terror

Willkommen in der Kloake des Mittelalters – Bushs Sondertribunale

onlineredaktion – Die katholische Kirche hat es einst vorgemacht, US-Präsident George W. Bush macht es jetzt nach: Die blutrünstige „Inquisition“ der finstersten Tage des Mittelalters ist zurück. Bushs Feinde sollen künftig in Sondertribunalen zum Tode verurteilt werden. Indirekte Zeugenaussagen und erzwungene Aussagen sollen zur Verurteilung von Angeklagten führen.

Angeblich gab es ein „Tauziehen“ um die Einrichtung von Gerichten, so genannte „Sondertribunale“, in denen die Menschenrechte bedeutungslos sind und das US-amerikanische Recht quasi ausgeschaltet ist. Diese militärischen „Gerichte“, die ihren Namen nicht mehr verdienen, weil sie auf nichts anderem als auf Lynchjustiz beruhen, sollen künftig „feindliche, ausländische Kämpfer“ aburteilen und beseitigen, wie aus einem soeben veröffentlichten Dekret des Weißen Hauses hervor geht. Erste Opfer sollen einer AP-Meldung zufolge der australische Taliban David Hicks, der Kanadier Omar Khadr und der frühere Chauffeur von Osama Bin Laden, Ahmed Salim Hamdan, sein.

Als „Tauziehen“ wird die Verweigerung des Obersten Gerichtshofs der USA bezeichnet (der von Bushs Leuten besetzt ist), dem US-Präsidenten die Einrichtung der Tribunale zu erlauben. Als Begründung gab es den Hinweis, er bräuchte dafür die Zustimmung des Kongresses. Doch der Kongress scheint nun zugestimmt zu haben und das Gesetz zur Einführung Tribunale beschlossen zu haben. Die Veröffentlichung der finsteren Regeln der Tribunale soll für Entsetzen unter Abgeordneten und Anwälten von Inhaftierten geführt haben.

Erleben Sie hier mit, wie künftig US-Tribunal-Prozesse ablaufen könnten.

weird world

Brasilien – größter Fleischexporteur der Welt

Karl Weiss – Jetzt sind die Statistiken veröffentlicht worden, jetzt ist es heraus: Brasilien ist im Jahre 2006 zum größten Fleischexporteur der Welt geworden. Was das für Konsequenzen für das Weltklima und die bereits beginnende Klimakatastrophe hat, sowohl wegen der Zerstörung der Regenwälder als auch durch die Freilandviehhaltung auf riesigsten Flächen ohne Baum und Strauch, das kann man erahnen.


Fleischland Brasilien
Graphik: Copyright © 2007 by onlineredaktion, jnvh

2,2 Millionen Tonnen Fleisch wurden 2006 von Brasilien aus eingeschifft, was einen Wert von 3,9 Billions (Milliarden) US-Dollar ausmachte, ein Anstieg von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als es 3,06 Billions of Dollars waren.

Interessant, den Durchschnittspreis anzusehen: etwa 1.800 Dollar pro Tonne oder anders gesagt, etwa 1 Dollar und 80 Cents oder etwa 1 Euro und40 Cent pro Kilo. Dieser hübsche Preis (vergleichen Sie einmal, was Sie für Fleisch zahlen) schließt natürlich auch das wohlfeile Hühnerfleisch ein (Brasilien ist ebenso weltgrößter Exporteur von Hühnerfleisch), aber trotzdem bekommt man eine ungefähre Ahnung, wie bei diesen Geschäften des Lebensmittelbereiches sowohl die Erzeuger wie auch die Verbraucher geprellt werden, um der Lebensmittelindustrie und den Supermarkt-Konzernen Märchenprofite zukommen zu lassen.

Was aber am wichtigsten ist: Damit hat Brasilien 40 Prozent des Welt-Fleischmarktes erobert und den bisherigen Spitzenreiter Australien abgelöst. In Worten: Vierzig Prozent!

Hühner- und Schweinefleisch (letzteres in Brasilien selbst kaum abzusetzen) werden in Brasilien (wie auch Australien und den USA) so wie fast überall auf der Welt produziert: In engen Käfigen und Ställen, unter Einsatz von Wachstumshormonen und Antibiotika, Tierschutz gibt es weder hier noch sonstwo.
Interessant: Der Absatz von Hühnerfleisch aus Brasilien ging sogar zurück im Jahr 2006 gegenüber dem Vorjahr, laut Angabe der brasilianischen Züchterorganisation wegen weltweit zurückgehender Nachfrage. Der Zuwachs wurde also ausschließlich mit Schweine- und wohl vor allem mit Rindfleisch erzielt.

Was Australien und Brasilien gegenüber den anderen fleischerzeugenden Nationen auszeichnet: Beides sind Länder von kontinentalen Ausmaßen, mit (relativ) geringer Bevölkerungsdichte. Beide haben riesige Flächen von Grasland, auf denen man Rinder gezielt zur Fleischerzeugung züchten kann. Es handelt sich also um Kühe, die nicht gemolken werden, um freilaufende Rinder, die Quadratkilometer von Gelände zur Verfügung haben. Einen Winter, in dem man sie in den Stall holen müsste, gibt es praktisch nicht. Damit sind die Kosten der Erzeugung pro Kilo Rindfleisch fast unschlagbar.

Europäische Rinderzüchter im übervölkerten Mittel- und Westeuropa (die Niederlande, England und Deutschland gehören zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Erde) können da nicht mithalten. Sie müssen Futter für die Rinder kaufen – und seien es auch nur zermahlene Rinder (einer der Hauptgründe für BSE) – und haben damit weit höhere Kosten.

Überhaupt lohnt sich Rinderhaltung zur Fleischerzeugung in Deutschland nur, wenn die Kühe auch gemolken werden und damit ein Zusatzverdienst über den Verkauf der Milch hereinkommt. Unterstützten EU-Agrarsubventionen nicht die Rinderhaltung sowohl für Milchvieh als auch als Schlachtvieh, gäbe es sowieso keine Rinderhaltung mehr in der EU – bis auf Ausnahmen. Nun, das wäre auch kein Beinbruch.

Das Problem ist Brasilien.
Aufgrund der Besitz- und Machtstrukturen in Brasilien wird die Rinderhaltung – unabhängig davon, ob sie wirklich einträglich ist, zur „Gewinnung neuen Landes“ genutzt. Das betrifft prinzipiell den Amazonas-Regenwald, aber auch andere schützenswerte und noch weitgehend naturbelassenen Landschaften, wie das trockene „Cerrado“ im Nordosten Brasiliens und das Sumpfgebiet Pantanal im Grenzgebiet mit Paraguay und Bolivien.

In allen drei Bereichen – flächenmäßig bei weitem am meisten am Rand des amazonischen Regenwaldes – wird, meist mit Brandrodung, zunächst ein Areal zugänglich gemacht. Bei dem feucht-warmen Klima gedeihen auf den gerodeten Flächen bald Gräser, Kräuter und Blumen. Dann wird Schlacht-Rind dort eingesetzt, das nun den Bereich abgrast und niedertrampelt und eine Neubildung von Regenwald verhindert. Nach einer Zeit, meist zwischen ein und drei Jahren, wird dann die Rinderherde auf ein neu dem Urwald abgerungenes Land überführt und Soja auf dem „neugewonnenen“ Land angebaut.

Wer dies macht, sind nicht etwa hungrige Kleinbauern, die auf den so gewonnenen Boden angewiesen sind. Über 90 Prozent der Vernichtung von vorher naturbelassenen Flächen gehen auf das Konto von Großgrundbesitzern, Holzhändlern und superreichen Spekulanten.

Im Fall der Holzhändler wird das Gebiet nicht niedergebrannt, sondern gerodet, und im Fall der Spekulanten lässt man es zunächst brach liegen (meistens findet sich ein „lieber Freund“, der ein paar Tausend Stück seiner Rinder dort weiden lässt) und dann mit hohem Gewinn an einen anderen Reichen verkauft.

Die Regierung Lula unternimmt nicht das Geringste, um dem Vordringen der Superreichen gegen den Amazonaswald und andere naturbelassene Flächen Einhalt zu gebieten. Dazu müsste sie sich ja auch mit der brasilianischen Oligarchie anlegen, die ja eben genau von diesen Großgrundbesitzern, Holzhändlern, Spekulanten und außerdem auch den Hintermännern der riesigen kriminellen Mafia-Banden gebildet wird.

Für seine Unterstützung im Parlament braucht Lula aber genau die Stimmen der von dieser Oligarchie Beauftragten dort (zum Teil sind die Parlamentarier selbst die Oligarchen oder aus den Oligarchen-Familien, teilweise lassen sie sich von einem gewieften Rechtsanwalt dort vertreten).

So wird dann jedesmal, wenn wieder eine Entscheidung im Parlament ansteht, die Stimme durch „Wohlverhalten“ gekauft, d.h. die Bundesregierung sichert zu, demnach der Superreiche eines der von ihm im Moment gerade bevorzugten illegalen oder halblegalen Geschäfte durchziehen darf, ohne von Polizei oder Staatsanwaltschaft gestört zu werden.

Ein Land, das von einer solchen Oligarchie beherrscht wird, braucht keine äußeren Feinde mehr.

Die diversen Umweltorganisationen wie „Rettet den Regenwald“, ,Friedensforum’ und andere können also getrost ihre Kampagnen einstellen, in den behauptet wird, es wäre der Zuckerrohranbau für den Benzin-Ersatz Alkohol oder das Bio-Diesel, die für die Abholzung des Regenwaldes verantwortlich wären. Es ist die Oligarchie. Sie würde auf jeden Fall abbrennen und abholzen – mit Alkohol und Biodiesel oder ohne.

Die Oligarchie macht die fettesten Profite und es wird ihr, wie in diesem Fall, das Fleisch, hauptsächlich von den imperialistischen Ländern, abgekauft. Dafür garantiert sie die Fortführung der US-freundlichen und neoliberalen Politik im Land.

Wenn man durch das Landesinnere Brasiliens fährt, z.B. hier im Bundestaat Minas Gerais, der eine größere Fläche einnimmt als die Bundesrepublik, so kann man riesige Weideflächen sehen, die fein säuberlich von anderem Bewuchs freigehalten werden, aber es sind kaum Rinder darauf zu sehen. Die riesige Zahl der Schlachtrinder verliert sich in einem Land von der Größe Brasiliens. Es können hier etwa noch 5-mal mehr Rinder weiden, ohne dass es zu einer Überweidung käme. Das Weideland wird von den Großgrundbesitzern „vorgehalten“, um eventuell für Anbau zu diesen, falls sich eine profitable Frucht findet oder, um im Bedarfsfall noch weit mehr Rinder zu ziehen.

Die Unvernunft in der Ernährung der reichen Länder (und nicht nur jener), zweimal am Tag eine Fleisch-(Wurst-)Mahlzeit haben zu müssen, kann also noch beträchtlich ausgeweitet werden.

Glückwunsch, Brasilien! 40 Prozent, Brasilien!

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Quelle:
Exportações de carne atingem recorde em 2006, diz CNA

Krieg

Wurde Anschlag auf Revolutionsgarden von Drogenclans verübt?

Onlineredaktion / Teheran – Bei einem Bombenanschlag auf einen Bus der Revolutionsgarden (Pasdaran) sind im Südosten des Iran nach jüngsten Angaben elf Menschen getötet worden. 30 weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete die Agentur ISNA am Mittwoch.

Die in einem Auto versteckte Bombe sei in der Stadt Zahedan explodiert, als ein Bus mit Angehörigen der paramilitärischen Revolutionsgarden vorbeifuhr, berichteten Augenzeugen. Die Täter seien auf Motorrädern entkommen. Ein Verdächtiger sei allerdings festgenommen worden, berichtete die Agentur Fars ohne Einzelheiten zu nennen.

Zur Tat bekannte sich eine radikale Sunnitengruppe, die Jund Allah (Soldaten Gottes). Die Belutschen sind überwiegend Sunniten. Fünf Verdächtige wurden laut offiziellen Angaben festgenommen. Mit den Revolutionsgarden wurde eine Gruppe des Sicherheitsestablishment angegriffen, die Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad besonders nahe steht. Iranische offizielle Stellungnahmen tendierten jedoch zur Version, dass Drogendealer hinter der Tat stehen.

Pakistan wurde in diesem Zusammenhang beschuldigt, aufständischen Rebellen und Drogenschmugglern Unterschlupf zu bieten Die USA werden beschuldigt, hinter „aufständischen“ ethnischen Elementen zu stecken, und unzweifelhaft fühlen diese sich durch den derzeitigen Druck von außen auf Teheran ermutigt.

Zahedan ist die Hauptstadt der an Pakistan und Afghanistan grenzenden Provinz Sistan-Belutschistan. Dort sind die Mehrheit der Bevölkerung Sunniten. Insgesamt haben im Iran aber die Schiiten die grosse Mehrheit. Zahedan ist zudem eine Hochburg von Drogenschmugglern, die das Rauschgift aus dem Grenzgebiet nach Europa schaffen. Die Agentur Fars meldete deshalb, es sei nicht auszuschliessen, dass es sich bei den Attentätern um Drogenkriminelle handeln könnte, die sich mit den Revolutionsgarden in der Vergangenheit schon mehrfach Gefechte geliefert hatten.

surveillance

Der Bundestrojaner und die unterschobene Straftat

Karl WeissComputer sind nicht nur ausspähbar, auch manipulierbar – Die Polizei tut es schon. Am Wochenende, 4. Februar 2007, wurde bekannt, der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Durchsuchung von Computern von eventuell Verdächtigen mit Hilfe von „Trojanern“ (in diesem Fall dem „Bundestrojaner“) für unzulässig erklärt. Als unmittelbare Antwort darauf erklärte der allseits geliebte Minister Schäuble, dann würde dies eben nun per Gesetz beschlossen

Ein Tag später wurde durch eine Internet-Zeitung bekannt, in Hamburg wurde bereits ein Verdächtiger geschaffen, in dessen Computer Unbekannte (durch einen Trojaner oder eine vergleichbare Technik) kriminelle Aktivitäten eingepflanzt hatten. Anschließend wurde der Computer von der Polizei in einer Hausdurchsuchung beschlagnahmt und es wurden Beweise für eine Straftat in den Computer eingeschleust. Das Unterschieben der Straftat kam nur heraus, weil man technisch nicht völlig sauber vorgegangen war und ein unabhängiger Gutachter dies herausfand.

Wie der Zufall es will (es mag auch kein Zufall sein), ist unser lieber Bundesschäuble bei der gleichen Partei, die anscheinend beim Unterschieben jener Straftat involviert war.

Die schweizerische Internet-Zeitung „Journalismus – Nachrichten von heute“, berichtete am 5. Februar 2007 also einen Tag später, über das Unterschieben von gefälschten Verdachtsmomenten durch eine Art von Trojaner bzw. vergleichbare Technik, der auf dem Computer des Opfers offenbar Faxe verfasst und abgeschickt hat.

Die Geschichte ist, wie sie dort berichtet wird, in etwa folgende: Der Hamburger Journalist, Photograph, Filmregisseur, Kameramann, Komponist und Bildkünstler Harald Haack geriet aus Gründen, die man nur vermuten kann, in das Visier einer Gruppe von Personen, die ihm schaden wollten. Nach seiner Aussage besteht zwischen diesen Personen wahrscheinlich der Zusammenhang, dass sie in Hamburg und Umgebung in der CDU sind.

Nun geschah es im Jahre 2003, das in Timmendorf an der Ostsee ein Junge entführt worden war oder jedenfalls bei der Polizei eine Vermisstenmeldung für den Jungen vorlag (der Fall „Alexander“). Offenbar befürchtete man, ein Kinderschänder könnte sich an ihn herangemacht haben.

Da kamen bei einer Lübecker Tageszeitung drei Faxe an, in denen eine anonyme Person (allerdings ohne das Absendertelefon unkenntlich gemacht zuhaben) das CDU-Mitglied W. anklagte, den Jungen in seiner Nienburger Ferien-Wohnung gefangen zu halten. Von der Zeitung wurde die Polizei benachrichtigt, die denn auch dorthin fuhr, die Wohnung aufbrach und feststellte, dort war niemand, weder der Eigentümer noch der Junge.

Dann begann die erste verdächtige Unregelmäßigkeit: Der leitende Fahnder, Kriminalhauptkommissar S., der ja immer noch von der Möglichkeit ausgehen musste, der Inhaber der Wohnung W. könnte der Entführer sein, rief diesen an, um ihn vom Aufbrechen der Wohnung zu berichten. Es besteht die Vermutung, auch er ist in der CDU. Sollte er eventuell alle Pflichten vergessen haben, um den Parteifreund zu unterrichten? Kann ja wohl nicht wahr sein!

Dann die zweite Unregelmäßigkeit. Der unschuldig Beschuldigte W. sagte dem Kriminalkommissar, die Faxe mit der falschen Anklage kämen von Harald Haack, der im gleichen Gebäude wie er wohnt. Dies geht aus der Ermittlungsakte hervor. Wie konnte der Mann wissen, die Telefonnummer auf dem Fax, das er gar nicht gesehen hatte, war die von Harald Haack? Auch Kommissar S. hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht nachgeprüft, welche Telefonnummer auf den Faxen stand.

Die Kenntnis des Zusammenhangs mit Harald Haack konnte zu diesem Zeitpunkt nur jemand haben, der entweder selbst den Trojaner (bzw. vergleichbare Technik) eingeschmuggelt hat oder Teil einer kriminellen Vereinigung ist, die dies getan hat.

Das war es nämlich, was sich herausstellte: Der Junge tauchte wieder auf, er war gar nicht entführt worden, der W. war unschuldig und die Nummer auf den drei Faxen war die von Harald Haack, eingeschmuggelt über den Computer oder über ein kleines Gerät an der Telefonleitung ausserhalb der Wohnung.

Nun wurde eine Untersuchung gegen Harald Haack wegen Diffamierung und falscher Anklage eröffnet. Man verhörte ihn hochnotpeinlich in seiner Wohnung und beschlagnahmte seinen Computer. Da er kein Faxgerät besaß, konnten die Faxe nur von seinem Computer gesandt worden sein. Das ISBN hat eine Faxfunktion, die unter bestimmten Umständen aktiviert werden kann. Allerdings hätte schon auffallen müssen: Ein Mann, der bereits mit der Tätigkeit als Filmregisseur bewiesen hatte, Perfektionist zu sein, hätte nie vom Computer solche Faxe geschickt, wenn er doch wusste, dass seine Fax-Funktion im Computer die Absender-Nummer mitschicken würde.

Die Faxe würden anhand der Spuren, die alle Aktivitäten im Computer hinterlassen, leicht nachzuweisen sein. Tatsächlich, nach kurzer Zeit bekam Harald Haacks Anwalt die Nachricht, auf dem Computer hätten sich die Spuren des Versendens dieser Faxe gefunden. Harald Haack fand auch auf seiner Telefonrechnung die Abrechnung über drei Faxe an jene Lübecker Tageszeitung. Damit war der Verdacht konkret geworden, die Lübecker Staatsanwaltschaft eröffnete ein Strafverfahren gegen Harald Haack.

Da nun Harald Haack aber wusste, er hat die Faxe nicht geschrieben, beantragte er bei der Richterin in seinem Verfahren, einen Computersachverständigen einzuschalten, der dies im Computer überprüfen sollte. Als Sachverständiger wurde Prof. Klaus Brunnstein von der Uni Hamburg beauftragt. Das hat Harald Haack wahrscheinlich vor einer empfindlichen Strafe gerettet.


Ausschnitt aus dem Brunnstein-Gutachten

Die Untersuchungen von Prof. Brunnstein am verdächtigen Computer dauerten über ein Jahr. Das Ergebnis lässt selbst einem lebenserfahrenen Menschen wie dem Berichterstatter die kalten Schauer über den Rücken laufen: Tatsächlich finden sich Spuren dieser Faxe auf dem Computer, aber die sind alle nach der Beschlagnahme dorthin gekommen, also von der Polizei in den Computer eingeschleust worden.

Gleichzeitig wurden entlastende Anzeichen vom Computer gelöscht. Zu jenem Zeitpunkt hatte Harald Haack nämlich mehrmals Trojaner auf seinem Computer gefunden und gelöscht. Dies wurde aus dem Computer entfernt – ebenfalls mit einem Datum nach der Beschlagnahme. Wenn es aber die Polizei war, die solche falschen Spuren im Computer gelegt hat und andere Spuren getilgt hat, so muss man auch vermuten, sie war an dem Eindringen mit einem Trojaner (oder vergleichbarer Technik) beteiligt oder wusste jedenfalls davon.

Der Berichterstatter war hierüber entsetzt, er wollte es genau wissen. Im Gespräch mit einem Computerfreak hier in Brasilien konnte er klären, ja, diese technischen Möglichkeiten bestehen wirklich. Trojaner können in jeden Computer eingeschleust werden, der am Internet ist und sie können Aktivitäten in den Computer bringen und dokumentieren, von denen der Besitzer keine Ahnung hat. Auch das Schicken von Faxen mittels eines Geräts an der Telefonleitung gehört zu diesen Möglichkeiten.

Um ganz sicher zu gehen, wurde auch noch das Brunnstein-Gutachten von Herrn Haack angefordert und studiert. Es steht dort wirklich drin, was berichtet wurde.

Das eröffnet nun allerdings Möglichkeiten eines Polizeistaates, die einem wirklich die Haare zu Berge stehen lassen. Innen-Schäuble lässt per Gesetz den Gebrauch des Bundestrojaners beschließen und mit diesem kann dann auf jedem unserer Untertanen-Computer alles installiert werden, was man uns zur Last legen will.

Ein unbequemer Journalist, der vielleicht die Wut einiger CDU-Leute auf sich gezogen hat (er hat zum Beispiel über rechte Geheimorganisationen geschrieben – hier„>hierentkam einer schweren Bestrafung nur, weil die Richterin eine zusätzliche Untersuchung des Computers durch einen unabhängigen Gutachter anordnete.

Was wird dann mit anderen Oppositionellen geschehen, in deren Computer weit grössere Verbrechen eingepflanzt werden (z.B. die „Beweise“, dass einer Kinderpornographie produziert hat?)

Schöne neue Welt des Herrn Schäuble.

Aktenzeichen des Lübecker Amtsgerichts:
63 Ds 706 Js 101113/03 (579/03)

Harald Haack: Ein krimineller Fall von Beweisunterschiebung

telepolis: Wie verlässlich sind digitale Beweise?

Chaos Computer Club e.V. – BGH-Entscheidung zur Online-Durchsuchung: Schnüffeln auf privaten Rechnern

Indymedia (03/2003): Überfall von zivilen Mitarbeitern der Mordkommission

Dieser Artikel erschien erstmalig bei der Berliner Umschau und bei Karl Weiss

vermischtes

„Alles Werbung“ beim Wiener Opernball

Malte Olschewski – Es locken erigierte Objektive! Dieses lodernde Feuer aus Blitzlicht ! Und die Trommelwirbel klickender Kameraverschlüsse! Ein Ozean an Aufmerksamkeit wogt an die Feststiege heran, über die erlesene Gäste den Wiener Opernball betreten. Da müsste sich doch das eine oder andere Produkt ins Bild schieben lassen. Warum nicht auch hier Werbung, wo doch auch sonst überall Werbung ist. Der Wiener Opernball läuft in Gefahr, von den Begehrlichkeiten der Konsumgüterwerbung überlagert, ausgesaugt und schliesslich verschlungen zu werden. „Skandalita“ Paris Hilton wirbt für einen Baumeister und gleichzeitig für Prosecco in Dosen. „Senator“ Gerhard Bartosch tritt am Ball der Bälle nachhaltig für die Ukraine ein. Staatsoperndirektor Ioan Holender wirbt für Wiener Kutschtransporte. Der Ball als Stelldichein für „Schön und Reich“ versinkt im Lärm der Reklame. „Alles Werbung!“ sollte es daher heissen und nicht: „Alles Walzer!“


Künstlergruppe will den Hinterteil der „Skandalita“ Paris Hilton in Gips giessen.

Eine Kutsche fuhr am 15.2. abends an der hell erleuchteten Oper vor. Der Herr Direktor sass neben dem Kutscher, um die feurigen Rosse zu zügeln. Dem Gefährt entstieg die russische Diva Anna Netrebko. Pferde, Direktor und Diva wollten die Medien nur von Baumeister Richard Lugner alias „Mörtel“ ablenken, der in Begleitung Paris Hiltons alles Blitzlicht auf sich zu ziehen suchte. Opernchef Holender hatte in diesem Jahr eine Gegenstrategie entwickelt. Lugner pflegt seit 1992 beim Opernball mit einem gut bezahlten Stargast über die Feststiege in seine Loge zu ziehen, wobei sich Fotografen regelmässig um die besten Positionen prügeln und die Ablichtung anderer hoher Gäste vergessen.

Richard und Christine Lugner hatten als Königspaar des Sozialpornos den Opernball als Projektionsfläche entdeckt, um ins Zentrum der explosionsartig angewachsenen Society-Berichterstattung zu gelangen. Schon in den Wochen vor dem Opernball sind die Zentralorgane der Selbstdarstellung wie die „Seitenblicke“ im ORF und „High Society“ in ATV mit der bangen Frage beschäftigt, wen die Lugners wohl diesmal gegen ein unbekanntes Honorar einladen werden. Für den 15.2.2007 hat der Baumeister mit der Hotelerbin und notorischen Skandalnudel Paris Hilton einen Vertrag abgeschlossen, der sie rund um den Ball ein umfangreiches Werbeprogramm absolvieren lässt. Richard Lugner versteht es, aus der Identität seines Gastes und aus der Bekanntgabe des Namens einen Spektakel zu machen. Das wird dann von Lugners Schildknappen am Boulevard zu einer Schicksalsfrage des ganzen Landes aufgebauscht. Durch das Rätselraten kommt „Mörtel“ öfter als sonst in die Medien, was Sinn und Zweck seines gesamten Daseins zu sein scheint.

Unablässig penetriert er willig hinsinkende Formate und gern sich öffnende Zeitungsspalten. ATV widmet ihm die Serie „Die Lugners“, die praktisch nur aus einem verlängerten Ehestreit zwischen „Mörtel“ und Gattin Christine, auch „Mausi“, besteht. Da die Kameras beim Ball gern in Lugners Loge lugen, inszeniert er mit seinen Gästen jedes Mal eine Oper in der Oper. Immer wieder kam es seit 1992 bei Walzerklängen zu medienpolitisch segensreichen Zwischenfällen. 1993 sass Joan Collins bei den Lugners.

Das „Denver-Biest“ trank nur Mineralwasser und litt an Angst, am Ball der Bälle vergiftet zu werden. 1994 schritt Ivana Trump, Ex-Gattin eines US-Immobilienmoguls, am Arm Lugners über die Feststiege. Hierbei kam es erstmals zu einer Rauferei unter Fotografen. Schon im folgenden Jahr stieg jemand so heftig auf Sophia Lorens Kleid, dass die alte Dame fast mit ihrem gesamten Volumen im Freien stand. 1996 wurde die Sängerin Grace Jones bei innigem Kontakt mit einem Nebendarsteller im Hintergrund der Loge ertappt. Der vertraglich gesicherte Walzer mit „Mörtel“ wurde zu einem Horrordreh. Es folgten Sarah Ferguson und das ehemalige Sexsymbol Raquel Welch. Faye Dunaway kollidierte 1994 mit Dolly Buster. Es kam die unvermeidliche Nadja Abdel Farang. Dann erschienen Farah Fawcett, Claudia Cardinale, Pamela Anderson und so weiter. Als Lugner 2006 mit Starlet Carmen Electra am Arm über die Feststiege einzog, stiess er in einem grossen Spektakel mit Bundespräsident Heinz Fischer zusammen.

Da „Mörtels“ Mädchen medial dominieren, sollte diesmal eine prächtige Kutsche von wogenden Busen ablenken. Da aber in Österreich auch die Kutsch- oder Fiakerfahrt staatlich geregelt ist, meldete sich die „Bun-desstelle für Reiten und Fahren“. „Bundesfahrreferent“ Wolfgang Czar fuhr dem Staats-operndirektor in die Zügel. Sooo….könne das nicht gehen. Hier müsse von Amts wegen eingeschritten werden. Für das Kutschieren von Pferden sei ein „Befähigungsnachweis“ notwendig. Nur eine „solide Ausbildung“ könne verhindern, dass die Pferde vor der hellerleuchteten Oper scheuen und samt Diva und Direktor durchgehen würden. Es meldete sich bald der Innungsmeister der Wiener Kutscher, Andreas Czurda. Er wolle dem Operndirektor einen „erfahrenen Fiaker“ an die Seite setzen, womit die Vorfahrt und der Schachzug gegen Lugner nun doch gelungen sind.

Lugner pflegt nicht nur den Opernball, sondern sein ganzes Leben über die Fernsehformate „Seitenblicke“ und „High Society“ abzuwickeln, die von den Printorganen „TV-Media“ und „News“ flächendeckend ergänzt werden. Hier hat sich ein geschlossenes Universum mit rund hundert Protagonisten und Fratzen entwickelt. Der Kult um sogenannte „Promis“ ist eines der widerlichsten Symptome im Karzinomkapitalismus. In Österreich blühen seine Geschwüre wegen der grossen Anhängerschaft des österreichischen Nationalsports, des Neides, besonders farbig. Die Gewinner zelebrieren laut lachend ihren Sieg, während die Verlierer in hellen Scharen in die Röhre schauen und gelb im Gesicht werden. Man könnte durchaus eine Relation herstellen zwischen der Verarmung von immer mehr Menschen und der Zahl jener Sendungen und Formate, die den sozialen Neid ansprechen.

Das Personal in diesem dauerhaften Sozialporno tummelt sich bei Reklamefesten. Mitglieder des geschlossenen Universums werden nach Einschub des zu bewerbenden Artikels bei Einnahme teurer Speisen und Getränke observiert. Dabei dürfen sie ein paar Worte absondern, doch will ihnen nur selten ein zusammenhängender Satz gelingen. Sie glucksen und stottern. Dann lachen sie und reissen dabei die Münder auf, sodass man ihre Gaumenzäpfchen baumeln sieht. Beim Opernball steigen sie wie Sektperlen an die Oberfläche der Live-Übertragung im ORF. Das unvermeidliche Moderatorenpaar Arabella Kiesbauer und Alfons Haider sucht ihnen schon seit Jahren mit sinnlosen Fragen sinnvolle Sätze zu entlocken. Wie üblich waren auch diesmal qualvolle Interviews abgewickelt.

Nicht unerwähnt sollte dabei bleiben, wer Arabella mit 65 Meter „roter Seide“ eingekleidet hatte. Wie üblich glitzerten Orden auf Frackbrüsten. Wie schon immer klirrten und klangen die Champa-gnergläser. Das Fernsehen lugte lüstern in die Logen und nannte Namen. Immer wieder war und wird zu erfahren sein, wer für welchen Konzern und für welches Produkt die eine oder auch die andere Loge angemietet hatte.

Der Opernball wird immer mehr eine Arena, in der klassische Vertreter des kulturellen Establishments gegen Parvenüs antreten, die wie Lugner oft nur über Entblössung, Geschwätz und Eitelkeit nicht einmal emporgekommen, sondern nur die die Medien gekommen sind. Es mehren sich die Gäste, die den Ball zu einer Bühne der Selbstverwirklichung oder zu schlichter Produktwerbung degradieren. Im Jahr 2000 geschah es sogar, dass ein als Hitler verkleideter Schauspieler über die Feststiege schreiten wollte. 2007 hat sich schon im Vorfeld des Balles eine widersprüchliche Polka um Prosecco-Dosen entwickelt.

Der Hotelier Gün-ther Aloys hat die alleinige Konzession für dieses schlabbrige Getränk erwoben, das in goldfarbenen Blechdosen abgefüllt wird. Da er auch Paris Hilton als Werbeträger unter Vertrag hat, wird eine Kollision zwischen Blech und Mörtel, zwischen Hotelier und Baumeister befürchtet. Der historische Sektlieferant des Balles hat protestiert und eine grössere Aktion für den Dosenprosecco verhindert. Diesmal zitterten die Veranstalter davor, dass Paris Hilton auch in den heiligen Hallen hoher Kunst ihrem Hobby huldigen und ihren Verzicht auf Unterwäsche beweisen könnte. Und die Medien fassten zusammen: „Mit Döschen und ohne Höschen!“. Ob nun Paris Hilton im Hintergrund der Loge tatsächlich das Ballkleid gehoben und ostentativ aus einer Prossecodose genuckelt hat, darüber spekulierten die Buntmedien schon vor dem Ball.

In früheren Jahren war der Ball als ein Gipfel von „Reich und Schön“ durch Demonstranten bedroht. „Opernballkawalle“ wurden beinahe zu einer Institution wie der Ball selbst. In den letzten Jahren gab es kaum mehr Demonstrationen. Es ist ein Zug der Zeit, dass nur noch Jubel und grosse Bejahung herrschen. Daher drängen sich zahllose Trittbrettfahrer um den Ball. So hat sich eine Künstlergruppe angemeldet, die den Hinterteil der Paris Hilton in Gips giessen will. Fans und Freaks wollen sich vor dem Ball zu einer Autogrammstunde versammeln.

Eine Popgruppe wird versuchen, Paris Hilton ein Ständchen zu bringen, das sich auf die beiden Worte „Happy Birthday“ beschränkt. Die Skandalnudel hat nämlich um den Opernball herum Geburtstag. Am 17.2.1980 begann ein negativ exemplarisches Leben. Paris Hilton musste nur zur rechten Zeit, im richtigen Alter, an bestimmten Orten und diese oder jene Körperteile entblössen, um in den Himmel der Medienaufmerksamkeit zu kommen.

vermischtes

Afghanistan im Griff der Parfüm-Industrie?

Harald Haack – Rosen statt Opium, sagt die Deutsche Welthungerhilfe. Der Vorschlag könnte eine Alternative zum Mohn-Anbau in Afghanistan sein. Weg vom Rauschgift und hin zum Duft der heiligen Blume des Propheten? Statt der Mohnpflanze sollen Angaben der Deutschen Welthungerhilfe in Bonn 360 Bauern in der ostafghanischen Provinz Nangarhar Damaszenerrosen anbauen. Ein lukratives Geschäft, besonders für die Parfümindustrie: In Afghanistan könne ein Liter Rosenöl im Wert von rund 5.000 Euro pro Hektar erzielt werden.


Koshima Aki fotografierte diese gelbe Rose auf dem Grab von Jim Morrison, Friedhof Père-Lachaise, Paris.
Copyright by Koshima Aki © 1999-2007 by Koshima Aki. Alle Rechte vorbehalten.

Wenn der Prophet des Islam gewusst hätte, dass der Rosenduft tückisch sein kann und in der Lage ist Menschen in ihrer Gesundheit dauerhaft zu schädigen, so hätte er sich sicherlich eine andere Blume ausgesucht. Rosen produzieren nämlich etwas, was Chemiker als „Apfelester“ bezeichnen und Biologen und Mediziner fürchten. Es ist eines der stärksten Allergene, die die Natur hervorbringt. Eine damit verwandte synthetische Variante ist übrigens Essigsäureethylester, dessen Dünste typisch für einen berühmten Alleskleber in gelber Tube sind. Und längst existieren auch von Apfelester synthetische Nachahmungen, die so perfekt gelungen sind, dass sie sogar deren allergische Wirkung nicht nur besitzen, sondern um ein Vielfaches stärker ist als das was die Natur in den Rosen produzieren könnte.


Noch im 19. Jahrhundert galt Opium als Allheilmittel, ebenso wie zermalene Mumien, „Carput Mortuum“ genannt. Heutzutage dichtet die Parfüm-Industrie Parfümen und auch „Rosenwasser“ wundersame Wirkungen an. „Duft-Therapien“ werden unter dem Label „Wellness“ unter die Leute gebracht, um den Verkauf von Parfüm konstant zu halten, denn inzwischen hat es sich herum gesprochen, dass viele handelsübliche Markenparfüme gesundheitsschädlich sind.

Vielleicht mag dies der Grund dafür sein, dass die Parfüm-Industrie, die EU-Chemikalienverordnung REACH im Nacken, mit dem natürlichen Apfelester liebäugelt.

Über REACH schreibt der Präsident des Umweltbundesamtes, Prof. Dr. Andreas Troge:
Im Zuge des neuen EU-Gesetzesvorschlag zur Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien (REACH) wird derzeit in Europa sehr intensiv über einen neuen Umgang mit Chemikalien diskutiert. Das Ziel der EU-Kommission ist es, Mensch und Umwelt besser als bisher vor möglichen Risiken beim Umgang mit Chemikalien zu schützen. Schließlich kommen wir nahezu überall mit ihnen in Kontakt – sei es im Beruf oder im privaten Umfeld, in Baustoffen, Kunststoffen, Möbeln, Farben, Reinigungsmitteln, als Lösemittel, Zusatzstoffe oder Weichmacher – Chemie ist überall, ohne sie ginge Vieles nicht, wäre Notwendiges und Erwünschtes nicht möglich. Die Frage stellt sich: Wie lässt sich das Risiko für Gesundheit und Umwelt, das die Produkte gleichzeitig in sich tragen können, vermindern?

Wie wäre es in unserer Überflussgesellschaft ausnahmsweise einmal mit dem Weglassen, denn weniger ist oft mehr. Weniger Parfüm beispielsweise. Sie müssen sich nicht mit Parfüm überschütten und einkleistern, um zu duften. Schon mit einem Tropfen Parfüm erzielen Sie die volle Wirkung eines Parfüms – und können Ihre Gesundheit nachhaltig schädigen. Und wer sagt denn, dass das Böse bestialisch nach Schwefelwasserstoff stinkt? Heutzutage schmückt sich der Teufel mit chemie-katastrophen-roten Haaren, duftet penetrant nach Rosen und verpestet die Umwelt. Besonders islamistische Terroristen wissen Parfüme zu schätzen und duften sich ein. Nicht etwa, um als Duftbombe in den Himmel zu kommen, sondern um die Nasen von Sprengstoffspürhunden zu verwirren.

Israel und Brasilien sollen Probleme mit dem Duft ihrer in Massen produzierten Rosen haben, wie der Deutsche Floristenverband vor einigen Jahren berichtete. Damit die Rosen duftend in europäische Blumenläden verkauft werden können, werden sie künstlich beduftet – mit dem synthetischen Apfelester. Der Verband beklagte die hohe Krankenrate von Blumenbinderinnen erklärte dies mit den israelischen und brasilianischen Rosen, die außerdem nicht nur den künstlichen Rosenduft enthielten, sondern auch Pestizide und Herbizide. Der Verband riet Kunden im Winter auf andere Blumen als Rosen auszuweichen.

Vielleicht ja wird es bald auch Rosen aus Afghanistan in den europäischen Blumenläden geben – aber nur, wenn sich die Parfüm-Industrie nicht alle dort angebauten Rosen krallt.

Parfüm und Weichmacher im Gehirn
Alle Jahre wieder stinkt Ihr wieder

Unkategorisiert

HARARE-MALABO – Das Ende einer Söldnerkarriere

Dr. Alexander von Paleske – Übermorgen, am 15. Februar 2007, blickt die englische Presse wieder gespannt nach Zimbabwe, nicht dass sie an der trostlosen Lage der Bevölkerung Anteil nimmt, oder vielleicht ein Regierungswechsel ansteht, nichts von alledem.

Eine Reise ohne Rückfahrkarte auch für einen Deutschen
Vor dem Magistrates Court, vergleichbar mit dem Landgericht in Deutschland, wird über das Auslieferungsbegehren Äquatorial Guineas verhandelt. Ausgeliefert werden soll ein englischer Söldner namens Simon Mann, der bereits 3 Jahre im ungemütlichen Chikurubi Gefängnis von Harare verbracht hat. Er soll der Drahtzieher des fehlgeschlagenen Putsches im ölreichen Äquatorial Guinea am 7.3.2004 gewesen sein.


Sträfling Simon Mann

In der Gerichtsverhandlung wird auch das Schicksal des Deutschen Gerhard Merz zur Sprache kommen, der in den Putsch verwickelt war und dort offenbar zu Tode gefoltert wurde und am 17.3.2004 starb, ohne dass dies das Deutsche Auswärtige Amt größer interessiert hätte.

Gerhard Merz war, wie berichtet, auch in den von Israel und Grossbritannien organisierten Transport von Massenvernichtungswaffen in den Iran involviert gewesen, mit Billigung des israelischen Geheimdienstes und offenbar auch des Bundesnachrichtendienstes. War er ein BND-Agent, den man in Malabo hat „absaufen“ lassen?

Und so hat sich dann Amnesty International der Sache angenommen und schwere Anschuldigungen gegen die despotische Regierung des Obiang Mbasogo Nguema erhoben. Denn eine Auslieferung in ein Land, in dem justizmäßige Mindeststandards nicht eingehalten werden und Folter nicht unbekannt ist, wird als unzulässig angesehen. Auch dürfte das Ausheben von Gräbern während der Gerichtsverhandlung und vor einer Urteilsverkündung nur von Zynikern als gute Vorausplanung angesehen werden.

Rückblick auf eine Söldnerkarriere
Simon Mann ist nicht irgendwer, er ist der Spross einer englischen Bierbrauerfamilie und sein Vater war einstmals Captain der britischen Cricket-Mannschaft.

Mann diente nach dem Schulbesuch in der Eliteschule Eton zunächst für Königin und Vaterland in der britischen Armee, bevor er zu den Spezialtruppen der SAS wechselte, vergleichbar der GSG 9 in Deutschland. Aber als dieser Job nicht mehr aufregend genug war, begann er seine Söldnerkarriere, die ihn schließlich zu einem Gefängnisgast von Robert Mugabe werden ließ.

In Sierra Leone, Angola und auf der anderen Seite des Globus in Papua Neu Guinea war er in den 90er Jahren zu finden, wenn Regierungen oder ehemalige Regierungen eine Schlägertruppe suchten, die in seinem Fall aus ehemaligen Apartheidsoldaten aus den berüchtigten Killereinheiten wie den Reconnaissance-Kommandos, dem Civil Cooperation Bureau, der 44 Parachute Brigade oder dem Buffalo Batallion bestanden – gegen Bares oder gegen Schürfrechte von Öl und Diamanten.

Boss dieser ganzen Truppe, die sich in Südafrika erst Executive Outcomes nannte und später nach einem Vollwaschgang Sandline hiess, war ein gewisser Tony Buckingham, Nummer 244 der Reichenliste im Vereinigten Königreich, der auch Inhaber und CEO der Ölfirma Heritage Oil ist. Er schürft zu Zeit in Oman, Angola, Uganda und im Irak.

Buckinghams erster Offizier im Söldnergeschäft war der Obersöldner Tim Spicer, der zur Zeit alle Söldner im Irak kommandiert, dank einer 293-Millionen-Dollar-Spritze seitens des Pentagons. Zweiter Offizier war Simon Mann, der zwischendurch auch mal als Schauspieler in dem Paul Greengrass Film über den Blutsonntag in Nordirland einen Britischen Kommandeur spielte.

In Äquatorial Guinea sollte für eine ganze Meute von britischen High-Society-Mitgliedern nach einem erfolgreichen Putsch das Geld richtig fließen, unter ihnen Lord Archer, ehemaliger Chef der Konservativen, der gerade eine Gefängnisstrafe wegen Meineids und Behinderung der Justiz abgesessen hatte, aber weiter Mitglied des britischen Oberhauses ist. Auch natürlich ganz vorne mit dabei, der Sohn und Tunichtgut Sir Mark Thatcher, der Sohn der Eisernen Lady.

Der Rest der Geschichte ist bekannt, es ging schief, man erwartetete die Söldner bereits in Harare, wo Waffen aufgeladen werden sollten, und dort blieben sie auch, die einen kürzer, Mann etwas länger.

Mugabes Regierung wurde Dank gezollt, von Diktator zu Diktator und das in Zimbabwe äußerst knappe Öl begann zu fließen, von Äquatorial Guinea nach Harare. Afrikanische Solidarität, die sonst so wenig zu finden ist.

Werden die weiteren Drahtzieher genannt?
Wenn Mann ausgeliefert wird, dann wird er vermutlich sein Schweigen brechen, er war wohl davon ausgegangen, dass die Blair-Regierung ihn da herauspaukt. Denn immerhin ist einer der Coupisten, Elil Calil, ein Freund von Peter Mandelson, dem jetzigen EU-Kommissar, der trotz all seiner Skandale im Vereinigten Königreich weiterhin zu den engen Freunden Tony Blairs zählt. Und dann könnte es für die britische Regierung noch einmal eng werden, denn Blairs Mannschaft wurde zwei Monate vor dem Putsch detailliert informiert.

Wollte man selbst dort mitmischen? Die ehemalige Kolonialmacht Spanien unter dem damaligen Regierungschef Aznar, war offenbar knietief involviert.

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Hamburg und die „urbane Renaissance“

Harald Haack – Der Chef der HafenCity Hamburg GmbH, Jürgen Bruns-Berentelg, will sich die „gute Stimmung“ nicht vermiesen lassen. In Hamburg beginnt nämlich die Hafen-City-Ausschreibung für das Kreuzfahrt-Center. Es sei eine „einzigartige Erfolgsgeschichte für Hamburg und international bereits Vorbild für Großprojekte urbaner Renaissance“ behauptet er.

Viel Geld steht auf dem Spiel. Deshalb muss er auch von „Erfolg“ reden. Er kann wohl nicht anders, selbst wenn er ehrlich sein wollte. Doch die Luft in der Hafen-City wird von Ozeanriesen wie die „Queen Mary 2“ verdreckt und mit Schadstoffen belastet, wenn sie im Hamburger Hafen am Kreuzfahrtterminal festgemacht haben.

Kein Problem für Jürgen Bruns-Berentelg. Dann müssen die Gebäude rund ums Kreuzfahrtterminal eben mit einer Filteranlage ausgestattet werden, sagte er einer privaten Hamburger Rundfunkstation.

Warum schlägt er das nicht der EU vor? Anstatt die Schadstoffbelastung, wozu u.a. anderem Feinstaub und Kohlendioxyd zählen, zu reduzieren, könnten man Hauseigentümern künftig den Einbau von Filteranlagen zur Filterung der Außenluft auferlegen. Und weil die Außenluft dann bald so verdreckt sein könnte, dass man kaum noch die Hand vor den Augen sehen wird, bräuchten Häuser keine Fenster mehr. Durch Fenster geht sowieso die meiste Energie flöten – im Sommer wie im Winter.

Ein Schildbürgerstreich?


An der Ecke Grosser Grasbrook/Am Sandtorkai vor ca. einem Jahr. Die Straße „Grosser Grasbrook“ hieß damals noch „Kibbelsteg“


Die selbe Straßenecke im Februar 2007. Die vor einem Jahr noch neu verlegte Geh- und Radfahrwegspflasterung wurde ausgetauscht und sämtliche jungen Bäume entfernt.


„Urbane Renaissance“ am Sandtorhafen: Grün nur noch dort, wo es als Gag verstanden wird.


Triste neue Welt Hafen-City – am Sandtorhafen.
Alle Fotos: Copyright © 2007 by Harald Haack

Das Hamburger Abendblatt schreibt: „Besonders froh ist der HafenCity-Chef über den viel früher beginnenden Bau der Grundschule. Damit entstünde ein ‚sozialer Knoten‘. Bruns-Berentelg hofft, dass auch die Turnhalle errichtet wird.“

Ich befürchte, da wird es ganz andere Knoten geben, wenn die lieben Kleinen auf dem Schulhof den Abgasen der Ozeanriesen ausgesetzt sind; es sei denn, es gebe keinen Pausenhof unter freiem Himmel, sondern eine große Halle mit schicken Läden. Irgendwie müssen die Neuen Menschlein doch auf die „urbane Renaissance des Neoliberalismus“ vorbereitet werden. Atemberaubend neue Welt!

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Dicke Luft – EU-weites Hafenverbot für „QM2“?

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Iranischer Chef-Unterhändler Ali Laridschani zu Gesprächen in Bern

Bern – Der iranische Chef-Unterhändler für das Atomprogramm, Ali Laridschani, hat sich in Bern mit Aussenministerin Micheline Calmy-Rey getroffen. Nach Angaben des EDA fand ein Austausch von Positionen und Informationen zu Irans Nuklearfrage statt.

Sie habe die Position der Schweiz noch einmal deutlich gemacht, sagte Calmy-Rey vor den Medien: Eine Nutzung der Atomtechnologie ausschliesslich zu friedlichen Zwecken und eine diplomatische Lösung des Atomstreits mit dem Iran.

Im Einklang mit dem Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NPT) anerkenne die Schweiz das Recht jedes Staates, Nukleartechnologie friedlich zu nutzen, und lehne jede Form der Weiterverbreitung von Nukleartechnologie strikte ab, heisst es in einer Mitteilung des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

Calmy-Rey habe den Iran aufgefordert, in Bezug auf sein Nuklearprogramm die grösstmögliche Transparenz zu zeigen. Gleichzeitig habe die EDA-Vorsteherin in dem informellen Gespräch mit Laridschani betont, dass alles getan werden müsse, um die Verhandlungen wieder aufzunehmen.

Laridschani, Generalsekretär des nationalen Sicherheitsrats im Iran, war im Juli vergangenen Jahres schon einmal von Calmy-Rey in Bern empfangen worden – anlässlich seiner Europareise.

Nach Angaben eines Sprechers des iranischen Aussenminsteriums wird in Iran ein Vorschlag der Schweiz zur Lösung des Streits um das iranische Atomprogramm diskutiert.

Dieser sehe eine Fortsetzung der Arbeit an der Urananreicherung für Forschungszwecke vor – jedoch ohne dass die bereits vorhandenen Gaszentrifugen mit Uran-Hexafluorid gefüllt würden, hiess es im iranischen Fernsehen.

Wie das iranische Fernsehen weiter berichtete, will Laridschani, der auf dem Rückweg von der Münchner Sicherheitskonferenz ist, in Wien den Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Mohamed al-Baradei, treffen.

Dem Iran drohen Sanktionen, sollte er bis zum 21. Februar die Anreicherung von Uran nicht beenden. Der Westen – vor allem die USA – fürchtet, dass das Land den Bau von Atomwaffen anstrebt.