vermischtes

Außerirdische fordern Beschneidung

Harald Haack – Glaubt man der Bibel, so sind sie längst unter uns Menschen: Die Außerirdischen. Seit mehr als zweitausend Jahren treiben sie Menschen in den Wahn. Nun fordern deren Famuli die Beschneidung der freien Meinungsäußerung.

Nehmen wir einmal an, da gebe es Menschen die nicht nur Kühe, sondern auch das was die Kühe hinten heraus drücken, die Kuhfladen, für heilig hielten. Diese Menschen wären verärgert, wenn ein Ungläubiger einen Kuhfladen als wahrhaftiges Stück Scheiße verstünde und auch so behandeln würde. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) verlangte nun „einen Grundkonsens, dass nicht alles mit Füßen getreten werden darf, was anderen heilig ist“. Wahrscheinlich weiß er nicht, dass kein Mensch freiwillig in einen Kuhfladen tritt. Aber zusammen mit den „Weihrauch schwenkenden Fischern“ und den ganz „Durchtriebenen“ und den „Altgläubigen“ wie auch den „Hütern des unreinen Fleisches“ soll er mit ihnen am satanischen Tag, dem 6.6.2006, gut zwei Stunden lang im Vorzimmer zum Himmel, in der bayerischen Staatskanzlei, diskutiert haben, darüber nämlich, wie man Humor und freie Meinungsäußerung verbieten könnte und über einen besseren Schutz religiöser Überzeugungen.

Er, dessen teuflisch guten Witze Zuhörer einschläfern, fordert nun eine Verschärfung des deutschen Strafgesetzbuches, die Erweiterung des Paragrafen 166 dahingehend, dass, hier genannt im übertragenden Sinn, um beim Beispiel zu bleiben, künftig niemand mehr einen Kuhfladen als Kuh-Kacke bezeichnet und hinein tritt. Die Beschimpfung eines solchen religiösen Bekenntnisses soll künftig unter Strafe gestellt werden. Doch eine Neuauflage des früheren Gotteslästerungsparagrafen aber sei für Stoiber „keine wünschenswerte Option““: „Wir haben das drei Mal versucht und sind drei Mal gescheitert.“

Welch satanische Offenbarung!

deutschland

Der LBB-Skandal in Berlin

Karl Weiss– Der Untersuchungsausschuß des Berliner Abgeordnetenhauses über den Skandal „Landes-Bank Berlin“(LBB) sollte am Freitag vorgelegt werden. In einem Vorabbericht hebt die „Wirtschaftswoche“ hervor, daß dort steht, die Politik, so der damalige CDU-Wirtschafts-Senator und andere, wußten sehr wohl, was sie da anstellten. Der Sonderprüfungsbericht einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft von Anfang 1998 war dem Senat bekannt, der die Risiken der folgenschweren Fonds-Geschäfte der LBB darlegte.

Es geht um Verluste von größenordnungsmäßig 7 Milliarden Euro, die von den Steuerzahlern bezahlt werden sollen. Bereits wiederholt gab es in Berlin Proteste dagegen, daß man den Politikern zuerst zugesteht, sich und seinen Freunden Riesengewinne zuzuschanzen und dann hinterher die Steuerzahler dafür blechen lassen will.

Wenn der Bericht der „Wirtschaftswoche“ stimmt, ist diese Argumentation jetzt vom Untersuchungsausschuß gestützt worden. Die rechtliche Konstruktion war so gewählt worden (vereinfacht), daß Zeichner, darunter Politiker, die anfallenden Gewinne der Fondsgeschäfte gutgeschrieben bekamen, aber als die Risiken sich realisierten und hohe Verluste eintraten, sie plötzlich aussteigen konnten und die Pleite gegangene Bank dem Staat zum Zahlen der Schulden überlassen konnten.

Es ist offensichtlich, daß eine solche rechtliche Konstruktion sittenwidrig ist, auch wenn sie rein formal zulässig gewesen sein mag. Die Forderungen aus der Berliner Bevölkerung sind völlig berechtigt, daß jene, die riesige Gewinne nach Hause geschleppt haben und die für die kritischen Klauseln verantwortlichen Politker zuerst einstehen müssen, bei denen, die bewußt diese Konstruktion erstellt haben, auch mit ihrem persönlichem Vermögen, bevor der Staat zum Zahlen herangezogen wird.

Wenn der Senat gewußt hat, auf was er sich einläßt, müssen die damaligen Senatsmitglieder, angefangen vom Regierenden Bürgermeister, persönlich dafür einstehen. Auch muß geprüft werden, ob die politischen Parteien (damals SPD und CDU) in der damaligen Verantwortung nicht auch zu den Taten ihrer Funktionäre stehen müssen. Es kann nicht angehen, daß politische Parteien die Verantwortung in einem Bundesland – und damit die Macht über die Landesbank – übernehmen, aber von Verantwortlichkeit nichts mehr wissen wollen, wenn es um das Auslöffeln der Suppe geht. Verantwortung ist Verantwortung.

Soweit die Theorie. Wie es in der Praxis zugeht, weiß man.

Die Millionengewinne eingesteckt haben, werden von Paragraphen geschützt, obwohl offensichtlich ist, daß sie sich die Gelder sittenwidrig angeeignet haben. Sie werden als Gegenleistung den Parteien der Politiker ein paar Brosamen als Spenden zukommen lassen. Ein Schelm, wer das Korruption nennt.

Die Politiker werden nicht angeklagt werden. Warum nicht ? Ist doch klar. Der Justizsenator ist Vorgesetzter der Staatsanwälte und wird einfach anordnen, daß nicht angeklagt wird. Von wegen Gewaltenteilung!

Nur eine massive Protestbewegung von der Basis könnte noch bewirken, daß nicht der Steuerzahler die Zeche zahlt, die andere bestellt und getrunken haben. Es wäre angebracht, daß Viele die abwartende Haltung aufgeben.

vermischtes

Kommt jetzt der Hedge-Fond-Crash?

Karl Weiss – Die Europäische Zentralbank (EZB), sonst sehr vorsichtig mit Vorhersagen, hat jetzt in einem Finanz-Bericht ausdrücklich vor einem Finanzcrash gewarnt, der von dem Zusammenbruch eines großen Hedge-Fonds ausgehen könnte. Damit würde sich bereits das zweite wesentliche Ereignis der Vor-Krisen-Entwicklung von 1998 wiederholen.

Die EZB warnt, es drohe durch „den Kollaps eines großen Hedge-Fonds oder mehrerer kleiner Fonds“ zu „ungeordneten Marktkorrekturen“ zu kommen. Wenn man die vorsichtige Sprache der Finanzwelt in Deutsch übersetzt, wird damit vor einem weltweiten Finanzcrash gewarnt, der umweigerlich eine Weltwirtschaftskrise auslösen würde. Die EZB weist dabei besonders daraufhin, daß im Gegensatz zu der Situation 1998, als der große Hedge-Fond LTCM zusammenbrach und ein Crash nur durch ein konzertiertes Eingreifen der US-Notenbank und mehrerer Wallstreet-Banken verhindert werden konnte, heute die Menge in Hedge-Fonds angelegten Kapitals weit höher liegt, nämlich bei 1,2 Billionen Dollar (1 Billion sind eine Million Millionen, englisch: 1.2 Trillion of Dollars).

Damit hat die EZB ebenfalls eine Parallele zu der Situation 1998 gezogen, was wir bereits letzte Woche getan hatten. Den Anfang machten damals die Brasilien-, die Rußland- und die Asien-Krise. Als nächstes kam der Zusammenbruch von LTCM, der aber damals noch „bereinigt“ werden konnte. Das verhinderte aber nicht, daß im weiteren Verlauf die Weltwirtschaftskrise 2000 bis 2002/3 doch ausbrach. Diesmal aber ist, wie schon die Zahlen der EZB belegen, weit mehr „flüchtiges“, bewegliches Kapital weltweit unterwegs auf der Suche nach gewinnträchtigen Anlageformen.

Kleiner Crash für die Schwellenmärkte
Wenn nun im Mai also ein „kleiner Crash“ erfolgte, der hauptsächlich die Märkte der Schwellenländer traf, aber auch die Börsen weltweit in den Keller schickte, ebenso wie das Gold, so zeigt dies schon, daß die von den Finanzern „Volatilität“ genannte Eigenschaft, daß das Spekulationskapital sich beim geringsten Anlaß in „sichere Häfen“ flüchtet, heute einen Kapitalumfang betrifft, wie er noch nie in der kapitalistischen Geschichte unterwegs auf Suche nach profitablen Anlagen war. Sicherer Hafen jetzt im Mai waren US-Bonds, was die leichte Erholung des Dollar gegen den Euro anzeigte.

Deshalb auch unsere Vorhersage, daß es diesmal kaum noch einmal zwei Jahre dauern wird, bis die Weltwirtschaftskrise ausbricht. Unsere Schätzung war höchstens 10 Monate. Daß die EZB jetzt auch eine ernste Warnung herausgegeben hat, zeigt die Brisanz der Situation. Bereits die jetzige aktuelle Lage ist offensichtlich ein Balanceakt am Rande des Abgrunds.

In diese Situation hinein platzte nun das Gerücht, verbreitet u.a. von der Site stock-world.de, daß ein größerer Hedge-Fond in Schwierigkeiten ist und im Moment ein Auffang-Paket geschnürt würde.

Es gibt keinerlei Bestätigung hierfür, aber es wäre kein Wunder. Ein Hedge-Fond, der für Gelder, die keine profitträchtige Anlage in Unternehmen gefunden haben, höchste Renditen suchte, hat sie zweifellos am ehesten in den Schwellenländern gefunden, z.B. in Brazil-Bonds oder in indischen Aktien. Da diese (die brasilianische Währung und der indische Aktienmarkt) aber am vorletzten Montag zusammengebrochen sind, könnte es also absolut Hedge-Fonds geben, die in Schwierigkeiten sind.

Eventuell bezieht sich die Warnung der EZB sogar auf ihre bekannten konkreten Fälle.

Es kann also nur wiederholt werden, daß wahrscheinlich eine Weltwirtschaftskrise imminent ist. Ebenso ist inzwischen klar, daß es dafür nicht die Voraussetzung eines Überfalls auf den Iran und den entsprechenden Anstieg der Ölpreise braucht, auch wenn dies wahrscheinlich die Weltwirtschaftskrise unmittelbar auslösen würde.

Finanzkarussell & Schreckschuss
Es sei auch noch einmal hervorgehoben, was diese Situation so zugespitzt hat: Die US-Regierung hat die Gelddruck-Maschine angeworfen, um ihre immensen Ausgaben im Irak-Krieg zu finanzieren. Dies hat zwar nicht eine galoppierende Inflation in den USA hervorgerufen, aber nur weil die asiatischen Länder, die ihre Währungen durch US-Dollar Anlagen abgesichert haben, die ganzen neu ausgegebenen US-Anleihen aufkaufen mußten, um nicht ihre eigenen Währungen zu gefährden (das bezieht sich hauptsächlich auf China, Japan und Südkorea). Damit ist aber das Gleichgewicht der internationalen Finanzen ins Schwanken geraten. Der Dollar begann seit März langsam, aber sicher, nachzugeben gegenüber allen wichtigen anderen Währungen und auch die kurzzeitige Erholung durch den Fluß von Geldern aus den Schwellenländern in der zweiten Maihälfte in die USA hat diesen Trend nicht aufhalten können. Jetzt steht der Euro schon wieder auf 1,29 Dollars.

Damit fehlt aber im internationalen Finanzkarussell nur ein mehr oder weniger großer Schreckschuß und die Kapitalmengen beginnen in alle Richtungen zu rennen. Die Börsen würden noch weitere Einbrüche der Größenordnung haben, wie sie jetzt im Mai geschahen, die Immobilienpreise würden überall ins fast Bodenlose fallen, wo sich ‚Blasen’ gebildet haben, die hohen Rohstoffpreise würden absacken usw. usw. Vor allem aber würde der Dollar in einen Abwärtssog geraten, von dem man nicht wissen kann, wo er aufhören wird.

Das alles hätte massive Auswirkungen aufs Wirtschaftswachstum und damit wäre die Weltwirtschaftskrise eingeleitet.

vermischtes

Schweizer UMTS-Studie eine Posse

Harald Haack – Die Mobilfunkindustrie und Mobilfunkbetreiber finden immer wieder Möglichkeiten, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Obwohl eine 2003 publizierte niederländische Studie ergeben hatte, dass es bei Betrieb von UMTS-Sendeantennen aufgrund der Strahlung zu Gesundheitsbeeinträchtigungen bei in der Nähe solcher Antennen wohnender Menschen gibt, negiert eine Studie der Universitäten Zürich und Bern, die am Dienstag in Zürich den Medien vorgestellt wurde, das niederländische Ergebnis und greift damit das von einigen Schweizer Gemeinden verhängte Moratorium gegen den Bau von Mobilfunkantennen der dritten Generation an.

Die Schweizer Forscher des Forschungskonsortiums unter der Leitung von Peter Achermann vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich wollen die niederländische Studie nicht bestätigen können. Seltsam ist, dass sich in der Schweiz Pharmakologen mit den Strahlungsfolgen der UMTS-Antennen beschäftigten. Vielleicht erklärt sich damit die Aussage von Achermann, demnach die Strahlung der UMTS-Antennen „keine Auswirkungen auf das Wohlbefinden“ von Menschen habe.

Für die Untersuchung will man 117 Personen mehrfach für eine Dreiviertelstunde einer bestimmten Strahlung ausgesetzt haben. Die Probanden wurden vor und nach den Tests nach ihrem Wohlbefinden befragt. Dabei konnte kein Zusammenhang zwischen der Stärke des Strahlenfelds und dem empfundenen Wohlbefinden festgestellt werden. Wie denn auch? Wo doch hinreichend bekannt ist, dass hohe elektromagnetische Strahlung zu Langzeitschäden in der Gesundheit führt – vergleichbar mit radioaktiver Strahlung, die man nicht schmecken, fühlen, hören, sehen oder riechen kann. Zellschäden werden jedoch später sichtbar und immer dann, wenn es längst zu spät ist für Vorsorgemaßnahmen.

In diesem Zusammenhang dürfte die Aussage eines Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst interessant sein. Er erklärte kürzlich im Deutschen Fernsehen, man habe mittels der UMTS-Netze die Möglichkeit eine weiteren und verbesserten Niederschlagsortung entdeckt. Im Gegensatz zum bisher angewendeten Wetterradar, das den Meteorologen zu ungenau arbeitet, ist es mittels UMTS möglich im lokalen Bereich die Verteilung von Niederschlagswolken in hoher Auflösung darzustellen. Möglich sei dies durch die Tatsache, dass UMTS bei Regen schlechter arbeitet. Regen schwächt die Sendeleistung. Deshalb wurden die Anlagen so konstruiert, dass sie automatisch bei diesen Beeinträchtigung die Sendeleistungen um eine Vielfaches erhöhen. Aus der gemessenen Differenz von der normalen Strahlungsleistung zur Erhöhten sei der Rückschluss aufs Wettergeschehen mit Hilfe spezieller Software Hilfe möglich.

Es handelt sich vermutlich um solche gravierenden Werte, die bislang noch in keiner UMTS-Studie auftauchten. Demnach wurde nicht untersucht, ob Strahlung in so hoher Intensität zu Gesundheitsschäden und Befindlichkeitsstörungen bei Menschen und Tieren führt. Verständlich dürfte sein, dass die Industrie diese Anforderungen für Studien gar nicht erst gestellt hat. Wer schießt sich schon gerne selbst ins Knie, um eine Schusswaffe zu verkaufen? Somit ist besonders die Schweizer Studie jetzt eine Posse.

kultur

The da Vinci Code – ein Sakrileg?

Sonja Wenger – Der absolute Traum eines jeden Film-PR-Menschen ist eine öffentliche Kontroverse. Man nehme ein Buch, dass fünfzig Millionen Mal verkauft wurde, einen Autor, der gleichermassen erfolgreich wie medienwirksam einen Plagiatsprozess abgewehrt hat und eine kontroverse Geschichte um «die grösste Vertuschungsaktion der Historie». Wenn es sich noch dazu um das Thema Religion handelt, der Streit praktischerweise zwei Wochen vor Filmstart zeitgleich in allen Medien beginnt und die Gemüter der höchsten Autoritäten erhitzt, dann erhält man eine Publizität und ein Interesse, das nicht mit Gold aufzuwiegen ist. Dafür aber umso mehr Geld einbringt.


Weder gut noch schlecht

Obwohl bei der Premiere in Cannes haushoch durchgefallen und seither in den meisten Fällen mit lauwarmen Kritiken versehen, spielte der Film am ersten Wochenende ein Rekordergebnis ein. Was erstaunlich ist angesichts der Tatsache, dass garantiert kein Zuschauer und keine Zuschauerin sich den Film zweimal ansieht. Der Film ist weder gut noch schlecht. Er hat ein paar nette Bilder, Erwartungshaltung kann nur enttäuscht werden, wer es nicht gelesen hat, verbleibt ratlos über die Aufregung in den Medien.

Die Geschichte um Symbole, Rätsel und kirchliche Verschwörungen funktioniert bestens in einem Buch. Auf der grossen Leinwand wirkt sie langatmig. Der cineastische Einfall, geschichtliche Hintergründe zu verfilmen und sie mit der Erzählung visuell zu verweben, kann als löbliche Absicht der Auflockerung gedeutet werden, aber auch als der ultimative Killer der Phantasie.

Dass die Komplexität der «Schnitzeljagd» auf ächzende zweieinhalb Stunden zusammengestaucht wurde und das Ende aufgesetzt kitschig daherkommt macht es auch nicht besser. Hauptdarsteller Tom Hanks versuchte auf einer Pressekonferenz am Filmfestival in Cannes die Diskussion zu entkräften: «Es handelt sich nicht um einen Dokumentarfilm.» Der einzig «vernünftige» Kommentar kam aber von Ian McKellen, einem Schauspieler, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt: «Ich kann mir gut vorstellen, dass Jesus verheiratet war. Und wenn man bedenkt, welche Probleme die katholische Kirche mit Homosexuellen hat, wäre dies doch der beste Beweis dafür, dass Jesus nicht schwul war.»

Religiöse Themen zu verfilmen ist wohl immer wie ein Stich ins Wespennest. Man mag sich nur um den vergleichbarenHype bei dem Film «The Last Temptation of Christ» von Martin Scorssese aus dem Jahr 1988 erinnern, oder um Mel Gibsons Ver. lmung «The Passion of the Christ» von vor zwei Jahren. Auch damals schlugen die Wellen hoch, auch damals hat man sich im Nachhinein gefragt warum.

Welche Angst haben also die Menschen, die nun demonstrieren und sich landauf-landab in Talkshows und Spezialseminaren zu einigen versuchen, was sie denn über den Film, Opus Dei und vor allem über die Theorie denken sollen, dass Jesus Christus eventuell unter Umständen möglicherweise verheiratet gewesen sein könnte. Und weshalb beginnt die Diskussion erst jetzt hochzukochen, obwohl das Buch bereits seit Jahren auf dem Markt ist? Haben die Gegner und Gegnerinnen vielleicht Angst davor, dass es noch immer viele Menschen gibt, die das für bare Münze halten, was sie in bewegten Bildern sehen? Am besten formulierte es wohl die vatikanische Zeitung «L’Osservatore Romano» wenige Tage vor dem Start des Films in Italien: Die Kirche sei in eine «gigantische Marketing Strategie» hinein manövriert worden und die Filmadaption von Dan Browns Buch sei «Viel Lärm um Nichts».

Wie zu erwarten gab die Produktionsfirma Columbia Pictures bekannt, als nächstes Dan Browns Buch «Illuminati » (Angels and Demons) zu ver. lmen. Quasi das Prequel zu «Sakrileg». Mit der Option auf die gleiche Crew um Regisseur Ron Howard, Darsteller Hanks und die Drehbuchautorin Akiva Goldsmann. Die Geschichte handelt im Vatikan und beinhaltet, salopp formuliert, ein Dutzend ermordete Kardinäle und miese Machenschaften im Umfeld des Papstes. Man darf gespannt sein, mit welchen vergoldeten Engelszungen sich die Produzenten um eine Drehgenehmigung im Vatikan bemühen wollen. Schliesslich will das moderne, mündige Publikum heutzutage echte Bilder sehen. Halleluja.

Dieser Artikel erschien im ensuite Kulturmagazin

vermischtes

Kuba und Bolivien helfen sich

Von Karl Weiss – 20 Krankenhäuser in Bolivien werden mit kubanischer Hilfe gebaut und ausgestattet. Dies haben die beiden Regierungen Fidel Castros und der neue bolivianische Präsident Evo Morales vereinbart. Zur Einweihung des ersten der Krankenhäuser in Escoma, nahe der peruanischen Grenze und des Titicacasees, kam der kubanische Botschafter. Kuba wird Bolivien helfen, ein soziales Versorgungs- und Bildungssystem aufzubauen. Bolivien will dafür mit Erdgas bezahlen.

Wie wichtig journalistische Sorgfalt gerade und auch ist, wenn man alternativ berichten und sich ausdrücklich vom Mainstream-Journalismus unterscheiden will, zeigt eine Meldung im „redblog“ vom 30. Mai. Dort wird die Zusammenarbeit von Kuba und Bolivien der Republik Ecuador zugeschrieben und deren Präsident mit Evo Morales benannt.

Zwar hat Ecuador und sein Präsident Palácios soeben auch einen US-Konzern die Rechte auf Ausbeutung der ecuadorianischen Ölfelder aberkannt, aber nicht die Einrichtungen nationalisiert, sondern nur einen vertragsbrüchigen Partner abgestraft. Palácios war dabei, mit den USA einen zweiseitigen Freihandelspakt auszuhandeln. Die Verhandlungen wurden aber nun unterbrochen, weil es den US-Herren nicht paßt, daß man ihren Konzernen, in diesem Fall dem OXY-Konzern, mit so kleinlichen Dingen wie Vertragstreue kommt. Demonstrationen, vor allem der einheimischen Indio-Bevölkerung, gegen die Ausbeutung durch ausländische Konzerne ließ Palácios mit Waffengewalt niederschlagen.

Im Gegensatz dazu hat der neue bolivianische Präsident Evo Morales kurz nach seinem Amtsantritt sein Wahlversprechen wahrgemacht, die heimischen Gasquellen zu verstaatlichen und neue Verhandlungen mit den ausbeutenden Firmen zu beginnen. Ebenso hat er bereits umfangreiche Verträge mit Kuba und Venezuela abgeschlossen im Versuch, etwas ähnliches wie die bolivarianische Revolution in Venezuela auf Bolivien zu übertragen.

spionage

Schweiz: Mann wegen CIA-Fax in Haft

Die Schweizer Militärjustiz hat im Zuge der Affäre um die Veröffentlichung eines geheimen Fax‘ über CIA-Gefängnisse einen Mann verhaftet. Nach einer Woche Haft kam er am vergangenen Mittwoch wieder frei. Gegen ihn läuft eine Voruntersuchung.

Der Schweizer sei am 24. Mai verhaftet worden, bestätigte Martin Immenhauser, Informationschef der Militärjustiz, auf Anfrage eine Vorabmeldung des «SonntagsBlick». Nach einer Woche sei der Mann wieder freigelassen worden, da der Haftgrund weggefallen sei.

Der Mann, dessen Identität die Militärjustiz nicht bekanntgibt, war wegen Verdunklungsgefahr inhaftiert worden. Nun läuft laut Immenhauser eine Voruntersuchung gegen den Schweizer. Diese wird zeigen, ob es zu einer Anklage kommt.

Die Verhaftung sei allein von der Militärjustiz angeordnet worden. Die Bundesanwaltschaft sei dabei nicht involviert gewesen und habe den Verhafteten auch nicht befragt, betonte Immenhauser. Es war die erste Verhaftung in diesem Fall.

Sowohl die Militärjustiz wie auch die Bundesanwaltschaft untersuchen in der Affäre, wie es zur Veröffentlichung eines vom Schweizer Nachrichtendienstes abgefangenen Fax‘ des ägyptischen Aussenministeriums im «SonntagsBlick» gekommen war.

Dabei geht es um mögliche Verletzung des Amtsgeheimnisses. Zwei Journalisten des «SonntagsBlick» wie auch der Chefredaktor waren in der Sache von der Militärjustiz bereits verhört worden.

Die zwei Journalisten hatten kürzlich ein Buch zu der Affäre verfasst. Dort schrieben sie, das ägyptische Geheimdienst-Dokument sei in einem Intercity-Zug gefunden worden. Ein Zugreisender soll es gefunden und dem «SonntagsBlick» übergeben haben.

Schweizer Faxaffäre: Regierung verliert die Nerven
VBS Beamte abgeführt
Geheim-Fax lag im Intercity
Militärgericht hebt SonntagsBlick-Urteil auf
Brigade 41 – Sie liefern perfekte Leistungen ab
ONYX – Die langen Ohren der Schweiz
Spionage leicht gemacht
CIA-Agenten im Internet enttarnt
Meisterleistung oder tückische List?
Schweizer Militär am kuschen?
Helvetia schläft mit dem Boss! Und der Boss ist die CIA

Krieg

Wird WM Attentat in Deutschland Auftakt zum Irankrieg?

Stephan Fuchs – Wie eine Eilmeldung von Christoph R. Hörstel erwähnt, mehren sich Hinweise auf einen grösseren Anschlag auf deutschem Boden während der Fussball WM. Der Anschlag soll die westliche Welt wieder auf Kriegskurs bringen.

Die Eilmeldung des ehemaligen Journalisten, Sprecher des Friedenskreises und Beirat der Deutsch-Arabischen Gesellschaft stützt sich auf die Aussage eines amerikanischen NSA Mitarbeiters und schürt den Verdacht, dass ein Attentats Event geplant sein könnte. Der Friedenskreis ging bislang davon aus, dass ein solcher Terroranschlag ab Oktober in Israel stattfinden würde. Ein Anschlag während der Fussball WM im Juni käme nun allerdings strategisch praktisch gelegen. In dieser Zeit findet in der Region Persischer Golf / Indischer Ozean offensichtlich ein Ablöse Manöver der Flugzeugträger statt. In dieser Zeit kreuzen somit vier anstatt zwei Trägergeschwader und würden zusammen eine verheerend geballte Feuerkraft darstellen.


Bald eine geballte Feuerkraft?

Mit einem Terroranschlag auf das Spiel der Spiele und einer Verknüpfung der ausführenden Terrorzelle zum Iran würde wohl unweigerlich ein massiver Luftschlag gegen Iran auslösen. Ein Szenario das erschreckende Folgen hätte.

Die Eilmeldung, welche auf der Seite Profi-Reporte.de publiziert wurde, fügte auch ein Auszug des angeblichen NSA Mitarbeiters bei:

Here are some further details.The French have pulled the Charles DeGaulle carrier group back to home port, arriving as of June 9. This is a change, and, I think, a reflection of French recognition that any military action against Iran would create a hideous blowback.

On the World Cup targeting, the Israelis are already putting out the line that Hezbollah, on behalf of Iran, is planning attacks on some of the soccer matches. This would be a possible trigger for military strikes on Iran, in „retaliation.“ US is covertly arming both MEK (Mujahideen e-Khalq) and PKK terrorists for operations inside Iran. Weapons to MEK are coming from Bosnia, with US complicity. US is also trying to get Azerbaijan cooperation, to stir up Azeri minorities in northwest Iran,
along Caspian Sea region.

US carrier groups are criss-crossing Persian Gulf and Indian Ocean for much of the middle of June, so this is a window of opportunity with assets in the area. Looks like some people in US institutions are foreseeing financial shocks of commodity hyperinflation, and worry about a new oil shock, with a hit on Iran triggering price spikes to $120 per barrel. US economy could not withstand such a new hyperinflationary shock. So maybe cooler heads are trying to weaken the war drive, which is led by Cheney.

Der Bericht erhält besondere Brisanz durch die Tatsache, dass das US-Angebot an den Iran zu direkten Gesprächen so abgefasst war, dass der Iran dies vorhersagbar ablehnen musste.

Profi-Reporte.de sieht, nach einiger Skepsis, den Bericht als authentisch an. Einige interessante Verknüpfungen gibt es, auch wenn die Terrorwarnung ein Flop sein sollte: Waffen aus bosnischen Waffenbeständen könnten durchaus durch amerikanische, deutsche und schweizerische Hände an MEK Einheiten gelangt sein. Dies würde das verschwinden einiger Tonnen Kalaschnikows erklären, die eigentlich für die Aufrüstung der neuen irakischen Armee gedacht war. Die Waffen kamen nie an und keiner will wissen wo sie sind.

2004 vergab das US-Verteidigungsministerium an das amerikanische private militärische Transportunternehmen Taos Industries aus Madison, Alabama den Auftrag, Waffen in Bosnien-Herzegowina zu beschaffen. Taos Industries wiederum nahm dazu ein Netzwerk privater Waffenschieber, Sicherheitsfirmen und Luftfrachtfirmen unter Vertrag. Unter ihnen Firmen des notorischen Waffenhändlers und Ex-KGB Mannes Victor Bout. Brisant: 5 Monate nach dem monströsen Waffen-Deal verstarben die beiden Brüder und Besitzer der Firma Taos Industries bei einem Flugzeugunfall in Huntsville.

Geheimer Waffendeal mit MEK Terroristen?
Iran Sammlung

medien

Tratschundlaber

Sonja Wenger – Was können wir froh sein, dass die Schweizer Politik die Doris Leuthard hat. Endlich mal eine Frau, die all die «Dorlis», «Bambis» und «Duschpäckli»- Etiketten mit einem breiten Lächeln abzuschmettern versteht. Immerhin macht sich der Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten» Gedanken darüber, ob es nun ein Problem ist, eine Frau über Äusserlichkeiten zu definieren. Um die Frage gleich selbst zu beantworten, bringt die Zeitung dann eine Bildreportage über Doris’ Garten-, Koch- und Tischdekorationskünste.


Immer lustig für eine Schlagzeile

Auch eine andere Frau muss viel einstecken. Der «Blick» textete kürzlich zu einer Fotoserie von Madonna, die sie in Leder und mit viel nackter Haut zeigte: «Was für ein toller Hengst, diese Frau.» Doch auch andere werden nicht verschont. Im Zusammenhang mit der Schwangerschaft seiner Frau verkündete DJ Bobo in der SI: «Ich weiss halt, wie’s geht», und unser neuer Mister Schweiz, Miguel San Juan antwortete auf die Frage, was er gerne für ein Mister sein möchte mit: «Ich möchte unbedingt mein Bestes geben.»


Immer schön bieder die Miss Schweizerinnen

Immerhin: Er sieht auf jedem Foto genau gleich aus. Da ist sein weiblicher Gegenpart Lauriane Gilliéron in der «Coop-Zeitung» schon mutiger: «Mir ist Gesundheit wichtig.» Aber enorm überrascht natürlich, dass Ex-Mister Schweiz Sven Melig «noch immer verliebt ist in seine Freundin.»

Somit dümpelt die Schweizer Medienlandschaft seelig vor sich hin. Man muss schon über die Grenze schielen, um neue Dimensionen der Stupidität zu finden. Dazu wurde nun die Doku-Soap «Tatjana & Fof. » geboren. Ihre Hohlwohlgeborenen versprechen «ungeschminkte Einblicke» in das aufregende Privatleben des Starlets Tatjana Gsell und ihres doppelt so alten Prinzen Ferfried von Hohenzollern. Wobei das «ungeschminkt» zu bezweifeln ist. Apropos Kurioses. Da ist George Clooney auf dem Titelbild des «Vanitiy Fair – Green Issue» zu sehen, auf das er es dank seines Engagements für die Umwelt geschafft hat. Und dann macht der gute Mann Werbung für Nespresso. Kein Widerspruch zu klein, um noch lukrativ zu sein. Da bleibt eigentlich nur, sich wie der Psychiatrieprofessor Daniel Lang in der SI zu fragen:

«Welchen Sinn machen Depressionen?» Als Gegenmittel empfiehlt sich, bei «Pflücke Swarowski Steinchen von einem nackten Modell» mitzumachen. Zu . nden gibt’s diese Glanzleistung der Sinnlosigkeit unter http://www.millioncrystalbody..com. Bei der Käuferliste findet sich eine Weltkarte, auf der man sieht, wer in welchem Land bereits wie viele Steine für einen Euro pro Stück gekauft hat. Das ist dann ein bisschen wie beim Eurovision Song Contest: «Royaume-Uni, zero points.»

Tratschundlaber erscheint bei ensuite kulturmagazin

medien

k-notes:

Lukas Vogelsang – Sommerpause. Oder vielleicht streichen wir den Sommer und machen einfach Pause. Das ist wohl korrekter. Mit der neusten Ausgabe haben wir wieder eine inhaltliche Grenze erreicht. Das macht eine Überarbeitung des Heftes nötig. In dieser Form können wir kaum den nötigen Anforderungen genügen – wir brechen aus allen Fugen…

Doch keine Angst. Wir haben jetzt 2 Monate Zeit, uns intern einig zu werden, in welchem Umfang wir weiterfahren wollen. Viel wird sich vielleicht gar nicht ändern – oder alles. Wer weiss… Kultur ist etwas dynamisches und genau so haben wir die Organisation aufgebaut.

Gerne nehmen wir auch Ihre Kommentare und Wünsche entgegen. Es wäre der richtige Zeitpunkt dazu.


Bricht aus allen Fugen

Eine Frage, mit der ich mich in der nächsten Zeit auseinandersetzen werde, beobachtet das „kulturelle Hauptstadtleben“ – auch in anderen Ländern. Immer wieder haben wir das Gefühl, dass es anderen Orten interessanter und spannender ist. Oder entspricht das der Realität oder ist es nur das Fremde, was uns anlockt und blendet? Was haben wir denn im Gegensatz dazu zu bieten? Wo besteht Handlungsbedarf, welche Bereiche kann man verbessern und warum sollte man?

Ab August erwartet uns die nächste Saison und damit auch ein weiteres Jahr ensuite – kulturmagazin. Ich hoffe, dass Sie uns mit einem Abo oder mit Werbung weiterhin unterstützen und fördern werden.

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