deutschland

Der Leipziger Flughafen wird zum Drehkreuz für Großwaffentransporte

Elmar Getto – In Leipzig wird im Moment der Bau eines riesigen militärischen Spezialflughafens in Angriff genommen. Unter dem Vorwand, einen Flughafenausbau zu benötigen, weil die internationale Frachtorganisation DHL in Leipzig ihre Luftfrachtzentrale einrichten will, wird ein nach Osten vorgeschobener militärischer Riesenflughafen vorbereitet, der „ein Drehkreuz von Großwaffentransporten“ werden soll, einschließlich Chemie- und Atomwaffen. Ganz nebenbei wird damit auch noch der Zwei-plus-Vier-Vertrag gebrochen.


Wird der Leipziger Flughafen Drehkreuz der NATO- und EU-Einsatztruppen in vorgeschobener Stellung gegen den Osten?

Wie am 5.12. bekannt wurde, ist der neue Leipziger Flughafen, dessen Notwendigkeit bisher immer mit der neuen Luftfrachtzentrale von DHL begründet wurde, in Wirklichkeit das zukünftige Drehkreuz der NATO- und EU-Einsatztruppen in vorgeschobener Stellung gegen den Osten. Das sächsische Staatsministerium des Inneren hat demnach zugegeben, daß der zukünftige Großflughafen als Drehkreuz für Truppen- und Großwaffen-Transporte in internationale Kampfgebiete genutzt werden soll. Dabei wurde auf Anfrage auch ausdrücklich nicht ausgeschlossen, daß es sich dabei um Chemie- und Atomwaffen „befreundeter Nationen“ handeln könnte. Es sollen große Mengen an Explosivstoffen und Trägergeräten dort zwischengelagert werden.

In Leipzig werden im Moment 350 Millionen Euro in die Hand genommen, um diesen Flughafenausbau durchzuführen. Wenn also von allgemeinem Sparzwang die Rede ist – für neue militärische Projekte, die außerdem Privatunternehmen zugute kommen sollen, ist jedenfalls genügend Geld da.

Es geht bei der militärischen Nutzung unter anderem um „die Verlagerung von nationalen Truppenkontingenten im Rahmen der NATO Response Force und der EU-Battle-groups“. Die NATO Response Force beinhaltet die Planung, bis zu 21.000 Mann Truppen binnen fünf Tagen an jeden Punkt der Erde bringen und „intensive Kampfhandlungen“ in fremden Ländern beginnen zu können. Dabei geht es nicht nur um die Truppen selbst, die sowohl Boden-, Luft und See-Streitkräfte umfassen, sondern auch um deren Großgerät, wie Raketen, Panzer, Hubschrauber und Großwaffen.

Auf dem zukünftigen Groß-Flughafen sollen sechs Antonow-Großtransporter stationiert werden, von denen jeder bis zu 120 Tonnen Waffen befördern kann. Jedes der Transportflugzeuge wird 1,2 Milliarden Euro kosten – das sind weitere € 7,2 Milliarden, die bis 2012 aufzubringen sind – aber man hats ja!

Dabei wurde u.a. auch gleich bekannt, daß bereits heute DHL oder dessen Tochterfirmen den Besatzungstruppen in Afghanistan und in anderen Weltgegenden in erheblichem Umfang mit militärischer Logistik zuarbeiten.

Die Nutzung des Flughafens Leipzig wird u.a. ausdrücklich darauf ausgeweitet, daß militärisches Gerät durch ausländische Soldaten nach Leipzig verbracht und dort verladen wird. Diese Nutzung steht in offenem Widerspruch zu Artikel 5, Absatz 3 des völkerrechtlich bindenden Vertrages vom 12.09.1990 (Zwei-plus-Vier-Vertrag), mit dem die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland zustimmten. Demnach ist es verboten, ausländische Truppen und Atomwaffen auf dem früheren DDR-Territorium zu stationieren oder dorthin zu verlegen – eine Regelung, die russischen Forderungen folgte.

Das sächsische Ministerium behauptet nun, die Verlegung sei im Einsatzfall ja nur zeitweise und darum der Vertrag nicht betroffen. Dies muß allerdings in Zweifel gezogen werden, denn die Befürchtungen Rußlands waren ja eben gerade, daß der „Zugewinn“ der DDR für eventuelle Nato-Schläge nach Osten die Vorwarnzeiten verkürzen würde.

Gegen den Umbau der Leipziger Region in ein Nachschubgebiet für kommende Kriege wehren sich zahlreiche Organisationen im Einzugsgebiet. Die aktuelle Entwicklung sei „sehr beunruhigend“, sagte Dr. Michael Richter von einer Bürgerinitiative.

spionage

CIA-Gefängnisse erst kurz vor Rice-Reise geschlossen

Laut ABC sollen elf mutmassliche Mitglieder des Terrornetzwerkes al- Kaida aus Osteuropa in die Wüste eines aus Sicherheitsgründen nicht namentlich genannten nordafrikanischen Landes verlegt worden sein.


Rice verteidigte vor ihrer Abreise die Praxis, Verdächtige zum Verhör ins Ausland zu bringen.

Nach Angaben des Senders hat die CIA jeden Kommentar zu dem Bericht abgelehnt. Das polnische Verteidigungsministerium habe die Informationen als unwahr zurückgewiesen. Die rumänische Regierung wolle eine Untersuchung einleiten.

Gemäss Informationen von ABC soll im März 2002 das erste Geheimgefängnis der CIA in Thailand eingerichtet worden sein. Terrorverdächtige seien auch nach Ägypten, Jordanien, Marokko und Syrien geflogen worden, wo die Verhörmethoden schärfer seien als die für CIA-Mitarbeiter zugelassenen.

Die Schliessung der Geheimgefängnisse in Europa sei veranlasst worden, nachdem Medienberichte über deren Existenz erschienen, wie ABC weiter meldete. Rice verteidigte vor ihrer Abreise die Praxis, Verdächtige zum Verhör ins Ausland zu bringen. Zu den Vorwürfen von CIA-Geheimgefängnissen in Osteuropa nahm sie jedoch nicht unmittelbar Stellung. Rice fügte aber hinzu, die USA liessen keine Folter zu.

ABC zitierte Geheimdienstvertreter, laut denen Rice dies behaupten konnte, weil die USA auf Veranlassung von Präsident Bush sechs Verhörmethoden nicht als Folter einstuften. Die Vorwürfe gegen die CIA dürften auch die Gespräche in Deutschland von Aussenministerin Condoleezza Rice überschatten. Rice trifft am Dienstag den deutschen Aussenminister Frank-Walter Steinmeier sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Geheimgefängnisse der CIA in Osteuropa?
Secret Detention in CIA „Black Sites

medien

NewsBattery, das Politmagazin aus den Blogs

Stephan Fuchs – Über 1300-mal wurde die erste Ausgabe des Politmagazins Newsbattery aus dem Netz gefischt. Eine überraschende Zahl und Ansporn um an dem Projekt auf jeden Fall weiterzuarbeiten. Offensichtlich wird das Politmagazin aus dem Blog goutiert. Es soll aber und das hat sich bereits in dieser zweiten Nummer manifestiert, nicht ein Magazin aus einem Weblog, sondern eine Plattform auch für andere Weblogs sein. Bereits sind in dieser zweiten Nummer Beiträge von Atlantic Review und dem ZMag dazugekommen, die den Inhalt von Newsbattery bereichern und interessanter machen.


In NewsBattery herrscht die schnelle Blog-Sprache ebenso wie fundierte Hintergrund- und Recherchenartikel.

Sinn des Magazin ist, dass Hauptartikel- und lange Hintergrundartikel die auf einem Weblog nicht unbedingt zum lesen einladen hier, monatlich zusammengefasst werden und ihren Platz in einer besser konservierbaren Publikation finden. Reflektiert wird dabei eine möglichst breite Meinung, die Themen und Meinungen können durchaus variieren. Es soll sich beißen.

Und so soll es die Sprache tun. In NewsBattery herrscht die schnelle Blog-Sprache ebenso wie fundierte Hintergrund- und Recherchenartikel. Politische Korrektheit ist mal da mal nicht, aber sie soll fair, hart und ehrlich sein.

Nun liegt es an ihnen sich das Magazin zu holen, zu lesen, zu archivieren oder gar mitzumachen. Ein bisschen dicker, ein bisschen ausgeschliffener und offener steht die zweite Ausgabe von Newsbattery ab heute zum Download bereit.

Newsbattery Schweiz
Newsbattery Deutschland
NewsBattery: Europas erstes Weblog als Politmagazin

kriminalitaet

Atropin im Koks

Stephan Fuchs – In der Drogenszene in Bern und Biel ist Kokain im Umlauf, das mit giftigem Atropin verunreinigt ist. Die Anlaufstellen der Organisation Contact Netz in Bern und Biel stellten bei Kokainkonsumenten in den vergangenen Tagen Symptome fest, die an eine Tollkirschenvergiftung erinnern. Das pharmazeutische Kontrolllabor des bernischen Kantonsapothekeramts stellte Atropin als Ursache für die Symptome bei Kokainkonsumenten fest, wie das Amt für Information des Kantons Bern mitteilte.


Nicht lustig wenn’s Atropin schneit

Eine Atropinvergiftung kann in schweren Fällen Symptome wie Krämpfe, Kollaps, Blutdruckabfall, Atemreduktion und Koma auslösen und eine notfallmässige Einweisung ins Spital nötig machen.

Bei geringer bis mittlerer Dosierung klingen die leichteren Symptome der Atropinvergiftung wie Sehstörungen, weite Pupillen, Verwirrtheit und Schwindel ohne weitere Behandlung wieder ab. Zur Ursache der Kokainverunreinigung machten die bernischen Behörden keine Angaben. Sie erinnerten jedoch an ähnliche Fälle in der Westschweiz. So wurde in Genf neben Atropin auch Phenacetin im Kokain gefunden.

In Genf wurden bereits sechzehn Personen wegen Vergiftungserscheinungen im Spital behandelt. Die betroffenen Personen hätten unter heftigen Halluzinationen, Gleichgewichtsstörungen und schweren Artikulationsschwierigkeiten gelitten, teilte die Genfer Polizei mit. Die ersten Untersuchungen im Spital hätten gezeigt, dass die Betroffenen Kokain mit einem Reinheitsgrad von über 50 Prozent konsumiert hätten.

Warnung: Tödliches Kokain-Atropin-Gemisch europaweit im Umlauf

kriminalitaet

Die Abramoff-Connection

Elmar Getto – So als hätten Bush und seine Regierung nicht schon genug Probleme (die Forderung nach dem Abzug aus dem Irak wird inzwischen von fast genau zwei Drittel der US-Wähler unterstützt), ist nun auch noch der Abramoff-Skandal explodiert, der hauptsächlich wichtige republikanische Politiker betrifft, aber auch demokratische. In drei verschiedenen Zusammenhängen hat der extrem eng mit den Bushs und der ganzen Gilde der US-Neocons liierte Grossanleger Jack Abramoff Entscheidungen im US-Repräsentantenhaus durch Gelder beeinflusst oder dies jedenfalls versucht. Da steht auch noch ein Mord an, für den er aber bisher noch nicht angeklagt ist.


„Sein liebster Freund“ Tom Delay & Jack Abramoff

Abramoff stand auf der Liste der besten Geldsammler für die Wiederwahl Präsident Bushs vor einem Jahr, wofür er über 100.000 Dollar zusammenbrachte. Inzwischen gibt es eine Anklage wegen Betrug gegen ihn und er ist nur gegen Kaution auf freiem Fuss. Er hatte über lange Zeit direkten Zugang zu den hohen Ebenen der Macht in den USA, hauptsächlich bei den Republikanern, aber auch bei Demokraten. Brauchte jemand einen Mittler, der sein Anliegen an die Entscheider heranbringen konnte, so konnte er sich an Abramoff wenden und der sorgte für eine kleine Korruptionssume von einigen Hunderttausend Dollars oder auch schon mal einigen Millionen Dollar dafür, dass der Zahlungskräftige zum gewünschten Ergebnis kam.

Die DeLay-Connection
Drei konkrete Fälle sind bisher bekannt geworden, in allen drei Fällen im Zusammenhang mit dem Glücksspiel, eines der grössten Geschäfte der ganzen Vereinigten Staaten:

Im ersten Fall, genannt DeLay-Connection, hatte eine Internet-Glücksspielfirma, genannt eLottery, mit ein paar Millionen Dollar über Abramoff eine Kampagne in Gang gesetzt, um das vorgesehene Verbot dieser Internet-Casinos zu verhindern. Gelder flossen nicht nur an Abramoff, sondern auch an eine evangelische kirchliche Organisation mit dem Namen ‚Traditional Values Coalition’, die eigentlich für dies Verbot eingetreten war und die man damit offenbar dazu brachte, ihre Kampagne einzustellen. Der wichtigste Begünstigte war aber der Geschäftsführer der republikanischen Fraktion im US-Repräsentantenhaus, Tom DeLay. Er war ein heftiger Verfechter des Verbots und änderte dann plötzlich seine Meinung, was auch tatsächlich dazu führte, dass das Verbot so nicht durch den Kongress ging. De Lay wurde damals zitiert mit dem Ausspruch, dass Abramoff sein „liebster Freund“ sei.

Die Florida-Connection
Der zweite konkrete Fall, die Florida-Connection, bezieht sich auf den Versuch von Abramoff selbst, zusammen mit einem Partner ins Glücksspielgeschäft einzusteigen. Es gab damals in den Gewässern vor der Küste Floridas eine Kreuzfahrtschiff-Linie, die Sun Cruz Casino Line, deren Schiffe als Glücksspiel-Casinos funktionierten, ein echter Goldesel. Der Besitzer war ein Grieche, der keine Erlaubnis hatte, in den USA als Reeder Geschäfte zu betreiben. Er sollte dazu gebracht werden, zu verkaufen. Dazu flossen anscheinend Vorteile an einen Abgeordneten der republikanischen Partei im US-Repräsentantenhaus, einem gewissen Bob Ney, der eine Rede hielt, in der er angeblich illegale Praktiken der Sun Cruz Casino Line anklagte. Die Rede war ihm vom Partner von Abramoff, ein Subjekt mit dem Namen Scanlon, geschrieben worden. Immerhin bemerkenswert, dass dazu erklärt wird, das sei öfters der Fall, dass „Lobbyisten“ Reden schreiben würden. Aus gutem Grund leugnet Ney heute, Geld erhalten zu haben. Er sei damals getäuscht worden.

Tatsächlich sah sich der Grieche gezwungen, die Schiffslinie zu verkaufen. Dabei scheint einiges nicht mit rechten Dingen zugegangen zu sein. Abramoff und sein Partner kauften die Linie mit geliehenem Geld. Allerdings ist Abramoff heute angeklagt, sich diesen Kredit mit falschen Angaben erschlichen zu haben. Der Grieche wurde ein Jahr danach in Florida erschossen. Drei Verdächtige aus Mafia-Kreisen, die dafür in Untersuchungshaft sitzen, haben Verbindungen zu einem Partner Abramoffs bei diesem Kauf.

Die Indianer-Connection
Der dritte Fall ist die Indianer-Connection. Mexikanische Indianer-Organisationen, die nahe der US-Grenze Casinos betrieben, fürchteten die Eröffnung eines neuen Casinos auf der US-Seite der Grenze in Louisiana und beauftragten Abramoff, den Mann mit den Verbindungen in höchsten Kreisen, für ein angemessenes Entgelt die Vergabe der Lizenz an den US-Indianerstamm zu verhindern. Das gelang ihm.

Was das zuständige Ministerium dazu gebracht hatte, diese Lizenz zu verweigern, waren 33 Briefe von Abgeordneten und Senatoren, die sich alle gegen diese neue Lizenz aussprachen. Die Abgeordneten hatten dafür zusammen 450.000 Dollar an Spendengeldern erhalten, die Senatoren insgesamt 390.000 Dollar. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, der Republikaner Hastert, erhielt allein 100.000 Dollar. Auf der Liste stand auch wieder DeLay, der 57.000 Dollar erhielt. Aber auch der Demokrat Reid, Minderheitsführer im Senat, war mit 67.000 Dollar dabei.

Das Problem an dieser Art von Bestechung ist nicht so sehr, dass sie stattfand – das scheint vielmehr Routine zu sein – sondern dass sich ein Zeuge bereit fand auszusagen. Der Partner Abramoffs, Scanlon, war nämlich erwischt worden, Regierungsbeamte bestochen zu haben und ihm drohten dafür und für die Bestechung eines Abgeordneten 5 Jahre Haft und Millionenhöhe Entschädigungszahlungen. Da entschied er sich, den Kronzeugen abzugeben und die Stories mit den Glücksspielfällen zu erzählen. Dafür dürfte er mit einer mehr symbolischen Strafe davonkommen. Nun aber sind die Abgeordneten und Senatoren am Schwitzen. Die Reden und Briefe sind leicht nachzuweisen und auch die erhaltenen Spenden können überprüft werden. Das dürfte Probleme geben.

vermischtes

Weissrussland will mit neuem Gesetz Aufstand verhindern

Minsk – Weissrussland hat ein Gesetz beschlossen, das Umstürze wie in anderen ehemaligen Sowjetrepubliken verhindern soll. Der vom Westen heftig kritisierte Präsident Alexander Lukaschenko will sich im nächsten Jahr wiederwählen lassen.

Das Parlament stimmte mit 97 zu vier Stimmen für ein Gesetz, das Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahren für die Anstiftung zu Demonstrationen und für die Zugehörigkeit zu verbotenen Organisationen vorsieht.

Der Geheimdienst KGB erklärte, die Neuregelung sei eine Antwort auf die weitgehend friedliche „orangene Revolution“ in der Ukraine sowie ähnliche Umstürze in Georgien und Kirgisien. Lukaschenko selbst hatte dafür plädiert, Massendemonstrationen zu unterbinden, die seiner Ansicht nach vom Ausland angezettelt werden.

Die USA und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) übten Kritik. Der Westen wirft dem Präsidenten vor, konsequent Menschenrechte zu verletzen. Er unterdrücke Dissidenten, lasse unabhängige Zeitungen schliessen und fälsche Wahlen.

Die Europäische Union (EU) und die USA verwehren hochrangigen Mitarbeitern der weissrussischen Regierung die Einreise. Sie haben mit schärferen Sanktionen gedroht, sollte die Wahl im kommenden Jahr unfair verlaufen.

Die weissrussische Opposition zeigte sich von dem neuen Gesetz unbeeindruckt. Die Massnahme sei Teil einer Politik der Einschüchterung.

„Natürlich wird das unsere Taktik nicht beeinflussen. So wie es im Moment ist, haben wir sowieso nur wenige legale Möglichkeiten, politisch aktiv zu sein“, sagte der Vizechef der nationalistischen Volksfront, Alexej Janukewitsch.

Der Präsident hatte kürzlich per Referendum eine Verfassungsänderung durchgesetzt, die ihm eine weitere Amtszeit ermöglichen soll. Westliche Beobachter kritisierten dieses Referendum als Betrug.

vermischtes

Du sollst glauben – denn der McCain wird dein Schicksal

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Harald Haack – „Wir foltern niemanden“, behauptet der US-Präsident und die ganze Welt soll das glauben. Doch wenn schon kein Erwachsener mehr an den Weihnachtsmann glaubt, wer soll dann George W. Bush glauben? Den Glauben an ihn haben die meisten US-Bürger längst verloren.

2005 scheint das Jahr des Glaubens zu werden. Nach dem Pagstbegräbnis und der nachfolgende Wahl des neuen Papstes beschwor der Medien-Mainstream den Glauben als das, was die Menschen in aller Welt dringend bräuchten – auch die Ungläubigen. Bush nutzt dies aus und verbreitete kürzlich wieder sein Weihnachtsmärchen; mittlerweile ein Evergreen: „Wir foltern niemanden“, behauptete er nachdem sein Scull & Bones-Geheimbund-Bruder John F. Kerry, geschlagener Präsidentschaftskandat und Ehemann der Heinz-Ketchup–Erbin, ein Gesetz einbrachte, dem 82 Senatoren zugestimmt haben, darunter sogar viele Republikaner, der Partei des US-Präsidenten.


Nanu! Henry Kissinger als Nikolaus verkleidet? Nein, das war die Riege der vatikanischen Würdenträger beim Papstbegräbnis.

Der republikanische Senator John McCain spielte die entsetzte Kartoffel und frittierte den sicherlich gut inszenierten Fall der Niederlage Bushs. Es sei die jüngste einer ganzen Reihe von Niederlagen, die die Bush-Regierung habe hinnehmen müssen und der Senat habe ihr in dieser Frage, dem von Kerry eingebrachten Gesetz, die Gefolgschaft gekündigt. Angeblich hätten immer neue Enthüllungen über Folterfälle in CIA-Knästen „die Stimmung“ kippen lassen. Und dies zur Weihnachtszeit! Das Ansehen Amerikas in der muslimischen Welt sei auf dem Tiefpunkt, jammerte McCain. Ausgerechnet jetzt, wo es auf Weihnachten zugeht, die Muslims auch in diesem Jahr noch nicht an den Weihnachtsmann glauben. „Das bringt uns um,“, sagte er voller Inbrunst. Wahrscheinlich sagte er es, um 2008 die Präsidentschaftswahl zu gewinnen. McCain fügte hinzu: „Wir dürfen Böses nicht mit Bösem vergelten.“

Wen soll die Welt denn nun glauben? Findet wieder einmal das „bad-boy/good-boy“-Spiel statt? Muss Bush jetzt den Bösen spielen, was ihm sicherlich nicht schwer fällt, damit das Wahlvolk von Senator McCain denkt, er sei der Gute und ihn wählt? Und was soll die Welt glauben?

Der Glauben im Kino
1. „Millions“ – britisch-amerikanischer Familien-Langweiler von Danny Boyle, 2004 produziert und nun auf DVD

Irgendwo in Großbritannien verbrennen zwischen den Gleisen der britischen Eisenbahn knapp eine Million britischer Pfund. Ein Gangster hatte es aus einem Zug geworfen und einem kleinen Schuljungen, der am Rand der Bahnstrecke spielte, war das Geld in einer Sporttasche zugeflogen. Der Kleine ist von Heiligen besessen ist, glaubt daraufhin, Gott habe es vom Himmel geworfen. Wie sich später aber herausstellte, stammten die Banknoten aus einem Raub. Und nun verbrennt er das viele Geld, denn schon morgen wird der Euro (im Film) das britische Pfund ersetzen.


Was hätte der Junge mit dem Geld alles kaufen können?


„Du sollst glauben!“ Szene aus „Millions“

Um Haaresbreite wäre der Junge beinahe von einem Zug erfasst worden. Kaum ist der vorbeigedonnert, sieht der Junge jenseits der Gleise seine Mutter im Licht des verbrennenden Geldes. Sie hockt da und blickt ihn liebevoll an. Das tun Mütter für gewöhnlich, aber nie im Licht verbrennender britischer Pfundnoten. Und: Die Mutter des Jungen ist längst tot. Sie erklärt dem Jungen, das strenge himmlische Auswahlverfahren für Heilige habe sie zur Heiligen gemacht und sein Glaube sei ihr Wunder gewesen: „Du weißt, wie kompliziert das mit dem Geld war. Weißt du, Menschen sind noch viel komplizierter. Vergiß nie, dass es fast immer genug Gutes gibt, das einem weiterhilft. Du musst nur ein wenig Vertrauen haben. Und wenn du Vertrauen in die Menschen hast, macht sie das stärker…“

Ähm…, wie „Bad Boy“ Bush und „Good Boy“ McCain?

2. „Der Polarexpress“ – mitreissender Weihnachtskitsch von Robert Zemickis, 2004 produziert und nun auf DVD

Ein anderer kleiner Junge. Die Produzenten des Animationsmovies „Der Polar-Express“ nannten ihn einfach „Hero Boy“. Er glaubt nicht an dem Weihnachtsmann und wird bekehrt. Natürlich spielen in dem rührigen Streifen auch ein böser und ein guter Junge mit und – oh Wunder – ein schwarzes Mädchen. Es verkörpert in der Handlung die Leitfigur, während der böse Junge noch lernen muss und dem Guten geraten wird, Zuneigung und Zutrauen zu entwickeln, was, gemäß der Filmemacher, Zuversicht erzeugt.


Hero Boy: „Ich… ich glaube.“ Ähnlichkeit mit George W. Bush rein zufällig?

Bedenklich an der Aussage des Filmes ist, dass Kinder, die von ihren Eltern bislang davor gewarnt wurden mit jemanden Fremdes mitzugehen, hier nun das genaue Gegenteil erfahren: Wenn der Zug vor dir hält, dann steige ein, denn er fährt zum Nordpol, zum Weihnachtsmann. Kindesmißbrauch gab es immer, doch zunehmend wird der in Zeiten sterbender, verkorkster Gesellschaften, wie Sexualforscher seit mehr als 60 Jahren wissen. Die guten „Onkel“, die plötzlich ins Leben der Kleinen treten und sie viel versprechend mitnehmen, weil die Kinder das glauben was der Mann ihnen sagt, erweisen sich laut Kriminalstatistik fast ausnahmslos als „Sensenmann“. Besonders schlimm aber wird es, wenn der Glaube an den guten Weihnachtsmann nicht nur ein Kindermärchen bleibt, sondern zur Religion erhoben wird, wie im Movie „Polarexpress“. Damit werden die vielen Fragen, die Kinder haben, im Keim erstickt: Glauben musst du, nicht fragen. Wenn du glaubst, hörst du das Glöckchen (vom Schlitten des Weihnachtsmannes) klingeln.


Zürchner Nikoläuse dürfen Kinder künftig nicht mehr auf den Schoß nehmen, um nicht in den Verdacht der Pädophilie zu geraten. Szene aus „Der Polarexpress“

Fazit
Kindern wird der rechte Glaube mittels unterhaltsamer amerikanischer Propaganda übers Medium Kino bzw. DVD oder Videokassette eingetrichtert. Aber auch Erwachsene sehen diese Filme, welche die Kinder in ihnen ansprechen und sie zum Glauben bekehren sollen.

Leute, glaubt an den „guten“ George W. Bush! Dann hört ihr seine Pershings singen und die Bomben krachen, dass Euch die Ohren klingeln! Fresst Fritten, und wählt Bushs Knecht, den Senator McCain, zum Präsidenten. Dann bleibt alles in der Familie, dann wird der McCain Euer Schicksal.

deutschland

Absurd, absurder, am absurdesten

Elmar Getto – Nehmen wir einmal an, die Regierung würde die rechtliche Konstruktion „Freundesgemeinschaft“ erfinden und in das Sozialgesetzbuch schreiben. Man würde sagen, es entspräche der Lebenserfahrung, daß Freunde in schweren Zeiten einander beistehen. Daher hätten jene, die Freunde in Arbeit haben, keine Recht, Arbeitslosengeld II (ALG II) zu beziehen, denn sie seien ja nicht wirklich bedürftig – oder sie müßten sich jedenfalls das Einkommen ihrer Freunde anrechnen lassen. Absurd? – Aber genau das hat die Politikerkaste mit der Einführung der ‚Bedarfsgemeinschaften’ getan.

Titelseite des Monatsmagazins der IG Metall

Doch damit nicht genug: Nun würde die Regierung auch noch von der anderen Lebenserfahrung ausgehen, daß fast alle Menschen Freunde haben. Daraus ergäbe sich logisch, daß nur noch ALG II beziehen kann, wer nachweist, keine Freunde zu haben oder jedenfalls keine Freunde, die ihn unterstützen könnten. Sie würde die Regelungen des Sozialgesetzbuches 2 so ändern, daß der Nachweis erbracht werden müßte, freundlos zu sein oder nur Freunde zu haben, die auch arbeitslos sind, wenn man ALG II beziehen will. Noch absurder? – Genau dies tut jetzt aber die über alles geliebte große Koalition.

Ironie an >> Da würde dann endlich Schwung in den Arbeitsmarkt kommen, nicht wahr? Da praktisch niemand mehr ALG II beziehen würde, würden sage und schreibe 26 bis 27 Milliarden frei, um endlich den Unternehmen das Geld geben zu können, das sie dann animieren würde, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Innerhalb weniger Jahre würde die Arbeitslosigkeit zusammenschnurzeln wie ein Hamburger in der Bratpfanne und wer wären die am meisten Begünstigten? Richtig, die Arbeitslosen, die lediglich das kleine Opfer bringen mußten, für eine Zeit bei den Freunden unterzuschlupfen. Na, war es denn so schlimm? Hat doch fast gar nicht weh getan, oder? << Ironie aus.

Eigentlich gab es, als Huren-Reisen-Hartz seine Vorschläge für den „Umbau des Arbeitsmarktes" vorlegte, ja längst die „eheähnliche Gemeinschaft" als rechtliche Einheit. Sie hatte ja bereits verschiedene rechtliche Implikationen und war schon vom Bundesverfassungsgericht definiert. Insofern war zunächst unklar, warum die Hartz IV-Erfinder, die damals noch viel größere Koalition aus Gelb, Grün, Rosa und Schwarz, den neuen Begriff der „Bedarfsgemeinschaft" einführten. So mancher schrieb dies einer scheinbar „handwerklich schlechten Machart" des ganzen Hartz-IV-Gesetzes zu, die allenthalben beschworen wird.

Im weiteren Verlauf stellte sich aber heraus, daß Hartz IV ganz genau im Sinne seiner Erfinder gemacht war und nichts handwerklich schlechtes daran war. Das ganze Chaos war geplant. Wer genau hinsah, bemerkte auch bereits, daß eben ganz bewußt eine neue rechtliche Kategorie geschaffen worden war mit der Bedarfsgemeinschaft. Man hatte das nur nicht so laut ausgesprochen im Sommer und Herbst 2004, denn da sollte ja noch von den wirklichen Intentionen abgelenkt werden, die man mit Hartz IV hatte, das Gesetz durchgesetzt und die Montagsdemos klein geredet werden.

Mit der Einführung ab Januar 2005 stellte sich dann beim genauen Hinsehen, heraus, daß die Definitionen der „eheähnlichen Gemeinschaft" eben nicht gemeint waren. Die Schnüffler aus den Arbeitsagenturen und ARGEn suchten nämlich, wie bald zu lesen war, nach den Zahnbürsten eines eventuellen Partners in den Badezimmern, nach einem zweiten Kopfkissen in den Betten und nach wenig bekleideten Männern, wenn man unangemeldet die Wohnung einer Frau stürmte. In seinen sogenannten „Mißbrauchsreport" führt Clement ausdrücklich solche Fälle als angeblichen Missbrauch auf. Zitate:

„Steht im Morgengrauen ein nackter Kerl auf dem Balkon, und es ist nicht der Ehemann…“

„… wie sich beim Prüfbesuch herausstellt. Günter Meyer, ihr Lebensgefährte, kommt mit nacktem Oberkörper aus dem Ehebett…“

„ … ein eigenes Zimmer kann der Lebensgefährte nicht vorweisen …“

„… Die Kuhle im Ehebett stammt angeblich von der Nachbarin …“

„…Der Prüfdienst sah nach, fand Männerhemden und -unterhosen auf der Wäscheleine …“

Und so geht es munter weiter. Aber das oberste Deutsche Gericht hatte eben nicht jeden, der mit einer Frau Sex macht, bereits als eheähnlichen Partner definiert (logischerweise), auch das zeitweilige Zusammenleben in einer Wohnung war nicht als solche definiert, sondern eben nur, wenn man, kurz ausgedrückt, aus einer gemeinsamen Kasse lebt. Dies aber, und auch das ist höchstrichterliche Rechtssprechung, kann von jeweiligen verdienenden Partner jederzeit widerrufen werden. Das Paar kann also weiterhin zusammenleben, aber eben nicht mehr aus einer gemeinsamen Kasse leben. Auch das ist logisch, denn im Falle, daß dies anders entschieden worden wäre, hätte sich eine Unterhaltspflicht aus der puren Tatsache des Zusammenlebens ergeben, was der Gesetzgeber eben nicht wollte. Auch hätte hier eine Mindestfrist eingeführt werden müssen (In Brasilien gibt es z.B. ein solches Gesetz: Ein Mann, der mehr als vier Jahre mit einer Frau zusammengelebt und sie voll unterhalten hat, wird ihr gegenüber unterhaltspflichtig, als ob er mir verheiratet gewesen wäre).

Es war offensichtlich, daß diese Definitionen der „eheähnlichen Gemeinschaft“ den Hartz-Machern gar nicht schmeckten. Sie wollten jeden halbwegs verliebten Partner in eine Unterhaltspflicht drücken und erfanden zu diesem Zweck die Bedarfsgemeinschaft. Wie das gemeint ist, sagt der „Mißbrauchsreport“ ganz klar: „Nur wer seinen Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln oder mit Unterstützung von Partner oder Familie bestreiten kann, hat Anspruch …“

Juristisch korrekt müßte es heißen: „…mit Unterstützung unterhaltspflichtiger Partner oder Familienmitglieder …“, aber dieser ‚kleine Unterschied’ ist gewollt. Man will einfach alle, die in irgendeiner Art und Weise zusammenleben, sei es als Wohngemeinschaft, sei es als Haupt- und Untermieter, sei es wirklich in einer eheähnlichen Gemeinschaft, zum Unterhalt der Kandidaten auf ALG II heranziehen.

Auch der Begriff „Familie“ ohne die Erwähnung der Unterhaltspflicht ist absolut gewollt. In der Praxis werden Arbeitslosen Leistungen gestrichen, wenn sie bei Geschwistern, Onkeln oder Tanten mit Einkommen wohnen, obwohl die natürlich nicht unterhaltspflichtig sind.

Eigentlich hätte man dazu natürlich das Bürgerliche Gesetzbuch ändern und diese Unterhaltspflichten neu definieren müssen. Das hätte aber zu noch mehr Protest, zu noch mehr Unverständnis in der Bevölkerung geführt. Deshalb versucht man nun diese neue rechtliche Definition über die Hintertür einzuführen: Man verweigert einfach dem Arbeitslosen das ALG II und hofft dann, der eventuelle Partner oder Familienangehörige werde schon dafür sorgen, daß der(die)jenige nicht verhungert und nicht auf die Straße fliegt.

Was nun den zusätzlichen Skandal zu dieser Praxis darstellt, ist die Antwort der Richter auf diese Absurdität. Bis jetzt hat sich noch kein einziger Richter gefunden, der angesichts dieser neu geschaffenen Rechtslage sofort das Verfassungsgericht angerufen hätte, um zu klären, ob jetzt Einkommen von jemand angerechnet werden dürfen, der gar nicht unterhaltsverpflichtet ist (Richter dürfen, wenn sie aufgrund eines verfassungswidrigen Gesetzes entscheiden sollen, direkt das Verfassungsgericht anrufen). Ein weiterer Skandal in der nicht gerade an Justizskandalen armen deutschen Geschichte.

Trotzdem kam es zu einer großen Anzahl von gewonnenen Gerichtsverfahren gegen die Anrechnung solcher Partnereinkommen. Dem will die neue Regierung nun einen Riegel vorschieben. Sie setzt eine neue Absurdität auf die vorherige: Jetzt soll der Arbeitslose Partner auch noch beweispflichtig sein, daß die Person(en), mit der(nen) sie zusammenlebt, keine Bedarfsgemeinschaft mit ihm bildet.

Da „Bedarfsgemeinschaft“ aber – bewußt – nicht definiert wurde, ist ein negativer Beweis objektiv unmöglich – so wie andererseits auch ein positiver Beweis unmöglich wäre.

Man stelle sich vor, wie so eine Definition aussehen müßte: Bedarfsgemeinschaft ist, wenn

– mehr als drei mal Sex gemacht wurde
– sich eine Kuhle im Bett gebildet hat (mit genauen Definitionen der Matratzenhärte in Beziehung zur Mindesttiefe der Kuhle)
– mehr als einmal der Partner mit nacktem Oberkörper in der Wohnung angetroffen wurde
– mehr als einmal die Zahnbürste des Partners in der Wohnung angetroffen wurde (Nachweis über DNA)
– wenn mehr als einmal die Unterwäsche des Partners in der Wohnung gewaschen wurde
– wenn der Partner kein eigenes Zimmer hat
– wenn ein zweites Kopfkissen angeschafft oder jedenfalls festgestellt wurde
– usw. usf.

Die ganze Absurdität kann an diesen Beispielen gemessen werden, die ja allesamt den tatsächlich von Clement genannten Kriterien entsprechen.

Obwohl man nicht Jurist sein muß, um zu erkennen, daß die Bedarfsgemeinschaften widerrechtlich sind, urteilen Richter ab der zweiten Instanz fast durchweg „staatstreu“. Leider ist zu erwarten, daß die deutsche Richterschaft bis auf wenige Ausnahmen auch die neue Anmaßung wieder schlucken wird, ganz zu schweigen vom Bundesverfassungsgericht, das ja nun schon fast ein Jahr Zeit hatte, seine Meinung zu Hartz IV bekanntzugeben, dies aber tunlichst vermeidet. Nun, wie sagte George W. Bush so schön: „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.“

In der Schule hat man uns einmal beigebracht, daß die Demokratie vor allem durch die Gewaltenteiung definiert sei und daß der Sozialismus deshalb so schlecht sei, weil es dort keine Gewaltenteilung gebe.

Das Parlament, so lehrte man uns, habe eine Wächterfunktion gegenüber der Exekutive, der Regierung, denn dort gäbe es eine Opposition, die gegen die Regierungsmeinung stünde und dem Wähler die Möglichkeit gebe, bei der nächsten Wahl Sachentscheidungen gegen seinen Willen durch deren Wahl rückgängig zu machen. Wenn diese Wächterfunktion nicht funktioniere, gäbe es immer noch die dritte Gewalt, die Justiz, die eventuelle Überschreitungen der Befugnisse der Regierung korrigieren könnte.

Nun, unsere „Demokratie“ zeigt ihr wahres, ihr diktatorisches Gesicht. Es gibt kaum noch jemand, der sich noch an das letzte Mal erinnern kann, als die Opposition gegen eine der großen Entscheidungen des Bundestages gestimmt hat und uns so die Möglichkeit gegeben hätte, solche Entscheidungen zu revidieren. Man gehe nur einmal diese großen Entscheidungen durch:

– Notstandsgesetze
– Aufrüstung durch Nato-Doppelbeschluss
– Einverleibung der DDR ohne Federlesens
– Praktische Aufhebung des Asylrechts
– Teilnahme am Überfall auf Jugoslawien
– Teilnahme am „Krieg gegen den Terrorismus“
– Teilnahme am Überfall auf Afghanistan
– Gesundheitsreform
– Gewähren von Deutschland als strategische Basis für die USA im Irakkrieg
– Hartz IV
– Annahme der EU-Verfassung

Alles Beschlüsse, in denen die „großen Volksparteien“ in trauter Umarmung uns ohne Alternative ließen. Kein Wunder, daß die Bundestagswahl für beide zusammen gerade einmal etwas mehr als 50% der Stimmen der Wahlberechtigten ergab, die bei weitem geringste Zustimmung seit mehr als 50 Jahren.

Und die Justiz als kontrollierender Faktor? Wo ist sie? Hat irgendjemand gehört, auch nur eine dieser Entscheidungen sei von der Justiz auch nur in Frage gestellt worden?

Nein, die Gewaltenteilung ist ein Fetisch und wir leben in der Diktatur des Kapitals, das wird nun immer mehr Menschen klar.

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Sensation: Bundesregierung wird Erwartungen erfüllen!

Elmar Getto – Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik war es so wahrscheinlich, daß eine eben angetretene Regierung so weitgehend die Erwartungen der Bevölkerung erfüllen wird wie diesmal.

Nur müßten die Sprüche unserer heroischen Politiker-Kaste noch diesen Erwartungen angepaßt werden. 17 (in Worten: siebzehn) % der befragten Bundesbürger erwarten von der neuen Regierung einen wesentlichen Abbau der Arbeitslosigkeit, 79 (in Worten: neunundsiebzig) % nichts dergleichen. Diesen Erwartungen wird die heißgeliebte große Koalition in so vollkommener Weise entsprechen, daß ihren Akteuren dafür die Heiligsprechung droht – jedenfalls, so weit sie nicht Gay sind. Gleichzeitig erklärt die neue Bundeskanzlerin, sich am Abbau der Arbeitslosigkeit messen lassen zu wollen. Der Maskenball geht weiter auf der Titanic. Musik!

Unterdessen erklärt einer der neuen bedeutenden Minister, daß Proteste gegen ihre hohen Einkommen „antidemokratische Reflexe“ hervorrufen könnte. Mann, der Mann hat gelernt! Das ist schon auf Augenhöhe mit Bush. „Die Demokratie bin ich! Wer nicht für mich ist, ist gegen mich!“

Dabei hat er einfach recht. Diese Einkommen sind wirklich niedrig. Jedenfalls im Vergleich zu dem, was man bekommen wird, wenn man nach der nervenaufreibenden politischen Karriere in den sicheren Hafen einer der ohne jede Absicht begünstigten Kapitalgesellschaften einlaufen wird, um die Früchte seines Handelns zu genießen – mit Anrecht auf eigenes Absteige-Appartement in einer nahegelegenen Stadt, wo man unerkannt von Frau und Familie die Huren treffen kann, die einem zugeführt werden – im Zweifelsfall per Flugzeug aus Brasilien. Denn Leistung muß sich lohnen.

Demgegenüber muß einer ihren alten Spezies, der ehemalige Hamburger Innensenator Schill, sich selbst um alles kümmern. Er wurde in Rio de Janeiro gesehen in Gesellschaft holder leichtbeschürtzter Weiblichkeit. Wirklich, stand in der Zeitung! Der Arme muß sich mit etwas mehr als 6000 Euro Übergangsgeld pro Monat durchs Leben schlagen – und auch noch die Damen bezahlen. Ein herzzerreißendes Schicksal.

Dabei ist die Story mit der käuflichen Weiblichkeit völlig erstunken und erlogen! Niemals hat Hartz I oder Hartz II oder Hartz III oder Hartz IV für sich und für Anbefohlene in Hannover ein zweistöckiges Appartement anmieten lassen, um ihre Lustnächte dort zu verbringen. Das sind alles Erfindungen von antidemokratischen Reflexen!

Aber im Ernst, es gibt nichts ehrlicheres als unsere Politiker-Kaste. Zum Beispiel jene Grünen-Politikerin, die Beauftragte ihrer Partei bei den Atomausstiegsgesprächen war. Sie feierte das austeigendste Ausstiegsprogramm, aus dem je ausgestiegen wurde! Und wurde gleich nach der Feier unmittelbar belohnt, wie sich das gehört: Sie bekam einen angemessenen Posten bei einem jener Energiekonzerne, denen sie gerade diesen brutalen Ausstieg zugemutet hatte. Da hat sich Leistung gelohnt! Der Ausstieg war so brutal, daß die Regierung schon gar nicht mehr besteht und trotzdem immer noch ausgestiegen wird, wahrscheinlich noch sechs weitere Legislaturperioden lang. Was? Vierundzwanzig Jahre? Wer sagt, Legislaturperioden dauern vier Jahre? Sehen Sie? Na eben!

Eine ähnlich große Mehrheit der Bundesbürger von 25% traut der Bundesregierung nämlich zu, das Ende dieser Legislaturperiode zu erreichen. Das sei keine Mehrheit, meinen Sie? Sie antidemokratischer Flegel! Die große Koalition hat 69% der Bundesbürger hinter sich! Das hat Schröder ausgerechnet: Union 35 und Sozis 34! Sie meinen, mit der Wahlbeteiligung von 77% malgenommen, ergibt das gerade mal 53%? Na sehen sie, ist doch eine Mehrheit, oder nicht? Sie hätten aber Schröder nur deshalb noch einmal gewählt, um Merkel zu verhindern? Na, wenn Sie taktisch wählen, was kann Schröder dafür?

Aber tatsächlich, die Erwartungen der Bundesbürger in die neue Regierung sind so weit gespannt, daß die kaum darunter bleiben kann. Aber so mancher Bundesbürger ist einfach rettungslos antidemokratisch (Wenn nur 15% noch den Politikern vertrauen, dann wird man sie doch antidemokratisch nennen dürfen, oder?) Irgend etwas sagt mir, daß diese antidemokratischen Bundesbürger es am Ende dieser Koalition nicht hoch anrechnen werden, daß sie ihre Erwartungen erfüllt haben wird, diese undankbare Meute.

Also wem man nun auf keinen Fall sein hohes Einkommen anrechnen darf, ist der Herr Wiesheu aus Bayern. Da gibt es doch unglaublich antidemokratische Zeitgenossen, die ihm vorrechnen, daß er bei den Koalitionsverhandlungen der zukünftig privaten Bahn Vorteile für ihren Börsengang zugeschanzt hat und nun rein zufällig in die Dienste dieses bisher noch Bundesunternehmens tritt, wo man ihm natürlich ein seinen Verdiensten angemessenes Einkommen zukommen lassen wird und … (na, wagen Sie nichts zu sagen über Huren, ja!). Leistung wird sich nun mal lohnen.

Das ist alles pure Verleumdung. Dieser Herr kann dies gar nicht bewußt getan haben, sondern allerhöchstenfalls nur zufällig – so wie damals Graf Lambsdorf, der nur ganz zufällig derselben Firma eine Ministererlaubnis zukommen ließ, die seiner Partei eine hohe Spende gab. Das ist keine Korruption, nein, das ist Politik, das verstehen Sie nicht. Wirklich, ein hohes deutsches Gericht hat das festgestellt, das ist keine Korruption, nun glauben Sie es doch endlich! Leistung muß sich eben lohnen!

Also, was Herrn Wiesheu betrifft, der ist auf keinen Fall schuldig! Der kann nämlich gar nicht schuldig sein, der hat das schriftlich! Dem hat ein ärztlicher Gutachter höchstgutachterlich bestätigt, daß er geistige Aussetzer hat, Momente, in denen er für sein Handeln nicht verantwortlich ist. Der hatte nämlich am Steuer seiner Luxuslimousine den Kleinwagen eins Rentners zu Brei gefahren – bloß war da blöderweise der Rentner noch drin – und war wegen grob fahrlässiger Tötung zu einer saftigen Gefängnisstrafe verurteilt worden.

Doch dann fand jener famose Gutachter heraus, selbstverständlich ohne dafür Millionen bekommen zu haben, daß unser lieber Freund dafür nicht verantwortlich war – der hatte nämlich einen seiner geistigen Aussetzer gerade als der unvorsichtige Rentner so dumm war, genau vor dem Schlitten des damaligen bayerischen Ministers aufzutauchen. Natürlich wurde der unschuldig Angeklagte sofort freigesprochen.

Falls also Herr Wiesheu in den Koalitionsverhandlungen wirklich dafür gesorgt haben sollte, daß da gewisse Vorteile fließen, dann war das natürlich in einem Moment der geistigen Umnachtung, denn es ist absolut ausgeschlossen, daß der Mann schuldfähig ist. Was, Sie meinen, Leute mit zeitweiligen geistigen Aussetzern sollten keine hohen Posten in der Politik oder Bahn erhalten? Was sind Sie für ein antidemokratischer Wicht! Pfui, Schande über Sie! Diskriminierung von Behinderten!

Machen Sie den Mund wieder zu, sonst kommt eine Fliege rein! Sie staunen über so viel Cleverness? Na, Sie wollten doch clevere Politiker, jetzt haben Sie sie! Wirklich: Im Forum einer Münchener Zeitung hat ein CSU-Anhänger geschrieben, Wiesheu sei eben clever! Und man solle gefälligst nicht neidisch sein.

Das kommt sowieso alles nur vom Neid, diese antidemokratische Attitüde. Die mit dem Neid auf clevere Politiker, das sind eben Leute, die von Geburt auf geistig nicht so sehr bevorteiligt waren und dann Minderleister sind und die werden dann eben arbeitslos, wie das bei wenig Begünstigten üblich ist. Und dann entwickeln die Neid auf jene, die eben anders geboren wurden, z.B. mit einem Redetalent oder eben mit Cleverneß, kurz: Leistungsträger. Meine Güte, so ist das Leben, der eine ist zu Höherem bestimmt und der andere zu Hartz IV. Was, ich soll aufhören, von Huren zu sprechen – tu ich doch gar nicht!

Und das sind CHRISTLICHE Politiker – stellen Sie sich mal die anderen vor. Da wir gerade von Christentum reden:

Am Ende werden wir uns alle in der Hölle wiedertreffen. Wir, die wir Hartz IV sind oder bald sein werden, wegen unseres Neids und jene wegen ihrer Cleverneß. Und dort werden wir die katholischen Priester treffen. Das sind nämlich wirklich die ärmsten Schweine. Stellen Sie sich vor, die dürfen sich nicht einmal einen runterholen, sonst gehts ab in die Hölle. Und wenn man einen von den süßen kleinen Jungen auf seinen Schoß setzt und ein wenig an sich drückt, ist doch harmlos! Oder ihn ein wenig lutschen läßt – meine Güte, wenn ein US-Präsident das mit einer Praktikantin machen kann, dann wird man das doch einem Priester nicht übel nehmen dürfen, oder? Die meisten katholischen Priester schwören Stein und Bein, daß sie nie mehr mit den Jungs gemacht haben als ein wenig gekuschelt und ein wenig gegenseitige Stimulation am Geschlechtsteil. Aber deren Gott ist da rigoros – ab in die Hölle.

Aber gemach – da gibt es natürlich noch die Beichte und die endet mit der Absolution! War nichts mehr mit Hölle! Halleluja!

Aber da werden ganz schön viel Vaterunser fällig für so eine kleine Pädophilie! Und dann auch noch straffrei ausgehen! Da war es wirklich Zeit, daß der Papst dem Einhalt gebot. Der hat jetzt klar und deutlich verkündet, daß die Gay-Massen sich gefälligst vom Priesterberuf fernhalten sollen. Wenn der mal nur noch genügend Priesterkandidaten findet danach. War schließlich die beste Methode, ohne jeden Verdacht an junges duftendes Fleisch heranzukommen.

Aber auf jeden Fall ist diese päpstliche Verkündigung aus ganzen Herzen zu unterstützen, schon gar, nachdem wir ja nun Papst sind. So werden doch nun viele Jungs vor den Annäherungen geschützt. Na, gut, sie meinen, dann werden es eben mehr Mädchen sein? Naja, ist doch schon ein Fortschritt. Man kann ja nicht gleich alles auf einmal verlangen, auch von der katholisch apostolischen nicht.

Man lese zu den Mädchen auch eine aktuelle Spiegel-Geschichte:

Das ist so wie mit dem Kyoto-Protokoll: Ein viel zu kleiner Schritt, aber doch schon in die richtige Richtung.

Ist ja sowieso ganz problematisch jetzt. Was sind wir denn nun? Papst oder „Deutschland“. Das ist ja eine ganz schmutzige Unterstellung, daß schon die Nazis gesagt hätten „Du bist Deutschland“. Das sind wieder alles Neider, die den Cleveren nur nicht ihre Leistung gönnen, für die sie dann angemessen belohnt werden. Ist doch gut, wenn wir uns alle vereint fühlen, nicht wahr: „Ich bin Deutschland“, der Hartz-IV-Empfänger und der Clevere, alles eine schöne große Volksgemeinschaft! Nazi-parole? Also hören Sie doch auf damit, man kann ja den Nazis alles unterstellen, aber nicht … . Was? Ach, Sie sind einfach antidemokratisch!

Und die Huren, sind die auch Deutschland? Also jedenfalls nicht die aus Brasilien! Na gut, Sie haben recht – ich hör jetzt auf mit den Huren, das ist sowieso antidemokratisch.

Sehr praktisch, die Sache mit ‚antidemokratisch’. Paßt immer! Dabei sind wir doch nicht nur Papst, nicht nur Deutschland, sondern auch Demokratie! Das sieht man doch schon daran, daß die Regierung vollständig die Erwartungen des Volks erfüllen wird, nicht wahr?

Hat Ihnen gefallen, die kleine Satire? Hier ist das Rezept: Sex and Crime.

vermischtes

Public Access To Aeronautical Data Will Be Blocked

Extensive databases of aeronautical information that have long been publicly available will be withdrawn from public access next year, a U.S. intelligence agency said yesterday.

„The National Geospatial-Intelligence Agency (NGA) will go forward with its previously announced proposal to remove its Flight Information Publications (FLIP) and Digital Aeronautical Flight Information File (DAFIF) from public access,“ according to an NGA news release issued on November 29.

NGA said that copyright concerns raised by foreign data sources were the driving factor for the decision to withhold the information from the public.

Proponents of public access argued that the move was unnecessarily restrictive in its scope.

It sets „a very bad precedent“ when „the introduction of any copyright-protected material renders a massive public-domain database off-limits to the public,“ said one subject matter expert who requested anonymity because he works with NGA. „Many, many other databases are at stake.“

„The decision that NGA should have taken, in my view, was to have offered a redacted version of the databases for public sale. DAFIF — a really big database — could easily have been stripped of its Australian-supplied [copyrighted] data and kept public and available,“ he told Secrecy News.

The data withdrawal will be begin in January 2006 and will be completed in October 2007.

The NGA did not approve another proposal to withdraw certain paper maps from public access.

„NGA has decided not to withdraw paper map products to a scale of 1:250,000 to 1:5,000,000. These products will continue to be available to the public,“ the news release stated.

The industry expert welcomed that decision. But he said that „the unstated reality is that NGA has mostly turned off the oxygen to cartographic production, so few new maps are being prepared as digital masters and even fewer are being sent to the printing press.“

The NGA proposal to withdraw public access to aeronautical data, which was originally announced in November 2004, drew „numerous comments … from private citizens and special interests groups.“