deutschland

Zirkus Fußball – Und alles von unseren Steuergeldern

Karl Weiss – So sehr die Fußballfans, inklusive dem Schreiber dieser Zeilen, bereits der WM entgegenfiebern und bereits in die wildesten Spekulationen verfallen, wer denn wohl diesmal die große Überraschung wird, so sehr muß man doch auch zugeben, daß der Fußball im allgemeinen und die WM im speziellen nun einen Grad von Kommerzialisierung erreicht haben, der einem fast übel werden läßt. Aber es ist nicht nur der Zirkus-Effekt, der abstößt, auch ganz praktische Überlegungen führen zum Schluß, daß das Maß voll ist.


Privatparty Fussball WM

So hat soeben das Nachzählen der in Deutschland verkauften Karten der Spiele der Nationalmannschaft und der eventuell in Frage kommenden Achtel-, Viertel-, und Halbfinalspiele ergeben, daß wahrscheinlich nur eine Minderheit, eventuell sogar eine kleine Minderheit der Zuschauer dort in den Stadien deutsche Fußball-Fans sein werden, die das Klima eines Heimspiels herstellen könnten.

Zunächst waren ja nur 40% der Karten in den Verkauf gekommen, während die anderen 60% entweder an die Sponsoren zur weiteren Verteilung gegeben wurden oder an Anbieter von Reisen zur WM gegeben wurden bzw. VIP-Karten sind, die für einen Fußballfan unbezahlbar Preise haben. Diese letzten drei Kategorien werden nur zu geringen Teil oder gar nicht bei deutschen Fußballfans landen. Aber auch die ersten 40% waren ja keineswegs nur in Deutschland verkauft worden, speziell nicht die jener Zwischenrundenspiele.

Keine Heimspiele
Damit werden wir dies Jahr zum ersten Mal bei einer Fußball-WM die Situation haben, daß die Heimmannschaft, in diesem Fall die Deutsche, KEINE HEIMSPIELE HABEN WIRD! Der Heimvorteil, der schon oft ausschlaggebend war, ist dahin. Man erinnere sich nur an 1966 in England, an 1974 in Deutschland, an 1978 in Argentinien und an 1998 in Frankreich, wo jeweils die Heimmannschaften die Krone nach Hause trugen. Aber auch die hervorragenden Ergebnisse von z.B. Chile 1962, von Mexiko 1986, der Vereinigten Staaten 1994 und Südkorea 2002 sprechen für sich.

Dies setzt aber voraus, daß bei den Spielen der Heimmannschaft wirklich eine klare Mehrheit von begeisterten heimischen Fußball-Verrückten das Stadion füllen. Genau das hat diesmal die FIFA verhindert. Selbst wenn ein Teil der Karten der Sponsoren an Deutsche gehen sollten, so handelt es sich da doch um Manager, die bestenfalls mal in die Hände klatschen oder hüsteln. Ob da viel für die Nationalmannschaft herausspringen wird, ist zu bezweifeln.

Doch das ist noch keineswegs alles. Die Tatsache, daß von allen Spielen etwa die Hälfte der Eintrittskarten an Sponsoren ging, führt auch zu massiven Bestechungen. Die Karlsruher Staatsanwaltschaft hat nach einem Bericht der „Süddeutschen“ z.B. Untersuchungsverfahren gegen den Chef des schwäbischen Energiekonzerns EnBW sowie eine Anzahl von staatlichen Funktionären im Ländle eingeleitet. U.a. steht der baden-württembergische Wirtschaftsminister Pfister im Fadenkreuz der Ermittler. Es ist klar, daß EnBW immer geneigte Minister, Abgeordnete, und Amtsträger braucht und daß solche Geneigtheit mit VIP-Tickets für wichtige WM-Spiele beachtlich gefördert werden kann. Insgesamt seien außer Pfister noch sechs weitere Amtsträger Ziel der Verfahren.

VIP für 2000 Euro
Ein noch größeres Problem sind die VIP-Karten, die nicht den Sponsoren gegeben wurden, sondern im freien Verkauf sind. Die kosten nämlich durchschnittlich 2000 Euro – pro Person! Das Kontingent wird von der Schweizer Firma ISE Hospitality angeboten. Es handelt sich um insgesamt 350 000 Karten! Das sind bei 64 Spielen etwa 5500 pro Spiel! Wenn diese Karten nicht verkauft werden, und danach sieht es aus, werden große Lücken auf den Rängen bleiben.

Man hätte sich eigentlich denken können, daß Leute, die 2000 Euro pro Karte zahlen können, nicht so häufig Fußballfans sind. Aber die Entfernung, die jene FIFA-Offiziellen inzwischen vom Fan-Volk haben, ist ja schon sagenhaft.

Dazu kommt, daß die FIFA wie selbstverständlich die öffentlichen Leistungen des deutschen Steuerzahlers in Anspruch nimmt, so als ob es sich um eine Organisation handeln würde, die dem öffentlichen Wohl dient. Das ist aber nicht der Fall. Die FIFA ist eine private Organisation, vergleichbar einer Firma und sie ist vor allem auf Profit aus, wie eine Firma und müßte deshalb eigentlich für öffentliche Dienste zahlen.

Hunderterschaften Polizei für Privatparty
Da werden hundertschaftenweise Polizisten bereitgestellt, um ein privates, auf Profit gerichtetes Ereignis zu schützen. Da wird der Verfassungsschutz mit der Überprüfung von 350 000 Helfern beschäftigt, alles zur Profitmaximierung einer Firma FIFA, die noch nie über ihr Vermögen und ihre Geldflüsse Auskunft gegeben hat, wie es z.B. eine Aktiengesellschaft tun muss – ganz zu schweigen vom Zahlen von Steuern.

Da werden Stadien renoviert und völlig umgebaut, so wie das Berliner Olympiastadion, alles von unseren Steuergeldern und zum höheren Genuß des Herrn Blatter, der Gelder in unbekannter Höhe für sich selbst verwendet.

Wenn es um ein Sozialticket der öffentlichen Verkehrsmittel geht, dann ist kein Geld da, aber wenn der FIFA die dicken Geldscheinbündel vorne und hinten reingeschoben werden, dann finden das jene Politiker in Ordnung.

Dazu kommen dann noch solche Dinge wie in Berlin, wo man einfach einen Naherholungsbereich beschlagnahmt und für Besäufnisfeste von Fußball-Fans zur Verfügung stellt. Kein Wunder, daß sich bei einer Umfrage bereits die Hälfte der Berliner irritiert über die WM gezeigt hat.

Was mit unseren Steuergeldern und dem Fußball passiert, ist auch außerhalb der WM interessant. Das Geld, das angeblich so knapp ist und an allen Ecken und Enden fehlt, ist plötzlich im Überfluß da, wenn die Fußballmannschaft unterstützt werden muß.

So konnte der Berliner Senat der Hertha ein schönes Geschenk machen: Die Stadionmiete wurde gekürzt. Hertha konnte Spieler kaufen und bleibt im Geschäft . Der Steuerzahler zahlt die Differenz. Der gleiche Berliner Senat, der immer über Geldmangel klagt.

Die Stadt Dortmund ging sogar noch weiter: Um den Bundeligaklub Borrusia zu unterstützen, kaufte man das Westfalenstadion. Die Borussia ging trotzdem Pleite. Geld war in Dortmund jedenfalls genug da. Denn nun bracht die Borussia für das Städtische Stadion nur eine symbolische Miete zahlen. Alles von Steuergeldern.

Ebenfalls im Geld schwimmt das Land Rheinland-Pfalz. Es bürgte für die Arena in Kaiserslautern. Der Vorstand hatte den Verein mit kriminellen Machenschaften zugrunde gerichtet. Aber man hats ja.

Auch die Polizeieinsätze bei Bundesligaspielen brauchen die Vereine nicht zu zahlen, auch wenn sie private Firmen sind. Woche für Woche Geld der Steuerzahler für das Wohl von Firmen ausgegeben, die für eine entsprechende private Firma mit soviel Schutzpersonal Millionen ausgeben müßten. Aber wir sind schließlich ein reiches Land, das Geld im Überfluß im Steuersäckel hat. Da kann man sich schon mal eine paar Fußballspiele leisten, nicht wahr?

terror

Her Majesty’s Geheimdienst kannte die Terroristen

Stephan Fuchs – Der lange erwartete Report über die verheerende Bombenserie in London vom 7. July 2005 ist publik. Offensichtlich wären die Anschläge zu verhindern gewesen. Zwei der vier Attentäter befanden sich bereits vor der Tat im Visier der britischen Geheimdienste. Doch es fehlte an Mitteln, um sie zu stoppen, so das Fazit des heute veröffentlichten offiziellen Berichts des britischen Parlaments.

Am 7. Juli 2005 hatten sich in der Londoner Innenstadt vier mutmassliche islamistische Extremisten in die Luft gesprengt, drei in der U-Bahn und einer in einem Bus. Dabei kamen 56 Menschen ums Leben, 700 weitere wurden verletzt.

Fahnder des Geheimdienstes hätten vor den Anschlägen Hinweise auf zwei der Attentäter, Siddique Khan und Shazad Tanweer, gehabt., allerdings sei ihre Identität damals noch nicht geklärt gewesen.
Die Terroranschläge seien ohne direkte Unterstützung der Terrororganisation al-Qaida geplant worden, bestätigte gemäss britischen Medien ein zweiter offizieller Untersuchungsbericht frühere Angaben. Demnach liessen sich die vier Selbstmordattentäter zwar vom Gedankengut der Al-Qaida-Terroristen inspirieren, hatten dort aber keinen Hintermann, ebensowenig bei anderen internationalen Terrororganisationen.

PDF File: london bombing publication (pdf)

kriminalitaet

Koks in Mexiko – Heisse Kartoffeln in Clearwater

Stephan Fuchs – Das ist verständlich: 5,5 Tonnen Kokain mit einem Marktwert von 100 Millionen Dollar , hübsch verpackt in 128 schwarzen Koffern und alles in einer geräumigen DC- 9 gestapelt, das soll mir mal einer im Garten abstellen. Ich nehme das Zeug. Dümmer natürlich, wenn die Drogenbehörde darum herum steht. Dann steh ich wohl auch lieber pfeiffend herum und behalt die Händchen artig in meinen Hosentaschen.


Auch solche Flieger stehen im Clearwater Airport

So geht es auch in Mexiko. Der Flieger und vorallem dessen Inhalt will partout keiner. Sowas! Der ursprüngliche Halter der DC-9 Maschine ist Royal Sons Inc. des St. Petersburg-Clearwater International Airport. Jene kaufte die Maschine der dubiosen Pleitefirma SkyWay, die gute Verbindungen zu Tom Delay und dem aufgeflogenen Spendenkönig Casino Jack, Jack Abramoff hat.

Royal Sons Inc. will das Flugzeug 10 Tage vor der Zwangsbeschlagnahmung in Mexiko verkauft haben. Unter dem neuen Käufer sollte das Flugzeug nach Venezuela geflogen werden. Dort, in Venezuela sollte die DC 9 frisch bemalt und aufgepeppelt werden.

Die DC 9 verliess also den Hangar von Royal Sons Inc. und den Flughafen von Clearwater. Nach dem Start, auf dem Flug nach Caracas soll unglaubliches geschehen sein. Etwas das sich Royal Sons Inc. und der Zwischenhändler des Flugzeugs nicht erklären können. Nämlich die Tatsache, das das Flugzeug plötzlich mit 5,5 Tonnen Koks aufgebracht wird. Carramba das ist ein Wunder!

Fred Geffon, der Präsident und Verantwortliche von Royal Sons sagt: „Ich wurde für die 40 Jährige Maschine voll bezahlt. Am 30. März 2006 wurde die Maschine an Jorge Corrales, einem Flugzeug Broker aus Simi Valley in Kalifornien übergeben. Seit diese Maschine meinen Hangar verliess hab ich damit nichts mehr zu tun.“

Über den Endkäufer in Venezuela will Geffon natürlich nichts wissen. „Jorge Corrales wollte mir das nicht sagen. Corrales hingegen meint: „Natürlich weiss Geffon wer der Endkäufer in Venezuela ist. Es ist eine Company aus Venezuela.

Wer denn Herr Corrales? „Ohhh das darf ich nicht sagen.“ Auf dem Zertifikat steht allerdings der Name Jorge Corrales als Käufer des Flugzeugs. Aber eben, er ist Broker und könnte den Koksvogel schon wieder weiterverkauft haben.

„Corrales interessierte sich für das Flugzeug bereits im November 2005, meldete sich dann aber eine Weile nicht mehr und im März dann war es eben soweit. Das Flugzeug wollte gekauft werden und mir war das Recht.“ Meinte Fred Geffon.

Jorge Corrales staunt auch: „Ich weiss überhaupt nicht wie das Kokain da hinein gekommen ist. Die Crew, um das Flugzeug nach Venezuela zu fliegen wurde von Royal Sons Inc. gestellt.“

Aha! Für die Crew übernimmt also keiner die Verantwortung? Da kommen wohl irgendwelche Piloten aus dem Busch gerannt und sagen: „Carramba meine Herren! Wir fliegen für sie nach Venezuela weil da ist es lustig und wir lieben das fliegen für Fremde und bezahlen müssen sie uns auch nicht“…?!? Wohl kaum! Fred Geffon, der Präsident von Royal Sons Inc. hat sich tatsächlich um die Crew bemüht: „Ich habe jemanden angestellt der eine Crew für den Flug zusammenstellt“

Aah! Und was ist mit dem Herrn der die Crew zusammengestellt hat? Geffon will den Reiseleiter partout nicht identifizieren und meint: „Der Mann ist jetzt in Europa und nicht mehr erreichbar.“

Weiterführende Artikel zu CIA Operationen:
Bermudadreieck: Koks, Gambling & Politik
Mit Nebelgespenstern, Koks & Poker rund um die Welt
Skyway und die Räuberpistolen
Der seltsame Weg einer DC-9
Hasenfus Kokain? Oder kein Hasenfus Kokain?
Swissair DC-9 „Graubünden“ steckt mit in der Kokain Affäre
Special Operation Samurais & die 5.5 Tonnen Koks
Kokain nicht nur Straffrei sondern bald Pflicht?
Wer war denn Mr. Bramble?
In Coca Mekka Schnee bis in die Niederungen
Die Old Boys Dirigenten von Genf
Das Old Boys Netzwerk
CIA-Flieger in Mexiko mit 128 Koffern voll Kokain erwischt
Verbindung von US-Politiker zu 5,5 Tonnen Kokain
Fallout an Heroin
Mit dem Flugzeugbomber, Oli North & Felix Rodriguez auf der Pista Coca
Pizza aus dem Hindukusch gefällig?
Islamische Mullahs & kalte Krieger in der Liebkosung
Krausköpfe mit Stinger-Raketen

deutschland

Erfolgreich gestreikt! Nicht nur in Frankreich möglich!

Karl Weiss – Die Belegschaft der Metall-Firma Schmitthelm in Heidelberg, die zum Tarifbezirk Nordbaden gehört, hat den ausgehandelten Tarifabschluß nicht akzeptiert, sondern die Forderung nach 250 Euro mehr Festgeld aufgestellt. Der Flächentarifabschluß hatte die betriebliche Höhe der Einmalzahlung offengelassen, so daß in den Betrieben Raum für Verhandlungen war. In einem konsequent geführten betrieblichen Streik setzten die Kollegen ein weit höheres Ergebnis als im Flächenvertrag durch.

Nicht nur in Frankreich können bereits beschlossenen Dinge zugunsten der arbeitenden Menschen gedreht werden, wenn man konsequent kämpft, sich nicht einschüchtern oder spalten läßt.

Nach Bekanntwerden des Metall-Tarifabschlusses berieten die IG-Metall-Vertrauensleute des Betriebes und beschlossen, eine eigene Forderung aufzustellen. Die Initiative wurde mit den Kollegen im Betrieb abgesprochen und fast alle stimmten zu.

Am 26.4. verhandelte die betriebliche Tarifkommission mit der Geschäftsleitung und es war die Bereitschaft zu Zugeständnissen zu erkennen. Zwei Tage später jedoch wurde die harte Linie von der Geschäftsleitung durchgezogen: keinerlei weitere Verhandlungen. Die Löhne wurden nicht ausgezahlt, um die Kollegen zu spalten.

Doch die Metaller bei Schmitthelm zogen nicht den Schwanz ein, sondern erinnerten sich, was die Stärke der Arbeiter ausmacht: Streik. Noch am 28.4. wurde von einer Betriebsversammlung beschlossen, daß der Betrieb ab 2.5. bestreikt wird.

Über 90% folgten dem Streikaufruf. Der Streik wurde im Betrieb durchgeführt, wo die Kollegen die aktuelle Situation diskutierten. Kein einziges produziertes Stück verließ den Betrieb.

Zunächst versuchte die Geschäftsleitung, den Druck auf die Kollegen noch zu erhöhen. Solange gestreikt würde, werde man nicht verhandeln. Die Antwort der betrieblichen Tarifkommission: Das zögert die Lösung nur hinaus. Dann wurde noch eins draufgesetzt: Der Belegschaft und der IG Metall wurde damit gedroht, man werde sie regreßpflichtig für Bandstillstände bei der BMW 3er-Reihe machen, weil dort Schmitthelm-Teile fehlen. Dies machte aber zugleich den Schwachpunkt der Kapitalisten-Seite deutlich: bei der heutigen international integrierten kapitalistischen Produktion kann der Streik in einer kleinen Firma ganze Großbetriebe lahmlegen.

Die betriebliche Tarifkommission tat das einzige Richtige und brach die Verhandlungen sofort ab. Man werde nicht unter einer Erpressung verhandeln.

Am Mittwoch, den 3.5. schließlich mußte die Geschäftsleitung, der die BMW im Nacken saß, klein beigeben: Es wurden Verhandlungen für 4 Uhr nachmittags angesetzt. Im Lauf des Donnerstags konnte man sich einigen: Die Schmitthelm-Metaller bekommen statt der 2,3% des Flächentarifvertrags eine generelle monatliche Lohnerhöhung von 160 Euro ab Juni, unabhängig von der individuellen Arbeitszeit. Zusätzlich wurde der Einmalbetrag von 310 Euro mit dem Mai-Entgelt ausbezahlt. Seit dem 4.5., 18 Uhr, wird wieder gearbeitet.

Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als daß diese Belegschaft einen kräftigen Nachschlag gegenüber dem Tarifabschluß herausgeholt hat – besonders für die Teilzeitkräfte und unteren Lohngruppen ein deutlicher Schluck aus der Pulle. Man ließ sich nicht durch den Hinweis auf den Verbot eines „wilden“ Streiks einschüchtern und nicht durch die Drohung mit Regreß. Man wußte: Ein Kapitalist mit Lieferverpflichtungen sitzt am kürzeren Hebel, wenn man vollständig die Auslieferung verhindert. Man muß nur fest bleiben und darf sich nicht von der Angst überwältigen lassen. Ein ermutigendes Beispiel für alle Arbeiter in Deutschland!

kultur

Volver

Sonja Wenger – Mit «Volver» feiert der spanische Kult-Regisseur Pedro Almodóvar («Hable con ella», «La mala educación») seine «Rückkehr zum weiblichen Universum». Wieder erzählt Almodóvar eine Geschichte von starken Frauen, doch der Film ist gleichzeitig auch eine Liebeserklärung an die Hauptdarstellerin Penélope Cruz («Todo sobre mi madre», «Vanilla Sky»), sowie seine erste Zusammenarbeit nach 17 Jahren mit Carmen Maura («Ay, Carmla», «Mujeres al borde de un ataque de nervios»). Bereits die ersten Bilder geben dem Publikum eine Vorahnung dessen, was während des gesamten Films mit gekonnter Regiehand in einer wunderbar unterhaltsamen Balance gehalten wird: der natürliche Umgang mit dem Tod und ein humorvoller Blick auf die harten Realitäten des Lebens.

Die Kamera schwenkt über einen Dorf-Friedhof und an jedem, wirklich jedem Grabstein schrubbt und putzt und werkelt eine Frau. Dazu läuft Flamenco-Musik und es gibt keine Spur einer düsteren oder morbiden Stimmung. Auch werden mit einem Schlag gleich sämtliche Personen der Geschichte und ihre Eigenarten eingeführt. Da ist zum einen die resolute, aggressiv-sensible Raimunda (Cruz), ihre introvertierte Schwester Sole (Lola Dueñas) und ihre ständig beobachtende Tochter Paula (Yohana Cobo), sowie die tragisch-skurrile Nachbarin Augustina (Blanca Portillo).

Geputzt wird das Grab der vor vier Jahren bei einem Brand umgekommenen Eltern, wobei klar wird, dass vor allem die Mutter (Maura) von allen vermisst wird. Danach geht’s zum P. ichtbesuch bei der kränkelnden Tante (Chus Lampreave) und den ersten Andeutungen darüber, dass vielleicht nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Der Geist der Mutter sei zurückgekommen, um sich um die Tante zu kümmern und Augustina hofft, von ihr mehr über den Verbleib ihrer ebenfalls vor vier Jahren verschollenen Mutter zu erfahren. Man ahnt schnell gewisse Zusammenhänge, doch die Geschichte enthüllt sich gemächlich Schritt um Schritt, ohne auch nur für einen Moment vorhersehbar und dadurch langweilig zu werden.

Zurück in der Stadt sieht sich Raimunda kurz darauf mit der lästigen Situation konfrontiert, die Leiche ihres Ehemannes Paco loswerden zu müssen. Als er versuchte, seine Adoptivtochter Paula zu vergewaltigen, hatte diese ihn mit einem Küchenmesser erstochen. Nun liegt die blutüberströmte Leiche in der Küche und der ausgeräumte Kühlschrank ist nicht gross genug. Da kommt es Raimunda gerade recht, dass sie für den Nachbarn das Restaurant von nebenan hüten soll, das zum Verkauf steht. Bei Nacht und Nebel wird die Leiche in einer grosse Tiefkühltruhe verstaut und um etwaige Kau. Nteressenten abzuhalten, übernimmt sie kurzerhand selbst
das Lokal. Dass ein Filmteam sich bei ihr zum Essen anmeldet, biete ihr ein willkommenes Zusatzeinkommen.

Mit Hilfe ihrer Nachbarinnen «entsorgt» sie nicht nur die Leiche, sondern haucht dem Restaurant auch neues Leben ein. Als jedoch Augustina mit Krebs ins Krankenhaus eingeliefert wird und auch noch die Tante überraschend stirbt, quartiert sich der jetzt heimatlose «Geist» der Mutter bei Sole ein und das Chaos scheint perfekt. Der einzige Ausweg für alle Beteiligten ist nun die ehrliche Aufarbeitung von altem Unrecht und das Loslassen der Vergangenheit. «Wir waschen unsere schmutzige Wäsche unter uns», sagt Augustina zum äusserst lebendigen «Geist» der Mutter. Und so ist es weniger eine Frage davon, ob es nun tatsächlich Geister gibt oder nicht, als denn von der Notwendigkeit, die unerledigten Dinge im Leben zu klären.

«Volver» ist ein zärtlicher Genremix zwischen surrealistischem Drama und frecher Komödie. Das Thema der Frauensolidarität wird auf eine so natürliche Weise umgesetzt, dass man das beinahe völlige Fehlen der Männer kaum wahrnimmt. Almodóvar selbst sagt über den Film: «Drei Generationen von Frauen überleben den Wind, das Feuer, den Wahnsinn, den Aberglauben und sogar den Tod dank ihrer Güte, ihrer schamlosen Lügen und ihrer grenzenlosen Lebenskraft».

Und so wie das Spanien, das er darstellen möchte, ist auch der Film «spontan, vergnügt, kühn» und bis zu einem gewissen Grade auch «gerecht».

Diese Filmschau erschien im Berner ensuite kulturmagazin

kriminalitaet

Bermudadreieck: Koks, Gambling & Politik

Stephan Fuchs – 5,5 Tonnen Kokain im Wert von 100 Millionen US Dollar in einer DC-9 Passagiermaschine. Die Eigner des Flugzeugs, Royal Sons, wollen mit dem Flieger nichts zu tun haben. Sie haben ihn weiterverkauft; an wen, das bleibt vorerst ein Geheimnis. Eine Reise in das Bermuda Dreieck von Kokain, Gambling & Politik.

Die Spur der DC-9 Maschine führt zu der Firma SkyWay. Eine Firma, die pleite war, eine Firma,die Investoren mit einer anderen, alt gedienten DC-9 Swissair Maschine, der „Graubünden“, köderte. Beide Flieger bekamen ein Emblem, das dem der Homeland Security verblüffend ähnlich sieht. Obwohl die Firma pleite war, leistete sie sich eine Very Important Person VIP Loge im Raymond James Stadium in Tampa und pflegte sechs Humvees als Werbegag.

Der Chef von Skyway, Brent Kovar, rühmt sich ein „good old friend“ von Tom Delay zu sein. Jener kam in den Strudel mit Casino Jack, Jack Abramoff.

Nebelgespenster
Skyway kaufte den Koksflieger von einem DuPont Fund 57289, Inc. Jener residierte im Apartado 10455-1000, in San Jose, Costa Rica. Ein Ort der Gambler Firmen. Unter ihnen Red Sea Management mit einem üppigen Rosenstrauss an Offshore-Scheinfirmen und Online-Gambling-Casinos – ebenfalls an dieser Adresse. Merkmal der Firmen: Keine Telefonnummern, billigst Adressen, keine Namen, falsche Namen. Ein Ringeltanz von Belize nach Costa Rica nach Genf, nach England, Miami, Zürich, Zypern und zurück nach Belize und Costa Rica. Die Zweite Adresse, an der die Spuren zusammen fließen, ist die 76 Dean Street in Belize City. Unter den Fittichen des Anwalts Lionel Welch, einem Amerikaner aus Miami, findet sich hier die Elite der Online Gambling Casinos. Neben einer Gambling-Bude IMS Holding mit Adresse im World Trade Center II in Genf, welche bereits vom SECO, dem Schweizerischen Staatssekeritariat für Wirtschaft abgeschossen worden ist, befinden sich die G-Fed, Red Sea & Black Sea. Die Eliten im Online Gambling, vertreten in Asien, Europa, Saudi Arbabien und Amerika, in 15 Sprachen. Eliten? Eher Dubios.

Und rauf die Leiter
Von der Gambling Federation in Belize City geht es zum Interactiv Gaming Council, die auf der Memberliste die Rechtsfirma Greenberg Traurig in Miami anbietet. Greenberg Traurig? Richtig: Casino Jack, Jack Abramoff, Tom Delays Freund arbeitete dort als Lobbist. Von ihm ist bekannt, dass er mit der Gambling Mafia liiert ist, eventuell einen Mord in Auftrag gegeben hat und seine Deals in VIP Logen wie jener von Skyway im Raymond James Stadium in Tampa machte. Ist es möglich, dass Koks das Schmieröl einiger abgefahrener Lobbisten ist?

Weiterführende Artikel zu CIA Operationen:
Mit Nebelgespenstern, Koks & Poker rund um die Welt
Skyway und die Räuberpistolen
Der seltsame Weg einer DC-9
Hasenfus Kokain? Oder kein Hasenfus Kokain?
Swissair DC-9 „Graubünden“ steckt mit in der Kokain Affäre
Special Operation Samurais & die 5.5 Tonnen Koks
Kokain nicht nur Straffrei sondern bald Pflicht?
Wer war denn Mr. Bramble?
In Coca Mekka Schnee bis in die Niederungen
Die Old Boys Dirigenten von Genf
Das Old Boys Netzwerk
CIA-Flieger in Mexiko mit 128 Koffern voll Kokain erwischt
Verbindung von US-Politiker zu 5,5 Tonnen Kokain
Fallout an Heroin
Mit dem Flugzeugbomber, Oli North & Felix Rodriguez auf der Pista Coca
Pizza aus dem Hindukusch gefällig?
Islamische Mullahs & kalte Krieger in der Liebkosung
Krausköpfe mit Stinger-Raketen

spionage

Desinformation über Folter aus den USA

Karl Weiss – Das folgende Interview ist mir auf Portugiesisch zugeschickt worden. Ich habe es lediglich auf Deutsch übersetzt. Ich habe weder mit dem Interviewten noch mit dem Journalisten, der das Interview gemacht hat, irgendwelche Beziehungen und weiß nicht, wer sie sind. Nach Mitteilung des Journalisten ist er Investigations-Journalist in einem ungenannten europäischen Staat. Er beobachtet oft die deutsche Internetszene und ist so auf meinen Namen und Aufenthaltsort gestoßen. Der Interviewte, hier Herr Müller genannt, ist nach seinen Angaben Ausbildungsleiter eines Geheimdienstes in einem europäischen Land. Ich wurde gebeten, die portugiesische Version nach der Übersetzung zu vernichten und habe dies getan.

Herr Müller, Sie haben sich bereit erklärt, mir dieses Interview zu gewähren. Warum?

Müller: Ich halte es für unerträglich, wie in der Öffentlichkeit mehr und mehr Desinformation über Folter verbreitet wird, so als ob durch Folter Verbrechen und Anschläge verhindert werden könnten. Ich habe mich daher entschlossen, die wissenschaftlichen Grundlagen hierüber, die an jeder guten Polizei- und Geheimdienstakademie gelehrt werden, in der Öffentlichkeit erneut klar zu machen, um dem entgegenzuwirken.

Herr Müller, Sie haben für dieses Interview umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen festgelegt. Warum? Was haben Sie zu befürchten?

Müller: Nun, ich bin als Geheimdienstmitglied natürlich zu Stillschweigen verpflichtet und darf auch über Dinge, die nicht ausdrücklich als geheimhaltungspflichtig deklariert wurden, nicht in der Öffentlichkeit reden. Würde ich als der Sprecher hier identifiziert, würde ich entlassen und verlöre auch noch meinen Pensionsanspruch. Selbst wenn es nur wahrscheinlich wäre, daß ich derjenige bin, hätte ich Karriereprobleme. Darum sprechen wir hier, ohne uns gegenseitig zu sehen. Deshalb wird die Kassette, auf die Sie das Interview aufnehmen, nach der Übersetzung vernichtet. Sie haben sich bereit erklärt, dies Interview dann nach einer zweiten Übersetzung über jemand, der auf einer Internet-Informations-Seite schreibt, an die Öffentlichkeit zu bringen. So wird es kein Zurückverfolgen zur Quelle geben.

Warum die zweifache Übersetzung?

Müller: Geheimdienste können heute nicht nur den Sprecher anhand einer Tonaufnahme erkennen, sondern auch mit einem Duktus-Vergleich, also der Art und Weise, wie jemand spricht, mit hoher Wahrscheinlichkeit den Sprecher identifizieren. Dies geht bei der Übersetzung zum Teil verloren, bei zwei Übersetzungen praktisch völlig.

Reicht es nicht, wenn ich ihnen zusichere, Ihre Identität nicht preizugeben?

Müller: Nun, in verschiedenen europäischen Staaten sind in letzter Zeit unter dem Stichwort der Terror-Bekämpfung wesentliche Journalistenrechte eingeschränkt und aufgehoben worden. Es wurden Redaktionsräume durchsucht und Privatwohnungen von Journalisten, um auf undichte Stellen in Geheimdiensten zu stoßen. Deshalb müssen auch Sie vollständig anonymisiert werden. Später, wenn das Interview einmal in der Öffentlichkeit ist, dann können Sie oder andere Journalisten ja diesen Informationen offiziell nachgehen, ohne daß noch irgendeine Verbindung zu mir hergestellt werden kann.

Gut, nun zum Inhalt: Sie sagen, man kann durch Folter keine Informationen, z.B. über geplante Terroranschläge, herausbekommen?

Müller: Genau. Das sind Grundlagen, die an Akademien für Ermittler bei der Polizei ebenso wie an solchen von Sicherheitsdiensten schon seit langem gelehrt werden. Mit Folter kann man keine Ermittlungsarbeit betreiben, im Gegenteil, Folter produziert in der Regel eine Menge Ermittlungs-Abfall, also Hinweise, die einem nur Zeit stehlen und nicht zu irgendwelchen gewünschten Ergebnissen führen.

Aber nehmen wir einmal den Fall, man hat einen mutmaßlichen Terroristen gefaßt, der über geplante Anschläge Bescheid weiß. Kann man da nicht durch Folter so etwas herausbekommen und die Anschläge verhindern?

Müller: Nein. Terroristen sind in der Regel Gesinnungstäter. Sie haben auch in der Foltersituation noch ihre Gesinnung, der sie folgen. Sie können sich leicht ausrechnen, daß es ihnen nichts nützte, die ein oder zwei Anschläge, über deren Vorbereitungen sie etwas wissen, preiszugeben und dann würden sie nicht mehr gefoltert. Im Gegenteil. Hätte sich einmal bewahrheitet, daß sie einschlägige Kenntnisse haben, würden sie bis ins Unendliche weiter gefoltert, weil man ihnen nicht glauben würde, nur von zwei Anschlägen zu wissen. Also können sie ebensogut Vorbereitungen von Anschlägen erfinden und Personen nennen, die gar nicht involviert sind und damit erreichen, daß die Folter ausgesetzt wird, bis man herausgefunden hat, daß nichts daran ist. Das kann ja zum Teil lange dauern.

Gibt es Beispiele dafür?

Müller: Es gibt gerade jetzt in letzter Zeit wieder vielfache Beispiele, weil die US-Behörden aus ganz anderen Gründen mit Folter begonnen haben und dabei zumindest vorgeben oder versuchen, Informationen über mögliche Terroranschläge zu bekommen. Bekannt ist u.a. der Fall Padilla geworden. Irgendein Gefolterter kannte offenbar Padilla, einen US-Bürger mit Kontakten zu Islamisten, und hatte über ihn eine Geschichte erfunden, nämlich daß er bei seinen nächsten Aufenthalt in den USA eine „schmutzige Bombe“ zünden würde, also eine konventionelle Bombe, umgeben mit radioaktivem Material. Er wurde also bei seiner Einreise in die USA sofort festgenommen. Das war vor etwa vier Jahren, nicht lange nachdem man Afghanistan besetzt und dabei Hunderte von angeblichen Terroristen festgenommen und nach Guantánamo gebracht hatte. Nun, bis heute hat sich keinerlei Verbindung von Padilla mit irgendeinem Terroranschlag, geschweige denn mit einer schmutzigen Bombe, finden lassen. Letztes Jahr mußte man sogar beinahe Padilla freilassen.

Solche Beispiele sind Legion. Es ist doch offensichtlich, daß die US-Behörden, obwohl sie Hunderte oder sogar Tausende von vermutlich in Terrorismus verwickelte Gefangene haben, nicht einen einzigen Terroranschlag in Vorbereitung auffliegen lassen konnten. Dies wurde zwar in zwei Fällen behauptet, aber die entsprechenden Täter wurden nie der Öffentlichkeit vorgestellt oder vor einen Haftrichter geführt. Es gab also diese Fälle nicht.

Dagegen sind die tatsächlich durchgeführten Terroranschläge, wie die in Madrid und London, nicht vorhergesehen und verhindert worden. In der Zeit seit dem 11. September 2001 hat es in den USA zwölf Mal hohe Alarmstufen wegen Erkenntnissen über bevorstehende Anschläge gegeben. Nicht ein einziges Mal wurde ein Anschlag durchgeführt oder ein Komplott dafür aufgedeckt. Die 12 befürchteten Anschläge waren also Ausfluß aus der Folterei. Die Gefolterten hatten sie erfunden.

Gibt es auch Fälle, in denen Folter zum Erfolg geführt hat?

Müller: Nun, das hängt davon ab, wie Sie Erfolg in diesem Fall definieren. Regierungen wenden öfters Folter an, wenn sie schnell einen Schuldigen präsentieren wollen. Das kann man mit Folter erreichen. Nach einer Folter-Sitzung bekommen Sie fast jeden dazu zuzugeben, daß er den Mond explodiert hat. Andererseits wird Folter auch freigegeben, um die Gelüste bestimmter Angehörigen der Sicherheitsdienste zu befriedigen. Auch das ist „erfolgreich“.

Sie verurteilen Folter also nicht aus Menschenrechtsgründen?

Müller: Nein. Folter führt zu nichts Sinnvollem. Menschenrechte sind für Geheimdienste sowieso etwas, was man anwendet, wenn man es für nötig hält, nichts Bindendes.

Warum, meinen Sie, wird aber von den USA breit Folter angewandt, wenn man damit doch nicht erreicht, was man will?

Müller: Darüber kann man nur spekulieren. Mir scheint, es geht um einen Effekt in der Öffentlichkeit. Man stellt sich als „starke Regierung“ dar, die etwas tut. Man kann versuchen, den Gegner damit einzuschüchtern – obwohl auch das auf einem Irrtum beruht. Brutalität führt in der Regel dazu, daß auch der Gegner brutaler wird, nicht dazu, daß er zurückweicht.

Sie sagen nun, daß es eine von den USA ausgehende Kampagne gibt, Folter als sinnvoll erscheinen zu lassen und daß unsere Massenmedien darauf hereinfallen?

Müller: Ja. Es wird systematisch verbreitet, daß Terroristen gefoltert werden müßten, um damit den Terrorismus zu bekämpfen. Diese Kampagne wird auf verschiedenen Ebenen geführt und geht hauptsächlich von den USA aus, sowohl von offiziellen Stellen, als auch von den Medien und der Film- und Fernseh-Industrie.

Inzwischen gibt es aber auch bereits europäische Quellen, die am Verbreiten dieser Meinungen mitwirken.

Die erste Ebene ist die der direkten Verbindungen der Dienste untereinander. Wir bekommen laufend Informationen von US-Diensten, daß sogenannte harte Verhörmethoden mit größtem Erfolg angewandt würden. Ich wurde bereits wiederholt auf diese Dinge angesprochen. Das ging sogar so weit, daß man mir vorwarf, ich würde Unrichtiges lehren. Ich muß innerhalb des Hauses wieder und wieder diese einfachen Wahrheiten wiederholen und erklären, weil man sich von der angeblich erfolgreichen US-Politik einfangen läßt. Inzwischen kommen solche Aussagen auch bereits von befreundeten Diensten aus anderen Ländern, nicht nur der USA.

Heißt das, auch andere westliche Länder haben Folter freigegeben?

Müller: Ja. Zumindest von zwei Diensten aus anderen Ländern weiß ich, daß man dies für erfolgreich und angebracht hält.

Die zweite Ebene der Kampagne ist die Öffentlichkeitsarbeit. Es wird über alle möglichen Kanäle die Information in die Medien gegeben, es sei erfolgreich, jene Verhörmethoden anzuwenden. Dies hat zum Beispiel bei einer Anzahl von Politikern in Europa schon dazu geführt, daß sie, wenn auch mit Einschränkungen, die Anwendung von Folter in Terrorfällen legitimiert haben. Ich bemerke dies innerhalb des Hauses vor allem daran, daß immer mehr und immer wieder, auf niedrigen und hohen Ebenen, die Frage gestellt wird, warum wir in dieser Sache noch hinterherhinken. Die zwei oben genannten Fälle z.B., die nie verifizierbar waren, werden andauernd als Beispiel angeführt, daß Folter eben doch eine sinnvolle Methode sein könne.

Schließlich gibt es noch eine dritte Ebene, auf der diese Kampagne geführt wird, das ist die von Fernsehsendungen und Filmen. Es häufen sich immer mehr US-Fernsehserien, in denen in unterschiedlichen Formen für Folter geworben wird. Auch Hollywood-Filme greifen dies Thema bereits auf. In letzter Zeit bin ich aufmerksam gemacht worden auf drei Fälle in US-Serien im Kabel- bzw. ´Satelliten-Fernsehen, in denen leichte Formen von Folter angewandt wurden und zu Erfolg führten, das betraf die Serien „Cold Case“, „Close to home“ und eine der „CSI“-Serien. Es gibt auch ein Gegenbeispiel, in dem die Wirklichkeit von Folter dargestellt wurde, das war in der Serie „Without a trace“.

Können Sie Beispiele nennen?

Müller: Im Fall der Serie „Cold Case“ läßt man eine Staatsanwältin auftreten, die in einem Fall einem dringend eines Verbrechens Verdächtigen Folter ankündigt, wenn er nicht bestimmte Aussagen mache. Drohen mit Folter, wenn glaubwürdig, ist natürlich auch schon Folter. Im genannten Fall geht man soweit, daß man den Verdächtigen sagen läßt: „Das dürfen Sie nicht machen!“ und sie antworten läßt: „Sehen Sie hier irgenwen, der mich davon abhalten könnte?“, indem sie darauf hinweist, daß man allein im Verhörraum ist. Charakteristisch auch, daß man solche Grenzverletzungen von Frauen begehen läßt.

Der Fall in der Serie „Without a trace“ ging über einen Schüler, der einer bestimmten Gang in der Schule angehören wollte und nach vergeblichen Versuchen schließlich begann, eine Bombe zu basteln. Er habe sie in der Schule versteckt und werde sie zünden, wenn er nicht aufgenommen würde. Die Gang schleppte ihn daraufhin in einen Keller und begann ihn mit Elektroschocks zu foltern. Er rückte dann auch schnell mit der Wahrheit heraus, daß er nur gedroht habe und die Bombe gar nicht geschärft sei. Aber nun kam – wie ich das nenne – der Fluch der Folter zum Tragen. Das war viel zu einfach und die Leute von der Gang glaubten ihm nicht. Er wurde weiter gefoltert. So begann er denn alle möglichen Geschichten mit der Bombe zu erfinden, immer in der Hoffnung, sie würden dann aufhören, ihn zu foltern. Das ist eine extrem realistische Darstellung, denn genauso laufen Folterfälle meistens ab.

Übrigens hier noch eine Anmerkung zu einem anderen Thema: Die US-Fernsehserien zeigen in letzter Zeit immer häufiger und immer mehr in mehr Serien den Gebrauch von Kokain als fast schon selbstverständliche Beschäftigung in sogenannten besseren Kreisen, als ein Kavaliersdelikt. Es ist offensichtlich, daß Schnupfen von Kokain systematisch als kleinere Übertretung dargestellt werden soll, die üblich ist. Ich halte dies für extrem bedenklich angesichts der vielen Toten, die Schmuggel und Verkauf von Kokain jährlich kosten.

Und in Filmen?

Müller: Ich erinnere mich gerade an einen Film, dessen Titel ich jetzt nicht mehr weiß. Dort traten zwei Super-Polizisten auf. An einer bestimmten Stelle des Filmes ging es darum, daß sie herausbekommen mußten, wo sie den Chef einer kriminellen Bande antreffen könnten. Sie gingen also zu einer Person, von der sie vermuteten, sie hätte mit dieser Bande zu tun. Der rückte aber nicht mit der Information heraus. Darauf hin nähert sich einer der Polizisten an und greift dem Mann in die Eier und drückt zu. Das schmerzt natürlich. Und siehe da – schon spuckt der Mann den wirklichen Aufenthaltsort des Bandenschefs aus. Wenn das so einfach wäre! In Wirklichkeit würde man diese Information so natürlich nicht bekommen. Entweder der Mann ist nur ein kleiner Polizeispitzel, dann wird der Chef einer kriminellen Bande ihn nie wissen lassen, wo er sich aufhält. Oder er ist selbst Mitglied der Bande, dann kann er dies nicht preisgeben, ohne dem sicheren Tod entgegenzusehen. Da reicht ein wenig foltern auf keinen Fall. Vom Tode bedroht, wird er das gleiche tun wie ein Terrorist: Er wird Stories erfinden, er wird irgendwelche Aufenthaltsorte angeben, nur nicht den richtigen. Der Fluch der Folter ist genau das: Sie produziert Unwahrheit, falsche Geständnisse und erfundene Geschichten.

Es gab vor etwas mehr als einen Jahr in Deutschland einen Fall, in dem der Polizist erklärte, er wolle Folter anwenden. Ein Entführer eines Jungen war gefaßt und es war schon klar, daß er der Entführer war. Aber man hatte den Jungen noch nicht gefunden. Man befürchtete, daß er gefangen gehalten wurde und jetzt, da der Entführer gefaßt war, eventuell in Lebensgefahr sein könnte, z.B. ohne etwas zu trinken. Man wollte durch Folter den Aufenthaltsort des Jungen herauspressen. Wie stehen Sie zu dem Fall?

Müller: Ich kenne den Fall aus Deutschland. Der Polizist, der da foltern wollte, hat offenbar keine Polizeiausbildung genossen, jedenfalls keine gute. Wenn man einen Entführer dazu bringen will, den Aufenthalt der entführten Person aufzudecken, dann läßt man ihn laufen; sagt, die Verdachtsmomente reichten nicht aus. Dann setzt man zwei Teams an, ihn zu verfolgen: Eines, das sichtbar ist und das man ihn abschütteln läßt und ein zweites, das unsichtbar ist und ihn bis zum Versteck des Entführten verfolgt – oder bis man sieht, daß er sich absetzen will – dann greift man zu. Das gehört zum Einmaleins jeder Polizeioffiziersausbildung. Übrigens war in jenem Fall der Junge schon tot. Man hätte also auf Verdacht gefoltert – auch das ein typisches Anzeichen von Folter: Sie erfolgt fast immer auf der Basis vager Verdachtsmomente.

Was spricht noch gegen Folter, wenn Sie schon humanitäre Gründe nicht gelten lassen?

Müller: Erfolterte Geständnisse und Aussagen kann man vor Gericht nicht verwenden – völlig zu Recht, wie aus dem Gesagten hervorgeht. Damit nimmt der Folterer der Gesellschaft die Möglichkeit, einen Schuldigen seiner verdienten Strafe zuzuführen.

Danke für das Interview.

vermischtes

SATIRE

Der Brief
Lieber Schorsch Dappeljuh,

da ich nun zur Fußball-WM nach Deutschland reise und über die Autobahnen zu rasen beabsichtige, halte ich es für angebracht Dir zu schreiben. Telefonisch das mit Dir zu regeln, ist derzeit nicht angebracht, da der Kerl, den Du gerade als Deinen Geheimdienst-Chef eingesetzt hast, ständig an meinen Lippen hängt, wenn ich auch nur mal so den Telefonhörer in die Hand nehme, z.B. um ihn von meiner Spucke zu säubern. Du weißt doch, dass ich eine feuchte Aussprache habe. Immerhin stehe ich jeden Tag vor dem Spiegel und übe, übe und übe. Hitler, unser gemeinsames Vorbild, tat dies schließlich auch. Und dabei denke ich dann an saftige knusprig braune Spanferkel, womit mir das Wasser im Munde zusammenläuft.

Also: Die Show, die wir uns bis jetzt geliefert haben, war echt super. Das hat den Ölpreis, wie erwartet nach oben getrieben. Deine Provision kriegst Du dafür auch auf das vereinbarte Schweizer Konto überwiesen. Aber jetzt, wo ich in Kürze in Deutschland tanken muss, bin ich es leid immer noch das fiese Arschloch auf der Welt-Bühne zu spielen und der Spritpreis muss vorübergehend mal runter. Nun bist Du wieder dran der Mistkerl zu sein. Und ich will ja schließlich nicht in diesem von unseren türkischen Brüdern besetzten Land beim Tanken arm werden.

Und, bevor ich diesen Brief schließe, möchte ich es nicht versäumen, Dir vor allem zu danken für die schicke Urananreicherungstechnologie und die Lieferung der dafür notwendigen Hardware über Deutschland. Und grüße diesen Russen von mir.

Dein Blutsbruder A.M.

P.S.: Anbei der „offizielle Wortlaut“ dieses Briefes, den wir über die undichte Stelle der Schweizer verbreiten können. Der Inhalt dieses für die Öffentlichkeit bestimmten Briefes ist natürlich totaler Stuss.

kriminalitaet

Mit Nebelgespenstern, Koks & Poker rund um die Welt

Stephan Fuchs – Eine Firma für eine Operation. Die Operation war der Verkauf einer DC-9 Passagiermaschiene und viel Gauklerei um Investoren zu locken. Jene haben Geld verloren, viel Geld. Die Passagiermaschine N900SA wurde, nachdem sie intern weiterverkauft wurde mit 5,5 Tonnen Kokain, einem Marktwert von 100 Millionen US Dollar gefunden. Geldwäscherei?


Kein Militär, kein Ärger. Ein Paradis für Schnorchler.
© 2003, Duane Cheney.

DuPont Fund 57289, Inc. ist der Name der Firma die speziell für diese Operation gegründet worden ist. Weder vorher, noch nachher gab es aktivitäten dieser Firma, die den Namen der grossen weiten Welt trägt. Am 20. August 2004 erwähnte Brent Kovar, Besitzer der Firma Skyway und mit besten Verbindungen zu Tom Delay grossspurig:

„When DuPont Trust, which for over a hundred years has been searching out the best investments, begins buying this stock for their portfolio, DuPont again begins to show why they are one of the premier trusts and foundations in the modern world.“

DuPont Trust, das wissen seit der Pleite von Skyway auch die geprellten Investoren, ist ein Nebelgespenst. In den SEC Unterlagen gibt DuPont Trust die Adresse Apartado 10455-1000, San Jose in Costa Rica an. Costa Rica? Caramba Si. Offshore. Palmen. Banken und Parabanken. Spielerfreuden und Yachten. Die „Reiche Küste“ ist ein Paradis. Kein Militär, neutral, grenzt im Norden an Nicaracua, im Süden an Panama, rechts an die Karibik und links an den Pazifik. Costa Rica macht es richtig: Kein Militär, kein Ärger. Ein Paradis für Schnorchler.

Schnorcheln tut man auch im Apartado 10455-1000 in der Hauptstadt San Jose. Da trifft sich die grosse Welt der Gaming Szene. Online-Gambling.Ein Millionengeschäft. Ein Geschäft das immer wieder mit Geldwäscherei und Terrorismus in Zusammenhang gebracht wird. An der Adresse findet sich zum Beispiel: MYCASINO-BUILDER.COM INC LTDA, casinogamingsoftware.com, RedSea management Limited, Z3 Limited, Nationalpayday.com, Quest oil corporation, die auf massiv illegale weise Shares von Firmen die es gar nicht gibt verhökern und dann ist da noch eine andere, die IMS, auf die später noch eingegangen werden wird. Sie ist ein dirketer Link in die Schweiz.

Money Making Maschine
Auffällig an diesen Firmen ist, dass alles Nebelgeister sind. Keine oder falsche Telefonnummern, Adressen die nicht stimmen, Personen die zum Teil nicht existieren. John G. Malcolm von der Kriminalabteilung des Departement of Justice meint:

Additionally, the Department of Justice has a concern about the potential for the involvement of organized crime in Internet gambling. Traditionally, gambling has been one of the staple activities in which organized crime has been involved. Indeed, many of the recent indictments brought against members of organized crime groups have included gambling charges. We have now seen evidence that organized crime is moving into Internet gambling.

Wie seltsam: Ein Flieger der von einer Firma verkauft wird, die es gar nicht gibt. Eine Adresse in Costa Rica an der ausschliesslich die Metropole des illegalen Online Schwindels sitzt. Ein Flieger der mit 5,5 Tonnen Kokain in Mexiko sitzen bleibt. Ein Pilot der verschwindet. Koks das niemand will und niemandem gehört. Gelder die eingesetzt worden sind, mit dem einzigen Sinn zu ködern. Eine VIP Loge, Humvies im Wert von über 300’000 Dollar obwohl die Firma Pleite ist. Eine alte Swissair Dame, die das scheinbar echte Emblem der Homelandsecurity aufweist, aber ein Schwindel ist. Die gleiche Swissair Maschine, die ein Novum an Hightech Sicherheitsausrüstung an Bord hat, sich aber als Schwindel herausstellt.

Passt und macht Sinn. Online Gambling, scheint die moderne Kunst der Geldwäscherei zu sein. Red Sea Management Limited, die Firma für alles: Firmengründung, Trustgründung, Foundations, Offshorebanking und vieles mehr was das Geld begehrt. International. Wie ist es da gut ein Mann an Bord zu haben, der in er Welt der verdeckten Operationen zu Hause ist. Besteht ein Zusammenhang zwischen RedSea, dem DC-9 Flieger, dem Koks und der Geldwäsche? Möglich. Wäre es dabei nicht gut ein Mann an Bord zu haben, der für die CIA Jahre in Latin Amerika gearbeitet hat? Ein Covert Operation Samurai? Nichols Evans Ware von RedSea arbeitete 10 Jahre für die CIA, im Directorate of Operations in Latin Amerika und in Asien. Dabei war er in der Gegenspionage und im Antiterror aktiv und besitzt eine Top Security Clearance.

Unter diplomatischem Schutz betrieb er wirtschaftliche und politische Spionage. Anschlissend kam er zu Motion Picture als Regionaldirektor für Anti Piracy in Latin Amerika, dabei vertrat er die sieben Schwestern Disney, Warner Brothers, Sony, Fox, Paramount, Universal and MGM. Der ehemalige US Marine spricht Spanisch, Portugisisch, Indonesich, Mandarin und Französisch und hat ein Anwaltspatent in den Destrikten Columbia, Oregon und Florida.

Weiterführende Artikel zu CIA Operationen:
Skyway und die Räuberpistolen
Der seltsame Weg einer DC-9
Hasenfus Kokain? Oder kein Hasenfus Kokain?
Swissair DC-9 „Graubünden“ steckt mit in der Kokain Affäre
Special Operation Samurais & die 5.5 Tonnen Koks
Kokain nicht nur Straffrei sondern bald Pflicht?
Wer war denn Mr. Bramble?
In Coca Mekka Schnee bis in die Niederungen
Die Old Boys Dirigenten von Genf
Das Old Boys Netzwerk
CIA-Flieger in Mexiko mit 128 Koffern voll Kokain erwischt
Verbindung von US-Politiker zu 5,5 Tonnen Kokain
Fallout an Heroin
Mit dem Flugzeugbomber, Oli North & Felix Rodriguez auf der Pista Coca
Pizza aus dem Hindukusch gefällig?
Islamische Mullahs & kalte Krieger in der Liebkosung
Krausköpfe mit Stinger-Raketen

vermischtes

Cheney ausgebuht – Sheene applaudiert

Karl Weiss – Wir werden systematisch getäuscht über die Meinungen der Mehrheit der US-Bürger. Das hat zum einen zu tun mit der Art und Weise, wie in den USA Meinungsumfragen durchgeführt werden, zum anderen mit der Wiedergabe der öffentlichen Meinung in den US-Medien und dann auch in unseren Medien und drittens mit den Wahlmaschinen, die bereits in großen Teilen der USA Einzug in die Wahllokale gehalten haben.


Richard Cheney ausgepfiffen

Was die Wahlmaschinen betrifft, so kann man heute mit Sicherheit davon ausgehen, daß die letzten Präsidentschaftswahlen in den USA im Bereich von Millionen von Stimmen zugunsten von Bush gefälscht wurden – offenbar mit der Manipulation der Wahlmaschinen. In einem Artikel vom 25.2.05 schrieb die Berliner Umschau dazu:

Aufgrund der Befragungen von Wählern am Ausgang der Wahllokale „…hätte sich ein Ergebnis einstellen müssen von:
Bush: 47,09% +/-1 = 46,62% bis 47,56%
Kerry: 50,90% +/-1 = 50,39% bis 51,41%

Das sind in Stimmen von insgesamt 122,2 Millionen abgegebenen Stimmen:
Bush: 56,97 Mio. Stimmen bis 58,12 Mio. Stimmen
Kerry: 61,58 Mio. Stimmen bis 62,82 Mio. Stimmen“

Veröffentlichtes Endergebnis war aber:

Bush: 50,732% (62,0 Millionen Stimmen)
Kerry: 48,277% (59,0 Millionen Stimmen)

Man kann ausrechnen, mit welcher Wahrscheinlichkeit dies das Ergebnis hätte sein können: „Das Ergebnis ist 1 zu etwa 2 Milliarden. Das ist ausreichend, um mit Bestimmtheit zu sagen, daß das offizielle Wahlergebnis gefälscht wurde. Der DNA-Test zum Beispiel hat eine weit geringere Wahrscheinlichkeit.“

Das zweite Phänomen, das dazu beiträgt, uns eine falsche Sicht über die Meinungen und Überzeugungen der US-Bevölkerung zu geben, sind die Verfälschungen der Medien, die dann von unseren Medien übernommen werden.

Massen-Demonstrationen
Typisches Beispiel sind die Massen-Demonstrationen und Kundgebungen in den Vereinigten Staaten gegen den Irak-Krieg und gegen einen eventuellen Iran-Krieg im März aus Anlaß des dritten Jahrestags des Überfalls auf den Irak, im April an einem Aktionstag und jetzt wieder am 6. Mai in New York.

In mindestens zwanzig Städten der USA wurden Demonstrationen oder Kundgebungungen abgehalten, davon mindestens 6 mit über 10.000 Teilnehmern und einige mit 100.000 Teilnehmern und mehr nach Angaben der Veranstalter. Wer sich ein Bild verschaffen will, kann z.B. auf die Site ‚whatreallyhappened.com’ gehen und dort ‚/protestphotos.html’ wählen und kann eine Reihe von Photos sehen, die von diesen Manifestationen gemacht wurden und ein Bild über die Mächtigkeit des Protestes abgeben.

Die US-Medien dagegen, und in Folge auch unsere, haben diese Proteste systematisch kleingeschätzt, kleingeschrieben und in jeder Weise verunglimpft, indem sie unbedeutende Seitenerscheinungen an die große Glocke hängten, indem sie absurd niedrige Teilnehmerzahlen schätzten und indem sie fast ausschließlich Zusammenstöße mit der Polizei für berichtenswert hielten. Überprüfen Sie selbst, lieber Leser, in diesem Moment, ob sie über diese massiven Proteste informiert waren. Sie werden sagen müssen: Nein. Machen Sie sich ruhig die Mühe und gehen Sie die Photos auf der genannten Site ansehen, um ein falsches Bild zu korrigieren.

Die Medien verschweigen
Andere Beispiele sind die Auftritte von bekannten Politikern der US-Regierung in der Öffentlichkeit im eigenen Land. Die Medien verschweigen dies fast gänzlich, aber der Präsident, sein Vize, seine Minister und andere hohe Würdenträger können in den USA nicht mehr in der Öffentlichkeit auftreten, ohne massivst auf Mißfallenskundgebungen zu treffen. Sie treten in Fernsehstudios nur noch vor handverlesenem Publikum auf, reden praktisch nur noch vor geladenen Gästen oder vor Soldaten, die nicht gegen ihren Oberbefehlshaber murren dürfen.

Deutlich wurde dies jüngst bei zwei Gelegenheiten: Das erste war der Auftritt von Vize-Präsident Cheney bei einem Heimspiel der Baseball-Mannschaft der Washington Nationals, wo er den ersten Ball werfen sollte. Ab dem Moment, als sein Name bekanntgegeben wurde, bis er wieder in den Katakomben verschwunden war, wurde er von einer klaren Mehrheit der Zuschauer ausgebuht. Paul Joseph Watson von der Website ‚prisonplanet.com’ meinte sogar, es seien 80% gewesen, die buhten. Dabei hatte Cheney genau dies mit einem Trick verhindern wollen: Er trat dort in Begleitung von drei verwundeten US-Soldaten aus dem Irak-Krieg auf und glaubte offenbar, so würde es niemand wagen zu buhen.

Zeitungen braucht es nicht mehr
Die ‚Washington Post’ aber, früher ein „liberales“ Blatt, fälschte diese Demonstration gegen einen der Hauptverantwortlichen für die Schlächtereien im Irak um in angebliche Buhs wegen einer Spielszene, die später passierte. Andere Medien berichteten von einer „gemischten Reaktion“. Inzwischen sind in den USA außerhalb des Internet praktisch keine Fernsehstationen und keine Zeitschriften oder Zeitungen mehr übrig, die dem allgemeinen Trend zum ultra-konservativem, zum religiös-konservativem und zum neo-konservativen Mainstream entgegenwirken, wenn man von wenigen einzelnen Artikeln und Sendungen absieht.

Der andere Fall: Der österreichische ‚Standard’ berichtet am 7. Mai, daß „Verteidigungs“-Minister Rumsfeld bei einer Rede vor dem „Südzentrum für internationale Studien“ in Atlanta, Bundesstaat Georgia mehrfach von Protesten aus dem Publikum unterbrochen wurde. Es trat unter anderem auch ein ehemaliger CIA-Agent dort im Publikum auf, der Rumsfeld fragte, warum er die Amerikaner belogen habe. Drei Personen wurden abgeführt.Auch dies ein deutliches Zeichen für das, was zur Zeit als Stimmung unter US-Amerikanern herrscht. Demgegenüber ist das, was in den Medien aufscheint, nur ein blasser Abklatsch.

Genau umgekehrt ist es dann, wenn prominente Persönlichkeiten regierungskritisches von sich geben. Das war z.B. der Fall, als der US-Schauspieler Charlie Sheene, den man im Moment in der Serie „Two and a half man“ sehen kann, in einer Fernsehsendung bekannte, daß er der offiziellen Version über den Ablauf der Anschläge vom 11. September 2001 keinen Glauben schenkt, sondern meint, die Bush-Regierung habe selbst die Finger drin gehabt.

Er wurde in den US-Medien verhackstückt, daß es eine Art hatte. Er wurde als „Verschwörungstheoretiker“ ironisiert, wurde mit Leuten verglichen, die glauben, es seien längst Außerirdische auf der Erde gelandet und die US-Regierung würde dies geheimhalten und vor allem wurden alle seine privaten Skandälchen durch alle Medien geschmiert – jeder Pups, den er mal irgendwo gelassen hat.

Charlie Sheene’s unbequemer Beifall
Die Medien behaupteten vollmundig, die US-Amerikaner ständen wie ein Mann hinter diesen Anwürfen gegen den Schauspieler. Als dann aber Charlie Sheene letzte Woche in Hollywood in einer Live-TV-Talkshow auftrat, wo er natürlich nicht das Publikum handverlesen konnte wie die Spitzenpolitiker, war der Empfang völlig anders. Als er hereinkam, streckten sich ihm Hände entgegen und als er sprach, wurde er mehrmals von Beifall unterbrochen. Kein einziges Buh. Man kann übrigens diesen Auftritt auf Video ansehen, wenn man auf der Website Infowars.com nachsieht.

Einen Eindruck, wie wenig die Medien mit der allgemeinen Verurteilung der Meinung Sheenes danebenliegen, bekam man auch, als der Sender CNN eine Umfrage unter seinen Zuschauern durchführte, was sie von Sheenes Meinung hielten: 83% äußerten sich positiv zu dieser Meinung.

Übrigens ist für den 19. Mai ein Marsch auf Washington von der Bürgerrechtsbewegung geplant. Bei dieser Gelegenheit wird man wieder die allgemeine Verniedlichung der oppositionellen Ansichten in den USA bewundern können.

Die dritte große Illusionsmaschinerie bezüglich der Meinung der US-Amerikaner sind die Meinungsumfragen der großen US-Institute mit Ausnahme des ‚Zogby’-Instituts. Diese Institute haben einen Weg gefunden, wie sie immer eine stark konservative und rechts geneigte Auswahl befragen. Sie führen Befragungen immer am Telephon durch und befragen grundsätzlich nur die Person, auf die das Telephon angemeldet ist. Damit schließen sie schon von vornherein alle Armen in den Slums aus, die sich kein Telephon leisten können, sowie eine große Anzahl von Frauen und Jugendlichen, die meist weit weniger konservativ gesinnt sind als die männlichen Haushaltsvorstände, auf die üblicherweise das Telephon angemeldet ist.

Damit aber nicht genug. Hat man einmal die richtige Person am anderen Ende der Leitung, ist die erste Frage, ob man bei den letzten Wahlen gewählt habe. Nur wer gewählt hat, wird mit der Ehre bedacht, der Befragung würdig zu sein. Nun gehen in den USA aber nur etwa die Hälfte der Wahlberechtigten zu den Wahlen. D.h., es werden deutlich über die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung von diesen Instituten aus der möglichen Zahl der zu Befragenden ausgesondert. Da alle, die weder den ultrarechten Republikanern noch den liberal-rechten Demokraten zuneigen, meist nicht wählen gehen (wenn sie nicht noch der Theorie des kleineren Übels anhängen), bekommt man mit dieser Auswahl nur der aktiven Wähler natürlich ebenfalls ein weitaus rechter angesiedeltes Spektrum von Meinungen, als wenn man alle befragen würde.

Wenn man uns also weismachen will, Präsident Bush hätte in den USA noch 32 oder 33% Zustimmung in der Bevölkerung, so sind das in Wirklichkeit nur größenordnungsmäßig 16 oder 17%. Wenn gesagt wird, 40% der US-Amerikaner würden grundsätzlich noch den Irak-Krieg unterstützen, so kann man von etwa 20% ausgehen. Und wenn uns vorgegaukelt wird, an die 60% würden „im Notfall“ einem Überfall auf den Iran zustimmen, so geht dieser Anteil sicherlich nicht über 30% hinaus.

So kommt man denn auf Zahlen, wie sie auch hier in Deutschland gang und gäbe sind, wo ja ebenfalls das Vertrauen in die Politiker auf einen absoluten Tiefpunkt gesunken ist. Es war also nichts mit der Vorstellung, die US-Amerikaner würden gewissermaßen auf einem anderen Planet leben. Es sind Menschen wie du und ich.