afrika

Mugabe ausgebuht – Abgeordnete verhaftet

Dr. Alexander von Paleske – Gestern war Parlamentseröffnung in Simbabwe. Es sollte feierlich zugehen. Ausserhalb des Parlaments hatte die Regierung bestellten Jubel organisiert, Mugabe fuhr im offenen Rolls Royce vor.

Aber den Oppositionsabgeordneten war nicht zum Feiern zumute. Sie erhoben sich in Missachtung nicht von ihren Plätzen, als Mugabe eintrat und dessen Eröffnungsrede wurde immer wieder von Buhrufen unterbrochen. Zeitweise konnte er sich kein Gehör verschaffen.

Es war ein zweiter Moment des Triumphes für die Opposition, nachdem bereits am Vortage der Oppostionsabgeordnete Lovemore Moyo zum Parlamentspräsidenten gewählt worden war. Aber mittlerweile gehen die Verhaftungen von Oppositionsabgeordneten weiter. Gestern wurden drei weitere verhaftet.

Der Triumph der Opposition ist möglicherweise kurzlebig, denn Mugabe könnte das Parlament auflösen und einen weiteren Terrorwahlkampf inszenieren.

Derweil geht das Leiden der Bevoelkerung unvermindert weiter. Mit dem Schwinden jeglicher Hoffnung auf eine Veränderung wird die Flüchtlingswelle in die Nachbarstaaten, insbesondere Südafrika und Botswana, unvermindert anhalten.

spionage

Atomschmuggel: Die Tinners kassierten Millionen von der CIA

World Content News – Der Schweizer Ingenieur Friedrich Tinner und seinen beiden Söhnen Urs und Marco arbeiteten für die CIA und kassierten für ihre jahrelange Zuarbeit bis zu 10 Millionen Dollar. Dies enthüllte gestern die „New York Times“. Und die brisanten Akten hat die Schweiz nicht wegen der Gefahr vernichtet, dass Pläne in die Hände von Terroristen fallen könnten, vielmehr wollte man dadurch verschleiern, dass die Tinners CIA-Agenten waren. Die Beseitigung von Beweisen sollte eine Anklage gegen die Tinner-Familie zumindest erschweren.


F. Tinner: Millionen von der CIA kassiert

Die „New York Times“ berief sich in ihrem Bericht auf fünf aktive und ehemalige Offizielle der Regierung Bush. „Wir waren sehr erleichtert dass die Akten zerstört wurden“, so ein Geheimdienstmitarbeiter. Die Beziehung zwischen der CIA und den Tinners war „sehr bedeutend“, so Gary Samore, ein Mitarbeiter vom Nationalen Sicherheitsrat.


Bethesda Metro Center: „Big Black River“ residierte in der 7. Etage

World.Content. News hatte bereits am 6. Juni dieses Jahres die CIA-Tarnfirma in Bethesda, Maryland enttarnt, die mit den Tinners zusammenarbeitete und ihnen ihren Sold oft in Bargeld auszahlte, das die Agenten in Koffern mitbrachten. Es handelt sich um die inzwischen aufgelöste Firma „Big Black River Technologies„, die ihren Sitz in einem Business-Center angemeldet hatte.

In dem Enthüllungsbericht wird – wie schon früher – betont, dass sich die CIA durch die „Kooperation“ mit der Tinner-Familie erstmals Einblicke in das Schmuggel-Netzwerk des paktistanischen Atomwissenschaftlers Abdul Qadir Khan erlangen konnten. Auch hätten die Schweizer dazu beigetragen, gefälschte und fehlerhafte Pläne nach Libyen und Iran zu schleusen, um die Nuklearprogramme zu sabotieren.

Als „Erfolg“ wird eine Lieferung gewertet, dass bei einem darauf basierenden Unfall in der iranischen Nuklearanlage Natanz im Jahr 2006 mindestens 50 Zentrifugen explodiert sein sollen.

Diversen anderslautenden Berichten zufolge sollen jedoch die geringfügigen Abänderungen so stümperhaft gewesen sein, dass der Iran den Fehler schnell entdeckte und korrigierte und erst dadurch in den Besitz einer theoretisch voll funktionsfähigen Bombe gelangte. Gleichwohl berichteten gleich 16 amerikanische Geheimdienste Ende letzten Jahres in ihrem NIE-Bericht: „Teheran hat wohl bereits 2003 sein Atomprogramm auf internationalen Druck hin eingestellt.“

Nicht nur WCN stellt inzwischen die These auf, dass es der CIA wohl nicht in erster Linie darum ging, durch die Unterstützung der Tinnerschen Schmuggel-Aktivitäten die Lieferwege heraus zu bekommen und dass das Auffliegen der Lieferungen an Gadaffi durch die Beschlagnahmung des Schiffes „BBC China“ alles andere als geplant war.

Vielmehr scheint man in den USA selbst einen schwunghaften Handel mit nuklearen Komponenten und Plänen zugelassen zu haben und hätte damit klar den Atomwaffensperrvertrag unterlaufen. Dies lässt sich jedenfalls den Anschuldigungen der früheren FBI-Übersetzerin Sibel Edmonds entnehmen, die ehemaligen Regierungsbeamten vorwirft, Beihilfe zum Einschmuggeln von ausländischen Agenten in das US-Atomwaffenforschungs-Labor von Los Alamos geleistet zu haben.


Sibel Edmonds: „We have the facts“

In der Öffentlichkeit bekannte US-Offizielle wurden demnach im Jahr 2000 bestochen, von einer Luftwaffenbasis in Alabama Nukleargeheimnisse zu stehlen. In den Aufnahmen eines abgehörten Agenten hört sich das so an: „Wir haben ein Paket, und wir verkaufen es für 250.000 Dollar.“ Untersuchungen des FBI sollen behindert worden sein, Sibel Edmonds will reden, darf aber nicht.

Im Fall des Frachters „BBC China“, der im Oktober 2003 auf dem Weg von Malaysia nach Libyen in Italien abgefangen wurde, soll der Tipp angeblich von der CIA gekommen sein. Es ist aber genauso gut denkbar, dass der malaysische Premier Abdullah Badawi den Frachter auffliegen ließ, als er erfuhr, dass einer seiner Söhne am Schmuggel beteiligt war und er ihm dadurch eine Lektion erteilen wollte, wie Insider-Quellen behaupteten. Vielleicht sollte die Lieferung ja ursprünglich in Libyen ankommen, bis leider Badawi dazwischenfunkte.

Nächstes Indiz: Am 30. Mai hat Abdul Khan, der in Pakistan unter Hausarrest steht, in einem bei der britischen Tageszeitung Guardian erschienenen und heimlich zustande gekommenen Interview sein Geständnis von 2004, zu dem ihn Pakistans Präsident Pervez Musharraf angeblich gezwungen hätte, widerrufen und den Westen – Geschäftsleute und Geheimdienstler – für den weltweiten Handel mit verbotenen Nuklearerkenntnissen verantwortlich gemacht. Muss man nicht glauben, aber die Medien hatten weltweit von dieser Stellungnahme null Notiz genommen.

Und auch nicht ohne: Der pakistanische Autor Shyam Bhatia, ein enger Vertrauter der im Dezember 2007 ermordeten Oppositionsführerin und frühere Premierministerin Benazir Bhutto behauptet, diese hätte bei zwei offiziellen Staatsbesuchen in Nordkorea 2003 höchst persönlich Baupläne für die Bombe in das kommunistische Land geschmuggelt, die sich auf mehreren CD’s befunden haben sollen.

Und es soll keiner behaupten, die atomaren Zünder, die die USA 2005 an Taiwan lieferte, wären ein Versehen gewesen. Auch China sollte offensichtlich in den Genuss von Bauplänen kommen, wenn man dem versierten Reporter von der Zeitung „Blick“ glauben darf, der den Schweinekram von den vernichteten Akten in der Schweiz als erster ans Tageslicht zerrte.

Noch ist der größte Skandal in der Geschichte der USA noch nicht einmal scheibchenweise aufgedeckt. Wenn Tinner reden würde, vielleicht als Kronzeuge, und wenn man Sibel Edmonds anhören würde, wüssten wir vielleicht mehr.

Quellen:
In Nuclear Net’s Undoing, a Web of Shadowy Deals
(New York Times, 24.08.2008)
CIA soll Tinners 10 Millionen bezahlt haben
(Tagesanzeiger, 25.08.2008)
Video: Manipulierte Atombomben-Baupläne für den Iran
(WCN, 06.06.2008)
Chronik der Atomschmuggel-Affäre (20min.ch, August 2008)

Sibel Edmonds Case:
For sale: West’s deadly nuclear secrets
(timesonline.co.uk, 06.01.2008)
FBI denies file exposing nuclear secrets theft
(timesonline.co.uk, 20.01.2008)
Tip-off thwarted nuclear spy ring probe
(timesonline.co.uk, 27.01.2008)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

afrika

Simbabwe: Mugabe verliert Machtspiel um Parlamentspräsidenten

Dr. Alexander von Paleske – Der Machtpoker in Simbabwe endete heute erst einmal mit einer Niederlage für den Präsidenten Robert Mugabe.
Mugabe ist im Augenblick damit beschäftigt, für sich im Parlament eine Mehrheit zu bekommen – durch eine Aufspaltung der Opposition.
Heute stand die Wahl des Parlamentspräsidenten auf der Tagesordnung. Ursprünglich sollte für Mugabes Partei ZANU-PF der Veteran John Nkomo als Kandidat antreten.
Mugabe zog aber dessen Kandidatur zurück und seine Partei unterstützte stattdessen die Kandidatur von Paul Themba Nyathi, dem Kandidaten der Ndebele-(Minderheits)Fraktion der Oppositionspartei MDC, die von Arthur Mutambara angeführt wird. Sozusagen als Beginn einer neuen Freundschaft und parlamentarischen Zusammenarbeit.

Aber Mutambaras Mitstreiter spielten bei diesem abgekarteten Spiel nicht mit und so wurde der Lovemore Moyo zum Parlamentspräsidenten gewählt, der Kandidat der MDC-Mehrheitsfraktion, angeführt von Morgan Tsvangirai..

Zuvor waren die Abgeordneten vereidigt worden. Während der Vereidigungszeremonie liess Mugabe seine Polizei noch zwei Oppositionsabgeordnete verhaften, von denen einer allerdings nach kurzer Zeit wieder freigelassen wurde.

Mugabe will weiterregieren, komme was da wolle
Mugabes Plan ist es, weiter an den Schaltknüppeln zu sitzen. Dazu braucht er einige Oppositionsabgeordnete. Die Forderung der Opposition, Mugabe solle im Rahmen einer Regierung der nationalen Einheit nur den Zeremonienmeister spielen, wies der 83 jährige in allen bisherigen Verhandlungen, in denen der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki eine erbärmliche Vermittlerrolle spielte, zurück.

Ausserdem trat heute auch der Senat zusammen. Dessen Rolle ist aber politisch völlig untergeordnet. Obgleich auch hier die Opposition die stärkere Position hatte, konnte Mugabe über das Recht, einige Senatoren selbst bestimmen zu können, eine Mehrheit erringen.

In Simbabwe selbst liegt die Inflationsrate mittlerweile bei 11 Millionen Prozent. Die Bevölkerung hungert. Aber der Machtpoker geht weiter.
Das Schicksal seiner Landsleute ist Mugabe völlig gleichgültig

vermischtes

Genf: Swiss-Maschine wegen Bombendrohung notgelandet

onlineredaktion – Eine Maschine der Fluggesellschaft Swiss hat wegen einer Bombendrohung in Genf notlanden müssen. Eine Bombe war indes nicht an Bord. Der Airbus A320 war in Zürich gestartet und auf dem Weg nach Malaga.

Alle 142 Passagiere und die sechs Mitglieder der Crew sind wohlauf. Die Bombendrohung sei aus Spanien bei der Swiss eingetroffen, sagte Swiss-Sprecher Franco Gullotti gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Nährere Angaben machte er nicht. Ein Sprecher der Kantonspolizei Genf sagte, es sei ein anonymer Anrufer gewesen.

Die Drohung betraf den Flug LX 2114. Die Maschine war zu diesem Zeitpunkt bereits über Frankreich. Nach der Bombendrohung drehte sie ab und setzte zu einer Notlandung mitten auf der Piste des Genfer Flughafens an, wie Philippe Roy, Sprecher des Flughafens Genf-Cointrin, auf Anfrage sagte.

Die Passagiere seien über Notrutschen aus dem Flugzeug gestiegen. Anschliessend wurde die Maschine weggerollt. Sie wird untersucht. Zu diesem Zeitpunkt hätte die Maschine in Malaga landen sollen.

Die Passagiere erhalten am späten Abend einen Ersatzflug. Das Gepäck wurde kontrolliert. Eine Bombe ist auch dort nicht aufgetaucht. In Genf war der Flugbetrieb während einenhalb Stunden beeinträchtigt. Acht Flüge wurden annulliert oder über Lyon umgeleitet. Andere Flüge konnten erst verspätet starten oder landen.

kriminalitaet

Polizeichef entführt und erschossen

onlineredaktion – Mexiko ist im Drogenkrieg: Unbekannte erschossen den Polizeichef des Bundesstaates Hidalgo, zehn weitere Menschen wurden im Südosten und Norden des Landes getötet, wie Behördenvertreter mitteilten.

Der Polizeichef von Hidalgo im Landeszentrum wurde am Freitag während einer Patrouille in der Stadt Pachuca aus seinem Auto entführt. Seine von Kugeln durchlöcherte Leiche sei am Samstag rund 60 Kilometer ausserhalb der Stadt entdeckt worden, sagte ein Vertreter der Regierung des Bundesstaates.

Ein weiterer Polizist wurde im südöstlichen Bundesstaat Tabasco vor einer Polizeistation erschossen. Im nordmexikanischen Bundesstaat Chihuahua wurden am Samstag neun Menschen getötet, acht davon in der Stadt Ciudad Juárez.

Chihuahua ist in den letzten Monaten zum Zentrum des mexikanischen Drogenkriegs geworden. In Mexiko herrscht ein grausamer Krieg zwischen verschiedenen Drogen-Kartellen, der seit Jahresbeginn bereits mehr als 2700 Menschenleben gefordert hat.

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie werden in Mexiko inzwischen mehr Menschen als in Kolumbien und dem Irak entführt.

global player

Die Grossbanken und der Staatsanwalt

Dr. Alexander von Paleske – —. 24.8. 2008 — Vorgestern lief eine interessante Meldung über den Nachrichten-Ticker; Die Deutsche Bank, Deutschlands größter Finanzdienstleister sei noch einmal mit einem „blauen Auge“ davongekommen. „Nur“ 15 Millionen US Dollar Strafe habe man zahlen müssen und Anleihen – so genannte „Auction Rate Securities“ (ARS) – im Werte von „nur“ einer Milliarde US Dollar müssen von der Bank zurück gekauft werden.

Und schon gab es jede Menge von Artikeln in der deutschen Presse, die sich mit diesem Ereignis beschäftigten. Allerdings: Für in Finanzfragen kaum Eingeweihte schaffen diese Artikel kaum Klarheit, um was es hier geht.

Doch wenn Strafzahlungen in Höhe von fünfzehn Millionen US Dollar – Peanuts in der Sprache der Deutschen Bank – gezahlt wurden, muss es sich offenbar doch wieder um kriminelle Bankgeschäfte gehandelt haben.

Chefankläger Cuomo auf dem Plan
Dieser Vorwurf brachte jedenfalls die New Yorker Staatsanwaltschaft mit ihrem Chefankläger Andrew Cuomo auf den Plan und der ermittelte auch unverzüglich und unerbittlich wegen Betrugs. Allerdings nicht nur gegen die Deutsche Bank, sondern auch gegen die feine aber krisengeschüttelte UBS Bank aus dem Schweizer Ländle, sowie gegen eine Reihe von US Großbanken wie Merill Lynch, Goldman Sachs, Morgan Stanley, die Citibank – die Bank die angeblich nie schläft – und andere. Am Ende zahlten alle die mit der Staatsanwaltschaft ausgehandelten Geldbußen.

UBS war beispielsweise mit 150 Millionen US Dollar dabei und die Citigroup mit satten 100 Millionen Dollar. Gleichzeitig verpflichteten die Banken sich, die in Frage stehenden Papiere, die sie mit dem Versprechen von absoluter Sicherheit und hoher Zinsrendite verhökert hatten, wieder aufzukaufen. Etwas, was die Banken zuvor strikt abgelehnt hatten. UBS muss beispielsweise nun für 19.4 Milliarden US Dollar zurückkaufen. Auch in der Sprache der Deutschen Bank sind das nun keine „Peanuts“ mehr.

Was war geschehen?
Um diese Vorgänge zu verstehen, müssen wir uns zunächst erinnern, wie es in den guten alten Tagen des Finanzmarktes, etwa bis in die 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts aussah, und was sich seitdem getan hat. Damals gab es übersichtliche Anlagemöglichkeiten auf den Finanzmärkten, in erster Linie Aktien und festverzinsliche Wertpapiere. Letztere werden auf Englisch auch Bonds genannt.

Wenn also der Staat oder Unternehmen Geld brauchten, dann gab es neben einer Kapitalerhöhung bei Unternehmen im Wesentlichen zwei Möglichkeiten der Geldbeschaffung: Einmal die direkte Kreditaufnahme bei einer Bank mit dem Nachteil einer hohen Verzinsung oder aber die Emission einer Anleihe mit einem festen Zinssatz und einer Laufzeit über mehrere Jahre.

Gerade Letzteres wurde gerne von Staat und Gemeinden weltweit als Instrument der Kreditbeschaffung eingesetzt. Es hatte allerdings den Nachteil der umständlichen Emisson über mehrere Bankhäuser, die diese Anleihen – zumeist gegen Discount erwarben und dann auf dem Anleihemarkt platzierten.

Der Wert dieser Anleihen schwankte in gewissen Grenzen, immerhin konnte aber der Wert werktäglich auf dem Bond-Markt ermittelt werden. Zu diesem Wert konnte man also seine festverzinslichen Wertpapiere auch wieder verkaufen. Diese festverzinslichen Papiere hatten allerdings für den Käufer den Nachteil, dass in Zeiten hoher Kreditmarktzinsen diese Bonds an Wert verloren und in Zeiten niedriger Zinsen die Emittenten der Bonds einen vergleichsweise hohen Zins zahlen mussten.

Goldman Sachs und die Turbo-Anleihe
Im Jahre 1988 verfiel die Goldman Sachs Bank in den USA daher auf die zündende Idee, eine Turbo-Anleihe zu entwickeln, die angeblich so sicher sei wie Bargeld mit dem Vorteil hoher Zinsen – immer schön über dem gerade von der Zentralbank festgelegten Kapitalmarktzins – dabei gleichzeitig aber angeblich so sicher wie Fort Knox: Die Auction Rate Securitries (ARS).

Gesagt getan und alle Großbanken auf dem US-Markt folgten diesem Prozedere. Für die Emittenten, also die Gemeinden und Unternehmen, hatten diese ARS den Vorteil einer sehr sehr langen Laufzeit, also Rückzahlung in weiter weiter Ferne. Auch in Deutschland wurden diese Papiere an den/die Mann/Frau gebracht und zwar auch dann noch,als das schlimme Ende angeblich schon absehbar war.

Die Papiere wurden nicht täglich gehandelt, es fand also kein täglicher Handel wie etwa an der Börse statt, sondern zu festgesetzten Zeitpunkten und zwar im Wege einer Auktion. Bei dieser Auktion wurde dann auch der jeweils neue Zins festgesetzt, der sich wiederum aus Angebot und Nachfrage ergab.

Wir wollen es uns hier ersparen, im einzelnen aufzuzeigen, wie das Festsetzen der Zinsen und die Auktionen im einzelnen vonstatten gehen, Details dazu finden sich hier.

Mittlerweile flossen in in diesen Auktionsmarkt jedenfalls rund 300 Milliarden US Dollar. Die Banken konnten sich die Hände reiben.Aber anders als auf dem Bond-Markt wusste niemand , was diese Papiere wirklich wert waren.

Zum Ersten…zum Zweiten…und zum…Dritten
Das ganze System funktionierte nur, wenn Auktionen auch stattfinden konnten, was selbstverständlich Bieter voraussetzt.
Als Bieter traten neben den Bankkunden die Banken selbst in Erscheinung, vornehmlich um den Kurs der Zinsen hochzutreiben. Wer allerdings bei Auktionen nur zum Zwecke des Hochtreibens mitbietet, der kann auch das Pech haben, den Zuschlag tatsächlich zu erhalten.

Das wiederum war so lange kein Problem, wie die Banken liquide und die Bankkunden gutgläubig waren. Präziser gesagt: Genau zwanzig Jahre lang funktionierte das System bis zum bitteren Ende im vergangenen Februar. Denn seitdem sind die Banken aufgrund der Hypothekenkrise in den USA nicht mehr liqide. Sie wollen daher auch nicht mehr bei den Auktionen mitbieten und dann auf den Papieren sitzenbleiben. Denn es gibt nun auch bei den Bankkunden keine Nachfrage mehr nach diesen Papieren Die Folge: Der Markt für diese „schönen“ Anlageformen kollabierte. Es fanden keine Auktionen mehr statt. Wer im Besitz solcher Papiere ist, bleibt auf ihnen sitzen. Wo kein Käufer da kein Verkauf. Quintessenz: Einlagerung.

Besser duch Einlagerung?
Doch bekanntlich werden nur Holzäpfel und gute Weine durch Lagerung besser. Da diese Papiere meistens Laufzeiten zwischen zehn und zwanzig Jahren haben und dann erst eingelöst werden können, sofern die Firma dann überhaupt noch existiert, erinnerte man sich daran, dass die Banken die Papiere ja als „so gut wie Bargeld“ angeboten hatten. Die logische Folge waren Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft wegen Prospektbetrugs. Und die Staatsanwaltschaft reagierte auch sofort. Cuomo, Cuomo ick hör dir trapsen. So müssen die Banken nun neben den Peanut-Strafzahlungen auch die Auktionen wieder durch das Mitbieten beleben, und werden natürlich als alleinige Bieter prompt auf den Papieren sitzenbleiben.

Lediglich Intermezzo
Doch das ist nur ein Intermezzo. Denn im im Hintergrund wartet schon das nächste Finanz-Debakel: Die Swap Krise. Ohne diese Krise beim Namen zu nennen, meldet die Rating-Agentur STANDARD AND POOR, die US Banken würden in den nächsten drei Jahren Verluste bis zu 250 Milliarden US Dollar erleiden. Das ist wohl eher zu tief gegriffen.

linkDefault Swaps oder: Die nächste Weltfinanzkrise rückt näher
linkNeues von den Finanzskandalen, BayernLB, Hypo Alpe, Meinl</a
link
Alle (Ab)wege fuehren nach Liechtenstein
>
Prostituierte, Parties, Pferderennen, Penny Stocks, Deutsche Bank in Toronto und Khashoggi

kultur

WANTED

Sonja Wenger – Der Film «Wanted» ist einfach nur cool. Er hat eine hanebüchene Geschichte, aber er ist cool. Und über die gravierenden Schwachstellen bei der Dramaturgie, den Dialogen oder das Fehlen von jeglicher Logik sieht man mit links weg, denn hey, der Film ist cool! Es fliegen die Fetzen, das Adrenalin pumpt durch die Venen und Hauptdarsteller James McAvoy verursacht dem Publikum mit seiner Wandlung vom frustrierten Jammerlappen zum eiskalten Draufgänger eine vergnügliche Gänsehaut.


Eine hanebüchene Geschichte, aber sie ist cool…

Es geht für ihn aber auch um einiges. McAvoy spielt Wesley Gibson, einen kleinen Büroangestellten, der sich selbst als das unbedeutendste Schaf in der grossen Herde jener bezeichnet, die ein frustrierendes Leben leben und eine sinnentleerte Existenz fristen. Seine Angstzustände und die ätzende Chefin machen das Ganze nicht gerade einfacher.

Doch wie immer gibt es unter den vielen Schafen auch ein paar Wölfe. Und zu Wesleys Überraschung scheint er einer davon zu sein. Er sei der «Sohn eines der besten Killers aller Zeiten», erzählt ihm die mysteriöse Fox (Angelina Jolie), der aber gerade eben vom Zweitbesten umgebracht worden sei.

Er habe seines Vaters Fähigkeiten geerbt und solle nun in die sogenannte Bruderschaft aufgenommen werden, eine Organisation, deren Mitglieder im Auftrag des Schicksal töten. Deren Anführer Sloane (Morgan Freeman) erklärt ihm zudem, dass die Aufträge dafür von einem Webstuhl kommen, einer Art Sprachrohr des Schicksals, der seit über tausend Jahren einen Code webt. Daraus lassen sich die Namen jener ableiten, die der Menschheit Böses wollen und deshalb weg müssen. Wesley erhält von den Mitgliedern der Bruderschaft ein hartes Training und daraufhin die Aufgabe, den Mörder seines Vaters zu eliminieren. Doch natürlich kommt alles anders als erwartet.


Der skurrilen Faszination von «Wanted» kann man sich nur schwer entziehen

Sei es wegen der düster-bedrohlichen Atmosphäre des Films oder einfach wegen dem Hauptdarsteller, der einen im wahrsten Sinne des Wortes wegbläst, der skurrilen Faszination von «Wanted» kann man sich nur schwer entziehen. Die Verfilmung der gleichnamigen Comicserie von Mark Millar ist erstaunlich kurzweilig und trotz vieler Mängel sehenswert. Aber schliesslich erlebt man auch im Kino nicht so oft die Geburtsstunde eines neuen Antihelden.

vermischtes

Adecco – Force for good?

Daniel Mullis – Adecco ist der weltgrösste Dienstleister im Bereich human resources solutions – also im Bereich Temporärarbeit, Outplacement, direkte Stellenvermittlung, Karrierenplanung, Weiterbildungsveranstaltungen etc. (Adecco 2007.3). Zur Zeit sind bei Adecco an die 700‘000 Menschen unter Vertrag, welche an den Grossen Fundus von etwa 150‘000 ArbeitgeberInnen vermittelt werden können. Das Gros dieser Angestellten arbeitet im industriellen Sektor (53%), ein weiterer grosser Bereich sind die Büroangestellten (23%) (Adecco management & consulting S.A. 2007:5). Der Rest verteilt sich auf diverse weitere Branchen wie Medizinalbereich, IT-Dienstleistungen und diverse weitere technische Berufe und Dienstleistungen. Kerngebiete sind Frankreich, USA, Japan, Italien und Deutschland. Weltweit beschäftigt Adecco an die 37‘000 Menschen in über 60 Ländern und Regionen und unterhält über 7000 Büros.

Force for good
Adecco gibt sich als ein sozial bewusstes Unternehmen, gemäss ihrer Publikationen ist es ihr erklärtes Ziel, eine Kraft des Guten zu sein. Neben dem Engagement für Jugendliche und allgemein sozial Benachteiligte, streicht Adecco in erster Linie das Engagement für behinderte Menschen und Opfer von Naturkatastrophen wie dem Tsunami in Asien 2004 und dem Hurrikan Katrina in den USA 2005 hervor.

Als weiteres Imageprojekt führt Adecco auch SpitzensportlerInnenprogramme durch. Diese sollen SportlerInnen, welche aus dem Sportbusiness ausgeschieden sind, den Einstieg in die Arbeitswelt erleichtern.

Skills first, so lautet auch Adecco‘s erste Direktive, womit verdeutlicht werden soll, dass Menschen zuerst auf Grund ihrer Fähigkeiten und nicht auf Grund ihrer Behinderung beurteilt werden sollten (Adecco 2007.1). Adecco streicht seine wichtige Rolle als Arbeitsvermittlerin hervor, denn die bessere Arbeit bedeute schliesslich besseres Leben (Adecco 2007.4).

Insofern sei es für Adecco ein Hauptanliegen für faire Arbeitsbedingungen, Zugang zu Arbeit und sozial verträgliche Arbeitsbedingungen zu sorgen. Um das „Richtige zu tun“, würden alle MitarbeiterInnen intensiv in ethischen Fragen geschult (Adecco 2007.1). Auf freiwilliger Basis verpflichtet sich Adecco den Global Compact einzuhalten. Dies ist ein Vertragswerk, welches im Jahr 2000 durch die UNO initiiert wurde und zehn Punkte in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Umwelt und Antikorruption festhält (Adecco management & consulting S.A. 2005).

Auch in der Schweiz versucht sich Adecco sozial verträglich zu positionieren. So verkündet Adecco am 26. September 2007, vorerst die Löhne im Bausektor nicht zu senken (AWP 2007), obwohl dies nach der Kündigung des GAV im Bauhauptgewerbe möglich wäre.

Geschichte
Adecco geht im Jahr 1996 aus der Fusion der schweizerischen Adia (1957) und der französischen Ecco (1964) hervor. Die beiden Firmen hatten schon vor der Fusion beträchtliche Marktanteile in ihren Kernregionen. Um Synergien besser zu nutzen und vor allem die unterschiedlichen Kernmärkte besser abdecken zu können. fusionieren die beiden Konzerne zu Adecco; firmensitz bleibt in der Schweiz. Im Jahr 2000 geht die amerikanische Firma Olsten in Adecco auf und Adecco wird somit zur Nummer eins im amerikanischen Personaldienstleistungs- Markt.

2004 kommt es zu Buchhaltungsungereimtheiten beim US-amerikanischen Ableger, was die Börsenaufsicht auf den Plan ruft. Deswegen können die Geschäftszahlen erst ein halbes Jahr verspätet bekannt gegeben werden, was den Aktienkurs um ganze 35% einbrechen liess. ExpertInnen sprachen in diesem Zusammenhang gar vom grössten Public-Relations-Fiasko der vergangenen Jahre (rtr 2004), auch wenn schliesslich bei der Buchprüfung keine Fehler aufgetaucht sind. 2005 kommt es innerhalb von Adecco zu einer erheblichen Umstrukturierung, dies vor allem um die Marke Adecco zu stärken(Adecco 2007.5).

Als Spätauswirkung der Buchhaltungsaffäre von 2004 kommt es in der Konzernspitze zum endgültigen Bruch und zur Übernahme des Konzerns durch den Financier Klaus Jacobs, welcher nun mit seiner Familie 29.3 % an Adecco hält. Dieser Eklat war aber nicht gänzlich überraschend, zumal der Konflikt zwischen den beiden Financiers Klaus Jacobs (Adia) und Philippe Foriel-Destezet (Ecco) seit der Fusion von 1996 schwoll (NZZ Online 2006).

Daraufhin kommt es zu diversen Wechseln an der Konzernspitze, auch Klaus Jacobs greift des öfteren ins operative Geschäft ein und wird zwischenzeitlich CEO.

Im Jahr 2006 leitet Adecco eine weitere Expansionswelle in Deutschland ein und übernimmt die Deutsche Industrie Service AG (Dierig 2004). Mit der Übernahme der DIS AG kommt es auch bei der Adecco-Spitze zu einem erneuten Wechsel. Der ehemalige DIS CEO Dieter Scheiff und CFO Dominik de Daniel übernehmen diese Positionen auch bei Adecco. 2007 wird die deutsche Tuja Gruppe übernommen und Adecco hat somit in Deutschland einen Marktanteil von 13% und positioniert sich somit einen Prozentpunkt hinter Marktführerin Randstadt (rtr 2007).

Mitte November wurde bekannt, dass Adecco in Frankreich mit einer Kartellbus rechnen muss. Die Vorwürfe gehen auf die Jahre 2003 und 2004 zurück und lauten: Austausch von geschäftsrelevanter Informationen und Absprachen im Zusammenhang mit einem Tenderverfahren in Frankreich.

Finanzanalysten prognostizieren aber, dass diese Vorwürfe keine grossen Auswirkungen auf den Geschäftsgang haben dürften. Trotzdem sank der Aktienwert um 3.1%, nach bekannt werden der Vorwürfe und der Einschätzung der ZKB, dass die Adecco-Aktie unter Druck geraten könne. (Associated Press 2007).

Marktverhalten und Finanzen

Adecco hat seit seiner Gründung eine aggressive Expansionsstrategie verfolgt. Mehrere kleinere und mittlere Unternehmen gingen in Adecco auf. Meist ging es darum Regionen oder Wirtschaftszweige besser abzudecken oder überhaupt erst den Einstieg zu finden. So hat sich Adecco in den letzten Jahren zum weltgrössten Personaldienstleister gemausert, figuriert gar auf der Liste der weltweit fünfhundert umsatzstärksten Konzernen auf Platz 261.

Adecco vermochte, es in den letzten Jahren den Reingewinn stetig zu steigern. Im dritten Quartal 2007 weist Adecco einen Quartalsgewinn von 230 Millionen Euro aus, was eine Steigerung um 40% im Vergleich zur Vorjahresperiode bedeutet. Der Betriebsgewinn stieg im Berichtsquartal um 22%, bereinigt um 11%, während der Umsatz lediglich um 2% stieg. Auch die längerfristigen Jahresdaten zeichnen einen deutlichen Aufwärtstrend (siehe Abb.3). Adecco hat sich selbst das Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren um 7 bis 9 Prozent zu wachsen. Die Betriebsgewinnmarge soll nachhaltig auf über 5% und die Kapitalrendite auf über 25% steigen, 2006 hat die Kapitalrendite 20.3% betragen(NZZ Online 2007).

Sofern sich an der ökonomischen Grosswetterlage sich nichts verschiebe, seien diese Vorgaben zu erreichen, so die Konzernleitung (AWP 2007).

Im ersten Halbjahr 2007 wurden nahezu 40% des Geschäftsumsatzes in Frankreich generiert. Zweitstärkster Markt ist die USA und Canada welche zusammen etwa 13% erwirtschaften. Der Schweizer Markt, in welchem Adecco mit 87 Filialen präsent ist, spielt mit 3% nur eine kleine Rolle (Adecco management & consulting S.A. 2007:4). Auch im sektoralen Bereich gibt es erhebliche Unterschiede der Wertschöpfung und dies nicht nur bei den absoluten Zahlen.

Bis Ende 2008 sollen Aktien im Wert von 400 Mio. Euro zurückgekauft werden, um weiter Akquisationen zu tätigen. Dies vor allem um den Marktanteil in Deutschland weitre auszubauen. Im Visier von Adecco stehen in erster Linie höhermargige Geschäfte. Der Rückkauf der Aktien solle aber auch einem möglichen Verwässerungseffekt auf Grund der ausstehenden Wandelobligationen entgegenwirken(AWP 2007).

HauptanlegerInnengruppen sind FinanzanalystInnen, Individual- InvestorInnen, Institutionelle InvestorInnen und BrokerInnen (Adecco management & consulting S.A. 2005:10). Grösste Aktionärsgruppe ist die Familie Jacobs. Dies verdeutlicht die Beziehung in die Schweiz, welche heute in erster Linie finanzieller Natur ist. Der Schweizer Arbeitsmarkt ist für Adecco, vom gesamt Finanzvolumen ausgehend, nahezu irrelevant. Der Schweizer Firmensitz dürfte auch auf die historische Entwicklung von Adecco zurückzuführen sein. Jedoch macht es durchaus Sinn weiterhin in der Schweiz zu bleiben, dies aus zweierlei Gründen: Zum einen ist es die Schweiz als Finanzplatz und zum anderen, was aber in ersteres hineinspielt, ist es das Image der Schweiz, von welchem Adecco als Konzern durchaus profitieren kann.

Kritischer Blick ins Metier
Adecco versucht sich als Konzern mit sozialem Bewusstsein zu positionieren – zu Recht? Als marktorientiertes Unternehmen muss das Geschäft in erster Linie rentieren. Dies verdeutlicht Adecco selbst nur zu gut mit dem Statement: We are spreding the word: non-discrimnatio isn’t just morally better; it also makes good business sense (Adecco 2007.1).

Adecco streicht ihr Engagement für die sozial Schwachen hervor, verschweigt dabei aber, dass es gerade dieser Teil der arbeitenden Gesellschaft ist, welcher keine andere Wahl hat. Oftmals stehen Menschen vor der Wahl, die schlechteren Arbeitsbedingungen der Teilzeitarbeit anzunehmen oder gar nicht zu arbeiten. Die soziale Initiative von Adecco wird so zur asozialen Ausbeutung.

Auch wenn sich einiges verbessert hat und nun zum Teil sogar unbefristete Arbeitsverträge mit garantierten Ferien abgeschlossen werden (Hamacher 2007), ändert dies nichts an der unbefriedigenden Situation, dass ZeitarbeiterInnen nicht selten als Jongliermasse für die ArbeitgeberInnen dienen. Immer häufiger stellen Betriebe, um bei unsicherer Wirtschaftslage schneller auf Schwankungen reagieren zu können, nur noch Personal auf Zeit ein. Das Betriebsrisiko wird somit vom Betrieb auf die Angestellten übertragen. Weiter müssen so keine Probezeiten, Kündigungsfristen, Kündigungsschutzbestimmungen (welche in der Schweiz ohnehin nahezu inexistent sind) etc. eingehalten werden (FAU 2001).

In Deutschland sind Fälle dokumentiert, wo TeilzeitarbeiterInnen von Firmen eingestellt wurden, um die streikende Stammbelegung zu unterlaufen. So auch im Mai dieses Jahres wo bei einem Streik bei einer Niederlassung der Deutschen Telekom in Berlin-Tegel MitarbeiterInnen von Adecco zum Streikbrechen eingesetzt wurden (Rother 2007).

Gewinn und Prosperität von Firmen wie Adecco bauen also auf den prekären Verhältnissen der ArbeitnehmerInnen auf. In den letzten Jahren hat sich trotz Wirtschaftsaufschwung die Arbeitssituation nicht entspannt – im Gegenteil eher verschärft. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die Gewinne munter steigen. Wenn Adecco also von einem Wachstum von 7 bis 9 Prozent bei gleichbleibender ökonomischer Situation spricht, meinen sie auch explizit eine weitere Prekärisierung der Arbeitsbedingungen, welche gerade auch die sozial Schwachen treffen wird. Konzerne wie Adecco können sich Sozialverträglichkeit so gross auf die Fahne schreiben wie sie wollen, aus den oben genannten Gründen können sie dies grundsätzlich nicht sein.

Zahlen und Fakten
Global Headquarters
Sägereistrasse 10
Postfach
8152 Glattbrugg
Schweiz

Chief Executive Officer
Dieter Scheiff
Chief Financial Office
Dominik de Daniel

Fortune Global 500 Ranking
Platz 261 (2007) der weltweit umsatzstärksten Firmen

Weltweit angestellte
37‘000

Globales Netzwerk
7000 Büros in über 60 Ländern und Regionen

Hauptmarkt
Frankreich, USA, Japan, Italien und Deutschland

Aktienmarkt
Adecco S.A. ist in der Schweiz registriert, und in Zürich wie Paris handelbar. Zwischenzeitlich wurde die Aktie auch in New York gehandelt, dieses Engagement wurde nun aber beendet.
ISIN: CH001213860
Kumuliertes Volumen: 2 Mio. Stück

Aktienwert:
23. Nov. 2007: 61.05 CHF
52 Wochen hoch: 89.40 CHF
52 Wochen tief: 59.60 CHF
Quelle: Adecco (2007.2)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei ContaInfo

Krieg

Deutsches Kriegsschiff hat doch keine Babywindeln an Bord

World Content News – Heute hat sich die deutsche Marine mit einer umfangreichen Gegendarstellung von der Front zurück gemeldet. Die Fregatte „Lübeck“ beteiligt sich demnach nicht an angeblichen Hilfstransporten nach Georgien, sondern trainiert im Schwarzen Meer mit dem Eingreifverband der NATO u. a. das Morsen, Funken und Flaggen. Und: Der Verband fährt nicht nach Georgien, sondern wird sich in Rumänien und Bulgarien aufhalten. Gestern und auch heute noch hatten diverse deutsche Medien suggeriert, das Kriegsschiff hätte Hilfsgüter für die georgische Zivilbevölkerung an Bord.


Deutsches Kriegsschiff „Lübeck“: Nur funken, morsen und flaggen

Nach der Darstellung ist die „Lübeck“ am 22. August in den Hafen von Constanza in Rumänien eingelaufen und wartet dort auf den Rest des Flottenverbandes, der am 25. nachfolgen soll. Am 4. September schwimmt die SNMG1 in Varna ein, um am 8. September Bulgarien und anschließend das Schwarze Meer wieder zu verlassen.

Wenn nichts dazwischen kommt. „Die Welt“ schreibt heute, die Schiffe sorgen für lebhafte Diskussionen in der Türkei und in Russland. Selbst wenige Schiffe werden in Russland wegen ihrer modernen Bewaffnung als Bedrohung angesehen und die Luftabwehrwaffen der US-Schiffe seien in der Lage, einen Teil des georgischen Luftraums abzudecken. In der Türkei spräche man dagegen bereits von einer Revision der Konvention von Montreux von 1936 und dass der Iran nun auch von dieser Flanke bedroht werden solle.

Die deutsche Marine betonte noch einmal, „das Einlaufen der Nato-Schiffe ins Schwarze Meer war langfristig geplant und angemeldet“. Der üblich vergebene Name für eine solche länger andauernde und umfangreiche Übung wurde aber nicht daraus ersichtlich. Noch am 4.8. hieß es an Bord der „Lübeck“: „Nächste Woche wird der SNMG 1-Verband ins östliche Mittelmeer verlegen und dort weiter den Seeraum überwachen“ (Quelle). Am 7.8. begann dann der Kaukasus-Krieg.

Was fehlt: Die Absicht des Kommandoschiffs für Amphibische Kriegführung, die USS Mount Whitney (LCC-20). Die türkische Zeitung „Hurryet“ hatte gemeldet, dass auch dieses Flaggschiff des Kommandanten der 6. US-Flotte im Rahmen der Hilfslieferungen die Dardanellen demnächst durchqueren soll.

Nachdem zwei weitere Kriegsschiffe, ein polnisches („General K Pulaski“) und ein US-Zerstörer („USS McFaul“) die Dardanellen passiert hatten, hat der Vizechef des russischen Generalstabs, Anatoly Nogovitsyn, heute eine deutliche Warnung an die NATO gerichtet:

„Die Situation im Schwarzen Meer eskaliert. Unter dem Deckmantel der Lieferung von humanitären Hilfslieferungen setzt die NATO setzt den Aufbau ihrer maritimen Präsenz in diesem Gebiet fort.“

Gestern hieß es, der Charakter der angelaufenen Hilfsaktion wäre „extrem zweifelhaft“.

Quellen:
Fregatte „Lübeck“ beteiligt sich nicht an angeblichen Hilfstransporten nach Georgien
(presseportal.de, 23.08.2008)
Westliche Kriegsschiffe kommen ins Schwarze Meer
(Die Welt, 23.08.2008)
NATO increases naval presence in Black Sea
(thaindian.com, 23.08.2008)
NATO using aid as ‚cover‘ for Black Sea build-up: Russia
(India Times, 23.08.2008)
US warship sails through straits, Russia suspicious
(The Financial, 23.08.2008)
USA drohen Russland mit Rauswurf aus G8
(Süddeutsche Zeitung, 23.08.2008)
Russische Pufferzone verärgert OSZE
(Handelsblatt, 23.08.2008)

siehe auch:
Taktische Kriegsmanöver der NATO im Schwarzen Meer
(WCN, 21.08.2008)
Kommentar: Der Hilfsgüterkrieg hat begonnen
(WCN, 22.08.2008)
Klar Schiff: NATO-Manöver im Schwarzen Meer (WCN, 22.08.2008)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

Krieg

Klar Schiff: NATO-Manöver im Schwarzen Meer

World Content News – WCN stellt die Kriegs-Schiffe vor, die zur Zeit „mit Hilfsgütern beladen“ in das Schwarze Meer unterwegs sind, um an einem „seit langem geplanten Manöver“ teilzunehmen, darunter auch die deutsche Fregatte FGS Lübeck. Es gibt offenbar einen Beweis, dass die Aktion erst nach dem Überfall auf Zchinvali angeordnet wurde.


Mehrzweckfregatte „Lübeck“ (D) (mehr Fotos: 1, 2)

Die Fregatte „Lübeck“ (F 214) ist ein Mehrzweckkampfschiff der Klasse Bremen der deutschen Marine. Sie war zuletzt in mehreren Auslandseinsätzen tätig, zuletzt im Juli 2007 im Rahmen der UNIFIL im Libanon. Sie ist zur Bekämpfung anderer Schiffe (auch U-Boote) und zur Abwehr von Flugzeugen und Flugkörpern befähigt. Einzelheiten zur Bewaffnung hier.

Die Fregatte ist lt. RIA Novosti am 21.08. abends im Schwarzen Meer eingetroffen und in Warteposition. In den nächsten Tage soll sich die Schiffsgruppe im westlichen Teil aufstellen.


Raketenkreuzer „Admiral Juan de Borbon“ (E)

Die spanische Fregatte „Almirante Juan de Borbón“ (F 102) mit Zerstörermerkmalen gehört zur Álvaro-de-Bazán-Klasse. Sie ist auch zum Abschuss von Marschflugkörpern fähig und ist nach dem Stealth-Prinzip gebaut, d.h. sie ist nur schwer von Radars zu orden.

Der Raketenkreuzer traf am 21.08. zusammen mit der Fregatte Lübeck im Schwarzen Meer ein.


U-Boot-Zerstörer „General K Pulaski“ (PL)

Der dritte Kreuzer im NATO-Verband ist die polnische „ORP General Kazimierz Pulaski“ (272). Die Raketenfregatte und U-Boot-Zerstörer hat an zahlreichen NATO-Übungen in der Ostsee teilgenommen. Sie war früher als USS Clark (FFG-11) in den USA im Dienst und wurde im März 2000 an Polen übergeben. Soll heute die Dardanellen durchquert haben mit dem angelichen Ziel Constanta in Rumänien (lt. Hurriyet)

Alle drei Schiffe gehören seit kurzem zum SNMG 1-Verband (Standing NATO Maritime Group 1) die sich Ende Juli noch vor der Küste Siziliens befand. Dass das Manöver im Schwarzen Meer seit Monaten abgestimmt war, ist eine glatte Lüge ! Am 04.08. nach einer Teilnahme an der Operation Active Endeavour hieß es an Bord der „Lübeck“ noch: „Nächste Woche wird der SNMG 1-Verband ins östliche Mittelmeer verlegen und dort weiter den Seeraum überwachen.“ Klingt gemütlich und nach „bis auf weiteres“. Am 07.08. wurde dann Südossetien durch Georgien überfallen. Wo und wie viel die Schiffe in dieser Zeit an angeblichen Hilfsgütern an Bord genommen haben, ist ein Rätsel. Wer hat die Verladung beobachtet?

Noch ein Indiz für eine Lüge: Manöver in diesem Umfang und mit dieser Dauer (3 Wochen) tragen auch immer einen Namen und werden in Fachforen vorher angekündigt. Bei dieser Übung aber kann man sich im Internet fusselig suchen. Zudem war ein anderer Verband der NATO, die SNMG-2, erst Ende Juli zu Gast in der georgischen Hafenstadt Batumi.

RIA Novosti berichtet von weiteren fünf Schiffen, die in den nächsten Tagen dazu kommen sollen, darunter bulgarische, rumänische und ukrainische Schiffe.

Die Nachrichtenagentur AP meldete, am Wochenende soll noch ein weiteres Kriegsschiff hinzustoßen, die USS Taylor (FFG-50), Oliver Hazard Perry-Klasse.


Zerstörer „USS Taylor“ (USA)

Dazu hat das Kriegsschiff „USS McFaul“ (DDG-74), das mit Lenkraketen ausgerüstet ist, soeben von der Türkei eine Durchfahrtserlaubnis erhalten, momentaner Standort: Dardanellen. Verwirrung gibt es um die „Dallas“, US-Medien berichten von einem Küstenschutzschiff, andere sagen es wäre ein Atom-U-Boot, das sich in Griechenland bereit. hält (Ganzer Bericht hier.)

Hurriyet meldet noch, dass später auch die USS Mount Whitney (LCC-20) hinzustossen soll. Sie ist ein Kommandoschiff für Amphibische Kriegführung. Das russische Militär findet inzwischen die ganze Aktion mit dem angeblichen humanitären Hilfscharakter als „extremely dubious“.

Update:
Deutsches Kriegsschiff hat doch keine Babywindeln an Bord

Quellen:
Deutsches Kriegsschiff nimmt an Hilfsaktion für Georgiens teil
(RIA Novosti, 22.08.2008)
Russia queries necessity of U.S. humanitarian operation in Black Sea (Hurriyet, 22.08.2008)
NATO Deploys Warships to Black Sea for exercises
(Macedonia Online, 22.08.2008)

siehe auch:
Taktische Kriegsmanöver der NATO im Schwarzen Meer
(WCN, 21.08.2008)
Kommentar: Der Hilfsgüterkrieg hat begonnen
(WCN, 22.08.2008)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News