afrika

Fußball-WM 2010 nicht in Südafrika?

Dr. Alexander von Paleske – 2004 war die zweite Bewerbung Südafrikas als Austragungsort der nächsten Fußball-WM erfolgreich. Bereits im Jahr 2000 hatte sich Südafrika beworben, aber Deutschland machte schließlich das Rennen. Groß war damals die Enttäuschung auf dem schwarzen Kontinent. Nicht nur in Südafrika ist Fußball ein Massensport, sondern überall in Afrika. Aber im Jahre 2004 war dann die Freude umso größer.

Diese Freude könnte bald der Enttäuschung Platz machen, denn es ist nicht mehr sicher, ob die WM wirklich in Südafrika ausgetragen wird. Der Grund: Mangelnde Vorbereitung.

Die Fifa, der internationale Fußballdachverband, hat der südafrikanischen Regierung klare Zielvorgaben gesetzt; die einzuhalten dürfte nun sehr schwierig sein. Bisher sind alle Stadionneubauten und Renovierungen bestehender Stadien nicht über die Planungsphase hinausgekommen. Gleiches gilt für die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs in den Austragungsorten. Und dies zwei Jahre nach Erteilung des Zuschlags.

Machtkampf wichtiger als WM
Thabo Mbeki, dessen reguläre Amtszeit im Jahr 2009, also ein Jahr vor der Weltmeisterschaft, ausläuft, hatte wohl damit gerechnet, über eine Verfassungsänderung eine dritte Amtszeit zu kriegen, so dass er als Staatschef die Ernte der Planung und Vorbereitung der WM selbst eingefahren hätte und nicht sein Nachfolger.

Anstatt die WM zur Chefsache zu machen und alle Energien in die Vorbereitungen zu stecken, ist der Präsident in einen Machtkampf mit seinem ehemalige Vize, Jacob Zuma, verwickelt, den er wegen angeblicher Korruption selbst gefeuert hat und der nach wie vor der Nachfolger von Mbeki werden will im Jahre 2009.

Nachdem es vor einiger Zeit ganz so aussah, als verschwinde Zuma in der politischen Versenkung, hat sich da Blatt mittlerweile gewendet. Mit Hilfe der Gewerkschaften und der kommunistischen Partei legte er ein starkes Comeback hin.

Als kürzlich der Staatschef Mbeki seinen indischen Amtskollegen Manmohan Singh zu einer Massenversammlung anlässlich des 100. Jahrestages der von Mahatma Gandhi ins Leben gerufenen Freiheitsbewegung in ein Stadion in Durban einlud, da begannen die nicht gerade zahlreich erschienenen Besucher mit Buhrufen, als sie hörten, dass Jacob Zuma nicht sprechen würde und verließen dann das Stadium. Mbeki und sein Gast standen vor leeren Rängen. Eine Blamage für Mbeki.

Aber nicht nur die Zuma-Affäre, sondern auch sein konspirativer und diktatorischer Regierungsstil hat den Unmut an der Basis des ANC wachsen lassen, und nicht zuletzt die Behandlung der AIDS-Seuche. Auch wenn Mbeki von einer weiteren Amtszeit träumen mag, diese erscheint gegenwärtig so gut wie ausgeschlossen.

Ein weiteres Problem plagt Südafrika, das bis zur WM zumindest teilweise eingedämmt werden müßte: Die Kriminalität. Und auch hier hat die Regierung Mbeki bisher versagt.

Die ausufernde Kriminalität hat mittlerweile ein solches Ausmaß erreicht, dass die führende Sonntagszeitung, „Sunday Times“, am 1. Oktober den Leitkommentar auf Seite 1 setzte.

„This is a crisis, not just a problem“
Nahezu 19.000 Morde pro Jahr. 55.000 Vergewaltigungen, 120.000 Raubüberfälle, das macht Südafrika weltweit zu einem Spitzenreiter. Erschreckend ist auch die Brutalität, die einen Richter jüngst bei seiner Urteilsbegründung nach der Todesstrafe rufen ließ.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht über neue äußerst brutale Morde und Raubüberfälle in den Medien berichtet wird, und der Ruf nach Aufrüstung der Polizei und dem Einsatz der Armee wird immer lauter. Gesteigert wird die Kriminalitätsrate noch durch die Krise im Nachbarland Zimbabwe. Mittlerweile leben mehr als zwei Millionen Zimbabwer in Südafrika, viele davon illegal und viele landen in kriminellen Banden. Und auch hier wiederum zeigt sich das Versagen der Regierung Mbeki, die sich nicht aufraffen konnte, die Verhältnisse in Zimbabwe als das zu beschreiben, was sie sind, eine brutale und menschenverachtende Diktatur, und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.

Und während der Finanzminister Trevor Manuel, vor einer Woche erst, die viel zu knapp bemessenen Mittel für die notwendigen Investitionen zur WM freigab, läuft die Zeit davon.

Nach außen tut die FIFA so, als sei alles unter Kontrolle, aber, wie zu hören war, hinter verschlossenen Türen werden längst Eventualpläne gemacht: Die Verlegung nach Australien. Die Enttäuschung über den Verlust der Austragung der WM in Afrika wäre grenzenlos.

Fussball-WM 2010 in Südafrika ungewiss

vermischtes

MP says Iran should fingerprint US nationals

Iran – The Islamic Republic should fingerprint American nationals upon their arrival in the country, Rapporteur of Majlis National Security and Foreign Policy Commission said on Sunday.

Kazem Jalali pointed to the US officials‘ impolite behavior towards Iranian nationals at American airports, adding that the US officials have recently detained one Iranian reporter at an airport for about 36 hours.

„They handcuffed him for a log time and deported him to Iran. All passengers on the plane carrying him to Iran thought he had been a terrorist,“ he said.

The MP who represents Shahroud in the Majlis further noted that hey did not permit a group of Iranian academics to enter the US and deported them.

„The US officials claims that they observe human rights regulations, but their inhuman behaviors towards prisoners at Guantanamo Bay betray their real face,“
he underlined.

He added that the Majlis commission would insist on having the bill approved, adding that according to the bill the government is obliged to fingerprint all US nationals at Iranian entrance points.

MPs approved the single urgency of the bill on October 3.

Krieg

US-Militärzeitungen wollen Rumsfelds rücktritt

Stephan Fuchs – Wie der Sender CNN heute berichtete wird in mehreren US-Militärzeitungen der Rücktritt von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gefordert. Der Aufruf ist in einem Kommentar in den am Montag erscheinenden Ausgaben der „Army Times“, „Navy Times“, „Airforce Times“ und der „Marine Corps Times“ enthalten.


Da lässt’s sich gut lachen: Rumsfeld hat Rückendeckung vom Chef

Laut dem Verlagshaus „Army Times Publications“ haben die Wochenblätter zusammen eine Auflage von 250.000 Exemplaren und sind in Geschäften sowie auf US-Militärbasen in aller Welt erhältlich. CNN zitierte den Verleger Robert Hodierne mit den Worten, der Zeitpunkt der Forderung habe nichts mit der Kongresswahl zu tun.

Erklärungen militärischer Führer machten deutlich, dass der Pentagonchef zunehmend den Respekt und die Unterstützung der Spitze der Streitkräfte verliere. Das zusammen mit „anderen Fehlern“ Rumsfelds zeige, dass es Zeit für ihn sei, zu gehen, zitiert CNN Hodierne weiter.

Army Times
Military families call for Rumsfeld’s resignation

spionage

1999 war games foresaw problems in Iraq

John Heilprin – The U.S. government conducted a series of secret war games in 1999 that anticipated an invasion of Iraq would require 400,000 troops, and even then chaos might ensue.

In its „Desert Crossing“ games, 70 military, diplomatic and intelligence officials assumed the high troop levels would be needed to keep order, seal borders and take care of other security needs.

The documents came to light Saturday through a Freedom of Information Act request by the George Washington University’s National Security Archive, an independent research institute and library.

„The conventional wisdom is the U.S. mistake in Iraq was not enough troops,“ said Thomas Blanton, the archive’s director. „But the Desert Crossing war game in 1999 suggests we would have ended up with a failed state even with 400,000 troops on the ground.“

There are currently about 144,000 U.S. troops in Iraq, down from a peak of about 160,000 in January.

A spokeswoman for U.S. Central Command, which sponsored the seminar and declassified the secret report in 2004, declined to comment Saturday because she was not familiar with the documents.

The war games looked at „worst case“ and „most likely“ scenarios after a war that removed then-Iraqi President Saddam Hussein from power. Some are similar to what actually occurred after the U.S.-led invasion of Iraq in 2003:

„A change in regimes does not guarantee stability,“ the 1999 seminar briefings said. „A number of factors including aggressive neighbors, fragmentation along religious and/or ethnic lines, and chaos created by rival forces bidding for power could adversely affect regional stability.“

„Even when civil order is restored and borders are secured, the replacement regime could be problematic – especially if perceived as weak, a puppet, or out-of-step with prevailing regional governments.“

„Iran’s anti-Americanism could be enflamed by a U.S.-led intervention in Iraq,“ the briefings read. „The influx of U.S. and other western forces into Iraq would exacerbate worries in Tehran, as would the installation of a pro-western government in Baghdad.“

„The debate on post-Saddam Iraq also reveals the paucity of information about the potential and capabilities of the external Iraqi opposition groups. The lack of intelligence concerning their roles hampers U.S. policy development.“

„Also, some participants believe that no Arab government will welcome the kind of lengthy U.S. presence that would be required to install and sustain a democratic government.“

„A long-term, large-scale military intervention may be at odds with many coalition partners.“

The War Game

Krieg

Hussein zum Tod durch den Strang verurteilt

SDA – Der frühere irakische Staatschef Saddam Hussein ist zum Tod durch den Strang verurteilt worden. Ein Sondertribunal in Bagdad befand den 69-Jährigen wegen eines Massakers an Schiiten im Jahr 1982 für schuldig.

Saddam Hussein nahm den Urteilsspruch sichtlich erschüttert entgegen. Ebenfalls zum Tod verurteilt wurden sein Halbbruder Barsan Ibrahim el Tikriti und der frühere Vorsitzende des Revolutionsrates, Awad Ahmed el Bandar.


„Lang lebe der Irak, Gott ist grösser als der Besatzer!“

Der Strafvollzug könnte sich um mehrere Monate hinauszögern, da das Gericht nach einem Todesurteil automatisch ein Berufungsverfahren einleitet. Ein rechtskräftiges Urteil muss dann innerhalb von 30 Tagen nach der Verkündung des Berufungsentscheids vollstreckt werden.

Saddam Hussein weigerte sich zu Beginn der Sitzung, vor dem Vorsitzenden Richter Rauf Raschid Abdel Rahman aufzustehen und musste von Wachleuten dazu gezwungen werden. Während der Sitzung versuchte der frühere Präsident unentwegt, den Richter mit Zwischenrufen zu unterbrechen.

Als Rahman die Todesstrafe gegen Saddam Hussein, dessen Halbbruder und Bandar aussprach, schrie der 69-Jährige: „Lang lebe der Irak, Gott ist grösser als der Besatzer!“ Mehrere Wachleute führten ihn aus dem Saal.

Gegen einen weiteren der insgesamt acht Angeklagten, den früheren irakischen Vize-Präsidenten Taha Jassin Ramadan, verhängte das Gericht eine lebenslange Gefängnisstrafe. Drei Angeklagte – lokale Funktionäre der damals regierenden Baath-Partei – erhielten eine 15-jährige Haftstrafe, ein Beschuldigter wurde freigesprochen.

Die Angeklagten hatten sich wegen eines Massakers 1982 im Dorf Dudschail verantworten müssen. Saddam Hussein war bei einem Besuch in der Kleinstadt von Unbekannten beschossen worden. Anschliessend wurde der Ort mit Terror überzogen. Mehr als 600 Menschen wurden verschleppt, 148 verschwanden für immer.

Der Prozess gegen Hussein
Vor gut einem Jahr begann der erste Strafprozess vor einem Sondertribunal gegen den früheren irakischen Machthaber Saddam Hussein.

Hier die wichtigsten Stationen des turbulenten Verfahrens seit seiner Festnahme am 13. Dezember 2003:

30. Juni 2004: Saddam Hussein wird der irakischen Justiz überstellt, bleibt jedoch unter amerikanischer Bewachung.

17. Juli 2005: Das Sondertribunal bringt erste Anklagepunkte vor. Im Mittelpunkt steht das Massaker von 1982 in Dujail.

19. Oktober 2005: Beginn des ersten Prozesses gegen Saddam Hussein und sieben weitere Angeklagte.

20. Oktober 2005: Ein Anwalt des mitangeklagten früheren Chefs des Revolutionären Gerichtshofes, Awad Hamed al-Bander, wird in Bagdad entführt und ermordet.

8. November 2005: Ein Anwalt des mitangeklagten Ex-Vizepräsidenten Taha Jassin Ramadan wird in Bagdad ermordet.

28. November 2005: Chaotische Szenen im Gericht. Angeklagte beschweren sich über mangelnden Rechtsbeistand.

5. Dezember 2005: Erneut Tumult im Gericht. Der Vorsitzende Richter Risgar Mohammed Amin versucht mühsam, die Kontrolle zu behalten. Die Anwälte zweifeln die Rechtmässigkeit des Verfahrens an und fordern mehr Schutz für die Verteidiger.

14. Januar 2006: Richter Amin reicht seinen Rücktritt ein. Ihm war vorgeworfen worden, den Angeklagten zu viel Raum zur Selbstdarstellung gegeben und sie nicht entschieden genug in ihre Schranken verwiesen zu haben.

29. Januar 2006: Erste Sitzung unter Leitung des neuen Richters Rauf Rashid Abdel Rahman.

15. Mai 2006: Saddam Hussein und seine sieben Mitangeklagten plädieren auf nicht schuldig.

19. Juni 2006: Generalstaatsanwalt fordert für Saddam Hussein sowie für Ex-Vizepräsident Taha Jassin Ramadan und Saddams Halbbruder Barsan al-Tikriti die Todesstrafe.

20. Juni 2006: Der stellvertretende Vorsitzende von Saddam Husseins Anwälteteam wird in Bagdad entführt und ermordet.

10. Juli 2006: Schlussplädoyers der Pflichtverteidiger.

21. August 2006: Zweiter Prozess wegen Völkermordes an den Kurden beginnt.

5. November 2006: Urteilsverkündung im Verfahren wegen des Massakers in Dujail. Saddam Hussein, sein Bruder Al-Tikriti und Ex-Richter Al-Bandar werden zum Tode verurteilt. Der frühere Vizepräsident Taha Jassin Ramadan erhält lebenslänglich, drei weitere Angeklagte Haftstrafen von jeweils 15 Jahren. Ein örtlicher Funktionär von Saddams Baath-Partei wird freigesprochen.

terror

Gefangene geheimer US Gefängnisse sollen zum Schweigen gebracht werden

Washington– Die US-Regierung will es gefangenen mutmasslichen Terroristen verbieten, über ihre Behandlung bei Verhören zu sprechen. In einer gerichtlichen Eingabe des Justizministeriums heisst es: „Die in geheimen CIA-Gefängnissen angewendeten Methoden bei Vernehmungen gehörten zu den wichtigsten zu schützenden Geheimnissen auf dem Gebiet der nationalen Sicherheit“ berichtete die „Washington Post“ am Samstag.

Danach argumentiert die Regierung im Einzelnen, dass eine Enthüllung der Methoden „extrem schweren Schaden“ anrichten könne. So könnten Terroristen „Gegentechniken“ zu den Methoden lernen und dadurch die Bemühungen der Regierung vereiteln, Informationen von ihnen zu erhalten. Vor diesem Hintergrund müssten die Gefangenen auch daran gehindert werden, mit ihren Anwälten über ihre Behandlung zu sprechen.

Dem Zeitungsbericht zufolge stammt die Eingabe vom 26. Oktober und wurde bei einem Bundesgericht in Washington eingereicht. Danach reagierte die Regierung damit auf den Dringlichkeitsantrag eines Anwalts, ihm Zugang zu seinem Mandanten Majid Khan zu gewähren. Khan gehört zu den 14 mutmasslichen Terroristen, die vor kurzem aus geheimen CIA-Gefängnissen in das US-Lager Guantánamo Bay (Kuba) verlegt wurden und von der Regierung als besonders gefährlich eingestuft werden.

„Harte Methoden“ rechtens
Nach Angaben des „Zentrums für Verfassungsrechte“, das den Anwalt mit Khans Vertretung beauftragt hat, wurde der Gefangene während seines dreijährigen CIA-Gewahrsams Folter-Praktiken ausgesetzt. Danach sollen Khan und Mithäftlinge unter anderem gezwungen worden, verseuchtes Wasser zu trinken, das zu heftigem Erbrechen geführt habe.

Wie die „Washington Post“ weiter berichtet, argumentiert die Regierung in ihrer Eingabe auch, dass die ehemaligen CIA-Gefangenen kein automatisches Recht auf Kontakte zu Anwälten hätten. Dabei wird auf ein kürzlich vom US-Kongress verabschiedetes Gesetz verwiesen, dass den Häftlingen den Zugang zu US-Gerichten verwehrt. Ein Bundesberufungsgericht prüft zur Zeit, ob diese Massnahme rechtens ist. Das Gesetz enthält auch Regelungen zu den Verhörpraktiken. Danach ist Folter verboten, aber „harte Methoden“ sind zulässig. Was darunter zu verstehen ist, wird in dem Gesetz nicht gesagt.

Krieg

U.S. speeds attack plans for North Korea

Bill Gertz – The Pentagon has stepped up planning for attacks against North Korea’s nuclear program and is bolstering nuclear forces in Asia, said defense officials familiar with the highly secret process.

The officials, speaking on the condition of anonymity, said the accelerated military planning includes detailed programs for striking a North Korean plutonium-reprocessing facility at Yongbyon with special operations commando raids or strikes with Tomahawk cruise missiles or other precision-guided weapons.

The effort, which had been under way for several months, was given new impetus by Pyongyang’s underground nuclear test Oct. 9 and growing opposition to the nuclear program of Kim Jong-il’s communist regime, especially by China and South Korea.

A Pentagon official said the Department of Defense is considering „various military options“ to remove the program.

„Other than nuclear strikes, which are considered excessive, there are several options now in place. Planning has been accelerated,“ the official said.

Read more @ Washingtontimes

Related Stories
U.S. tracking N. Korean ship with banned military equipment
Negropontes Planspiel als Realität ausposaunt?
Countdown zum Atomkrieg?
Placemarks für die Google-Earth-Software-Version

weird world

Schwulen – Hasser bestellt sich kleinen Gott

Stephan Fuchs – Der Evangelikale US Prediger Ted Haggard hasst die Schwulen. Ted ist auch vehement gegen Evolutionsanhänger, gegen Andersgläubige sowieso und Frauen, die Abtreiben – auch gegen jene die müssen; sie alle sollen mit dem Satan im Bund sein – verblendet vom Bösen. Damit Amerika sauber bleibt, hat er den Bund mit Gott geschlossen. Diesem will er die Streitaxt sein. Ted Haggard’s Freund, so sagt Ted, ist Präsident Bush. Medienberichten zufolge stand er wöchentlich in Kontakt mit dem Weissen Haus. Gnade uns! Jetzt kam ans Licht: Er hat sich selbst einen Callboy bestellt. Gnade ihm, denn das bekommt dem Wahlkampf der Republikaner nicht gut.


Ted Haggard macht neben Schwulen Sex wohl auch Voodoo

Seither hat er seine Ämter als Präsident der Nationalen Vereinigung Evangeliker niedergelegt und lässt sein Pastoren-Amt in Colorado Springs erst mal ruhen, denn er sieht sich im Moment von einer Wolke umgeben. Die New Life Church teilte in ihrer Stellungnahme mit, angesichts der «Wolke», die sich durch die Anschuldigungen gebildet habe, könne der Pastor nicht weiter Gottesdienste halten.

Die Anschuldigung kam von Mike Jones, einem Call-Boy. Er erklärte dem Fernsehsender Kusa, er habe als männliche Begleitperson drei Jahre lang eine sexuelle «Geschäftsbeziehung» zu Haggard unterhalten, den er unter dem Namen „Art“ kannte. Art alias Ted Haggard, bezahlte für Sex! AUTSCH! Art, so Mike Jones, konsumierte vor dem Sex auch Methamphetamine um sich aufzugeilen. JESUS!

Ted Haggard wies dies zurück. Er sei seiner Frau treu, sagte der Vater von fünf Kindern. Ja klar, Ted! Es ist doch keine Sünde Kinder zu haben.

Filmbeitrag von 9News.com

medien

Das Präkariat als TV-Sozialporno

Buy content through ScooptWords
Malte Olschewski – Der Triumph des Siegers ist nur halb so schön, wenn er sich nicht am Elend des Verlierers weiden kann. In der Wirklichkeit ist das nur selten möglich, da Gewinner und Unterlegene in verschiedenen Welten leben und voneinander getrennt sind. Doch will man sich trotzdem an der Not des abgehängten Präkariats ergötzen. Und schon ist das Fernsehen zur Stelle. In letzter Zeit ist eine Zunahme von Sendungen zu verzeichnen, die als Sozialpornos relativ hohe Einschaltquoten erreichen. Früher war es das Proletariat, das sich aber organisieren konnte. Dem Präkariat fehlt diese Fähigkeit. Aber es liefert Darsteller in die elektronische Peep-Show.

In Deutschland werden die Sozialpornos meist als Gerichts-Shows verkleidet. Auch wenn auf RTL die Nanny einmarschiert, so findet sie fast immer einen prekären Haushalt vor. Die verschiedenen TV-Anstalten machen einander Konkurrenz und suchen im Terminkalender der Gerichte Fälle, die dann dramatisiert und aufgemotzt werden. Jugendrichterin Kirsten Erl waltet bei RTL ihres Amtes, während Richter Alexander Hold bei SAT 1 Recht spricht. Richter, Zeugen und Angeklagte sind Schauspieler, die aber über einem vorgegeben Text improvisieren dürfen, da Versprecher und Slang die erhöhen.

Ein Börsenbetrug, fahrlässige Krida oder ein Wirtschaftsverbrechen werden vor dem Fernseh-Gericht nie abgehandelt, vielmehr geht es hier um typische Fälle aus der Unterschicht. Die Drehbücher sind ähnlich gestrickt: Fast immer bricht ein atemloser Zeuge in den Gerichtssaal, um dem Verfahren eine neue Wendung zu geben. Bei dem relativen Erfolg im deutschen TV-Nachmittag bleibt zu fragen, warum solche Gericht-Shows in österreichischen Sendern fehlen.

Es ist der staatliche ORF auf der sozial-pornografische Schiene schon seit langem mit anderen Formaten unterwegs. Die Sendung „Liebesg’schichten und Heiratsachen“ rückt älteren und vereinsamten Menschen auf den Leib. Sie müssen nicht unbedingt verarmt und können sogar relativ wohlhabend sein. Es zielen die Fragen immer in die erotisch-sexuelle Sphäre.

Aussehen und Alter der Befragten konterkarieren ihre wortreichen Wünsche nach einem Partner. Das Auffinden, Hervorzerren, Befragen und Abfeiern möglichst bizarrer Typen wird in der Barbrara Karlich-Show vollzogen. Deren Ablauf ist immer gleich. Vor einem Publikum wird ein Thema angesagt. Da die Show schon seit Jahren läuft, müssen die Themen immer bizarrer werden: „Mein Glied ist viel zu klein“ oder „Ich weiss nicht, wer ich bin“ bis hin zu „Meine Urgrossmutter mag mich nicht!“ Dann treten nacheinander die Protagonisten an und nehmen in einer Sesselreihe Platz. Da wird auch die fast hundertjährige „Urli“ (Urgroßmutter) vor die Kameras geschleppt.

Es wird das Publikum und es werden Sozialberater befragt. Der Schwerpunkt liegt auf abstrusen bis bizarren Vorlieben der präsentierten Typen und ihrer politisch korrekten Einordnung. Die privat produzierte Show soll Agenturen beschäftigen, die immer auf der Jagd nach neuen Bizzaroiden sind. Bei „Prima-vera“ werden im ORF medizinische Sonderfälle vorgeführt. Ein Herr erklärt, wie die Penis-pumpe funktioniert. Ein ineinander verwachsenes Zwillingspaar beantwortet via Dolmetsch die Fragen der schnatternden Moderatorin.

Der österreichische, schwer defizitäre Privatsender ATV sucht mit seinen „Doku-soaps“ zu punkten. Es werden reale Beziehungen vorgetäuscht und in einen Wettbewerb eingebettet. Die Darsteller sind originale Menschen, die ein wenig eingewiesen und trainiert werden. Da das Drehen mit Elektronik fast nichts kostet, werden in arrangierten Szenen ungeheure Mengen an Material abgedreht, aus dem dann die Knackpunkte genommen und dramatisch zugeschnitten werden. Pro Fall werden im Durchschnitt 160 Stunden Rohmaterial aufge-nommen. Der Zuschauer wird ständig mit der Frage konfrontiert: Ist das jetzt wirklich so gewesen?

Die Abwicklung ist bei „Bauer sucht Frau“, „Tausche Familie“ und „Nadine traut sich“ immer gleich und für die TV-Tauglichkeit zeitlich begrenzt. Da sucht ein knackiger Junglandwirt eine Gattin. Da geht ein männlicher Sozialfall für eine Woche in eine etwas höher angesiedelte Familie, die wiederum ihren Vorstand nach unten entsandt hat. Ein Mädel vom Land erlebt den Wiener Gemeindebau. Ein 60jähriger tritt in eine Jungfamilie.

Auch Ausländer werden langsam in diese Sozialopern eingeschleust. Seit neuestem klopfen mehrere Verehrer bei Nadine an, die jetzt auswählen und an einem gewissen Datum geheiratet werden will. Einer macht dann das Rennen, wie auch in vielen anderen Shows künstliche Gewinner über artifizielle Verlierer triumphieren.

spionage

Druck auf CIA-Entführer und deren Unterstützer wächst

Helmut Küfner – Neue Erkenntnisse über das Entführungsprogramm der CIA und die durch Ermittler geplante Veröffentlichung mehrerer tausend Flugdaten des US-Geheimdienstes im Internet nähren die Hoffnung, dass es langsam eng werden könnte für die Kidnapper und deren europäischen Unterstützer. Hier eine kurze Zusammenfassung über den aktuellen Stand:

Das Schattenreich der CIA“ ein breites Medieninteresse ausgelöst. Dank seiner hervorragenden Recherchen kommen immer mehr Einzelheiten über die Entführungspraktiken, die Täter, die Opfer und die Folterkerker ans Tageslicht. Auch können jetzt zur Beweisführung weitere diverse Entführungen anhand der Flugdaten ganz bestimmten Flugzeugen zugeordnet werden, insbesondere der N379P. (Liste demnächst hier bei WCN)

Sowohl der Sonderermittler der EU, Dick Marty, als auch Grey wollen in Kürze jeweils Tausende von Flugdaten, die der CIA zugerechnet werden, im Internet zur Verfügung stellen. Durch die Veröffentlichung soll unter anderem auch Druck auf die europäischen Regierungen ausgeübt werden, mögliche Verwicklungen in das Entführungsprogramm einzuräumen.

erlaubt zu haben. Darüber hinaus weist eine vom Parlament in Auftrag gegebene Untersuchung über Flugdaten der CIA einen besonders prekären Fall für Deutschland aus: Am 17.07. 2004 um 15:18 Uhr hob eine Gulfstream mit der Registriernummer N982RK (Richmor Aviation) auf den Azoren ab, die erst wenige Stunden zuvor aus Guantanamo gekommen war. Flugziel war die Frankenmetropole Nürnberg, nach einer kurzen Zwischenlandung ging es von dort um 19:58 Uhr weiter nach Duschanbe in Tadschikistan. Der Rückflug erfolgte einen Tag später wiederum über Nürnberg. Die Flugdaten dieser Maschine sind bisher nicht gänzlich untersucht worden. War es nur ein Gefangenenflug von vielen, in die deutsche Flughäfen verwickelt waren?

Fall“>Ermittlungen wegen des Verdachts auf Beihilfe. Mit der Auslieferung der durch Haftbefehl gesuchten Agenten durch die USA dürfte vorerst jedoch nicht zu rechnen sein und der Chef der Gruppe, Bob Lady, soll in Mittelamerika untergetaucht sein.

Syna“>Vita des Agenten sowie seinen eMail-Verkehr mit angeworbenen Spitzeln im Internet. Es halten sich hartnäckig Spekulationen, er könnte auch die Entführung von Abu Omar koordiniert haben, da er just zu diesem Zeitpunkt seinen Posten in der Botschaft antrat und es den Anschein hat, als wären die Entführer über die Schweiz eingereist (Flug N500GV am 12.02.2003 nach Sitten/Sion) und von dort aus nach Mailand weitergefahren.

Gleich mehrere auffällig gewordene CIA-Flugzeuge haben in den letzten Wochen ihren Besitzer gewechselt:

Das von Grey ausführlich beschriebene „Folter-Taxi“, die ehemalige N313P / N4476S, die unter anderen den Deutschen Khaled al-Masri entführte, wurde umregistriert auf N720MM und fliegt jetzt überraschenderweise für den Multimilliardär Kirk Kerkorian aus Las Vegas, sie wurde von einer seiner vielen Firmen, die MGM Mirage Aircraft Holdings LLC vom CIA-Geisterunternehmen Keeler & Tate Management erworben. (Näheres dazu hier in Kürze)

Auch eine andere Berühmtheit, der „Guantanamo Bay Express“, die ehemalige N379P, jetzt N126CH, ist inzwischen in anderen Händen. Der Milliardär Bruce Menin von Crescent Heights hat sie an die „Treuhandgesellschaft“ Wilmington Trust weitergereicht. Die Maschine ist inzwischen in Sydney, Australien abgetaucht.

Die N129QS, in England verdächtigt, wechselte von Netjets zu Wells Fargo Bank Sie ist mittlerweile ebenso wie die ex-N313P auf der Lackland Airbase (bei San Antonio, Texas) geparkt, wo auch die „Air Intelligence Agency“ (AIA) zu Hause ist. Auch andere Maschinen mit viel Europaverkehr haben dort Zuflucht gefunden, u.a. die N127QS (NetJets / Executive Air), N737ER (Boetti Air), N544PA (Phoenix), N772BC (NetJets Large), N836BA (Wells Fargo Bank, ex-N156QS), N727GP (Malibu Consulting) Was die wohl vorhaben ?

Die N259SK, besser bekannt als das Entführungsflugzeug des Syrers Maher Arar (ex-N829MG, Mark Gordon, Presidential Aviation), hat sich vor kurzem erdreistet, genauer gesagt am 19.10.06, auf dem Flughafen von Karlsruhe/Baden-Baden zu landen. Am 30.10 kehrt sie über Shannon in die USA zurück. Was sie dazwischen angestellt hat, ist noch nicht ermittelt. Der aktuelle Besitzer, Stuart Lasher, hatte schon im Sommer nichts zu lachen, als er von den Medien in die Zange genommen wurde, weil er auch einen Kandidaten für die Gouverneurswahlen in Florida mit dieser Maschine spazieren geflogen hatte. Lashers Antwort: Er habe von der CIA-Vergangenheit dieses Flugzeugs nichts gewusst. (Schaun wir mal – mehr über den Millionärsklüngel und Politiker und ihre Verwicklung in Renditions und Koks demnächst hier)..

Die ansonsten so seriöse Firma Jeppesen Dataplan, die u.a. Karten und Software für die Flugnavigation vertreibt und weltweit Büros unterhält, soll nach einem Bericht des Magazins „New Yorker“ das „Reisebüro der CIA“ gewesen sein, wo Entführungen geplant und koordiniert worden sein sollen. Einer ihrer Firmensitze, von dem aus die Aktionen gesteuert wurden, liegt – aha – wiederum in San Antonio, Texas (siehe Lackland AFB). Und darüber hinaus ist die Firma Jeppesen laut Eurocontrol UK auch selbst unterwegs gewesen, als kurzzeitiger Operator der Maschinen N4476S (ex-N313P, siehe Kerkorian), N168D, N187D (Devon Holding), N4456A (Aviation Specialties).

Auch bei der CIA-Frontfirma Aero Contractors scheint die Tür jetzt einen Spalt weit aufzugehen. Wie bekannt, liefen unter deren Verbund die Flugzeuge der Firmen Premier Aircraft Management (N313P, N39P), Aviation Specialties (N157A, N299AL, N312ME, N4456A, N4466A, N4476S, N4489A, N5139A, N5155A, N58AS, N6161Q und andere), Stevens Express Leasing (N173S, N4009L, N4042J, N845S) und Devon Holding (N168D, N187D, N196D, N219D).

Wie die Flugzeuge innerhalb der Firmen weitergereicht wurden, zeigt folgendes Beispiel aus der Registrierungshistorie der Twin Otter N6161Q, ein Flugzeug, das sich sowohl in Camp Peary, als auch in Mittel- und Osteuropa herumgetrieben hat:

N391AC Aero Contractors 1979
N6292Q Devon Holding 1996
N237JR Devon Holding 1998
N6151C Courtland Air Services 05/2001
N6161Q Aviation Specialties Inc. 07/2001

Kann denn Zufall Sünde sein? „Aerocontractors“ heißt auch eine äußerst seriöse Airline in Nigeria. Na ja, mag man denken, eben eine zufällige Namensähnlichkeit in dieser Sparte. Aber Flugzeug-Recherchen über Eigentümer anhand der fortlaufenden Seriennummern des Herstellers der DeHavilland und deren Auslieferungszeitpunkt machen dann doch stutzig, die Wahrscheinlichkeit, dass die Bestellungen vom selben Konto ausgegangen sind, ist groß:

c/n 633 N391AC Aero Contractors 05.10.79
c/n 634 5N-AVG Aerocontractors 11.79

Quelle: Planemad

Bleibt die staunende Frage, wer war wohl zuerst da – die Henne oder das Ei? War die von US-Managern dominierte nigerianische Fluglinie, die bereits seit 1959 aktiv ist, eine frühe Auslandszentrale der CIA oder haben sich deren Besitzer Ende der siebziger Jahre mit Jim Rhyne, dem Gründer der US-Aero und ehemaligen Piloten der „Air America“ zusammengetan und sich anschließend für Spezialaufgaben angeboten?

Der Vollständigkeit halber seien noch die Tarnnamen der Entführungscrew von Khaled al-Masri aufgeführt, die im Sold der US-Aero Contractors unterwegs gewesen waren. Die Liste stammt von „El Pais“, die sie von spanischen Behörden erhalten hat, die wiederum auf die exzellenten Recherchen von Stephen Grey zurückgehen:

Bird, Kirk James
Bryson, Charles Goldman
Deckard, John Richard
Fain, Eric Matthew (Pilot)
Fairing, James
Franklin, Jason
Grady, Michael
Greesbore, Walter Richard
Loren, Hector
Lumsden II, Lyle Edgar
O’Hale, James
O’Riley, Patricia
Payne, Jane

Auch die Klarnamen und Anschriften der Entführer sind in der Obhut der Behörden, und es sieht so aus, als ob es angeichts der Beweislast auch in Deutschland für eine Anklage reichen dürfte.

Umgekehrt müssen sich deutsche Regierungsstellen und Behörden auf weitere Enthüllungen gefasst machen. Spätestens seit der Verdacht aufkam, dass es auch in Deutschland illegale Geheimgefängnissse, sog. „Black Sites“ existierten, verfällt man dort in eisiges Schweigen und zieht nur noch den Kopf ein. Zuviele neue Vorwürfe sind in den letzten Wochen auf sie eingeprasselt:

«Base Alliance» gewesen, in dem BND und CIA zusammenarbeiten.

Murat Kurnaz wurde seinen Aussagen nach von KSK- Soldaten misshandelt: „… Sie trugen die deutsche Flagge am Ärmel. Ich musste mich hinlegen, die Hände auf dem Rücken gefesselt. Der eine zog mich an den Haaren hoch. Weisst Du, wer wir sind?‘ Der wollte angeben. ‚Wir sind die deutsche Kraft.‘ Er hat jedenfalls meinen Kopf auf den Boden geschlagen, und die Amerikaner fanden das lustig. …“ Zuerst wurde alles abgestritten, dann doch bestätigt, dass es im Januar 2002 in Afghanistan Kontakte zwischen Bundeswehrsoldaten und Kurnaz gegeben habe. Es sollen nur «verbale, nicht körperliche Kontakte» gewesen sein. Schwer zu glauben, wenn es vorher hieß, dass es überhaupt kein Aufeinandertreffen gab.

Dann der „Stern“-Bericht, BND und BKA wussten bereits seit Herbst 2001 dass die USA in Europa Gefängnisse für Terrorverdächtige unterhielt und dass jene dort auch misshandelt worden seien. Er bezog sich auf einen Besuch von Behördenvertretern auf der US-amerikanischen «Eagle Base» in Tuzla Sie beobachteten, wie ein etwa 70-jähriger Deutsch-Ägypter so schwer geschlagen worden sei, «dass die bei der Verhaftung mit Gewehrkolben zugefügte Kopfwunde 20 Stiche benötigte». Der BND und das Kanzleramt soll die vorangegangene Entführung von Abdel-Halim K. durch maskierte Männer aus einem Hotel in Sarajevo vertuscht haben.

Die Familie des Mannes habe nach seinem plötzlichen Verschwinden, das ihr von einer Hotelangestellten übermittelt wurde („Überall im Zimmer war Blut“) die Behörden informiert, und bei der deutschen Botschaft in Sarajevo nachgefragt, jedoch keine Auskuft erhalten. Der BKA-Beamte wiederum soll unmittelbar nach seiner Rückkehr einen Bericht für die Nachrichtendienst-Lage im Kanzleramt geschrieben haben, so das ARD-Magazin „Kontraste“. Einer der beteiligten Beamten vermerkte nach dem Besuch in Tuzla: „Für das, was die Amerikaner dort machten, würden vor dem Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag Prozesse geführt.“

Es gibt also noch jede Menge aufzuarbeiten. Bereits jetzt schon ließe sich ein dickes Buch mit diesen unerhörten Vorgängen füllen, die in jeder verantwortungsbewussten Demokratie schon längst zu Rücktritten von Mitwissern und Beteiligten hätte führen müssen. So werden vermutlich wohl die Gerichte das letzte Wort haben, hier geht es schliesslich um unterlassene Hilfeleistung und womöglich auch um Beihilfe zu schwerer Körperverletzung.

Weierführende Artikel:
WorldContentNews
Landungsdaten im Allerheiligsten der CIA
Dreist: Folterflieger in Zürich gelandet
Kurnaz: Gefoltert und in Fesseln nach Hause geschickt
BAZL-Direktor bestätigt CIA Flüge
Bush gibt Gefangenenflüge über Europa zu
Flugdatenanalyse: N35NK
CIA-Flüge nach Baku