deutschland

Thilo Sarrazin – Genug ist genug

Dr. Alexander von Paleske —12.6. 2010 — Willy Brandt erklärte auf dem außerordentlichen Parteitag der SPD am 14. Juni 1987, auf dem er zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit gewählt wurde (er war vom Parteivorsitz zurückgetreteten, nachdem an seiner Nominierung von Margarita Mathiopoulos als Kandidatin für das neu zu besetzende Amt der Parteisprecherin harsche parteiinterne Kritik geäußert worden war):

“ Man mag den damaligen Vorgang bewerten wie man will, aber Fremdenfeindlichkeit dürfen wir nie und nimmer unwidersprochen lassen. Wir müssen ihr so entgegentreten, dass auch Banausen merken, woran sie bei uns sind.“ …..

Gilt das auch für die SPD heute?
Wir haben uns in mehreren Artikeln satirisch mit dem SPD-Mitglied und Bundesbanker Thilo Sarrazin beschäftigt, weil eine ernsthafte inhaltliche Auseinandersetzung sich wegen der Erbärmlichkeit und geistigen Anspruchslosigkeit der von Sarrazin vertretenen Thesen einfach verbietet.

Aber mit den jetzt in Darmstadt und bereits früher geäusserten Thesen liefert er denen die Argumente, die Ausländerhass propagieren und in Gewalttaten umsetzen.

Der „Arbeitskreis Schule und Wirtschaft“ der Unternehmerverbände Südhessen hatte den 65-Jährigen Sarrazin eingeladen. Der Arbeitskreis versteht sich als Diskussions- und Weiterbildungsforum für Lehrer, für Pädagogen, für alle, die praxisnah mit Bildung zu tun haben.

Nach einer Meldung von dpa trug er dort unter anderem vor:

Deutschland laufe Gefahr, wegen des angeblich geringeren Bildungsgrads der Mehrheit der Zuwanderer zu verdummen, . ….dass verschiedenen Ethnien genetisch bedingt unterschiedliche Intelligenz –haben. Es gebe „eine unterschiedliche Vermehrung von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz. …Intelligenz werde von Eltern an Kinder weitergegeben, der Erbanteil liege bei fast 80 Prozent.

Thilo Sarrazin ist an der Grenze zum Rassismus angekommen, oder hat sie bereits überschritten. Damit ist er für Neonazis bestens geeignet das zu werden, was Leute wie Hans Zehrer mit der Zeitschift Tat einst für die Nazis waren: Ideologische Wegbereiter.

Die SPD darf keine Minute Zeit verlieren, diesen Kerl hinauszuwerfen, will sie sich nicht der stillschweigenden Komplizenschaft schuldig machen.

Satire zu Sarrazin
Herbert Rechtslastig schreibt an Thilo Sarrazin
Thilo Sarrazin muss Bundesbankpräsident werden
Bundesbanker Thilo Sarrazin schreibt an Deutschkbanker Josef Ackermann
Post für Thilo Sarrazin
Angela Merkel an Bundesbank-Chef Axel Weber – Betreff: Griechenland und Thilo Sarrazin
Deutschbanker Ackermann gratuliert und bedauert

sport

Morgen ist der Beginn – und Südafrika ist bestens vorbereitet

Dr. Alexander von Paleske — 10.6. 2010 — Morgen soll es losgehen, mit dem Eröffnungsspiel der Fussball WM in Südafrika. Auch Nelson Madela wird da sein. Keine Frage, dass damit – auch für ihn – ein Traum in Erfüllung geht.

Vor 4 Monaten, am 2. Februar 2010 verkündete der Boss von Bayern München, Hoeness, in arroganter, überheblicher Manier:

Falsch ist schon, dass Sepp Blatter über den Austragungsort entschieden hat, sonst hätte die WM nämlich bereits im Jahre 2006 in Südafrika stattgefunden, sondern ein Gremium der FIFA. Und nun ist es in weniger als 24 Stunden so weit.

Bestens vorbereitet
Südafrika ist bestens vorbereitet. Die Stadien sind fertig, die Infrastruktur perfekt, alle Flughäfen auf einen Massenansturm eingerichtet ,

Die Bevölkerung Südafrikas ist natürlich stolz darauf, das sie alles – trotz aller Unkenrufe – , so gut hinbekommen haben.

Ich war vor 10 Tagen dort – und war begeistert, obwohl ich selbst kein richtiger Fussballfan bin.

Viele Autofahrer haben, wie seinerzeit in Deutschland, Nationalfahnen am Auto befestigt

Bafana Bafana – Für ein paar Wochen wird Südafrika im Mittelpunkt stehen, und auch die gewaltigen Probleme im eigenen Land, den Gegensatz von Arm und Reich vergessen, denn Fussball ist in Südafrika, und darüber hinaus in ganz Afrika, ein Massensport. Entsprechend gross ist die Begeisterung, dass die Fussball- WM in Afrika stattfindet.


World-Cup T-Shirts werden überall getragen, im Restaurant und in der Autowerkstatt. Fotos: Dr. v. Paleske

Für ein paar Wochen werden auch wir nicht vorwiegend an Israel, Iran, Afghanistan, die Oelpest und die Streit-Koalition in Berlin denken.

Jetzt erst einmal Vorhang auf , für die schönste Nebensache der Welt.

SATIRE

Hallo, ist das der Sonderzug nach Bilderberg? – Da muss ich hin

Dr. Alexander von Paleske 8.6. 2010
– Da muss ich hin, um mit diesen Oberindianern zu disputieren.

Für dieses Jahr ist es leider zu spät, da die diesjährige Bilderbergkonferenz in einem Luxushotel in Sitges/Spanien in der vergangenen Woche nach dreitägiger Dauer zu Ende gegangen ist.

Ich werde mich gleich mit dem Konferenzorganisator und Spitzenredakteur des Polit-Ressorts der Wochenzeitung „Die Zeit“, Matthias Nass, in Verbindung setzen.
Dass die ZEIT und ihr Herausgeber, Josef Joffe, juristisch gegen mich wegen einer Satire vorgingen, wollen wir vorübergehend vergessen, denn vor der Einschaltung des Gerichts sind diese Herrschaften, nach meiner harschen Stellungnahme, und Verweis auf die gegenwärtige Gesetzeslage, dann offenbar doch zurückgezuckt.

Die Fraktion der Adelsmänner auf der nächsten Bilderberg-Konferenz könnte bereits aufgrund meiner Herkunft durch meine pure Anwesenheit gestärkt werden, aber darüberhinaus habe ich natürlich interessanten Diskussionstoff auf Lager, gerade aus dem Blickwinkel der Dritten Welt, die auf diesen Treffen völlig unterrepräsentiert ist,sowohl von der Teilnehmerzahl her, als auch von der Themenauswahl.

Und meine Anwesenheit würde gewissermassen eine Garantie dafür sein, dass der Geruch einer Verschwörung nicht länger auf dieser angegblich so bedeutenden Konferenz lastet. Denn nach der Konferenz würde ich eine Zusammenfassung – ohne direkte Namensnennung versteht sich- online stellen, das gebietet mir einfach mein Berufsethos in meinem dritten Beruf als Journalist.

Ich verstehe deshalb auch nicht, warum dieser prominente Spitzenjournalist Nass als Redakteur der einflussreichen Wochenzeitung „DIE ZEIT“ zwar das Treffen (mit-)organisiert, aber niemals, auch nicht in Andeutungen oder Zusammenfassungen, über diese hochwichtige Konferenz berichtet hat, gleiches gilt für den Herausgeber und Militärfachmann Josef Joffe.

Kurzer Rückblick

Die Bilderbergkonferenz, die nun in regelmässiger Folge abgehalten wird, fand erstmalig 1954 in Bilderberg, einem Schloss in Oostebek/ Niederlande, das dem korrupten deutschstämmigen Prinz Bernhard der Niederlande gehörte, statt.

Auf Einladung Bernhards, ein Mann, der einst Hitler und seine braunen Mannen bewunderte, aktives Mitglied der SS war, der aber noch rechtzeitig von seiner Nazi-Bewunderung absprang, bevor es zu spät war, versammelten sich dort der europäische Hochadel, Spitzen aus Politik, Wirtschaft, und Militärs , kurzum die Mächtigen und Reichen, zum gemütlichen Beisammensein.

Eine Art Rotary Club kalter Krieger zu einem Treffen, das absolut privat bleiben sollte, obgleich es sich ausnahmslos um Personen handelte, die sonst vorwiegend im Blickfeld der Oeffentlichkeit sich bewegen, bzw. öffentliche Aemter innehaben.

Ein Treffen, das nicht durch die Presse gestört, und dessen Gesprächsthemen samt Tagesordnung geheim bleiben sollten, sodass später auch keine präzisen Fragen der Medien an die Teilnehmer gestellt werden konnten.

Man wollte sich besser kennenlernen, auf die ungezwungene Art, mal ein kräftiges Wort fallen lassen, ohne dass es am nächsten Tag gleich von irgendwelchen Tintenkulis weiterverbreitet und aufgebauscht würde.

Eine illustre Teilnehmerschar fand sich dort in den letzten Jahren ein, unter anderem auch Joseph, alias Joschka Fischer, Bill Clinton, Henry Kissinger, aber auch Spitzenpolitiker Guido Sozialmobil Westerwelle, Daimler-Schrempp, Angela Merkel und David Rockefeller, um ein paar zu nennen.

Gemeinsamkeiten verbinden
Natürlich gibt es Gemeinsamkeiten der Teilnehmer. Früher war es der Antikommunismus, heute ist es mehr der Kampf gegen den Terrorismus und die Abwehr der chinesischen (gelben) Wirtschaftsgefahr.

Leitspruch frei nach Goethe: Ich bin gerne wichtig, hier darf ich’s sein.

Der Faktor Mensch wird auf dieser Konferenz ganz gross geschrieben. Und alle bilden sich ein, ganz bedeutsame Personen einfach schon deshalb zu sein, weil sie eingeladen wurden. Wer nicht eingeladen wurde, ist gar nichts, also muss man eingeladen werden um wirklich etwas zu sein, das Sahnehäubchen auf dem Lebenslauf.

Zum Beispiel J. Fischer
Zum Beispiel der Joseph alias Joschka Fischer, nunmehr zum Professor „geadelt“. Der konnte sicherlich dort Rezepte austauschen, wie man Gewicht abnimmt, oder mit bedeutungsschwerer Miene über seine Erfahrungen beim Marathonlauf berichten, als er noch in besserer Verfassung war . Aber auch, wie man ein deutsches Auswärtiges Amt entnazifiziert, zumindest was Traueranzeigen für ehemalige Botschafter angeht, und wie man seine grünen Kinder in kriegerische Rattenlöcher führt..

Kissinger konnte sicher im im Detail berichten, wie er damals den chilenischen Diktator Pinochet, der mit Intelligenz nicht, dafür aber mit Brutalität umso mehr und reichlichst, gesegnet war, im Detail anwies, das Feuer auf den gewählten Präsidenten Salvador Allende zu eröffnen, und wie man in Vorbereitung dazu einen Lastwagenfahrerstreilk organisiert, kurzum, wie man eine linke Regierung mit der Hilfe von US Dollars sturmreif macht.

Da konnte dann vielleicht auch der Realo-Fischer wieder etwas beitragen und berichten, wie er seinerzeit politisch noch unerfahren war, und deshalb auf der Anti-Junta-Demo in Frankfurt 1973 und 1974 (Chile: si, Junta: NO) putzgruppenmässig mitmarschierte. Stichwort: Mein opportunistischer Langlauf zu mir selbst, von links nach rechts.

Und Guido Westerwelle konnte sicherlich berichten, wie der Spassfaktor in Deutschland durch ihn in der Politik Einzug hielt, vom Guidomobil bis zum Besuch im Big Brother Container, und wie er die abstrakte Politik auf Klamaukniveau hob, also volksnäher machte.

Insofern stimme ich dem Hamburger Historiker Bernd Greiner völlig zu, dass diese Bilderberg- Konferenzen gewaltig überschätzt wurden, und einfach zu viele Leute sich mit zu viel Verschwörungstheorien an ihnen abgearbeitet haben.

Der Grund für die Geheimhaltung von Tagesordnung und Gesprächen ist ganz einfach der: Das Volk soll nicht erfahren, wie einfach gestrickt eine Menge dieser Leute sind, welche Dummheiten sie von sich geben, wenn sie sicher sind, dass sie nicht an die Oeffentlichkeit gelangen, und dass deren Treffen vom Niveau her genau so gut in ein Unterschichten-Fernsehprogramm passen würde, z.B. eine Schlag-Raab Schau.

Mehr Klo als Weltregierung
Bilderberg ist keine Weltregierung, bestenfalls eine Art NATO-Klo, voller Vergangenheits-Spinnenweben, wo auch die Teilnehmer mal einen Furz lassen, und wo Journalisten wie Matthias Nass offenbar der Eindruck der grossen Bedeutsamkeit gegeben wird, sodass er vermutlich sogleich vergisst, sich über das Treffen mit einem Artikel in der ZEIT zu verbreitern – das Journalistenethos am Konferenzeingang etwa abgibt?

Nein, diese Konferenz ist keine Weltverschwörung und schon gar keine Weltregierung, sie ist nur ein lausiger Club von Leuten, sie sich vermutlich recht substanzlos einbilden: „Auf uns kommt es an“ .
Das muss sich ändern. Denn schliesslich werden auch deutsche Steuergelder dabei verbraten, wie sich im Fall Westerwelle gezeigt hat.

Ich muss da hin
Deshalb muss ich da hin, um die mal richtig aufzumischen, denen Dinge zu sagen, die sie nicht hören wollen, von der Ausplünderung der Dritten Welt. Von der Umweltverschmutzung in Nigeria und vor der Küste Somalias. Von den Transporten von Massenvernichtungswaffen in den Iran. Von der Armut, Unterernährung und der Ausbreitung von Seuchen wie AIDS und Tuberkulose. Von Flicks und dem Hypo Alpe Skandal u.s.w. Zeit- und Augenzeuge sozusagen.

Hallo, wann kommt der Sonderzug nach Bilderberg?

Keine Satire
IDeutschlands liberale Wochenzeitung “Die ZEIT” verlangt Löschung einer Satire

Mehr Satire
Bundespräsident Horst Köhlers starker Abgang
Herbert Rechtslastig schreibt an Thilo Sarrazin
Thilo Sarrazin muss Bundesbankpräsident werden
Bundesbanker Thilo Sarrazin schreibt an Deutschkbanker Josef Ackermann
Post für Thilo Sarrazin
Angela Merkel an Bundesbank-Chef Axel Weber – Betreff: Griechenland und Thilo Sarrazin
Deutschbanker Ackermann gratuliert und bedauert

Mehr Satire
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Minister Guttenbergs Tagesbefehl
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Deutschbanker Ackermann schreibt an Angela Merkel
Gute Nachrichten aus der Bankenwelt
Horst Seehofer antwortet Josef Ackermann
Deutschbanker Ackermann stoppt Swapserei mit Kommunen
Deutschbanker Ackermann schreibt an CSU-Seehofer

…… zu Joseph alias Joschka Fischer
Professor J. Fischers Vorlesung – oder: politischer Opportunismus führt zum Erfolg
Joschka Fischer schreibt an ZEIT-Editor Dr. Theo Sommer

…zu BILD-Kai Diekmann
Kai Diekmann Betreff: Serie “So war mein bester Sex”
Kai Diekmann: Deutschland vor der Schicksalswahl
BILD-Diekmanns Glückwunschmail an Boris Becker
Kai Diekmann und seine Menschelei
Post für BILD-Diekmann

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Afghanistan: General McChrystal schreibt an ZEIT-Herausgeber Josef Joffe
Israels Premier Benjamin Netanjahu schreibt an ZEIT-Herausgeber Josef Joffe
Brief an Astrophysiker Professor Hawking
Springer-Chef Mathias Döpfner antwortet FDP-Westerwelle
FDP-Westerwelle schreibt an Springer-Verlagschef Mathias Döpfner
Hamburger Bordellbesitzer schreibt an Jürgen Rüttgers
FDP-Westerwelle schreibt an Deutschbanker Ackermann
Wie die Schweiz auf den Hund kam
Gaddafi: Uns reichts mit der Schweiz
Grossphilosoph Peter Sloterdijk antwortet FDP-Westerwelle
FDP-Westerwelle schreibt an Grossphilosoph Sloterdijk
Er ist wieder da – Hannibal aus Tripolis meldet sich zurück
Tony Blair: Ich will König von Europa werden
Clearstream–Prozess in Frankreich oder: Die Schlammschlacht geht weiter
Frankreich: Jahrhundertprozess und Liebesnovelle
Schluss mit den Angriffen auf Ulla Schmidt
Ministerin Ulla Schmidt: Nie wieder unter Hartz IV- Bedingungen leben

Israel

Israel: Innerstaatliche Feinderklärung, Staatsmassnahmen gegen Kritiker

Dr. Alexander von Paleske — 7.6. 2010 — Während die Welt mit Empörung und Abscheu zur Kenntnis nehmen musste, wie Israels Regierung Hilfslieferungen für Gaza blockierte, und Aktivisten auf den Schiffen von israelischen Soldaten erschossen wurden, läuft in Israel selbst der Repressionsapparat gegen Kritiker ihrer Politik und angebliche Staatsfeinde auf vollen Touren.

Der Fall Anat Kam
Wer, wie die Journalistin Anat Kam, die zur Zeit unter Ausschluss der Oeffentlichkeit vor Gericht steht, illegale Staatsgeheimnisse verrät, wie die selbst nach israelischem Recht unzulässige Ermordung von Palästinensern durch die israelische Armee, muss mit Verhaftung und langen Gefängnisstrafen rechnen. Ausserdem mit dem Beschmieren des elterlichen Hauses

Die Vorwürfe: Gefährdung der Staatssicherheit und Geheimnisverrat, Gummiparagraphen zur Vertuschung rechtswidrigen Handelns staatlicher Organe.

Der Fall Anat Kam erinnert stark an den Fall des deutschen Journalisten Carl von Ossietzky aus der finstersten Recht(s)sprechung der Weimarer Republik (siehe hierzu auch den Artikel über Anat Kam).

Innerstaatliche Feinderklärung
Parallel dazu läuft die innerstaatliche Feinderklärung gegen israelische Araber, also israelische Staatsbürger palästinensischer Abstammung, nicht aus der Westbank oder aus Ost-Jerusalem, sondern aus Israel, in den Grenzen vor dem Sechstagekrieg 1967.

Beginnen wir mit deren Abgeordneten in der Knesset, dem israelischen Parlament. Dort sind sie mittlerweile täglichen Beleidigungen ausgesetzt. Und gerade wurde den Abgeordneten Mohammad Barakeh und Said Naffaa die Immunität entzogen, um sie der Strafverfolgung auszuliefern.
Der Vorwurf ist immer „Spionage“, der von dem israelischen Staatsicherheitsdienst Shin Bet offenbar nach Bedarf geliefert werden kann.

Konkreter Strafvorwurf ist in der Regel „Treffen mit einem ausländischen (feindlichen) Agenten“ ein Vorwurf, der jederzeit nach Reisen in arabische Länder, oder nach Treffen mit Vertretern solcher Länder in Drittstaaten zurechtgezimmert werden kann.

Die israelische Presse wird oft genug an der freien Berichterstattung gehindert, ein staatlicher Maulkorb, sogenannte GAG-Order, mit Verweis auf die Staatssicherheit.

Schlimmer noch: Es wurde vorgeschlagen, die Immunität für diejenigen Abgeordneten pauschal, d.h. ohne jeglichen Strafvorwurf, abzuschaffen, die angeblich Israel „hassen“ bzw. sich „abfällig über den Staat Israel äussern“.

Mit anderen Worten: Die freie Debatte im israelischen Parlament soll unterdrückt werden.

Noch rücksichtsloser wird gegen prominente palästinensische Mitglieder von israelischen regierungskritischen Nichtregierungsorganisationen (NGO’s) vorgegangen.

Letzte Opfer :
1. Ameer Makhoul, Mitglied der international angesehenen NGO Ittjah. Der wurde Anfang Mai verhaftet, sein Haus durchsucht und etliche Unterlagen beschlagnahmt, der Kontakt zu einem Rechtsanwalt seiner Wahl verweigert.

Der israelischen Presse wurde, wie es sich für einen demokratischen Staat vom Format Israels gehört, verboten, darüber zu berichten. Erst als es wütende Demonstrationen gegen die Verhaftung gab, komnnte zwar über die Demonstrationen berichtet werden, nicht aber über die Hintergründe.

2. Bereits Ende April wurde der Aktivist Dr. Omar Said (Saeed)verhaftet, Said und Makhoul wird der übliche Vorwurf gemacht: Spionage.

Weitere repressive Gesetze

Die gut geölte Gesetzesmaschine läuft, allerdings in die rechtsstaatlich gesehen falsche Richtung. Zur Zeit wird über ein Gesetz beraten, das jegliche Organisationen verbieten soll, die:

-Informationen an ausländische Organisationen weitergeben und/oder

-sich an Gerichtsverfahren im Ausland gegen israelische höherstehende Beamte oder Militärangehörige beteiligen.
Also in erster Linie Verfahren wegen angeblicher Kriegsverbrechen.

Das Gesetz richtet sich unter anderem gegen die (israelische) Organisation Adalah, die solchen Vorwürfen nachgeht.
Kommentar von Adalah: Nur ein Staat, der solche kriminellen Akte begeht, muss sich dagegen schützen“.

All das ist bezeichnend für das Klima in Israel, ein Klima des Hasses nun auch gegen die eigenen Staatsbürger palästinensischer Abstammung , eine sogenannte innerstaatliche Feinderklärung.

Kein Ende der Gaza-Blockade
Und: Nach wie vor lehnt Israel die Aufhebung der Blockade gegen Gaza ab. Die israelische Regierung behauptet gebetsmühlenartig und wahrheitswidrig, dass genügend Hilfsgüter nach Gaza durchgelassen würden.

Als jüngst eine israelische NGO mit Berufung auf die Informationsfreiheit von der Regierung Auskunft verlangte, welche Güter sich im Detail auf der Embargoliste befinden, wurde die Auskunft mit Hinweis auf die Staatssicherheit verweigert.

Mit anderen Worten: man will offenbar nicht zugeben, dass auf der Liste sich Güter wie Zement befinden, die nichts mit der Waffenproduktion zu tun haben, es sich vielmehr um eine Knebelungsliste handelt, die insbesondere auch den Wiederaufbau Gazas nach den israelischen Angriffen vor 18 Monaten verhindern soll.

Israel: Journalismus, illegale Staatsgeheimnisse und Todesschwadronen
Die Kaperung der Arctic Sea – oder: Windiges aus der russischen Seefahrt

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Pressebericht bestätigt Mossad-Beteiligung an der Arctic- Sea Kaperung
Kaperung der Arctic Sea – die Indizienkette beginnt sich zu schliessen
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Arctic Sea: Die Öffentlichkeit wird getäuscht
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Die Kaperung der Arctic Sea: Fakten, Indizien, Spekulationen
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Prozess in Suedafrika und Banditen im Nuklearbereich
Ein “investigativer“ israelischer Journalist und Geschichten, die der Mossad erzählte
Mission impossible – Josef Joffes Iran-Kriegs-Artikel in der ZEIT

… als Satire
Israels Premier Benjamin Netanjahu schreibt an ZEIT-Herausgeber Josef Joffe

…. und die Antwort von Josef Joffe und der ZEIT
IDeutschlands liberale Wochenzeitung “Die ZEIT” verlangt Löschung einer Satire

SATIRE

Glückwunsch Frau Merkel! Christian Wulff – Der richtige Mann zur richtigen Zeit

Dr. Alexander von Paleske – 5.6. 2010 —-

Angela Merkel
-Bundeskanzlerin-
Im Regierungsviertel 1
Berlin

Hochverehrte Frau Bundeskanzlerin,

es ist mir ein dringendes Bedürfnis, Ihnen meine Hochachtung und Anerkennung zu der Wahl von Christian Wilhelm Walter Wulff als sicheren Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten auszusprechen.

Ich hatte ursprünglich an Guido, als den am besten geeigneten Kandidaten, gedacht.

Ich muss aber nach längerem und intensiven Nachdenken zugeben, dass Christian in der Tat die eindeutig bessere Wahl für die vor uns liegenden harten Zeiten ist, welche gekennzeichnet sein werden durch massiv einschneidende Sparmassnahmen gegenüber den sozial Schwachen und unteren Einkommensgruppen.

Wie mir aus gewöhnlich gut unterrichteten regierungsnahen Kreisen mitgeteilt wurde, sollen die sozialen Grausamkeiten im einzelnen so aussehen:

-Drastische Kürzung von Hartz IV

-Massive Rentenkürzungen

– Deutliche Senkung der Leistungen der Krankenkassen

-Erhöhung der Mehrwertsteuer Zug um Zug auf 32%

Aber auch im Gegenzug:
-Steuererleichterungen für die oberen Einkommengruppen, um sie bei Laune zu halten.

Ausserdem werden weitere Bankenrettungsmassnahmen a la Hypo Real Estate notwendig sein.

Da dies alles nicht finanzierbar ist, muss die EZB die Gelddruckerei forcieren. Das Resultat wird dann eine galloppierende Inflation sein, aber so werden wir wenigstens auf dem Papier den Zahlungen genügen können und so die Zahlungsunfähigkeit, also den drohenden Staatsbankrott, vermeiden.

Rückenstärkung als Präsidentenaufgabe
Wesentliche Aufgabe des neuen Präsidenten muss es sein, Ihnen, Frau tapfere Bundeskanzlerin Merkel, und Ihren aufrechten und ehrenvollen Mitstreitern Westerwelle und Co, den Rücken zu stärken und dem Volk alle Massnahmen als absolut unvermeidlich zu verkaufen, am besten durch wöchentliche Volksansprachen über Rundfunk und Fernsehen.

Leitlinie muss sein: „Weiter so, Merkel und Westerwelle“, „Richtig so, Merkel und Westerwelle“ „ Vorwärts mit der westerwelligen Merkelei“.

Für diese harte und verantwortungsvolle Aufgabe kann man keine „Mutter der Nation“, wie Ihr Kabinettsmitglied von der Leyen, oder politische Weicheier wie den zurückgetretenen Präsidenten Köhler gebrauchen, vielmehr muss jemand ran, der die folgenden Voraussetzungen erfüllt, und das in einer erfolgreichen politischen Karriere unter Beweis gestellt hat:

– der vor den brutalsten Streichungen im Sozialbereich nicht zurückschreckt

– für den Sparsamkeit eindeutig vor Barmherzigkeit geht

– der auch nicht eine Sekunde zögert, scheinbar selbstverständliche Sozialleistungen, wie die Lernmittelfreiheit, abzuschaffen

– der der durch entschlossenes Handeln die Staatssicherheit erhöht und sich nicht scheut, die Kosten dafür notfalls durch Umschichten aus dem Sozialetat zu zu bestreiten.

– Der seine Zeit nicht damit verschwendet, die Ursachen der zunehmenden Kriminalität zu bekämpfen sondern resolut mehr Polizei einstellt

– der sich auch im persönlichen Lebensstil durch höchste Bescheidenheit auszeichnet also nicht immer 1. Klasse Bahn fährt oder auf Kurzstrecken Businessclass fliegen muss

– der nicht lange fackelt, das Gegenteil eines Bedenkenträgers ist, und deshalb die Hoffnung weckt, einmal zum Präsidenten gewählt, mit dem Füllfederhalter zum Unterschreiben von sämtlichen Gesetzen bereits am Ausgang des Bundesratsgebäudes wartet .

– der exorbitante (Bank-)Managergehälter als gottgewollte Ordnung ansieht, und Kritik daran als verdammungswürdige Gotteslästerung betrachtet

Der richtige Mann zur richtigen Zeit
Mit Befriedigung stelle ich fest, dass der ehemalige Rechtsanwalt Wulff, der erfreulicherweise bereits als Schüler beschloss, Politiker zu werden, am besten diese Voraussetzungen erfüllt, nicht aber ein ehemaliger Pfarrer, wie dieser Gegenkandidat Joachim Gauck aus dem Osten .

– Er, Wulff, bezeichnete die Kritik an extrem hohen Managergehältern – völlig zu recht – das Erzeugen einer Pogromstimmung gegen gesellschaftliche Verantwortungs- und Leistungsträger

– Er stellte mehr Polizisten in Niedersachsen ein und erhöhte so die Staatssicherheit

– Er schaffte – wenn auch auf Druck leider nur vorübergehend – die Blindenhilfe ab

– Er schaffte die Lernmittelfreiheit in den Schulen ab

– Er exerzierte bei sich selbst Sparsamkeit, indem er für den Urlaubsflug mit seiner Familie Touristenklasse buchte, und kostenlose Upgrades in die Businessclass nur akzeptierte, nachdem ihm von der Fluggesellschaft die Pistole auf die Brust gesetzt worden war, ein klassischer Fall von Politikernötigung . Deshalb ist das keineswegs vergleichbar mit dem unakzeptablen Verhalten von Sachsens ehemaligem König Kurt Biedenkopf, der beim Ikea-Einkauf seinerzeit barsch wegen Rabatt nachfragte.

– Der dann, nachdem ihm der Spiegel vorhielt, er hätte sich doch gegen die Nötigung der Fluggesellschaft zur Wehr setzen müssen, das Upgrade nachträglich aus seiner eigenen Tasche bezahlte

– Der, um den Staatshaushalt zu schonen, die Sommerfeste in seiner Berliner Landesvertretung nicht etwa aus Steuermitteln bezahlen, sondern von befreundeten Sponsoren finanzieren liess. Sauber.

Vox Populi – Vox Rindvieh
Dabei ist es auch völlig belanglos, dass Wulff in den Zustimmungswerten in der Bevölkerung weit hinter seinem Gegenkandidaten Gauck zurückliegt.

Sie, liebe Frau Bundeskanzlerin, sind zutreffend der Auffassung, dass Sie sich von der völlig falschen öffentlichen Meinung nicht beirren lassen dürfen, sondern die Einstellung haben „Des Volkes Meinung lässt uns kalt“ oder wie es auf lateinisch heisst: „Vox populi Vox Rindvieh
.
Wulff wird in diese Schuhe hineinwachsen, die ja selbst auch mal von einem etwas trotteligen Heinrich Lübke, der auch an der Planung und Bau von KZ’s beteiligt gewesen sein soll, getragen wurden.

Wulff ist der richtige Mann zur richtigen Zeit, oder, wie man im Englischen sagt:
Cometh the time cometh the man

Wulff for President – Unser Wulff muss neuer Bundespräsident werden – und er wird es, davon bin ich überzeugt.

Ganz herzliche Grüsse

Ihr

Dr. Alexander von Paleske
Arzt für innere Medizin, Hämatologie
Leitender Abteilungsarzt
Bulawayo/Simbabwe
Ex Rechtsanwalt beim Landgericht Frankfurt (M)

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umwelt

Nur USA? – Die tägliche Umweltkatastrophe in Nigeria

Dr. Alexander von Paleske — 3.6. 2010 — Tag für Tag, seit nunmehr mehreren Wochen , berichten die Nachrichtensender über die Entwicklung einer gigantischen Umweltkatastrophe nach der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon vor der Küste Louisianas.
Mittlerweile nähern sich die ersten Öllachen der Küste Floridas.

Während BP einen erfolglosen Versuch nach dem anderen unternimmt, das Leck zu stopfen, verdichten sich die Hinweise, dass auch strafbares Verhalten beim Betreiben bzw. der Betriebsgenehmigung der Plattform eine Rolle gespielt haben könnte. Ganz abgesehen davon, dass die Firma auf den grössten anzunehmenden Unfall, der jetzt eingetreten ist, offenbar überhaupt nicht vorbereitet war.

Gerne wird jedoch vergessen, dass die Verursachung einer derart gigantischen Umweltverschmutzung seit Jahren in Afrika zum Ölförder-Alltag gehört.

Konkret: Im Nigerdelta des Staates Nigeria, dort, woher die USA mittlerweile rund 40% ihres Erdöls beziehen.


Nigeria


Niger-Delta

Kein Interesse an Umweltkatastrophe
Nur interessiert diese Tragödie weder die Verbraucher, noch die Regierungen der USA oder Europas.

Im Zusammenhang mit der Einrichtung eines militärischen Kommandos der USA für Afrika (Africom), damals noch unter US-Präsident G.W. Bush, schrieben wir:

……muss die Bevölkerung (in Nigeria) aber all die Lasten der massiven Umweltverschmutzung durch die Förderanlagen und Pipelines tragen.
Geplatzte Pipelines haben die traditionellen Einkunftsmöglichkeiten der lokalen Bevölkerung beeinträchtigt, oftmals zerstört. Insbesondere der Fischfang im Nigerdelta ist durch die Ölverschmutzung massiv eingebrochen. Dies führte zum Aufstand, der von der Regierung hart bekämpft wurde. Deren prominentestes Opfer war der Dichter
Ken Saro-Wiwa vor 12 Jahren.

Jahrelang kam es in Nigeria, Ölförderland seit den 60er Jahren, zu einer Extremverschmutzung.


Öl-Leck, das Öl ergiesst sich ins Niger Delta


Öl-verseuchtes Erdreich
Screenshots: Dr. v. Paleske

Und dies, obgleich die Förderanlagen und Pipelines sich an Land befinden, also bei ordnungsgemässer Wartung eigentlich keine Probleme entstehen sollten, da, theoretisch jedenfalls, Reparaturen auf jeden Fall schnell durchgeführt werden könnten, theoretisch.
Die Praxis sieht allerdings völlig anders aus.

Zu wenig und zu spät
Um den Aktionären der Ölmultis Höchstprofite zu ermöglichen, wurden und werden in Nigeria offenbar Reparaturen mit erheblicher Verzögerung, und Erneuerung von korrodierten Pipelines kaum vorgenommen.
,
Wie die britische Sonntagszeitung Observer in einem investigativen Bericht offenlegt
“Nigerias agony dwarfs the Gulf oil spill, The US and Europe ignore it,

sind die Pipelines zum Teil über 40 Jahre alt, oftmals korrodiert, platzen, und werden erst nach Monaten repariert, während das auslaufende Oel massive Umweltschäden anrichtet.

Abgesehen davon, dass die lokale Bevölkerung ohnehin von dem Ölreichtum nicht profitiert.. Die Gelder verschwinden in den Taschen einer kleptokraten Oligarchie, die natürlich gar nicht daran denkt, die Ölkonzerne, wie jetzt von US-Präsident Obama in eigener Sache angekündigt, konsequent zur Verantwortung zu ziehen.

Die lokale Bevölkerung, hat alle Umweltschäden mit ihren Folgen zu tragen. Ihre Existenzgrundlagen als Fischer, in dem einst fischreichen Nigerdelta, wurden sukzessive zerstört.

Aber auch die Kleinfarmer sind betroffen, auf deren Felder sich das Öl nach Lecks ergiesst. Und alle leiden unter einer gigantischen Luftverschmutzung durch das Abfackeln des Gases. Oftmals verhindert der Rauch das Durchdringen der Sonne, der Tag wird zu einer Art Dämmerung

Mehr als in den USA
Mittlerweile tritt – alles zusammengenommen aus allen Lecks in Nigeria – mehr Öl aus, als bisher insgesamt aus dem Leck im Golf von Mexiko, und zwar jedes Jahr..

Jüngste Beispiele im Report des Observer:

– Am 1. Mai platzte eine Pipeline der Firma Exxon in der Provinz Akwa. Mehr als 5 Millionen Liter Öl schwappten in das Niger-Delta.. Sieben Tage dauerte es , bis das Leck abgedichtet war. Die Regierung ging mit Polizei und Armee gegen die aufgebrachte und demonstrierende Bevölkerung vor, welche ihre Lebensgrundlagen bedroht sah.

– Insgesamt 7000 solcher Pipelinelecks gab es zwischen 1970 und 2010.

– Vor einem Monat gab die Ölfirma Shell zu, dass allein aus ihren Anlagen im Jahre 2009 insgesamt 14.000 Tonnen Öl ausgetreten sind. Die Schuld gibt Shell Rebellengruppen und Vandalismus.

Das ist nur teilweise richtig, die Rebellengruppen sind wiederum das Produkt von Umweltverschmutzung und Verzweiflung, sowie der Nichtbeteiligung der lokalen Bevölkerung an den Öleinkünften

– Die nationale Ueberwachungsbehörde Nigerias für Öllecks rechnet vor, dass allein in den Jahren 1976 bis 1996 insgesamt 12,5 Millionen Liter Öl ausgetreten sind.

Für die Zukunft wird nicht mit einer Ab- sondern mit einer Zunahme von Umweltschäden durch austretendes Öl gerechnet.

— -durch korrodierende Pipelines

— durch Offshore- Anlagen, wie im Golf von Mexiko

— durch Ölförderung in Gegenden, die schwerer zugänglich sind, auch für Reparaturen, und bei denen es noch länger dauert, bis Lecks gestopft werden können.

Aber es ist ja „nur“ Nigeria/Afrika, nicht die USA, und nicht Europa..

USA greifen nach Afrika

SATIRE

Herbert Rechtslastig schreibt an Thilo Sarrazin

Dr. Alexander von Paleske — folgende Mail landete heute in meiner Mailbox

2.6. 2010
Herbert Rechtslastig
Oswald Spengler Gedächtnisplatz 33
Brandenburg

An
Herrn Bundesbanker
Thilo Sarrazin
Bundesbank
– Abteilung Nebengleis-
Bundeskrankgelände 1
Frankfurt (M) Ortsteil Bankfurt

Sehr verehrter Herr Nebengleis-Bundesbanker Sarrazin,

Darf ich mich zunächst vorstellen: Ich bin NPD-Mitglied im Bezirk Brandenburg, und im öffentlichen Dienst beschäftigt.

Der Grund, weshalb ich mich an Sie wende, liegt in meinem Bedürfnis, Ihnen aufrichtigen Dank für Ihr mutiges Auftreten in der Oeffentlichkeit zu sagen.

Sie stehen wie eine Deutsche Eiche gegen den Sturm dieser liberalen Tintenkulis und Sonntagsredner

Ausländer und Kopftuch
Zunächst einmal zu der von Ihnen initiierten Kopftuchdebatte.

Ihre Thesen betreffend die Ausländer, insbesondere in Berlin, entsprechen in den meisten Punkten dem, was wir, die Nationaldemokraten, seit langem und immer wieder fordern.
Ihre Wahrheitsverbreitung wird so manchem Deutschen die (rechten) Augen öffnen und uns weitere Wähler zuführen.

Wir vertreten seitens der NPD schon lange die Forderungen:

– Deutschland den Deutschen und

– Ausländer raus.

In Ihren erfrischenden Stellungnahmen haben sie darauf hingewiesen, dass sich diese Fremden nicht nur vermehren wie nichts Gutes, sondern es bestenfalls bis zum Gemüsehändler in einem Hartz IV Bezirk bringen, (wenn sie nicht ohnehin gleich als Kriminelle geboren werden).

Nun können wir bei unseren deutschnationalen Thesen uns auf Ihre Stellungnahmen stützen, und werden Sie, hochverehrter Herr Bundesbanker Sarrazin, reichlichst zitieren.

Schöner wäre es natürlich, wenn wir Ihr Bild auch auf unsere Plakate bringen könnten, ich habe hier ein sehr markantes von Ihnen gefunden.

Vielleicht später mal.

Was mich zwar nicht überzeugt, aber aus parteitaktischen Gründen gefreut hat, weil es uns enormen Zulauf bringen wird, das sind die jetzt von Ihnen vorgebrachten Stellungnahmen und Vorschläge zur Haushaltssanierung.

Also Ihre Forderung nach grundlegender Veränderung der Renten- und Krankenversicherung, mit den dann zu erwartenden Einbussen für Kranke und Rentner, also auch Leute, die ihr ganzes Leben lang geschuftet haben, und denen Sie jetzt das Fell über die Ohren ziehen wollen.

Das wird ausserordentliche Empörung bei den Betroffenen auslösen, die wir auf unsere Wahlmühlen lenken werden.
Gleiches gilt für die von Ihnen vorgeschlagenen Kürzungen bei Familie und Bildung.

Wir werden den Wählern klarmachen, dass es keine Zahlungen an Hammeldiebe, Schafskäse- Paella- und Spaghettiproduzenten geben darf. Und die Familie, das Kernstück unserer Gesellschaft, ja schliesslich nicht dafür büssen darf, wenn südeuropäische Regierungen mit Geld nicht umgehen können.

Bitte konzentrieren Sie sich doch inder nächsten Zeit auf die Themen

– Ausländer plündern Krankenkassen

– Ausländer sind zu oft krank

– Ausländer lassen das warme Wasser weiterlaufen,
auch wenn der Waschvorgang beendet ist

– Ausländer drehen die Heizungen auf, um südliche
Temperaturen von mehr als 30 Grad zu haben, anstatt
sich mit deutschen Durchschnittstemperaturen im
November zu begnügen.

– Ausländer sollten nur noch bis zum 2. Kind Kindergeld
beanspruchen dürfen.

Ich freue mich auf einen erheblichen Mitgliederzuwachs bei uns, den wir zu einem nicht unerheblichen Teil Ihnen zu verdanken haben.

Bitte kämpfen Sie weiter an der Kopftuchfront, und mobilisieren Sie den Zorn der Familien und Rentner gegen die Regierung!

Hochachtungsvoll

Herbert Rechtslastig

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SATIRE

Bundespräsident Horst Köhlers starker Abgang

Dr. Alexander von Paleske — „Der Bundeskanzler hat die Pflicht, dem deutschen Volk die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie bitter ist“. Mit dieser Maxime trat 1969 Willy Brandt sein Amt an. Nach dieser Maxime handelte er (Peter Merseburger, Willy Brandt, Visionär und Realist, 2002).

Auch Bundespräsident Köhler, der gestern zurücktrat, hat nach dieser Maxime gehandelt, insbsondere in der Frage des Afghanistaneinsatzes der Bundeswehr.

Es war keineswegs ein Freudscher Versprecher, dass

„….für ein Land unserer Grösse, mit dieser Aussenhandelsorientierung und damit auch Aussenhandelsabhängigkeit, im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren.

Es gelte, freie Handelswege zu sichern, und ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch unsere Chancen zurückschlagen, negativ…“

Damit wollte Köhler dem deutschen Volk die weitverbreitete Ablehnung des Afghanistaneinsatzes nach nunmehr 9 Jahren, und zunehmenden Verlusten von Menschen und Material, austreiben.

Die von den Politikern verbreitete Mär, Berlin samt seinen Aussenbezirken, werde in Kabul verteidigt, wurde immer weniger geglaubt, Und dies, obgleich diese Mär selbst in einigen Medien wie der einflussreichen Wochenzeitung DIE ZEIT immer wieder verbreitet wurde.

Köhler hat das unbestreitbare Verdienst, die wirklichen Gründe auf den Tisch gelegt zu haben, aber er hat einen hohen Preis dafür bezahlt.

Dabei hätten seine Argumente die Deutschen doch am ehesten überzeugen können: Wer gegen den Afghanistan-Einsatz auftritt, redet unserem wirtschaftlichen Niedergang das Wort.,

Diesen Hurrapatrioten, von Angela Merkel bis Granate-Renate (Kuenast) und Ex Abfall-Beseitiger und Flaschenpfand- cum Umweltpatron Jürgen Trittin, ist Köhler mit seiner Wahrheitsverbreitung natürlich argumentativ in den Rücken gefallen, wie die Journalisten der Süddeutschen Zeitung Daniel Broessler und Wolfgang Jaschensky zu Recht feststellen.

Jedoch: Wahrheit ist allemal ein höheres Gut, was leider solche Ex-KB-Nord Opportunisten wie Trittin offenbar nicht zu schätzen wissen. Leute, die ihre linke Vergangenheit entsorgt haben, wie andere ihre Pfandflaschen.

Insofern unterscheidet sich unser Ex-Bundespräsident nicht nur wirklich wohltuend von diesen Herrschaften, sondern ausserdem auch von Leuten vom Schlage des G.W. Bush, die ihre wirtschaftlichen Interessen im Falle Iraks hinter dem Vorwand versteckten, es gehe um Massenversichtungswaffen, von denen man natürlich längst wusste, dass sie nicht vorhanden waren.

Dünner und bänger
Tja, für Frau Merkel wird die Luft nun dünner und dünner und die Lage bang und bänger.

Erst kündigte der aufrechte Hessen-Koch seinen Abgang an, nun vollzog Köhler den seinigen. Und das alles in einer Lage, wo der Euro am kollabieren und guter Rat extrem teuer ist.

Wer soll Nachfolger werden?
Damit stellt sich die Frage, wer der Nachfolger werden soll.

Dabei ist folgendes zu berücksichtigen:

Erstens: Die FDP hat zuletzt mit Walter Scheel einen Bundespräsidenten gestellt, 36 Jahre ist das her. Danach gab es nur noch CDU- bzw. SPD- Präsidenten. Also ist jetzt die FDP wieder an der Reihe.

Zweitens:Es sollte das ein sehr erfahrener Politiker sein, der mit allen Wassern gewaschen ist, der keinen Gesetzesvorlagen die Unterschrift verweigert, und an Nationalfeiertagen schöne Reden halten kann.

Und drittens sollte die Wahl einen politischen Vorteil bringen. Ein solcher Vorteil könnte ja auch mal sein, jemanden wegzuloben, der ansonsten mit aberwitzigen Forderungen im Politikbetrieb Unruhe stiftet.

Ich sehe daher eigentlich nur einen Politiker, der alle diese Voraussetzungen erfüllt: Unser Guido.

Guido Westerwelle muss neuer Bundespräsident werden.

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Krieg

Dünkirchen vor 70 Jahren – Eine Niederlage, die zum Triumph wurde

Dr. Alexander von Paleske — 30.5. 2010 — Vor 7 Jahren besuchte ich Ramsgate, eine Hafenstadt an der Südostküste Englands. An klaren Tagen kann man von dort nach Frankreich herüberberblicken.

Im Hafen war, neben einigen Yachten und Segelbooten, ein unscheinbarer kleinerer alter Kutter festgetäut.
Beim näherem Hinsehen fand sich ein Schild mit der Aufschirfit :

„Mit diesem Boot retteten der der Schiffseigner und sein Sohn im Mai 1940 3350 Soldaten aus Dünkirchen.“

Ein Boot, das bestenfalls 100-200 Menschen dichtgedrängt aufnehmen konnte. Offenbar war das Boot etliche Male nach Dünkirchen gefahren – damals.

Heute erinnerte ich mich wieder an das Boot, denn in diesen Tagen jährt sich das „Wunder von Dünkirchen“ zum 70. mal.

Die Evakuierung der in Dünkirchen im Mai 1940 eingeschlossenen britischen und französischen Truppen lief unter dem Code-Namen „Dynamo“ .

Churchill, seit dem 10.Mai 1940 britischer Premier, hatte den Rückzug angeordnet, und alles, was an Booten, von Sportsbooten bis zu Kriegsschiffen verfügbar war, wurde eingesetzt.

Wer ein Boot hatte, fuhr rüber, ohne Befehl, ohne Beschlagnahme, unter den Dauerangriffen von Görings Luftwaffe . Dahinter stand der unbezwingbare Wille, die britischen Soldaten auf die Insel zurückzubringen, aus dem Kessel von Dünkirchen aus der Zange von Hitlers Truppen und General von Rundstedts Panzern.


Letzte Erinnerungsfahrt damals beteiligter Boote im Jahre 2000

350.000 statt 70.000
Churchill rechnete mit der Rettung von 70.000 Truppen, am Ende waren es aber 350.000 darunter auch 123.00 französische Soldaten, alle zwar vorerst waffenlos, aber nicht in deutscher Kriegsgefangenschaft, und bereit, die Insel gegen eine Invasion zu verteidigen.
.
In den Sendungen der britischen Fernsehsender wurde diese Aktion in den letzten Tagen zu Recht ausführlich gewürdigt, in den deutschen Medien fand dieser Jahrestag relativ wenig Aufmerksamkeit.

Was wäre wenn….
Dabei muss die Frage gestellt werden: Was wäre passiert, wenn die Evakuierung fehlgeschlagen wäre? Das hätte vermultich erhebliche Auswirkungen auf den weiteren Kriegsverlauf gehabt. Hiitler, der schon Pläne für die Einrichtung von Konzentrationslagern auf der britischen Insel in der Schublade hatte, hätte vermutlich den Befehl zur Invasion gegeben.

Es lief anders, glücklicherweise
Nach der Niederlage Frankreichs, Belgiens und der Niederlande, stand England mit seinem Premier Churchill jetzt allein gegen Hitler.

Aber dank der erfolgreichen Evakuierung, und der entschlossenen Aufrüstungspolitik Churchills und seines Allparteien-Kriegskabinetts, standen am Ende des Jahres 1940, 29 voll ausgerüstetete Divisonen bereit, Hitlers invasionsgelüste im Zaum zu halten.

Ende 1940 befanden sich mehr britische Kriegsschiffe in den Häfen und mehr Flugzeuge auf den Fliegerhorsten, als zu Beginn von Hitlers Westfeldzug.

Aber zunächst trug Grossbritannien die Hauptlast des Krieges. Das änderte sich erst mit Hitlers Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941, dem Kriegseintritt der USA nach Pearl Harbour, und der Kriegserklärung Deutschlands an die USA im Spätherbst 1941.

Es war eine quälend lange Zeit, in der es aber in der Luftschlacht um England gelang, gegen Görings Luftwaffe die Oberhand zu behalten.

Es war Grossbritannien mit General Montgomery, der 1942, in El Alamein, Deutschland die erste grosse Niederlage beibrachte, noch vor Stalingrad. Churchills Kommentar:

This is not the end, this is not even the beginning of the end , but it is, perhaps, the end of the beginning”

Vier Jahre nach Dünkirchen fand die Landung der Alliierten in der Normandie statt, der Anfang vom Ende der Herrschaft des braunen Diktators.

Was wäre wenn… zum Glück fand die Evakuierung statt. Die Evakuierung war kein Sieg, aber ein Triumph, der erst später zum Sieg werden sollte. Ein Sieg, der auch Deutschland befreien sollte.

Und so gibt es auch und gerade in Deutschland gute Gründe, sich mit Dankbarkeit zurückzuerinnern.

global player

Thyssen, Glencore und die Rohstoff-Blase

Dr. Alexander von Paleske —30.5. 2010 — In diesem Monat gab es drei Meldungen, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben:

Meldung 1: Der global operierende schweizer Rohstoffhändler-Gigant Glencore ist offenbar an der Uebernahme der global operierenden schweizer Minenfirma Xstrata interessiert, schon jetzt besitzt Glencore einen Anteil von 34% an Xstrata.

Meldung 2: Thyssen Krupp Chef Ekkehard Schulz warnt vor einer Blase an den Rohstoffmärkten, die das Ausmass der US- Immobilienspekulationsblase vor zwei Jahren noch übertreffen könnte. Hintergrund: die sprunghaft gestiegenen Rohstoffpreise für Eisenerz, die zu einer Bedrohung für die gesamte Stahlbranche werden könnten.

Meldung 3: Globale Rohstoffkonzerne sichern sich Transportwege., Ein Konsortium von 13 der weltgrössten Rohstoffkonzerne, darunter Rio Tinto, BHP, und Xstrata bietet umgerechnet 3,3 Milliarden Euro für ein Gleisnetz in Australien.

Viel Verbindendes
Und doch haben alle Meldungen sehr viel miteinander zu tun.

Zunächst zu Meldung 1), dem Zusammenschluss des Riesenrohstoffhändlers Glencore mit dem Minenkonzern Xstrata.

Schon einmal hatten wir über den Minenkonzern Xstrata berichtet, als der sich anschickte, den Minenkonzern Anglo-American zu übernehmen, ein Minenkonzern, dessen Aktivitäten zwar global sind, aber sich auf das südliche Afrika konzentrieren.
Diese Uebernahme platzte seinerzeit – vorläufig jedenfalls– .

Glencore ist ein Unternehmen, das mittlerweile direkt oder indirekt 62.000 Menschen beschäftigt, und im Jahre 2008 einen Umsatz von 158 Milliarden US Dollar machte, damit umsatzstärkster schweizer Konzern.

Längst ist aus dem Handel mit Rohstoffen auch noch der Besitz von Minen und die Weiterverarbeitung der Rohstoffe in Schmelzen geworden,

Schon jetzt ist Glencore mit Beteiligungen beim russischen Oelproduzenten Russneft, beim australischen Nickel-Konzern Minara, beim drittgrössten Aluminiumhersteller Nordamerikas, Century Aluminium, und gleich auch noch dessen russischen Konkurrenten Rusal, sowie beim Kongo-Kupfer-Minenkonzern Katanga Mining, beteiligt, wie die ZEIT am 1.10.2009 berichtete

Und nun soll es offenbar zu einem Zusammenschluss der Riesen Xstrara und Glencore kommen, was bedeuten würde, dass in Zukunft dieser Konzern-Gigant entscheidend mitbestimmen wird, wo die Reise im Rohstoffsektor hingeht.

Aber diese Rohstoffkonzerne und -Händler greifen nicht nur nach den Rohstoffen und deren Verarbeitung, sondern nun auch noch nach Transportwegen, nach einem Eisenbahnnetz (Meldung 3).
Hier kämpfen die Rohstoff-Multis nicht etwa gegeneinander, sondern in schöner Eintracht miteinander.

Und wenn sie die Transportmittel nicht besitzen, dann können sie die Transporteure, dank ihrer schieren Marktmacht, zwingen, die Transporte (z.B. Schiffstransporte) zu Dumpingpreisen vorzunehmen, die dann wiederum Dumpinglöhne und miserable Arbeitsbedingungen nach sich ziehen.

Extraprofite dank fortschreitender Monopolisierung
Die Rohstoffhändler (Meldung 2) schliessen nun zu Steigerung ihrer Profite und Extraprofite nicht etwa mittelelfristige Lieferverträge mehr ab , sondern kurzfristige, und die Preise, an denen sie sich orientieren, sind Spekulationspreise.

Ganze Jahresproduktionen, sofern nicht ohnehin schon von ihnen gefördert, werden von ihnen aufgekauft, und dann zu den sogenanten Spot-Preisen, also Spekulationspreisen, (nicht zu verwechseln mit Spott-Preisen) weiterverkauft. Diese wiederum sind das Resultat von puren Spekulationsgeschäften auf zukünftige Rohstoffpreise.

Damit werden alle Rohstoffe natürlich erheblich teurer, und .
das liefert nun die stahlverarbeitende Industrie den an Zahl weiter abnehmenden Rohstoffhändlern aus.

Angesichts dieser marktdominierenden Stellung von Firmen wie Glencore, besteht für Firmen wie Thyssen keine Möglichkeit, einen Wettberwerb zu nutzen. Sie müssen vielmehr akzeptieren was immer gefordert wird, und schreien deshalb jetzt nach dem Staat..

Die Extragewinne der Minenbarone kommen keineswegs den rohstoffproduzierenden Ländern, oftmals Länder der Dritten Welt, zugute, nein, diese gestiegenen Profite werden von den Minenkonzernen und Rohstoffhändlern sowie Spekulanten eingesackt.

Nicht nur dass die Förderländer nichts davon haben, vielmehr schuften Minenarbeiter dort oftmals unter den erbärmlichsten Bedingungen.

So erkrankte offenbar ein Drittel der Belegschaft des südafrikanischen Tochterunternehmens von Xstrata Vantech an Atemwegsleiden, nachdem sie erhöhten Konzentrationen des giftigen Vanadiumpentoxids ausgesetzt waren. Nach Feststellung der Erkrankung erfolgte die Kündigung.

Bei Glencore sah es nicht besser aus.
Für Arbeitsbedingungen in Ländern der Dritten Welt erhielt die Firma den Negativpreis des Public Eye Forums. Konkret: Wegen unsozialen und umweltschädigenden Verhaltens in kolumbianischen Kohleminen.

Xstrata und Glencore – Schweizer Konzerne auf dem Weg zum Rohstoffmonopol?
Glencore und Xstrata – Besuch von Demonstranten