Blockade jedoch von der Infrastruktur ab. Von der „Infrastruktur abschneiden“ hieß in diesem Fall, dass dem örtlichen Wirt verboten wurde etwas an die Demonstranten zu verkaufen, außerdem wurde die mobile Volksküche nicht zur Blockade durchgelassen.



Die Absicht der Polizei zielte natürlich darauf ab den G8-Gegnern zu zeigen, dass die Nacht sehr hart werden würde und sie alle besser nach Hause gehen sollten – dann hätte sich die Blockade quasi von selbst aufgelöst.

Zum Unglück der Polizei entschlossen sich nur wenige zu gehen. Ein Großteil sprang nicht auf die Verlautbarungen der Beamten an. Der Lautsprecherwagen der Demonstranten, ein alter Volkswagen-Bulli, der wohl einmal ein Feuerwehrfahrzeug war, spielte munter Musik zur Unterhaltung der menschlichen Blockade. Die Polizisten nahmen die Helme ab, die Besatzung des Wasserwerfers, der vor den Demonstranten stand, stieg aus ihrem Fahrzeug aus und viele Polizeifahrzeuge fuhren neben der blockierten Straße über die Grasnabe und entfernten sich von der Blockade.

Die Demonstranten spielten derweil Fußball, übten das Jonglieren oder bereiteten sich auf die Nacht vor. Immer wieder brach Jubel aus – die Volksküche kam zwar mit ihrem Fahrzeug nicht bis zur Blockade durch, doch kochte die mobile Großküche stattdessen ein paar Kilometer weiter an einer Polizeisperre und Demonstranten brachten das Essen einfach in großen Gefäßen zur Blockade. Anwohner des kleinen Dorfes freuten sich über die Demonstranten und unterstützten sie zum Argwohn der Polizei mit Wasser und anderer Verpflegung.


Die Taktik der Polizei ging nicht auf .


Essen gab es im Überfluss und die fahrenden Demonstranten hinterließen den Bleibenden ihre Decken und Schlafsäcke. Die Blockaden waren gelebte Solidarität.

Den größten Jubel gab es wohl bei einer Durchsage eines Aktivisten: Dieser hatte mit dem Bauern, dessen Feld zuvor von den Demonstranten in Mitleidenschaft gezogen worden war, gesprochen und wiederholte nun dessen Worte: Es sei nicht schlimm, dass die Demonstranten sein Feld zertrampelten.



Immerhin hätte die Polizei die Aktivisten auch einfach über die Straße gehen lassen können. Anschließend wurden unter den G8-Gegnern Spenden für den Bauer gesammelt – da war es auch schon Nacht.


Am Abend: Was die zum größten Teil aus dem Rostocker Anti-G8-Camp kommenden Menschen bei der Blockade nicht wussten – um etwa 20 Uhr hatte die Polizei ihr Camp im Rostocker Gewerbegebiet Bramow, in dem immerhin 5.000 Personen hausten, umstellt.


Nach Augenzeugenberichten kreiste ein Hubschrauber der Bundespolizei nur hundert Meter über dem Camp. Begründung der Polizei: Sie wollten nachschauen, ob sich Kriminelle im Camp befinden: „Call 122 80“.

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G8-Foto-Tagebuch – 5. Juni 2007

Bastian Graupner – „Gegen Krieg und Militarismus“ – das war das Motto dieses Dienstags. Um 11 Uhr fuhren die meisten Aktivisten mit der S-Bahn nach Warnemünde, um vor einer Fabrik des Rüstungsgiganten EADS zu protestieren.

EADS stellt unter anderem den „Eurofighter“-Kampfjet und den „Tiger“-Kampfhubschrauber her und ist einer der größten Rüstungskonzerne weltweit.

Zu der Demonstration kam es aufgrund des massiven Polizeieinsatzes jedoch vorerst nicht: Schon bei der Ankunft an der S-Bahn Station „Warnemünde-Werft“ wurden die eintreffenden Demonstranten von der Polizei empfangen; der komplette Bahnhof war umstellt. Über eine Brücke ging es vom Bahnsteig in Richtung des Startpunktes der Demonstration. Am Ende der Brücke musterte die Polizei jeden Demonstranten genauestens.


Wer auffällig aussah, wurde unter Verdacht gestellt – aussortiert – und von Kopf bis Fuß durchsucht – Taschen wurden kontrolliert und Personalien aufgenommen.

Nach dieser Tortur begann die Veranstaltung mit etwa 2.000 Teilnehmern. Die Demonstrationsroute wurde stark gekürzt und ging nun auch nicht mehr am EADS-Gebäude vorbei. Somit war der Protest – bis auf die Medienwirksamkeit – von der repressiven Polizei sinnlos gemacht worden.

Von Warnemünde fuhren die meisten Personen schon nach kurzer Zeit in Richtung Anti-G8-Camp nach Rostock-Bramow, um dann gegen 17 Uhr gemeinsam zum Flughafen Rostock-Laage zu fahren, wo der US-Präsident, George W. Bush, an diesem Dienstag ankommen sollte.

Waren die Polizeimethoden in Warnemünde schon eine Tortur, wurde es bald noch schlimmer: Von Rostocker Hauptbahnhof ging es mit der S-Bahn gemeinsam in das kleine Dorf Schwan. Wieder riegelte die Polizei den gesamten Bahnhof ab und wieder wurden die Demonstranten gefilzt – diesmal sogar alle. Ein Bus sollte die Demonstranten von Schwan zum 10 Kilometer entfernten Flughafen bringen. Dieser Bus aber wurde von der Polizei festgehalten und nicht nur untersucht, sondern komplett auseinander genommen, so dass er nicht mehr fahren konnte – eine absichtliche Behinderung der Demonstrationsfreiheit.


Nun versuchten die paar hundert Demonstranten zum Flughafen zu trampen oder machten sich zu Fuß auf den Weg.

Zu diesem Zeitpunkt rauschte auch schon die „Air Force One“ des US-Präsidenten über die Demonstranten her – sie kamen zu spät, um George W. Bush zu „begrüßen“.


Durch die tiefen Wolken konnten die Demonstranten das Flugzeug des US-Präsidenten bei der Landung sehen – die „Begrüßung“ hatte die Polizei ihnen aber vermasselt.

Schon im nächsten Dorf wurden alle Autos von der Polizei gestoppt und es ging nur noch zu Fuß weiter. Immerhin sind die Aktivisten nun nur noch 4 Kilometer vom Flughafen entfernt. Mitten in der Landschaft wartet ein alter Bus auf einige Demonstranten, der es irgendwie durch die Polizeisperre geschafft hatte. Er brachte die Menschen nach Weitendorf ganz in die Nähe des Flughafens. Dabei wurde der Bus jedoch wieder 15 Minuten von der Polizei festgehalten. Auf dem Weg zum Flughafen begegneten die Reisenden auch Fahrzeugen und Soldaten der Bundeswehr.

Endlich angekommen, durch die Behinderungen um Stunden verspätet, konnten die Demonstranten eigentlich auch schon wieder zurück fahren – der Protest gegen dem Präsidenten war schon vorbei. Polizisten leiteten den versprengten Demonstrationszug allerdings auf die Bundesstraße 103. Rund fünfzig, von den Behinderungen durch die Staatsbediensteten aufgestachelte Demonstranten hielten sich im Bereich einer Kreuzung auf. Ein paar setzten sich auf die Straße, woraufhin die Polizei scharf reagierte. Einige Polizisten stürmten auf die sitzenden Personen und zerrten sie weg. Dass die Menschen weggetragen wurden, ist ja noch zu verstehen, doch mit welcher Grobheit und Brutalität dies geschah nicht. Anstatt die Demonstranten einfach an den Straßenrand zu tragen und sie abzusetzen warfen die Beamten die Aktivisten auf den Asphalt und schlugen auf sie ein – ein Demonstrant blutete danach aus der Nase.


Eine blutende Nase hatte der Demonstrant in der blauen Jacke, nachdem er von der Polizei grob auf den Asphalt geworfen wurde.


Zwischen der Polizei und den G8-Gegnern kam es in der angespannten Situation immer wieder zu Handgreiflichkeiten.


Schnell wurden Polizeihunde an den Ort des Gerangels gebracht. Die aggressiven Schäferhunde sollten die Demonstranten abschrecken.



Trotzdem kam es mehrmals zu Handgreiflichkeiten gegen Demonstranten, die neben der Straße standen.

Nach einer halben Stunde löste sich der Menschenmob auf und die geknickten Demonstranten wanderten die Bundesstraße 103 Richtung Laage, wo laut Polizeianweisungen die nächste S-Bahn nach Rostock fahren würde.


Um den Demonstranten zu zeigen, wo sie zu laufen hatten, fuhr ein Polizeiwagen mit etwa 50 km/h über den weiß markierten Fahrbahnrand und fuhr dabei fast einen Demonstranten an.

Nach drei Kilometern Fußmarsch erfuhren die Demonstranten von einem vorbeifahrenden Passanten, dass der Zugverkehr von Laage nach Rostock eingestellt wurde. Eine absichtliche Irreführung der Polizei? Glücklicherweise sammelte der bei der Hinfahrt festgesetzte Bus nun die Demonstranten wieder ein und brachte sie zurück zum S-Bahnhof Schwan – es war schon dunkel.

spionage

Veröffentlicht: 29’000 Adressen zur „schmutzigen Bombe“!

Stephan Fuchs – Im Internet wurde eine Excel-Liste mit 29’000 Namen und Adressen von amerikanischen Firmen veröffentlicht, die mit hochradioaktiven Stoffen arbeiten. Brisant: Die Liste könnte als Blaupause für eine radioaktive „schmutzige Bombe“ herhalten.

In den Vereintigten Staaten geistert schon länger die Angst einer radioaktiven „schmutzigen Bombe“. Sie könnte ein zweites, noch verheerenderes 9/11 herbeiführen. Nebst den über dreißigtausend militärisch bewachten atomaren Kriegsköpfen, schlummert eine große Menge an zum Teil höchst radioaktivem Material in Maschinen, Hospitälern und diversen industriellen Anlagen. Jährlich werden hunderte solche potenzielle „zivile Bomben“ gestohlen und auf dem Schwarzmarkt in irgend einer Form verkauft. „Es ist ein Wunder, dass bis jetzt nichts passiert ist“ sagen Analysten und Fahnder.

Jetzt ist der Vor-Gau passiert: Mit der veröffentlichten Blaupause wurden auf einen Schlag 29’000 Namen, Adressen und die Telefonnummern von sämtlichen zivilen und halbzivilen Verbrauchern radiokativen Materials preisgegeben. Mit dieser Liste lassen sich einige „schmutzige Bomben“ evaluieren und lokalisieren. Alles was es dazu braucht, ist der richtige Indikator: Ein durchgeknallter Terrorist.

Next Attack Imminent: Muslims ordered to leave the United States
The Threat of “American Hiroshima” and the Radical Islam
Falscher Alarm um „American Hiroshima“
Al-Qaida warns Muslims: Time to get out of U.S.
Nat Parry: Bush’s Mysterious ‚New Programs‘
Osama’s biographer says nukes in U.S.
Paul Williams details American Hiroshima
How al-Qaida terror nukes got into U.S.
Meet al-Qaida’s nuke trigger man
Al-Qaida’s nuclear efforts: ’sophisticated, professional‘
Pentagon drills for nuke terror
How Pakistan’s Dr. X sold al-Qaida Islamic bomb
Internet Jihadis React to Alleged Nuclear Plot on the United States

vermischtes

UN rapporteur criticizes food-based ethanol production

Jean Ziegler – United Nations Special Rapporteur on the Right to Food, said that producing ethanol from foodstuffs would condemn hundreds of thousands of people in the world to death from hunger, Prensa Latina reported.

Ziegler accused the United States, European Union and Japan of “total hypocrisy” for promoting ethanol production in order to reduce their dependence on imported oil, the article said.

“There is a great danger for the right to food from the development of biofuels,” the UN envoy said at a press conference during a meeting of the UN Human Rights Council.

He added that hundreds of thousands of people could die from hunger as a result of producing ethanol from basic foodstuffs like corn. He noted that in some parts of Mexico, the price of corn shot up by 16% as a result of greater demand for producing biofuels.

deutschland

G8-Foto-Tagebuch – 4. Juni 2007

Bastian Graupner – Vormittags fuhren die meisten G8-Gegner vom Camp aus mit der S-Bahn zum Rostocker Stadtteil Lichtenhagen.

Diese Plattenbausiedlung erlangte im August 1992 weltweit traurige Berühmtheit als hunderte Asylbewerber tagelang ohne Nahrung und sanitäre Einrichtungen vor der „Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber“ campieren mussten und es zu Übergriffen Rechtradikaler auf die Ausländer kam. Bei den Krawallen 1992 wurden hunderte Menschen verletzt.

Aus Sicht der Rechtsextremisten waren die Krawalle ein voller Erfolg, führten sie doch zur Verschärfung des „Ausländerrechts“. Die Regierung begründete ihre Entscheidung damals mit der fadenscheinigen Begründung, die Ausländer vor Rechtsextremisten schützen zu wollen. Das neue Ausländerrecht verschärfte die Situation für die Flüchtlinge jedoch – es hatte nur zum Ziel, dass weniger Asylanträgen zugestimmt wird – diese Gesetze gelten noch heute.

Weniger als ein Prozent der heute gestellten Asylanträge werden angenommen.


Um an das „Pogrom von Lichtenhagen“ und auch seine Folgen zu erinnern, wurde in dem Viertel eine Gedenkkundgebung von G8-Gegnern veranstaltet – immerhin sind die G8-Staaten für ihre rigorose Abschottungspolitik bekannt. Doch schon bei der Anreise wurden die zahlreichen Demonstranten massiv von Polizeikräften behindert.


1992 bekam die Polizei die ausländerfeindlichen Ausschreitungen nicht in den Griff – am 4. Juni 2007 hat sie mit einem massiven Einsatz wohl überreagiert.


Auf der Kundgebung kam es kurzzeitig zum Gerangel zwischen Demonstranten und der Polizei. Es gab mehrere Festnahmen. Trotzdem blieb die Kundgebung die ganze Zeit friedlich – obwohl die Polizei durch Handgreiflichkeiten immer wieder provozierte.

Der Schwerpunkt dieses Montags lag beim Thema „Migration“. So sollte nachmittags eine große Demonstration vom Abschiebelager am Rande Rostocks in die Innenstadt stattfinden. In Abschiebelager kommen Ausländer, die in ihr so genanntes Heimatland zurückgebracht werden sollen. Die Menschen können das Lager zwar verlassen, die im Grundgesetz verordnete Freizügigkeit gilt für sie aber nicht.

An diesem Montag sammelten sich vor den Toren des Lagers etwa 10.000 Menschen, darunter auch internationale Gäste, um gegen solche Lager zu demonstrieren. Die Polizei war natürlich auch vor Ort. Nach einer langen Kundgebung sollte der Protestzug am späten Nachmittag endlich losziehen. Doch wohin? Wasserwerfer versperrten jede Straße die von dem Lager wegführte.

Der Grund für das Einkesseln der ganzen Demonstration sollen vermummte Personen aus dem „Schwarzen Block“ gewesen sein, so ein Polizeisprecher. Dumm nur, dass es bei der Demonstration gar keinen „Schwarzen Block“ gab. Einige Demonstranten zogen daraufhin aus Protest ihre Kleidung aus, um zu zeigen, dass sie friedlich sind, was von den Medien mit großem Aufruhr aufgenommen wurde. Andere Demonstranten scherzten über die scheinbar punktuelle Wirtschaftshilfe für die Imbissbuden, die sich im Kessel der Demonstranten befanden und regelmäßig leer gekauft wurden.

Nach fast zwei Stunden Stillstand ging es dann endlich weiter – mit drei Polizei-Ringen um den gesamten Zug. Bevor sich der Tross von Leuten jedoch in Bewegung setzen konnte, mussten die dreiachsigen Wasserwerfer erst einmal wenden, was einige Zeit in Anspruch nahm. Wer sich nur etwas geschickt anstellte, gelangte jedoch mit Leichtigkeit aus dem Wanderkessel. Langsam wanderte der Kessel die Satower Straße etwa zwei Kilometer in Richtung Innenstadt hinunter, bis er von der Polizei in Höhe der Tram-Station Parkstraße gestoppt wurde.

Die Polizei wollte die angemeldete Demonstration nicht wie geplant – und zuvor erlaubt –in die Rostocker Innenstadt lassen. Wieder versperrten Wasserwerfer den Weg. Ein Großaufgebot der Polizei stand vor Ort – bereit, um die Teilnehmer der Demonstration mit allen Mitteln daran zu hindern in die Innenstadt durchzubrechen. Glücklicherweise blieb auch bei dieser Veranstaltung alles friedlich. Nur ein Polizeihund stürzte sich auf einen nebenstehenden Polizisten, der daraufhin schnell zurückwich.

Nach mehrstündigem warten waren nicht nur die Protestler genervt. Die Polizei reagierte zunehmest aggressiver. So wurden Mitgliedern der mittlerweile berühmten Clowns-Armee, ihre Wasserpistolen weggenommen. Diese Art von Armee besteht aus Demonstranten, die als Clowns verkleidet sind.


Die Clowns waren wohl das beliebteste Fotomotiv während der Protestwoche.


Da ist die Wasserpistole futsch – ein Polizist nimmt einem Demonstranten der „Clown’s Army“ zu dessen Unverständnis die bunte Wasserpistole weg.
© alle Fotos: Bastian Graupner

Während dieser langen Wartezeit gingen Polizisten mit Fotos herum, um zu gucken ob sich bekannte und gesuchte Kriminelle im Demonstrationszug finden lassen. Eine Methode, die Stunden dauerte und völlig sinnlos war. Wie wollte die Polizei, wenn sie einen gesuchten Kriminellen erblickte, diesen aus der Menschenmasse fischen ohne totales Chaos zu verursachen?

Schließlich wurde die legale Demonstration von den Veranstaltern aufgelöst, da die Polizei den Protest gegen Abschiebelager und Abschottung der G8-Staaten unmöglich machte. Ein Eigentor der Polizei, wie sich später herausstellte, denn nun gingen die Aktivisten einzeln in die Innenstadt. Durch die Schwemme an Menschen wurde die Polizei friedlich überrumpelt und riegelte in der Hektik die gesamte Innenstadt ab. Überall marschierten Hundertschaften der Polizei in Reih und Glied durch die Rostocker Straßen. Die meisten Personen schafften es jedoch durch die Innenstadt weiter zum Stadthafen zu kommen, wo am Abend abermals ein Konzert stattfand.

Während des Konzerts sorgte die für ihre spektakulären Aktionen bekannte Organisation „Robin Wood“ für Unterhaltung, weil sie ein großes Transparent zwischen zwei Hafenkräne spannte. Unbemerkt von den meisten Menschen schwebte hinter den Demonstranten im Stil des „großen Bruders“ ständig ein Hubschrauber der Polizei. Alle paar Stunden kam ein neuer Polizeihubschrauber, wenn dem vorherigen der Treibstoff zur Neige ging und überwachte das Konzert abermals. Nach dem Konzert bewegte sich der Tross von Leuten zurück ins Camp.

kriminalitaet

Schwere Vorwürfe gegen die Hypo Alpe-Skandalbank (Skandalpe)

Dr. Alexaner von Paleske – Der Prüfbericht der österreichischen Nationalbank, dessen Details heute durchgesickert sind, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Hypo-Alpe-Adria-Bank.

Die Vorwürfe lauten:
Geldwäsche
Unterhaltung von Geschäftsbeziehungen zu Briefkastenfirmen in Liechtenstein, wobei nicht bekannt war wer dahinter steckt. In einem Fall habe eine Person als Käufer und Verkäufer gezeichnet – in einer Person. Also ein klassiches In-sich-Geschäft.
Der zwingend vorgeschriebenen Meldepflicht bei Verdacht auf Geldwäsche sei die Bank nicht nachgekommen.
Insgesamt seien neun wesentliche Gesetzesverstoösse festgestellt worden.

So sieht es also aus, wenn der selbsternannte Saubermann Jörg Haider und sein Kumpel Dr. Kulterer in einer Bank das Sagen hatten.

Aber damit noch nicht genug

In einem investigativen Bericht für die Österreich-Ausgabe der Wochenzeitung „DIE ZEIT“ wurde diese Woche nachgewiesen, wie auf der Halbinsel Istrien die Hypo-Alpe Hand in Hand mit einer kriminellen Mafia sich an Grundstücksspekulationen beteiligt hat. Naturschutzgebiete wurden billig gekauft und dann, wie bereits mit den Behörden abgesprochen, in Bauland umgewidmet. Anschliessend wurde alles weiterverkauft.

Die Profite lagen so um die 200%

Die meisten der Akteure sitzen mittlerweile in Kroatien im Gefängnis.Zuletzt wurde der ehemalige kroatische General Vladimir Zagorek in Österreich verhaftet, wir berichteten darüber. Und die Hypo-Alpe glaubte fein raus zu sein.

Wir haben seit Wochen die Skandale um diese Bank aufgedeckt. Jetzt wird alles zu einem Megaskandal.

Jörg Haiders Hypo-Alpe (Skandalpe) auf dem Balkan
Neues von der Hypo-Alpe- Adria Bank (Skandalpe): Gewinne verheuschreckt, Verluste gekärntent, das Volk verhaidert
Der Fall Hypo-Alpe-Adria- Bank (Skandalpe) – Ein österreichisch-deutsches Schmierenstück.
Tilo Berlin und das schnelle Geld mit der Hypo-Skandalpe Bank
Hypo-Alpe wird zum Beckstein-Skandal
Jörg Haider: Rechtsaussen, Saubermann und Lügner – Hypo-Alpe letzter Teil
Haider und Khashoggi und das Spinnennetz internationaler Abzocke (1)
Haider, Kulterer und die Hypo-Alpe-Adria Bank (2)
Prostituierte, Parties, Pferderennen, Penny Stocks, Deutsche Bank in Toronto und Khashoggi
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
Haider und Khashoggi und das Spinnennetz internationaler Abzocke

afrika

Libyen und Algerien gegen schleichende US-Besetzung afrikanischer Staaten

Dr. Alexander von Paleske – Wir haben über Africom (Africa-Command) bereits berichtet – “USA greifen nach Afrika” und “Does Africa need AfriCom?” – ein Kommandozentrum der US-Armee in Stuttgart Moehringen, das einen Einsatz der US-Armee auf dem afrikanischen Kontinent koordinieren soll. Es soll im Herbst diesen Jahres errichtet und im Herbst nächsten Jahre voll einsatzfähig sein. Der dortige Befehlshaber ist direkt dem Pentagon unterstellt.

Zurzeit haben die USA in Afrika 1500 Soldaten stationiert, vornehmlich in Djibouti, am Horn von Afrika. Das soll sich bald ändern. Die US-Navy bereitet sich bereits darauf vor. US-Admiral Henry G. Ulrich III. freut sich schon auf den Einsatz im Golf von Guinea, wo in Sao Tome eine Marinebasis geplant ist und schon mal ein US-Kriegsschiff für 6 Monate stationiert wird, um an gemeinsamen Seemanövern mit Staaten wie Nigeria und Ghana teilzunehmen und sieht dies als guten Einstieg für AfriCom.

Pentagon auf Afrika-Reise
Zurzeit versucht eine Delegation des Pentagons unter Leitung des Unterstaatssekretärs Ryan Henry die Idee von AfriCom in Afrika zu “verkaufen“. Im April besuchte die Delegation Ghana, Senegal, Südafrika und Nigeria. Nun ist Ryan Henry wieder auf Tour, dieses Mal in Nordafrika. Auf seiner Besuchsliste stehen Marokko, Libyen, Algerien, Ägypten und Äthiopien und Djibouti. Und während er auf seiner ersten Reise bestenfalls lauwarme Zustimmung erhielt, sieht es auf seiner zweiten Reise erheblich schlechter aus.

Kein Interesse an AfriCom
Marokko, Algerien und Libyen haben dem Plan schon die kalte Schulter gezeigt. Nachdem zunächst gemeldet worden war, Marokko sei bereit, AfriCom zu beheimaten, folgte ein scharfes Dementi der marokkanischen Regierung auf dem Fuße. Letzte Woche war Ryan Henry in zunächst in Algerien, dann folgten Marokko und Libyen. In allen Ländern holte sich Ryan eine Abfuhr.

Der stellvertretende Außenminister Libyens, Ali Abdul Salam Triki machte vor Journalisten am 13. Juni klar, dass Libyen gegen jegliche Stationierung oder Anwesenheit fremder Truppen, sei es im eigenen Land oder sonstwo in Afrika, sei. Gleiches hörte er vom algerischen Außenminister Mourad Medelci am vergangenen Sonntag.

USA greifen nach Afrika
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deutschland

G8-Foto-Tagebuch – 3. Juni 2007

Bastian Graupner – Schwerpunktthema an diesem Sonntag war die „globale Landwirtschaft“. Neben einer Rallye, auf der vor vielen Fast-Food-Restaurants demonstriert wurde, organisierte Greenpeace eine spektakuläre, unter Gipfel-Gegner aber umstrittene Aktion.

Hunderte Menschen formten am Nachmittag im Rostocker Stadthafen ein so genanntes „Human Banner“. Dafür stellten sie sich in Gruppen zu den Zeichen „G8 ACT NOW!“ zusammen. Darunter breiteten Greenpeace Aktivisten ein Banner mit der Aufschrift „Stop global warming! – GREENPEACE“ aus.

Umstritten war die Aktion wegen ihrer Aussage – darf an das undemokratischen G8-Treffen eine Forderung ergehen oder soll es dabei bleiben, dass es von Demonstranten als nicht legitimes Treffen abgetan wird? Und wenn sie dem Spruch von Greenpeace folgen, stellt sich wiederum die Frage, ob sie auch gut handeln. Daher war die Aktion zwar ganz nett und sehr medienwirksam, aber unter Gipfelgegnern weniger beliebt. In der Innenstadt von Rostock wurde unterdessen der Eingang einer Filiale des Burgerbraters „McDonalds“ mit einer Sitzblockade versperrt. Etwa hundert Personen harten, von der Polizei umstellt, einige Stunden friedlich vor der Filiale aus, was die zehn Meter entfernte Filiale des Konkurrenten „Burger King“ sicher gefreut hat.


Spontane Sitzblockade vor einem Fast-Food Restaurant in der Rostocker Innenstadt.
© alle Fotos: Bastian Graupner

Die Fast-Food-Giganten holzen für die Ernährung ihrer Rinderherden ganze Regenwaldflächen ab, um Soja anzupflanzen. Außerdem sind die Global Player für ihre Politik des Lohndumpings bekannt. Wer sich nicht für „globale Landwirtschaft“ interessierte, konnte auch an einer Kundgebung gegen Krieg und Militarismus auf dem Universitätsplatz teilnehmen, die wie alle Aktionen an diesem Tag friedlich verliefen.

Für den Abend hatte „Move against G8“ wieder ein tolles Konzert mit dem bekannten Hamburger Musiker Jan Delay im Rostocker Stadthafen organisiert.

Auf dem Rückweg zum Camp kam es auf der Bundesstraße 105 zu einem Zwischenfall. Ein G8-Gegner, mutmaßlich aus dem Schwarzen Block stammend, lag verletzt neben der Fahrbahn, umringt von einigen Polizisten und Polizeifahrzeugen. Ein Fahrradfahrer, der über die Straße geradelt war, war von einem Beamten vom Fahrrad getreten worden und hatte verletzt beim anschließenden Sturz auf die Straße am Knie verletzt. Unter den umherstehenden G8-Gegnern kursierte das Gerücht, die Polizei habe den am Straßenrand liegenden Demonstranten angefahren, was nicht verwundern würde, da die Polizei die ganze Woche über so fuhr als gebe es keine anderen Verkehrsteilnehmer. Nach einer halben Stunde klärte sich die Sache und der Mob von umherstehenden Leuten löste sich langsam auf.