Krieg

US Bomber über Iran

Onlineredaktion / Stephan Fuchs – Am Samstag sollen amerikanische Bombenflugzeuge den iranischen Luftraum verletzt haben, wie der iranische Fernsehsender Al-Alam auf Berufung der islamischen Revolutionsgarden meldete.

Die Bomber sollen die irakisch-iranische Grenze im Raum Abadan in der südwestlichen Provinz Khusistan überflogen haben. Ausgerechnet zu dieser Zeit hat sich der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad in Khusistan aufgehalten. Ob es sich um ein Versehen der US Luftwaffe handelt oder um eine gezielte Provokation vielleicht mit der Absicht, dass die Iraner zum Schutz des Präsidenten die Luftabwehr mobilisieren würden, ist unklar. „Fliegerkräfte der amerikanischen Besatzungstruppen im Irak dringen nicht zum ersten Mal in den iranischen Luftraum ein“, sagte der Sprecher der Islamischen Revolutionsgarden.

Amos Jidlin, Chef der israelischen Militäraufklärung meint, dass die Vorbereitungen Irans und seiner regionalen Verbündeten einen ausgesprochen defensiven Charakter für den Fall eines Überfalls der USA aufweisen. „Wir verfolgen aufmerksam diese Vorbereitungen und befürchten, dass eine der Seiten diese oder jene Ereignisse in der Region falsch interpretiert.“ sagte Jidlin. Provokationen wie jene der britischen Seeleute und das eindringen amerikanischer Bomber und Kampf-Jets in den Luftraum ausgerechnet in sensitiven Momenten, kann durchaus von den Iranern missverstanden werden. Bis jetzt haben sie kühlen Kopf bewahrt.

Das Iran Dossier

vermischtes

„Kinder als Versuchskaninchen“ – Die Anschuldigungen der Aids Leugner und ihre destruktiven Folgen – Teil I

Dr. Billa Hofmann – 2004 stand das Incarnation Childrens Center (ICC), ein Waisen- und Pflegeheim für Aids-kranke Kinder in New York, im Mittelpunkt von grauenvollen Anschuldigungen, die ein Journalist aus der Aids Leugner Szene, Liam Scheff, verbreitet hatte. In seinem Artikel „The House That Aids Built“ hatte er behauptet, das ICC würde brutale Versuche an schwarzen Waisen- und Pflegekindern machen. Den Kindern würden ohne Wissen der Eltern oder Erziehungsberechtigten hochtoxische Medikamente verabreicht werden, die zu schweren Nebenwirkungen und sogar zum Tode führten. Ähnlich wie bei Laborratten, sollen den Kindern die Medikamente mit Gewalt verabreicht worden sein.

Die Gruppe der Aids Leugner vertritt die Meinung, das HI-Virus sei harmlos und nicht die Ursache von Aids. Die eigentlichen Ursachen von Aids seien u. a. der Konsum von Genussdrogen, Mangelernährung sowie die Einnahme der angeblich toxischen Aids Medikamente. Thabo Mbeki, der südafrikanische Präsident, war lange Zeit von den Aids Leugnern beeinflusst und hatte seinem Volk die antiretrovirale Therapie schwer zugänglich gemacht. Über die fatalen Auswirkungen dieses Irrglaubens in Südafrika hatte schon Dr. Alexander von Paleske, der als Arzt in Botswana tätig ist, berichtet.

Jamie Doran, ein Reporter beim BBC, griff Scheffs Geschichte aus dem Internet auf, ohne Fakten und Hintergründe dazu genauer zu untersuchen. Das BBC veröffentlichte Scheffs Artikel“>gelesen werden .

In der New York Times, Ausgabe 17.07.05, war hingegen zu lesen, dass all diese Fragen und Anschuldigungen einzig und allein durch einen Autoren entstanden seien. Dieser habe seine angeblichen Fakten im Internet verbreitet, nachdem er sie sonst nirgends publizieren konnte. Eine offizielle Dokumentation oder Beweise für seine Behauptungen und Anschuldigungen, hätte er nicht liefern können (siehe NYT, Janny Scott und Leslie Kaufmann, Belated Charge Ignites Furor Over AIDS Drug Trial)

Anfang 2007 reichten Aids-Aktivisten und Wissenschaftler aus den USA, aus Süd-Afrika und London eine offizielle Beschwerde beim BBC ein, um gegen die bewussten Falschinformation vorzugehen. Der Film sei zwar schon vor über 2 Jahren ausgestrahlt worden, die Aids Leugner würden jedoch weiterhin über das Internet falsche und gefährliche Informationen über Aids verbreiten. In dieser Beschwerde wurde das BBC um die Veranlassung einer unabhängigen Nachforschung gebeten und, sollte sich dieser Film als irreführend und falsch bewahrheiten, so wurden nachfolgend Sanktionen, wie z. B. die Zensur, gefordert.

Auch im Newsletter (März 2007) der „International Aids Society“ (IAS) wurde über die fatalen Folgen der Aids Leugner berichtet (siehe hier, Seite 4 – 5).

Die Gruppe der Aids Leugner reagierte prompt auf diese Klage und wendete sich ebenfalls an das BBC, mit der Aufforderung, man dürfe diese BBC-Produktion aus humanistischen Gründen keinesfalls zensieren.

Was ist dran an diesen Behauptungen?
Das ICC wurde 1988 gegründet und wird karitativ gemeinsam von der Erzdiozöse New York und dem „Columbia Presbyterian Hospital“ geleitet. Die dort vorüber gehend in Pflege genommenen Kinder stammten meist aus sehr ärmlichen, schwarzen Familien. Diese waren oft nicht in der Lage, die Kinder allein zu erziehen, weil die Eltern zum einen mit ihrer eigenen Krankheit beschäftigt, oder auch zum Teil schon gestorben waren, oder weil sie durch ihre Drogenabhängigkeit nicht in der Lage waren, sich um ihre Kinder zu kümmern. Schnell wurde aus dem Heim für vorübergehende Pflege ein Heim, in dem die Kinder dauerhaft in liebevoller Weise von erfahrenem Personal betreut wurden.

Zur Gründungszeit des ICC war es Pflege- und Waisenkindern in den Heimen vom Gesetze her nicht erlaubt, an klinischen Studien teilzunehmen. Dann wurden die ersten Aids-Medikamente entwickelt, an Erwachsenen getestet, von der Arzneimittelbehörde für sicher und wirksam befunden und zugelassen. Nach der Zulassung dieser Medikamente war Kindern der Zugang zur antiretroviralen Therapie vorerst nur durch die Teilnahme an einer klinischen Studie möglich, da die Sicherheit und Wirksamkeit dieser Medikamente bisher nur bei Erwachsenen erforscht war. Und rechnerisch allein ist es nicht möglich, aus der Erwachsenendosis eine Dosis für Kinder zu berechnen.

Kinder sind eben keine kleinen Erwachsenen, ihr Körper unterliegt in seiner normalen Entwicklung sehr tief greifenden Veränderungen. Kinder sind nicht in jedem Alter gleich; kleine Kinder sind nicht vergleichbar mit großen Kindern, und Neugeborene nicht mit kleinen Kindern. Jedes Kindesalter hat seine physiologischen Besonderheiten, die sich auf die Pharmakokinetik und -dynamik eines Arzneimittels deutlich auswirken können. Dieses bedarf der Erforschung, um Kinder entsprechend ihrer Besonderheiten behandeln zu können. Medikamente werden je nach Lebensalter verschieden verstoffwechselt und ausgeschieden, Wirkungen und Nebenwirkungen zeigen altersspezifische Unterschiede.

An Erwachsenen gemachte Erfahrungen sind auf Kinder nicht ohne weiteres übertragbar. Kinder entwickeln sich und wachsen, Erwachsene haben diese Entwicklung abgeschlossen.
Durch die bei Kindern unterschiedlichen Verstoffwechselungs- und Ausscheidungsraten können nicht nur die Nebenwirkungen anders sein, sondern auch die Wirkungen. Bei manchen Arzneimitteln brauchen Kinder sogar eine höhere Dosierung als Erwachsene, damit diese Medikamente wirken können (z. B. Arzneimittel mit dem Wirkstoff Theophyllin zur Behandlung von Asthma).

Es ist immer noch erschreckend, wenn man folgende Fakten liest:

Jeden Tag
infizieren sich etwa 1800 Kinder unter 15 Jahren mit HIV (die meisten bei der Geburt),
sterben etwa 1400 Kinder unter 15 Jahren an den Folgen von Aids
infizieren sich mehr als 6000 junge Menschen im Alter von 15 – 24 Jahren mit HIV
(UNAIDS/UNICEF, Unite for children. Unite for Aids Campaign, 2005)

Kinder sterben häufiger und schneller an Aids als Erwachsene. In einigen Ländern des südlichen Afrika ist Aids für Kinder die Todesursache Nummer 1 (Dt. Ärzteblatt, 10.10.06).

Allein in Mosambik kommen täglich mehr als 50 HIV positive Neugeborene zur Welt. Unbehandelt stirbt die Hälfte von ihnen im ersten Lebensjahr, die meisten anderen vor ihrem 5ten Geburtstag (Cook et al, Prevention of Mother-to-Child HIV Transmission in Resource-Poor Countries, JAMA, 2000; 283: 1175-1182).

Ärzte sagten, es sei inhuman, den Kindern die Medikamente vorzuenthalten
Da es Waisen- und Pflegekindern in den USA aufgrund des Gesetzes nicht möglich war, an einer klinischen Studie teilzunehmen, hatten diese Kinder vorerst keine Möglichkeit, eine entsprechende Behandlung zu bekommen. So waren es meist die Armen, Schwarzen oder Latinos, denen die Behandlung versagt blieb. Die New York Times schrieb in ihrem Artikel vom 17.07.2005, dass Ärzte und Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums für die klinischen Studien sprachen, da Tausende davon profitierten.

Viele der Studienteilnehmer waren auch Kinder, die nicht aus Waisenhäusern stammten. Es wäre inhuman, den Waisenkindern diese Medikamente vorzuenthalten. Dr. William B. Caspe, Vorsitzender der Pädiatrie des Jacobi Medical Centers in der Bronx bezeichnete diese Vorenthaltung sogar als Verbrechen.

Das ICC war nur eines von vielen Studienzentren. Das Ergebnis der Studien war eindeutig positiv. Zum einen erkrankten immer weniger Kinder an opportunistischen Infektionen durch Aids und zum anderen wurden die HIV infizierten Kinder wesentlich älter als nur 2 oder 3 Jahre und konnten adoptiert werden.

Die New York Times schrieb, dass es keinerlei Anzeichen dafür gab, dass die Studien etwas anderes gewesen wären, als ein medizinischer Erfolg!

Auf der Website des ICC ist zu lesen, dass rund 60 Kinder, neben weiteren 1000 Kindern aus den USA, zwischen 1993 – 2002 an den klinischen Studien des National Health Institut (NIH) teilnahmen, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Aids Medikamente, die bisher nur für Erwachsene zugelassen waren, zu prüfen. Das NIH untersteht direkt dem US-Gesundheitsministerium.

Die Studien wären ein großer Erfolg gewesen, da die Kinder nicht – wie ohne Therapie – schon in jungen Jahren sterben, sondern das Jugendalter erreicht hätten. Das ICC war nur eines von 25 Waisen- und Pflegeheimen, insgesamt hätten Tausende HIV infizierte Kinder aus den Staaten an den Studien teilgenommen und so dazu beigetragen, dass diese neuen Therapien auch für Kinder zugänglich und zugelassen wurden.

Rassismus als Motiv für die Studien?
Und trotzdem war es laut New York Times möglich, dass eine einzige Person, die nur mit dem Internet und einer aufwieglerischen Geschichte „bewaffnet“ war, bedeutende Institutionen in die Defensive bringen konnte. Scheffs Geschichte entzündete einen leicht entflammbaren Mix aus Ängsten: die Angst, dass HIV nicht die Ursache von Aids ist, die Angst, dass die Medikamente nicht helfen und der Glaube vieler Schwarzen, dass die Mediziner oft andere Interessen verfolgten.

Die Angst der schwarzen Bevölkerung lässt sich durch ein Experiment, welches 1932 in Tuskegee, einer Stadt in Alabama, begann und als „Tuskegee Syphilis Study“ bekannt ist, begründen. In dieser Studie wurden etwa 400 schwarze und gleichzeitig meist arme und analphabetische Einwohner der Stadt mit bekannter Syphilis bewusst nicht mit dem zur Verfügung stehendem Penicillin behandelt, um die Spätfolgen der Infektion beobachten zu können.

Die beobachteten Personen wurden nicht über die Studie informiert und auch nicht darüber, dass in der Zwischenzeit eine effektive Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung stand. Die „Studie“ endete erst 1972, als Einzelheiten in der Öffentlichkeit bekannt wurden. Sie hinterließ Misstrauen und Argwohn in der Schwarzen Bevölkerung. So ist es auch zu erklären, dass viele schwarze Amerikaner immer noch glauben, Aids sei eine Form des Völkermordes und zur bewussten Ausrottung ihrer Rasse gedacht (siehe S B Thomas und S C Quinn, The Tuskegee Syphilis Study, 1932 to 1972: implications for HIV education and AIDS risk education programs in the black community, Am J Public Health. 1991 November; 81(11): 1498–1505)

Und so ist es weiterhin auch nicht verwunderlich, dass es zu Reaktionen in der schwarzen Bevölkerung kam. Osmowale Clay, der Führer der so genannten Bewegung des 12ten Dezember (December 12th movement) griff Scheffs Geschichte auf, um gegen Weiße vorzugehen. Clay gab vor, den Beschuldigungen gegen das ICC und das Columbia Presbyterian Hospital nachgegangen zu sein. Seiner Meinung nach hätte es Anzeichen dafür gegeben, dass die klinischen Studien auch an schwarzen Kindern durchgeführt wurden, die noch nicht mal das HI-Virus hatten. Rassismus sei das Motiv für diese Studien gewesen.
“What we know already is that 98 percent of the children experimented on were black and Latino and that the fundamental basis of why they chose those kids was racism. They have the arrogance to say it was for their own good, but we know it was racism”,
so Clays Worte. Clay verbreitete seine Botschaft überall in der Öffentlichkeit, wie z. B. in Kirchen, bei Versammlungen oder bei privaten Zusammenkünften. Statt sich mit den positiven Ergebnissen dieser Studien auseinanderzusetzen, bevorzugten Clay und seine Genossen die Verbreitung von Angst und Hass und sorgten für eine Polarisierung unter politischen Trägern
(siehe Ryan O`Donnell, The Left’s War on Black and Latino Children, FrontPageMagazine.com, 31.08.2005).

Liam Scheff nutzte dieses explosive Gemisch aus Ängsten und sorgte so für die Verbreitung der Verschwörungstheorie im Internet, wie in der New York Times zu lesen war:
„In January 2004, he posted an article, “The House That AIDS Built,“ on indymedia.org, a Web site that describes itself as an outlet for “radical, accurate and passionate tellings of truth.“ He chose that approach after trying unsuccessfully to get the article published. “I couldn’t get anybody to touch it,“ he said.“

Wie wurde in Deutschland darüber berichtet?
Auch Torsten Engelbrecht, Co-Autor von Virus Wahn (siehe Kommentar zu Virus Wahn,) griff Scheffs Gechichte auf. So war in der Zeitschrift Freitag (Ausgabe 12.03.2004, Therapien ohne Beweiskraft) Folgendes zu lesen:

Das Incarnation Children´s Center (ICC) in Manhattan ist ein Aids-Heim für schwarze Kinder. Doch ihre Inkarnation erleben sie dort offenbar nicht. „Seit Jahren werden auch an Babys Tests mit hochdosierten Medikamenten-Cocktails durchgeführt“, enthüllte der US-Journalist Liam Scheff. „Sie leiden sehr an den Nebenwirkungen der Wirkstoffe. Dennoch werden sie zur Einnahme gezwungen – unter Umständen sogar in der Weise, dass ihnen Chirurgen Plastiksonden durch die Bauchdecke nähen, um die ›Aids-drugs‹ direkt in den Verdauungstrakt zu injizieren.“ In der Folge erleiden die kleinen Patienten Gehirn- und Knochenmarkschäden, Erblindungen, Schlaganfälle – „auch zwei Todesfälle infolge der Medikation“, so Scheff, seien mittlerweile zu beklagen. Das ICC wollte sich dazu nicht äußern. Doch leiteten die Behörden kürzlich Ermittlungen ein, nachdem die New York Post Ende Februar die Story auf die Titelseite gehoben hatte. (siehe Freitag.de )

Die Behörde, das Gesundheitsministerium von New York (State Department of Health) hat in der Tat Ermittlungen eingeleitet. In einem Brief, der die Falschinformationen in Presse, Rundfunk und Internet korrigieren sollte, wurde u. a. Folgendes veröffentlicht:
Ende der 80er und Anfang der 90er wurden die meisten HIV infizierten Babys in New York geboren. Rund 80 % dieser Babys starben schon im Alter von 2 – 3 Jahren. Nachdem Aids-Medikamente verfügbar wurden, hat sich diese Todesrate drastisch vermindert. 2002 wurden jährlich nur noch 17 Babys, die sich bei der Geburt mit HIV infiziert hatten, geboren. Anfang der 90er lag die Rate der jährlich geborenen HIV infizierten Babys noch bei 500.

Der Rückgang dieser Todesraten wäre ohne die Entwicklung der HIV-Medikamente und der dazugehörigen klinischen Studien nicht möglich gewesen. Da aber den Waisen- und Pflegekindern die Teilnahme an klinischen Studien untersagt war, wurde ihnen somit auch der einzige mögliche Zugang für eine Behandlung untersagt. Deshalb ermöglichte das ACS (Administration for Childrens`s Services) mit sehr strikten Protokollen, Waisen- und Pflegekindern den Zugang zu neuen Therapien durch die Teilnahme an klinischen Studien.

Die klinischen Studien wurden vom National Institute of Health (NIH) gesponsert und überwacht. Das NIH überprüfte und genehmigte alle klinischen Studien, um den Schutz von Gesundheit und Sicherheit aller Kinder und Erwachsenen, die an den Studien teilnahmen, zu gewährleisten. Klinischen Studien unterliegen sehr strikten Protokollen und verlangen das Einverständnis der Eltern oder eines Vollmunds.

Die Studien wurden aber auch vor Ort in den einzelnen medizinischen Zentren durch das so genannte IRB (Institutional Review Board; ein ethisches Komitee, deren Hauptaugenmerk auf der Prüfung ethischer Gesichtspunkte liegt) geprüft.
DAS ACS führte aber noch eine dritte Überwachungsstufe, das medizinische Forum (medical panel), zur weiteren Kontrolle der Studien ein. Dieses Forum war noch strikter. Waisen- und Pflegekinder sollten nur dann an klinischen Studien teilnehmen dürfen, wenn es für sie einen größtmöglichen Nutzen gab und/oder das Gesundheitsrisiko minimal war. War dies nicht gegeben, so wurde den Kindern die Teilnahme an den Studien versagt.

Der vollständige Brief der Gesundheitsbehörde kann hier gelesen werden.

Was wäre aber die Konsequenz, wenn diese Studien nicht durchgeführt worden wären? Die Aids-Medikamente wären nur für Erwachsene geprüft und zugelassen und dürften Kindern nicht verabreicht werden, da nichts über den Stoffwechsel und die Wirkung im Körper der Kinder bekannt ist.

Das würde aber auch bedeuten, dass die unbehandelten Kinder zum einen viel früher sterben, als die Patienten, die Medikamente bekommen. Und auch, dass die Übertragungsrate von Mutter auf Kind weiterhin hoch bliebe, und somit viel mehr HIV positive Kinder geboren werden würden, als ohne Behandlung.

Und den Kindern diese Medikamente vorzuenthalten wäre eigentlich nichts anderes, als nochmal ein Experiment im „Tuskegee-Stile“ durchzuführen!

Zum Schluss die Worte eines Vaters von 4 HIV positiven Kindern:
As a parent, there is nothing more difficult than knowing your child is sick. You feel scared, frustrated, terrified, helpless. You put your trust in doctors and researchers and the latest medications and then you force yourself to believe. I can tell you that our family believes in miracles. But miracles won’t happen without the correct medication and the correct dosing — which can only be established through paediatric testing.

Bill Belfiore sprach bei einer Pressekonferenz im Februar 2003, als in den USA ein Gesetz eingeführt wurde, dass Arzneimittel speziell für den Gebrauch bei Kindern getestet werden müssen. Ein ähnliches Gesetz wurde Januar 2007 auch in Deutschland bzw. in ganz Europa eingeführt.

Teil II „Kinder als Versuchskaninchen“ oder besser, Kinder der Hoffnung

Krieg

Russischer Nachrichtendienst: USA schließen Vorbereitungen für Angriff auf Iran ab

RIA – Nach Angaben des russischen Nachrichtendienstes haben die amerikanischen Streitkräfte die Vorbereitung zum möglichen Militärschlag gegen Iran abgeschlossen. Das teilte ein Sprecher des russischen Geheimdienstes RIA Novosti mit.

Die Angaben des Nachrichtendienstes belegten, sagte der Sprecher, dass die USA eine Liste über mögliche Ziele in Iran erstellt und den Einsatzplan bei Übungen getestet haben.

„Nach Angaben des russischen Militärnachrichtendienstes haben die US-amerikanischen Streitkräfte im Persischen Golf die Vorbereitung für Raketen- und Bombenangriffe gegen Iran praktisch abgeschlossen“, sagte der Sprecher.

Er berichtete, dass die amerikanischen Heeresführer in der ersten Aprilhälfte zum Schlag bereit sein werden. Doch das Startzeichen der militärischen Operation muss die politische Führung geben.

Die USA drohen Teheran mit einem Militärschlag, weil die iranische Führung sich weigert, das Nuklearprogramm zu stoppen. Die jüngste Resolution des UN-Sicherheitsrates über Iran, die am vergangenen Wochenende getroffen wurde, sieht wirtschaftliche Sanktionen gegen das Land vor, schließt aber militärische Gewalt aus.

Nach offiziellen US-Angaben ist die militärische Präsenz in der Region auf dem gleichen Niveau wie im März 2003, als die Invasion in den Irak begann.

Das Iran Dossier

Krieg

U.S. ready to strike Iran in early April

RIA – Russian intelligence has information that the U.S. Armed Forces have nearly completed preparations for a possible military operation against Iran, and will be ready to strike in early April, a security official said.

The source said the U.S. had already compiled a list of possible targets on Iranian territory and practiced the operation during recent exercises in the Persian Gulf.

„Russian intelligence has information that the U.S. Armed Forces stationed in the Persian Gulf have nearly completed preparations for a missile strike against Iranian territory,“ the source said.

American commanders will be ready to carry out the attack in early April, but it will be up to the country’s political leadership to decide if and when to attack, the source said.

Official data says America’s military presence in the region has reached the level of March 2003 when the U.S. invaded Iraq.

The U.S. has not excluded the military option in negotiations on Iran over its refusal to abandon its nuclear program. The UN Security Council passed a new resolution on Iran Saturday toughening economic sanctions against the country and accepting the possibility of a military solution to the crisis.

The source said the Pentagon could decide to conduct ground operations as well after assessing the damage done to the Iranian forces by its possible missile strikes and analyzing the political situation in the country following the attacks.

A senior Russian security official cited military intelligence earlier as saying U.S. Armed Forces had recently intensified training for air and ground operations against Iran.

„The Pentagon has drafted a highly effective plan that will allow the Americans to bring Iran to its knees at minimal cost,“ the official said.

Russian Col.-Gen. Leonid Ivashov, vice president of the Academy of Geopolitical Sciences, said last week the Pentagon was planning to deliver a massive air strike on Iran’s military infrastructure in the near future.

„I have no doubt there will be an operation, or rather an aggressive action against Iran,“ Ivashov said, commenting on media reports about U.S. planned operation against Iran, codenamed Operation Bite.

A new U.S. carrier battle group has been dispatched to the Gulf. The USS John C. Stennis, with a crew of 3,200 and around 80 fixed-wing aircraft, including F/A-18 Hornet and Superhornet fighter-bombers, eight support ships and four nuclear submarines are heading for the Gulf, where a similar group led by the USS Dwight D. Eisenhower has been deployed since December 2006. The U.S. is also sending Patriot anti-missile systems to the region.

Russia’s Foreign Minister Sergei Lavrov, however, was rather optimistic about the situation and said he ruled out a military resolution of the Iranian nuclear problem.

„We are constantly working on how to resolve the situation around the Iranian nuclear program and other conflicts peacefully,“ Lavrov said. „This policy is unchanged and we will pursue it in the future.“

Russia and the U.S. are two of the six negotiators on Iran’s nuclear program, which Tehran says is aimed at generating energy.

The Iran Dossier

Krieg

Bush, Iran & Selective Outrage

Robert Parry – George W. Bush is accusing Iran of „inexcusable behavior“ in seizing 15 British sailors on accusations they crossed into Iranian waters. British Prime Minister Tony Blair is equally incensed that Iran would fail to comply with world standards for handling such disputes.

Amid the furor, the major Western news media has pretty much fallen into line behind Bush and Blair as the champions of international law. But left out of this selective outrage is the fact that it was the Bush-Blair trampling on the rules of civilized behavior that set the stage for the current crisis. Read all @ Consortium News

kriminalitaet

Haider und Khashoggi und das Spinnennetz internationaler Abzocke (1)

Dr. Alexander von Paleske —-2.4. 2007 — Die Geschichte fängt in den USA im Jahre 1993 an. Dort begann eine Bank unter dem Namen Czech Fund mit ihren Aktivitäten. Mit dabei bis zum Jahre 1996 war der ehemalige Reagan-Sicherheitsberater Robert McFarlane. Die Firma verschmolz im Jahre 1996 mit einer Firma Eastbrokers International, in deren Verlauf ein gewisser Herr Kössner aus Wien der größte Anteilseigner wurde.

Er hatte schon eine Wiener Broker-Firma unter dem Namen WMP Bank AG mehrheitlich besessen, die mit Eastbrokers verschmolzen wurde und sich nun Global Capital Partners nannte. Die WMP Bank wurde an Kössner zurückverkauft und er diese dann in “General Commerce Bank” umbenannte.

Der Grund für dieses Hin und Her mag ein Spuren verwischen gewesen sein, denn der Mehrheitsaktionär von Czech-Industries, eine Firma der Stratton Oakmont, wurde wegen Aktienbetrugs geschlossen; ein böses Omen.

Die Hypo-Alpe-Adria Bank kommt ins Spiel.
Die Hypo-Alpe Adria Bank, die zur Hälfte dem Land Kärnten/Österreich gehört, war Minderheitsaktionär in der WMP Bank und verkaufte Anleihen der Global Capital Partners an ihre Kunden, wertlose Papiere wie sich herausstellen sollte und das sollte sich noch bitter rächen. Kössner hatte mit grosser Sorgfalt diese Beziehungen zu einer renommierten Bank aufgebaut, verlor aber dann durch Kapitalerhöhungen bei Global Capital Partners die Aktienmehrheit. Eine Crack Crew tauchte bei der WMP-Bank/General Commerce Bank auf, um diesen Laden richtig aufzumischen Es handelte sich im Einzelnen um:

1. Regis Possino, ein ehemaliger US-Rechtsanwalt, der 1978 wegen Verkaufs von Kokain verhaftet wurde und außerdem versuchte einen Deal über einen monatlichen Verkauf von Kokain im Wert von US Dollar 680.000 zu landen. Der weiterhin versuchte gestohlene Pfandbriefe unters Volk zu bringen, und der erneut verhaftet wurde während des Prozesses, weil er versuchte eine Geschworene zu beeinflussen. 1984 entzog man ihm wegen seiner kriminellen Aktivitäten die Anwaltslizenz, und verurteilte ihn 1996 erneut wegen Aktienbetrugs.

2. Sherman Mazur, ein US-Amerikaner, der 1993 im US Bundesstaat Arkansas rechtskräftig wegen Scheckbetrugs zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Während seiner Zeit im Knast soll er einen Filipino namens Amador Pastrana beauftragt haben, seine kriminellen Aktivitäten fortzuführen.

3. Amador Pastrana
, Philippine, der König des internationalen Aktienbetrugs: Er soll wenigstens 100 internationale Zweigstellen des betrügerischen Telemarketings (Boiler Rooms) kommandiert haben.

4. Rakesh Saxena, Inder, ein internationaler Großbetrüger.

5. Adnan Kashoggi, ein internationaler Waffenhändler und Großbetrüger. Zusammen mit Oliver North in den Iran-Contra Skandal verwickelt.

6. Raoul Barthaumieu (auch Raoul Berthamieu) alias Lee Sanders, ein Kanadier belgischer Abstammung, 1991 wegen Scheckbetrug in Arkansas verurteilt.

Diese Herren organisierten nach Presseberichten Megabetrug in der General Commerce Bank, indem sie die Bank in ein Zentrum des internationalen Aktienbetrugs verwandelten. Wertlose Wertpapiere wurden angeblich in großem Stil verhökert. Der Schaden soll sich auf insgesamt 1 Milliarde US-Dollar belaufen.

Aber Herr Kulterer, seines Zeichens Vorstand der Hypo-Alpe-Adria Bank, wusste von Nichts und merkte erst einmal nichts. Herr Kulterer soll allerdings bei jenen Namen taub geblieben sein. Vielleicht hatte er noch nichts von einer Internet-Suchmaschine gehört. Erst als Herr Berthamieu seine Versprechen zur Sanierung nicht einhielt, wurde Herr Kulterer offenbar hellhörig. Doch auch später bezeichnete er den Herrn Bethaumieu als „seriös“. Das habe er „polizeilich nachprüfen“ lassen, offenbar nur bei der Landespolizei im geruhsamen Kärnten.

Die Vorstrafen des Herrn Berthaumieu haben die Hypo Alpe Bank auch keineswegs davon abgehalten, im Jahr 2000 einen 100 Millionen Schilling Kredit zur Finanzierung zweier Lagerhäuser in Belgien ihm zu gewähren.

Als die WMP/General Commerce Bank schließlich ins Trudeln kam, spielte sich Berthaumieu als Sanier auf, und zu diesem Zweck erhielt er nochmals von der Hypo-Alpe-Bank Kredit über mehrere Millionen Schilling: Gutes Geld hinter schlechtem Geld her geworfen.

Im Herbst 2000 schließlich machte Berthaumieu den Herrn Kulterer von der Hypo-Alpe mit dem Herrn Khashoggi bekannt. Khashoggi wollte direkt bei der Hypo-Alpe Geschäftskonten eröffnen und brachte eine Reihe „interessanter” Geschäftsmodelle zur Sprache.

Betrugsmodelle?

Das war dann wohl selbst dem Herrn Kulterer etwas zu viel. Im Jahr 2001 flog dann alles auf und die Tür zur General Commerce Bank knallte zu. Herr Kössner musste ins Gefängnis, aber ein Prozess hat bis heute – nach 6 Jahren – noch nicht stattgefunden.

Nun könnte man erwarten, dass Herr Kulterer mit Schimpf und Schande davongejagt würde, aber das Gegenteil war der Fall. Das geruhsame Kärnten ist nämlich die Wahlheimat des Herrn Jörg Haider; Berufsrechter und Saubermann sowie Österreichs Ausländerfeind Nummer Eins.

Ein Freund, ein guter Freund
Die Herren Kulterer und Haider kennen sich gut; Kulterer begleitete Haider auch auf dessen Besuchsreise zu Libyens Staatschef Gadhaffi im Jahre 2000. Auch hat der Herr Haider nach Presseberichten sich schon Wahlkampfkostenerstattung bis zum Jahre 2013 von der Hypo-Alpe-Adria vorstrecken lassen. Und Herr Bankdirektor Kulterer verabschiedete sich letztes Jahr von der Vorstandstätigkeit unter Hinterlassung eines Bilanzverlustes von 200 Millionen Euro; „Peanuts“ in der Sprache der Deutschen Bank. Aber auf die Weiterzahlung der Vorstandsbezüge für weitere vier Jahre verzichtete er erst nach heftigen Protesten. Dennoch fiel er weich. Nicht nur, dass er jetzt Aufsichtsratspräsident der Hypo-Alpe Bank wurde, nein, er ist jetzt auch Chef der Flick Privatstiftung und FKF Vermögensverwaltung.

Zur Erinnerung: Friedrich Karl Flick, der vor nicht allzu langer Zeit verstarb, der Sohn von Friedrich Flick sen., der seinerzeit sein Geld in Deutschland gemacht hatte, hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Erbschaftssteuer seiner Kinder für sein Milliardenvermögen in Deutschland zu umgehen und siedelte deshalb mit (Geld-)Sack und Pack vor seinem Tode in das Erbschaftssteuerparadies Österreich um.

Epilog
Während Kulterer seinen Vorstandsposten hinter sich lassen konnte, die Bank jedoch kann den Betrugsfall General Commerce Bank/Global Capital Partners nicht abschließen: Dutzende Klagen von geprellten Kunden laufen gegen sie. Der ersten Klage, über eine Summe von 600.000 Euro, wurde im Juli 2005 letztinstanzlich stattgegeben, wegen falscher Anlageberatung.

Possino ist weiter „geschäftlich” unterwegs, zuletzt wurde er vor einem Jahr bei einer „Roadshow” in Asien gesehen, wo er 25 Millionen US-Dollar Anlagegelder einsammelte für seine Firma „Geneva Equities”.

Die Firma Geneva Equities war ebenso bei dem Verkauf von Aktien einer Luftlinie “L-Air” Belgien-Kanada involviert, einer Fluglinie, deren Flugzeuge nie abhoben, nur das Geld der Investoren flog davon auf Nimmerwiedersehen.

Herr Mazur ist weiter geschäftlich in den USA tätig, zuletzt verkaufte er Wahlmaschinen dort einer Firma Accu Poll Holdings, in der seine Kinder Aktionäre sind; eine gute Idee nach dem Florida-Wahldebakel im Jahre 2000. Klar, dass Sherman Mazur Aktien dieser Firma AccuPoll über Boiler-Rooms zu Fantasiepreisen verkaufen ließ.

Saxena hatte nach 10-jähriger anstrengender Betrugstätigkeit unter Hausarrest in Kanada nun erst einmal eine Ruhepause eingelegt und wartete von März bis Dezember 2006 im Auslieferungsgefängnis von
Vancouver/Kanada auf seine Auslieferung nach Thailand. Jetzt soll er wieder frei sein.

Genesis-Intermedia-Skandal.

Raoul Berthamieu hat offenbar auch keine gute Reputation erlangen können. Wer den Namen seiner Firma „Pacific Federal SA“ in eine Suchmaschine eingibt, der erhält eine lange Liste von Warnungen sich nicht auf diese Gesellschaft einzulassen. Diese Liste erstreckt sich von der britischen BBC über die britische und belgische Finanzaufsicht bis hin zu Privatpersonen.

Und da sage einer noch, dass sich Verbrechen nicht lohnt.

NACHTRAG
Akteneinsicht dank Herr Kössner

Dank Herr Kössner, waren wir in der Lage Dokumente einzusehen und halten dabei fest:

1) Die WMP Bank wurde gegen den Willen Herrn Kössners und ohne seines Wissens an die dubiose Firmengruppe um Herrn Berthaumieu verkauft.
2) Die Übernahme der WMP Bank wurde durch Hr. Kössner bekämpft, entsprechende Unterlagen liegen der Österreichischen Finanzmarktaufsicht vor.
3) Die von Hr. Dr. von Paleske zitierten Personen wurden allesamt von Herrn Berthaumieu in der Bank installiert.
4) Die Hypo Alpe Adria wurde durch den Rechtsanwalt von Hr. Kössner von der Vergangenheit dieser Herren schriftlich (per Einschreiben) informiert.

Die Dokumente wurden uns freundlicherweise übermittelt und liegen uns vor.

Haider und Khashoggi und das Spinnennetz internationaler Abzocke (1)
Haider, Kulterer und die Hypo-Alpe-Adria Bank (2)
Jörg Haider: Rechtsaussen, Saubermann und Lügner – Hypo-Alpe letzter Teil
Prostituierte, Parties, Pferderennen, Penny Stocks, Deutsche Bank in Toronto und Khashoggi
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe

vermischtes

Patentantrag: Für gentechnisch optimierte Politiker

World Content News – Politiker zählen zu einer Spezies, die kosten-nutzen-technisch für gewöhnlich eine miserable Ertragsbilanz aufweisen. Meistens sind es aus gesellschaftlicher Sicht immer die Falschen, die sich an die Spitze der Macht hochmogeln: Karrieristen, Populisten, Bürokraten und kompetenzfreie Volksvertreter. Doch diese sollen in Zukunft der Vergangenheit angehören, forderte Greenpeace“>Gen-Profiling zur Auswahl von politischen Kandidaten“ vorstellt, um Politiker künftig kommerziell besser nutzbar zu machen.

Hintergrund dieses „gemeingefährlichen“ 🙂 Antrags ist der Protest gegen die Absurdität des europäischen Patentrechts, das stinknatürliche Eigenschaften und Erbanlagen von Pflanzen, Tiere und auch Gene von Menschen patentfähig macht.

Gentechnik-Konzerne könnten in Zukunft Gewebeproben bei Menschen, Tieren oder Pflanzen nehmen, um Gebühren für ganz gewöhnliche Erbanlagen abzukassieren. So hat z.B. bereits der Agrar-Konzern Syngenta große Teile des Reis-Genoms zum Patent angemeldet. Darunter fällt auch die Züchtung von anderem Getreide das ähnliches Erbgut hat wie der Reis, beispielsweise Mais und Weizen. Am Parade-Fall eines Patentes auf Brokkoli will das Europäische Patentamt in Kürze grundsätzlich entscheiden, ob konventionelle Pflanzen patentierbar sind. Das Ergebnis soll auch bindend sein für alle anhängigen Patentanträge und sogar für Nutztiere und deren Nachkommen.

Hier könnte künftig auch der Weg frei werden für die wirtschaftliche Verwertung von entsprechenden Genen und Genprofilen von Menschen. Das EPA hat bereits über 1000 Patente auf menschliche Gene erteilt. Die Patentanmeldung von Greenpeace setzt folgerichtig hier an und beschreibt auf dem technischen und rechtlichen Niveau bereits erteilter Patente ein ausgefeiltes Verfahren für die Auswahl von geeigneten Politikern („marker assisted breeding“).

„Haste mal eine Speichel- oder Haarprobe für eine DNA-Analyse ?“ So oder ähnlich fragten Greenpeace-Aktivistinnen im Krankenschwesteroutfit Teilnehmer der Patentkonferenz „Europa der Innovationen“ in Berlin, die vom Bundesjustizministerium gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ausgerichtet wurde. Immerhin rund 40 von ca. 400 Anwesenden waren begeistert und machten mit.

Greenpeace möchte das erfundene Verfahren streng nach wissenschaftlichen Kriterien einsetzen und anhand des über Gentests zu ermittelnden Politikererbgutes folgende Optimierungsmerkmale festlegen:

zur Auswahl von Politikern, die für bestimmten Regionen besonders regionaltypische Merkmale erfüllen müssen („Regionaltyp“)

zur Auswahl von Politikern, die für bundesweite oder europaweite Aufgaben möglichst wenig regionaltypische Merkmale erfüllen sollen („Globaltyp“)

zur Auswahl von Politikern mit besonders ausgeprägten und ungewöhnlichen Charakterzügen („Charaktertyp“)

Zur Auswahl von Politikern mit möglichst wenig gering ausgeprägtem Charaktertyp („Flexibler Typ“)

Zur Auswahl von Politikern, die für bestimmte Wählerschichten oder Themenspektren besonders geeignet sind („inhaltlich gebundener Typ“)

Zur Auswahl von Politikern, die zu allen Themen und Wählerschichten gleichermaßen eingesetzt werden können („one-size-fits all Typ“)

Von selbst versteht sich, dass z.B. ein in Bayern eingesetzter Regionaltyp jodeln können muss und ein Globaltyp möglichst wenige regionaltypische Rülpser von sich geben sollte, d.h. ein Bewerber für das Bundeskanzleramt, der Saumagen und Pfälzer Wein der universellen Currywurst vorzieht, hätte künftig keine Chancen mehr auf den Posten.

Und auch ein flexibler Typ, bei dem zugleich ausgeprägte Charaktereigenschaften des one-size-fits all-Typ vorhanden sind, wäre wohl besser von vorneherein als Energieberater bei osteuropäischen Marktwirtschaftsdiktaturen aufgehoben. Eine Genanalyse der derzeitigen Amtsinhaberin würde dagegen zu keinerlei aussagekräftigen Merkmalen führen. Die Experten streiten sich noch, ob das nicht die optimale Voraussetzung für so einen Job ist, denn wer nichts macht, kann auch nichts verkehrt machen und die Bürger haben so wenigstens ihre Ruhe,

Greenpeace versichert im übrigen, dass bei der Erstellung der Patentanmeldung der ethische und rechtliche Rahmen der europäischen Patentgesetze strikt beachtet wurde. Die Methode beruhe auf einem Abgleich von Gen-Profilen eines repräsentativen Ausschnitts der Bevölkerung mit den Profilen von PolitikerInnen oder solchen, die gerne Politiker werden wollen. Es melden sich inzwischen aber immer mehr Zweifler die monieren, dass ausgerechnet Politikergene in Zukunft schützenswert sein sollen.

Verlassen wir also den Bereich der Realsatire und kehren wir zum Schluss zur Ernsthaftigkeit des Anliegens zurück: Hier geht’s zum Globalen Aufruf gegen Patente auf konventionelles Saatgut und Nutztiere („no patents on seeds„), dem sich inzwischen schon viele andere Organisationen angeschlossen haben.

Dieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

vermischtes

Der Staatsbeton neuer Metropolen

Malte Olschewski – Diktatoren und Gewaltherrscher fühlen sich unwohl inmitten brodelnder Menschenmassen und im Lärm von Millionenstädten. Oft suchen sie als Mahnmal ihrer Herrschaft eine neue Hauptstadt aufzurichten. So hat sich auch Burmas Militärdiktator Than Swe nahe einer Holzfällersiedlung eine neue Metropole aus dem Dschungel stampfen lassen. Naypyidaw (Königliche Stadt) ist dieser Tage mit einer Militärparade eingeweiht wurde.


Naypyidaw : Neue Hauptstädte für alte Diktatoren.

Die „Königliche Stadt“ besteht aus Triumphbauten, Betonklötzen und breiten Avenuen. Die Beamten aus der bisherigen Hauptstadt Rangun hatten auf Befehl der Militärregimes binnen kürzester Zeit zu übersiedeln, obwohl in der neuen Hauptstadt noch nicht genug Unterkünfte errichtet worden waren. Als Grund für die völlig unnötige Metropole wurde angegeben, dass sich Naypyidaw im Zentrum des Landes befinden würde. Des weiteren könne man von hier aus die aufständischen Stämme der Shan und Karen besser bekämpfen.

Der tieferer Grund dürfte woanders liegen: Burmas Militärherrscher sehen sich als Erben historischer Königsdynastien, die immer wieder neue Hauptstädte gebaut haben. Schon Diktator Ne Win (1911- 2002) war in dem Irrtum befangen, der neunte König der einst mächtigen, aber schon lange erloschenen Alaungpaya-Dynastie zu sein. Daher schaffte er das Zehner-System ab und richtete das ganze Land nach der Zahl „9“ aus. So wurden neue Banknoten eingeführt, deren Wert durch neun teilbar waren Seine Nachfolger liessen die „9“ wieder gerade sein und bemühten sich um eine neue Hauptstadt.

Im Thailand ist der letzte Hauptstadtwechsel schon über 200 Jahre her. Nach Zerstörung der alten Hauptstadt Ayutthaya 1767 durch die Burmesen, errichtete König Thaksin in Thonburi am Ufer des Chao Piya-Flusses eine neue Hauptstadt. Thaksin wurde bald von seinem General Chakri gestürzt und exekutiert. Chakri verlegte 1882 die Hauptstadt in ein Dorf (Ban) auf der anderen Seite des Flusses, in dem bisher vor allem Pflaumen (Kok) angebaut worden waren. Der mit Japan verbündete Militärdiktator Phibulsongkram plante um 1942, in Petchabun eine neue Hauptstadt zu errichten, die seinen Namen tragen sollte. Das Heiligtum des Emerald-Buddha war aus Bangkok bereits nach Petachbun gebracht worden, als der Diktator gestürzt wurde.

Sri Yaya Vardhana Pura Kotte war lange Zeit die Hauptstadt Sri Lankas, bis 1515 der Regierungssitz in das benachbarte, besser geschützte Colombo verlegt wurde. Der langjährigen Regierungschef Junius Yayawardene wollte um 1980 nicht länger über den Lärm und das Elend Colombos regieren. Er sah auch die grosse Ähnlichkeit der alten Hauptstadt mit seinem eigenen Namen. Die Insel war von Massenarmut und Bürgerkrieg betroffen, was Sir Junius nicht hinderte, für sich und die Regierungskaste das Programm „Schöner Wohnen“ durchzusetzen. 1983 übersiedelte die Regierung in die modernen Bauten der neuen Hauptstadt von Kotte.

In Pakistan war ähnliches geschehen. Die Regierenden wollten nicht in dem Getöse der hässlichen und schmutzigen Millionenstadt Karatschi verbleiben. Auch Rawalpindi war ihnen nicht gut genug. Daher wurde von Militärdiktator Ayub Khan ab 1958 in der Nähe von Rawalpindi mit Islamabad eine nagelneue Hauptstadt aus dem Boden gestampft. Später sind viele moderne Bauten der Stadt islamisiert worden. Um die herrschende Hitze zu dämpfen, hat man drei grosse, künstliche Seen geschaffen.

Aber auch in der kasachischen Metropole Alma Ata war es dem Langzeitdiktator Nursultan Nasarbayew zu eng geworden. Es drängte ihn, nach Zusammenbruch des Kommunismus die neue Epoche der Unabhängigkeit auch mit einer neuen Hauptstadt zu feiern. Er liess Vermessungen anstellen. Bald kamen seine Gelehrten mit der Mitteilung gelaufen, dass sich die Siedlung Akmola im Mittelpunkt von Ost und West und genau im Zentrum Eurasiens, wenn nicht des ganzen Universiums, befinden würde. Das genügte: Nasarbayew liess um das ehemaligen Kosakenfort Akmolinsk eine neue Hauptstadt mit dem Namen „Astana“ (etwa: Sternenhauptstadt) in die Höhe wachsen. Beamte, Ministerien und ausländische Botschaften hatten 1997 zu übersiedeln. Ausländische Botschaftsangehörige fühlen sich in dieser Stadt bald „wie auf einen anderen Stern.“

Auch in Nigeria wollten die Militärherrscher schöner wohnen, da die verdreckte, lärmende Hafenstadt Lagos Regierungsarbeit immer schwerer machte. Also wurde 300 Kilometer nördlich die neue Hauptstadt Abuja mit auffallend vielen Prachtbauten errichtet. Die Bevölkerung ist mit 178 000 Menschen angenehm klein. Zuzug von auswärts wird unmöglich gemacht. Leere Avenuen führen vom Parlament zum Stadion, weiter zur riesigen Moschee und zum Luxushotel. Für neuen Beton reichen die Gelder allemal, nur nicht zu Steigerung des allgemeinen Lebensstandards.

Malawis Langzeitpräsidenten Hastings Banda (1896 – 1997) wollte die Hauptstadt Blantyre nicht gefallen, da es eine Stadt gleichen Namens auch in Schottland gab. Die britischen Kolonialherren hatten den grössten Ort des von ihnen regierten Njassalandes so genannt, weil der Afrikaforscher David Livingstoin im schottischen Blantyre geboren worden war. Banda mit dem Ehrennamen „Kamuzu“ (Würzelchen) übersiedelte 1964 mit der Unabhängigkeit nach Zomba, wo er sich aber auch nur zehn Jahre wohl fühlte. Schliesslich liess sich der Präsident in der Stadt Lilongwe nieder, die er dann mit reichhaltigem Staatsbeton übergoss. Bandas Tod dürfte einen weiteren Standortswechsel verhindert haben.

Zaires Diktator Mobutu wollte sein Heimatdorf zur neuen Hauptstadt ausbauen, doch ist ihm das nicht gelungen. Der Herrscher über die Elfenbeinküste, Felix Houphouet-Boigny, war indes mit ähnlichen Plänen erfolgreich. Er war lange Zeit Häuptling des Dorfes von Yamoussoukro. Mit der Unabhängigkeit wurde er zum Präsidenten des Landes gewählt. Durch enorme persönliche Bereicherung konnte er sich alle folgenden Wahlen kaufen.

Schon kurz nach der Unabhängigkeit hatte er 1964 mit der Realisierung seiner grossen Idee begonnen. Yamoussoukro sollte nicht nur neue Hauptstadt, sondern auch Standort der grössten katholischen Kirche der Welt werden. Am 10.9.1900 wurde die Basilika „Notre Dame de la Paix“ in Anwesenheit des Papstes feierlich eingeweiht. Ein kostbares Glasfenster stellte Jesus und seine zwölf Apostel dar. Wer genau hinsah, konnte auch einen 13. Apostel mit den Gesichtszügen des größenwahnsinnigen Präsidenten erkennen.

In vielen grossen Städten der Dritten Welt wird Regierung tatsächlich durch die Millionen Menschen auf dichtestem Raum immer schwerer. Staatsgäste müssen oft per Hubschrauber vom Flugplatz in das Regierungsviertel geflogen werden. Für Fahrten der Staatslimousinen müssen weite Strecken von der Polizei abgesperrt werden, was zum einem urbanen Chaos führt. Daher werden etwa in Kairo, Seoul, Djakarta und Mexico City Pläne für eine neue Hauptstadt diskutiert.

Unkategorisiert

Parfümierte Frau randalierte in Toronto

Harald Haack – Gegenwärtig macht sie in kanadischen Medien Schlagzeilen: Natalie K., von einigen Zeitungen als „Deutsche“ bezeichnet. Sie wurde von einem Busfahrer nicht mitgenommen, weil sie sich heftigst, wie sie angab, mit „Irrésistible“ von Givenchy einparfümiert hatte. Sie fühlte sich wegen der Zurückweisung vom Busfahrer öffentlich gedemütigt. Fahrgäste berichteten, sie haben daraufhin zwei Mal wütend mit dem Fuß gegen den Bus getreten. Der Busfahrer sagte, er habe sie nicht mitgenommen, weil die Parfümdünste, die sie umgaben seine Konzentrationsfähigkeit herabsetzten und damit seine Sicherheit und die der anderen Fahrgäste gefährdete. Außerdem sei die Frau ihm wegen ihrer Aggression, die ihm schon vorher aufgefallen sei, nicht geheuer gewesen.

Während Deutschland immer noch das Land ist, in dem Menschen überall ungehindert Parfüme verwenden dürfen, existieren in Kanada inzwischen Parfümverbote, und die gelten für öffentliche Bereiche. Kanada hat offenbar erkannt, dass Parfüme heutzutage nichts anderes als toxisches Flüssiggas und damit gesundheitsschädlich sind und gerne von Terroristen und besonders Selbstmordattentätern verwendet werden, um die empfindlichen Nasen der Sprengstoffspürhunde, die im Kampf gegen den Terrorismus eingesetzt werden, „blind“ zu machen.

Und in Deutschland werden die giftigen Lösemitteldünste der Parfüme immer noch oberflächlich mit dem Begriff „Geruch“ belegt. Obwohl immer mehr Menschen die Giftgasangriffe ihrer Mitmenschen nicht mehr vertragen, darf die Parfüm-Industrie ständig neue und zunehmend giftigere Parfüme auf dem Markt werfen. Dies ist auch kein Wunder, denn deren Lobbyisten haben die Bundesregierung fest im Griff. Und so werden Menschen, die das Giftgas nicht mehr vertragen, psychiatrisiert und als „militante Gegner“ von selbstherrlichen Gutachtern beschimpft.

Natalie K. zählt offensichtlich zur Parfüm-Lobby, die in Kanada gegen die vorherrschende Anti-Parfüm-Gesetzgebung kämpft. Sie mobilisierte Fernsehteams und beschimpfte vor deren Kameras das städtische Busunternehmen. Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass sie wegen des von ihr verwendeten Parfüms des Busses verwiesen wurde. Schon einmal habe ein anderer Busfahrer ihr die Mitfahrt verweigert und sie aufgefordert künftig kein Parfüm zu verwenden. Sie behauptet, es sei ihr Recht Parfüme zu verwenden – in jeder Konzentration und Menge. Sie könne nicht verstehe, dass die Busfahrer Körpergeruch vertrügen und Alkohol saufen, aber ihr das Parfüm verbieten.

In den öffentlichen Tumult mischte sich Deb Angus, eine Assistentin der Calgary-Universität, die mit der Erforschung der Gefahren, die von Parfümen ausgehen, beschäftigt ist. Sie sagt, sie könne die Busfahrer gut verstehen, denn Parfüme manipulieren den Körper und schädigen ihn: „Diese Chemikalien beeinflussen unseren Blutdruck, unser gesamtes Nervensystem, unsere Lungen und unsere Augen und unsere Haut.“

Gegenwärtig überprüft die Stadtverwaltung von Toronto die Vorfälle, in denen Natalie K. verwickelt ist. Es sollen sich bereits etliche Fahrgäste gemeldet haben, die sich durch ihr parfümiertes Auftreten gefährdet sahen. Ein Rechtsanwalt, der einen der Busfahrer vertritt, will Natalie K. wegen Verleumdung und vorsätzlicher Körperletzung verklagen. Gemäß einer bislang unbestätigten Meldung soll die Toronto-Police Natalie K. aber inzwischen wegen mehrerer Delikte verhaftet haben: Sachbeschädigung, Störung der öffentlichen Ordnung, Körperverletzung in mehreren Fällen und Angriffe auf städtische Bedienstete. So weit kann es kommen, wenn man sich mit Parfüm überschüttet. Andere Länder, andere Gesetze…

terror

Ein neuer Tiefpunkt in der Talfahrt der ‚Freien Presse‘ – New York Times berichtet ‚staatstragend’

Karl Weiss – Was früher einmal eine freie Presse war, was früher einmal sogar manchmal eine gewisse Wächterfunktion über die Politiker und ihre Taten und Untaten ausübte, ist nun auf der Talsohle der Schamlosigkeit angelangt. Die New York Times berichtete am 27. März 2007 über die Farce eines illegalen Militärtribunals gegen einen von der US-Regierung als Geisel in Guantánamo festgehaltenen offenbar völlig desorientierten Mann aus Australien, als ob es sich um eine korrekten rechtlichen Prozess handeln würde.

Jeder halbwegs verständige rechtmäßig denkende Mensch kann beurteilen, dass dieses Tribunal, das hier über einen vier Jahre lang gefolterten Menschen sich anmaßt zu urteilen, nicht einmal die mindesten – auch nur formalen – Voraussetzungen eines akzeptablen Gerichtsverfahrens aufweist.

Was sind die Kennzeichen eines korrekten Prozesses in einem zivilisierten Land, wenn es sich um schwerwiegende Anklagen handelt? Zählen wir hier nur einmal einige von denen auf, die auf die Tribunale gegen Guantánamo-Insassen regelmäßig nicht zutreffen.

Zunächst wird ein Beschuldigter von dafür befugten Autoritäten, wie z.B. Polizisten, festgenommen und wird dabei auch gleichzeitig belehrt über seine Rechte und darüber, was man ihm vorwirft.
Als nächstes hat er die Möglichkeit, seine Angehörigen zu benachrichtigen oder sie werden von den Autoritäten benachrichtigt.
Weiterhin wird ihm die Möglichkeit gegeben, einen Anwalt seiner Wahl zu benachrichtigen und er hat das Recht, mit diesem Anwalt ausreichend und unter vier Augen zu sprechen, um eine Verteidigung vorzubereiten.
Dieser Anwalt seiner Wahl hat das Recht, alle die Beschuldigung betreffenden Fakten, die in den Prozess eingebracht werden, rechtzeitig vor dem Prozess zu erfahren.
Seine Inhaftierung wird innerhalb kurzer Zeit (üblicherweise 48 Stunden) von einem unabhängigen Richter überprüft. Der Anwalt hat das Recht, Antrag auf einen ‚habeas corpus’(Freilassung bis zum Prozess) zu stellen. Die Haft wird nur aufrecht erhalten, wenn objektive schwerwiegende Gründe dafür sprechen.
Die Bedingungen der Haft sind menschenwürdig, das betrifft die Unterkunft, die Hygiene, die Mahlzeiten, den Zugang zu Trinkwasser, die Beachtung der Privatsphäre, die Schlafgelegenheit, Bewegungsmöglichkeiten usw.
Selbstverständlich ist der Häftling weder unwürdiger oder degradierender Behandlung ausgesetzt noch wird er gar gefoltert.
Seine Untersuchungshaft darf in der Regel ein halbes Jahr nicht überschreiten.
Besteht Verdacht auf psychische Störungen, hat er das Recht, von einem unabhängigen Psychiater untersucht und entsprechend dem Untersuchungsergebnis behandelt zu werden.
Im Prozess hat er das Recht, vorzubringen und als Zeugen zu rufen, was und wen er für richtig hält und wird nicht in seiner Verteidigung beeinträchtigt.
Er hat jederzeit das Recht, seinen Verteidiger zu wechseln
Er hat das Recht auf seinen gesetzlichen und unabhängigen Richter
Im Prozess können selbstverständlich keine Aussagen oder Dokumente verwendet werden, die unter Druck oder Folter entstanden sind.
Ebenso ist selbstverständlich, es werden keine Aussagen akzeptiert, die auf Hörensagen beruhen.
Alle Zeugen müssen persönlich im Prozess anwesend sein und müssen vom Angeklagten bw. seinem Verteidiger befragt werden können.

Dies alles sind Mindestbedingungen, nicht etwa überflüssiger Luxus. Zivilisierte Staaten sind geradezu dadurch definiert, dass sie solche Regeln haben und einhalten.

Der geschundene australische Angeklagte David Matthew Hicks, dem man offenbar jeglichen eigenen Willen aus dem Körper gefoltert hat, erklärt sich schuldig, für Al Quaida spioniert und sie materiell unterstützt zu haben.

Welche Meldung! Die New York Times berichtet erbarmungslos, als ob es ein richtiger Prozess wäre, als ob Hicks nicht unter den entwürdigendsten Bedingungen seit vier Jahren ein Dasein fristete, das nicht mehr Leben genannt werden kann.

Die kleine Nebensächlichkeit ist, es gibt keine Organisation, die sich selbst Al Quaida nennt, das ist vielmehr ein CIA-Codewort für eine seiner Unterorganisationen. Daher kann natürlich auch niemand für diese Organisation spioniert haben – wenn man nicht von Spionage für den CIA spricht.

All dies interessiert die New York Times nicht, auch nicht, dass der Angeklagte offensichtlich verwirrt ist. Sie betreibt Gerichtssaal-Berichterstattung, als ob es um ein Scheidungsverfahren ginge. Die Schamlosigkeit hat neue Höhen erklommen.

Wenn es darum geht, das US-Imperium zu unterstützen, dann muss man eben mal darüber hinwegsehen, dass da ein Militär als Richter sitzt, der Befehlen aus Washington gehorchen muss ebenso wie der Verteidiger und der Staatsanwalt, kurz: das ganze nur eine Farce ist.

Man erwähnt sogar, Hicks sei wohl eine „lost soul“, eine „verlorene Seele“, doch bemerkt nicht, dass überhaupt kein psychoanalytisches Gutachten gemacht wurde.

Man erwähnt sogar, dass Hicks sagt, er wisse nicht, was er tun solle, doch man kommt nicht auf die Idee, man hat einen mit jahrelanger Folter gebrochenen Menschen vor sich, der nur noch darauf aus ist, seinen Peinigern nach dem Mund zu reden, um nicht gleich wieder in die Hölle zu müssen.

Die Frage der Folter wird im ganzen Artikel überhaupt nicht erwähnt. Man muss aus anderer Quelle erfahren, dass Hicks ausdrücklich betont hat, er sei gefoltert worden, der Richter aber diese Aussage einfach zurückwies. Nichts in der New York Times.

Ist es schon verachtenswert, dass eine Nation, die sich einmal als zivilisiert bezeichnet hat, eine solche Farce als Scheingerichtsverfahren abzieht, aber es ist noch bedauernswerter, ein Presseorgan zu sehen, das einmal einen Ruf hatte, nun aber ‚staatstreu’ berichtet – nur nichts gegen die US-Interessen berichten – und die sind nun mal auf Erhaltung des Imperiums über die Welt ausgerichtet, nicht wahr, New York Times?

Australischer Guantanamo Häftling Hicks als erster vor US Militärtribunal.