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Die neue (Un)Sicherheitspolitik Deutschlands (2) Das lukrative Bild vom bösen Mann

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Michael Schulze von Glaßer – Nach den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 brach eine damals noch ungeahnte Hysterie aus. Das Bild vom bösen Mann mit brauner Haut, schwarzem Bart und islamischen Glauben wurde überall als neues Feindbild propagiert. Die Jahrzehnte lange Suche nach einem neuen Feind fand damit ein Ende. Mancher Militär mag sich heimlich die Hände gerieben haben – endlich herrschte wieder Kriegsstimmung und das Militär erhielt erneut seine Daseinsberechtigung. Die Bedrohung, die für die Bundesregierung zusammen mit der Globalisierung kam, kann demnach nur der Terrorismus sein.

Das Bundeswehr-Weißbuch 2006 ist in dieser Beziehung – auf Seite 20 – gehorsam:
„Internationaler Terrorismus bedroht Freiheit und Sicherheit und ist eine zentrale Herausforderung. Die Anschläge vom 11. September 2001 sowie die seither verübten Terrorakte in Europa, Asien und Nordafrika haben dies deutlich gemacht.“

Dass der Internationale Terrorismus aber nicht nur eine, sondern sogar die zentrale Herausforderung für Regierung und Bundeswehr ist, lässt sich in dem Weißbuch wegen der Nichtnennung eines anderen Feindes festmachen. Der Grund hierfür liegt vor allem an der neuen Taktik der westlichen Gemeinschaft, vornehmlich der NATO. Es geschieht nur noch selten, dass ein souveräner Staat einen anderem den Krieg erklärt und angreift, aber Staaten beschuldigen sich gegenseitig des Terrorismus‘.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Krise zwischen den USA und dem Irak im Jahr 2003: Die Amerikaner beschuldigten den Golf-Staat, sich am internationalen Terrorismus zu beteiligen. Dem Diktator des Iraks, Saddam Hussein, wurde vorgeworfen mit der terroristischen Organisation Al-Kaida zusammen zu arbeiten und Massenvernichtungswaffen zu horten. Sie zwängten ihn in die Terroristen-Ecke. Durch den von ihnen selbst geschaffenen „Krieg gegen den Terror“ legitimierten sich die USA sowie deren Verbündeten dazu, den vermeintlichen „Terroristen“ Saddam Hussein zu attackieren und festzunehmen. Diese Selbstlegitimation führte weit über Staatsgrenzen hinaus, wie der Irak-Krieg, der als ein „Krieg gegen den Terror“ tituliert wurde, zeigte.

Unter den Oberbegriff „Terrorismus“ fällt auch der Abschnitt „Die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und ihrer Trägermittel (Proliferation)“ im Weißbuch der Bundeswehr, ebenfalls auf Seite 20, wie auch der Versuch der Aneignung von „Hochtechnologiegütern zu kriminellen Zwecken“.

Leider wird das Wort „kriminell“ in dem Weißbuch nicht definiert. Die Einstufung als kriminell scheint darin sogar willkürlich zu sein. So bleibt offen wann Rüstungserwerb anderer Staaten als kriminell gewertet wird und wann nicht. Auffallend ist allerdings, wie einige Länder, beispielsweise der Iran, für die Beschaffung von Hochtechnologiegütern gerügt werden und andere, wie Indien, nicht. Die Missbilligungen erfolgen oft unter Führung der USA – Deutschland ist dabei entweder nur Mitläufer oder bezieht nicht klar und deutlich Stellung zu den Themen. Somit stellt sich immer häufiger auch in der deutschen Politik die Frage, wem der Besitz von Massenvernichtungswaffen zugesprochen werden soll und wem nicht. Doch welcher deutsche Politiker wagt es dies zu klären? Immerhin trägt Deutschland selbst zur Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen bei. Das ist ein weiteres grundlegendes Problem der heutigen Politik.

Gegenüber dem Jahr 2004 stieg der deutsche Kriegswaffenexport im Jahr 2005 um 44,3 Prozent (von 1,13 auf 1,63 Milliarden Euro). Das ist der höchste Wert seit 1996, dem Jahr in dem die Regierung erstmals offizielle Angaben zu den deutschen Waffenexporten machte.

Zu den Empfängern deutscher Rüstungsgüter – die von der Bundesregierung abgesegnet werden müssen – zählen unter anderem Chile, Bolivien, Peru, Indien und Pakistan, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kolumbien, Südkorea und Taiwan. Von den 11.855 Anträgen auf Rüstungsexporte für das Jahr 2005 wurden lediglich 58 abgelehnt. Um nicht für die Verschrottung aufzukommen, verkaufte die Bundeswehr 2005 ausrangiertes Kriegsgerät für 87,8 Millionen Euro an andere Staaten.

„Made in Germany“ scheint auch bei der Rüstung für hohe Qualität zu stehen, wie zahlreiche Exporte aus jüngerer Zeit belegen. So hat Griechenland neben 170 brandneuen „Leopard 2“-Panzern auch zwei U-Boote aus der deutschen HDW-Werft bestellt. Auch Israel orderte gleich zwei der hochmodernen mit Wasserstoff angetriebenen U-Boote. Der Kauf wird mit 300 Millionen Euro vom deutschen Steuerzahler subventioniert. Das Kritische daran: Die extrem leisen U-Boote können auch mit Atomraketen, die Israel nun auch offiziell besitzt, bestückt werden.

Auch wenn der Staat Israel nach dem Sprachgebrauch der „Anti-Terroristen“ kein so genannter „Schurkenstaat“ ist und auch demnach nicht auf der „Achse des Bösen“ liegt, kollidiert dieser Rüstungsexport gegen den Grundsatz, den sich die Bundesregierung in ihrem Weißbuch selbst auferlegt hat, der Nicht-Weiterverbreitung von Trägern für Massenvernichtungswaffen.

Zu den größten deutschen Rüstungskonzernen gehören EADS (Airbus, Eurocopter), Heckler & Koch, Krauss-Maffei Wegmann, die Rheinmetall sowie die ThyssenKrupp AG (HDW, Blohm & Voss). Manche dieser Konzerne produzieren beinahe ausschließlich für den Export. Schon die Entwicklung des Kampfflugzeuges „Eurofighter“ wurde von den mutmaßlichen Bedürfnissen möglicher Käufer-Staaten geprägt. Die Zerstörungskraft dieser modernen Kampfflugzeuge und anderer deutscher Rüstungsgüter gilt als gewaltig. Dass aber ein „Leopard-2“-Panzer mit seinen hochexplosiven Geschossen des Kalibers 120 mm, die bis zu 2.500 Meter weit fliegen können, nicht als Massenvernichtungswaffe eingeordnet wird, ist unfassbar.

Was die Bundesregierung also unter „Massenvernichtungswaffen“ versteht, bleibt sie Lesern des Weißbuchs schuldig. Eine einfache Erklärung wäre die Möglichkeit mit solchen Waffen viele Menschen töten zu können. Fürs Militär aber sind Menschen nur „weiche Ziele“. Da scheint die Zahl der Opfer egal zu sein. Es geht nur um die Effizienz, nicht um Opfer. Und immer noch sollen die Waffen der Militärs töten und vernichten.

Allgemein werden vor allem atomare- (a), biologische- (b) und chemische- (c) Waffen, so genannte ABC-Waffen als Massenvernichtungswaffen bezeichnet. Länder, die über solche Waffen verfügen oder im Verdacht stehen solche Waffen zu besitzen, sind Syrien (bc), Ägypten (bc), Indien (a), Pakistan (a), Frankreich (a), Großbritannien (a), Nordkorea (abc), China (abc), Iran (abc), Israel (abc), Russland (abc) und die USA (abc).

Doch auch Deutschland verfügt über chemische Waffen. Sich häufende Leukämiefälle bei ehemaligen, im Kosovo stationierten Bundeswehrsoldaten brachten zutage, dass auch die Bundeswehr, wie so viele andere Armeen, abgereichertes Uran in ihrer Munition verwendet. Die dafür Verantwortlichen ließen negierende Propaganda in die Medien streuen und leugneten eine Kausalität von Leukämie mit dieser speziellen Munition.

Abgereichertes Uran hat eine sehr hohe Dichte und ist daher ideal für die Spitze von Munition, die dicke Panzerung durchschlagen soll. Als Abfallprodukt aus der Urananreicherung ist das abgereicherte, aber immer noch leicht strahlende Uran preisgünstig fürs Militär erhältlich.

Die Schlagkraft der Uran-Munition braucht die Bundeswehr wohl auch für ihre neuen Missionen.

Prävention
Ob es nun an der Globalisierung oder einfach an der gegenwärtigen Politik liegt, ist strittig: Sicher ist, dass die Bundeswehr mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes weitaus aktiver ist als jemals zuvor. Wie schon erwähnt, sehen die Bundesregierung und die Bundeswehr die neue Bedrohung vor allem in der Gestalt von Terroristen. In allen Industriestaaten sind Hysterie und blanke Panik vor Terroranschlägen so groß wie niemals zuvor. Im Verlauf des Rundumschlags gegen alles Fremde, den so genannten „Krieg gegen den Terror“, werden freiheitliche Grundrechte eingeschränkt, Minderheiten diskriminiert und präventive Kriege geführt.

Dieser Taktik hat sich auch die Bundesregierung verschrieben. Zwar ist die Regierung mit offensiven Einsätzen sehr zurückhaltend, zumindest werden diese verschleiert, aber der Bundeswehreinsatz in Afghanistan ist die Folge eines solchen präventiven Vorgehens.

Das nachfolgende Bombardement von imposanten Worthülsen auf Seite 21 im Weißbuch zeigt dies:
„Die in der Vergangenheit bewährten Strategien zur Abwehr äußerer Gefahren – wie Abschreckung und Einhegung – reichen gegen die neuen asymmetrischen, häufig auch durch nichtstaatliche Akteure verursachten Bedrohungen nicht aus. Deshalb bedarf es für eine wirksame Sicherheitsvorsorge eines präventiven, effektiven und kohärenten Zusammenwirkens im nationalen wie internationalen Rahmen, einschließlich einer wirksamen Ursachenbekämpfung.“

Offensichtlich zählt auch eine schwer verdauliche Sprache zu den neuen Waffen der Bundeswehr. Wahrscheinlich sollen Leser über solche Passagen möglichst hinweglesen, um die Aussage nicht zu hinterfragen. Soll hinterher niemand sagen, die Bundeswehr hätte gewisse Dinge verschwiegen!

Die mehrteilige Serie wird morgen weitergeführt

© by Michael Schulze von Glaßer

afrika

Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?

Dr. Alexander von Paleske – Zwei Jahre vor dem Ende der zweiten Amtszeit des Mandela-Nachfolgers Thabo Mbeki fängt die Kandidatensuche an. Am aussichtsreichsten erscheint derzeit Tokyo Sexwale, der aber seine Kandidatur noch nicht offiziell erklärt hat.

Zur Erinnerung: Der Vizepräsident Jacob Zuma, der automatisch sein Nachfolger geworden wäre, wurde von Mbeki im Jahre 2005 wegen Korruptionsverdacht gefeuert. An seine Stelle trat die Ministerin für Minen und Energie, Phumzile Mlambo-Ngcuka, die Frau des ehemaligen Generalstaatsanwalts und jetzigen Geschäftsmanns des Übernacht-, Milliardärs- und Mbeki-Freundes Bulelani Ncuka.

Mbekis Plan war es von Anfang an, per Verfassungsänderung eine dritte Amtszeit anzusteuern, in die dann auch die Fussballweltmeisterschaft fiele. Die politisch schwache Vizepräsidentin Mlambo-Ngcuka, die gerne auch einmal privat auf Staatskosten verreist, hätte ihm dabei nicht im Weg gestanden. Mbeki aber, stark in Intrigen aber schwach im Regieren, hatte sich jedoch gründlich verrechnet.

Jacob Zuma, der dem linken Flügel des Afrikanischen Nationalkongresses, (ANC), der Regierungspartei Südafrikas angehört, mobilisierte seine Anhängerschaft, vor allem die ANC-Jugendliga. Trotz zweier Strafprozesse – der erste wegen angeblicher Vergewaltigung endete mit einem Freispruch -, legte er ein Comeback hin, das aber gleichzeitig zu einer Spaltung des ANC in zwei Camps führte, eines der Mbeki-Getreuen und eines der Anhänger von Zuma.

Da beide Camps in etwa gleich stark sind, fände eine notwendige Verfassungsänderung zur Ermöglichung einer dritten Amtszeit Mbekis keine Zustimmung, gleichzeitig aber damit wäre auch eine Kandidatur Zumas ausgeschlossen. Und so begann die Suche nach einem Nachfolgekandidaten. Für das Zuma-Camp konnte nur jemand in Frage kommen, der nicht aus dem Mbeki-Lager stammte und gleiches galt umgekehrt für das Mbeki-Lager.

Damit boten sich im Wesentlichen zwei Kandidaten an, die beide miserable Erfahrungen mit Mbeki gemacht hatten, als dieser noch Vizepräsident unter Nelson Mandela war, nämlich Cyril Ramaphosa und Tokyo Sexwale.

Mbeki, immer auf der Hut vor vermeintlich politischen Konkurrenten, schmiedete angeblich eine Reihe von üblen Intrigen gegen Ramaphosa, der seinerzeit erfolgreich die Codesa-Verhandlungen geführt hatte, die zu den ersten freien Wahlen in Südafrika im Jahr 1994 führten. Ramaphosa warf entnervt das Handtuch und wurde erfolgreicher Geschäftsmann.

Auch Tokyo Sexwale – 14 Jahre lang auf Robben Island mit Nelson Mandela eingesperrt und nach den ersten freien Wahlen Premier der Unruheprovinz Gauteng – wurde von Mbeki und seinen Getreuen mutmaßlich mit Intrigen bedacht. Auch er warf das Handtuch, weil er keine Lust hatte, diesen Unfug weiter zu ertragen und wurde ebenfalls ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann. Aber Sexwale und Ramaphosa verzichteten auf eine öffentliche Abrechnung und bewahrten Stillschweigen.

Nun wurde Sexwale von drei Ministern der Regierung Mbeki aufgefordert, seinen Hut in den Ring zu werfen. Noch zögert Sexwale, er will Thabo Mbeki im Unklaren lassen, damit dieser mit seinem Intrigenquatsch und Ausstreuen von Gerüchten ihm nicht in die Quere kommen kann. Ende des Jahres soll ein neuer Generalsekretär des ANC gewählt werden – eine wichtige Vorentscheidung.

Die Zeit der Regierung Thabo Mbeki, die vor allem durch das Versagen in Sachen AIDS, Kriminalität und Zimbabwe gekennzeichnet ist, neigt sich dem Ende zu.

„Good riddance“ würde man im Englisch sagen.

Es gibt jemanden, der diese Entwicklung mit Sorge sehen muss, gleichgültig ob Ramaphosa oder Sexwale das Rennen macht: Zimbabwes Präsident Robert Mugabe. Beide, Ramaphosa und Sexwale haben nämlich in ihren Stellungnahmen das Regime in Zimbabwe mehrfach scharf kritisiert.

Mugabe hat sich gerade eine Verlängerung seiner Amtszeit bis zum Jahre 2010 auf dem Kongress seiner ZANU-Partei im Dezember 2006 politisch absegnen lassen. Es könnte anders kommen, wenn ein neuer Präsident Südafrikas auch dort dem Spuk ein Ende bereitet.

vermischtes

Kommentar auf das Buch „Virus Wahn“

Dr. Billa Hofmann – 8.01. 2007 — Ich habe mir die Mühe gemacht, das Buch „Virus Wahn“ in den letzten Wochen etwas gründlicher zu lesen und die Quellen dazu etwas genauer zu betrachten. Da ich keine Medizinerin bin, habe ich das Buch mehr von der logischen Seite her betrachtet und mich gefragt, in wieweit Virus-Wahn eine Chance hat, als kritisches Buch betrachtet zu werden.

Wenn man diesem Buch eine Chance geben sollte, warum ist es dann nicht im neutralen Stil geschrieben? Warum werden wichtige Tatsachen bzw. Ergebnisse verschwiegen, und warum Forschungsergebnisse falsch interpretiert? Warum werden Zitate verdreht und aus dem Zusammenhang herausgerissen, um dem Zitat einen anderen Sinn, als von der Referenz beabsichtigt, und warum werden z. T. fragwürdige Referenzen zitiert?

Die Autoren vertreten die Meinung, dass die Krankheit „Aids“ (also das Gesamtbild aus den opportunistischen Erkrankungen) nicht durch das HI-Virus verursacht, sondern lediglich eine Erfindung von Pharma und Wissenschaft ist. Der wahre Grund für Aids sei ein anderer. Mangelernährung, der Konsum von psychoaktiven Substanzen (wie Amphetamin, Poppers, Heroin…etc., die das Immunsystem schädigen) sowie die Einnahme von antiretroviralen Arzneimitteln würden zu Aids führen. Dr. Köhnlein hat diese Erkenntnisse zusammen mit Prof. Duesberg und Dr. Rasnick im „Journal of Biosciences“ veröffentlicht (J. Biosci. 2003, 28: 383-412). Das ist ein indisches Journal, und zählt nicht unbedingt zu den renommiertesten Fachzeitschriften. Der Artikel kann auf Duesberg`s Homepage gelesenwerden.

In Virus Wahn neu verpackt
Die Erkenntnisse aus dieser Veröffentlichung sind jetzt neu in das Buch Virus-Wahn verpackt, um das Laienpublikum darauf aufmerksam zu machen. Diese Referenz wird mindestens 11-mal als Quelle im Buch angegeben, 22-mal wird Duesberg selbst zitiert und 6-mal finden sich Engelbrechts Berichte – und das nur in einem Kapitel!

Duesberg ist ein bekannter Aids-Dissident aus den Anfangszeiten dieser Krankheit. Er war Anfang der 90er heftig diskutiert und umstritten. Die renommierte Zeitschrift „Nature“ weigerte sich, Duesbergs Artikel „Nicht HIV sondern Drogenkonsum sei die Ursache von Aids“ zu veröffentlichen. So sagte Maddox, der Herausgeber der Zeitschrift „Nature“, in einem Interview dem Spiegel gegenüber, „erstens halte ich es für unverantwortlich, weil es die Bemühungen untergräbt, die HIV-Verbreitung zu stoppen. Und zweitens konnte Duesberg keines seiner Argumente belegen“.
(Quelle: Der Spiegel, 45/1994, S. 229)

Chance gehabt und eindeutig widerlegt
Es ist jedoch falsch zu sagen, alle Fachzeitschriften hätten Anfang der 90er den Entschluss gefasst, diese kritische Aids-Meinung nicht mehr zu veröffentlichen! „Science“ wollte Duesberg und seiner Anhängerschaft eine Chance geben. 3 Monate lang sollten Wissenschaftler zusammen mit den Dissidenten die Aidsfrage überprüfen und diskutieren. Das Ergebnis war eindeutig, Duesberg und seine Thesen wurden widerlegt und seine Fehler wurden in Science diskutiert und korrigiert
(Quelle: Science 1994, Vol 266, S. 1642-1649, The duesberg phenomenon, by Jon Cohen).

Die Autoren besitzen die Dreistigkeit und nehmen die damals eindeutig widerlegten Fehler von Duesberg jetzt, in neuem Gewand, in das Buch Virus-Wahn auf. Einer von Duesbergs Fehler lag in der Interpretation der Concorde Studie. Er hatte nicht berücksichtigt, dass die Patientenzahl in den beiden Gruppen unterschiedlich war (zu lesen in Science, 1994). Des Weiteren zählte Duesberg zu den Todesfällen auch solche dazu, die durch Unfall oder Selbstmord bedingt waren, um dann auf 25 %ige Mortalität zu kommen. Korrigiert man aber diese Zahlen, so ist der Unterschied in der Mortalität nur noch 1.3 %! Das ist statistisch nicht signifikant.

Es war nicht das Ziel der Concorde Studie zu zeigen, dass AZT besser als Placebo ist, sondern, ob es besser ist, AZT sofort, oder erst zu dem Zeitpunkt zu nehmen, nämlich dann, wenn sich Aidssymptome entwickelt hatten. Des Weiteren zeigte sich, dass Patienten, die AZT sofort einnahmen, auch nicht schneller Aids entwickelten, als die andere Gruppe, die AZT erst dann einnahm, als die Aids-Symptome einsetzten. Das allein ist auch schon ein Grund, weshalb AZT kein Aids verursachen kann!

„Heroin is a blessedly untoxic drug“!
Den Autoren ist dieser Fehler, der in Science 1994 ausführlich diskutiert wird, bekannt, denn im Journal of Biosciences wird auf Seite 395 dieser Veröffentlichung ein Satz aus Science zitiert, in dem es heißt, Science also quoted a toxocologist ready to blame all consequences of heroin addiction on HIV, because „heroin is a blessedly untoxic drug (Cohen 1994)“. Ein beliebtes Spiel der Autoren, einzelne Sätze aus dem Zusammenhang herauszureißen! Bei diesem Satz ging es ursprünglich darum, dass Roel Coutinho HIV positive und HIV negative Drogenkonsumenten über einen definierten Zeitraum beobachtet hat: 86 HIV negative über 7.6 Jahre und 70 HIV positive Drogenkonsumenten über 9.1 Jahre (im Mittel).

Die zeitliche Einnahme von Heroin war kontrolliert, und es zeigte sich, dass der CD4 Wert bei den HIV negativen im Normalbereich lag (914; Norm: 600 – 1200). Bei den HIV positiven Drogenkonsumenten lag der Wert bei 395. D. h. ein konstanter Abfall der CD4-T-Zellen konnte nur bei den HIV positiven Drogenkonsumenten festgestellt werden! Daraufhin wurde überprüft, inwieweit Heroin toxisch ist, bzw. ob Heroin auch zu einem Abfall der CD4-T-Zellen führt und Aids Symptome macht. Im Anschluss an diese Studie führte Cohen eine Studie von Kreek an, in der die CD4-T-Zellen bei 11 Langzeit-Heroinkonsumenten untersucht wurden. Und siehe da, es ergab sich ein mittlerer Wert von 1500!!! Darauf beruht der Satz „heroin is a blessedly untoxic drug“!

Wo ist nun also der Beweis dafür, dass sich die Wissenschaft nicht mit dem Drogenproblem auseinandersetzt? Sie hat es getan, es wird nur verschwiegen oder falsch interpretiert!

Die Theorien (Aids durch Drogen bzw. Lebenstil) konnten des Weiteren in Kohort-Studien mit Kollektiven mit hohen Risiken widerlegt werden, in denen HIV-Antikörper-Positive Aids entwickelten und HIV-Antikörper-Negative hingegen nicht, obgleich sie ebenfalls die gleichen Risikofaktoren hatten.

Aber keine einzige dieser vielen Studien wurde im Virus-Wahn erwähnt. Eine dieser Studien ist eine prospektive Kohort-Studie (Schechter et al., 1993). Es wurden 715 homosexuelle Männer für einen mittleren Zeitraum von 8,6 Jahren beobachtet. Von den 365 HIV-Positiven entwickelten 136 AIDS. Unter den 350 HIV-Negativen gab es keinen Fall von AIDS, obwohl diese Männer berichteten, einen starken Konsum von Amylnitriten und anderen Aufputschmitteln sowie häufigen Analverkehr mit wechselnenden Geschlechtspartnern gehabt zu haben.

Bei den HIV-Positiven fiel die Anzahl der CD4-T-Zellen um durchschnittlich 50 Zellen pro Milliliter jährlich, während bei den HIV-Negativen keine Verringerung der CD4-T-Zellen festzustellen war. Dabei war die Verringerung der CD4-T-Zellen bei den HIV-Positiven von der Tatsache, ob Amylnitrite inhaliert wurden oder nicht, völlig unabhängig. Bei den HIV-Positiven gab es 101 Tote, davon 6 unabhängig von der HIV-Infektion. Bei den HIV-Negativen gab es zwei Tote: eine Herzattacke und ein Selbstmord. In dieser Studie waren die Risiko-Prävalenzen der Untersuchten nahezu gleich.
(Quelle: Schechter MT, Craib KJ, Gelman KA, Montaner JS, et al. HIV-1 and the aetiology of AIDS. Lancet 1993;341:658-9).

Oder, anderes Beispiel, die „San Francisco Men’s Health Study“. Hier wurden 1984 Single-Männer ohne Beachtung der sexuellen Präferenzen, Lebensstile oder des Serostatus ausgewählt. In den folgenden 96 Monaten der Beobachtung entwickelten 215 der 445 HIV-positiven homosexuellen Männer AIDS, wobei 174 von ihnen starben. Von den 367 HIV-negativen homosexuellen Männern und 214 HIV-negativen heterosexuellen Männern wurde kein Fall von AIDS beobachtet, wobei 8 von ihnen starben.

Drogen, Schwule & AIDS
Die Autoren konnten keinen Effekt von Drogenkonsum auf die Entwicklung von AIDS und Begleiterkrankungen wie Kaposi-Sarkome feststellen, weder von der Art der Droge noch von der konsumierten Menge. Ein konstanter Abfall der CD4-T-Zellen konnte nur bei den HIV-positiven Probanden festgestellt werden, wobei deren CD4-T-Zell-Zahlen von deren Drogenkonsum unabhängig waren.
(Quelle: Ascher MS, Sheppard HW, Winkelstein W Jr, Vittinghoff E, et al. Does drug use cause AIDS? Nature 1993;362(6416):103-4)

In einer holländischen Studie mit HIV-positiven Homosexuellen wurde kein Unterschied in sexuellem Verhalten und Konsum von Cannabis, Alkohol, Tabak, Amylnitriten, LSD oder Amphetaminen gefunden zwischen Patienten, die lange Zeit asymptomatisch blieben, und Patienten, die schnell AIDS entwickelten (Keet et al., 1994).
(Quelle: Keet IP, Krol A, Klein MR, Veugelers P, et al. Characteristics of long-term asymptomatic infection with human immunodeficiency virus type 1 in men with normal and low CD4+ cell counts. J Infect Dis 1994;169(6):1236-43)

In der „San Francisco City Clinic Cohort“-Studie wurden keine Unterschiede in Drogenmissbrauch oder Geschlechtskrankheiten zwischen Patienten, die AIDS entwickelten, und Patienten, die gesund blieben beobachtet.
(Quelle: Buchbinder SP, Katz MH, Hessol NA, O’Malley PM, Holmberg SD. Long-term HIV-1 infection without immunologic progression. AIDS 1994;8(8):1123-8)

Ein weiteres Beispiel für die Fehlinterpretation einer Studie findet sich auf S. 113, nämlich die Fehlinterpretation der Studie von Nancy Padian (Am J Epidemiol 146, 350-357), von der behauptet wird, dass auch die größten und am besten konzipierten Studien nicht zeigen können, dass Aids eine sexuell übertragbare Krankheit ist. Dass die HIV-Transmissionsrate in dieser Studie gering ist liegt nur daran, dass es sich um eine Präventionsstudie handelte, mit der man herausfinden wollte, was vor einer HIV-Transmission schützt! Die Studie lief über 10 Jahre, aber jedes Paar wurde im Schnitt 6.8 Monate betrachtet. D. h. innerhalb von 6-7 Monaten pro Paar gab es keine Serokonversion in einem Studienkollektiv, welches Kondome und Safer-Sex Praktiken anwenden sollte. Das Ergebnis ist ja wohl eindeutig, die HIV-Transmissionsrate war dadurch gering!

Auf S. 128 wird Marcia Angell, Internistin und ehemalige Chef-Redakteurin des „New England Journal of Medicine“ mit ihrem Buch „The truth about the drug companies“ erwähnt. Das Zitat wird mit den eigenen Interpretationen der Autoren kommentiert. Marcia Angell beschreibt in ihrem Buch, dass nicht alles, was von Pharma kommt, echte Innovationen sind und meint damit, dass es viele Nachahmermedikamente gibt (Mee-too-Produkte). Das sind Abwandlungen von bereits am Markt etablierten Medikamenten. Marcia Angell fordert, dass Nachahmerprodukte zeigen müssten, dass sie gegenüber den bereits Etablierten eine bessere Wirkung vorweisen. Nachahmerprodukte sollten in 3 Vergleichsgruppen getestet werden: neuer Wirkstoff, alter Wirkstoff und Placebo.

Die Autoren nützen Angells Aussage für ihre Zwecke, indem sie behaupten, dass dies auch für die Aidsmedikamente gelten müsse. Laut Autoren gäbe es deshalb berechtigte Zweifel an der Fischl-Studie und deshalb wäre die Wirksamkeit von AZT (Azidothymidin bzw. Zidovudine) nie gezeigt worden. Da es sich bei AZT um das erste Aids-Medikament handelte, kann hier von einem Nachahmerprodukt wohl nicht die Rede sein!

Heftige Angriffe
Dass eine Studie von Aids-Medikamenten gegen Placebo unethisch ist, musste sich Dr. Nathan Shaffer in der Bangkok Studie vorwerfen lassen. Ihn hatte man aufs heftigste angegriffen, weil er in dieser Studie mit 392 Schwangeren nur 191 mit AZT behandelt hat. 198 Schwangere bekamen diese Kurzzeittherapie nicht. Mit dem Ergebnis, dass in der unbehandelten Gruppe der Schwangeren 18.9 Prozent der Kinder eine HIV Infektion aufwiesen, und in der Behandlungsgruppe „nur“ 9.4 Prozent der Neugeborenen infiziert waren. D. h., die Kurzzeittherapie mit AZT konnte die Übertragungsrate von Mutter auf Kind halbieren (spektrumdirekt vom 30.06.1998) !!!!!!

There is no Magic
Auf S. 137 wird der Satz – „There is no Magic in AZT, and no AZT in Magic“ – kreiert. Womit suggeriert werden soll, dass der seit 15 Jahren HIV-positive Basketballstar Ervin Magic Johnson nur deshalb lebt, weil er keine Aids-Medikamente (AZT) nimmt. Seltsamerweise hatte Magic Johnson im Juni 2005 erklärt, dass es ihm deshalb gut gehe, weil er seine Medikamente nimmt (CNN worldnews vom 19.06.05). Magic Johnson nimmt Combivir, eine Kombinationstherapie aus Lamivudin und Zidovudin. Zidovudin ist ein anderer Name für Azidothymidin (AZT)!!!!
(Quellen: Ebony* 1992, L. Randolph, “Magic and Cookie Johnson speak out for the first time on love, AIDS and marriage – Interview – includes articles on AIDS statistics and Magic Johnson’s AIDS education campaign among black students” –
Cover Story
CNN, Interview, vom 22.11.2004, “Magic Johnson pushes HIV awareness”
CNN worldnews vom 19.06.05, “Then & now: Magic Johnson”
Kaisernetwork, Media & Society,Sports Illustrated Profiles Magic Johnson Nearly 10 Years After HIV Announcement, 22.08.2001.

Zusätzlich wird im Journal of Biosciences 2003 (Duesberg, Rasnick, Köhnlein), S. 397, versucht, die Toxizität von AZT dadurch zu untermauern, dass 2 verschiedene Behältnisetiketten präsentiert werden, einmal AZT vom Wirkstoff- bzw. Rohstoff- und Chemikalienhersteller Sigma und einmal vom Endprodukt- bzw. Arzneimittelhersteller Burroughs-Welcome. Die Autoren weisen auf den fehlenden Warnhinweis zur Toxizität hin, die nur beim Rohstoffhersteller, nicht aber beim Medikamentenhersteller zu lesen sei und bemängeln dies! Die gleiche Situation findet man vor, wenn man sich aus der Apotheke das gängige Schmerzmittel Voltaren mit dem Wirkstoff Diclofenac Natrium holt. Da ist auch kein Totenkopf auf der Packung aufgedruckt, wohl aber, wenn man beim Chemikalienhersteller Sigma den Wirkstoff Diclofenac Natrium kaufen will (bitte in den Sigma-Bestellkatalog schauen!). Ein Grossteil der Bevölkerung kauft also gängige Schmerzmittel, die mit dem „Totenkopf-Label“ beschriftet sind, wenn man den Wirkstoff dieser Tabletten als Rohstoff kaufen will!?

Die Autoren werfen der Industrie Profitträchtigkeit vor, und dass man Abermillionen unschuldigen Menschen echte Heilung vorenthalten würde und stattdessen schwere Schäden zufügt. Nun denn, so ganz ohne Profitgier scheinen ja nicht alle Beteiligte an diesem Buch zu sein. So ist Dr. Rasnick immerhin in Dr. Rath`s Netzwerk tätig, laut Virusmyth homepage! Wer hier wem Schaden zufügt ist ja wohl noch nicht so ganz geklärt. Nicht umsonst warnt das europäische Verbraucherzentrum EVZ vor den Produkten des Dr. Rath.

Nebenbei bemerkt, ein Berliner Arzt hat Dr. Raths Vitaminpräparate (Vitamin-C-Präparat „Lysin-C-Drink“) im Tierversuch getestet und keine nachweisbaren Wirkungen festgestellt. Die Krebszellen hätten sich bei Mäusen in der Versuchs- und Kontrollgruppe gleichermaßen todbringend ausgebreitet. Die Tumoren hätten sich in der Leber der Versuchstiere trotz des Vitamin-Präparats gebildet.
(Quelle: Berliner Morgenpost vom 07.07.2004, L. Wagner, „Studie widerspricht Wunderheiler“.)

Warum gibt es nur Spekulationen über Langzeit-HIV-Positive, die laut Virus-Wahn nur deshalb noch leben, weil sie die Medikamente abgelehnt haben?

Warum wird die CCRdelta32-Mutation nicht erwähnt? Träger dieser Genmutante haben eine veränderte Oberfläche der T-Helferzellen und zwar so, dass das HI-Virus nicht eindringen kann. Diese Genmutante ist resistent gegen HIV. Oder Rantes-Gen? Eine bestimmte Gensequenz verhindert, dass sich das Virus in den Körperzellen verbreiten kann, der Ausbruch von Aids wird stark verlangsamt (siehe Dr. Murphy beim NIAID).

Es sollte uns auch zu denken geben, dass diejenigen, welchen es unter antiretroviraler Therapie besser geht, in diesem Buch verschwiegen werden! Oder falsch zitiert, wie Magic Johnson!

Richter Cameron hat AIDS
Edwin Cameron ist Richter am Obersten Gerichtshof in Südafrika. Somit ist er kein typisches Beispiel für Armut oder Mangelernährung. Richter Cameron hat Aids. Diese Krankheit wurde bei ihm 1997 diagnostiziert, nachdem er eine Lungenentzündung hatte und er dabei sehr viel Gewicht verlor, 12 Jahre nach Ansteckung mit dem HI-Virus. Sein Immunsystem war nach Ausbruch von Aids vollkommen am Ende. Er empfand seine Behandlung als medizinisches Wunder.
(Quelle: BBC News, The interview: Edwin Cameron, vom 22.08.2005
“Interview with South African High Court Justice Edwin Cameron” in Aids Treatment News, Issue Nr 368, 13.07.2001 und
„Festvortrag: The Hon. Justice Edwin Cameron“ in JusAmandi, Zeitschrift für gleichgeschlechtliche Liebe und Recht, 3/2006, S. 2-3, „Ein Leben mit Aids: Edwin Cameron“

Richter Cameron ist mit 52 Jahren, und unter antiretroviraler Therapie, den 108 km langen Fahrradmarathon (Cape Cycle Tour) gefahren. Nach der Theorie von Virus-Wahn (Aids durch retrovirale Medikamente) wäre dies nicht möglich gewesen, denn da wäre er schon längst verstorben!
(Quelle: Website der „Southern African Rhodes Scholarship“)

Winstone Zulu war ehemaliges Mitglied in Mbekis Aids Panel, er war einer der führenden Aids Dissidenten und selbst HIV positiv. Er war davon überzeugt, HIV würde ihn nicht krank machen. Er lehnte antiretrovirale Medikamente ab, bis er eine Pilzinfektion bekam, dass ihm dabei sogar die Fußnägel abfielen. Er erkannte, dass nur die antiretroviralen Medikamente seine Gesundheit retten könnten und er konvertierte die Seiten! Und er erkannte, dass Aids nicht das ist, was die Aids Dissidenten und Mbecki behaupten, nämlich eine Folge von Mangelernährung und Armut!
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Ein ähnlicher Fall wie Dr. Udo Schüklenk, der als ehemaliger Aids-Dissident die Seiten konvertierte, nachdem er erkannte, dass die antiretrovirale Therapie lebensverlängernd ist. Dr. Schüklenk hat im „Journal of Medical Ethics“ einen sehr interessanten Artikel über die Vorgehensweise der Aidsdissidenten veröffentlicht. In diesem Artikel beschreibt er seine kurzfristige Sympathie und seine damalige Tätigkeit und er schreibt über die Auswirkungen dieser Dissidentenmeinungen, vor allem auch über die Auswirkungen auf Südafrika. Er diskutiert die Frage der ethischen Verpflichtung von Minderheiten, ob diese ihre Meinungen gegenüber einem Laienpublikum verkünden sollten bzw. dürften.
(Quelle: J Med Ethics 2004; 30:53-60, „Professional responsibilities of biomedical scientists in public discourse“).

Seltsamerweise wird Udo Schüklenk aber immer noch als Aids-Dissident sowohl bei Virusmyth.net als auch bei HEAL (= Health. Education. Aids Liason,) gelistet. Mich würde es sehr interessieren, wie viele dieser Beispiele es noch gibt! Hat man also einmal auf der Liste unterzeichnet, dann bleibt man es das ganze Leben! Wieso akzeptiert die Gruppe der Aids-Kritiker kein Wechseln der Seiten? Diese Vorgehensweise spricht nicht gerade für eine seriöse, ernst zu nehmende Kritikergruppe!

Weitere Beispiele?
Ein anderes, sehr trauriges Beispiel, welches hätte verhindert werden können, ist Eliza Jane, Tochter von Christine Maggiore. Christine Maggiore ist auch in der von den Autoren viel zitierten Quelle (Duesberg, Köhnlein und Rasnick, J. Biosci., Vol. 28, June 2003) auf Seite 401 erwähnt. Hier schreiben die Autoren, dass Christine Maggiore, HIV positiv seit 1992, zwei sehr gesunde Kinder zur Welt gebracht habe. Christine habe nie Medikamente eingenommen.

Was nicht erwähnt wird ist, dass Eliza Jane ist im Alter von 3 Jahren an den Folgen von Aids gestorben ist! (Quelle: C. Ornstein und D. Costello, “A mother`s denial, a daughter`s death”, Los Angeles Times, 24.09.2004, )

Dieser unnötige Todesfall, wurde auch auf der 16ten internationalen Aids Konferenz diskutiert. Er hätte verhindert werden können (Quelle: „HIV Science and responsible journalism“ Seite 5, Vortrag auf der 16ten Aids Konferenz).

Genauso schweigen die Autoren auch über Aidskritiker, die Medikamente ablehnt haben und dann gestorben sind. Was war mit David Paquarelli? David Paquarelli war Aids-Kritiker in den USA. 1995 wurde er mit HIV diagnostiziert, am 8. März 2004 starb er an den Folgen von Aids!
(Quelle: N. Assimov, “CALIFORNIA: David Pasquarelli – AIDS Activist”, Francisco Chronicle (03.18.04) – Thursday, March 18, 2004)

Sollte uns dieses Schweigen nicht zu denken geben?
Kuba bildet das krasse Gegenteil zu Afrika. Kuba ist ebenfalls ein von Armut geprägtes Land, doch die HIV Infektionsrate in Kuba ist mit 0.03 % eine der niedrigsten der Welt. Unter Drogenkonsumenten, bei Bluttransfusionen und bei der Geburt gibt es keine gemeldeten HIV Übertragungen! Während in Afrika die Übertragungsrate von HIV bei der Geburt sehr hoch ist, sorgt die kubanische Regierung dafür, dass alle HIV-positiven Mütter prophylaktisch mit AZT behandelt werden, und das Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht wird. Das sozialistische System in Kuba gewährt seinen Patienten nicht nur eine kostenlose Behandlung, sondern auch kostenlose Medikamente. (Quelle: M. Bentley, Cuba leads the way in HIV fight, BBC News)

Auch beim Thema Vogelgrippe werden Tatsachen verschwiegen. Es ist immer nur die Rede von Panikmache und einer Pandemie, die nicht kommt. Die Spanische Grippe wird mittels Verschwörungstheorien als Grippe verleugnet. Stattdessen soll sie eine Folge der Impfkampagnen gewesen sein. Man muss sich doch fragen, wie diese Impfstoffe in die entlegensten Gegenden der Welt gekommen sind (wie z.B. in die Permafrostregion, oder in den Pazifikraum). Die Grippe hatte sich in allen Ecken der Erde ausgebreitet und keiner blieb verschont. Die propagierten Impfaktionen, die man dann an den Eingeborenen (wie z. B den Maori) oder bei den Eskimos durchgeführt hat, müssen ja einen gewaltigen logistischen Aufwand bedeutet haben!?

Die Autoren haben auch vergessen, dass wir vor gar nicht allzu langer Zeit 2 Pandemien hatten. Die asiatische Grippe von 1957 und der Hongkong-Grippevirus von 1968 waren pandemische Stämme, die eine Mischung aus Genen von Menschen- und Geflügelviren enthielten! Getreu dem Motto, wenn man diese nicht erwähnt, dann hat es sie auch nie gegeben; ausradiert aus der Geschichte, damit Virus-Wahn glaubhaft bleibt?!

Askapatient.com ist eine von den Autoren zitierte Referenz (Nr. 93, S. 209), um Nebenwirkungen von Tamiflu zu untermauern.

Dies ist eine Datenbank aus den USA, in die ein Patient jeden Pups eintragen kann, den er nach der Einnahme eines Medikaments verspürt! Sie wird von Behörden Seite her nicht überprüft und von daher kann keiner beurteilen, ob die verspürten Wirkungen eine Folge der Krankheit oder des Medikamentes sind. Gemäß Arzneimittelgesetz teilt ein Patient alle Nebenwirkungen, die er verspürt, seinem Arzt mit (und nicht einer Datenbank!!!). Deshalb ist auch immer der Zusatz – Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind – in der Packungsbeilage eines Arzneimittels zu lesen! Der Arzt nimmt diese Nebenwirkungen in ein Formular auf, und schickt dieses an die Arzneimittelbehörde. Die Behörde überprüft die gemeldeten Fälle. Sollte eine Nebenwirkung dabei sein, die noch nicht in Fach- bzw. Gebrauchsinformation aufgelistet ist, dann ordnet die Behörde die Aufnahme in diese informativen Texte an oder verordnet, im schlimmsten Fall, die Marktrücknahme.

So ist es nicht verwunderlich, dass, gemäß einem Vortrag auf der 16ten internationalen Aids Konferenz vom 13. August 2006 darauf hinweisen wurde, dass die Ausbildung von Journalisten, die über wissenschaftliche Themen berichten, zukünftig etwas fundierter sein sollte (siehe „HIV Science and responsible journalism“, Vortrag auf der 16ten Aids Konferenz, ).

In diesem Sinne appelliere ich an jedermanns Moral und Verstand, dieses Buch kritisch zu lesen und nicht alles zu glauben, ohne die Referenzen akribisch hinterfragt zu haben.

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terror

French troops had bin Laden in sights

Reuters – A film produced by two journalists says French special forces had al-Qaeda leader in their sights twice about three years ago, but their US superiors never ordered them to fire. The documentary says French special forces had Osama bin Laden in their sights twice about three years ago but their US superiors never ordered them to fire.The French military, however, said that the incidents never happened and the report was „erroneous information.“

The documentary, due to air next year and seen by Reuters on Tuesday, says the troops could have killed the al-Qaeda leader in Afghanistan but the order to shoot never came, possibly because it took too long to request it.

„In 2003 and 2004 we had bin Laden in our sights. The sniper said ‚I have bin Laden‘,“ an anonymous French soldier is quoted as saying. The documentary ‚Bin Laden, the failings of a manhunt‘ is by journalists Emmanuel Razavi and Eric de Lavarene, who have worked for several major French media outlets in Afghanistan. A cable television channel plans to air the documentary in March.

Razavi said the soldier told them it took roughly two hours for the request to reach the US officers who could authorize it but the anonymous man is also quoted in the documentary as saying: „There was a hesitation in command.“

French army: That never happened

Razavi told Reuters several sources told them the sightings were six months apart and they declined to be more specific. French armed forces spokesman Christophe Prazuck said „that never happened“ when asked about the bin Laden sightings.

Bin Laden, the mastermind behind the September 11 attacks on the World Trade Center and the Pentagon, is believed to be hiding in the mountains along the Afghanistan-Pakistan border. France has roughly 200 elite troops operating under US command near Afghanistan’s border with Pakistan. Paris announced on Sunday it was withdrawing them at the start of 2007.

France is part of the 32,000-strong NATO-led International Security Assistance Force in Afghanistan, which took over command of a war against the Taliban from US-led forces in October and has launched a series of military offensives.

Its special forces were deployed in 2003 to bolster Operation Enduring Freedom, a US-led campaign against the Taliban and al-Qaeda in response to the September 11 attacks. Afghans questioned in the documentary said they believed the United States was not interested in finding bin Laden, despite the USD 25 million price Washington has placed on his head.

The documentary stopped short of that conclusion but raised questions about the US hunt for bin Laden, such as whether Washington is more concerned about preserving stability in Pakistan, where many support bin Laden, than in finding him.

In September, President Bush dismissed as an „urban myth“ the idea his administration had become distracted from its effort to track down bin Laden.

vermischtes

Baschis Bande heizt Europa ein

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Malte Olschewski – Viel Erdöl kann die Sorge um die Demokratie sehr schnell vergessen lassen. Nach dem Tod des turkmenischen Staatschefs Saparmurad Nijazow versäumt Deutschland die Gelegenheit, Hilfe beim Ende der die nach Nordkorea bizarrsten Diktatur der Welt zu leisten.

In Turkmenistan wird derzeit alles unternommen, damit der Leibarzt Nijazows, Gurbanbuly Berdymuhammedow, die für 11.2. angesetzten Präsidentschaftswahlen gewinnen und die bisherige Politik fortsetzen kann. Ins Ausland geflüchtete Oppositionelle haben die deutsche Regierung aufgefordert, ihre engen Beziehungen zum Regime für eine Demokratisierung zu nutzen. Die Opposition will nach ihrer Heimkehr bei den Wahlen mit einem gemeinsamen Kandidaten antreten.

Die EU und Deutschland wollen nach ihren eigenen Erklärungen in der ganzen Welt für mehr Demokratie sorgen, wobei aber Turkmenistan die Ausnahme von dieser Regel zu sein scheint. Zu eng hatte Nijazow deutsche Firmen an sein Herz gedrückt, das unter der Last des Grössenwahns am 21.12.2006 versagte. Eine Dokumentensammlung der Berliner Humboldt-Universität malt ein genaues Bild des „Baschismus“

Der Staatschef hatte als selbsternannter „Vater der Turkmenen“ (Turkmenbaschi) dem Volk Milliarden abgepresst und in der Deutschen Bank eingelagert. Turkmenbaschi und seine Staatsbande bevorzugten Karossen von Mercedes. Deutsche Firmen haben den Geheimdienst des Diktators technisch ausgestattet. Nijazows Gesundheit wurde von Münchner Ärzten überwacht. Seine gigantomanischen Bau-ten sind zu einem guten Teil von deutschen Konzernen errichtet und ausgestattet worden. Turkmenbaschi bekam, was er wollte, denn er sass auf riesigen Vorkommen von Erdgas, mit dem er über Leitungen der russische „Gasprom“ in Europa einheizen liess. Nijazows Sohn Murad war von Wien aus tätig, um Profite aus Gasgeschäften in die väterliche Schatulle zu leiten. In einer Nacht soll Nijazow junior in einem Madrider Kasino 18 Millionen Dollar verspielt haben. Nijazow hat wahrscheinlich deswegen den Sohn von der Nachfolge ausgeschlossen.

Nun haben jene, die intern und extern über den Leib des Dikators gewacht haben, die besten Chancen: Der Leibarzt Nijazows Gurbanbuly Berdymohammedow und der Kommandant der Leibwache Akmurad Reschepow. Laut Verfassung hätte nach dem Hinscheiden Nijazows Parlaments-vorsitzender Öwezgeldi Atayew interi-mistisch das Amt des Staatschefs übernehmen müssen. Er kam nicht dazu, da er mit der Todesnachricht wegen Korruption verhaftet wurde: Ein Delikt, den die gesamte Staatsführung ohne Unterbrechung begangen hatte. In Windeseile traten die 2504 Migtlieder der Volksversammlung, der „Halk Maslahaty“, zusammen, um Leibarzt Gurbanbuly zum Interimspräsidenten zu ernennen und um den Wahltermin festzulegen. Der Volksrat bestätigte auch andere Kandidaten, hat aber die im Ausland versammelte Oppo-sition nicht zugelassen. Berdymohammedow leitete dann die Trauerfeierlichkeiten, was in altsowjetischer Tradition ein untrüglicher Hinweis auf den Nachfolger ist. Im Falle seiner Wahl hat er bereits die Fortsetzung des „Baschismus“ angekündigt.

Grössenwahn und Personenkult sind parallele Phänomene der Diktatur. Fast alle Diktaturen kennen den Personenkult, der auch in Demokratien auftreten kann. Man kann sagen, dass fast ein jeder Mensch, da er von seiner eigenen Einzigartigkeit überzeugt ist, einen Personenkult betreibt. Personenkult in einer Demokratie wird jedoch durch die Verfügbarkeit finanzieller Mittel und durch die Kritik der Opposition begrenzt. Nicht so in Diktaturen, wobei der Kommunismus mit seinen kultischen Blüten den Faschismus zu übertreffen: Stalin in der UdSSR, Mao Tse Tung in China, Enver Hodscha in Albanien, Kim Il Sung in Nordkorea und Ceausescu in Rumänien sind hier die vorrangigen Beispiele. Indes hat der Kommunismus in seiner tödlichsten und auch in seiner freundlichsten Form -Pol Pot in Kambodscha und Kadar in Ungarn- auf Personenkult verzichtet.

Im Zerfall der Sowjetunion sind in den meisten bisherigen Teilrepubliken die KP-Chefs an der Macht geblieben. Sie haben sich zwar von Moskau getrennt, doch haben sie den Kommunismus als politisches System mit minimalen Korrekturen beibehalten. Lenin und Stalin hatten in Zentralasien alle Bestrebungen zur Schaffung von Gross-Turkestan blutig unterdrückt. Die Turkvölker dieser Region wie die Kasachen, Usbeken, Kirgisen und Turkmenen sind mehrfach auf neu geschaffene Sowjetrepubliken umverteilt worden.

Stalin hat in Zentralasien ethnische Experimente angestellt. So kam es, dass einige Stämme in der Wüste östlich der Kaspischen See plötzlich mit dem Status einer sowjetischen Teilrepublik ausgestattet worden sind. Sowjet-Turkmenien wurde die gehorsamste Teilrepublik der UdSSR. Da ihre Stammesstrukturen die Bildung von lokalen Kadern erschwerten, haben Russen die Führung und Ausbeutung Turkmeniens über-nommen. Mit Saparmurad Nijazow (*1940) wurde 1985 erstmals ein Turkmene KP-Chef des Landes. Unter Gorbaschow hat er vorsichtig taktiert. Mit einem leisen Per-sonenkult hat er eine turkmenische Nation konstruiert.

Er hat Ende 1991 die Unabhängigkeit Turkmeniens proklamiert. Er hat die KP mit Federstrichen zur „Demokratischen Partei“ gemacht. Er hat als Alleinherrscher das KP-System nicht nur bis in alle Einzelheiten erhalten, er hat es in die Zeit Stalins zurückgeführt. Am 21.6.1992 erhielt er bei Präsidentschaftswahlen 99,5 Prozent der Stimmen. Am 28.12.1999 liess er sich von der Volksversammlung als Präsident auf Lebenszeit wählen: „Unser erster und ewiger Präsident!“ So jubelten die Staatsmedien. Im Programm des Personenkultes hat er sein Leitbild Stalin an Ideenreichtum bei weitem überboten. Er wurde Weltmeister des Eigenlobes. Als „Diamantenkranz des Volkes“ bewies er, dass der Personenkult keine Grenzen kennt und nie stehenbleiben will. Unerschöpfliche Ideen streben zur Apotheose und Vergöttlichung.

Alle wollen sie bauen: Der grössenwahnsinnigen Diktator will die lästigen Gedanken an die eigene Sterblichkeit fast immer mit Beton erschlagen. Gigantomanische Projekte sind oft die Folge. „Turkmenbaschi“ liess im Zentrum der Hauptstadt Adschabad Paläste und Prunkbauten wie Pilze aus der Erde wachsen. Im Zentrum der unsinnigen Bautätigkeit stand eine riesige, goldbeschichtete Statue Nijazows. Turkmenbaschi drehte sich dank neuer Technik um sich selbst und rund um die Uhr, sodass sein Gesicht immer der Sonne zugewandt blieb. 24 Stunden am Tag ruckelte und zuckelte die Elektronik, um Baschis Kopf dem Lauf der Sonne anzupassen.

Das hiess: Nijazow ist der Abglanz der Sonne hier auf Erden. Die Tendenz geht ins Totale. Flughäfen, Berge, Städte, Seen, Strassen, Gebäude, Banknoten und das TV tragen seinen Namen. Wenn etwas nur da war, verdiente es auch schon, von Turkmenbaschi als seinem Vater, Erzeuger und Schöpfer abgestempelte zu werden. Auch ein Mondkrater und ein Asteroid wurden nach Turkmenbaschi benannt.

Eine Teesorte und eine besonders grosse Melonenart sind mit seinem Namen augestattet worden. Dass dann an jeder Strassenecke Nijazows Statuen und Büsten standen, war nicht genug. Es sind an vielen Stellen auch Büsten und Statuen seines Vaters und seiner Mutter aufgestellt worden. Tag für Tag war Turkembaschi damit beschäftigt, die Realität mit seinem Brandzeichen zu versehen. So gefielen ihm die bisherigen Monatsnamen bald nicht mehr. Für Jänner, Februar, März ect. hatte Saparmurad bald neue Namen ersonnen. So wurde der Januar als erster Monat des Jahres erwartungsgemäss zu „Turkmenbaschi“. Der Februar war im neuen Kalander zu „Baydak“ (Fahne) geworden. Der April erhielt mit „Gurbasoltaneye“ den Namen seiner Mutter.

Und der September wurde nach der neuen Staatsideologie „Ruhnama“ genannt. Die lag auch in Buchform vor. „Ruhnama“ wurde als Sammlung von Banalitäten zu einer Staatsbibel erhoben und dem Koran gleichgestellt. Es war der Karriere förderlich, wenn man, auch bei der Führerscheinprüfung, lang genug aus der „Ruhnama“ zitieren konnte. Die „Ruh-nama“ ist auch von „Mannesmann KTI“ ins Deutsche übersetzt und veröffentlicht worden (Siehe ISBN 3-00-001839-5).

Eine Behälter mit diesem Buch wurde von einer russischen Rakete in die Erdumlaufbahn geschossen. Wer dreimal Baschis Buch von Anfang bis zu Ende lese, komme in den Himmel, liess Nijazows Propaganda verkünden. Überall im Land sind Denkmäler oder gar Gebäude in Buchform gestaltet worden. Der sunnitische Islam wurde bei Verbot anderer Religionen staatlich gefördert, doch unternahm der Staatschef viele Schritte, um seine Person an die Stelle des Propheten Mohammed zu setzen. So ließ er in seinem Heimatstadt Kiptschak die grösste Moschee der moslemischen Welt errichten. Das islamische Abbildungsverbot konnte er gut nutzen. Statt des Propheten ist immer nur er zu sehen. Neben den Suren aus dem Koran sind auf den Wänden des Gebetshalle Sätze aus der „Ruhnama“ geschrieben. Der Islam wurde langsam in Richtung einer neuen Religion umfunktioniert, denn der totale Personenkult kann keinen Gott neben dem eigenen Ego dulden.

Die vielen Opfer dieser Diktatur dürfen nicht vergessen werden. Obwohl der Diktator alle Gelder aus Öl und Gas abschöpft, sind fünf Millionen Turkmenen in Armut und Elend gefangen. Mehrere Säuberungen sind schon durch die obersten Etagen der Macht gefegt. Allein 1998 sind in Turkestan 750 Exekutionen gezählt worden, was bei einer Bevölkerung von nur fünf Millionen Menschen ein schauriger Rekord wäre. Das sogenannte Parlament besteht aus fünfzig, von Baschi ernannten Mitgliedern. Die Volksversammlung mir ihren 2504 Migtliedern darf nur einmal im Jahr tagen. Bei Erscheinen des Diktators erheben sich die alle Delegierte, um ihn in Sprechchören zu feiern. Nach einem gescheiterten Attentat im Jahr 2002 sind Führungskader geflüchtet oder verschwunden. Alle Weg-gefährten der ersten Jahre haben sich nach Moskau oder nach Westeuropa abgesetzt. Unter den früheren Ministern Avdy Kuiljev und Boris Shikmiradov haben sich zwei Gruppen gebildet, die durch neue Säuberungen in Adschabad weiter Zulauf erhalten.

Nach dem Tod Nijazows überlegt die Armeeführung, wie die unter dem Diktator verlorenen Privilegien wieder herzustellen wären. Die Armee will vor allem keine Bauarbeiter für die Errichtung der kultischen Monumente bereitstellen. Sie will, was ihr oft von oberster Stelle verboten wird, die Grenze zu Afghanistan schützen. Der Geheimdienst KNB sinnt auf Rache, da ihm viele Agenden von der 3 000 Mann starken Leibwache des Diktators entzogen worden sind. Der frühere KNB-Chef Mohammed Nazarow war für in den Westen gelangte Informationen, verant-wortlich, wonach Turkmenbaschi hohe Summen für den Transfer afghanischen Opiums erhalten haben soll. Die von Nijazow gewaltsam unterdrückten Gegen-sätze der Stämme traten in den letzten Jahren wieder deutlicher hervor. Älteste der Yomud haben nun eine Proklamation erlassen, wonach die Vorherrschaft des Nijazow-Stammes der Tekke beendet werden soll.

Ununterbrochen und mit jedem Tag war Turkmenbaschi mit Bau- und Weltverbesserungsplänen beschätfigt. Er hat das Rentensystem der Sowjetzeit abgeschafft und so eine Million Menschen ins Elend gestürzt. Er liess mitten im Kopadeg-Gebirge einen Eispalast errichten. In Nisa wurde eine 20 Kilometer lange Treppe in den Berg gehauen. Es ist bei hohen Durchschnittstemperaturen ein riesiges Gehege für Pinguine angelegt worden. Spitäler und Kliniken ausserhalb der Hauptstadt wurden geschlossen. Das Einsetzen von Goldzähnen ist verboten worden.

Nijazow befahl den Bau des weltweit grössten Aquariums. Baschi schuf spezifische Arbeitsplätze: Tausende Menschen sind jeden Tag mit der Säuberung seiner hässlichen Sakralbauten beschäf-tigt. Kein Tag verging, da der Diktator nicht das eine befohlen, das andere aber verboten hätte. Turkmenbaschi liess Kinos, Opern und Bibliotheken des Landes schliessen. Auch Kaubtabak wurde nicht mehr geduldet. Kein Internet und kein Karaoke! Das TV- Programm besteht aus Verlautbarungen, aus Verherrlichung des Führers, aus Folklore und ausgewählten Sendungen russischer Kanäle. In überirdischer Länge wird gezeigt, wie Turkmenbaschi seine Minister zur Schnecke macht.

Da knicken sie ein in Grossaufnahme, um sofortige Besserung zu versprechen. Um Verschwörungen und der Bildung einer Machtbasis vorzubeugen, belässt Baschis Rotationssystem einen Minister durchschnittlich ein Jahr auf seinem Posten. Durch das ganze Fernseh-Programm bleibt rechts oben ein goldenes Profil Nijazows eingeblendet. Da er bei Beobachtung des Staatsfernsehens Schwierigkeiten bei Unterscheidung von Männlein und Weiblein hatte, wurde den Moderatoren jede Schminke verboten. Baschi selbst aber liess sich seine grauen Haare tiefschwarz färben. Über die sexuellen Bemühungen des herzkranken Diktators wird viel geflüstert. Baschi soll fantasievolle Bemühungen zu Stärkung seiner schwindenden Manneskraft unternommen haben.

Dass in den Städten riesige Springbrunnen ihr Nass in den Himmel sprühten, mag auf das Wunschdenken Baschis zurückgehen. Einmal soll er während eines Gewitters auf den Balkon gestürmt sein, um Befehle an die Wolken auszugeben. Es müssen unfassbare Dinge geschehen sein, von denen nur die Kommandanten seiner Leibwache wissen und von denen die Weltöffentlichkeit nie etwas erfahren wird.

vermischtes

Iran explores trade opportunities with Latin American countries

Irna – A conference on ‚Exploring Trade and Investment Opportunities in Latin American Countries‘ will begin here on February 26, Head of Iran’s Export Development Center Mehdi Ghazanfari said on Sunday.

Speaking to reporters, he said that the gathering will study grounds to increase export of non-oil commodities along with expansion of trade with countries in the Latin America region.

„We have held talks with Cuban, Venezuelan, Brazilian, Mexican and Uruguayan ambassadors and they have voiced readiness to cooperate in organizing the confab,“ he said.

Businessmen, traders, exporters of goods and services, economic experts from Iran and Latin American countries are to take part in the confab.

Participants in the confab will take advantage of each other’s capabilities to help promote economic growth in their countries, he said.

deutschland

Mario Mettbach versuchte sich wieder im Suizid

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Harald Haack – Der umstrittene frühere Zweite Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Mario Mettbach (54), soll sich die Pulsadern aufgeschnitten und „Tabletten“ geschluckt haben. Dies wird aus Kreisen der Innenbehörde verbreitet, wie das Hamburger Abendblatt in seiner Wochenendausgabe vom 6. Januar 2007 schreibt. Schon 2005 soll Mettbach einen Selbstmordversuch unternommen haben, nachdem ihn seine Lebensgefährtin verließ, wie es heißt, die er als Bausenator kurzfristig zur Referentin gemacht hatte.

Nach seinem erneuten Suizidversuch soll er am Abend des 4. Januar 2007 einen Rettungswagen gerufen und die Sanitäter mit offenbar selbst angelegten Verbänden an den Handgelenken erwartet haben. Die Sanitäter informierte er, er habe circa „80 Tabletten“ geschluckt. Daraufhin kam er ins AK Harburg, wo er nun angeblich psychologisch betreut wird. Möglicherweise ist dies für ihn dringend nötig, denn, so schreibt das Hamburger Abendblatt, gemäß einigen Beobachtern sollen die Motive für ihn „neben beruflichen Problemen auch im privaten Bereich“ liegen.

Seine politische Karriere ist durchwachsen von Parteiwechseln. Es scheint, als habe er die Parteien nach Motiven des Eigennutzes gewechselt. Der gelernter Speditionskaufmann und Hauptmann der Reserve, Mario Mettbach, den Hamburger bald wegen seiner steilen Polit-Karriere und häufig für viele Bürger unverständlichen Entscheidungen mit dem Spitznamen „Super-Mario“ schmückten, trat einst aus der CDU aus und in die Statt-Partei ein. Dann schloss er sich dem Rechtspopulisten Ronald B. Schill an und wurde Vorsitzender von dessen Partei. Mettbach stieg nach der Bürgerschaftswahl 2001 zum Bausenator auf und erlitt 2002 einen Herzinfarkt. Doch schon bald übernahm er Schills Amt als Zweiter Bürgermeister, nachdem der Erste Bürgermeister Ole von Beust (CDU) den Innensenator Schill im Sommer 2003 entließ.

Da es ihm nicht gelang, wie in Senatskreisen behauptet wird, den nunmehr einfachen Bürgerschaftsabgeordneten Ronald B. Schill auf „Koalitionsdisziplin“ einzuschwören, kündigte von Beust die Zusammenarbeit auf und setzte Neuwahlen an, die Schill mit einer neuen Partei und Mettbach mit der ehemaligen „Schill-Partei“ verloren.

Im Jahr 2005 trat Mettbach wieder in die CDU ein. Seine neuen Ämter und Taten, so als Vorsitzender des Vereins Lebendiger Jungfernstieg und Aufsichtsrat der Hamburg Port Authority (HPA), verursachten Argwohn bei der Opposition, sie witterte Filz, da er hauptberuflich als Unternehmensberater arbeitete und im Frühjahr 2006 einen Vertrag bei der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (HWF) erhielt. Für die Logistikinitiative sollte er freie Flächen in Hamburg und im Umland suchen. Mettbach setzte bei Vertretern des Senats und im Bezirk Mitte für eine bestimmte Nutzung eines Osmani-Grundstücks auf der Reeperbahn („Heiße Ecke“) ein. Vom BND wurden Osmani und dessen Brüder mit der organisierten Kriminalität in Verbindung gebracht. Im Mai 2006 räumte in einem Interview mit der „Hamburger Morgenpost“ seine Geschäftsbeziehung zum mutmaßlich kriminellen Geschäftsmann Burim Osmani ein, der seitdem in Untersuchungshaft sitzt. Als Mettbachs Kontakte zu Osmani publik wurden, kündigte die HWF den Vertrag mit Mettbach. Auch seinen Aufsichtsratsposten bei der HPA und seinen Vorstandsposten beim Verein „Lebendiger Jungfernstieg“ verlor Mettbach daraufhin.

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS)
Ethik von Suizid und Suizidprävention
Selbstmord – eine Form von Gewalt? Kostenpflichtiger Artikel von Iris Gorke für EUR 7,99

terror

Ich schwöre bei Gott, dass ich nicht wusste, was sie machen wollten

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Stephan Fuchs & Cooperativeresearch – Zum Auftakt der letzten Verhandlungen gegen den Terrorhelfer Mounir al Motassadeq in Hamburg brach der Marokkaner mit dem Schweigen. Der 32 Jahre alte Motassadeq wird der Beihilfe zum Mord in 246 Fällen und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation für schuldig befunden. War er Teil einer Sting Operation?


Teil einer Sting Opertaion oder Teil einer Drogen Operation?

Vor dem Hamburger Oberlandsgericht brach al Motassadeq erstmals seit 65 Prozesstagen sein Schweigen zu den Vorwürfen er sei an den Terrorangriffen des 9/11 indirekt beteiligt gewesen. Auf die Frage des Gerichts ob er etwas zu sagen habe, zog Motassadeq das vor ihm stehende Mikrofon näher: „Ich habe vieles zu sagen. Es sind Behauptungen, so viele Behauptungen und Schlussfolgerungen, die nicht stimmen. Kann jemand hier in diesem Saal bei Gott schwören, dass das, was hier (in der Anklageschrift) steht die Wahrheit ist? Ich schwöre bei Gott, dass ich nicht wusste, dass die Attentäter in Amerika sind!“

Geheimdienstliche Beobachtung
Bereits im August 1998 stand Motassadeq unter Beobachtung des deutschen Geheimdienstes. Dies bringt die Ermittler zu Mohammed Haydar Zammar der von der Polizei bereits als Extremist eingestuft worden war und Said Bahaji, der ebenfalls observiert wurde und bald darauf bei Mohamed Atta, dem Terrorzellenchef in der Marienstrasse einzieht. Die Hamburger Zelle, die im September 2001 Geschichte schreiben wird.

In der Marienstrasse 54 bleibt Motassadeq bis im Februar 2001. Die Marienstrasse war, laut Washington Post vom 23.Oktober 2001, seit Wohnungsbezug der Jungs unter Observierung der deutschen Geheimdienste, die auch den Geschäftsmann Mamoun Darkanzali im Visier hatte, der wiederum in Verbindung mit Said Bahaji stand.

Das verdammte Geld
Laut Baltimore Sun vom 2. September 2002 erhielt Motassadeq Bargeld eines ungenannten saudischen Finanziers das, so vermuten die Ermittler, nicht für die Finanzierung einer Moschee verwendet wurde, sondern für die Bezahlung der Flugstunden der Terroristen im amerikanischen Sonnenstaat Miami. Der saudische Finanzier könnte, so unsere Recherchen, derselbe sein der auch in einem monströsen Kokaindeal der in Florida immatrikulierten Firma Skyaway verwickelt war. Interessante Parallele: der deutsche Journalist und Buchautor Jürgen Roth schrieb in seinem Buch „Netzwerke des Terrors“, dass Atta vom BKA wegen kleinen Drogenvergehen unter Beobachtung stand.

Aufgrund der BKA Fiche erhielt Atta im Frühjahr 2001 den Job der Lufthansa im Bereich Sicherheit nicht. Im März 2000 stellt der deutsche Geheimdienst Motassadeq und Bahaji auf eine Beobachtungsliste für Ein- und Ausreisen und deren internationale Reisen sollten unverzüglich gemeldet werden. Im Mai 2001 sollen, laut Kay Nehm, 1000 Dollar nach Miami auf Attas Konto transferiert worden sein. Aufgrund diesen Verbindungen wird Motassadeq der Konspiration mit den 9/11 Attentäter in Hamburg angeklagt.

Die Überraschung
Für den 32 Jahre alten Marokkaner ist es nach den beiden Prozessen 2002 und 2004 das dritte Verfahren vor dem Gericht in Hamburg. Detailliert wurde festgehalten wie Motassadeq Kontakte zu den Selbstmordpiloten um Mohammed Atta aussah und wie durch seine Hilfe die Hamburger Terrorzelle unterstützt worden war. Kaum einer rechnete damit, dass er die in Aussicht gestellte Möglichkeit dazu Stellung zu nehmen nutzen würde. Jetzt stellt sich die bange Frage: War Motassadeq bloss Teil einer Terror-Sting Operation oder war er Teil einer gigantischen Drogenoperation und damit Teil einer bereits von Journalismus Nachrichten von Heute und World Content News in vielen Artikeln beschriebenen Unregelmässigkeiten im Kokain – und Heroin Import? Wir bleiben mit Sicherheit dran.

spionage

Saddam-Anwalt will Aufklärung über Identität der vermummten Henker

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Stephan Fuchs – Saddam Husseins französischer Anwalt Emmanuel Ludot hat in einem Brief an den neuen UN Generalsekretär Ban Ki Moon eine Untersuchung der Hinrichtung seines Klienten gefordert. Ein Komplott in der Henkerskammer? Das Video seiner Hinrichtung und die Tatsache, dass Saddam gehängt worden sei, verstosse gegen die Genfer Konvention von 1949. Der Hingerichtete sei bis zu seinem Tod vom Status her ein Kriegsgefangener gewesen, die Konvention hätte auf ihn also angewandt werden müssen, heißt es in dem am Dienstag in Auszügen veröffentlichten Schreiben von Ludot..

Komplott in der Henkerskammer
Der französische Anwalt will wissen, wer die vermummten Henker waren. Hochgestellte Saddam-Gegner könnten „in einem üblen Handel mit der Besatzungsmacht das Privileg erhalten haben, bei der Tötung selbst Hand anzulegen“. Tatsache ist, dass der Todeskandidat nach den inzwischen aufgetauchten Videos von Personen, die bei der Exekution zugegen waren, geschmäht und beschimpft worden ist. „Muktada“-Rufe unterbrachen das Gebet des irakischen Exdiktators unter dem Galgen.


Ist der Henker Muktada al-Sadr?

Einer der Henker tritt vor, er trägt einen gelben Mantel und eine schwarze Maske. Er mustert Saddam, kontrolliert die Schlinge, die schon um dessen Hals liegt. Sekunden später ist Saddam tot. Muktada waren die letzten Worte, die Saddam Hussein in seinem Leben gehört hat.


Ist Muktada al-Sadr der Henker?

Der Henker soll, so vermuten die saudischen Zeitungen „Al Riadh“ und „Al Watan“, der schiitische Hassprediger Muktada al-Sadr persönlich sein. Ein Augenzeuge meinte: „Ich habe ihn sofort erkannt.“ Weitere Zeugen bestätigen das laut den Zeitungen: „I saw al-Sadr wearing the black hoods inside the room and there was also Abdulaziz al-Hakim [leader of the Supreme Council for Islamic Revolution in Iraq – SCIRI]. They were among the six men wearing hoods that one can see in the images aired by the TV“, Sadr habe gedroht: Entweder dürfe er dabei sein – oder seine Leute würden der Regierung grosse Probleme bereiten.

Muktada al-Sadr ist der 33-jährige Geistliche aus Najaf und steht für schiitische Radikalität und Gewalt. Den Nachnamen dazu – „al-Sadr“ – kannte Saddam seit vielen Jahren. Er hatte 1999 Mohammed Sadik al-Sadr und 1980 Mohammed Bakir al-Sadr umbringen lassen. Mit Mukdada verbunden ist auch ein Haftbefehl der Amerikaner und eine eigene Milizarmee, die „Mahdi-Armee“. Bekannt ist, dass erstens Muktada seine Leutnants nicht immer und überall unter Kontrolle hat, und dass zweitens manchmal völlig andere Gruppen, auch Baathisten, unter ihrem Cover agieren. Selbst der iranische Geheimdienst soll heftig mitmischen.

Hinrichtung gefilmt, obwohl Mobiltelefone abgenommen worden sind
Auf dem Video bricht kurz vor dem Tod des Diktators ein Tumult aus und er wird beschimpft. In den Filmaufnahmen ist der stellvertretende Staatsanwalt Munkid al-Farun zu hören, wie er die Zwischenrufer zur Ordnung ruft. Farun war stellvertretender Staatsanwalt bei dem Prozess, in dem Saddam Hussein wegen eines Massakers an Schiiten zum Tode verurteilt wurde. Nach seinen Angaben haben zwei Regierungsvertreter die Aufnahmen gemacht.

Regierungsstellen hingegen behaupten, es sei ein Wächter gewesen. Wie die „New York Times“ unter Berufung auf einen Augenzeugen der Exekution berichtete, soll der nationale Sicherheitsberater Muwaffak al-Rubai die heftig umstrittenen Bilder mit der Kamera seines Mobiltelefons gemacht haben. Dieser aber bestritt das vehement. Farun erklärte, die Aufnahmen seien nicht heimlich gemacht worden.

Farun hätte die Hinrichtung Saddam Husseins wegen der Beschimpfungen gegen den Todeskandidaten nach eigenen Worten beinahe abgebrochen. Er habe damit gedroht zu gehen. Die Verantwortlichen für die Schmähungen am Galgen hätten gewusst, dass „wenn ich gehe, die Hinrichtung nicht fortgesetzt werden konnte“. Laut Gesetz muss bei der Exekution ein Vertreter der Anklage anwesen sein. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, weshalb die Beschimpfungen erst unmittelbar vor der Exekution stattfanden.

Die US-Amerikaner – in dessen Obhut Saddam war – hätten allen die Telefone abgenommen, auch das Mobiltelefon des Staatsanwaltes. Wie fand das Mobiltelefon seinen Weg in die Kammer? Wieso wurde ihnen das Telefon beim Filmen nicht abgenommen?

Saddam-Video: Wie offiziell war der „heimliche Exekutions-Filmer“?
Zwei Video Passagen der Saddam Exekution

Krieg

Präsident Lula bewilligt Militäreinsatz in Rio

Rio de Janeiro – Brasiliens Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva hat den Einsatz der Streitkräfte zur Bekämpfung der ausufernden Gewaltwelle in Rio de Janeiro bewilligt. Eine Antidrogen- Eliteeinheit solle ebenfalls eingesetzt werden, teilte die Regierung in Brasilia am späten Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Zeitpläne für den Einsatz wurden vorerst nicht bekannt. Allein eine Attentatswelle der Drogenmafia hatte in Rio seit dem 28. Dezember 24 Menschenleben gekostet. Lula bezeichnete die Angriffe als „Terrorismus“. Am Donnerstag war ein Kleinbus mit Touristen aus Deutschland, Österreich und Kroatien überfallen worden.

Die sechs Reisenden waren am frühen Morgen auf dem Flughafen Tom Jobim gelandet und in ihre Hotels unterwegs, als ihr Bus auf einer Schnellstrasse von einem Auto zum Halten gezwungen wurde. Die Verbrecher erbeuteten Juwelen, Bargeld, Kreditkarten und Fotoapparate. „Die Ausländer waren alle sehr nervös, aber niemand wurde verletzt“, sagte ein Polizeisprecher. Wenige Stunden vor dem Überfall hatte der Gouverneur des Bundesstaates Rio, Sergio Cabral, den Einsatz der Militärs als „sehr, sehr dringend“ bezeichnet und einen entsprechenden Antrag bei der Zentralregierung angekündigt.

Die Angehörigen von Luftwaffe, Heer und Marine sollen nach den Vorstellungen Cabrals künftig unter anderem Patrouillenaufgaben in der Stadt Rio übernehmen. Die Eliteeinheit „Kraft für die Nationale Sicherheit“ (FSN) solle derweil zunächst in den Grenzgebieten des Bundeslandes eingesetzt werden.

Die „FSN“-Einheit wurde 2004 von Lula ins Leben gerufen. Ihr gehören 7700 Elitebeamte an, die vor allem zur Bekämpfung des Drogenhandels trainiert werden. Diese Männer und Frauen wurden bislang nur in zwei Bundesstaaten eingesetzt.