Krieg

Nordkorea – Heizöl und Strom gegen Atom-Stopp

onlineredaktion – Nordkorea hat offensichtlich kalte Füße gekriegt. Million Tonnen Heizöl, ein Million Kilowatt Strom und noch vieles mehr soll das Land kriegen, wenn es seine Nuklearanlagen schließt und Inspektionen durch die Internationale Energiebehörde zu lässt, und Nordkorea signalisierte bereits zustimmen zu wollen.

Der US-Chefunterhändler Christopher Hill sagte am Dienstag, Nordkorea habe allen Punkten des Entwurfs zugestimmt. Damit stünden die Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm wahrscheinlich kurz vor einem erfolgreichen Abschluss. Er zeigte sich zuversichtlich, dass auch die beteiligten Regierungen die ausgehandelten Details absegnen würden. Japans Außenminister Taro Also wies allerdings darauf hin, es handele sich lediglich um einen ersten Schritt.

Es sollen Arbeitsgruppen geplant sein, in denen über weitere Schritte zum Abbau des Atomwaffenprogramms, Wirtschaftshilfen, eine Normalisierung der Beziehungen sowie einen Friedensvertrag für die koreanische Halbinsel diskutiert werden soll.

Nordkorea hatte im vergangenen Jahr angeblich einen atomaren Sprengsatz getestet und war dafür von der UNO mit Sanktionen belegt worden. Selbst China, der engste Verbündete Nordkoreas, hatte verärgert reagiert.

Krieg

„Teurofigther“ im „Wienergate“

Malte Olschewski – Mit dem Einbruch in den Parlamentsklub der grünen Partei hat das Schmierentheater um den Ankauf der Kampfflugzeuge vom Typ „Eurofighter“ durch die Republik Österreich seinen Höhepunkt erreicht. Ein Untersuchungsausschuss des Nationalrates ermittelt seit zwei Monaten in der Frage, ob bei dem Kaufpreis von 1,959 Milliarden Euro samt heimlicher Zusatzkosten von 233 Millionen nicht doch Gelder an Privatpersonen und Parteien geflossen sind, zumal in Österreich noch kein grösserer Waffenkauf ohne Zahlung von Schmiergeldern abgelaufen ist. Erst recht nicht bei der unnotwendigen Anschaffung der „Teurofighter“, wie sie der Volksmund nennt.

Nach bisherigen Definitionen ist ein Staat nur dann ein Staat, wenn er die Souveränität über sein Gebiet ausübt. Das bedeutet auch die Herrschaft und Kontrolle des Luftraumes. Doch werden mit der EU-Mitgliedschaft immer mehr Souveränitätsrechte an Brüssel abgetreten. Warum, so fragen die Kritiker, kann man dabei nicht auch die nachrangigen Souveränitätsrechte im Luftraum an die EU abgeben. Es droht kein Angriff der Luftwaffe des Fürstentums Liechtenstein, während bei dem Vertrauensverhältnis zwischen Wien und Berlin die deutsche Luftwaffe im Auftrag Brüssels ruhig ein paar Minuten länger fliegen und den Luftraum Österreichs mit überwachen könnte.

Genau zu der Zeit, als der vom Grünpolitiker Peter Pilz geleitete Ausschuss erste peinliche Ergebnisse brachte, geschah das „Wienergate“. Ein Mann mit dem Fähigkeiten Spidermans soll im Innenhof des Gebäudes in der Löwelstrasse bis zum 2. Stock geklettert sein. Dort wäre er über einen schmalen Sims zu einem Fenster der Büroräume gelangt, das er dann eingeschlagen hat. Die Partei hat bisher mitgeteilt, dass Aktenschränke in den Büros der Abgeordneten Peter Pilz, Werner Köfler, Teresia Stojsits und Ulrike Lunacek durchsucht worden seien.

Nicht klar ist, ob und welche Wertgegenstände und Akten oder gar Akten zum Eurofighter entwendet worden sind. Bevor noch die Spurensicherung eintraf, zertrampelten von den Grünen alarmierte Journalisten alle Hinweise. Der Einbruch, sogleich in Anspielung auf Nixons Watergate-Einbruch als „Wienergate“ tituliert, ist kaum ein Werk von Berufsverbrechern. Ein Zugang von innen ist viel wahrscheinlicher als das Einsteigen durch Hof und Fenster, doch sind Türen und Schlösser nicht aufgebrochen worden. Spektakuläre Dokumente werden, falls es sie gibt, wohl auch bei den Grünen in Tresoren oder an anderen, schwer zugänglichen Orten aufbewahrt werden. Es ist bei dem Einbruch auch deswegen kein Alarm ausgelöst worden, weil es keine Alarmanlage gab.

Alarm hatte in den Tagen vor dem Einbruch der Untersuchungsausschuss gegeben. Es konnte nachgewiesen werden, dass die frühere Regierung in Person von Verteidigungsminister Günther Platter und Finanzminister Karl Heinz Grasser die „Nettobestellsumme“ für 18 Kampfllugzeuge durch Tricks auf unter zwei Milliarden Euro gedrückt hatte. Was da über zwei Milliarden war, wurde in die eigens zu finanzierenden Betriebskosten verschoben. Das heisst in der österreichischen Amtssprache laut Aktenotiz vom 01.04.2003 wie folgt: „Kein Einsparungspotential gegeben, da bereits mehrfache Reduktionen betreffend Mengengerüst erfolgt und wichtige Komponenten nur mehr für 6 Lfz. vorgesehen sind… HBMLV hat beauftragt, die EADS-Nettobestellsumme nominell unter 2 000 Mio E. zu drücken und den Restbedarf unter Titel Betriebsaufwand zu verbuchen…. Eine Verbilligung ergibt sich dadurch nicht.“ Eine weitere Notiz über „Besprechungen zur Ermittlung der Gesamtsystemkosten, Folgekosten, Einsparungspotentiale…“ zu fünf Terminen im März und April 2003 endet abrupt mit den Worten: „Keine aktenmässige Aufzeichnung im BMF, höchste Geheimhaltung!“ Lfz. bedeutet „Luftfahrzeuge“.

Hinter den Initalen HBMLV steht der „Herr Bundesminister für Landesverteidigung“, während das BMF das „Bundesministerium für Finanzen“ ist. Da der deutsch-französische EADS-Konzern nicht nachgab, musste die „Nettobestellsumme“ nachgeben und unter zwei Milliarden sinken. Mit diesen Formulierungen weiss der gelernte Österreich, das da jemand am Rande der „Nettobestellsumme“ mitverdient hat. Der Ausschussvorsitzende Pilz hatte auch mehrmals angekündigt, Namen zu nennen. Er hat es nicht getan. Es könnte möglicherweise die Namensnennung durch den Einbruch verhindert worden sein.

Da zum Zeitpunkt der Bestellung auch die Haider-Partei BZÖ (Bündnis Zukunft Österreich) in der Regierung sass, fahndete der Ausschuss auch in dieser Richtung und wurde schnell fündig. Der EADS-Lobbyist Erhard Steininger hatte die PR-Agentur Gernot Rumpolds mit einer Werbekampagane für den „Eurofighter“ in Höhe von 6,6 Millionen Euro beauftragt. Rumpold hat als enger Gefolgsmann Haiders in den lokalen Medien Anzeigen im Maximalwert von 2,6 Millionen geschaltet. Hier fehlen vier Millionen. Der Auschuss wollte Steininger dazu befragen, doch dieser verweigerte die Auskunft.

Er berief sich auf das Geschäftsgeheimnis und deutete an, dass ihm EADS bei einer Aussage Massnahmen angedroht hätte. Hierauf hat der Untersuchungsausschuss in einem einzigartigen Schritt den EADS-Konzern bei der Staatsanwaltschaft wegen Nötigung angezeigt. Das wird der gigantische Konzern überleben, der zurzeit andere Probleme hat und von den Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich zerrissen wird. Daher ist es nur wenig wahrscheinlich, dass EADS irgendwie hinter dem Einbruch in der Löwelstrasse steht. Man kann auch den Grünen nicht zutrauen, bei sich selbst eingebrochen zu haben. Der Täter ist woanders zu vermuten. Es ist in Österreich öfter als in anderen Staaten geschehen, dass technische begabte Personen durch Nepotismus und Klientelwirtschaft ins Aus gedrängt worden waren und auf Rache sannen. So hat das technische Genie eines Franz Fuchs Österreich über drei Jahre lang mit ungemein tückisch konstruierten Briefbomben und Sprengfallen in Atem gehalten. Der Sicherheitstechniker Robert Mang stieg am 11.5.2003 in das Kunsthistorische Museum ein und raubte das mehrfach gesicherte Goldsalzfass „Saliera.“ Es wird wohl wieder ein verkanntes Genie sein, das sich derzeit über die Spekulationen freut, wie und wozu der Einbruch bei den Grünen begangen worden ist.

terror

Eine Explosion des Unglaubens – 9/11: Drei Viertel der US-Bürger glauben nicht mehr an die offizielle Version

Karl Weiss – Nach einer neuen Umfrage der “New York Times“ sagen nun drei Viertel aller US-Amerikaner, sie glaubten nicht (mehr) an die offizielle Version der US-Regierung über die Vorgänge am 11. September 2001. Bereits vor einem Jahr war es die Hälfte der US-Bürger, die einen solchen Unglauben zeigten, nun ist es eine erdrückende Mehrheit.

Zu diesem Anstieg haben ohne Zweifel das Video “Loose Change” beigetragen, das bereits von etwa 100 Millionen Menschen, hauptsächlich in den USA, gesehen wurde und das Buch “The New Pearl Harbour” des US-Professors David Ray Griffin. Sowohl der Film als auch das Buch sind eine Zusammenstellung eines Teiles der Gründe für die Zweifel, die jeder vernünftige Mensch an der offiziellen Version haben muss.

So kommentierte z.B. der frühere englische Labour-Minister Michael Meacher:

“Nie in der Geschichte der Neuzeit gab es ein Ereignis von solch kataclysmischer Bedeutung, das so völlig in offene Fragen gehüllt ist. Einige der Hauptfakten sind bis heute nicht auf plausibler Basis erklärt.”

Es handelt sich dabei z.B. um die bis heute nicht geklärte Tatsache, dass an den Tagen unmittelbar vor den Attentaten Millionen von Dollars auf einen Fall der Aktien von United Airlines und American Airlines gewettet wurde, den beiden von 9/11 betroffenen Fluglinien und nicht auf die Aktien anderer Luftfahrtgesellschaften. An den drei Tagen vor den Anschlägen wurden diese Aktien 1.200 prozentig häufiger gehandelt als an normalen Tagen.

Nun hätten es ja die Terrororganisationen selbst gewesen sein können, die sich da einen zusätzlichen Profit verschaffen wollten, aber es ist absolut unerklärlich, warum die Börsenaufsicht die Personen nicht ausgemacht haben will, die da so große Gewinne einsteckten und überhaupt jede Besonderheit negiert.

Eine andere nie geklärte Frage ist, warum die entführten Flugzeuge nicht von Abfangjägern an ihren Vorhaben gehindert wurden, nachdem klar war, sie sollten in Gebäude gesteuert werden. Dafür war ausreichend Zeit. Es ist vorgeschrieben: Militärjets müssen sofort die Flugzeuge begleiten, wenn sie in der Luft entführt wurden.

An diesem Tag wurde diese Vorschrift unerklärlicherweise gebrochen. Das zweite Flugzeug, das später in den Süd-Turm des World Trade Centers rasen sollte, startete in Boston eine Minute vor 8 h morgens an jenem Tag. Um 8.14 wurde der Funkkontakt unterbrochen, ein Anzeichen für eine Entführung. Da der erste Jet schon lange vorher in den Nordturm geknallt war, konnte kein Zweifel bestehen, es handelte sich um eine ernste Situation.

Wären, wie vorgeschrieben, sofort Militär-Jets von der nächstgelegenen Base aufgestiegen, das war McGuire in New Jersey, so wären sie in drei Minuten am World Trade Center gewesen. Stattdessen wurde angeordnet, F-15-Kampfflugzeuge sollten von der weit entfernten Base Cap Cod dem Flieger hinter hereilen. Statt der üblichen Reisegeschwindigkeit von 1850 Meilen pro Stunde, annähernd 3000 km/h, flogen die Jets aber nur mit 700 mph, also knapp über Schallgeschwindigkeit, nicht viel schneller als das entführte Flugzeug. Prompt kamen sie 11 Minuten zu spät am World Trade Center an.

Das gleiche gilt auch für das Flugzeug, das angeblich in das Pentagon gesteuert worden ist. Jenes Flugzeug war über eine halbe Stunde in der Luft, entführt und nachdem bekannt war, zwei Flugzeuge waren bereits in Gebäude gesteuert worden. Wären Kampfjets von der nächstgelegenen Air Base aufgestiegen, das war Andrews, zehn Flugminuten von Washington, wäre dies Flugzeug abzufangen gewesen. Stattdessen wurde angeordnet, Jets sollten von der weit entfernten Base Langley in Virginia aufsteigen. Als die Jäger in Washington ankamen, war alles bereits geschehen.

Eine andere ungeklärte Frage ist, wie konnte ein so großes Flugzeug wie die Boeing 757, die das Pentagon getroffen haben soll, in einem Loch in der Außenmauer verschwinden, das gerade mal dem Durchmesser des Rumpfes entspricht. Die großen und schweren Triebwerke z.B. hätten Einschlagspuren am Pentagon hinterlassen müssen. Jedes der beiden Triebwerke unter den Flügeln wog sechs Tonnen und kam mit einer vermutlichen Geschwindigkeit von etwa 500 km/h an. Dort sind keine Einschlagspuren. Die Flügel und das Seitenleitwerk hätten abgeschert werden und auf der Außenseite zu sehen gewesen sein müssen. Aber da waren weder Flügel noch Leitwerk, absolut nichts von dem Flugzeug war außen vor dem Pentagon zu sehen.

Eine andere ungeklärte Frage ist, warum wurden hochgestellte Persönlichkeiten nicht evakuiert von jenen Orten, an denen sie – öffentlich bekannt – waren. Nach dem Einschlag des zweiten Flugzeugs im World Trade Center und mit dem Wissen, mindestens zwei entführte Flugzeuge waren noch in der Luft, beließ man z.B. Vizepräsident Cheney und Frau Rice im Weißen Haus, obwohl dies wohl ein wahrscheinliches Ziel war.

Der Präsident war beim Besuch einer Schule im Staat Florida und dieser Besuch war vorher in Medien angekündigt worden. Hätten also die Terroristen auch den Präsidenten persönlich treffen wollen, hätten sie sicherlich eines der entführten Flugzeuge in Richtung Florida gesteuert. Zu diesem Zeitpunkt war es unklar, ob nicht noch ein fünftes und sechstes Flugzeug entführt worden waren, denn man hatte schon alle Flugzeuge zum sofortigen Landen auf dem nächsten Flughafen aufgefordert und einige der Flugzeuge hatten nicht reagiert. Der Präsident hätte also schnellstens aus jener Schule entfernt werden müssen. Aber nichts dergleichen geschah.

Diese Art von Fragestellungen gibt es etwa 300. Alles unklare, unlogische Vorgänge, die zwar als Einzeltatsache einfach Ausfluss von Zufall, von Schlampereien, Unachtsamkeiten oder Inkompetenz (Pleiten, Pech und Pannen) hätten sein können, aber alle zusammengenommen ein klares Bild ergeben: Die offizielle Version ist eine absurde Verschwörungstheorie, ein Lügengebäude.

Dies ist nun also drei Vierteln der US-Amerikaner klar geworden. Das heißt noch lange nicht, man wüsste, was wirklich vorgefallen ist – man kann da verschiedene Theorien aufstellen, aber es wird der Zukunft überlassen bleiben, genau zu erfahren, was geschah.

© 2007 Copyright by Karl Weiss – Alle Rechte vorbehalten. Die Übernahme und Nutzung des Artikels zu anderen Zwecken und auf anderen WebSeiten und in Print-Medien sowie Fernsehen und Hörfunk bedarf der schriftlichen Zustimmung des Autoren.

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An explosion of disbelief – fresh doubts over 9/11

zeitgeschichte

Rückkehr des „Übermenschen“?

onlineredaktion – Er ist wieder da, der „Duce“, der „Übermensch“ Benito Mussolini, von den Toten auferstanden – zumindest in einem kürzlich aufgetauchten Tagebuch, dessen Echtheit angezweifelt wird.

Auffällig bei Fälschungen sind häufig die mitgelieferten Geschichten, die überaus plausibel konstruiert sind und sich zumeist auf menschliche Intimitäten beziehen. Schließlich soll eine Fälschung nicht gleich als solche entlarvt werden. So gab es zu den Hitler-Tagebüchern, die sich später als Fälschungen herausstellten, umfangreiche und abenteuerliche Berichte, die von der deutschen Illustrierten STERN groß publiziert wurden. Zum Schluss gab es nur Verlierer und einen lustigen Spielfilm über das kriminelle Handwerk des Fälschers der Hitler-Tagebücher.

Nun schreibt die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ in ihrer heutigen Ausgabe, der römische Senator Marcello Dell’Utri habe das Tagebuch des faschistischen italienischen Diktators Benito Mussolini (1883-1945) vom Sohn eines Widerstandskämpfers erhalten, der bei der Festnahme Mussolinis dabei gewesen sei. In diesem Tagebuch soll Mussolini Vorbehalte gegen den von den Deutschen begonnenen Zweiten Weltkrieg geäußert haben, wie die Zeitung schreibt. Sie betont jedoch, es in der Vergangenheit mehrfach solche Funde gegeben, die sich alle als nicht herausgestellt hätten.

Es sei nicht bewiesen, dass es sich dieses Mal um das echte Tagebuch des Diktators handelt, schreibt „La Repubblica“. Und wie einst bei den Hitler-Tagebüchern meldeten sich bereits einige mehr oder weniger selbst ernannte „Experten“ zu Wort, die von der Echtheit überzeugt sind.

War es nicht einst Mussolini selbst, der gesagt hatte, Kerle seines Schlages schrieben keine Tagebücher, weil dies „weibisch“ sei, sie hätten ihre eigenen, persönlichen Geschichtsschreiber?

deutschland

Dicke Luft – EU-weites Hafenverbot für „QM-2“?

Harald Haack – Der weltberühmten Reederei „Cunard Cruise Line“ steht neuer Ärger bevor. Nachdem im Januar 2006 beim Auslaufmanöver in Port Everglades im US-Staat Florida eine Antriebsgondel der „Queen Mary 2“ (QM2) beschädigte wurde und das Schiff deshalb zur Reparatur zurück nach Hamburg fahren musste und im Januar 2007 hunderte Passagiere des Schwesterschiffes „Queen Elisabeth 2“ (QE2) an einem Magen-Darm-Virus „Noro“ erkrankten, der Erbrechen und Schwindel auslöst, droht der QM2 europaweites Hafenverbot.


Dicke Luft Tag und Nacht: Die „Queen Mary 2“ am Kreuzfahrterminal im Hamburger Hafen.
© Fotos: Harald Haack

Doch weder technische Pannen noch der Noro-Virus sind der Grund dafür, sondern der Umweltschutz, der in diesem Fall ausnahmsweise einmal den Schutz von Leib und Leben von Menschen einschließt.

Laut eines Vorabberichtes des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ wurden nämlich gigantische Belastungen der Anwohner und von Beschäftigte benachbarten Firmen am Hamburger Kreuzfahrtterminal durch den Schadstoffausstoß von Schiffen gemessen: Jede Menge Stickoxide, Schwefeldioxid und Feinstaub. Besonders der Liegezeit-Betrieb der Schiffsdiesel der „schwimmenden Stadt“, des Kreuzfahrschiffes „QM2“, sei die stärkste Belastung. Gemessen an den in der EU zulässigen Grenzwerten – einschließlich der neuen Feinstaubverordnung – müsste gegen solchen Schiffe ein Hafenverbot ausgesprochen werden. Eine Feinstaubplakette, wie sie ab März 2007 in Deutschland für PKW vorgeschrieben ist, wird der „große Pott“ damit nie kriegen.

Aber die „QM2“ hat sich in Hamburg die Herzen vieler Menschen erobert. Zu Tausenden drängeln sie sich bei jedem Besuch des Schiffes an den Elbufern und Kaianlagen, um das riesige Luxus-Schiff zu sehen, zu fotografieren und zu filmen und zu bejubeln.

Der 1. Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Ole von Beust, scheint damit nun unter Druck zu stehen. Ein Hafenverbot müsste eigentlich für das Schiff ausgesprochen werden, wenn es nicht gelingt dessen Schadstoffwerte zu verringern. Dazu soll das Schiff nun während seiner Liegezeit im Hamburger Hafen mit Strom versorgt werden, damit es seine Schiffsdiesel abschalten kann. Doch damit kämen auf die Reederei enorme Kosten zu: Das Schiff hat angeblich einen Strombedarf, der dem von 200.000 Deutschen entsprechen soll. Wer soll das bezahlen, wenn nicht die Reederei? Die Hamburger Steuerzahler?

Schlimmer noch: Des Bürgermeisters liebstes Kind, die im Bau befindliche Hafencity, dem völlig neuem Schickimicki-Stadtteil Hamburgs mit Wohnungen und Bürogebäuden, wird durch ein Gutachten zur zukünftigen Hafencity gefährdet und Investoren möglicherweise verprellt, denn zum Kreuzfahrtterminal angrenzende Bürogebäude dürften gemäß des Gutachtens nur genehmigt werden, wenn die Fassaden zur Wetterseite hin geschlossen sind. Die Wetterseite, das wären für die Gebäude ausnahmslos Bereiche von Nord bis Süd, der begehrte Blick auf den Hafen. Von einer „kontrollierten Lüftung aus unbelasteten Bereichen“ ist im Gutachten weiter die Rede, doch da bliebe nur die Ostseite mit ihrer Schadstoffbelastung durch Straßenverkehr und einige Industrieansiedlungen. Ob diese Wetterseite eine Lösung wäre, ist also sehr fraglich.


Smog von der östlichen Wetterseite der Hafencity: Unter der Eisenbahnbrücke am Hamburger Hauptbahnhof.


Vor einem Jahr nach Abriss alter Gebäude noch unbebaut: Blick auf die Straße „Am Sandtorkai“ in der neuen Hafencity.


Abriss eines alten Speichergebäudes am Brookfleet vor einem Jahr, zugunsten einer schicken, modernen Hafencity.
© Alle Fotos: Harald Haack

Also nur Gebäude, die nicht von außen über Fenster belüftet werden können?

Das wäre ein Aus für die Glaspaläste des Hamburger Architekten Hadi Teherani, einem Sohn iranischer Einwanderer, laut der Illustrierten STERN der „Popstar unter deutschen Architekten“. Kürzlich sorgte er wieder einmal für Schlagzeilen: Er will der Stadt eine Brücke schenken, damit er sein Projekt bauen darf. Ganz in der Nähe des Kreuzfahrtterminals, eine überbaute Brücke. Unten soll der Straßenverkehr fließen, darüber soll es einen Glaspalast aus Wohnungen und Büros geben. Ein zwischen den gegenüberliegenden Kaianlagen unter Wasser gespanntes Stahlseil soll verhindern, dass Kreuzfahrtschiffe wie die „QM2“ bei ihren Wendemanövern in das „Luftschloss“ des Architekten brechen und das Prestigegebäude beschädigen und Menschen gefährden. Nur kleinere Schiffe, die unter die Brücke passen, könnten darüber hinweg fahren können.

Hinzu kommt, dass Klimaanlagen als Stromfresser inzwischen berüchtigt sind. Gebäude mit Glasfassaden heizen sich durch Sonneneinstrahlung auf und kommen folglich nicht ohne Klimaanlagen aus. Zwar baute der Architekt Hadi Teherani in der Humboldtstraße von Hamburg das „Humboldt-Campus“ ohne Klimaanlage, doch nach dem Verkauf des fertiggestellten Glasfassaden-Gebäudes klagten Mitarbeiter von Firmen wie der Filmverleiher Warner Bros. und die Apotheker- und Ärztebank über die enorme Hitze in den Büros. Es reichte nicht aus, dass sich die Fenster öffnen lassen. Nachträglich wurden Klimaanlagen eingebaut und sorgten in der Nachbarschaft des Gebäudes wegen der Lärmbelastung zeitweilig für Ärger. Denn wären in dem Gebäude von Anfang an Klimaanlagen vorgesehen gewesen, hätte es sich wegen des damit zu erwartenden hohen Lärmpegel Einsprüche gegen den Bau gehagelt. Beschwerden bei Warner Bros. wegen seiner heulenden Klimaanlage fruchteten aber. Die Firma entschuldigte sich: Die neu installierte Klimaanlage sei defekt gewesen.

Ein Nicht-Ausstieg aus der Kernernergie nur deshalb, damit es für die Hamburger zugunsten der Hafencity nicht zu Stromabschaltungen in anderen Stadtteilen kommt, kann nicht mehr das Thema sein, da die Uran-Reserven angeblich nur noch für die nächsten 14 Jahre reichen. Dann sind die Atommeiler endgültig dem Tod geweiht. Wer aber wollte dann die Gebäude der Hafencity wieder abreißen, weil sie zu viel Energie verbrauchen? Wird dann von den „Bausünden“ eines Ole von Beust gesprochen werden, der einmal der Erste Bürgermeister Hamburgs war?

Gebäude, deren Fenster sich nicht öffnen lassen, gibt es bereits einige in Hamburg. Das Vattenfall-Gebäude des dänischen Architekten Arne Jacobsen ist eines. Die Belüftung des preisgekrönten Glaspalastes des Stromerzeugers geschieht ausschließlich über eine Klimaanlage. Mitarbeiter und Besucher wie Raumpflegerinnen klagen aber über die schlechte Luft, die angeblich typisch für dieses Gebäude sei: Eine eigenwillige Mixtur aus verbrauchter Atemluft, Fäkaliengestank aus den Toiletten und Ozon und Feinstaubwolken aus Fotokopierern. Mehrfach auf den Mief angesprochen, leugnet die Hausverwaltung diesen.


Preisgekrönt, aber mit schlechter Innenraumluft: das Vattenfall-Gebäude in der City Nord von Hamburg.
© Foto: Harald Haack

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) will offensichtlich weder auf den Besuch der „QM2“ verzichten, noch den Hamburger Hafen für alle anderen Luft verpestenden Schiffe verbieten und ebenso wenig auf die Hafencity. Nach den „alarmierenden Ergebnissen“ der Untersuchung will er mit der EU und den anderen Küstenländern über eine Eindämmung des Schiffssmogs verhandeln und Sonderkonditionen für die Belastung der Luft durch Schiffsdiesel erreichen. Damit wird deutlich, wie ich meine, wie ernsthaft er es mit dem Umweltschutz nimmt, mit dem er sich neuerdings wohl zu schmücken versucht..

Das „Hamburger Abendblatt“, bekannt für seine nette, werbende Berichterstattung über Ole von Beust („Hamburger beliebtester Bürgermeister“, „Von Beust entdeckt seine grüne Seele“) wird sich trotz seiner Nähe zur „Konservativität“ der CDU bald etwas einfallen lassen müssen, um nicht als vollkommen unglaubwürdig aufzufallen.

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Hamburg und die „urbane Renaissance“

Israel

Israels tödlicher Export – Waffen in den Iran

Dr. Alexander von Paleske – —11.2. 2007— Während die USA den Krieg gegen den Iran vorbereiten, der unabsehbare apokalyptische Konsequenzen haben kann, werden die Amerikaner es im Iran vor allem mit Waffen aus einem Land zu tun haben: Israel.

Neben den Chemiewaffen, deren Export bereits beschrieben wurde [1 +2], sind es vor allem konventionelle Waffen, die Israel über Jahrzehnte in den Iran geliefert hat. Und zwar vor und nach dem Sturz des Schahs. Dass der Schah enge Beziehungen zu Israel unterhielt, ist nicht weiter verwunderlich. Überraschend sind jedoch die Exporte an den Ajatollah Khomeini, der sich kaum als „Freund Israels“ bezeichnen liess und der nach der Machtübernahme sofort die diplomatischen Beziehungen mit Israel abbrach.

Ein Blick zurück
In den 70er Jahren hatte das Schah-Regime hochmoderne Waffen für 16 Milliarden US-Dollar in den USA eingekauft.

Dieses Waffenarsenal erbten die Mullahs als Rechtsnachfolger, darunter 80 nagelneue F-14-Bomber, und die konnten sie alsbald dringend brauchen, denn im September 1980 griff Saddam Hussein den Iran an. Allerdings fehlten die Ersatzteile. Und die konnten sie aus den USA nicht mehr bekommen: Die US-Regierung hatte nämlich nach der Besetzung ihrer Botschaft in Teheran als Antwort ein striktes Embargo verhängt.

Doch das Embargo zeigte zur großen Überraschung der US-Regierung keinerlei Wirkung. Der Grund: Israel sprang ein Geld lockte und außerdem sah man in Israel den Irak als den größeren Feind an. Das sollte sich als großer Irrtum erweisen.

Internationale Waffenhändler
Nachdem der israelische Geheimdienst Mossad grünes Licht gegeben hatte, lief der Waffenexport über einen Mann, der durch seine Brutalität im Libanon Krieg 1982 aufgefallen war: Der israelische General Bar-Am.

Dabei sollen auch deutsche Waffenhändler gewesen sein, die Herren Bihn, Moll, Kopka und Schneider, die wiederum Kontakte zu einem ehemaligen Inspekteur der Bundeswehr, namens Albert Schnez hatten.
Eine illustre Gesellschaft.

Mit dabei auch der Israeli und deutsche Staatsbürger Hermann Kamaniecky. Dessen Schiene lief über Jugoslawien direkt zu den Israeli Military Industries. Dort managte das alles ein gewisser Ron Harel, während auf iranischer Seite ein gewisser Abdolfat Katibi tätig war.

Die israelische Regierung stritt alles ab, und als es nichts mehr abzustreiten gab, sprach man von ein paar Handfeuerwaffen, vermutlich zur Hasenjagd. In Wirklichkeit handelte es sich um ein Milliardengeschäft mit allem, was der Waffenbasar zu bieten hatte.

Die US-Regierung hatte später offenbar selbst Geschmack daran gefunden und lieferte nun ihrerseits über Israel im Rahmen des Iran-Contra-Skandals 1986 Waffen und Ersatzteile in den Iran. Zeitweise überstieg der Waffenexport vom Wert her den der Zitrusfrüchte.

Ein Schiff wird kommen
Die Aktivitäten des deutschen BKA gegen die Waffenschieber machten Deutschland als Standort weniger attraktiv, und so wich man in die Wiener Kaffehäuser aus. Nur per Zufall stieß man deshalb später noch auf Waffenlieferungen von Israel in den Iran, wie z.B. im Jahre 2002.

Da hatte im August ein Schiff namens „Zim Antwerp I“, in Thailand registriert, in Hamburg festgemacht, ein Zwischenstopp zum Umladen der Ladung auf ein malaysisches Schiff, um die endgültige Destination zu verschleiern. An Bord waren 3000 Panzerketten und Vollgummireifen für Armeefahrzeuge. Zielhafen Bandar e Abbas/Iran (und nicht etwa Thailand).

Die Herstellerfirma: Die israelische PAD aus Netanya, gemanagt von einem Avichai Weinstein.

Dessen Schwager Eli Cohen, hatte bereits drei Jahre zuvor gebrauchtes Armeegerät in Kanada aufgekauft und über Malaysia nach Bandar e Abbas verschifft, Zwischenstationen waren Holland und Belgien.

Umzug in die Kaffeehäuser
Die Iraner wichen also nach Wien aus, dort nistete sich nun unser bekannter Mehdi Farschi, alias Hashemi Bari alias Masoud alias Farshicha ein.

Seine Frau, Fataneh Raschidchi, fungierte als Chefin der Firma „Rafa Bauträger“, offiziell war ihr Mann bei ihr angestellt, aber in Wirklichkeit managte er die die Firma Bandaran, die überschüssiges Öl auf dem Schwarzmarkt verhökerte und die Einnahmen nutzte, um zum Beispiel Waffen einzukaufen.

Folgende Truppe zum Erwerb von Massenvernichtungswaffen und Geräten zu deren Herstellung hatte sich da zusammengefunden:

Alija Sirbegovic, Ingenieur;
Manfred Felber, Ingenieur; Österreicher mit Wohnsitz in Teheran
Gustav Kurz, seinerzeit mit Manfred Felber Partner in der Firma GE Import/Export .

Die Lieferfirmen für Bandaran lesen sich wie die Gelben Seiten der Zuliefererindustrie.

Weiter darf die Firma Ravandi in London mit Niederlassung in Beverley Hills/USA nicht unerwähnt bleiben, sie war schon einmal angeklagt im US-Bundesstaat Kalifornien wegen Geldwäsche.

Während Bandaran das mühsame Geschäft der Vertragsanbahnung und Lieferung mit anderen Firmen bewältigen muss, haben es da andere israelische Firmen weit besser. Beispielsweise die Firma Carmel Chemicals aus Haifa, sie gehört der israelischen Dankner-Familie. Die liefern direkt aus Kenia in den Iran, um Israel und Iran einen Erklärungsnotstand zu ersparen.

Und während Chemikalien mörderisch stinken können – Geld kann es nicht, pecunia non olet, das wussten schon die Römer.

[1] Massenvernichtungswaffen in den Iran – Schmierige Geschäfte internationaler Kriegstreiber
[2] Gasmasken, Giftgas und Milliardenbetrug –
auf den Spuren des Moshe Regev

surveillance

Schweres Metall – Brisante Funde in der Lahn

Harald Haack – Der 242 Kilometer lange Fluss Lahn ist ein östlicher Nebenfluss des Rheins und verbindet Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Offenbar birgt er ein Geheimnis.

Ende Dezember 2006 fischte die DLRG drei gleichlange Stahlrohre mit inneren gewundenen Lamellen und Kränzen oben und unten aus der Lahn. Der Fundort lag nach Angaben der Polizei Marburg-Biedenkopf in Höhe des Marburger Rudervereins zwischen Marburg und Gisselberg. Angeblich habe sich noch niemand gemeldet, der diese allein vom Materialwert her wertvollen, etwa 50 Zentimeter langen Rohre mit einem reinen Durchmesser von etwa 15 Zentimetern und einen 35 Zentimeter durchmessenden Kranz vermisst. Auf einem der Rohre steht mit gelber Farbe aufgemalt die Nummer 314631/1.


Auf dem mittleren der auf diesem Foto abgebildeten Rohre steht mit gelber Farbe aufgemalt die Nummer 314631/1.


Handelt es sich bei den Lamellen im Rohr um eine Art Bajonettverschußvorichtung zum schnellen Ankoppeln von dicken Schläuchen? Oder dienen sie dem Verwirbeln von Flüssigkeiten? Stammen die Rohre aus einem Chemiewerk, einer Molkerei oder einem Atomkraftwerk? Oder aus Militärbeständen?
Fotos: Polizei Marburg-Biedenkopf

Etwa ein Jahr zuvor, am 10. Januar 2006, hatten Arbeiter des Wasser- und Schiffartsamtes auf der östlichen Uferseite der Lahn unter der Straßenbrücke Heuchelheim bei Lahn-km -1,28 scharfe Munition unterschiedlichen Kalibers entdeckt. Vom Ufer aus konnte weitere Munition im Wasser ausgemacht werden. Bei der Munition handelte es sich überwiegend um Sport- und Jagdmunition des Kalibers 32 und 38. Aber auch einzelne Munition der Kaliber 765, 357 Magnum und Kaliber 76 wurde aufgefunden. Insgesamt handelte es sich um annähernd 1.000 Schuss Munition. Die im Wasser liegenden Patronen wurden von Tauchern der Hessischen Bereitschaftspolizei geborgen.

Nach Aussage der zuständigen Wasserschutzpolizeistation Welburg
waren damals keine Zusammenhänge mit Straftaten zu erkennen.

Die Polizei steht vor einem Rätsel. Niemand kann angeblich sagen woher die Rohre kommen, wer sie vermisst und wer sie wie auch die Munition in die Lahn geworfen hat. Aber seltsam: Die Polizei weist jetzt nicht darauf hin, dass vor etwa einem Jahr die Munition gefunden wurde. Über beide Funde gab es Pressemeldungen zweier benachbarter Polizeistationen unter presseportal.de, die sich leicht über Suchmaschinen im Internet finden lassen. Lesen die Polizisten nicht die Meldungen ihrer KollegInnen?

Wer kann die Rätsel lösen?

Bitte nur sachdienliche Hinweise!

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deutschland

Geheime Fracht für Russland

Michael Schulze von Glaßer – Als ich Mittwochabend (31. Januar 2007) um 19 Uhr nach Hause kam und meinen Laptop anschaltete, staunte ich nicht schlecht. „Uran-Alarm!“ las ich in der Betreffzeile meines E-Mail-Postfachs. Nach Informationen der Atomkraftgegner sollte der Uranzug um 19 Uhr an der Urananreicherungsanlage in Gronau abfahren und um 20.40 Uhr Münster erreichen. Abgereichertes Uran, das jedoch immer noch radioaktiv strahlt, sollte auf 19 Waggons über Münster nach Rotterdam transportiert werden. Hastig packte ich meine Sachen, rief einen Freund an und eilte zum Bahnhof, um mit dem nächsten Zug nach Münster (NRW) zu fahren.

Von Rotterdam aus gelangt das gefährliche Material, aus dem Panzer brechende Munition hergestellt werden kann, per Schiff nach Sankt Petersburg (Russland). Von der Ostseestadt geht es mit dem Zug weiter gen Osten bis nach Ekaterinburg am Ural, wo sich die Spuren des Transports verlieren. Der Transport soll auch schon im russischen Tomsk und in Irkutsk gesichtet worden sein. Dass der Uranzug den 120 Kilometer weiten Umweg über Münster nehmen muss anstatt direkt von Gronau über Enschede bis an die Niederländische Nordseeküste zu fahren, liegt wohl an der für den Uranzug nicht befahrbaren Bahnstrecke in Enschede.

Verantwortlich für die Transporte ist angeblich die Niederländische Firma „Urenco“. Diese betreibt in der 48.806 Einwohner zählenden Stadt Gronau die einzige Urananreicherungsanlage (UAA) Deutschlands [1]. Nur angereichertes Uran kann in Atomkraftwerken gespaltet werden. Das am vergangenen Mittwoch transportierte Uran, das nach Schätzungen der Atomkraftgegner noch bis zum 13. Februar unterwegs sein wird, war jedoch abgereichertes Uran [2]. Dieses Abfallprodukt ist das Gegenstück zur angereicherten Uranfraktion, welche in der Urananreicherungsanlage in Zentrifugen getrennt werden. Die abgereicherte Chemikalie wird wegen seiner hohen Dichte als Panzerung in amerikanischen Panzern und als Gewicht im Heck der Boeing 747-Jumbos benutzt. Die hohe Dichte ist auch der Grund, weshalb heutzutage kein Krieg ohne Uranmunition ausgetragen wird. Beim Aufprall der Uranprojektile verbrennt der Stoff und gelangt so in die Luft – wer sich in der Nähe befindet und den Beschuss überlebt hat, ist kontaminiert und trägt schwerste Langzeit-Gesundheitsschäden davon.

Nach einer kurzen Zugfahrt ging ich in die Bahnhofshalle des schäbig wirkenden Münsteraner Hauptbahnhofs. Dort wartete schon mein zuvor angerufener Freund auf mich. Es war 20 Uhr, als die ersten Bundespolizisten betont unauffällig durch den Bahnhof schlichen, ständig nach Atomkraftgegnern Ausschau haltend.

Neben der Urananreicherungsanlage findet sich im Münsterland auch noch das Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente. In Ahaus (Kreis Borken) werden schon seit langem Brennelemente „zwischengelagert“. Die hochgefährlichen Brennstäbe sollen dort einige Jahre verbringen, bis die Strahlung soweit abgeklungen ist, dass eine Endlagerung möglich ist. Jedoch gibt es in Deutschland noch kein solches Lager und der zur Endlagerung geplante „Schacht Konrad“ steht allerfrühestens im Jahr 2012 zur Verfügung. Ahaus verkommt neben Gorleben immer mehr zum Endlager für den atomaren Müll der Republik. Dabei ist die Ahauser Leichtbauhalle in der die Brennelemente lagern, höchst unsicher und zur Einlagerung stark radioaktiver Chemikalien nicht geeignet. Im Oktober bzw. Dezember 2006 beantragte die Betreiberfirma, die Gesellschaft für Nuklear-Service mbH, bei der Bezirksregierung in Münster und beim Bundesamt für Strahlenschutz die Einlagerungsgenehmigung für stark verstrahlte radioaktive Abfälle aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague. Der Grund für diese Forderung ist die „schlechte“ Auslastung des Ahauser Lagers. die nur bei etwa 10 Prozent liegt. Eine weitere Forderung des nur beschränkt zur Haftung herangezogenen Atomunternehmens ist die Erlaubnis, kontaminierte Bauteile alter Atomkraftwerke einlagern zu dürfen. Der verstrahlte Müll soll in Folien gewickelt werden, weil die zum Teil sehr großen Bauteile nicht in Fässer oder andere Behälter passen. Um „auszustrahlen“ sind Fässer auch hinderlich, da sie die Strahlung zum Teil aufhalten und gerade dies wäre nicht im Sinne des Zwischenlagers. Ist die Strahlung der Bauteile etwas abgeklungen und in die Umwelt abgegeben, sollen die Metallteile eingeschmolzen und weiterverarbeitet werden. So könnten aus alten kontaminierten Atomkraftwerksrohren wieder neue werden – aber auch Töpfe oder Gabeln. Ob das Getreide der auf den um das Zwischenlager liegenden Getreidefelder nach weiteren Einlagerungen noch die Chance haben als Bio-Produkte durchzugehen ist fraglich. Das bäuerliche Münsterland ist zugleich ein Zentrum der Atomindustrie.


Im Bahnhof Münster: Gruppenfoto mit Transparent

Um 20.40 Uhr gingen wir zügig die Treppe zum Gleis 4 hoch. Ein paar Bundespolizisten folgten uns. Der Uranzug verspätete sich. Nun blieb Zeit für ein Gruppenfoto mit Transparent „Urantransporte verbieten – UAA in Gronau stilllegen!“. Und endlich rollte die schwere Diesellokomotive mit den 19 Güterwaggons laut dröhnend durch den Münsteraner Hauptbahnhof. Ein fast normaler Güterzug.:


Standbilder aus meinem Video vom 31. Januar 2007. Der Uranzug rollt durch den Hauptbahnhof von Münster.

Wären die kleinen Warntafeln nicht an den Waggons gewesen, fiele der gefährliche Transport kaum auf. Und so wundert es kaum, dass der normale Bahnbetrieb im Hauptbahnhof uneingeschränkt fortgeführt wurde. Einige Passanten guckten nur verdutzt als sie die Horde Bundespolizisten auf dem Gleis erblickten. Nachdem der Zug durch den Bahnhof rauschte, gingen wir wieder zurück in die warme Bahnhofshalle. Auf dem Weg dort hin kam uns ein hektischer Mann mit Baumfällerhemd entgegen. Er sprach in sein Funksprechgerät: „Der Transport war nicht ganz störungsfrei“

Sicherlich er ein zivil gekleideter Polizist. Was genau die Störung war, konnten wir nur erraten. Ein Atomkraftgegner, der im Bahnhof von Burgsteinfurt Fotos vom Uranzug gemacht hatte, war von der Polizei gezwungen worden, diese wieder zu löschen. Ein anderer Beobachter des Zuges wurde bei der Autofahrt vom Ort Burgsteinfurt, durch den der Uranzug zuvor fuhr, bis nach Münster von einem Motorradpolizisten verfolgt.

Dass der Uranzug von der Polizei begleitet und bewacht wurde, ist ein kleiner Fortschritt, obwohl es immer noch große Mängel an der Sicherheit des Zuges gibt. Zwar stand die Polizei im Münsteraner Hauptbahnhof mit etwa acht Leuten „griffbereit“, doch schienen diese nur darauf zu achten, dass wir nicht über den weißen Sicherheitsstreifen auf dem Bahnsteig treten. Jemand mit bösen Absichten hätte es aber leicht gehabt, eine Explosion wäre verheerend für ganz Münster gewesen. Denn das abgereicherte Uran wird als Uranhexafluorid (UF 6) in Fässern auf den Güterwaggons transportiert. Die Waggons waren nur mit Planen überdeckt. Man muss keine großen Chemie-Kenntnisse haben, um zu verstehen zu welch einer Katastrophe ein Unfall des Uranzuges führen könnte. Das feste Uranhexafluorid ist luftdicht in den Fässern auf den Waggons gelagert. Kommt der Stoff mit Feuchtigkeit in Berührung, reagiert er extrem stark. Dafür reicht schon die Feuchtigkeit der Luft aus. Das Uranhexafluorid reagiert dann zu hochgefährlicher Fluss-Säure. Einen solchen Unfall gab es bisher zum Glück noch nicht. Experten haben errechnet, dass 200.000 – 300.000 Menschen evakuiert werden müssten, wenn es mit der gefährlichen Fracht einen Unfall gebe.

Die Broschüre „Höchste Vorsicht beim Umgang mit Fluss-Säure!“ der Bayerischen Landesunfallkasse zeigt die tödliche Wirkung von Fluss-Säure an zwei Beispielen:

„Der erste Unfall geschah in einem Labor, als Fluss-Säure in einer Mikrowelle abdestilliert wurde. Dabei kam es zu einem Siedeverzug, wodurch die Türe der Mikrowelle aufgerissen wurde und etwa 60°C heiße Fluss-Säure im Raum verspritzte. Der zufällig im Raum vorbeikommende Betriebsleiter erlitt durch diese Spritzer eine etwa handflächengroße Verätzung am linken Oberarm sowie geringfügige Verätzungen am Rücken und im Gesicht. Dem Verletzten wurde sofort Erste Hilfe geleistet. Nach einer ersten Therapie durch den Betriebsarzt wurde er mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, wo er 50 Minuten nach dem Unfall eintraf. Während der sofort eingeleiteten unfallchirurgischen Behandlung kam es zum Herzkammerflimmern und der Patient musste mehrfach reanimiert werden. Weitere Komplikationen wie eine schlechte respiratorische Situation, die Entgleisung des Säure-Base-Haushaltes, eine Gerinnungsstörung und ein akutes Nierenversagen führten schließlich etwa fünfeinhalb Stunden nach dem Unfall zum Tod.

Beim zweiten Unfall wurde ein Arbeiter beim Umfüllen von 72%iger Fluss-Säure von mehreren Spritzern an den Oberschenkeln getroffen. In einer Panikreaktion rannte der Arbeiter weg, anstatt sich sofort mit einer in nächster Nähe befindlichen Schwalldusche abzuduschen. Anschließende Erste-Hilfe-Maßnahmen und der sofortige Transport in ein mit der Behandlung von Fluss-Säure-Verätzungen vertrautes Krankenhaus konnten nicht verhindern, dass der Patient fünf Wochen nach dem Unfall an dessen Folgen verstarb.“

Schon 5%ige Fluss-Säure verursacht starke Verätzungen und Schmerzen. Nicht auszudenken, welch katastrophale Folgen ein Unfall des Uranzuges im Hauptbahnhof von Münster oder einer anderen Stadt hätte!

Nachdem wir uns kurz in einem Café in der Haupthalle des Bahnhofes aufgewärmt hatten, gingen wir wieder zurück die Treppe hinauf zum Gleis 4. Der Uranzug hatte seinen unerwünschten Besuch in Münster noch nicht beendet. Der Zug, auf denen nach Schätzungen der Atomkraftgegner bis zu 1.000 Tonnen abgereichertes Uran lagerte, wurde im Güterbahnhof umgekoppelt um wieder gen Norden zu fahren. Hinter einem großen Kino, wurde die gefährliche Fracht rangiert. Um 21.16 Uhr fuhr der Uranzug dann wieder durch den Hauptbahnhof von Münster, um weiter über Rheine, Bad Bentheim und Hengelo bis nach Rotterdam zu fahren. Von Rotterdam geht es, wie eingangs schon erwähnt, mit dem Schiff bis nach Russland, wo schon 20.000 Tonnen abgereichertes Uran aus Gronau auf die grüne Wiese geschüttet wurden, wie es russische Atomkraftgegner berichten.

Endlich war der Spuk vorbei, zumindest in Münster, jedes Jahr fahren etwa drei dieser Transporte durch die Stadt. Diese Zahl soll aber bald enorm ansteigen, wenn der Ausbau der Gronauer UAA erfolgt ist, und so rechnen die Anti-Atomkraft- Aktivisten mit bis zu 10 Transporten jährlich.

Doch dürfen gefährliche Uranabfälle aus Deutschland überhaupt in ein anderes Land gebracht werden? Tschechische Behörden sprachen von „Müll-Tourismus“ als deutscher Müll eines Unternehmens aus Halle in einem Tschechischen Dorf gefunden wurde. Einige tschechische Bauern „vermieteten“ ihren Hof an deutsche Firmen, die dort Müll deponierten. Welche Russen für die deutschen Uranabfälle bestochen werden ist unklar. Die russischen Atomkraftgegner, die sich in der Organisation „Ecodefense“ organisiert haben, besuchten im November letzten Jahres die Münsteraner Bezirksregierung, um gegen die Urenco Deutschland GmbH und gegen „unbekannt“ Anzeige wegen „Verdachts auf illegalen Atommülltransport“ zu stellen. Kürzlich verkündete der zuständige Münsteraner Oberstaatsanwalt im WDR 3 er wolle das Verfahren in Kürze einzustellen.

Die Staatsanwaltschaft hat sage und schreibe einen Brief an das Wirtschaftsministerium NRW geschrieben. Das Ministerium stellte Erstaunliches fest:

„Der Uranmüll ist in der Tat eine „wertvolle Ressource“; es ist ‚international üblich‘, dass der Müll beim Anreicherer bleibt“

Dass sich die Staatsanwaltschaft hierin keine Mühe gibt, wundert kaum. Schon immer war das Land NRW an der Urananreicherungsanlage beteiligt und hat die Anlage und somit auch die Transporte genehmigt. Käme es zu einem Prozess, könnte die Bundes- oder zumindest die Landesregierung verantwortlich gemacht werden. Dies will sie natürlich verhindern und so wird die ganze Sache mit einem Brief aus einem Ministerium in Düsseldorf abgehackt. Skandalös!

Skandalös wird es wohl auch weiter gehen. Auch wenn es noch einige Zeit dauern wird, bis im Ahauser Zwischenlager auch hochradioaktive Materialien gelagert werden dürfen, wächst das Münsterland weiter zum deutschen Atomzentrum. Die unauffälligen, vor der Öffentlichkeit geheim gehaltenen Urantransporte werden so lange weiter gehen bis die Bevölkerung ihre Stimme erhebt. Am Samstag, dem 3. Februar 2007, wurde mit der Sensibilisierung für das Thema in Münster begonnen. Etwa 400 Menschen nahmen an der Protestveranstaltung vor dem historischen Rathaus teil. Atomkraftgegner aus der ganzen Bundesrepublik und sogar aus Frankreich kamen zur Demonstration nach Münster. Passanten blieben stehen und hörten den Rednern der verschiedenen Organisationen zu. In vielen Regionen werden neue Atomkraftwerke gebaut. „20 neue Atomkraftwerke sollen in Osteuropa gebaut werden“ berichtete Heffa Schücking von der Nichtregierungsorganisation „urgewald“. Um auch diese mit angereichertem Uran versorgen zu können, wird die UAA in Gronau ausgebaut. Der Ausbau der Urananreicherungsanlage in Gronau gibt zu denken auf, wo doch der Atomausstieg in der Bundesrepublik schon beschlossen wurde. Mit den gefährlichen Urantransporten durch deutsche, niederländische und russische Städte aber muss Schluss sein. Die Gefahr eines katastrophalen Unfalls ist zu groß. Außerdem wird die russische Umwelt mit dem waffenfähigen Material für Jahrtausende zerstört. Es ist zu hoffen, dass die Münsterländer gegen die Atomindustrie aufstehen und sich für ein atomfreies Münsterland aussprechen!

[1] Bombige Urananreicherungsanlage in Gronau

[2] Urantransporte – mit Sicherheit unsicher

Quellen:

sofa-ms.de
bi-ahaus.de
Aktionsbündnis Münsterland
Urantransporte.de”

Video:
Uran-Transport durch Münster

Krieg

Teltschik – der „Undemokrat“

Harald Haack – In manchen Horrorfilmen beherrschen sie die Szenerie, die „Untoten“ – Zombies, eine abstruse Mischung aus lebendigen Menschen und verwesenden Leichen, verantwortlich für alles Böse was Normalsterblichen zugefügt werden könnte. Kurz vor Beginn der Münchner „Sicherheitskonferenz“ scheint es sie aus ihren Gräbern zu ziehen, die Monstren der Macht versammeln sich.

Der frühere Kanzler-Berater Horst Teltschik kennt sie alle, denn er ist der Organisator der „Sicherheitskonferenz“ und mutmaßlich seinen Herrschaften als Helfer stoisch ergeben. Bei einem Rundfunkinterinterview fiel er nun als „hirnlos“ auf. Auf die Frage, ob ihn die Proteste gegen die Sicherheitskonferenz stören, hatte er geantwortet:

„Es ist die Tragik jeder Demokratie, dass bei uns jeder seine Meinung öffentlich vertreten kann und dass man politisch Verantwortliche in einer Demokratie schützen muss. In Diktaturen würde so etwas nicht passieren.“

Oha! Und dieser Mann hatte einst einen Kanzler der Bundesrepublik Deutschland beraten. Mit einer solchen unverhohlen verfassungsfeindlichen Haltung seiners Beraters konnte der, Helmut Kohl, sich ja nur selbstgefällig vor Fernsehkameras aufblasen – in typischer Pose eines Politikers, der gewohnt war seine Probleme nicht demokratisch zu lösen, sondern auszusitzen.

Claus Schreer, Sprecher eines Aktionsbündnisses aus Gegnern des Münchner Horrors und Mitgliedern der Bundestags-Linksfraktion, verurteilte Teltschiks Äußerungen. Er nannte ihn einen „Undemokraten“ und warf ihm die „geistige Verfassung eines Kriegspropagandisten“ vor. Wer jetzt noch seiner Einladung zur „Sicherheitskonferenz“ folge, begebe sich auf die gleiche Stufe.

Teltschiks Äußerungen haben Demonstranten mobilisiert und unter ihnen führend waren Münchner Vertreter von CSU, SPD und Grünen, die gegen den „Undemokraten“ protestierten.

Aber anstatt einzusehen, dass es für ihn mit einer solchen Offenbarung keinen Platz in einer Demokratie mehr geben kann, legte Teltschik nach und beschimpfte die Kritik als „etwas künstlich“. Er sei nicht gegen die Meinungsfreiheit. Doch aus seinem Mund klingt das nun so als habe ein Despot dies gesagt und unterstrichen, alle Menschen dürften seine Meinung haben. Es sei „grotesk“, dass demokratisch gewählte Politiker und eine Veranstaltung wie die „Sicherheitskonferenz“ von einem „Großaufgebot an Polizei“ geschützt werden müssten, sagte Teltschik weiter.

Sollte nicht eher das Volk der Wählerinnen und Wähler vor entgleisten Politikern geschützt werden? Wer dem von den Vätern der Verfassung vorgezeichneten Pfad der Verfassung folgt, wird gewöhnlich nichts zu fürchten haben und muss folglich nicht wie ein Diktator abgeschottet werden.

Auf die Frage, warum keine Mitglieder der Linksfraktion zu dem Münchner Treffen eingeladen wurden, erklärte Teltschik, die „Sicherheitskonferenz“ sei eine „private“ Veranstaltung. Rund 3.500 Polizisten sollen für „Ordnung“ sorgen. Die Organisatoren der Protestdemonstration am Samstag rechnen mit 5.000 Teilnehmern, dank Teltschiks Verkündung als „Undemokrat“ Tendenz nun steigend. Die Proteste richten sich gegen die Kriegseinsatzplanungen der Nato.

Vorwürfe seiner Gegner, das Treffen sei „Kriegstreiberei“, wies Teltschik zurück. Man könne es „demokratisch gewählten Politikern wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem SPD-Vorsitzenden Kurt Beck oder der ebenfalls eingeladenen Grünen-Spitze nicht vorwerfen“. Schließlich sei auch der Direktor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Kenneth Roth, zur Konferenz eingeladen.

Haben Kriegstreiber doch noch so etwas wie ein Gewissen? Oder wollen sie die Anwesenheit des Direktors von Human Rights Watch nur für ihre Zwecke missbrauchen? Kenneth Roth, als „Quasi-Anstands-Wau-Wau“? Ihn eingeladen zu haben, beweist noch lange nicht, dass es auf dem privaten Treffen nur um „Sicherheit“ und nicht um Kriegsplanung geht. Da es eine „private Veranstaltung“ ist, könnte man Kenneth Roth jederzeit von prekären Gesprächen wegkomplimentieren; das wäre nicht unmöglich unter „Undemokraten“. Besenkammern gibt es schließlich überall.

© 2007 Copyright by Harald Haack – Alle Rechte vorbehalten. Die Übernahme und Nutzung des Artikels und der Fotos zu anderen Zwecken und auf anderen WebSeiten und in Print-Medien sowie Fernsehen und Hörfunk bedarf der schriftlichen Zustimmung des Autoren.

Krieg

Massenvernichtungswaffen in den Iran – Schmierige Geschäfte internationaler Kriegstreiber

Dr. Alexander von Paleske – 9-2- 2007 – Die Vorbereitungen der USA für einen Krieg gegen den Iran laufen auf Hochtouren – trotz der Demetis des Verteidungsministers Gates, die USA planten keinen Krieg gegen den Iran.

Solche Dementis hatten wir schließlich auch vor dem Irakkrieg gehört. Die meisten Spekulationen beschäftigen sich schon gar nicht mehr mit dem “ob”, sondern mit dem “wie”. Kommentatoren ergehen sich in Diskussionen, welcher Bombentyp eingesetzt wird, um angebliche Produktionsanlagen mit wenigen Luftschlägen zu zerstören. Favorisiert wird eine Öffnerbombe, gefolgt von einer taktischen Atombombe. Offen wird Mitleid mit dem Iran geheuchelt, dessen Bevölkerung nun “die Zeche zahlen müsse”. Die Fragen des “Danach” werden vom Tisch gewischt. Das könnte sich, wie im Irak, als gewaltiger Irrtum herausstellen.

Der Iran besitzt mittlerweile seit 13 Jahren Massenvernichtungswaffen, nämlich Giftgase wie Sarin und Senfgas. Sarin gehört zu den schlimmsten Massenvernichtungswaffen. Von Adolf Hitlers Chemikern entwickelt, aber im 2. Weltkrieg nie eingesetzt. Es wurde bei dem schrecklichen Anschlag in der U-Bahn Tokios im Jahre 1995 verwendet. Geliefert wurden diese Massenvernichtungswaffen von Israel, Deutschland und Großbritannien. Der Iran könnte Raketen auf Israel niederregnen lassen, deren Sprengköpfe mit diesen Massenvernichtungsmitteln prall gefüllt sind, eine Apokalypse größten Ausmaßes wäre die Folge, sei es durch diesen Angriff selbst oder die Antwort Israels oder der USA darauf.

Ein Blick zurück
Israel hat eine lange Geschichte von Waffenlieferungen in den Iran. Erinnert sei an den Iran-Contra Skandal. Das Pentagon, dort ein Oberst namens Oliver North, in Zusammenarbeit mit dem internationalen Waffenhändler und Großbetrüger Khashoggi, lieferte Waffen und Ersatzteile in den Iran über Israel. Die Gewinne wurden genutzt, um eine rechtsradikale Terrorgruppe, die Contras, die gegen die gewählte Regierung Nicaraguas kämpfte, zu unterstützen. Bereits vor aber natürlich auch nach diesem Skandal lieferte Israel weiter, um den Krieg zwischen dem Irak und Iran am Laufen zu halten.

Nachdem im ersten Golfkrieg der Irak besiegt worden war, lieferte Israel nicht nur konventionelle Waffen, sondern zum ersten Mal in seiner Geschichte auch Massenvernichtungswaffen an einen seiner Feinde. Es handelte sich um die Lieferung von Rohstoffen für die Herstellung von Sarin und Senfgas.

Die Käuferseite
Auf iranischer Seite waren in Teheran selbst ein gewisser Dr. Abbaspour Tehrani Fard beteiligt, er war Leiter der Abt 105 (Sonderindustriengruppe der Verteidigungsindustrie DIO) und ein Freund des ehemaligen Präsidenten Rafsanjani. Weiterhin ein Iraner namens Hossein Maher, der angeblich viele Tarnfirmen leitet und der als Beschaffer von Chemikalien fungierte. Abbaspour vertritt den Iran auch auf internationalen Umweltkonferenzen.

Die Rohstoffe, tonnenweise, wurden samt den Plänen für die Errichtung einer kompletten Fabrik in China eingekauft und per Schiff nach Bandar e Abbas geschickt. Diese Käufer haben eine Dependance in Wien, dort sitzt ein Iraner namens Farschi, er nennt sich auch Farshchiha oder Hashemi Bari oder Masoud. Und ein waschechter Österreicher darf natürlich nicht fehlen, es handelt sich um einen Manfred Felber,der auch schon einmal zwei Jahre im Knast in den USA verbracht hat, wegen Geldwäsche pp. und der aus familiaren Gründen einen zweiten Wohnsitz in Teheran hat.

Farschi ist der Mann, der die Im-und Exportfirma Badaran leitet, die Irans Erdöl, das die OPEC Quote übersteigt, auf dem Schwarzmarkt zu Discountpreisen verhökert und mit den Einkünften eben auch Massenvernichtungswaffen einkauft.

Die Verkäuferseite
Der Iran kann oder will das Teufelszeug nicht direkt in China einkaufen. Das besorgen die „Verkäufer“, und auf der Verkäuferseite sitzen zwei Gruppen. Einmal ein gewisser Nahum Manbar, Israeli und Geschäftsmann, ein großer Förderer der israelischen Arbeiterpartei. Er saß öfter mal am „Top Table“ bei Banketten mit Israels damaligen Ministerpräsidenten Rabin, und er hatte schon Panzer aus den Beständen des Warschauer Paktes an den Iran verkauft, mit neuester israelischer Elektronik aufgemotzt.

Im Jahre 1991 geht es dann los mit der Lieferung von Massenvernichtungswaffen. Mit dabei der israelische Geheimdienst Shin Bet und interessanterweise auch der britische Auslandsgeheimdienst Mi6, vertreten durch die Agenten Richard Tomlinson und Joy Kiddie. Eine feine Gesellschaft.

Die zweite Gruppe besteht aus dem ehemaligen Oberst der israelischen Armee und F4-Piloten Moshe Regenstreich alias Regev alias Keller, und dem deutschen Logistikfachmann Gerhard Eugen Merz, der später im Jahre 2004 in den misslungenen Putsch im ölreichen Äquatorial Guinea verwickelt ist und in Malabo zu Tode gefoltert wurde. Das Geschäft läuft über deren Firma Mainway, die im Nobelvorort von Bad Homburg, Kisseleffstr. 11a, angesiedelt ist. Mit von der Partie ist, wie es aussieht, der Bundesnachrichtendienst. Das Geschäft läuft zur Zufriedenheit aller Beteiligten.

Bis im Jahre 1993 dann bei der Hisbollah im Südlibanon Waffen auftauchen, die Israel seinerzeit an Iran geliefert hatte. Nun wird auch dem Dümmsten klar, dass dies eines Tages auch für Massenvernichtungswaffen gelten könnte. Die israelische Regierung ordnet den Stopp der Lieferungen an. Regenstreich stoppt sofort, Manbar liefert noch ein Jahr weiter, weil er Lieferverpflichtungen erfüllen will. Er wird dafür im Jahr 1999 in einem Geheimprozess in Israel zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt. In diesem Prozess scheint es im wahrsten Sinne des Wortes drüber und drunter gegangen zu sein, denn der Richter startete ein Verhältnis mit Manbars Verteidigerin, Pninat Yanai, ohne sich später für befangen zu erklären. Schmuddelgeschichten aus Israel, die wir jetzt öfter hören.

Die Frage bleibt, warum die Lieferungen von Massenvernichtungsmitteln an den Erzfeind Israels vorgenommen wurden, während zur gleichen Zeit im benachbarten Irak fieberhaft nach gerade diesen Waffen gesucht wird; und der Besitz dieser Massenvernichtungswaffen schließlich der vorgeschobene Kriegsgrund für den Irakkrieg war.

Einzig mögliche Erklärung: Das Gefahrenpotential des Iran zu erhöhen, so dass ein Militärschlag eines Tages unvermeidlich sein müsse.

Keine Freilassung des Waffenhändlers Nahum Manbar zu erwarten
Gasmasken, Giftgas und Milliardenbetrug –
auf den Spuren des Moshe Regev

Der Wonga Coup