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Lockerbie Beweis gefälscht

Elmar Getto – Gleich drei Skandale: Die Tatsache einer staatlichen Beweisfälschung aus niedrigen Beweggründen selbst, ein Justiz-Skandal und ein Presseskandal. Tatsache ist, daß ein ehemaliger schottischer Polizeichef nun öffentlich erklärt hat, daß jenes kleine Beweisstück gefälscht war, das ausschlaggebend für die Verurteilung eines Libyers als Bombenleger in dem Flugzeug war, das über der schottischen Ortschaft Lockerbie abgestürzt war. Die Justiz beeilt sich nicht ein bißchen, diesem Fall nachzugehen und die internationale Presse schweigt diesen Skandal tot.


Auffallend war, daß sich damals keine der „üblichen verdächtigen“ Organisationen zu diesem Attentat bekannt hatte.

Im Jahr 1989 war der Jumbo-Jet einer US-Airline über dem kleinen schottischen Ort Lockerbie abgestürzt und hatte mehr als 250 Menschen in den Tod gerissen. Bereits kurz nach dem Absturz behaupteten die untersuchenden britischen und US- Behörden, es handele sich zweifelsfrei um einen Absturz wegen einer Bombenexplosion an Bord. Auffallend war, daß sich damals keine der „üblichen verdächtigen“ Organisationen zu diesem Attentat bekannt hatte. Zuerst wiesen die Ermittler auf eine palästinensische Organisation als Hauptverdächtige hin, die angeblich mit Geld aus dem Iran unterstützt wurde.

Der aus offizieller US- (und britischer) Sicht Hauptbösewicht im Nahen Osten war zu jener Zeit der Iran, den man eben vergeblich versucht hatte, mit dem jahrelangen Irak-Iran-Krieg kleinzukriegen. Zu diesem Zweck hatte man Saddam Hussein als Verbündeten aufgebaut und bis an die Zähne bewaffnet, unter anderem auch mit chemischen Kampfstoffen. Damals hatte niemand, weder in der britischen noch der US-Regierung, irgendwelche Probleme damit, daß man mit einem blutrünstigen Diktator zusammenarbeitete und ihn auch noch hochrüstete.

Doch zu diesem Zeitpunkt, 1989, hatte sich bereits herausgestellt, daß der Iran nicht so leicht zu „kassieren“ war, wie man das wohl gedacht hatte. Der Krieg war ohne irgendwelche Grenzänderungen zu Ende gegangen und man brauchte Saddam Hussein jetzt nicht mehr, denn nun stellte man sich im Fall Iran auf die Taktik des Roll-Back-durch-Wandel ein. Man wollte durch intensives Unterstützen der „Reformer“ im Iran das Mullah-Regime bekämpfen. Nach außen hin begann man nun den Iran freundlicher zu behandeln.

Nun mußte man aber Saddam Hussein schwächen, der zu jenem Zeitpunkt eine nicht unerhebliche militärische Macht im Nahen Osten stellte. Dazu benutzte man dann den Wunsch des Diktators, sich Kuwait einzuverleiben. Man beantwortete seine Anfrage, ob dies zu Spannungen führen würde, damit, daß man sich nicht einmischen würde und wartete dann getrost ab, bis er Kuwait überfiel. Dann stimmte man ein Riesengeschrei an und begann, einen Anti-Hussein-Krieg vorzubereiten. Es wurde dann im Welt-Sicherheitsrat auch eine Resolution erreicht, die man als Angriffserlaubnis wertete und so begann 1991 der erste Golfkrieg (eigentlich war es schon der zweite), die „Operation Wüstensturm“. Damals (noch unter Kohl) war Deutschland bereits mit vertreten, aber noch nicht mit Truppen. Man ließ die Deutschen nur die Kosten des Unternehmens berappen. Wenn irgend jemand in Deutschland von leeren Staatskassen redet, fragen Sie doch einmal nach den 17 Milliarden Dollar, die die Staatskassen damals übrig hatten.

Innerhalb von Wochen waren die Truppen Saddams geschlagen und wesentliche Teile der Infrastruktur des Iraks zerstört. Man begann, ihn mit Bombeneinsätzen und UN-Sanktionen weiter zu schwächen. Das Ergebnis waren viele Tausende von Kindern, die im Irak damals schon für die imperialistischen Interessen sterben mußten.

Als neuer Hauptbösewicht im Nahen Osten wurde zu jener Zeit Libyen aufgebaut. Der dortige Diktator Gaddhafi versuchte eine vom Westen unabhängige Politik zu verfolgen, saß aber, welch ein Zufall, auf einigen der größten Ölquellen im ganzen arabischen Raum. Die Sowjetunion, die ihn noch gestützt hatte, war gerade zusammengebrochen und so wurde er Ziel einer „Einverleibungspolitik“, die mit massiven Drohungen – einmal sogar einem US-Bombenangriff – und Versprechungen vorangetrieben wurde.

Da war der Fall des Flugzeugabsturzes in Lockerbie gerade recht gekommen. Einige Monate nach dem Absturz wurde angeblich in einem Waldstück in der Nähe von Lockerbie ein kleines Stück eines Elektronik-Teils gefunden, das man dann nach einiger Zeit als einwandfrei identifiziert beschrieb. Es stamme aus einem Zeitzündermechanismus, der von der Schweizer Firma Mebo ausschließlich an Libyen und die DDR-Stasi geliefert worden waren.

Nun begann man systematisch Libyen bzw. den libyschen Geheimdienst zu beschuldigen, die Bombe im Flugzeug gelegt zu haben. Zwar bestritt Gaddhafi dies immer, aber die Macht der ständig wiederholten Behauptungen aus USA und Großbritannien und ihr gehorsames Nachbeten aller westlichen Mainstream-Medien baute schließlich einen so großen Druck auf, daß Gaddhafi sich mit einem Prozeß gegen einen libyschen Geheimdienstmann einverstanden erklären mußte. Als „Entgegenkommen“ wurde der Prozeß nicht auf britischem Boden, sondern in Holland veranstaltet.


Mainstream-Medien taten so, als sei seine Schuld bewiesen worden. Links: Abdel Basset Ali Megrahi

Der angeklagte libysche Agent Megrahi besuchte die Schweizer Mebo so häufig, daß er sogar sein eigenes Büro am Firmensitz hatte. Zusammen mit dem angebliche gefundenen Teil eines Mebo-Erzeugnisses wurde daraus ein scheinbarer Beweis konstruiert und, wie bestellt, lieferte das Gericht in den Niederlanden einen Schuldspruch gegen Megrahi. Er sitzt nun schon seit Jahren seine lebenslange Haftstrafe in einem schottischen Gefängnis ab. Zu der Zeit der Verurteilung gab es zwar einige wenige, die eine Verurteilung auf einer so schwachen Basis wie einem winzigen Stück Elektronik nicht für möglich hielten, aber die gleichgeschalteten Mainstream-Medien taten so, als sei seine Schuld bewiesen worden.

Unter all dem Druck und gewahr, daß er einer US-Invasion nicht mehr als Saddam Hussein entgegenzusetzen hätte, gab Gaddhafi schließlich klein bei. Er stellte sein Öl den englischen und US-Konzernen zu Spottpreisen zur Verfügung – so wie es auch alle anderen Entwicklungsländer mit ihren Bodenschätzen machen müssen – und gehorchte auch in allem anderen den Anweisungen der Imperialisten. Und siehe da, nun verschwand Libyen von der Liste der Schurkenstaaten und Gaddhafi ist plötzlich kein halbverrúckter Diktator mehr, sondern ein weiser Führer seines Landes. Nun ist wieder der Iran dran, denn dort hatte die Aushöhlung von innen auch nicht geklappt.

Das nächste Kapitel der Geschichte begann, als Megrahis Anwälte in die Revision gingen, diesmal bei einem schottischen Gericht. Sie hatten nicht nur die schwache Beweislage auf ihrer Seite, sondern auch zwei neue Entwicklungen: Ein ehemaliger CIA-Agent hatte nach seiner Pensionierung erklärt, die Beweisführung gegen den Libyer sei vom CIA getürkt worden. Außerdem hatte sich herausgestellt, daß der als Spezialist vom FBI geschickte Mann, der die Authentizität des Elektronik-Stückchens bezeugt hatte, nicht nur überhaupt kein Spezialist auf diesem Feld war, sondern auch schon früher in den USA wegen Falschaussage verurteilt worden war.

Trotzdem wurde die Revision vom Gericht abgelehnt, eine Entscheidung, die noch unverständlicher war als die ursprüngliche Verurteilung. Wiederum spielten die westlichen großen Medien eine unheilvolle Rolle. Sie behaupteten, die Erklärung des ehemaligen CIA-Mannes sei eine lächerliche Verschwörungstheorie. Was tatsächliche eine solche ist, ist aber die Geschichte, Libyen hätte das Flugzeug zum Absturz gebracht.

Wie auch im Fall der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, wird durch die ständige Wiederholung der offiziellen Verschwörungstheorie in großen Teilen der Öffentlichkeit der Eindruck hinterlassen, diese Theorie sei in irgendeiner Weise bewiesen.

Nun aber, nachdem die Revision abgelehnt war, trat der ehemalige Polizeichef auf und wandte sich an die Anwälte des lybischen Agenten. Er sagte, er könne es mit seinem Gewissen nicht mehr vereinbaren zu schweigen. Das dort gefundene Elektronik-Teil sei „gelegt“ worden und zwar vom CIA.

Er erklärte nach Aussage der Anwälte weiterhin, daß er nicht bereits zu aktiven Zeiten sein Wissen preisgegeben hatte, weil er seine Vorgesetzten in der Polizei fürchtete und auch, daß er als Verräter abgestempelt werden würde. Er ging davon aus, daß ein Prozeß sowieso nicht zustande käme und später, daß es keine Verurteilung geben würde. Als dann doch verurteilt wurde, vertraute er darauf, daß die Revision erfolgreich wäre. Erst als auch dies nicht der Fall war, habe er sich an die Anwälte gewandt. Sie legten eine eidesstattliche Erklärung des Beamten vor, der als ein früherer Assistant Chief Constable oder noch höherer Rang geschildert wurde.

Nun, all dies fand bereits im August statt und die Gerichte hatten bereits genügend Zeit, das Urteil gegen den Libyer aufzuheben, aber nichts tut sich. Es wird immer noch geprüft, ob man den Antrag auf Überprüfung der Verurteilung überhaupt annehmen will. Oben auf die beiden Fehlurteile setzt die schottische Gerichtsbarkeit jetzt also noch einen weiteren Skandal.

Und – was genauso einen Skandal darstellt, außer in alternativen Medien in Deutschland und in einem schottischen Blatt konnte fast niemand etwas über diese Skandale erfahren. Die westlichen Mainstream-Medien schweigen die Wahrheit einfach tot.

Dieser Artikel erschien erstmalig bei rbi-aktuell.de

Weiterführende Literatur

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Kanaan’s death: Was this part of the US-Syrian deal?

Kanaan Serie – Ghazi Kanaan died at about 11 AM GMT. The official Syrian News Agency SANA reported that he committed suicide. The announcement of his death came an hour after he told VOL that „this may be the last interview I will be able to give.“

The announcement created many shock waves in Lebanon. Ghazi Kanaan, interior minister of Syria was not an ordinary Syrian. He was the kingmaker in Lebanon for almost 2 decades. Every Lebanese has a story to tell you about how powerful and ruthless he was. No one I spoke to believes such a powerful man would commit suicide. Even his neighbors in Syria told reporters: „This man could not have committed suicide. He is too strong and he loves life“.

His death raises more questions about Syria’s involvement in Hariri’s murder than ever before for the following reasons:

– He must be the most knowledgeable person in the world about Lebanon. Having him as a witness in the UN investigation is of paramount importance to find out the truth about Hariri’s murder: Who planned the killing, who executed the killing and who is behind the killing? As one political analyst said yesterday on ANB TV station “ Ghazi Kanaan, is the black box“ he was referring to the recorders that are placed in airplanes to determine the cause of the accident whenever there is a crash. The analyst continued: „Mehlis‘ report will now have a big void. It will be a big hole and no one will be able to fill it“. According to Almustaqbal newspaper, Mehlis did not personally interview Kanaan. Kanaan was interviewed by other investigators. Mehlis interviewed Rustom Ghazaleh only.

– Syria’s Bashar Al Assad denied completely any involvement in Hariri’s murder during his interview with CNN, but said if any Syrians were accused of involvement, they will be considered traitors and he will be willing to hand them over for trial or will be punished by the Syrians themselves. The question is:

1- Was the CNN prerecorded interview planned to take place before the announcement of Kanaan’s death? This made it too convenient for Assad and saved him a lot of embarrassments.

2- Did Kanaan really commit suicide or Assad ordered his assassination in line with his CNN confession that „traitors will be punished by the Syrians themselves“. Very few are convinced that such a powerful man would commit suicide. Lebanese General Aoun was the most vocal about the doubtful suicide.

In the CNN interview Bashar Al Assad appeared more friendly than usual. He spoke in English most of the time and tried to smile a lot and even tried to crack a joke. Was this supposed to be the beginning of the rehabilitation in behavioral change?

The above could lead us to the conspiracy theory about a deal between USA, and Syria. This could be the third deal stuck between the 2 countries at Lebanon’s expense.

1- The first deal was in 1984 between the late President Reagan and the late president Hafez Assad (president Bashar’s dad) after Hezbollah’s bombing of the US embassy and the US Marine barracks in Beirut. Lebanon was handed over to Syria on a silver platter and the US pulled out.

2- The second deal took place in 1991 between former President George Bush( president G.W.Bush’s dad) and also the late president Hafez Assad. In that deal US again handed Lebanon over to Syria on a silver platter against Syria’s support during the Gulf war.

This time Lebanon will not be handed over to the Syrians. On the other hand Lebanon will not be able to know the truth behind Hariri’s murder. So the million that marched on march 14, will not be able to know the ‚truth‘. The evidence is gone. Kanaan will be the scapegoat. The black box is gone.

President Bush yesterday listed to reporters carefully in his oval office what is required of Syria in terms of behavioral change.

– Be a good neighbor to Iraq and Lebanon
– Don’t interfere in their internal affairs
– Control your borders to keep the insurgents out of Iraq.
– Stop supporting the Palestinian rejectionist groups
– Be part of the peace process in the Middle East

The visit of David Welch to Lebanon at this time could be part of the deal. The deal was for David Welch to assure Lebanon of US complete support, ahead of the Mehlis report so that whatever deals are struck between US and Syria, Lebanon should not feel it is left out in the cold.

What will Bashar al Assad get in return:
Bashar could stay in power but will be scrutinized on continuous basis to make sure he delivers what he promised in the deal. He will be put under several tests. To guarantee his behavioral change, the US will keep him under pressure by arranging for standby alternatives. According to CNN many potential Syrian leaders have been issued visas recently to come to the US.

The US is not in the mood of another war in the region. Attacking Syria is the last thing on its mind. Changing Assad’s behavior will be like killing 2 birds with one stone:
– The war in Iraq will be under much better control, since Syria will be able to control the flow of insurgents in coordination with the US.
– Lebanon will be able to move on without Syrian interference and regain its place in the world community as an independent and sovereign nation.

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Robert Fisk: ‚The Kenaan I knew never appeared suicidal‘

Kanaan Serie – Veteran Beirut correspondent and author Robert Fisk is the latest to question the alleged suicide of Syrian Major-General Ghazi Kenaan. Below are some key quotes from the Fisk article, followed by the complete article text.

Detlev Mehlis, the German chief investigator, questioned Kenaan at a hotel inside the Syrian border and for three weeks there have been rumours that the Syrian Interior Minister would be fingered for the crime. So do we expect more arrests? Or more mysterious suicides in the Syrian halls of power?


Robert Frisk: Ghazi Kenaan was not the sort of man who would commit suicide

That a man of such power should take his life shows either his sense of guilt over Hariri’s death, or the Baath party’s fear of the UN inquiry, due to report on 21 October.

… there will be many Lebanese and Syrians waiting to discover if his successor as intelligence commander, General Rustum Ghazali, will also suddenly be found to have committed suicide.

When kidnappers ruled the streets … Kenaan went jogging every morning in civil-war Beirut, on his own. Because he was too dangerous to cross.

The Ghazi Kenaan I knew was not the sort of man who would commit suicide

Robert Fisk – „Just think,“ Ghazi Kenaan said to me with a mirthless smile. „Terry Waite came here to rescue hostages, and got kidnapped himself!“

The smile broke. Brigadier-General Ghazi Kenaan, with his boxer’s face and small, tight fists, really did think it funny back in 1987 that the Archbishop of Canterbury’s envoy had been abducted as he tried to secure the release of Westerners held in Lebanon. Irony was what he dealt in. And brutality. In the basement of the Beau Rivage Hotel, which he made his headquarters as head of Syrian military intelligence in Lebanon, were cells and electric leads and other, more obviously brutal men.

He had power and he used it. When Hizbollah fighters attacked a company of Syrian troops in Beirut, he sent his men to storm one of their social halls and shot every one inside, including at least two Lebanese women. Their corpses were heaped on a Syrian army truck and driven slowly through the streets of the Beirut suburb of Basta for the population to see. You didn’t mess with Ghazi Kenaan.

And he didn’t seem to be the sort of man to commit suicide, which is what the Syrians claimed he had done yesterday. The Syrian news agency said Kenaan, now the Minister of Interior, killed himself in his Damascus office at 11am, hours after he had been questioned by a Beirut radio station about the 14 February murder of the former Lebanese prime minister, Rafik Hariri.

Major-General Kenaan – as he now was – was questioned three weeks ago by the UN commission investigating the bombing of Hariri’s motorcade. Four pro-Syrian Lebanese generals who worked closely with Kenaan during his rule in Lebanon have been arrested by UN investigators.

„I think this is the last statement I might give,“ he presciently told the Voice of Lebanon radio station three hours before his death. „My testimony [to the UN] … was to shed light on an era during which we have served Lebanon … I want to make clear that our relations with our brothers in Lebanon was based on love and mutual respect … We have served Lebanon with honour and honesty.“

The Lebanese may disagree. Before he left Beirut for Damascus, Kenaan was reported to have been involved in a vast housing corruption scandal – Syrian mukhabarat intelligence officers became rich in Lebanon – and initial reports, before he was appointed Interior Minister, suggested he was in disgrace. Certainly, there will be many Lebanese and Syrians waiting to discover if his successor as intelligence commander, General Rustum Ghazali, will also suddenly be found to have committed suicide. Ghazali was in charge of the Syrian intelligence apparatus when Hariri was killed.

So did Kenaan really kill himself, or did the Baath party’s intelligence apparatus decide he was too dangerous to be left alive? The Kenaan I knew never appeared suicidal. When kidnappers ruled the streets of Beirut, hunting for the only westerners left in the city, Kenaan even offered to take me jogging with him – from the Beau Rivage Hotel to the Bain Militaire in west Beirut – so would-be abductors would see me with him and would not dare to harm the „friend“ of so powerful a Syrian agent. Kenaan went jogging every morning in civil-war Beirut, on his own. Because he was too dangerous to cross.

I once asked him if he had direct contact with then President Hafez Assad. „Of course,“ he said. How? „On this telephone behind me.“ And how often, I asked, did he call President Assad. Kenaan smiled broadly. „It’s a one-way phone system. He can call me; I can’t call him!“ So another era ends, but in the most sensational manner. That a man of such power should take his life shows either his sense of guilt over Hariri’s death, or the Baath party’s fear of the UN inquiry, due to report on 21 October. Detlev Mehlis, the German chief investigator, questioned Kenaan at a hotel inside the Syrian border and for three weeks there have been rumours that the Syrian Interior Minister would be fingered for the crime. So do we expect more arrests? Or more mysterious suicides in the Syrian halls of power?

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Sollen Chemieunfall-Folgen vertuscht werden?

Wie die dpa berichtet, sehen Bremer Forscher die Aufklärung der Spätfolgen eines der schwersten Chemieunfälle in der Geschichte der Bundesrepublik gefährdet. Nach Angaben des Bremer Instituts für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS) will das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main Forschungsdaten über den Unfall bei der Hoechst AG vom 22. Februar 1993 vernichten lassen. Zudem sollten Ergebnisse von Nachuntersuchungen zu Spätfolgen nicht veröffentlich werden. Das Gesundheitsamt wies die Vorwürfe als unbegründet zurück.

Das BIPS verfasste nachfolgende Chronologie zum Hoechst-Störfall sowie dem Gerangel ein Forschungsprojekt dazu:

Chronologischer Abriss des Forschungsprojektes um den Hoechst-Störfall von 1993

• 1993 ereignete sich bei der Firma Hoechst in Frankfurt ein schwerer Chemieunfall, als dessen Folge ein „gelber Regen“ auf Frankfurt-Schwanheim niederging. Dabei handelte es sich um ein Gemisch verschiedener u.a. krebserregender Stoffe. Als Folge mussten nicht nur Häuser und Autos von einer gelben Schicht befreit werden, sondern auch die Bevölkerung von Schwanheim ärztlich versorgt werden, und zwar wegen Hautausschlägen, Atemproblemen, Kopfschmerzen und weiteren akuten Symptomen. Neben diesen akut auftretenden Gesundheitsproblemen befürchtete die betroffene Bevölkerung Spätfolgen, insbesondere aufgrund des krebserregenden Potenzials der freigesetzten Chemikalien. Es wurde daher entschieden, ein so genanntes Expositionsregister anzulegen, das eine spätere Nachverfolgung („Follow-up“) der betroffenen Bevölkerung ermöglichen würde. Das BIPS wurde mit der Erstellung dieses Registers betraut.


Ergebnisse von Nachuntersuchungen zu Spätfolgen sollen nicht veröffentlich werden Foto: Bill Tompkins

• 1995 führte das BIPS in Schwanheim eine Querschnittsstudie durch, um die akuten Beschwerden zu untersuchen. Weiterhin wurden alle Bewohner in einem Expositionsregister erfasst. Es wurden Daten von ca. 20.000 Personen abgespeichert. Es wurde der Bevölkerung zugesichert, dass die Daten beim BIPS verbleiben und dort unter Einhaltung der Datenschutzbestimmungen verarbeitet werden. Von ca. 15.000 Personen wurde die Einwilligung eingeholt, sie zu späteren Zeitpunkten erneut zu befragen. Eine erste Befragung sollte nach 10 Jahren erfolgen. Die personenbezogenen Daten des Expositionsregisters sollten gemäß den Empfehlungen der Fachgutachter für einen längeren Zeitraum von ca. 30 Jahren aufbewahrt werden, um mögliche Spätfolgen mit langer Induktionszeit – wie Krebserkrankungen – mittels eines Follow-up bzw. eines Linkage mit dem zukünftigen Krebsregister zu ermöglichen. Ein geeignetes Krebsregister existiert bis heute nicht.

• 2002/2003 fanden Auseinandersetzungen zwischen den Stadtgesundheitsamt Frankfurt unter Leitung von Frau Dr. Stark und dem BIPS unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Greiser statt. Das Stadtgesundheitsamt bestand auf einer Herausgabe der Daten des Expositionsregisters, um nach ihrer Auskunft eine öffentliche Ausschreibung des Follow-up zu ermöglichen. Unter Berufung auf die mit dem BIPS getroffene Vereinbarung und unter Hinweis auf den mit einer Daten Herausgabe verbundenen Vertrauensverlust und der dadurch zu erwartenden mangelnden Bereitschaft der Bevölkerung, an nachgehenden Untersuchungen teilzunehmen, verweigerte das BIPS die Herausgabe der Daten.

• 2004 legte Herr Prof. Dr. Ahrens dem Stadtgesundheitsamt in ausführlichen Briefen die wissenschaftlichen und rechtlichen Gründe für die Verweigerung der Datenherausgabe seitens des BIPS dar.


Höchst Unerfreuliches aus dem Chemiewerk Frankfurt-Griesheim der Hoechst AG: Zehn Tonnen eines Reaktiongemisches des Farbstoff-Vorproduktes „ortho-Nitroanisol“ wurden 1993 in die Luft geschleudert und gingen als klebriger, gelber Niederschlag in den Frankfurter Stadtteilen Schwanheim und Goldstein nieder. [M]

• Anlässlich einer von den Bürgerinitiativen (BIs) am 23.03.2004 veranstalteten Podiumsdiskussion fand ein erstes persönliches Gespräch zwischen Vertreterinnen des Stadtgesundheitsamts und dem BIPS vertreten durch Herrn Prof. Ahrens und Frau Prof. Pigeot (seit März 2004 Institutsdirektorin) statt. Zu Beginn des Gesprächs bestand Frau Dr. Stark erneut auf der Herausgabe der Daten. Im Laufe des Gesprächs konnte jedoch Einverständnis über das weitere Vorgehen erzielt werden. Insbesondere versicherte das BIPS dem Stadtgesundheitsamt, dass dem BIPS an einer auf Vertrauensbasis begründeten Zusammenarbeit und nicht an einem Konfrontationskurs gelegen ist. Das BIPS wurde daraufhin aufgefordert, einen Stufenplan zur Untersuchung der Spätfolgen zu entwickeln und dem Stadtgesundheitsamt vorzulegen. Die anschließende Podiumsdiskussion verlief zur Überraschung der BIs konfliktfrei zwischen BIPS und Stadtgesundheitsamt. Insbesondere zeigte sich das Stadtgesundheitsamt zum ersten Mal zum Einlenken bereit.

• Der Stufenplan wurde am 24.04.2004 an das Stadtgesundheitsamt geschickt.

• Der vom BIPS beim Stadtgesundheitsamt eingereichte Stufenplan wurde Ende 2004 einer internationalen Expertin auf diesem Gebiet, Frau Prof. Dr. Ackermann-Liebrich, Basel, zur Begutachtung vorgelegt. Frau Ackermann gehörte bereits zu den Gutachtern des Vorgehens bei der Anlage des Expositionsregisters. Frau Ackermanns Gutachten bezeugte das einwandfreie wissenschaftliche Vorgehen. Der Stufenplan wurde auf den Adress-Follow-up und die Mortalitätsstudie eingeschränkt. Die Mortalitätsstudie zum jetzigen Zeitpunkt könnte erste Hinweise auf mögliche schwerwiegende Spätfolgen liefern. Sie ist aber auch deshalb geboten, weil die dabei erhobenen Todesursachen-Bescheinigungen in einigen Bundesländern nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist vernichtet werden und damit spätere Mortalitätsrecherchen hinsichtlich ihrer Aussagekraft geschwächt würden. Die Kosten für den Adress-Follow-up und die Mortalitätsstudie wurden vom BIPS auf € 140.000 kalkuliert. Die tatsächlichen Kosten liegen höher. Das Projekt wurde von allen Parteien in Frankfurt befürwortet.

• Am 27.01.2005 beschloss die Stadtverordnetenversammlung Frankfurt/Main, dass das BIPS beauftragt werden soll, Adress-Follow-up, Vitalstatuserhebung und Analyse der Sterblichkeit einschließlich Auswertung und Berichtlegung durchzuführen.

• Am 09.03.2005 erhielt das BIPS die Aufforderung, ein Angebot (Zuschlags- und Bindefrist: 30.06.2005) auf eine freihändige Vergabe des Stadtgesundheitsamts einzureichen. In einem persönlichen Gespräch am 11.03.2005 in Frankfurt wurden die kritischen Punkte, Publikationsrechte und Datenhaltung des Adress-Follow-up, einvernehmlich diskutiert und das BIPS gebeten, dazu einen Vorschlag zu unterbreiten.

• Das Angebot ging am 15.03.2005 an das Stadtgesundheitsamt; die gewünschte Ergänzung bzgl. Publikationsrechten und Datenhaltung erfolgte am 06.04.2005.

• Am 20.05.2005 ging ein Schreiben vom Stadtgesundheitsamt an das BIPS, in dem einige Punkte der ursprünglichen Aufforderung zu einem Angebot drastisch verändert wurden. So werden dem BIPS sämtliche Publikationsrechte verweigert, was den offiziell verabschiedeten Regeln der Guten Epidemiologischen Praxis widerspricht. Zudem wird verlangt, dass sämtliche Daten nach Abschluss dieses Auftrags vernichtet werden, was eine Weiterverfolgung der Spätfolgen (Erkrankung an Krebs) unmöglich machen würde und dementsprechend in unseren Augen ethisch nicht vertretbar ist. Die in dem Schreiben vorgebrachten Bedenken der Datenschutzbeauftragten scheinen vorgeschoben, da zum einen in solchen Fällen nach unserer Erfahrung die Interessen der Allgemeinheit über die Interessen des Einzelnen gestellt werden und zum anderen eine Einverständniserklärung der Betroffenen für die nun zunächst geplanten Stufen (Ermittlung von Vitalstatus und Todesursache) gar nicht erforderlich ist.

• Unsere Versuche, telefonisch mit Frau Dr. Stark Kontakt aufzunehmen, sind gescheitert. Am 25.05.2005 haben wir ihr daher schriftlich mitgeteilt, dass wir unter den von ihr nachgeschobenen Bedingungen nicht in der Lage sind, die Studie durchzuführen.

• Daraufhin haben wir in einem ausführlichen Schreiben am 31.05.2005 die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) als oberste wissenschaftliche Instanz um Stellungnahme gebeten.

• Am 25.07.2005 erhielten wir ein Schreiben von der DFG, das uns in unserem Verhalten bestärkt hat.

• Am 22.08.2005 haben wir erneut Frau Dr. Stark angeschrieben und sie noch einmal gebeten, uns mit der Durchführung der Studie ohne die vom Stadtgesundheitsamt im Schreiben vom 18.05.2005 nachträglich genannten Zusatzbedingungen zu beauftragen.

• Im Antwortschreiben vom 31.08.2005 teilte uns Frau Dr. Stark mit, dass die Studie jetzt öffentlich ausgeschrieben würde, da wir nicht in der Lage seien, diese durchzuführen, und wies uns daraufhin, dass wir uns bewerben könnten. Dies ist eine Verfälschung des von uns am 25.05.2005 an Frau Dr. Stark gesendeten Briefes, in dem wir ihr mitteilten, dass wir aufgrund unseres Selbstverständnisses als unabhängige Forschungseinrichtung unter den nachträglich gestellten Bedingungen aus wissenschaflichen und ethischen Gründen nicht in der Lage wären, die Studie durchzuführen.

Weiterführende Artikel & Links
– Das Dokument als PDF Download

– Störfall-Serie in den Werken der Hoechst AG im Frühjahr 1993 von Dipl.-Kfm. Frank Roselieb

– Hoechst: Drei Störfälle in vier Tagen (1998)

„In der ZEMA werden alle nach der Störfall-Verordnung (12. BImSchV) meldepflichtigen Ereignisse erfasst, ausgewertet und in Jahresberichten veröffentlicht. Die meldepflichtigen Ereignisse werden entsprechend ihrem Gefahrenpotential in Störfälle und in Störungen des bestimmungsgemäßen Betriebs unterteilt.“

Vom Störfall zur Kultur
Der Störfall von Hoechst im Jahre 1993 inspirierte Harald Haack zum Schreiben einer Erzählung. Auch komponierte er Musikstücke, die ebenfalls den Störfall zum Thema haben. Anfang 2003 schrieb er in Bern und Hamburg das Tanztheater CARPUT MORTUUM. Es dürfte das erste Tanztheater sein, in dem nicht nur der Störfall von Hoechst im Jahre 1993, sondern auch umweltmedizinische und gesellschaftspolitische Problematiken verarbeitet wurden. Im von der Chemischen Industrie ausgerufenen “Jahr der Chemie”, 2003, wurde es im Oktober in Bern uraufgeführt. „Was ist kaputter als der Tod?“ fragt der Protagonist keck in dem Stück. Denn: „Er sah’s einmal mit eigenen Augen…“

Carput Mortuum

Die von Harald Haack komponierte Musik zum Stück Carput Mortuum im MP3 Format:
Carput Mortuum 6 (Er sah’s einmal mit eigenen Augen…): 7,9 MB
Carput Mortum 6 7 8 (der gesamte musikalische Komplex) 18,5 MB

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Ehemaliger Chef des Geheimdienstes begeht Selbstmord

Kanaan Serie –Syriens Innenminister General Ghazi Kanaan hat Selbstmord verübt, wie die amtliche Nachrichtenagentur SANA am Mittwoch in Damaskus meldete. Der General war langjähriger syrischer Geheimdienstchef im Libanon. Die syrische Armee hatte sich im vergangenen April nach 29-jähriger Präsenz aus dem Nachbarland zurückgezogen.


Mosaik Stein in einer Kette toter

US-Außenministerin Condoleezza Rice hat indessen eine Stellungnahme zu einem US-Medienbericht abgelehnt, wonach sie sich angeblich gegen einen Angriff auf irakische Rebellenstützpunkte in Syrien gewandt hatte. Sie werde sich nicht über interne Beratungen in der US-Regierung äußern, sagte Rice am Montag auf ihrer Reise nach Zentralasien. „Glauben Sie nicht alles, was Sie lesen“, fügte sie hinzu.

Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin „Newsweek“ berichtet, in der US-Regierung gebe es Gedankenspiele für einen Militärangriff auf Stützpunkte irakischer Rebellen in Syrien. Bei einem Treffen Anfang Oktober habe Rice ranghohe Regierungsvertreter von dem Vorhaben jedoch abbringen können. Sie habe argumentiert, Syrien müsse zunächst diplomatisch isoliert werden.

Die USA werfen Syrien vor, die Rebellen im Nachbarland Irak zu unterstützen. Im September sagte der US-Botschafter in Bagdad, Zalmay Khalilzad, die „Geduld“ der USA mit Syrien gehe zur Neige. In den vergangenen Wochen unternahmen US-Truppen im Irak verstärkt Kampfeinsätze gegen Rebellen an der Grenze zu Syrien.

NZZ
In Ermordung Hariris oder in Korruptionsaffäre verwickelt?
Der syrische Innenminister und frühere «Prokonsul» in Libanon, General Kanaan, ist am Mittwoch durch Selbstmord aus dem Amt geschieden. In Ermangelung offizieller Begründungen rätselt man über eine Verwicklung in die Ermordung des libanesischen Regierungschefs Hariri oder in eine Korruptionsaffäre aus Beiruter Tagen.

Der syrische Innenminister General Ghazi Kanaan hat sich nach einer Meldung der staatlichen Agentur Sana am Mittwochmorgen in seinem Büro umgebracht. Die Behörden haben eine Untersuchung über die Umstände des Selbstmords eingeleitet. Diese offizielle Bekanntmachung, in der traditionellen Damaszener Einsilbigkeit gehalten, löste eine Lawine von Vermutungen über die Hintergründe aus.

Wie ein Mosaikstein
Kanaan war bis zum Jahr 2003 der Geheimdienstchef im besetzten Nachbarland Libanon, gewissermassen der Prokonsul von Präsident Asad, gewesen. Am 21. Oktober werden tiefgreifende Enthüllungen über verdeckte libanesische Machenschaften erwartet, wenn der Leiter der internationalen Untersuchung über die Ermordung des libanesischen Regierungschefs Hariri, der deutsche Justizbeamte Mehlis, seinen Bericht vorlegt. Da Mehlis nach seinen eigenen Worten auch in Syrien Personen befragte, die in Libanon Verantwortung für den Sicherheitsbereich getragen hatten, nimmt man an, dass Kanaan vorgeladen worden war. Mithin drängt es sich auf, Kanaans Tod mit der Ermordung Hariris in Verbindung zu bringen.

Der Selbstmord nimmt sich wie ein Mosaikstein in der These westlicher Diplomaten aus, ranghohe Vertreter des syrischen Regimes seien in den Mordanschlag gegen den früheren libanesischen Regierungschef verwickelt. Libanesische Politiker und Geheimdienstoffiziere hatten jahrelang keinen entscheidenden Schritt getan, ohne vorher die Erlaubnis der Syrer einzuholen. Wenn nun der De-facto-Herrscher im Libanon der achtziger und neunziger Jahre sich das Leben nimmt, erscheint dies als Abschluss des Dossiers auf syrischer Seite. General Kanaan hatte nach seiner Versetzung aus Libanon als oberster Chef für politische Sicherheit gedient. Dann wurde er 2004 Innenminister. Ob er tatsächlich der höchste Schuldige im Falle Hariri war oder nur ein stellvertretendes Opfer, um den Sturz des ganzen Regimes von Präsident Asad zu verhindern, bleibt vorerst offen.

In Libanon zirkulierten am Mittwoch Ausschnitte aus einem Radiointerview Kanaans vom Vorabend, worin er sich gegen «politisch motivierte Anwürfe» gegen seine Person verwahrte. Er bat zugleich darum, seine Erklärungen an andere Beiruter Medien weiterzugeben, weil dies wohl die letzte Stellungnahme sei, die er abgeben könne. Daraus könnte man schliessen, dass er zu jenem Zeitpunkt von seinem bevorstehenden Tod wusste. Die Beiruter Fernsehstation New TV hatte am Dienstag Aussagen von Kanaan zitiert, die sie einem Verhörprotokoll von Mehlis entnommen haben will. Darin bekannte der Syrer, er und der damalige libanesische Sicherheitschef as- Sayyid hätten von Hariri je zehn Millionen Dollar erhalten; sie kämen allein schon deshalb nicht als Mörder des Ex-Ministerpräsidenten in Frage. Sayyid steht in Beirut deshalb unter Anklage.

Asad – treibende Kraft im Hintergrund
Kanaans Name taucht freilich auch in einem Prozess wegen Unterschlagung von Geldern in einer Beiruter Bank auf. Der ins Ausland geflohene Direktor der geschlossenen Bank al-Madina bezichtigte dieses Frühjahr Kanaan und drei von dessen Brüdern, sie hätten mit Hilfe einer hohen Direktionsassistentin die Bank um über 70 Millionen Dollar betrogen. Der Betrug war im Juli 2003 ruchbar geworden; die Angestellte konnte nach mehrmonatiger Untersuchungshaft aus dem Lande entkommen. Sie war zuvor wegen ihres extravaganten Lebensstils ein Lieblingsgegenstand der Beiruter Illustrierten. Falls Kanaans Tod mit dieser Affäre zusammenhängt, passt er ins Muster der Bestrafung korrupter syrischer Beamter. Im Mai 2000 schied der frühere Ministerpräsident Mahmud az-Zoobi durch einen ähnlichen Freitod aus dem Leben, nachdem er in einen Korruptionsskandal verwickelt und aus der Baath-Partei ausgestossen worden war. Die treibende Kraft dafür war damals schon, wenn auch im Schatten des alten Asad, der heutige Präsident Bachar al-Asad.

Die Presse:
Mysteriöser Selbstmord in Damaskus
Innenminister Kanaan nahm sich das Leben. Der Ex-Geheimdienstchef stand im Verdacht, in die Ermordung des libanesischen Ex-Premiers Hariri verwickelt zu sein.

Es ist schwer, an einen Zufall zu glauben: Nur wenige Tage, bevor der deutsche Staatsanwalt Detlev Mehlis seinen von der UNO in Auftrag gegebenen Untersuchungsbericht zum Attentat auf Libanons Ex-Premier Rafik Hariri veröffentlichen wollte, beging Syriens Innenminister Ghazi Kanaan Selbstmord. Kanaan, bis 2002 syrischer Geheimdienstchef im Libanon, soll einer von sieben syrischen Regierungsbeamten gewesen sein, die im vergangenen Monat von Mehlis in Damaskus verhört worden waren.

Die Meldung vom Selbstmord des 63-jährigen Innenministers wurde am Mittwoch kommentarlos von der offiziellen syrischen Nachrichtenagentur vermeldet. Der Vorgang werde untersucht, heißt es dort lapidar.

Kanaan selbst hatte kurz vor seinem Tod noch dem libanesischen Radiosender „Voice of Lebanon“ ein Interview gegeben, das er als seine „letzte Erklärung“ bezeichnet hatte. „Ich möchte noch einmal klar machen, dass die Beziehungen zu unseren Brüdern auf gegenseitigem Respekt basieren. Wir haben stets dem libanesischen Interesse gedient“, sagte er.

Im Libanon kursieren bereits Spekulationen dass Kanaan ermordet worden sein könnte. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass Mehlis in seinem Bericht Syrien die Verantwortung für die Ermordung Hariris zuweisen wird. Der libanesische Ex-Premier war am 20. Februar bei einem Autobombenanschlag getötet worden. Es folgten Proteste. Daraufhin zogen sich die syrischen Truppen nach fast drei Jahrzehnten Besatzung aus dem Libanon zurück.

Damaskus hat aber stets den Vorwurf, am Mord beteiligt gewesen zu sein, zurückgewiesen. Zumindest nach außen hin gibt sich das Regime in Damaskus indes gelassen. Doch hinter den Kulissen arbeitet Präsident Bashar al-Assad bereits an Schadensbegrenzung. Er will vor allem UN-Sanktionen gegen das Land zu verhindern.

Es soll bereits jetzt ein Plan existieren, den UN-Bericht von Mehlis zu diskreditieren. Besonders die UN-Sicherheitsratsmitglieder China, Indien und Russland sollen durch Lobbyarbeit dazu gebracht werden, Sanktionen gegen Syrien zu verhindern. Assad war in den vergangenen Wochen auch zu mehreren Kurzvisiten bei den US-Verbündeten in der Region, in Ägypten und Saudiarabien.

Falls Syrien am Ende auf der Anklagebank sitzt, könnte Assad in den Mord verwickelte Generäle und Geheimdienstleute ausliefern lassen. Dabei bleibt die Frage offen, wie sehr wichtige Stützen des Regimes oder sogar Familienmitglieder Assads davon betroffen sein werden.

Spiegel:
VERDACHT IM MORDFALL HARIRI
Syriens Innenminister Ghasi Kanaan hat in seinem Büro in Damaskus Selbstmord begangen. Kanaan war von dem deutschen Uno-Sonderermittler Mehlis im September zum Mord an dem libanesischen Ex-Regierungschef Rafik al-Hariri befragt worden.

Die syrische Nachrichtenagentur SANA meldete heute, der Minister und frühere Sicherheitschef im Libanon habe sich kurz vor Mittag in seinem Büro umgebracht. Aus Sicherheitskreisen hieß es, er habe sich mit seiner Pistole erschossen und sei sofort tot gewesen. Der Vorfall werde untersucht.

Der Innenminister war einer der Zeugen, die von dem deutschen Uno-Sonderermittler Detlev Mehlis im Zusammenhang mit dem tödlichen Attentat auf den früheren libanesischen Regierungschef Rafik Hariri im Februar in Beirut vernommen wurden. Mehlis will das Ergebnis seiner Ermittlungen Ende Oktober Uno-Generalsekretär Kofi Annan übergeben.

Wenige Stunden vor seinem Tod hatte der syrische Innenminister dem christlichen libanesischen Radiosender „Voice of Lebanon“ ein Interview gegeben, in dem er sagte, dies werde wohl „seine letzte Erklärung“ sein.

Kanaan kommentierte einen libanesischen TV-Bericht, in dem es um seine Aussage in der Mehlis-Untersuchung gegangen war. Kanaan hatte darin jede Verwicklung in den Mord an Hariri von sich gewiesen und traditionell gute Beziehungen zwischen Syrien und dem Libanon betont. Kanaans Auslandsvermögen war nach dem Mord an Hariri auf Drängen der USA eingefroren worden. Auch die Gelder anderer führender syrischer Persönlichkeiten wurden gesperrt, darunter von Kanaans Nachfolger im Libanon, Rostom Ghasali.

Die arabische Zeitung „al-Hayat“ meldete unter Berufung auf westliche Diplomaten, Mehlis werde in seinem Bericht neben den bereits inhaftierten libanesischen Ex-Geheimdienstchefs auch Angehörige des syrischen Sicherheitsapparates als mögliche Tatverdächtige benennen. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bislang nicht.

Der Mord an Hariri hatte im Libanon massive Proteste der anti-syrischen Opposition ausgelöst, die Damaskus für das Attentat verantwortlich machte. Wachsender internationaler Druck hatte Syrien schließlich dazu gebracht, seine Truppen nach fast drei Jahrzehnten aus dem Nachbarland abzuziehen.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad wies jeglichen Verdacht einer staatlichen Verwicklung in den Hariri-Mord zurück und erklärte, auch er selbst habe das Attentat nicht angeordnet. Im Gegenteil unterstütze seine Regierung die Uno-Untersuchungen zur Aufklärung des Falls, sagte Assad in einem Interview des US-Senders CNN.

Assad sagte, wenn die Uno-Ermittlungen zu dem Schluss führten, dass Syrer in den Anschlag auf Hariri verwickelt seien, würden die Verantwortlichen als „Verräter“ betrachtet. Sie würden dann entweder vor einem internationalen oder einem syrischen Gericht zur Rechenschaft gezogen werden.

AP
DAMASCUS – Syrian Interior Minister Ghazi Kanaan committed suicide in his office last night, three weeks after he was questioned by a UN team probing the assassination of former Lebanese premier Rafik Hariri.

The UN’s chief investigator is expected to issue his report on the February assassination to the Security Council next week.

„The Minister of the Interior died in his office this afternoon after committing suicide and the authorities are investigating the incident,“ the official Syrian Arab News Agency said.

The Syrian Government issued a statement mourning the 63-year-old’s death.

Brigadier-General Kanaan, Syria’s top official in Lebanon for two decades until 2002, had been interviewed by UN investigators led by Detlev Mehlis.

Four pro-Syrian Lebanese generals have been charged in connection with Hariri’s murder. Many Lebanese say Syria ordered the killing but Damascus has repeatedly denied any links.

Syria dominated Lebanese politics until mass demonstrations and international pressure forced it to withdraw its troops from Lebanon at the end of April.

Hours before the news broke, Brigadier-General Kanaan spoke to a Lebanese radio station, denying reports in Lebanese media that he showed the UN investigators cheques paid to him by Hariri.

„I think this is the last statement I might give,“ he said at the end of the phone interview with Voice of Lebanon. „My testimony … was to shed the light on an era during which we have served Lebanon. Sadly some media outlets have reported lies to mislead public opinion.

„I want to make clear that our relation with our brothers in Lebanon was based on love and mutual respect … We have served Lebanon’s interest with honour and honesty.“

Brigadier-General Kanaan was the head of Syrian military intelligence in Lebanon from 1982 till 2002, when he was made chief of the Syrian Political Security Directorate. He was appointed interior minister last year.

Earlier this year, the US Treasury froze the assets of Brigadier-General Kanaan and his successor as Syria’s top official in Lebanon, Brigadier-General Rustom Ghazali, in a move „intended to financially isolate bad actors supporting Syria’s efforts to destabilise its neighbours“.

The Lebanese Central Bank last month opened up the men’s accounts to the UN investigators.

Analysts say the Syrian Government is quietly preparing for the UN report by consolidating its power, preparing a diplomatic counter-offensive, and taking steps to guard against sanctions. The strategy takes two lines.

On the first track, the Government projects a facade of nonchalance. Visitors who have seen President Bashar Assad recently report he is relaxed, upbeat and confident the investigation will not find any criminal evidence against his country in the February 14 bomb explosion that killed Hariri and 20 others in Beirut.

The cabinet discusses unrelated issues, such as violence against children, and state media are broadcasting more than 20 TV serials for Ramadan.

„Syria wants to show it has time to think about such issues,“ said analyst Ayman Abdel-Nour.

On the other track, the regime is preparing for the possibility the report will implicate Syria.

It is reportedly planning an offensive to discredit the report, which would include reaching out to China, India and Russia to help block a UN resolution and possible sanctions. Damascus will also likely use US allies Egypt and Saudi Arabia as channels for a deal with Washington.

If Syria is implicated, some believe Mr Assad would turn over officers who served in Lebanon if there is irrefutable evidence of their involvement.

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Krieg

Americans Favor Bush’s Impeachment If He Lied about Iraq

Bob Fertik – By a margin of 50% to 44%, Americans want Congress to consider impeaching President Bush if he lied about the war in Iraq, according to a new poll commissioned by AfterDowningStreet.org, a grassroots coalition that supports a Congressional investigation of President Bush’s decision to invade Iraq in 2003.

The poll was conducted by Ipsos Public Affairs, the highly-regarded non-partisan polling company. The poll interviewed 1,001 U.S. adults on October 6-9. The poll found that 50% agreed with the statement: „If President Bush did not tell the truth about his reasons for going to war with Iraq, Congress should consider holding him accountable by impeaching him.

44% disagreed, and 6% said they didn’t know or declined to answer. The poll has a +/- 3.1% margin of error.
Among those who felt strongly either way, 39% strongly agreed, while 30% strongly disagreed.

The results of this poll are truly astonishing,“ said AfterDowningStreet.org co-founder Bob Fertik. „Bush’s record-low approval ratings tell just half of the story, which is how much Americans oppose Bush’s policies on Iraq and other issues. But this poll tells the other half of the story – that a solid plurality of Americans want Congress to consider removing Bush from the White House.

Impeachment Supported by Majorities of Many Groups
Responses varied by political party affiliation:

72% of Democrats favored impeachment, compared to 56% of Independents and 20% of Republicans. Responses also varied by age and income. Solid majorities of those under age 55 (54%), as well as those with household incomes below $50,000 (57%), support impeachment. Majorities favored impeachment in the Northeast (53%), West (51%), and even the South (50%).

Support for Impeachment Surged Since June
The Ipsos poll shows a dramatic transformation in support for Bush’s impeachment since late June. (This is only the second poll that has asked Americans about their support for impeaching Bush in 2005, despite his record-low approval ratings.) The Zogby poll conducted June 27-29 of 905 likely voters found that 42% agreed and 50% disagreed with a statement virtually identical to the one used by Ipsos Public Affairs. After the June poll, pollster John Zogby told the Washington Post that support for impeachment „was much higher than I expected.“ At the time, impeachment supporters trailed opponents by 8%. Now supporters outnumber opponents by 6%, a remarkable shift of 14%.

Support for Clinton Impeachment Was Much Lower
In August and September of 1998, 16 major polls asked about impeaching President Clinton. Only 36% supported hearings to consider impeachment, and only 26% supported actual impeachment and removal. Even so, the impeachment debate dominated the news for months, and the Republican Congress impeached Clinton despite overwhelming public opposition.

Impeachment Support is Closely Related to Belief that Bush Lied about Iraq
Both the Ipsos and Zogby polls asked about support for impeachment if Bush lied about the reasons for war, rather than asking simply about support for impeachment. Pollsters predict that asking simply about impeachment without any context would produce a large number of „I don’t know“ responses. However, this may understate the percentage of Americans who favor Bush’s impeachment for other reasons, such as his slow response to Hurricane Katrina, his policy on torture, soaring gasoline prices, or other concerns.

Other polls show a majority of U.S. adults believe that Bush did in fact lie about the reasons for war. A June 23-26 ABC/Washington Post poll found 52% of Americans believe the Bush administration „deliberately misled the public before the war,“ and 57% say the Bush administration „intentionally exaggerated its evidence that pre-war Iraq possessed nuclear, chemical or biological weapons.“

Support for the war has dropped significantly since June, which suggests that the percentage of Americans who believe Bush lied about the war has increased. Passion for Impeachment is Major Unreported Story The strong support for impeachment found in this poll is especially surprising because the views of impeachment supporters are entirely absent from the broadcast and print media, and can only be found on the Internet and in street protests, including the large anti-war rally in Washington on September 24.

The lack of coverage of impeachment support is due in part to the fact that not a single Democrat in Congress has called for impeachment, despite considerable grassroots activism by groups like Democrats.com.

We will, no doubt, see an increase in activism following this poll,“ said David Swanson, co-founder of AfterDowningStreet.org. „But will we see an increase in media coverage? The media are waiting for action in Congress. Apparently it’s easier to find and interview one of the 535 members of Congress than it is to locate a representative of the half of the country that wants the President impeached if he lied about the war. The media already accepts that Bush did lie about the war. We know this because so many editors and pundits told us that the Downing Street Memo was ‚old news.‘ What we need now is journalism befitting a democracy, journalism that goes out and asks people what they really think about their government, especially George Bush.“

The passion of impeachment supporters is directly responsible for the new poll commissioned by After Downing Street. After the Zogby poll in June, activists led by Democrats.com urged all of the major polling organizations to include an impeachment question in their upcoming polls. But none of the polling organizations were willing to do so for free, so on September 30, AfterDowningStreet.org posted a request for donations to fund paid polls As of October 10, 330 individuals had contributed $8,919 in small donations averaging $27 each.

AfterDowningStreet.org has commissioned a second poll which is expected soon, and will continue to urge all polling organizations to include the impeachment question in their regular polls. If they do not, AfterDowningStreet.org will continue to commission regular impeachment polls.

Krieg

30 Offiziere aus sieben Nationen in der Militärbeobachterausbildung

Vom 10. bis 28. Oktober findet im schweizerischen Stans der 14. Schweizer Militärbeobachterkurs statt. Schweizer und internationale Instruktoren bilden die Offiziere, normalerweise ab Rang eines Hauptmannes, zu UNO-Militärbeobachtern aus.

Während der kommenden drei Wochen lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Besonderheiten der Aufgabenschwerpunkte „Patrolling“ „Observing“, „Reporting“ , und „Negotiation“. Die Auffrischung medizinischer Grundkenntnisse , Geländefahrschule, Übermittlungstechniken, Funksprechregeln und Lektionen über die UNO und deren friedenserhaltenden Missionen runden die Ausbildung ab. Kurssprache ist ausschliesslich englisch.

Die Militärbeobachter sind unbewaffnet. Als militärische Experten überprüfen sie die Einhaltung von Waffenstillstandsvereinbarungen und Friedensverträgen. Sie werden landläufig als „Blaumützen“ bezeichnet und gelten als „Augen und Ohren“ der jeweiligen UNO-Mission. Voraussetzung für eine Militärbeobachtermission sind ein klar definiertes Mandat (UNO-Resolution), das Einverständnis der ehemaligen oder möglichen Konfliktparteien, das Einverständnis der Truppen stellenden Staaten und eine gesicherte Finanzierung.

Zur Zeit stehen 19 Schweizer Offiziere als UNO-Militärbeobachter im Einsatz: zehn im Nahen Osten (UNTSO), vier in Georgien (UNOMIG), zwei in der Demokratischen Republik Kongo (MONUC) und drei in Eritrea/Äthiopien (UNMEE).

Für die Auswahl, Ausbildung, Ausrüstung und Ablösung der Schweizer Militärbeobachter zeichnet das Kompetenzzentrum SWISSINT verantwortlich, das Einsatz führende Kommando der friedensfördernden Einsätze der Armee. Der Militärbeobachterkurs wird vom Ausbildungszentrum SWISSINT ausgerichtet und steht unter dem Kommando von Oberst i Gst Christoph Brun.

terror

Raketenangriff auf kanadische Botschaftsresidenz in Kabul

Kabul – Nur wenige Stunden vor dem Besuch von US-Aussenministerin Condoleezza Rice in der afghanischen Hauptstadt Kabul haben Unbekannte eine Rakete auf eine kanadische Botschaftsresidenz abgefeuert.

Dabei wurde ein Wächter verletzt, wie Augenzeugen berichten. Eine zweite Rakete habe ein Büro des afghanischen Geheimdienstes in der Nähe des Präsidentenpalastes beschädigt. Laut Einwohnern traf auch eine dritte Rakete die Stadt.

„Gott sei Dank sind die Raketen nicht tagsüber eingeschlagen, denn das hätte möglicherweise viele Todesopfer zur Folge gehabt“, sagte ein ranghoher Polizist. Die radikal-islamischen Taliban hatten in den vergangenen Monaten verstärkt Anschläge in Afghanistan verübt.

Letzte Woche waren drei kanadische Soldaten leicht verletzt worden, als sich ein Selbstmordattentäter im südlichen Kandahar in der Nähe eines kanadischen Militärkonvois in die Luft sprengte. In Kabul erlitten im September zwei kanadische Offiziere leichte Verletzungen, als ihr Geländewagen bei einer Patrouille bei einer Explosion getroffen wurde.

terror

Hamas-Aktivisten festgenommen

Der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet hat in jüngster Zeit im Westjordanland dutzende Hamas-Aktivisten festgenommen, die Anschläge geplant oder verübt haben sollen. Insgesamt seien drei Zellen der radikalen Palästinenserorganisation zerschlagen worden, berichtete der Militärfunk.

Die in Ramallah gefassten Extremisten sollen auch für die Entführung und Ermordung eines Israelis Ende September verantwortlich gewesen sein. Unter den Festgenommenen ist angeblich auch eine Frau, die Sprengstoffexpertin sein soll.

Nach Angaben des Shin-Bet-Chefs Yuval Diskin hat der Geheimdienst in „dutzende Selbstmordanschläge“ verhindern können. Dies sei dank eines Programms möglich gewesen, mit dem lokale Informationen binnen „einiger Minuten“ bearbeitet werden könnten, sodass der Geheimdienst unmittelbar auf eine konkrete Gefahr reagieren könne.

medien

UN to tackle Internet governance

GENEVA — A growing number of nations are calling for UN oversight of the main computers that direct traffic on the Internet, arguing that no single country should be the ultimate authority over such a vital part of the global economy. To the surprise of the United States, even European Union negotiators have proposed “stripping the Americans of their effective control of the Internet,” as the International Herald Tribune put it.

The European decision to back the rest of the world in demanding the creation of a new international body to govern the Internet caught the U.S. negotiating team off balance and left them largely isolated at talks designed to come up with a new way of regulating the digital traffic of the 21st century.

But Ambassador David Gross, the U.S. coordinator for international communications and information policy at the State Department, is holding the line, and told the international press at the UN office in Geneva during a preparatory meeting for World Summit on the Information Society that such an idea is simply „unacceptable.“

Pundits and political analysts say that the stalemate over who should serve as the principal traffic cops for Internet routing and addressing could derail the summit. Thus far, Internet governance has been in U.S. hands, which also created the original system and funded much of its early development. But many Third World countries are frustrated that Western countries got into cyberspace first, gobbling up most available addresses.

One proposal under discussion would wrest control of domain names from the U.S.-based Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN,) and give it to an intergovernmental group, possibly under the UN. Gross insists that the best thing about the Internet is that it’s „private-sector led.“ He described that as a non-negotiable „matter of national policy.“

ICANN controls the Internet’s master directories, which tell Web browsers and e-mail programs how to direct traffic. Policy decisions could, at a stroke, make all Web sites ending in a specific suffix essentially unreachable. Although the computers themselves —

13 in all, known as „root“ servers — are in private hands, they contain government-approved lists of the 260 or so Internet suffixes, such as „.com.“

In 1998, the U.S. Commerce Department selected ICANN, a private organization with international board members, to decide what goes on those lists. The Commerce Department kept veto power, but indicated it would let go once ICANN met a number of conditions. Earlier this year, the United States indicated the Commerce Department would keep that control, regardless of whether and when those conditions were met.