Krieg

Keine Strafverfolgung deutscher Soldaten in Afghanistan?

Dr. Alexander von Paleske — Als Folge des von der Bundeswehr angeforderten Luftangriffs auf einen im Gebiet Kundus entführten Tanklastwagen, sind Dutzende von Menschen getötet bzw. schwer verletzt worden.

Nachdem es ursprünglich gehiessen hatte, die Toten seien Taliban-Kämpfer gewesen, stellt sich nun heraus, dass unter den Opfern auch eine ganze Reihe von unbeteiligten Zivilisten waren.

Massive Kritik ist mittlerweile an dem Bundeswehr-Einsatzkommando laut geworden, darunter auch von den Aussenministern Frankreichs und Luxemburgs.

Da es sich möglicherweise um eine strafbare Handlung handelt, stellt sich die Frage, wer für eine Strafverfolgung hier zuständig ist.
Die Antwort lautet: Die Staatsanwaltschaft Potsdam, da es, anders als bei anderen im Einsatz dort befindlichen Truppen eine deutsche Militärstrafgerichtsbarkeit nicht gibt.

Ich befragte vor vier Wochen den ehemaligen Berliner Generalstaatsanwalt Dr. Hansjürgen Karge zu diesem Problem im Rahmen eines längeren Interviews:

Frage Kommen wir auf ein relativ aktuelles Thema zu sprechen: Mögliches strafbares Verhalten deutscher Soldaten in Afghanistan, wie Folter, Tötung von unbeteiligten Zivilisten etc
Wie lässt sich denn ein derartiges Verhalten strafverfolgungsrechtlich in Deutschland überhaupt in den Griff bekommen?

Dr. Karge Na jedenfalls nicht so, wie es jetzt versucht wird, dass die Staatsanwaltschaft Potsdam, weil sie nun per Zufall neben dem Einsatzkommando für Afghanistan sitzt,und dann andere deutsche Staatsanwaltschaften mit deutschem Strafrecht angebliche oder wirkliche Notwehr in einjährigen Ermittlungen in Afghanistan klären müssen.

Wenn man einen Guerillakrieg führt, das aber nicht so nennen darf, dann muss man nach Regeln des Guerillakrieges arbeiten, die sind vielleicht etwas anders, als mancher sich das vorgestellt hat. Oder man muss es lassen. Man muss nicht die alte Militärgerichtsbarkeit wieder einführen, aber man muss spezialisierte Staatsanwälte haben, die wissen, was überhaupt dort geschieht. Man muss natürlich Einsatzregeln haben, die nicht so unrealistisch sind, wie sie es bisher waren.
Wir haben kein Kriegsstrafgesetzbuch, und nach unserer Vergangenheit wollen wir auch keins, ich auch nicht. Man muss realistischerweise aber die Vorstellungen, die man für Polizeieinsätze zum Glück hatte, ändern, man kann diese nicht auf Kriegssituationen anwenden.

Das komplette Interview hier.

Bei der jetzigen Lage dürften daher Bundeswehrsoldaten bei strafbarem Verhalten wohl kaum mit einer ernsthaften Strafverfolgung rechnen müssen.

Verteidigung westlicher Kulturwerte am Hindukusch oder: So fröhlich ist das Söldnerleben in Afghanistan
Justiz in der Krise oder Krisenjustiz?

Krieg

Verteidigung westlicher Kulturwerte am Hindukusch oder: So fröhlich ist das Söldnerleben in Afghanistan

Dr. Alexander von Paleske – — 4.9. 2009 —Unsere Soldaten verteidigen westliche Demokratie und Kulturwerte in Afghanistan – behaupten die Politiker. Eine bunte „Verteidigertruppe“ hat sich mittlerweile dort eingefunden.

Neben regulären Truppen, die – abgesehen von dem deutschen Kontingent – einer Militärgerichtsbarkeit unterliegen, gibt es, wie zuvor im Irak, jede Menge Söldner.

Diese Söldner werden unter anderem zur Bewachung von Botschaften eingesetzt, befinden sich aber auch im Kriegseinsatz . Bereits im Irak erregten sie durch ihre Einsätze unerfreuliches Aufsehen: Straflose Tötungen von unbeteiligten Zivilisten pflasterten ihren Weg.

Nachdem selbst reguläre Truppen aus Kanada Folterungen in Afghanistan begingen, musste man bei den Söldnereinsatzen auch in Afghanistan sich auf Einiges gefasst machen. Das hat sich nun im Bereich der „Vermittlung westlicher Kulturwerte“ bestätigt..

Beim ausgelassenen Feiern wurde nicht nur nackt um ein Lagerfeuer getanzt, sondern der Alkohol dem Kameraden sozusagen vom After geschlürft. Fraglich, ob man so etwas als „tierisch“ bezeichnen kann, vermutlich eine Beleidigung der Spezies „Tier“


Kulturwerte, die wir meinen

Die Taleban und Al Qaida dürften hocherfreut sein, bestätigt es doch offenbar das, was sie versuchen der Bevölkerung zu vermitteln: Die Fremden sind Abgesandte des „grossen Satans“.

Anmerkung:
Zur Problematik der Verfolgung von Straftaten deutscher Soldaten in Afghanistan siehe Interview mit dem ehemaligen Generalstaatsanwalt von Berlin, Dr. Karge-
http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/justiz-in-der-krise-oder-krisenjustiz/

Unsere kanadischen Folterfreunde in Afghanistan
Folter wird zum “Normalfall” oder: Zurück ins Mittelalter
linkSöldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
Chefsöldner Tim Spicer erhält Pentagon-Vertragsverlängerung im Irak
Söldnerchef Spicer sucht neues Geschäftsfeld: Piratenbekämpfung vor Somalia?
linkBlair drängt auf Söldnernachschub aus Südafrika
On The Road Again – Blackwater-Söldner dürfen weiter töten
Irak: Wenn die regulären Truppen gehen, kommen die Söldner

SATIRE

Schluss mit den Angriffen auf Ulla Schmidt

Dr. Alexander von Paleske – 1.9. 2009 — Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ist wieder Angriffen ihrer politischen Gegner ausgesetzt. Das muss jetzt aufhören.

In den Jahren 2004-2008 soll sie, genau so wie dieses Jahr in Spanien, ihren Dienstwagen im Urlaub benutzt haben. Zu Recht!

Die Kritiküsse sollten Verständnis dafür haben, dass sie den Dienstwagen benutzt, nach dem sicherlich nachwirkenden Trauma des Verlustes des eigenen Wagens.

Ihr SPD-Ziehvater Dieter Schinzel, für den sie einst bürgte, wurde bei einem Falschgelddeal erwischt und die Banken, nach Kündigung der Kredite, nahmen bei ihr Rückgriff und konfiszierten ihren Privatwagen,wir berichteten darüber.

Wer dieses Trauma des Verlustes des eigenen Automobils erlebt hat, der fühlt sich einfach sicherer in seinem Dienstwagen. Selbst dessen Diebstahl hätte ja keine weitergehenden Auswirkungen: Ein Ersatzwagen wird sofort gestellt.

Auch sollte man mit der Abrechnung von Privatfahrten nicht so kleinlich sein. Schliesslich hat Frau Ministerin Schmidt lange unter Hartz IV Bedingungen gelebt und im übrigen sollte man sich ein Beispiel an anderen Ländern wie z.B. Libyen nehmen, da werden doch auch nicht Privatfahrten von Ministern so kleinlich unter die Lupe genommen.

Dann diese kleinkarierte Kritik an der Benutzung eines Regierungs-Aeroplanes für eine relativ kurze Strecke von Maastricht nach Köln. Wer das kritisiert vergisst, dass hinter jeder Strassenecke ein Al Qaida Mann lauern kann.
Schliesslich darf man doch die grossen Verdienste von Frau Schmidt im Gesundheitsbereich nicht vergessen.

Alte Forderungen gut umgesetzt
Bei der Umsetzung der alten Forderung des Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW) nach einer Einheitsversicherung für alle Lohnabhängigen ist sie doch ein ganzes Stück vorangekommen.Sie gehörte einst als Mitglied der Gesellschaft zur Unterstützung der Volkskämpfe (GUV) zum KBW dazu und kandidierte für ihn.
Viele Krankenkassen sind mittlerweile verschwunden. Glückwunsch!

Den „raffgierigen Aerzten“ gibt sie gerne eins auf die Mütze ganz besonders dann, wenn sie selbst unter Beschuss gerät. Dafür gebührt ihr uneingeschränktes Lob.
Schliesslich hatte nur sie die Traute, der Pharmaindustrie mal richtig Bescheid zu sagen.

Nein, diese Treibjagd gegen solch eine fähige Ministerin und Mitglied des SPD-Kompetenzteams muss aufhören, und zwar sofort.

Die SPD sollte fordern:
„Schluss mit den Angriffen gegen Ulla Schmidt“
„Vorwärts im Kampf für unentgeltliche und jederzeitige Benutzung von Dienstwagen und Regierungs-Jets auch für Privatfahrten“

Ministerin Ulla Schmidt: Nie wieder unter Hartz IV- Bedingungen leben

global player

Libyen: Keine Ausreise der Schweizer Geiseln

Stephan Fuchs – Die zwei festgehaltenen Schweizer in Libyen werden offenbar vor Gericht gestellt, wie Recherchen der Schweizer News Sendung „10vor10“ zeigen. Grund seien Verstösse gegen Visabedingungen.

Mohammed Siala, Kabinettsmitglied der libyschen Regierung sagte, dass Libyen den zwei Schweizern den Prozess machen wolle, da die zwei Schweizer gegen libysche Einreisebestimmungen verstossen haben sollen. „Wie in jedem anderen Land müssen die Schweizer deshalb vor ein libysches Gericht“, meinte Siala. Genau! Das ist doch ein Wort! Dass Libyen allerdings die zwei als Geiseln nahm um des Diktators Sohnemann Hannibal, der in Genf seine Bediensteten verprügelte zu rächen, das ist nicht so wichtig…

Morgen feiert Gaddafi vierzig Jahre Revolution und Diktatur. Da wäre es natürlich schon toll, wenn man sich zum Geburtstag einen Finanzminister und Bundesratspräsidenten über die Klinge ziehen kann. Ein Symbol der Macht. Ein Symbol der Diktatur. Ein Symbol eines kranken Machthabers. Aber eben… nach vierzig Jahren Terrorismus, seltsamen Transaktionen für die Opposition in Irak gegen Saddam Hussein, einer ulkigen Faschingstruppe und fantastischen Orgien mit Sex, Drugs & Rock n Roll, da ist ein Bundespräsident schon noch der ultimative Kick.

Geburtstagsnutten in Muammar al- Gaddafis Gruselkabinett

spionage

The Association of Retired Al-Qaeda Operatives?

David Dastych – It’s truly an upside down world when “The Association of Retired Al-Qaeda Operatives” and the “Organization of Former Guantanamo Detainees” get in on the act to demand prosecution of CIA operatives.

This blogger says it best:

I don’t believe in “torture” as a method for extracting information should be used on everyone but if aggressively interrogating people that are able to build armies of people willing to strap a bomb to their body and walk into a shopping center and attempt to kill as many people as possible I am all for it! If it saves the lives of 1 or 100 Americans, I am all for it.

Only a lawyer who became president would even bring this up. A leader leads by pointing the way forward. A lawyer builds his case by pointing out everything the “other guy” did wrong.

NO, they did their best in protecting this country, and we should thank them for it. It may not have been the best thing for Humanity or of course for Al Qaida operatives.

The Obama mandate to please all of our former enemies and terror loving adherents by revealing, punishing and jailing the alleged CIA abusers will only incite more violence against US soldiers and other noncombatant targets in the future. 
And persecution and prosecution will only chill future attempts to obtain valuable information by those whose job is to discern current and future attacks, they will be hampered by the thought—-will I be prosecuted for “Saving America” from future 9-11 attacks.

The current Report on Interrogations Describes “Threat to Kill Detainee’s Children” , wow – such a startling revelation, how horrible of them. 
But 2,933 persons ( from 90 countries ) died on 9-11-2001………in order to prevent such catastrophes. They ( CIA ) engaged in behaviors that did not amount to the loss of life on 9-11-2001. 
There perseverence in interrogating the terrorists was warranted…….I wonder if the apologists will scream and shout prosecute the CIA officials ……when a terrorist nuclear or chemical weapons device is detonated / released in the U.S. in the future. 


Wake up…..despite Obama’s “let’s be nice to the terrorists and hope they will go away,” choose peaceful means of dissent or become naturalized US citizens pursuing profit over wanton murder…..it’s not going to happen in Obama’s lifetime. 
And what’s with this following the Army’s 19 points on humane and gentle interrogation techniques, it will certainly be a BUST. Terrorists only respond to Terror.”

sendenThis article was first published on Canada Free Press

linkDavid Dastych is a veteran journalist who served both in the Polish intelligence and the CIA; jailed in Poland by the Communist regime he spent several years in special prison wards; released in early 1990’s he joined international efforts to monitor illegal nuclear trade in Europe and Asia; handicapped for lifetime in a mountain accident in France, in 1994; now he returned to active life and runs his own media agency in Warsaw.

kriminalitaet

Geburtstagsnutten in Muammar al- Gaddafis Gruselkabinett

Stephan Fuchs – Der Revolutionsführer ohne offizielles Mandat weiss, wie er sein Regime durchsetzt. Einer der für ihn arbeitet – im Geheimdienst zum Beispiel, der bekommt gleich mal den neuesten BMW. Frei Haus vor die Türe gestellt.

Mit dem „Bund Freier Offiziere“, Gaddafi wurde ausgebildet in England, stürzte er am 1. September 1969 König Idris. Am kommenden Dienstag feiert er desshalb 40 Jahre „Diktatur in Libyen“.

1979 trat er offiziell von der Staatsführung zurück, ohne jedoch seinen beherrschenden Einfluss auf sämtliche Staatsgeschäfte zu verlieren. Libyen hat einen Schattendiktator, der sämtliche Unannehmlichkeiten auf sein Volk schieben kann: Er – der Diktator – verdient kein Geld, hat keinen Besitz und gibt sich im Volk als einer der ihren. Er hat Schulden beim Metzger, beim Bäcker, beim Gemüsehändler – wie jeder andere auch. Ein ganz normaler Typ.

Nicht so, wenn jemand eine Partei gründen will. Da öffnet sich die Pforte zur Hölle des Ex-Terroristen und Finanziers verschiedener Attentate. Wer in Libyen eine Partei gründet, der ist tot. Wird erschossen, bevor er überhaupt Partei schreiben kann, oder wird gefoltert, bis er weiss das es keine Partei braucht. Ist doch auch verständlich in einem Land, das seit vierzig Jahren von einem Phantom regiert wird, der gerne im Beduinenzelt nach New York, Rom, oder Paris reist und dafür die eigentümlichste Karnevalstruppe sein eigen nennt: Frauen in Faschingsanzügen schützen den Diktator.

Sexy sind die Weiber schon. Sehen stolz aus, haben lustig-drollige Uniformen, schauen böse in die Gegend und man weiss nicht recht ob dies nun das Harem oder die Leibgarde ist. Dem Faschings Kostüm nach – welches der Chef manchmal mit lustigen Postkarten an die Brust geheftet trägt, könnte es sich um eine Love Parade handeln. Also kein Grund zur Panik.

Dem ist weit gefehlt! Der Diktator ohne Mandat, dafür mit Sonnenbrille und einem Stall voller Weiber, weiss wie er Panik verbreiten kann: Sein Geheimdienst – jene mit dem neusten BMW – töten, verstümmeln, foltern und ficken sich durch die Opposition, aber er hat auch noch die ultimative Geheimwaffe die sich international einsetzen lässt: Öl! Geld!

Sein Sohn – mit dem für unsere Ohren lächerlichen Namen Hannibal, aufgewachsen in der Diktatur von Papi, reist – natürlich mit Diplomatenpass – nach Genf. Hochburg des Geldes, der Macht, der Öldiktatoren, der Gehheimdienste und der Lust. Hannibal schlägt seine Bediensteten. Die gehen zur Polizei.

Die Genfer Polizei ging bei der Einsatzbesprechung von 8 Leibwächtern aus (männlich & bewaffnet) und rückt – multipliziert mit drei – mit 24 Polizisten aus. Schwerbewaffnet. Sie stürmen das Zimmer, Leibwächter sind nur deren drei, die Hochschwangere Frau von Hannibal hochschockiert, Hannibal bleibt kooperativ wird aber trotzdem mit Handschellen abgeführt. Die Operation ist übertrieben brachial, aber nach Schweizerrecht. Ein Diplomatenpass fällt erst mal ins Wasser, weil Hannibal nicht diplomatisch in der Schweiz weilt. Die Polizeiaktion ist rechtens.

Weil er aber Hannibal ist, findet Papi die Verhaftung auch nicht lustig. Also lässt er flugs zwei Geiseln nehmen. Das ist ja auch normal, denn auf eine forsche aber juristisch korrekte Polizeiaktion folgt logisch eine Geiselnahme im Auftrag des Staatspräsidenten – pardon Diktators. Erstaunlich ist das alles nicht.

Erstaunlich ist nur, dass ein Bundespräsident die Geiselnahme nicht verurteilt, vielmehr einen Kniefall hinlegt, sich für eine rechtens ausgeführte Polizeiaktion im Namen der Schweiz entschuldigt und somit das Recht untergräbt.

Also – geht hin nach Genf: Macht was ihr wollt verprügelt wen ihr wollt und sagt einfach bei der Verhaftung das euer Papi Muammar al-Gaddafi heisst. Das Polizei Corps von Genf wird es danken und…

… Happy Birthday Herr Revolutionsführer, Herr Diktator, Herr Volksphantom, Herr Folterknecht und in Anbetracht der dreitägigen „Trauerfeier“ um den Tod von Saddam Hussein, Heuchler…

terror

Lockerbie-Terrorist: Krebs oder doch Öl?

Stephan Fuchs – Der libysche Geheimdienstler und Lockerbie Attentäter Megrahi wurde mit grossem Fest in Libyen willkommen geheissen. Er, der Geheimdienstmann, der Terrorist, der Verurteilte, der Krebskranke, er, der mutmasslich mitgeholfen hat, dass 270 Menschen in den Tod gerissen wurden. Vielleicht war der im Vereinigten Königreich inhaftierte Terrorist doch nicht nur so krank, wie die Öffentlichkeit gerne glauben gemacht wurde. Wie britische Quellen aus dem Justizministerium behaupten, ging es bei der Freilassung viel mehr um wirtschaftliche Interessen.


Geheimdienstler Abdelbaset Ali Mohmed Al Megrahi : Schwer krank, oder schweres ÖL?

Sunday Times stellt unter Berufung auf zwei ihr zugespielte Briefe des britischen Justizministers Jack Straw an seinen schottischen Kollegen Kenny MacAskill aus dem Jahr 2007 einen Zusammenhang her mit einem Ölgeschäft zwischen dem britischen BP-Konzern und Libyen. Demnach soll Straw zunächst gegen die Einbeziehung des Lockerbie-Attentäters Abdel Basset al Megrahi in ein geplantes Abkommen mit Libyen über einen Gefangenentransfer gewesen sein. Nur fünf Monate später, als das Millionen-Geschäft zwischen BP und Libyen ins Stocken geraten sei, habe Straw seine Meinung geändert. In einem zweiten Brief an MacAskill habe Straw unter Hinweis auf „überwältigende Interessen Grossbritanniens“ der Einbeziehung Al Megrahis in die Vereinbarung über den Gefangenentransfer zugestimmt.

Der schottische Justizminister MacAskill hatte die vorzeitige Freilassung des unheilbar an Krebs erkrankten Lockerbie-Attentäters mit humanitären Erwägungen begründet. Bei dem Bombenanschlag auf eine Pan-Am-Maschine über der schottischen Ortschaft Lockerbie im Dezember 1988 waren 270 Menschen ums Leben gekommen.

Da haben die Britten und die Schweizer doch wieder eine Gemeinsamkeit: Der eine kniet vor dem Diktator, die anderen bespucken ihre Opfer – beide sind sie billige Nutten eines Diktators mit Geld.

vermischtes

Petition zum Schutz aller Verschwundenen

onlineredaktion – Am Sonntag fand der 26. Internationale Tag der Verschwundenen statt. 21 Nichtregierungsorgansiationen forderten den Bundesrat in einer Petition auf, die UNO- Konvention zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen zu unterzeichnen.

Damit die Konvention in Kraft tritt, müssen sie 20 Staaten ratifizieren. Leider scheine dieses Ziel auch mehr als zwei Jahre nach der Annahme des Konventionstextes noch in weiter Ferne, schreibt die Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter (ACAT).

Da das Übereinkommen der Vereinten Nationen grundlegende Massnahmen vorsehe, um Verschwindenlassen zu verhindern, Untersuchungen über verschwundene Menschen anzustellen und das Delikt des Verschwindenlassens zu ahnden, sei es von sehr grosser Bedeutung für die Familien der Verschwundenen.

Die Übereinkunft schafft zwei neue Menschenrechte, wie ACAT weiter schreibt: Das Recht, nicht zum Verschwinden gebracht zu werden und das Recht der Angehörigen von Verschwundenen, die Wahrheit zu erfahren.

Auf Initiative der Vereinigung der Opfer des Verschwindenlassens „Jardin des Disparus“ fordern 21 Nichtregierungsorganisationen (NGO), darunter ACAT, den Bundesrat in der Petition auf, die Konvention zu unterzeichnen und alle nötigen Massnahmen für eine rasche Ratifizierung durch die Bundesversammlung zu ergreifen.

kriminalitaet

The Millionaire and the Murder Mansion

Adrian Gatton – In August 2008, a devastating fire raged at a Shropshire mansion. As the flames engulfed Osbaston House, mystery surrounded the disappearance of Christopher Foster, his wife Jill and 15-year-old daughter Kirstie.

What started out as a fire became a double-murder, suicide and arson investigation that would shock Britain. As vital evidence went up in smoke before their eyes, the police were faced with a number of conspiracy theories and a frenzy of press speculation about the Fosters‘ fate.

With exclusive access to the West Mercia police’s painstaking investigation and interviews with close friends and family members, The Millionaire and the Murder Mansion charts the complex jigsaw puzzle involving pathologists, forensic anthropologists, and arson, ballistics and CCTV specialists.

Interspersed with the detailed investigation are the emotional interviews with family members and friends who provide an insight into the dark secrets and many sides of the apparently doting husband and father who committed this horrific crime.

Adrian Gatton is a London-based journalist and television producer frequently specialising in investigations for the BBC, Channel 4, Channel 4 News and national newspapers.

spionage

Freigelassener Matrose der Arctic Sea: „Da war nur Holz“

World Content News – Gibt es bald neue Einzelheiten über die tatsächlichen Vorgänge an Bord der Arctic Sea? Nach einem fast zweiwöchigen Verhör durch den russischen Geheimdienst sind die meisten Besatzungsmitglieder des Frachters seit Samstag wieder in Freiheit und wurden in der Stadt Archangelsk von ihren Angehörigen in Empfang genommen. Und auch an der Piratenfront tun sich inzwischen erstaunliche Erkenntnisse auf.


Freigelassene Seeleute: „Das Schiff war im Bermuda-Dreieck und die Piraten fütterten uns mit Eiskrem“ (Quelle: Life.ru)

Zunächst hielten sich die Matrosen der Arctic Sea über die Geschehnisse reichlich bedeckt. Nicht besonders wohl hätten sie sich bei der Vernehmung gefühlt, sagte einer der Männer. Ansonsten gab es erst einmal keine weiteren Auskünfte. Vier Personen der Besatzung, unter ihnen der Kapitän, halten sich mutmaßlich weiterhin auf der Arctic Sea auf.

Später ließ sich dann wenigster der Ehefrau eines Matrosen entlocken:

Die Piraten haben ihn böse geschlagen, und ihm einen Finger gebrochen. … Sie waren die ganze Zeit unter Waffen. Und Sergej sagte zu mir: Es ist nicht nötig, dass Du alles weißt. …„. Auf die Frage was er über die Fracht an Bord der Arctic Sea wisse, sagte die Frau: „Sergei sagte mir, da war nur Holz. Und alle andere Vermutungen über eine verbotene Ladung sind Nonsense“ (Quelle: Komsomolskaya Pravda).

Von den russischen Behörden gab es auch 24 Stunden nach der Freilassung noch keine amtliche Verlautbarung.

Gestern noch erhielt das Gerücht um einen möglichen heimlichen Waffentransport neue Nahrung“. Ein Koordinator der Befreiungsaktion glaubt, dass das Schiff durchaus eine verbotene Ladung an Bord gehabt haben könnte, sieht aber die Auftraggeber nicht in russischen Armee- oder Geheimdienstkreisen. Und eine mögliche Zusammenarbeit der Crew mit den Amateur-„Hijackern“ wird weiterhin nicht ausgeschlossen.

Anhand von diversen Medienberichten, die mit den Angehörigen der Personen sprachen, die inzwischen der Piraterie beschuldigt werden, kristallisiert sich heraus: Sie waren auf Jobsuche und sie waren keinesfalls die knallharten Profis, wie die Bilder von der Festnahme suggerierten. Wer sie aber anheuerte und wie viele von den Crewmitgliedern in den Coup involviert waren, bleibt unklar.

Ziemlich sicher scheint, dass die über ihren Anwalt verbreitete Darstellung, sie wären vom estnischen Hafen Pärnu aus mit ihrem motorisierten Schlauchboot in See gestartet, völliger Humbug ist.

Es ist ein kleiner Hafen, jeder der hier rein- und rausfährt, wird in unserem Logbuch festgehalten„, sagt der dortige Hafenmeister Riho Prints. „Und falls doch, hätten sie es an einer abseitigen Stelle in der Nacht wagen müssen. Dazu kommt: Die Männer hätten mindestens 500 Liter Treibstoff in dem kleinen Boot mitnehmen müssen, um die Strecke zum angeblichen Überfallsort zu schaffen. Die dortige Tankstelle hätte aber keine erhöhte Spritabgabe an diesem Tag gehabt.

Damit steht ihre Version, die Männer wären vom Kapitän der Arctic Sea zum Bleiben gezwungen worden, ebenfalls auf schwachen Füßen. „Die Angeklagten haben die Besatzungsmitglieder in verschiedene Kajüten gesperrt und sie dort isoliert, so dass sie keinerlei Möglichkeit zum Widerstand hatten“, sagte der Sprecher der russischen Ermittlungsbehörde.

Alle Besatzungsmitglieder?

Es war der 17. Juli abends, als sich sechs Esten in Tallinn sich von ihren Angehörigen verabschiedeten und sich auf den Weg machten. Sie fuhren zum Hafen, möglicherweise nahmen sie die Fähre nach Helsinki. Einer von ihnen, Yevgeny Mironov, dem wegen einer früheren Strafe eine Meldepflicht auferlegt wurde, hatte sich sogar vorher ordnungsgemäß bei der Polizei abgemeldet. Am nächsten Tag machten sich dann Dmitry Savin und Vitaly Lepin aus Litauen auf die Reise, um sich mit den Esten zu treffen. Wo ist nicht belegt.


Mal so gesehen: „Pirat“ und „Umweltschützer“ Andrej Lunev
(Quelle: Komsomolskaya Pravda)

Es sieht nicht nach einer eigenständig geplanten und durchorganisierten Aktion aus, eher nach einem jener Gelegenheitsjobs, wo man nicht allzuviele Fragen stellen, sondern einfach mit anpacken sollte. Die Mutter von Dmitri Bartenev beteuert in der Zeitung „Komsomolskaya Pravda„, die „Piraten“ hatten sogar einen ordentlichen Vertrag:

Sie waren immer auf der Suche nach einem Job … Am 6. oder 7. Juli unterschrieben sie einen Vertrag … Es war ein Vertrag, ich habe ihn mit eigenen Augen gesehen, er lag dort auf dem Tisch und war in drei Ausführungen in Englisch verfasst. Der Verdienst war 1000 oder 1200 Euros. Dmitri sagte: Wir gehen nach Spanien um für eine Sicherheitsfirma zu arbeiten. Dies stand schon seit Mitte Mai fest, verzögerte sich dann aber noch.


Hasste die See: Komplize Dmitri Bartenev mit seiner Großmutter
(Quelle: Komsomolskaya Pravda)

Das ist der momentane Stand, wenn man den Angehörigen glauben darf, danach verliert sich alles in Spekulationen. Dazu kommt das grandiose Versteckspiel Russlands mit dem Schiff, das „gnädige“ Verhalten der NATO und der europäischen Behörden, der massive Geheimdiensteinsatz von angeblich 20 Ländern. Die seltsamen Manöver der Arctic Sea vor dem „Überfall“ nicht zu vergessen. Die späte Meldung der Reederei von dem Vorfall an die Behörden.

Die These, dass die Männer unter Eigenregie oder unter fremder Federführung ein Schiff überfallen haben, nur um in einem sehr späten Stadium ein im Vergleich mickriges Lösegeld in Höhe von 1,5 Millionen Dollar zu fordern, vertritt inzwischen fast niemand mehr. Auch nicht der eingangs zitierte namentlich ungenannte Militärexperte, der in der „Komsomolskaya Pravda“ zugab, er wisse mehr als er sagen dürfe und gleichzeitig eine unbestimmte baltische Waffenschmuggler-Mafia beschuldigte.

Seiner Ansicht nach sind Waffen in der baltischen See erst dann zugeladen worden, nachdem die Arctic Sea den finnischen Hafen Pietarsaari mit Holz an Bord verlassen hatte. Womöglich noch vor dem „Überfall“. Klingt auch nicht sehr plausibel, da technisch wohl ziemlich aufwändig. Der Stopp auf Hoher See Stunden vor dem Einlaufen in den finnischen Hafen und die verrückte Herumkurverei auf dem Rückweg Dutzende Seemeilen vor dem Überfallort Öland sprechen wohl eine komplexere Sprache. Spekulationen kommen und gehen, das Rätsel aber bleibt.

Nach Informationen des russischen Marineexperten Mikhail Vojtenko soll das Schiff nicht direkt nach Noworossijsk geschleppt werden, sondern zuvor noch einen anderen Hafen anlaufen. Nach Angaben der russischen Presse könnte dies Algerien sein, da das Holz ursprünglich für dieses Land bestimmt gewesen sei. Eine Bestätigung gab es nicht. Laut Medien liegt der Frachter extrem tief im Wasser.

Quellen:
„Arctic-Sea“-Seeleute wieder mit Angehörigen vereint
(Sächsische Zeitung, 30.08.2009)
Geheimdienst lässt Besatzung der „Arctic Sea“ frei
(Handelsblatt, 30.08.2009)
‚Arctic Sea‘ was carrying illegal arms, says general
(The Independent, 29.08.2009)
Pirated ship ‚had missile cargo‘
(The Sun, 28.08.2009)
Newspaper reveals more information about alleged hijackers of Arctic Sea from Latvia (Axis, 28.08.2009)

siehe auch:
Arctic Sea: Platzt das Bömbchen noch?
(WCN, 28.08.2009)

Dieser Artikel erschien erstmalig bei world Content News