spionage

Pressebericht bestätigt Mossad-Beteiligung an der Arctic- Sea Kaperung

Dr. Alexander von Paleske – 26.10. 2009 —- Zum ersten mal hat eine deutsche Tageszeitung deutlich die Beteiligung des Mossad an der Kaperung der Arctic Sea bestätigt.

In der WELT unter dem Artikel „SS20 für die Mullahs“ schreibt Hans Rühle heute das, was wir hier schon von Anfang an aufgrund der vorliegenden Indizien für sehr wahrscheinlich gehalten haben.

Rühle war von 1982 bis 1988 Leiter des Planungsstabs im Bundesverteidigungsministerium. Anschliessend baute er die Bundesakademie für Sicherheitspolitik auf und arbeitete für die Nato.

Beste Geheimdienstkontakte
Rühle hat mit Sicherheit beste Kontakte zu hohen Militärs und zu den Geheimdiensten.

Er schreibt:
Es mehren sich die Indizien, dass das unter maltesischer Flagge fahrende Schiff vom israelischen Geheimdienst Mossad aufgebracht, durchsucht und um einen Teil der Ladung erleichtert wurde.

Weiter heisst es:
Die in den Frachtpapieren ausgewiesene Ladung , Holz, war wohl nur Tarnung.in Wirklichkeit beförderte das Schiff russische Boden-Luft-Raketen des Typs S-300.


Boden-Luftrakete S-300

Und schliesslich:
Nach dem Aufdecken der verbotenen Fracht der „Artic Sea“ musste Israel feststellen – wie der Westen insgesamt -, dass Russland den Iran insgeheim durch technologisch anspruchsvolle Luftabwehrsysteme aufrüstet, um es gegen einen israelischen Angriff auf seine Nuklearanlagen zu immunisieren und damit faktisch den Aufbau eines nuklearen Waffenpotenzials zu ermöglichen. Immerhin hatten Waffensystemsimulationen im Washingtoner CSIS ergeben, dass die Ausrüstung des Iran mit S-300 PMU-1 (SA-20) beziehungsweise der S-300 V (SA-12) die Verluste der israelischen Angriffsflugzeuge um 20 bis 30 Prozent erhöhen würde. …….Mit der Aufdeckung der brisanten Ladung der „Artic Sea“ und Russlands Versuchen, den Skandal zu vertuschen, ist das Problem aber keinesfalls erledigt.

Da der Axel Springer Verlag ausserdem traditionell exzellente Verbindungen zum Mossad hat, dürfte die Angelegenheit nunmehr endgültig klar sein, auch wenn sich der Autor am Beginn noch etwas windet und von Indizien redet, weil er sonst seine Quellen benennen müsste. Der Rest des Artikels spricht jedoch eine deutliche Sprache.

Die Oeffentlichkeit ist mit anderen Worten monatelang mit einer Piratenstory an der Nase herumgeführt worden, denn diese Erkenntnisse bestanden von Anfang an und nicht erst seit gestern.
Nicht nur bei den Geheimdiensten, sondern auch in einigen Verlagen.

Kaperung der Arctic Sea – die Indizienkette beginnt sich zu schliessen
Kaperung der Arctic Sea – Mehrfacher Waffenschmuggel?
Arctic Sea: Die Öffentlichkeit wird getäuscht
Die Kaperung der Arctic Sea – oder: Windiges aus der russischen Seefahrt
Die Kaperung der Arctic Sea: Fakten, Indizien, Spekulationen
Arctic Sea“- Kaperung: Indizien deuten auf Geheimdienstaktion – vermutlich Mossad – und nicht Piraten
Arctic Sea – Die Besatzung ist frei, die Fragen bleiben
Geheimdienste in das Verschwinden der „Arctic Sea“ verwickelt?

Und als Satire:
Die „Arctic Sea“, ihre Fracht und Radio Eriwan

europa

Tony Blair: Ich will König von Europa werden

Dr. Alexander von Paleske – 24.10. 2009 —- Ja, genau, das will ich werden. Zwar bin ich nur für die Präsidentschaft vorgeschlagen, aber in Wirklichkeit bin ich nach meiner Wahl so etwas wie ein Europa-König.

Und ich besitze ja nun wirklich die entsprechenden Qualifikationen, denn ich war mehr als 10 Jahre britischer Premier. Und in meine Regierungszeit fällt der Irak-Ueberfall im Jahr 2003.

Schliesslich konnten wir nicht länger zusehen, wie der Oelpreis stieg und stieg und der Irak sich einfach weigerte, alle verfügbaren Oelquellen anzuzapfen. Damit musste einfach Schluss sein.

Natürlich habe ich unsere wahren Motive verschleiert und stattdessen die Lüge von den angeblichen Massenvernichtungswaffen, die uns bedrohen, der Oeffentlichkeit und dem Unterhaus auftischen müssen. Aber der gute Zweck (Oelpreis) heiligt doch nun wirklich diese Mittel.

Ich wusste ja durch das Downing Street Memo, (ausführlich nur in Englisch hier), das mir von meinem Geheimdienstchef Richard Dearlove im Jahre 2002 präsentiert wurde, genau Bescheid, was wirklich im Irak los war und wie mein Präsidenten- Freund George Bush seinerseits die Wahrheit verdrehte.

Chirac eins auf die Mütze
Dann versuchte mir dieser Franzose Chirac auch noch weiszumachen, dass wir nicht nur im Irak nicht willkommen seien, sondern dass wir diesen Krieg auch nicht gewinnen können.
Aber dem habe ich es ordentlich gegeben. Denn am gleichen Abend rief mich noch Rupert Murdoch an und als ich ihm die Geschichte von Chirac erzählte, war er ausser sich vor Wut. Gleich am nächsten Tag richtete sein Sturmgeschütz, die SUN, das Trommelfeuer auf Chirac und bezeichnete ihn als einen Wurm. Eine Lektion, die Chirac nicht so schnell vergessen hat.

Alle meine Freunde
Es ist gut, wenn man so nette Freunde bei der Presse hat. Bereits vor meiner Wahl als Regierungschef durfte ich regelmässig neben dem Nackedei auf Seite drei der SUN eine Kolummne schreiben, was meinem Bekanntheitsgrad sehr half. Denn schliesslich schlagen die meisten Leser der SUN zuerst die Seite drei auf.

Zwei wichtige Telefone
Nach meinem Regierungsantritt besorgte ich mir dann für Downing Street 10 zwei zusätzliche Telefonleitungen: ein rotes Telefon, über das ich den US-Präsidenten jederzeit erreichen konnte, und ein schwarzes für die direkte Verbindung zu Rupert Murdoch. Der rief mich gerade vor unserem Irak-Ueberfall mehrfach aus seinem Oberkommando der Medien-Armee an und konnte mir einige gute Tips geben, wofür ich ihm sehr dankbar bin.

Grosse Vorfreude
Ich freue mich schon richtig auf meinen neuen Europa -Job. Das ist doch einfach viel besser, als Manager für eine Gasfirma zu werden, wie mein deutscher Ex-Kollege Gerhard, oder gar Klinkenputzer für BMW und Siemens, wie der Joseph Fischer, der sich gerne auch Joschka nennt.

Um dem ganzen auch etwas Würde zu verleihen, habe ich unsere Queen gebeten, mich alsbald in den Adelsstand zu heben. Mein Vorschlag zur Namensnennung: : Baron Munich-houses.

Ich sehe eigentlich keine grossen Schwierigkeiten für meine Wahl. Denn vorgestern berichtete bereits die SUN „Sarkozy demands ex- PM coronation“.
Der grosse französische Staatspräsident Sarkozy verlangt also meine Krönung. Das finde ich hochanständig von ihm. Gestern abend rief er mich an, und erzählte mir, wie er seine politischen Gegner einen nach dem anderen am Fleischerhaken aufhängen wolle, wofür ich ihm gutes Gelingen wünschte. Insbesondere dieser de Villepin,der mich bis aufs Blut reizte als er vor den UN seine Stimme gegen den beabsichtigten Irak-Ueberfall erhob.

Auch mit der Kampagne gegen meine Kandidatur zu Hause werde ich fertig werden. Die wird angeführt von einem Ex-Oppositionsführer und ehemaligen Stiefelknecht Maggie Thatchers, namens William Hague. Den habe ich schon bei einer Parlamentswahl vor ein paar Jahren haushoch besiegt. Der kann mir gar nicht das Wasser reichen.

Nach meiner Ernennung beabsichtige ich gleich einen Sekretär für Völkeraufklärung und Propaganda zu ernennen. Das soll mein Freund und Spin-Doktor Peter Mandelson machen.
Er war ja lange in Brüssel als EU-Handelskommissar, nachdem ich ihn wegen der Bestechungsskandale hier in dem Vereinigten Königreich nicht mehr adäquat unterbringen konnte. In Brüssel geht eben vieles, was hier nicht mehr geht.

Ja, ich hoffe, dass alles klappt, ich kann es kaum erwarten.

Rupert Murdoch – Citizen Kane in der Aera der Globalisierung
ABRECHNUNG – Sir Richard Dearlove (MI6) gegen Tony Blair
Lügen vor dem Irakkrieg und Vorbereitungen für den Irankrieg

Und aus der Abteilung Satire:

Clearstream–Prozess in Frankreich oder: Die Schlammschlacht geht weiter
Frankreich: Jahrhundertprozess und Liebesnovelle
Schluss mit den Angriffen auf Ulla Schmidt
Ministerin Ulla Schmidt: Nie wieder unter Hartz IV- Bedingungen leben
Hannibal aus Tripolis oder: Ein schweizer Bundespräsident auf Canossa-Reise

Frankreich

Erster Verlierer im Clearstream-Prozess: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy

Dr. Alexander von Paleske – 22-10. 2009 — Im Clearstream Prozess, über den wir mehrfach berichteten, haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung die Plädoyers gehalten.

Die Staatsanwaltschaft fordert 18 Monate auf Bewährung für den früheren Premier Dominique de Villepin, der wiederum forderte heute Freispruch.

„Fleischerhaken- Sarkozy“, glaubte, mit diesem Verfahren, in welchem er selbst als Nebenkläger auftrittt, Villepin eine vernichtende Niederlage bereiten zu können, und ihn damit für die nächsten Präsidentschaftswahlen im Jahre 2012 endgültig als Mitbewerber aus dem Rennen zu werfen.

Zwar werden die Urteile erst in 6 Wochen verkündet, aber ein Verlierer steht bereits heute fest: Präsident Nicolas Sarkozy, der seinen Widersacher Villepin „am Fleischerhaken aufhängen“ wollte.

Und dies obgleich sein Anwalt Thierry Herzog ihm versprochen hatte, „den Kopf des Herrn Villepin auf einem Tablett servieren zu wollen“

Sarkozy und seine Rohrkrepierer
Drei Ereignisse waren es, welche die Kanonenschüsse des Präsidenten Sarkozy zu Rohrkrepierern werden liessen:

1. Seine Beteiligung am Clearstream Prozess als Nebenkläger, obgleich Sarkozy als Präsident gleichzeitig über die Justiz wachen soll. Ein klarer Rollenkonflikt den Sarkozy aus puren Rachegelüsten aber in Kauf nahm, was nicht nur bei seinen politischen Gegnern sondern selbst in den eigenen Reihen Unmut auslöste.

2. Die Schuldigsprechung der Angeklagten vor Ende des Prozesses, wofür er sich mittlerweile entschuldigen musste. Auch dies löste beträchtlichen Aerger selbst unter seinen Anhängern aus.

3. Der Vater-Sohn Nepotismus-Skandal, der zur Zeit die Presse beherrscht.

Sarkozys Sohn Jean, 23, im zweiten Jahr seines Studentendaseins, sollte auf Geheiss des Vaters ganz gross rauskommen.

Mit Hilfe des Vaters wurde er vor 18 Monaten eine Art Kreistagsmitglied. Nun sollte es aber mit der Karriere steil nach oben gehen: Er sollte Chef von EPAD werden, einer staatlichen Entwicklungsgesellschaft mit einem stattlichen Etat von 120 Millionen Euro für einen Wolkenkratzer Business- Distrikt am Rande von Paris, genannt La Defense. Entwicklungs-Aufträge in Milliardenhöhe soll diese Gesellschaft vergeben dürfen.

Einzige Qualifikation des Jean Sarkozy für diesen Job: Sohn des Präsidenten.
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Nepotismus und Bananenschalen
Der Sohnemann sollte also ohne Erfahrung aber mit dem starken Wind seines Vaters im Rücken, gewählt werden, und das löste einen Skandal aus, der Sarkozys Zustimmungswerte in den Keller trieb.

Heute abend trat „Prinz Jean“, wie er in der französischen Presse spöttisch gennannt wird, vor die Fernsehkameras und blies zum ungeordneten Rückzug, zum Teilrückzug zumindest. Kadidatur jetzt nur noch noch für einen Sitz im Verwaltungsrat..
Und dies, obgleich sein Vater Nicolas bis zum heutigen Abend darauf bestand, dass sein Sohn genau der Richtige für dieses Amt sei.

Schon während des Tages hatten sich Demonstranten am Department Haut des Seines eingefunden und Bananenschalen abgeladen, um auszudrücken, dass Frankreich sich auf dem Weg in eine Bananenrepublik befindet.

L‘ Affair de Sarko Junior“, wie der Skandal in Frankreich genannt wird, macht Sarkozy zum Verlierer und die Regierung zu einem Kasperletheater.

Nachtrag 23.10.09
Erwartungsgemaess wurde Jean Sarkozy heute in den Verwaltungsrat von EPAD gewählt.

Ein Ex-Geheimdienst-General sagt aus – Wende im Clearstream Prozess ?
Clearstream–Prozess in Frankreich oder: Die Schlammschlacht geht weiter
Frankreich: Jahrhundertprozess und Liebesnovelle
Clearstream ein Megaskandal in Frankreich
Elf – oder Sprit für Bestechungen im Grossformat

afrika

Rassismus in Südafrika – 15 Jahre nach Beginn von Nelson Mandelas Versöhnungspolitik

Dr. Alexander von Paleske – Im März 2008 berichteten wir hier über schockierende rassistische Vorfälle in Südafrika. Es handelte sich um Studenten in einem Hostel auf dem Gelände der Free State Universität in Bloemfontein (UoFS).

Eine Gruppe von weissen Studenten, RC Maherbe, Johnny Roberts, Schalk van der Merwe und Danie Grobler hatten es sich in dem „Reitz-Hostel“ gemütlich gemacht. Dort wurde nicht nur Afrikaans gesprochen, dort ließ man nicht nur die weiße Vergangenheit hochleben, sondern die nähere Umgebung des Hotels wurde zu einer „No Go Zone“ für schwarze Kommilitonen erklärt. Wer es als Schwarzer wagte, näher zu kommen, wurde mit übelsten rassistischen Schimpfworten bedacht.

Ein rassistisches Video
Aber damit nicht genug, die „Reitz-Crew“ drehte ein Video in dem unter anderem die schwarzen Bediensteten gezeigt werden, wie sie Essen einnehmen, auf das vorher einer der Studenten uriniert hatte. http://www.youtube.com/watch?v=F4jq_sucA34
Und jede Menge von rassistischen Sprüchen und Szenen können dort bestaunt werden.
Das Video landete zur besseren Verbreitung im Internet und der Skandal war perfekt. Die Studenten flogen nach einem internationalen Aufschrei der Empörung von der Uni.

Knapp 18 Monate später sind sie wieder da. Der Rektor der Universität, Professor Jonathan Jansen erlaubte ihre Rückkehr, und nannte seine Handlung einen Akt der Versöhnung.
Versöhnung würde aber doch wohl voraussetzen, dass diese Studenten sich zu einer Entschuldigung aufgerafft und die gedemütigten schwarzen Bediensteten um Verzeihung gebeten hätten.

Aber davon kann keine Rede sein
Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man sich näher auf dem Campus umschaut, wie es die Journalistin Theresa Oakley-Smith getan hat (The Star, 21.10.2009, S.12) und feststellte, dass dort auf dem Campus und in den Studentenwohnheimen Rassentrennung die Regel ist.

Es gibt „schwarze“ und „weisse“ Wohnheime. Und dies, obgleich die Studenten unter der Versöhnungspolitik von Nelson Mandela aufgewachsen sind. Sie leben in Parallelwelten.

Auch hätte man erwarten können, dass der Rektor vor seiner Entscheidung die von den Studenten gedemütigten schwarzen Beschäftigten angehört hätte. Diese berichten nun, dass sie nach wie vor an diesem Trauma litten.


Wo die Vergangenheit immer noch Schatten wirft – STAR vom 22.10.2009. Das Bild zeigt die Opfer des Rassismus.


Kritik an der Entscheidung des Rektors der UoFS – STAR vom 22.10.2009

Rassismus ist nach wie vor ein grosses Problem in Südafrika. Aktionen wie die des Rektors der UoFS sind nicht geeignet, dem Rassismus die Stirn zu bieten. Eine falsche Form der Versöhnung.

Südafrika – Ende der Regenbogen-Nation?

deutschland

World Health Summit in Berlin: Heisse Luft als Antwort auf weltweite Herausforderungen

Dr. Alexander von Paleske —- 20.10. 2009—– Vom 14-18. Oktober 2009 fand in Berlin der Weltgesundheitsgipfel „World Health Summit“ statt.
Eingeladen hatten die Charite Berlin und die Universität Descartes in Paris. Es kamen 600 Delegierte aus mehr als 60 Ländern. Stark vertreten und Hauptsponsor: die pharmazeutische Industrie.

Schirmherrschaft hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy.

Präsident der Veranstaltung, die in Zukunft jährlich stattfinden soll: Detlev Ganten, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Charite in Berlin, die gleichzeitig ihr 300-jähriges Jubiläum feierte.

„Wir stehen vor enormen medizinischen und strukturellen Herausforderungen“

schwadronierte Ganten

„Wir dürfen nicht nur mit klassischer Medizin an die Probleme der Gesundheit herangehen, sondern müssen die Leute selbstverantwortlich in die Lage versetzen, für ihre eigene Gesundheit mit zu sorgen, so gut wie es das System, in dem sie leben, erlaubt. Gesundheit ist ein Menschenrecht“

Wier Hohn klangen mir diese Worte in den Ohren, als ich, zur gleichen Zeit nach fast 5 Jahren wieder nach Simbabwe besuchsweise kam.

Im Mpilo-Hospital in Bulawayo, dem Zentralkrankenhaus für den Süden Simbabwes mit einer Bevölkerung von etwa 4 Millionen Menschen, gibt es keinen Chirurgen und keinen Orthopäden mehr. Die Abteilungen sind geschlossen.Auch die Strahlentherapie ist geschlossen mangels Personal und Wartung.

Die lokale Zeitung Chronicle vom vergangenen Freitag begrüsste mich mit der Schlagzeite „Expired drugs used at Mpilo-Hospital“. Medikamente kommen also zum Einsatz, deren Verfallsdatum längst abgelaufen ist.

In anderen Ländern Afrikas, wie der Demokratischen Republik Kongo (DRC), sieht es insbesondere im Osten weit schlimmer aus, wie mir kongolesische Ärzte mehrfach berichteten. Von auch nur ansatzweiser breiter medizinischer Basisversorgung kann keine Rede sein.

Immer weniger für immer mehr
Der Nobelpreisträger für Medizin von 2002 , John Sulston, setzte sich immerhin in seiner Ansprache für die Entwicklungsländer ein. Aber er musste eingestehen, dass immer weniger Geld für diese Länder zur Verfügung steht.

Daran wird sich auch in der Zukunft nichts ändern, im Gegenteil!
Die ökonomische Krise hat zu einer drastischen Einschränkung der Entwicklungshilfe geführt, dies führt in Folge dann zu weiterer Verarmung..

Während Hunderte von Millliarden US- Dollar in das marode Bankensystem gepumpt wurden, glitten mehr Menschen in die absolute Armut ab, ein idealer Nährboden für die Ausbreitung von Krankheiten wie z.B. der Tuberkulose.

20 Millionen mehr für 1% weniger
Für jeden Prozentpunkt Absinken des Weltwirtschaftswachstums wird mit 20 Millionen zusätzlichen Armen gerechnet, wie die hochangesehene Medizinzeitung LANCET vorrechnete.

Nicht vergessen werden sollte, dass in 23 Ländern rund 30% und mehr des Budgets für das Gesundheitswesen fremdfinanziert ist, also durch sogenannte „Geberländer“, die aber nun ihr Geld vornehmlich in die Banken und in die Wirtschaft pumpen.
Mehr Menschen werden nun nicht in der Lage sein, sich selbst die preiswertesten Medikamente zu leisten.
Was soll da der Appell an „Selbstverantwortung“ ?

Abwerbung von Gesundheitspersonal seit Jahren
Länder wie Grossbritannien, die USA und die Golf-Staaten können es nicht lassen, Gesundheitspersonal, also vorwiegend Schwestern und Ärzte, die unter sehr schwierigen Bedingungen in Dritte Welt Ländern ausgebildet wurden, abzuwerben, und damit die Lage im Gesundheitswesen ihrer Heimatländer weiter zu verschärfen.

Gerade liegt dem Kongress der USA ein Gesetz vor, das die Immigration von Gesundheitspersonal erleichtern soll. 60.000 Krankenschwestern und 15.000 Ärzten soll die Einreise erleichtert werden. Menschenrechtsorganisationen haben sich an US-Präsident Obama mit der Bitte gewandt, das Gesetz zu stoppen wegen der zu erwartenden Auswirkungen im Gesundheitssektor in Dritte Welt Ländern, wie die Medizinzeitung LANCET am 26.9. 2009 berichtete
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Bildung, Bildung, Bildung
Das war das grosse Thema des Kongresses. Wer besser gebildet ist, der kümmert sich angeblich besser um seine Gesundheit. Der Arzt soll zum Ratgeber werden. Als wenn er das nicht ohnehin längst ist.

Dass die sozialen Probleme dabei vor der Tür gelassen wurden, also insbesondere die mit der Weltwirtschaftskrise verbundene Zunahme der Arbeitslosigkeit und deren Folgen, versteht sich von selbst.

Frau Merkel dürfte der Kongress mehr als gelegen gekommen sein, liefert er doch die Argumente dafür, die Verantwortung für Krankheiten und damit letztlich die Kosten auf die Bevölkerung abzuwälzen.

Der nächste logische Schritt ist dann wohl bei Verletzung dieser „Eigenverantwortlichkeit“ die „Selbstzahlung“ oder zumindest Kostenbeteiligung .

Z.B. Diabetes
Im Jahre 1985 litten 30 Millionen Menschen weltweit daran, zur Zeit 180 Millionen und im Jahre 2030 wird die Zahl nach Schätzungen der WHO bei 360 Millionen liegen. Fettsucht und Diabetes würde dann als Folge von Verantwortungslosigkeit eingestuft.
Diese „Eigenverantwortlichkeit“ klingt geradezu wie Hohn für Länder der Dritten Welt, die von Malaria, Dengue, Tuberkulose und Durchfallerkrankungen heimgesucht werden. Krankheiten, die sich mit der Klimaveränderung ausbreiten und damit weiter zunehmen werden.
Die Gefahren der Resistenzentwicklung gegen Antiinfektiva, darauf haben wir gerade in einem ausführlichen Artikel hingewiesen, und das zu fordernde Verbot der Massentierhaltung, spielten selbstverständlich keine Rolle auf diesem Berliner Gipfel . Zu diesem wirklich brennenden Thema hatten Detlev Ganten & Co wirklich nichts substantiell beizutragen.

Alternativkongress als Lichtblick
Aber es gab etwas Erfreuliches zu vermelden.
Bei so viel geheuchelter bzw. in eine Sackgasse gerichteter Aufbruchstimmung gab es eigentlich aus der Perspektive der Dritten Welt gesehen einen Lichtblick: Die Alternativkonferenz, die auch am vergangenen Freitag stattfand.

„Ein Gesundheitsgipfel, der diesen Namen verdiene, müsse das Streben nach sozialer Gerechtigkeit und demokratischer Partizipation als Grundvoraussetzung für Gesundheit in den Vordergrund stellen und eine Forschung fördern, die an den Gesundheitsbedürfnissen der Menschen ausgerichtet ist

hiess es in der gemeinsamen Erklärung der Veranstalter.
Teilnehmer waren Organisationen wie Medico International und die Gewerkschaften.

„Noch immer könne sich 1/3 der Weltbevölkerung nicht einmal lebensnotwendige Medikamente leisten.

Rund 90% der Ausgaben für Forschung und Entwicklung entfielen auf Arzneimittel die 10% der Weltbevölkerung benötigen.

Von 1500 neuen Wirkstoffen, die die zwischen 1975 und 2004 entwickelt wurden, wirken lediglich 18 gegen Tropenkrankheiten und drei gegen Tuberkulose.

Wohl wahr. Das kann ich, aus der Perspektive eines Landes der Dritten Welt gesehen, nur unterschreiben.

World Health Summit: Ein anmassender und irreführender Name.

Die Fortsetzung dieses Spektakels soll im Oktober nächsten Jahres wieder in Berlin stattfinden. Die Berliner Gastronomie wird‘s freuen.

Für uns in der Dritten Welt ein bedeutungsloses Ereignis.

Die Zukunft heisst Resistenz? – Antiinfektiva verlieren ihre Wirksamkeit
Hilflos bei Infektionen – Antibiotika verlieren ihre Wirksamkeit
Tierfabriken, Schweineviren und die Zukunft
Welt-Tuberkulose Tag – eine Krankheit weiter auf dem Vormarsch
Cancer surge overwhelms AIDS-struck Botswana
Bittere Pillen für die Dritte Welt

spionage

Kaperung der Arctic Sea – die Indizienkette beginnt sich zu schliessen

Dr. Alexander von Paleske — 17.10. 2009 — Was anfangs aussah wie eine von vielen Verschwörungstheorien, dass nämlich Israel hinter der Kaperung gesteckt hat, wie wir hier von Anfang an aufgrund der bereits damals vorliegenden Indizien geschlossen hatten, das hat bisher sich Stück für Stück bestätigt.

Allerdings fehlt das letzte Glied der Indizienkette: Die wirkliche Ladung des Schiffs.

Die Kaperer und ihr Hintergrund
Eine der bisher unbeantworteten Fragen lautete: Was ist der soziale Hintergrund dieser Kaperer und wie wurden sie angeworben?
Auch da besteht jetzt erheblich mehr Klarheit. Bei diesen Leuten handelt es sich teilweise um Russen, die in den baltischen Ländern leben, eine Gruppe, die von der Staatsangehörigkeit her gesehen sich im sogenannten Niemandsland befindet.
Als Russen qualifizieren sie oftmals nicht für die strikten estnischen Staatsangehörigkeitbedingungen, obgleich sie mit ihren Famiien seit Jahrzehnten in den nunmehr unabhängigen baltischen Republiken Estland, Lettland und Litauen leben.

Sie sind also nach dem Zerfall der Sowjetunion dort zu Hause und gleichzeitig in der Fremde.
Ein idealer Nährboden für das Abgleiten in Alkohol und/ oder Kriminalität.

Die Arbeitslosenrate ist unter den Russen in den baltischen Republiken fast doppelt so hoch wie beispielsweise unter den Esten. Gleichzeitig eine ideale Zielgruppe für einen schmutzigen Job, wo wenig Fragen nach dem Hintergrund gestellt werden sollen.

Im Mai 2009 gab es in Tallinn/Estland einen Aushang enthaltend eine Stellenanzeige „Männer für Sicherheitsdienst in Spanien gesucht“.

Spanien ole
Spanien, das hörte sich gut an, und militärische Vorkenntnisse, anders als bei Söldnerfirmen, die im Irak, Afghanistan und anderswo operieren, waren offenbar auch nicht erforderlich.

Es war auch gleichzeitig vier Wochen, nachdem die Arctic Sea – nicht zum ersten Mal – unmittelbar hinter Gibraltar auf dem Weg ins Mittelmeer für 10 Tage das automatische Indentifikationssystem AIS ausgeschaltet hatte. Zielland damals – wie jetzt im Juli : Algerien.

Kein A-Team für einen anständigen Job

Es meldeten sich auf die „Stellenanzeige“ unter anderem und wurden prompt engagiert:

– Ein Mann, der gerade eine Gefängnisstrafe wegen Totschlags verbüsst hatte. Er hatte in einer Bar einen Gast totgeschlagen.

– Ein weiterer, der wegen Brandstiftung verurteilt worden war.

– Ein wegen Trunkenheitsdekikten Verurteilter.

Und alle dem Abschaum der Gesellschaft zuzuordnende Männer waren regelrechte Kraftprotze. Nicht gerade ein A-Team, aber die für diesen Job offenbar „ideale Crew“ war somit zusammen, die Vorbereitung der Kaperung konnte beginnen.

Wer der Anwerber war, Namen sind in diesem Geschäft ohnehin Schall und Rauch, darüber kann man spekulieren. Vermutlich war es eine Tarnfirma deren sich Geheimdienste zu bedienen pflegen.
Der aus Desperados zusammengewürfelte Haufen wurde dann offenbar systematisch auf das Kaperungsmanöver vorbereitet, und sicherlich gut bezahlt.

Am 15 Juli war es dann soweit. Ein Minibus sammelte die Leute ein. Danach verliert sich ihre Spur, bis sie am 15. August vor den Kapverdischen Inseln von russischem Militär festgenommen werden.

Man kann getrost davon ausgehen, dass sie nicht in ein Schlauchboot gesetzt wurden, um dann mehr als 200 km entfernt die Arctic Sea zu kapern. Sie wurden entweder nach Schweden befördert und von dort ging es dann per Schiff weiter bis in die Nähe der Arctic Sea, oder es ging gleich in Estland an Bord eines Schiffes.
Dass diese Mannschaft nicht imstande war, eine Kaperung in eigener Regie zur Erpressung von Lösegeld zu organisieren, ist offensichtlich.

Der Rest ist bekannt.
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Mittlerweile haben auch hohe russische Beamte eingeräumt, dass sich „etwas mehr“ als nur Holz an Bord befunden haben könne.

Eine weitere Aufklärung ist vorerst aber nicht zu erwarten. Der Mossad, davon kann man ausgehen, ist nie unmittelbar in Erscheinung getreten und die Entführer wussten vermutlich selbst gar nicht so genau, wer sie da in Wirklichkeit angeheuert hatte. Aber solange die Kasse stimmt, stellen solche vorbestraften Underdogs eben keine Fragen.

Vorläufiger Abschluss
Im Prinzip kann man jetzt den Fall als vorläufig abgeschlossen betrachten. Weitere Geschichtchen aus Russland sind zwar zu erwarten, aber eben Münchhausen-Geschichten, fernab von dem, was sich in Wirklichkeit zugetragen hat.

Wer nach Archangelsk reist, dort ist die Crew der Arctic Sea zu Hause , um mit ihnen selbst oder deren Familien zu sprechen,der bekommt unmissverständliche Warnungen zu hören, sich da rauszuhalten. Dem schwedischen Fernsehen berichtete ein Matrose nur, dass die Piraten ausserst brutal gewesen seinen und es sogar zu Scheinhinrichtungen gekommen sei, weitere Angaben wollte er aber nicht machen, er sei zu traumatisiert.

Richtig dürfte wohl sein, dass er Angst hat, die näheren Umstände mitzuteilen.

Bei der Kaperung der Scheersberg mit 200 Tonnen Uranoxid (Yellow Cake) an Bord durch den Mossad im Jahre 1968 hat es immerhin fast 10 Jahre gedauert, bis zwar nicht den Geheimdiensten, die wussten das längst , aber der breiten Oeffentlichkeit klar war, was sich da in Wirklichkeit abgespielt hatte.

Und noch etwas erinnert im vorliegenden Fall an diese Mossad Kaperung: Nach der Kaperung Scheersberg wurde der Name überpinselt, aus Scheersberg wurde Kerkyra.
Auch der Name Arctic Sea wurde nach der Kaperung auf Verlangen der Kaperer von der Crew überpinselt: Aus der Arctic Sea wurde das nordkoreanische Schiff Jon Jin 2.
Vor 10 Tagen trafen sich in aller Heimlichkeit Ermittler aus Russland, Malta, Finnland und Schweden, um Ermittlungsergebnisse auszutauschen und das weitere Vorgehen zu koordinieren. Amtliche Verlautbarungen gab es nach diesem Treffen, das vom 7.-9. Oktober stattfand, selbstverständlich nicht.
Die Oeffentlichkeit wird also weiter entweder nicht informiert oder hinters Licht geführt.

Kaperung der Arctic Sea – Mehrfacher Waffenschmuggel?
Arctic Sea: Die Öffentlichkeit wird getäuscht
Die Kaperung der Arctic Sea – oder: Windiges aus der russischen Seefahrt
Die Kaperung der Arctic Sea: Fakten, Indizien, Spekulationen
Arctic Sea“- Kaperung: Indizien deuten auf Geheimdienstaktion – vermutlich Mossad – und nicht Piraten
Arctic Sea – Die Besatzung ist frei, die Fragen bleiben
Geheimdienste in das Verschwinden der „Arctic Sea“ verwickelt?

Und als Satire:
Die „Arctic Sea“, ihre Fracht und Radio Eriwan

kriminalitaet

Hypo Alpe Adria und BayernLB – Haben die Flick -Erben mitverdient?

Dr. Alexander von Paleske —16.10. 2009 — 28 Staatsanwälte, 53 Beamte des Landeskriminalamtes und 18 Polizisten haben vorgestern zeitgleich die BayernLB Zentrale in München und die Zentrale der Hypo-Alpe Adria Bank in Klagenfurt durchsucht. Es geht um den Vorwurf der Untreue.

Aber es geht um mehr: Konkret um 145 Millionen Euro, die der Finanzinvestor Tilo Berlin im Zusammenhang mit dem Verkauf der Skandalbank Hypo Alpe an die Bayern LB verdient hat.

Zu den Kunden von Tilo Berlin und seiner Vermögensgesellschaft gehören offenbar auch die Flick- Erben.
Aber nicht nur das, der seinerzeitige Aufsichtsratsvorsitzende und ehemalige Vorstand der Hypo Alpe Adria, Wolfgang Kulterer, ist Chef der Flick Stiftung.

Ein Blick zurück
Friedrich Karl Flick, wollte nicht, dass seine Erben eines Tages die angeblich zu hohen Erbschaftssteuern in Deutschland bezahlen müssen dort, wo sein Vater, Friedrich Flick zum Milliardär wurde, nachdem er aus dem Kriegsverbrechergefängnis in Nürnberg entlassen worden war. FKF, der Sohn, wanderte vor seinem Tod mit (Geld)sack und Pack in das Erbschaftssteuerparadies Österreich aus.

324 Millionen Euro verswapst
Im Jahre 2004, also drei Jahre bevor die Bayern LB die Hypo Alpe Adria kaufte, hatte die Bank, damals noch mit Wolfgang Kulterer an der Spitze, bei SWAP-Geschäften mit der Lehman Pleite Bank 324 Millionen Euro in den Sand gesetzt.

Kulterer ordnete daraufhin an, die Verluste über mehrere Jahre in der Bilanz zu verstecken. Als die Sache aufflog, das war noch vor dem Verkauf an die BayernLB, musste er seinen Vorstandsposten räumen. Kulterer wurde aber sogleich von dem mittlerweile verstorbenen Rechtsaussen und Landeshauptmann Kärntens, Jörg Haider, als Aufsichtsratsvorsitzender eingesetzt. Er zog aber weiterhin die Fäden und fädelte den Deal mit der Bayern LB ein. Aber damit nicht genug, er wurde ausserdem noch Vorstand der Flick Stiftung.

Vergangenes Jahr schlug die Justiz zu. Kulterer wurde wegen Bilanzfälschung rechtskräftig verurteilt, wir berichteten darüber.

Herr Berlin kreuzt auf
Und siehe da, rein zufällig taucht auch Tilo Berlin, mit den Flicks wie gesagt geschäftlich verbunden, bei der Hypo Alpe Adria Bank Anfang 2007 auf und kauft sich mit 4,5 Prozent ein.

Rein zufällig nimmt zu diesem Zeitpunkt auch Kulterer die Kontakte mit der Bayerischen Landesbank auf. Diese verlaufen „sehr erfolgreich“. Und als sich das abzeichnet kauft Herr Berlin – rein zufällig selbstverständlich – noch einmal 10% der Aktien. Diese Aktien reicht er dann – bis auf ein Prozent – wenige Monate später an die BayernLB weiter und macht damit 145 Millionen Euro gut, cash to carry..

Ein richtig geschäftstüchtiger Herr, der natürlich den Vorwurf des Insiderhandels entrüstet zurückweisen würde. Auch seine Büros hat nun die Polizei durchsucht. Er ist aber( bisher) nicht Beschuldigter.

Fass ohne Boden
Die Hypo Alpe Adria Bank entwickelte sich nach der Uebernahme durch die Bayern LB zu einem Fass ohne Boden.
Bereits wenige Monate nach dem Kauf im Mai 2007 waren 441 Millionen Euro für eine Kapitalerhöhung der Hypo Alpe im Dezember 2007 fällig. Ein Jahr später, zu diesem Zeitpunkt hing die BayernLB bereits am Tropf der bayerischen Landesregierung, zahlte sie erneut und zwar 699 Millionen Euro an ihre kostbare Tochter. Der östereichische Staat musste dann noch weiter 900 Millionen Euro aus dem Bankenrettungsfond zuschiessen.

Zum Finanzskandal der politische Skandal
Um die Verkaufsverhandlungen seinerzeit auch politisch erfolgreich zu gestalten, flog Jörg Haider am 16.5. 2007 nach München und traf dort mit BayernLB Chef Werner Schmidt, aber auch mit Finanzminister Faltlhauser und Innenminister Beckstein zusammen.

Sie machten, was die Europäische Union seinerzeit strikt abgelehnt hat, den Rechtsaußen Haider salonfähig. Und nicht nur über die Hypo-Alpe wurde gesprochen, sondern auch über eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Bayern und Kärnten von Ministerpräsident in spe zu Landeshauptmann..

Zur Erinnerung: Als Haiders FPÖ im Jahre 2000 eine Koalition mit der ÖVP einging, da entschied die Europäische Union, die Kontakte zu Österreich als Antwort darauf einzuschränken. Haider erhielt Einreiseverbot nach Israel, Israel zog seinen Botschafter ab. Haider hatte durch Bemerkungen wie: ”die österreichische Regierung solle sich Adolf Hitlers ordentliche Beschäftigungspolitik als Vorbild nehmen” auf sich aufmerksam gemacht. Fremdenfeindliche Äusserungen kamen im Wochentakt.

Auch wollte er den damals noch nicht verurteilten Wirtschaftskriminellen Helmut Elsner des Landes (Kärnten) verweisen, getreu dem Motto: „Kärnten muss sauber bleiben“ . Die zweisprachigen Ortsschilder an der Grenze zu Slowenien, dort lebt eine slowenische Minderheit, wollte er entfernen lassen, daran hinderte ihn jedoch ein Gerichtsbeschluss. Asylanten beschimpfte er als Parasiten.

Die gesamte Chronik des Hypo-Alpe Skandals siehe hier.

Nun also hat die Justiz sich der Sache angenommen.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

linkHypo-Alpe-Adria-Bank – vorwärts abwärts
linkVon Milliardengrab zu Milliardengrab: BayernLB-Tochter Hypo- Alpe Adria hat neuen Vorstand
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Neues von der Hypo-Alpe und aus der Meinl-Welt“
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kriminalitaet

Drogenfund in Peru: Polizei beschlagnahmt 4,5 Tonnen verflüssigtes Kokain

World Content News – In der Hafenstadt von Callao nahe der peruanischen Hauptstadt Lima hat die Polizei Mitte September wieder mal ein Exportgeschäft der besonderen Art verhindert: In 8.000 Konservendosen mit Artischocken, die für eine Schiffsladung nach Spanien bestimmt waren, fand sich statt Wasser ein teurer Zusatzstoff namens Kokain im Wert von sage und schreibe 270 Millionen US-Dollar.

Der Betreiber der Firma „Global Trade Import & Export“, der als Absender der Konserven festgestellt wurde, hatte sein „Geschäft“ erst zwei Monate zuvor gegründet. Der Adressat wiederum war eine kleine ostspanische Firma namens „Royal Garden Golden„, ihr Manager namens Owen Abraham scheint indischer Herkunft zu sein.


Mit Kokain verfeinert: Lecker Gemüse von Royal Garden

Man ahnt es schon: Zwei kleine Firmen allein können solche fetten royalen Geschäfte wohl kaum alleine hochziehen. Wir wandeln wieder mal auf den Spuren des weltweiten Drogenkartells.

Sucht man nach dem Abnehmer der Dosen aus dem spanischen Lorqui in der Region Murcia, wird man im Internet schnell fündig. Die Spuren führen nach Dubai in die Vereinigten Arabischen Emirate. Dort findet man einen bescheidenen Großhandel namens Al Kazim Group, der mit dem spanischen Alleshändler in bester geschäftlicher Beziehung stand. Der Supermarkt-Gründer Mohammed Amin Al Kazim steht – wohl nicht nur mit seinem Namen – auch für die schönsten Zwillingstürme der Welt (das ehem. WTC in New York mal ausgenommen), den Al Kazim Towers in Dubai.


Bescheidene Zwillingstürme eines „Gemüsehändlers“:
Die Al Kazim Towers

Der Dosenabnehmer ist aber selbstverständlich nie und nimmer nicht mit dem aufgeflogenen Kokain in Verbindung zu bringen. Wo kämen wir da sonst hin? Wahrscheinlich ist das wieder mal einer dieser unglücklichen Zufälle…

Auch im kolumbianischen Medellin ist derzeit wieder Hochbetrieb. Dort haben Planespotter innerhalb weniger Stunden gleich vier US-Flugzeuge „belauscht„, die sich im Drogenanbaugebiet davon überzeugten, dass alles mit rechten Dingen zugeht:

  • eine Cessna Citation C560 (N5600N) mit Späh-Elektronik, die bis letztes Jahr noch dem US State Department gehörte und nun angeblich für die kolumbianische Regierung unterwegs ist
  • eine Alenia C-27A, RegNr. N47892, aktueller Besitzer: US State Department (AFB Patrick).
  • eine Beech Super King Air 200C, RegNr. N5155A, Besitzer: AVIATION SPECIALTIES INC für gewöhnlich auch als getarnte CIA-Firma bekannt. Die N5155A wurde vom Europäischen Parlament als möglicher geheimer Gefangenenflieger eingestuft.
  • eine Lockheed 382G, RegNr. N3867X. Eine ganz besondere Maschine, die an die guten alten Zeiten der Iran-Contra-Affäre erinnert. Nicht dass es bekannterweise Drogen oder Waffen geschmuggelt hätte. Der Typ, der die Maschine für die CIA aufgekauft hat, ist niemand anderes als ein Neffe des früheren Schah. Sein Name: Kamyar Pahlavi (Lionheart International Inc.) Er soll damals Jim Bath hilfreich zur Seite gestanden haben.

    James R. Bath fungierte als Direktor der BCCI. Bath war außerdem zusammen mit George W. Bush Anteilseigner des von diesem gegründeten Erdölunternehmens Arbusto Energy in das er, in einem anderen Zusammenhang, 50.000US$ im Auftrag von Salim bin Laden und der Saudi Binladin Group investierte.

Nun was soll’s – es ist wie immer. Den kleinen Handlangern wie in diesem Fall in Peru wird eine langjährige Freiheitsstrafe verpasst, die großen Jongleure drehen sich weiter im Drogen- und Finanzkarussell. Und wer seine Nase zu tief hineinsteckt – na ja ...

Quelle:
Peru Seizes 4.5 Tons of Cocaine Bound for Spain
(Latin American Herald Tribune, 23.09.2009)
Ecuadorian Police Break Up Ring, Seize Nearly 4 Tons of Cocaine
(Inside Costarica, 09.10.2009)
More Tons of Cocaine …
(news.google.com )

medien

Gruner und Jahr Verlag: Trübe Aussichten, finanziell und journalistisch

Dr. Alexander von Paleske -14.10. 2009 — Bernd Buchholz, Vorstand des Gruner und Jahr Verlags in Hamburg, ein Verlag, der Dutzende von Zeitschriften, darunter STERN, GEO und BRIGITTE, herausgibt, hat vergangene Woche die Katze aus dem Sack gelassen.

Plattformen statt Einzelredaktionen
Nachdem Buchholz drastische Einschnitte angesichts der zurückgehenden Einkünfte bereits im Juni ankündigte, wir berichteten darüber, hat er nun in der vergangenen Woche auf einer Betriebsversammlung klargemacht, wie die Kostensparungen aussehen sollen: Gespart werden soll in allen Bereichen, also auch und gerade bei den Redaktionen.

Für ganze Gruppen von Zeitungen soll es jetzt sogenannte Plattformen geben, zum Teil ist das Konzept bereits verwirklicht.
Das sind aber nichts anderes als Zentralredaktionen. Dort sitzen wie in einem Grossbüro Journalisten, die auf Anforderung Artikel liefern, also keine Redaktion pro Blatt mehr.

Zentral war bisher nur das Zentralarchiv, auf das alle Redakteure zurückgreifen konnten. Jetzt gibt es nicht nur ein Zentralarchiv, sondern auch Zentralredaktionen. Das ist so, auf die einzelne Publikation übertragen, als würde in einem Produktionsbetrieb jetzt nichts mehr produziert, sondern stattdessen nur noch ein angeliefertes vorgefertigtes Produkt verpackt.

Entlasungen von Redakteuren bzw. Verzicht auf Neueinststellungen sind die beabsichtigte Folge.

Der Sparschuss dürfte aber wohl nach hinten losgehen, denn Einsparungen im redaktionellen Bereich, dem Herz jeder Zeitung und Zeitschrift, müssen zwangsläufig zu Lasten der Qualität gehen..

Einheitsbrei statt Unverwechselbarkeit
Bösartig kann man das auch so formulieren: Von einer Gruppe von Zeitungen und Zeitschriften wird jetzt der Tinten-Einheitsbrei tropfen.

Das Unverwechselbare, das typisch Bunte wird wohl verloren gehen. Damit können die Zeitschriften und Zeitungen nicht besser, sondern nur schlechter werden. Der weitere Abstieg scheint damit vorgezeichnet.

Vorbei sind die Tage, wo eine Redaktion zu „Ihrem“ Blatt gehörte. Wo auf Redaktionskonferenzen um das Hochheben von Artikeln in die Zeitung oder Zeitschrift gerungen wurde, wo sich Redakteure eines Blattes oftmals als verschworene Gemeinschaft ansahen oder, wie bei dem legendären Henri Nannen und seinem STERN, als „gemischte Raubtiergruppe“ mit Nannen als Dompteur.

Gerd Bucerius, der 1995 verstorbene Verleger von STERN und ZEIT und Mitbegründer des Gruner und Jahr Verlags bemerkte einst:

„Redakteure sind nicht selten Halbverrückte, aber nur mit denen kann man ja Zeitung machen“.

Aus Halbverrückten werden jetzt vor allem Halbverängstigte, die Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen. Kein Klima für Kreativität.

Die in den einzelnen Redaktionen verbleibenden Redakteure werden zu Content-Managern.

Die Verlage unterliegen offenbar der irrigen Auffassung, sich mit derartigen Sparmassnahmen irgendwie durch die Krise mogeln zu können. Und dies angesichts der enormen Probleme, die anstehen, ob es die Weltfinanzkrise, der Afghanistankrieg, die Lage in Pakistan, die neuen Massnahmen der Gelb-Schwarzen Regierung sind, die neue Form der gewalttätigen Jugendkriminalität, die Liste liesse sich noch um etliches verlängern.

Journalisten braucht das Land, viele Journalisten, viel investigativen Journalismus.
Oder, wie der frühere Gruner und Jahr-Vorstand Gerd Schulte-Hillen es formulierte:

„Guter Journalismus kann nur entstehen, wenn möglichst viele Ideen von möglichst vielen Journalisten verwirklicht werden, geführt an der langen Leine“.

Und auf einem Management Meeting im Jahre 1998:

„Gruner und Jahr ist nicht irgendein Unternehmen, wir sind ein journalistisches Haus. Das ist etwas ganz Besonderes. Unser Herz schlägt in den Redaktionen.“

Jetzt schlägt es wohl in den Plattformen, sofern dort überhaupt ein Herz schlagen kann. Aber vielleicht kann ja Herr Buchholz mit einem Schrittmacher nachhelfen.

Die Verlage, die nur den Pfennig herumdrehen , werden mit dieser Drehbewegung auch die Flutung des eigenen Hauses in die Wege leiten. Und durch die Herausgabe einer Kochzeitschrift für Männer, die Gruner und Jahr jetzt auf den Markt wirft, lässt sich der Abstieg wohl kaum aufhalten.

Die neue Gruner und Jahr Story oder: Von Gruner und Jahr zu Anzeigen und Spar
Darfs ein bisschen weniger sein? Oder: Neues zum Niedergang des Qualitätsjournalismus
Untergang des Qualitätsjournalismus? – oder: Josef Joffe und seine Albträume

global player

Glencore und Xstrata – Besuch von Demonstranten

Dr. Alexander von Paleske – 13.10.2009 — Gestern rückten Demonstranten vor den Zentralen der schweizer Bergbaufirmen Glencore und Xstrata an.

Einige der Demonstranten waren aus Kolumbien und Chile angereist.

Der Hintergrund: Die miserablen Arbeitsbedingungen u.a. in den kolumbianischen Kohleminen, deren Eingentümerschaft zwischen Glencore und Xstrata öfter wechselt, zum zweiten Mal in diesem Jahr, um präzise zu sein.

Aber nicht dieser Eigentümerwechsel der ohnehin miteinander verbandelten Firmen trieb die Demonstranten in die Schweiz und zu den Zentralen der Firmen, sondern die in Kolumbien und anderswo offenbar vorherrschenden erbärmlichen Arbeitsbedingungen.

Hinzu kommt offenbar auch noch eine ausgesprochene Gewerkschaftsfeindlichkeit und dann, als wäre das nicht schon genug, die offenbar geplante Umleitung eines Flusses und damit die drohende Austrocknung eines Feuchtgebietes.

Feiernlassen in Deutschland
In Deutschland lässt sich die Firma feiern für ihre vorbildliche Gesundheitspolitik. So berichtete die Nordwestzeitung vor vier Tagen am 9.10.2009 folgendes:

FRIEDRICH-AUGUST-HüTTE – Die Xstrata GmbH hat eine Gesundheitsoffensive für ihre Mitarbeiter gestartet. Zum Auftakt konnten die Beschäftigten der Zinkhütte an drei Aktionstagen ihre Rücken- und Bauchmuskulatur sowie ihre Fitness überpüfen lassen….. Xstrata-Prokurist Carl van Dyken freute sich über die große Resonanz…… Die Xstrata-Geschäftsführung will mit weiteren Angeboten das Gesundheitsbewusstsein der Belegschaft fördern….. „Wir haben ein großes Interesse daran, dass unsere Mitarbeiter gesund ist“, sagte Carl van Dyken.

Derartiges Interesse würde man sich auch für die Belegschaften in Kolumbien, Chile und Südafrika wünschen.

Xstrata und Glencore – Schweizer Konzerne auf dem Weg zum Rohstoffmonopol?