zeitgeschichte

Falscher Schädel in Beethovens Grab

Buy content through ScooptWords
Harald Haack – In dem Grab von Ludwig van Beethoven auf dem Wiener Zentralfriedhof liegt aller Wahrscheinlichkeit nach nicht Beethovens Schädel, sondern der eines Mulatten. Diesen Verdacht hegten mehrfach schon Anthropologen des 19. Jahrhunderts, wie der Berliner Anthropologe Herbert Ullrich in seinem Buch „Schädelschicksale historischer Persönlichkeiten“ schreibt. Doch nun, nach einer DNA-Untersuchung mehrerer Schädelfragmente, die bisher Ludwig van Beethoven zugeschrieben wurden, steht fest, dass sie tatsächlich zu seinem Schädel gehören, obwohl doch der Schädel bei der 2. Exhumierung von 1888 als vollständig beschrieben wird und folglich keine Schädelfragmente fehlen dürften.

Wie konnten dann Schädelfragmente von Beethovens Schädel durch die Welt wandern? Und wo befindet sich sein restlicher Schädel, wenn nicht in seinem Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof? Und zu wem gehört der Schädel, der in Beethovens Grab gelegt wurde?


Ludwig van Beethoven: Wo liegt sein Schädel?

Keine Musik in Beethovens Ohren
Allgemein bekannt ist, dass der große Komponist in den Jahren vor seinem Tod am 26. März 1827 fast vollständig gehörlos geworden war und dennoch komponiert hatte. Weltweit bilden seine Kompositionen, vor allem die neun Symphonien, ebenso die Klavier- und Violinkonzerte, heute die Basis für Konzertveranstaltungen mit klassischer Musik. Erste Symptome seines Gehörleidens machten sich für Beethoven schon 1794 bemerkbar. Denkbar ist, dass der Lärm von Geschützfeuer während der Französischen Invasion, die in jenem Jahr in Wien stattfand, sein Gehörleiden auslöste, das sich stetig steigerte. Ab 1818 hatte Beethoven nur noch auf dem linken Ohr geringfügig etwas hören können, ansonsten war er völlig gehörlos geworden. Die Musik existierte nur noch in seinem Gehirn und als Noten, die er schrieb und las. Konversation mit Besuchern und Gesprächspartnern konnte nur noch über so genannte Konversationshefte stattfinden. Und als Gehörloser schrieb er seine größten und bekanntesten Symphonien. Zu seinen Lebzeiten war der Verlust seines Hörsinnes ein Rätsel gewesen. Wie der SPIEGEL nun schreibt, soll Beethoven verlangt haben, dass Ärzte nach seinem Tod den Grund für sein Gehörleiden klären sollten. Und damit begann ein obskurer Kriminalfall.

Der Schädelraub
Einen Tag nach Beethovens Tod wurde in dessen Wohnung an seinem Leichnam eine Obduktion vorgenommen. Dabei wurde der Hirnschädel mit einem Sägeschnitt geöffnet und die Felsenbeinpyramiden der Schläfenbeine für eine spätere wissenschaftliche Untersuchung über Beethovens Gehörlosigkeit entnommen. Angeblich soll sie der Sektionsdiener an einen ausländischen Arzt verkauft haben, wie Herbert Ullrich in seinem Buch berichtet.

In ihrem Brief vom 4. April 1827 schreibt die Sängerin Schindler über den Totengräber Beethovens, dieser habe ihr berichtet, dass man versucht habe ihn zu bestechen, wenn er den Kopf Beethovens an einem anderen Ort deponiere. Obwohl die Polizei davon erfahren hatte, und den Fall untersuchte, müssen damals schon, vor dem Begräbnis Beethovens, Unbekannte seinen Kopf gegen einen anderen Schädel – der ebenso wie der Beethovensche aufgesägt war und bei dem ebenfalls die Schläfenbeinpyramiden entfernt wurden, um später keinen Verdacht aufkommen zu lassen – ausgetauscht haben. Jedenfalls stimmt die DNA der Schädelknochenfragmente, die bei der Obduktion Beethovens entnommen wurden und die kürzlich in den USA untersucht wurden, mit der DNA von Beethovens Haarlocke, die ihm auf dem Sterbebett abgeschnitten wurde, überein. Dies sagte William Meredith, Direktor des Beethoven-Studienzentrums der kalifornischen San José University, kürzlich dem „San Francisco Chronicle“.

Wie Herbert Ullrich schreibt, sei während der ersten Exhumierung 1863 und auch später, 1888, bei der zweiten Exhumierung Beethovens von keinem der Untersuchenden geprüft worden, ob Schädel und Körperskelett tatsächlich zusammenpassen: „Allein die Tatsache der Obduktionsmerkmale genügte zur Feststellung, dass der im Grab befindliche Schädel auch tatsächlich der von Beethoven ist.“ Aber wie Ullrich zuvor erzählt, habe man bei der ersten Exhumierung im Jahre 1863, die von der „Gesellschaft für Musikfreunde des österreichischen Kaiserstaates“ veranlasst wurde, in dem zerfallenen Holzsarg vom Skelett zunächst nur „wenige Armknochen, einen Oberschenkelknochen, das Kreuzbein und ein Teil des Beckens“ gefunden. Der Schädel sei in zahlreiche Stücke zerbrochen und unvollständig gewesen. In einem Bericht aus jener Zeit steht:

„Zuerst stieß man auf ein großes, durch Zersägen entstandenes Stück der ungewöhnlich starken Hirnschale, wozu sich später ein zweites und dann ein drittes von geringerem Umfange vorfanden. Die mächtige Stirn mit den Augenhöhlen und dem Oberkiefer war ganz beisammen, in dem letzteren steckten fünf Zähne, vier andere vollkommen gesunde, die in dem gelockerten Kiefer erst später ihren Halt verloren hatten, fanden sich abgesondert vor, vier fehlten ganz. Dagegen zeigte der Unterkiefer, der bald darauf aus der Erde gelöst wurde, eine fast vollzählige Reihe vollkommen gesunder und kräftiger Zähne; nur den linken vorletzten Backenzahn hatte schon der Lebende verloren, der linke Weisheitszahn war mit Gold plombiert, der rechte war auch nicht im Keime vorhanden. Man fand beim Weitersuchen noch ein viertes und fünftes, und einige kleinere Stücke von der Hirnschale, so wie das Nasenscheidewandbein.“

Und nach weiterer Suche fand man dann insgesamt 9 Schädelteile und nahezu alle Teile des Körperskeletts „in annähernder Vollständigkeit und gutem Erhaltungszustand“. Es fehlten nur die linke Kniescheibe, einige Hand- und Fußknochen. Der Bildhauer Alois Wittmann stellte nach dem Zusammensetzen der Schädelteile, was auf einer Tonunterlage erfolgte, einen Gipsabguss des Schädels her. Der Zahnarzt Dr. Faber hatte Fotos und Zeichnungen des Gebisses angefertigt.

25 Jahre später, 1888, sollte die zweite Exhumierung angeblich aus „Pietätsgründen“ verhindert werden. Man einigte sich schließlich auf den Kompromiss, dass die Untersuchung der Gebeine Beethovens nur etwa 20 Minuten lang dauern durfte. Wahrscheinlich waren der Schwindel und der Schädeldiebstahl einigen Persönlichkeiten Wiens längst bekannt gewesen. Unter ihnen war der Vertreter des Wiener Bürgermeisters, der Gemeinderat Baugoin. Er wollte eine erneute Untersuchung nur gestatten, wenn diese „ohne direkte Berührung der Gebeine geschehen könnte.“

Baugoin entstammte mutmaßlich einer hugenottischen Familie aus Belgien, das bis 1815 von dem österreichischen Zweig der Habsburger regiert wurde. Sein Name taucht mehrfach in Zusammenhang mit hugenottischen Vereinigungen und einem Geheimbund auf, der in seinem Emblem die Symbolevon Schädel und Knochen führte. Wie heutzutage in Skull & Bones in den USA war es auch in dem Geheimbund, dem Baugoin offensichtlich angehörte, üblich, sich die Schädel großer Persönlichkeiten anzueignen. Wenn man sich daran erinnert, dass Ludwig van Beethoven in Bonn als Spross einer flämischen Familie geboren wurde, die aus der Nähe Brüssels stammte, aus Brabant (Mechelen), dass Baugoin sehr wahrscheinlich Mitglied jenes Wiener Geheimbundes war, der internationale Verbindungen unterhielt, dann erahnt man in etwa welche Interessen bestanden, unbedingt den Schädel Beethovens zu besitzen. Natürlich ist dies keine Erklärung dafür, aber ein Ansatz für weitere, mögliche Recherchen. Und: War Baugoin ein Verwandter Beethovens?

Wessen Kopf liegt in Beethoven Grab?
Als „höchst bemerkenswert“ am Schädel, den man in Beethovens Grab während der 1. Exhumierung im Jahr 1864 gefunden haben will, sei, so stellten die Wissenschaftler Weisbach, Toldt und Meynert, die die 2. Exhumierung durchführen durften, fest, dass der „unseren Vorstellungen von Schönheit und Ebenmaß keineswegs entspricht“. Nach ihrer Meinung seien viele Merkmale, unter ihnen beispielsweise eine hochgradige Schieflage der Stirn, im Leben Beethovens nicht so aufgefallen. Regelrecht erschrocken sei der Bonner Anthropologe Schaafhausen über den Beethoven-Schädel gewesen, wie der Wiener Anatom Langer von Edenberg auf einer Sitzung der Anthopologischen Gesellschaft in Wien 1887, also im Jahr vor der 2. Exhumierung Beethovens, berichtete:

„Beim ersten Anblick des Schädels erschrak er fast über die rohe Gesichtsbildung desselben, von dem er eine Seitenansicht nie gesehen. Die rückliegende Stirn und das Vortreten des Oberkiefers mit den Zähnen entsprechen nicht den Bildern und Büsten des großen Toten und, was wichtiger ist, sie lassen sich in den Gesichtsmasken desselben nicht erkennen. Er kann es nicht leugnen, dass ihm ein leiser Zweifel an der Echtheit des Schädels aufstieg, wiewohl das große Schädelvolumen für dieselbe spricht.“

Der von Schaafhausen geäußerte dringende Wunsch, der Schädel in Beethovens Grab möge einer erneuten eingehenden anatomischen Untersuchung unterworfen werden, hat sich nie erfüllt. Lediglich die Schädelknochenfragmente, die der Wiener Arzt Romeo Seligmann 1863 nach der 1. Exhumierung erworben haben soll, die er behandelte wie eine Reliquie und die dann von Generation zu Generation innerhalb seiner Familie weitervererbt wurden und schließlich in die USA gelangten, nach Hawaii, Frankreich und wieder zurück in die USA, wurden mit modernen forensischen Methoden untersucht. Zur Erinnerung: 1827 nach der Obduktion Beethovens soll der Sektionsdiener Schädelknochenfragmente an einen ausländischen Arzt verkauft haben. Von wem hatte Seligmann seine Reliquien, die Schädelknochenfragmente Beethovens, erworben?

Zweifel in einer Zeit des aufkeimenden Rassismus‘
Der Berliner Pathologe und Anthropologe Rudolf Virchow (13. Oktober 1821- 5. September 1902), der als Begründer der modernen Pathologie gilt, stellte fest, dass die Form der Scheitelkurve Beethovens „mit keiner der in Mitteleuropa typisch vorkommenden Formen übereinstimmt. Das „Illustrierte Wiener Extrablatt“ schreibt am 22. Juni 1888 über das Ergebnis der 2. Exhumierung: „Aus den Messungen ergab sich, dass Beethovens Schädelbildung keine ungewöhnlich schöne war, welche auf hohe Intelligenz hindeutete. Nach der Zusammenstellung der einzelnen Gesichtspartien muss der Tondichter ein sogenanntes Mulattengesicht gehabt haben, mit überaus stark hervortretenden Mundpartien.“ Die Bildung des Unterkiefers bei Beethoven sei mohrenhaft gewesen, die darauf zurückzuführen sei, dass der Schöpfer unsterblicher Meisterwerke einen der schwarzen Rasse eigentümlichen Unterkiefer besessen habe, erklärte das „Illustrierte Wiener Extrablatt“.

Jedoch auf keinem seiner zeitgenössischen Bildnisse wurde Ludwig van Beethoven mit diesen negriden Merkmalen gezeigt. Müssen wir annehmen, dass in Beethovens Grab der Schädel eines ermordeten Schwarzen, möglicherweise eines Opfers des Sklavenhandels liegt?

SPIEGEL: DNA-Analyse – Schädelknochen stammen von Beethoven
Elitäre Knochenmänner und geheimnisvolle, prominente Totenschädel

Literatur:
Schädel-Schicksale historischer Persönlichkeiten,
Herbert Ullrich, Verlag Dr. Friedrich-Pfeil, München,
ISBN 3-89937-055-4

terror

French Magistrates Quiz bin Laden’s Half Brother

French magistrates on Tuesday questioned al-Qaeda leader Osama bin Laden’s half-brother, Yeslam bin Laden, as part of an ongoing probe into an alleged money laundering scam involving the transfer in 2000 to Pakistan of 300 million dollars from a Swiss bank account, which investigators suspect were destined to fund terrorist activities, French judicial sources said.

Yeslam, who has a Swiss passport, and who has so far not been formally charged with any offence, told public prosecutor Renaud Van Ruymbeke that he was not aware of the transfer of funds, and claimed he had not seen Osama bin Laden since 1981. The investigation began on 5 December, 1981.

Yeslam’s questioning on Tuesday followed accusations by private investigator Jean-Charles Brisard, who was engaged by the relations of victims of the 11 September 2001 attacks on the United States. The 300 million dollar transfer was allegedly made via bank draft from a Deutsche Bank account in Geneva in the name of ‚Cambridge Engineering‘ to ‚Saudi Bank Group‘, founded by Osama bin Laden’s father, according to Brisard.

French magistrates are investigating the possible involvement of the ‚Saudi Investment Company‘ headed by Yeslam. They have already requested documents and information on three firms and two Swiss banks via international rogotary – a procedure by which a court in one country may obtain from another jurisdiction material deemed relevant to an investigation.

Allah, Odin und die Schatten der Unterwelt
Report On Islamists, The Far Right, And Al Taqwa

spionage

Propagandistische „Enthüllungen“: Knallbudenzauber

Harald Haack – Niemand will inzwischen bestreiten, dass die CIA weltweit Gefängnisse unterhält, in denen Terrorverdächtige gefangen gehalten werden. Sogar, dass in diesen Gefängnissen gefoltert wird, scheint glaubhaft – gemessen am schlechten Image der CIA. Die „Washington Post“ hatte darüber geschrieben, mit dem Erfolg, dass man, besonders in den demokratischen Staaten Osteuropas, nun betont überrascht unter dem Teppich nach dem Dreck sucht, den man irgendwann einmal dort hin gekehrt und wohlwollend „vergessen“ hatte.

Noch hat sich keiner auf ein Gefängnis festnageln wollen, in dem es die CIA wild treiben soll, obwohl es doch überall noch sagenhaft schreckliche Gefängnisse mit fiesem „Strafvollzug“ gibt. Nicht nur Russlands Gefängnisse sind berüchtigt, auch die Methoden des russischen Strafvollzugs sind es. Aber auch Bulgarien und Rumänien und erst recht die Türkei wollen genannt werden. Immerhin können sie ganz schlimme Berichte von Amnesty International vorlegen und sind offensichtlich stolz darauf. Wäre es anders, so hätte es in deren Strafvollzug radikale Änderungen geben müssen. Im Grunde genommen sollten sie deshalb die erste Wahl für amerikanische „Abenteuerurlauber“ sein, die dort hingehen, wo sie ihre geheimsten Neigungen ausleben können.

Folgen der Pariser Sucht
Europa aber hat überall für jeden amerikanischen „Touristen“ etwas zu bieten. Seit etlichen Jahrzehnten steht Paris ganz oben auf der Liste der VIL, der Very Importend Locations. Es ist lange her, seit sich der Waffennarr und Schriftsteller Ernest Hemingway in Paris unter den „Hühnchen“, wie er seine Pariser Prostituierten nannte, pudelwohl wohl fühlte. Fern der Pariser Vergnügungen jedoch hielt er sich sein geladenes Jagdgewehr an den Kopf und drückte ab. Dieses Beispiel zeigt, wie sehr Amerikaner darunter leiden, nicht in Paris sein können und welchen Anteil die Waffenindustrie daran hat. Besonders schmerzvoll muss es ihnen ergangen sein, als US-Präsident George W. Bush, sauer über die Weigerung der Franzosen an seinem Irak-Krieg teilzunehmen, alles Französische verteufelte, sogar ein berühmtes französisches Tafelwasser aus dem Weißen Haus verbannte.

Doch das ist Schnee von gestern. In Frankreich brannten in vielen Orten Autos und Busse, und Frankreich hatte für die Amerikaner mit dem besonderen Geschmack wieder viel zu bieten: Der Krieg islamistischer Kinder erschreckte die Welt und die USA besonders.

Die ersten Reisewarnungen für Frankreich gab es aus Australien und den USA. Und schon wurden Frankreich und besonders seine Metropole Paris mit einem Mal wieder interessant für jene amerikanischen Abenteuerurlauber, die eigenartigerweise ausgerechnet zu den heißesten und kriegerischsten Orten reisen müssen, in Länder, wo gerade richtig Action ist. Nicht Tod und Teufel könnte sie abschrecken.

Kasperletheater
Manchmal kommen sie bei einem mysteriösen Helikopterabsturz, wie vor einem Jahr in Estland, ums Leben, werden bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, können aber blitzschnell als amerikanische „Geschäftsleute“ identifiziert werden und die amerikanischen Medien verbreiten pflichtbewusst ihre mustergültigen Lebensläufe. Die Leichname werden in einen Sarg gelegt, über diesen die amerikanische Flagge gebreitet und mit einem Linienflieger in die USA geflogen. Während dessen gehen in der Nähe einige unbekannte Amerikaner an Bord eines Learjets einer seltsamen amerikanischen Briefkastenfirma und lassen sich nach Nirgendwo fliegen.

Darüber schweigt sich die amerikanische Propaganda aber aus. Worüber lang und breit und gerne in den amerikanischen Medien geschrieben wird, ausposaunt von der „Washington Post“, sind jedoch Geschichten wie sie die CIA hätte (besser nicht) verfassen können (sollen).

Ein neuer Bestseller der „Washington Post“ macht nun wieder die Runde. Selbstverständlich wird vieles davon wahr und etliches halbwahr und wenig unwahr sein.

Dirigenten und Blockflötenspieler
Die CIA soll weltweit ein Netz von „Knallbuden“, offiziell „Anti-Terror-Zentren“ genannt, unterhalten. Eigentlich ist diese Erkenntnis nicht neu. Spätestens aus Hollywood B-Movies weiß sogar Hänschenklein, dass Agenten der CIA weltweit operieren und das Weltgeschehen manipulieren. Ebenfalls nicht neu ist, dass die CIA mit anderen Geheimdiensten zusammenarbeitet. Laut „Washington Post“, die sich auf Aussagen ehemaliger Mitarbeiter des US-Geheimdienstes und auf „Quellen aus diplomatischen und Kongress-Kreisen“ beruft, gibt es in Paris die Zentrale dieser Knallbuden, vornehm „Central Intelligence Centers“, kurz CTIC, genannt. In der Pariser Zentrale dieser Agentenclubs, Codename „Alliance Base“, soll es hoch hergehen. Dort dienen britische, französische, australische, kanadische und auch deutsche Geheimagenten ihren amerikanischen Kollegen und basteln an „weltweit verdeckten Operationen.


Trotz allerschönster CTIC-Spielchen immer noch nicht gefaßt: der Ex-Freund der Familie Bush – Osama Bin Laden

Komme es zu einer Aktion, dann blieben die CIA-Agenten stets im Hintergrund und ließen die Drecksarbeit von den lokalen Sicherheitskräften ihrer auf die amerikanischen Interessen eingeschworenen Kollegen. Die Knallbuden im Ausland hätten aber nichts mit den geheimen CIA-Gefängnissen zu tun, versichert die „Washington Post“ und darf sich nun rühmen wieder einmal ganze Propagandaarbeit geleistet zu haben. Denn: Zur Propaganda zählt, dass altbekannte Gerüchte und Klischees stets warm gehalten werden müssen, um die Angst vor den USA nicht erkalten zu lassen.

vermischtes

Schöne, große Sonnenflecken

Harald Haack – Es ist damit zu rechnen, dass die der Sonne zugewandte Erdseite von einem Sonnenstrom getroffen wird. Wenn in Europa der 18. auf den 19. November wechselt, werden große Sonnenprotuberanzen, auch Sonnenflecken genannt, die Mitte der für uns Erdbewohner scheinbaren Sonnenscheibe erreicht haben und damit zeigt die „Kanone“ der Sonne in Richtung Erde. Ob es eine Eruption geben wird, kann nicht vorhergesagt werden. Die Wahrscheinlichkeit dafür aber ist hoch. Während das Licht 8 Minuten von der Sonne bis zur Erde braucht, dauert es gewöhnlich 8 bis 12 Stunden bis die hochenergetischen Teilchen einer Sonneneruption die Erde erreichen. Falls es in dieser Nacht zu einer solchen Eruption gekommen sein sollte, so werden Europa und Afrika voraussichtlich zwischen 9 und 15 Uhr getroffen werden – je nach Streuung des Teilchenstromes.


„Dicke Suppe“ und Frost beherrschten am 18. November Norddeutschland. Foto: www.faceworks.de

Von Protuberanzen ist bekannt, dass sie enorme Menge an Materie ins All schleudern. Allerdings folgen diese den Magnetfeldern der Sonne und stürzen in sie zurück. Doch es kommt immer wieder vor, dass hochenergetische Teilchen ins All schießen. Für die Astronauten der Weltraumstation bedeuten sie Lebensgefahr, für Satelliten möglicherweise einen Totalausfall und für TV- und Rundfunksender, für den gesamten Funkverkehr, zu dem auch der Mobilfunk zählt, Störungen. Auch die Navigation mittels GPS könnte gestört werden. Der Teilchenstrom, auch Sonnenwind genannt, verursacht an den Polkappen die Polarlichter.


Der Nebel schwächte das Licht der Sonne ab und ermöglichte einen Blick zur Sonne ohne Schutzglas. Deutlich zu erkennen: Die Gruppe der großen, aktuellen Sonnenflecken. Foto: www.faceworks.de

Was weniger bekannt ist, von Politikern aber als Information gerne unterdrückt wird, ist die Tatsache, dass Menschen und Tiere in ihrem Verhalten vom Sonnenwind manipuliert werden können. Da unsere Gehirne bioelektrisch funktionieren, wird eine Beeinflussung durch ein Bombardement von hochenergetischen Teilchen, die die Sonne zur Erde geschossen hat, verständlich. Dazu aber müssen wir Erdlinge erst einmal getroffen werden.


Teilansicht der Sonne mittels spezieller UV-Filter, gesehen von dem Sonnenobservatorium Soho, einer Sonde der ESA und der NASA zwischen Erde und Sonne. Foto: SOHO (Solar & Heliospheric Observatory)

The very latest SOHO images

spionage

Louis Sévèke ermordet

Stephan Fuchs – Wie Jan van den Baard und Roger Vleugels vom holländischen Fringe Intelligence gestern mitteilten, wurde am Abend des 15. Novembers der 41 Jährige Jurist und Journalist Louis Sévèke gegen 21:30 im holländischen Nijmegen ermordet. Sévèke war ein hartnäckiger und engagierter holländischer Jurist der sich vor allem mit der Arbeit der Geheimdienste auseinandersetzte und die Dienste auch kritisierte. Zuletzt hatte er behauptet, Hollands Geheimdienst habe eine islamistische Terrorzelle um den Mörder des Regisseurs Theo van Gogh mit Waffen versorgt.

Seine Recherche Arbeiten wurden auch von den grossen Tageszeitungen Hollands übernommen. Für seine Klienten recherchierte er in den FOIA Archiven der Geheimdienste und reichte im Namen seiner Klienten Klagen gegen den Polizei- und Justizapparat ein. Louis Sévèke wurde aus nächster Nähe in den Strassen von Nijmegen mit zwei Schüssen von Unbekanten getötet. Die Hintergründe und die Täter sind nicht bekannt.

Die journalistische Gemeinschaft und allen voran Jan van den Baard und Roger Vleugels haben mit dem Tod von Sévèke einen hart arbeitenden Kollegen und leidenschaftlichen Verfechter der Gerechtigkeit verloren.

spionage

CIA: Castros Gehirn schwer gestört

Harald Haack – Der US-Geheimdienstes CIA soll die amerikanische Regierung und den Kongress vor Problemen gewarnt haben, falls der kubanische Staatschef Fidel Castro im Amt bleibe und die Macht nicht übergebe. Laut CIA ist der kubanische Staatschef an einer fortschreitenden neurologischen Erkrankung des Gehirns und zentralen Nervensystems erkrankt. Symptome dafür seien Castros Sprach- und Gehstörungen, seine nachlassende Muskelkraft und seine zitternden Hände, alles typische Symptome der Parkinson-Krankheit, an der auch der US-Filmstar Michael J. Fox („Zurück in die Zukunft“) erkrankte.

Bei Castro würden die Symptome seit einem Jahr immer massiver werden, behaupten US-Medien unter Berufung auf die CIA. „Castro ist nicht mehr die selbe Person wie vor fünf Jahren“, zitiert die Tageszeitung „Miami Herald“ einen Mitarbeiter des Außenministeriums. Castro soll angeblich nur noch nuscheln. Erste Gerüchte darüber tauchten bereits Mitte der 90er Jahre auf.

Als Nachfolger des 79-Jährigen, der seit rund 47 Jahren als Staatschef Kubas amtiert, ist der Bruder Castros, Raúl, vorgesehen.

Krieg

3000 Ausländer an Aufständen im Irak beteiligt

WASHINGTON – Die Zahl der ausländischen Kämpfer im Irak ist möglicherweise weitaus höher als bisher angenommen. Nach einer Studie eines US-Militärexperten beteiligen sich derzeit etwa 3000 Ausländer an den Aufständen gegen die US-geführten Truppen.

Mit rund 20 Prozent sei der Anteil der Algerier am grössten, gefolgt von Syrern mit 18 Prozent, Jemeniten, Sudanesen, Ägyptern und Saudiarabern, heisst es in der Studie, für die Anthony Cordesman Geheimdienstberichte vor allem aus Saudi-Arabien sowie anderen Ländern der Region ausgewertet hat.

Die Zahl genüge, „um eine ernsthafte Bedrohung darzustellen“, sagte der Experte vom Zentrum für Strategische und Internationale Studien bei der Vorstellung des Berichts in Washington.

Laut Cordesman halten amerikanische und irakische Experten die saudischen Schätzungen für weitgehend korrekt. Allerdings sei die exakte Zahl unwichtig; „es reicht, genügend Freiwillige zu haben, um die Selbstmord- und Bombenanschläge fortzusetzen und zu versuchen, die irakischen Sunniten in den Bürgerkrieg zu treiben“.

Doch selbst wenn sie keinen Erfolg haben sollten, blieben diese Kämpfer eine Bedrohung, da sie die „Gewalt und Extemismus“ auch in andere Länder tragen könnten, sagte der Experte weiter.

spionage

The Birth of Soft Torture

Rebecca Lemov – In 1949, Cardinal Jószef Mindszenty appeared before the world’s cameras to mumble his confession to treasonous crimes against the Hungarian church and state. For resisting communism, the World War II hero had been subjected for 39 days to sleep deprivation and humiliation, alternating with long hours of interrogation, by Russian-trained Hungarian police.

His staged confession riveted the Central Intelligence Agency, which theorized in a security memorandum that Soviet-trained experts were controlling Mindszenty by „some unknown force.“ If the Communists had interrogation weapons that were evidently more subtle and effective than brute physical torture, the CIA decided, then it needed such weapons, too.

Months later, the agency began a program to explore „avenues to the control of human behavior.“ During the next decade and a half, CIA experts honed the use of „chemical and biological materials capable of producing human behavioral and physiological changes“ according to a retrospective CIA catalog written in 1963. And thus soft torture in the United States was born.

In short order, CIA experts attempted to induce Mindszenty-like effects. An interrogation team consisting of a psychiatrist, a lie-detector expert, and a hypnotist went to work using combinations of the depressant Sodium Amytal and certain stimulants. Tests on four suspected double agents in Tokyo in July 1950 and on 25 North Korean prisoners of war three months later yielded more noteworthy results. (Relevant CIA documents do not specify exactly what, but reports later claimed that the special interrogation teams could hold a subject in a „controlled state“ for a long period.)

Meanwhile, the CIA opened the door to pre-emptive psychosurgery: In a doctor’s office in Washington, D.C., one unfortunate man, his name deleted from documents, was lobotomized against his will during an interrogation. By the mid-to-late 1950s, experiments using „black techniques,“ as the agency called them, moved to prisons, hospitals, and other field-testing sites with funding and encouragement from the CIA’s Technology and Science Directorate.


Dr. Ewen Cameron had been pioneering a technique he called „psychic driving.“

One of the most extreme 1950s experiments that the CIA sponsored was conducted at a McGill University hospital, where the world-renowned psychiatrist Dr. Ewen Cameron had been pioneering a technique he called „psychic driving.“ Dr. Cameron was widely considered the most able psychiatrist in Canada—his honors included the presidency of the World Psychiatric Association—and his patients were referred to him from all over. A disaffected housewife, a rebellious youth, a struggling starlet, and the wife of a Canadian member of Parliament were a few of the more than 100 patients who became uninformed, nonconsenting experimental subjects. Many were diagnosed as schizophrenic (a diagnosis since contested in many of the cases).

Cameron’s goal was to wipe out the stable „self,“ eliminating deep-seated psychological problems in order to rebuild it. He grandiosely hoped to transform human existence by opening a new gateway to the understanding of consciousness. The CIA wanted to know what his experiments suggested about interrogating people with the help of sensory deprivation, environmental manipulation, and psychic disorientation.

Cameron’s technique was to expose a patient to tape-recorded messages or sounds that were played back or repeated for long periods. The goal was a condition Cameron dubbed „penetration“: The patient experienced an escalating state of distress that often caused him or her to reveal long-buried past experiences or disturbing events. At that point, the doctor would offer „healing“ suggestions. Frequently, his patients didn’t want to listen and would attack their analyst or try to leave the room. In the 1956 American Journal of Psychiatry, Cameron explained that he broke down their resistance by continually repeating his message using „pillow and ceiling microphones“ and different voices; by imposing periods of prolonged sleep; and by giving patients drugs like Sodium Amytal, Desoxyn, and LSD-25, which „disorganized“ thought patterns.

To further disorganize his patients, Cameron isolated them in a sensory deprivation chamber. In a dark room, a patient would sit in silence with his eyes covered with goggles, prevented „from touching his body—thus interfering with his self image.“ Finally „attempts were made to cut down on his expressive output“—he was restrained or bandaged so he could not scream. Cameron combined these tactics with extended periods of forced listening to taped messages for up to 20 hours per day, for 10 or 15 days at a stretch.

In 1958 and 1959, Cameron went further. With new CIA money behind him, he tried to completely „depattern“ 53 patients by combining psychic driving with electroshock therapy and a long-term, drug-induced coma. At the most intensive stage of the treatment, many subjects were no longer able to perform even basic functions. They needed training to eat, use the toilet, or speak. Once the doctor allowed the drugs to wear off and ceased shock treatments, patients slowly relearned how to take care of themselves—and their pretreatment symptoms were said to have disappeared.

So had much of their personalities. Patients emerged from Cameron’s ward walking differently, talking differently, acting differently. Wives were more docile, daughters less inclined to histrionics, sons better-behaved. Most had no memory of their treatment or of their previous lives. Sometimes, they forgot they had children. At first, they were grateful to their doctor for his help. Several Cameron patients, however, later said they had severe recurrences of their pretreatment problems and traumatic memories of the treatment itself and together sued the doctor as well as the U.S. and Canadian governments. Their case was quietly settled out of court.

By the late 1950s and early 1960s, CIA experts thought they understood the techniques necessary for „breaking“ a person. Under a strict regime of behavioral conditioning, „the possibility of resistance over a very long period may be vanishingly small,“ several researchers concluded in an analysis used in the CIA’s 1963 manual Counterintelligence Interrogation. At the agency, pressure increased to field-test coercive interrogation tools. The task, as CIA second-in-command Richard Helms urged, was to test the agency’s techniques on „normal“ people.

At times, this imperative made the agency reckless. As part of the now notorious MK-ULTRA program—“one of the seamiest episodes in American intelligence,“ according to journalist Seymour Hersh—the CIA set up a safe house in San Francisco where its agents could observe the effects of various drug combinations on human behavior. They were in search of a „truth serum“ and thought LSD might be it. Prostitutes were hired to bring unwitting johns back to the house, where the women slipped acid and other strong psychoactive substances into the men’s drinks. From behind a one-way mirror, investigators watched, notebooks and martinis in hand.

Sometimes the men took the drugs and managed to carry on. Sometimes they babbled or cried. An internal CIA review condemned these high jinks in 1963, but Congress didn’t investigate them until 1977, after a post-Watergate crisis of confidence in the agency.

At least officially, the CIA ended its behavioral science program in the mid-1960s, before scientists and operatives achieved total control over a subject. „All experiments beyond a certain point always failed,“ an operative veteran of the program said, „because the subject jerked himself back for some reason or the subject got amnesiac or catatonic.“ In other words, you could create a vegetable or a zombie, but not a robot who would obey you against his will. Still, the CIA had gained reliable information about how to derange and disorient a person who was reluctant to cooperate. An enemy could quickly be made into a confused and desperate human being.

vermischtes

Die Koalition der Unwilligen

Elmar Getto – Die EU, so sagt der australische Handelsminister Vaile, zahlt im Moment für jede EU-Kuh etwa 2,20 US-Dollar pro Tag. Das ist mehr als die 1,3 Milliarden Ärmsten der Armen auf der Erde täglich zum Leben haben. Es gibt so viel, was man an der EU kritisieren kann, die Service-Richtlinie, die Transgennahrungsmittel-Politik, die Patentpolitik, der absolute Gehorsam gegenüber den großen Ölkonzernen und vieles mehr, aber das schreiendste Unrecht der EU-Politik war und ist die Agrarpolitik.

Vor vier Jahren, bei der internationalen Konferens der World Trade Organization (WTO), auf deutsch (WHO) in Doha, Quatar, haben die großen Agrarsubventionisten, die EU, die USA und Japan, versprochen, ihre Subventionen zu verringern, die reiche Großbauern in ihren Ländern noch reicher machen, während sie Hunderten von Millionen von Kleinbauern in den Entwicklungsländern die Wetbewerbsfähigkeit nehmen.

In einigen Wochen steht in Hongkong das nächste internationale Treffen der WHO an und es bewegt sich so gut wie nichts in diese Richtung. Vor allem die EU weigert sich weiterhin strikt, ihre Agrarsubventionen wirklich herunterzufahren. Selbst ein langfristiges Programm, wie es die USA vorgeschlagen haben, wird als „außerhalb der Möglichkeiten“ bezeichnet. Nun erklären die USA, ohne entscheidende Schritte Europas und der Japaner würden sie auch nichts tun.

Die entwickelten Länder investieren fast genau 1 Milliarde Dollar pro Tag in die Agrarsubventionen und verursachen damit eine riesige internationale Überproduktion. Dadurch werden Agrarprodukte auf dem internationalen Markt verbilligt, was die Anbauer in den Entwicklungsländern jede Chance nimmt, konkurrieren zu können. Die Baumwoll-Subvention der USA z.B. macht Baumwolle auf dem internationalen Markt so billig, daß niemand sie zu diesem Selbstkostenpreis produzieren kann.

Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, hat das zuständige Kommittee des US-Senats gerade beschlossen, die Subventionen für die Großgrundbesitzer, die Baumwolle, Reis und andere große Agrarprodukte anbauen, bis zum Jahr 2011 zu verlängern, nachdem sie eigentlich 2007 auslaufen sollten. Wohlgemerkt handelt es sich hier nicht um kleine, vom Ruin bedrohte US-Farmer, sondern superreiche Großgrundbesitzer.

Genau dieses Thema war auf der Tagesordnung der letzten G8-Konferenz in Schottland im Juli, als – rein zufällig natürlich, aber wie willkommen – in London Terroranschläge auf U-Bahnzüge durchgeführt wurden. Leider – es tat ja allen so leid – mußten die Gespräche daher auf den ach wie so beliebten Kampf gegen den Terror ausgerichtet werden, wobei man nur vergaß herauszufinden, welcher westliche Stasi-Dienst denn diese Terroranschläge eigentlich auf dem Gewissen hat.

So erklärte dann die EU großmäulig, man wolle „die Armut zu Geschichte machen“, statt irgendetwas dafür zu tun. Es gibt Leute, die brauchen wirklich eins auf ihr großes Maul.

deutschland

Mitschnacker Platzeck

Harald Haack – Er habe die Gabe Menschen mitzunehmen, lobte Thüringens SPD-Landeschef Christoph Matschie im Deutschlandfunk den brandenburgischen Ministerpräsidenten. Er sagte, mit der Wahl von Platzeck zum neuen SPD-Vorsitzenden und der Erneuerung der Parteispitze habe die SPD einen Generationenwechsel vollzogen.

Tatsache aber ist auch, dass mit Angela Merkel von der CDU und nun mit Matthias Platzeck von der SPD all jene Kritiker der deutschen Einheit, die die Wende als erschlichene Invasion der DDR, als Einbruch in die BRD empfanden, neue Nahrung erhalten. Beide, Merkel und Patzeck, sind Politiker der so genannten Neuen Bundesländer, abwärtend als „Ossies“ verhöhnt. Und Kritiker der Kritiker stellten unlängst fest, die deutsche Einheit sei noch nicht vollzogen, noch immer gebe es ein Ost-West-Denken. Die Berliner Mauer sei zwar abgerissen worden, doch immer mehr Menschen forderten sie zurück – allen Todesopfern zum Trotz.


Müde, resignierende SPD-Genossen trotz Platzecks flammender Reden.

Es gibt aber auch Äußerungen, demnach es recht und billig sei, dass die Westdeutschen künftig von Ostdeutschen regiert werden. Schließlich stamme der ehemalige Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker, aus dem Saarland, also aus dem Westen, wenn auch nicht aus Westdeutschland, denn das gab es damals noch nicht als Honecker in den Osten zog. Nun ostdeutsche Macht für ganz Deutschland. Wie du mir, so ich dir? Die Rache für die einst von Altbundeskanzler Kohl versprochenen blühenden Landschaften, die immer noch als ein Wirtschaftsfriedhof auf Sonne warten?

Unter Platzeck, so erhoffen sich die SPD-Genossen, könne alles besser werden. An der designierten Kanzlerin Merkel vorbei, spekulieren sie schon mit seiner Kanzlerschaft. Doch so sehr er auf dem jüngsten SPD-Parteitag seine vor sich hin schnarchenden Genossen mit seinen aufrüttelnden Reden aufzuwecken und ihnen klarzumachen versuchte, es müssen nun alles anders werden, der SPD-Parteitag wurde beendet wie alle anderen. Nach einem Absacker in der Kneipe gingen sie alle nach Hause, wohl wissend, dass sie sich fortan in der neuen „Fahrgemeinschaft“ an das rechte CDU-Klima im Pleitenmobil Deutschland gewöhnen müssen, indes es für Angela Merkel keiner großen Anstrengung bedarf, sich an die Anrede „Genossen“ wieder zu gewöhnen.