afrika

Mbeki, Mugabe und die Wahlen in Simbabwe

Dr. Alexander von Paleske – Der südafrikanische Staatspräsident Thabo Mbeki flog vorgestern nach Simbabwe, um zwischen Regierung und Opposition zu vermitteln und die ordnungsgemäße Durchführung von Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in 8 Wochen sicherzustellen.

Nach Abschluss seiner Gespräche mit dem Diktator Robert Mugabe und den beiden Oppositionsführern Arthur Mutambara und Morgan Tsvangirai verkündete er gegenüber Pressevertretern, die Gespräche seien auf einem guten Weg und man habe Fortschritte gemacht. Bereits am vorherigen Tag hatte Mbeki gegenüber dem irischen Premier Bertie Ahern, der zu einem Besuch in Südafrika weilte, erklärt, ein Durchbruch bei den Verhandlungen sei so gut wie sicher; das Gegenteil ist jedoch der Fall.

Mugabe weiß, dass er demokratische Wahlen nicht gewinnen kann und setzt daher wie gehabt auf Wahlbetrug, um im Amt zu bleiben. Ihm, dem bei seiner Abwahl die Auslieferung an einen internationalen Gerichtshof wegen seines Genozids im Matabeleland in den Jahren 1982-1987 droht, will bis zu seinem Tode im Amt bleiben, komme was wolle. Und deshalb kommen die von der Opposition geforderte neue Verfassung, die Rückgängigmachung der Wahlkreisneueinteilung, die massiv die Opposition benachteiligen würde, und die unabhängigen Wahlbeobachter wie auch die Neuerstellung der Wahllisten überhaupt nicht in Frage.

Dies alles hätte Mbeki sich an den Fingern abzählen können. Dazu braucht es keinen besonderen Intellekt, den Mbeki gerne für sich reklamiert und anderen abspricht.

Mbeki, der dringend nach einem außenpolitischen Erfolg sucht, um sich damit einen Eintrag in die Geschichtsbücher zu verschaffen und der versucht, gegenüber seiner Partei ANC, die ihn im Dezember als Parteichef abgewählt hat, etwas Luft zu kriegen, ist am Ende, politisch erledigt, genau so wie sein Verhandlungspartner, der Diktator Robert Mugabe und das Land Simbabwe.

Ein Blick zurück
Im Jahr 2000, nach den Wahlen zum Parlament, in der die Oppositionspartei MDC knapp die Mehrheit verfehlte, startete Thabo Mbeki seine Vermittlungsbemühungen, die entsprechend zäh verliefen. Dann kamen die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2002, die Mugabe nur durch Wahlbetrug und einen unglaublichen Terror während des Wahlkampfes für sich entscheiden konnte. Mbeki vermittelte weiter.

Am 11. Dezember 2003 äußerte er in einem Gespräch mit dem Finanzmogul George Soros, an dem auch der südafrikanische Finanzminister Trevor Manuel teilnahm, die Vermittlungsbemühungen stünden kurz vor dem Abschluss. Nur noch zwei relativ unbedeutende Fragen müssten noch geklärt werden: Mbeki und das „Alice-in-Wonderland-Syndrom“

Mittlerweile ist offensichtlich, dass derartig gravierende Fehleinschätzungen Mbekis keine Ausnahme, sondern die Regel sind. Es schält sich mit immer größerer Deutlichkeit heraus, dass Mbeki für eine Präsidentschaft Südafrikas der falsche Mann und noch dazu zur falschen Zeit war. Mugabe hat die Schwächen dieses Mannes von Anfang richtig erkannt und nur deshalb in seiner unverfrorenen Weise Mbeki an der Nase herumführen können.

Währenddessen ist Simbabwe ökonomisch dem endgültigen Kollaps nahe. Die Inflation liegt bei über 20.000 Prozent, der die Regierung durch Verknappung von Geldscheinen beizukommen versucht. Die täglich abhebbare Geldmenge reicht nicht einmal für einen kleinen Einkauf. Die Folge sind tägliche lange Schlangen in den Banken.

Viele Betriebe, die bis zum Jahresende noch vor sich hin krebsten, werden nach den Betriebsferien, nicht wieder aufmachen. Das Land, das einstmals zwei Kunstdüngerfabriken besaß und Kunstdünger exportierte, kann jetzt weder Kunstdünger herstellen noch mangels Devisen importieren. Viele Kleinbauern benutzen in ihrer Verzweiflung zur Düngung nun menschliche Exkremente. Und Mozambique hat die Stromlieferungen von Cabora Bassa eingestellt – bis die angelaufenen Rechnungen bezahlt sind.

Keine Hilfe aus China
Die Volksrepublik China, die Mugabe und seine Befreiungsbewegung ZANU schon während des Befreiungskampfes unterstützt hat, kommt Mugabe nicht zu Hilfe. Dies ist vermutlich die allergrößte Enttäuschung für ihn. Die Regierung in Peking weiß, die Tage Mugabes sind gezählt und man wartet lieber ab bis ein Nachfolger im Amt ist; trotz der lockenden Rohstoffreserven.

Südafrika – Auf dem Weg in eine Bananenrepublik?
Auswärtssieg im Rugby, und Heimniederlage der Demokratie – Südafrika in der vergangenen Woche.
Südafrika – Kampf Mbeki gegen Zuma geht in neue Runde
Zumas Ansprache –
Kampf gegen AIDS und Kriminalität
Heuchler, Helden und Pillendreher
Südafrika – Neuwahlen wahrscheinlich
Südafrika: Mbeki gegen Zuma – ANC vor der Zerreissprobe
Südafrika: Thabo Mbeki auf dem Kriegspfad
Südafrika: Tokyo Sexwale kandidiert
Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?
Machtkampf am Kap
Bulelani Ngcuka and his Apartheid Soldiers

terror

Nachrichtenagentur Interfax: UFO hat russisches Landhaus bombardiert

onlineredaktion – Die russische Nachrichten Agentur „Interfax“ meldete die Bombardierung eines russischen Landhauses, einer Datsche in der Nähe von Moskau, durch ein „unbekanntes Flugobjekt“. Doch dann berichtete das russische Fernsehen, das „UFO“ sei eine fehl geschossene Rakete der russischen Armee gewesen. Sie habe keinen Sprengkopf besessen, sei „nur“ ins Haus gekracht und habe dort ein klaffendes Loch, wie Zuschauern gezeigt wurde, in der Hauswand verursacht. Es gab kein Feuer. Oberst Igor Konaschenko erklärte, die Eigentümer der Datsche hätten „mit sehr viel Verständnis“ reagiert; sie erhielten demnächst 60.000 Rubel Entschädigung. Die Information, demnach die Eigentümer Briten seien, soll ein böses Gerücht sein.

Das britische Kulturinstitut British Council hat seine Arbeit in den zwei russischen Niederlassungen in St. Petersburg und Jekaterinburg bis auf weiteres eingestellt. Russlands „Einschüchterungs-Kampagne“ mache die Arbeit „unmöglich“, sagte der Chef der Institution, Martin Davidson, in London. An oberster Stelle stehe die Sicherheit der Mitarbeiter; die Niederlassungen blieben geschlossen. Die russische Regierung hatte die Briten beschuldigt die Büros ohne Rechtsgrundlage und ohne Steuerzahlungen zu betreiben. Das jedoch hatte die britische Regierung als illegal bezeichnet und die Büro nach der Weihnachtspause am vergangenen Montag zunächst wieder geöffnet.

Das russische Außenministerium bestellte daraufhin den britischen Botschafter ein und warf den Briten Provokation und vorsätzliche Beschädigung der Beziehungen vor. Die russische Polizei hatte außerdem den Institutsleiter von St. Petersburg, Stephen Kinnock, wegen eines angeblichen Verkehrsverstoßes vorübergehend festgenommen. Der russische Geheimdienst FSB hatte zudem Mitarbeiter des britischen Kulturinstituts in Jekatarinburg verhört, was schon am Mittwoch in St. Petersburg mit den dort tätigen Mitarbeitern geschahen war.

Offensichtlich ist, dass die russische Regierung nach der Ermordung des früheren Geheimdienstmitarbeiters Alexander Litwinenko mit dem Strahlengift Polonium in London im November 2006 einen Kalten Krieg gegen Großbritannien führt.

London fordert seitdem von Moskau die Auslieferung des Mordverdächtigen Andrej Lugowoi, einem früheren sowjetischen Geheimdienstagenten. Moskau antwortete mit Scheinangriffen auf Großbritannien. Dagegen hatte die britische Regierung protestiert.

Der britische Außenminister Miliband fordert, der Fall Litwinenko und die Schließungen des British Councils sollten als zwei „völlig verschiedene“ Probleme behandelt werden. Die Russen aber sehen das mutmaßlich anders.

Nach der Ermordung Litwinenkos war Präsident Putin seitens westlicher Medien beschuldigt worden, den Mord in Auftrag gegeben zu haben.

Einst, in Zeiten des Kalten Krieges, hatten die Sowjets gerne Raketen „fehl geschossen“. Sie schlugen in Finnland ein oder flogen bis über die norwegische Inselgruppe Lofoten hinaus, stürzten in den Nordatlantik, wie beispielsweise im Februar 1985 geschehen, wo sie schnell versanken und wohl bis heute noch in mehrere tausend Metern Tiefe liegen. Zu tief und zu unspektakulär für eine Bergung. So scheint es, aber wer weiß… Die norwegische Marine kann auch ganz tief tauchen. Und damals suchte sie im Meer westlich von Lofoten intensiv nach diesen Raketen. Dies blieb der Lokalpresse – der Zeitung „Lofot Posten“ nicht verborgen. In Svolvaer, Lofoten-Hafenstadt, sollen einige Leute schon mit neuen Überfliegern aus Russland rechnen, die auf Großbritannien gezielt werden.

deutschland

Hamburg – Wer (ver-)fälschte Daten der Justiz?

onlineredaktion – In Hamburgs Regierung herrscht das Chaos; nicht erst seit heute, sondern spätestens seitdem der ehemalige Rechtsanwalt Freiherr von Beust (CDU) Erster Bürgermeister des Stadtstaates wurde. Seiner Personalpolitik ist es mutmaßlich zu verdanken, dass andere Senatoren – gerade jene, die ihm warmherzig nahe waren – zu öffentlichen Ärgernissen wurden. So beispielsweise Ronald B. Schill, den von Beust zum Innensenator gemacht hatte, ihn dann aber 2003 feuerte, nachdem dieser sich mit ihm angelegt hatte. Die Kündigung wurde von Beust mit „charakterlich nicht geeignet“ begründet. Eingebunden in die Affäre war damals auch der Justizsenator Roger Kusch, den von Beust später, am 27. März 2006, ebenso feuerte. Begründung: Datenmissbrauch, d.h. die unerlaubte Weitergabe vertraulicher Unterlagen aus einem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss.

Berater für Kusch war Carsten Lüdemann (CDU). Ihn machte von Beust zum Justizsenator. Aber die lüdermännischen Tage werden schon gezählt. Die SPD fordert seinen Rausschmiss. Der Grund: Der eigenwillig nachlässige Umgang Lüdemanns mit statistischen Daten. Lüdemann hatte auf Grundlage der von seiner Behörde erstellten Statistik behauptet, Hamburgs Gefängnisse seien ausgelastet, doch in Wirklichkeit gab es Leerstände. Dies hatte zur Verärgerung bei Hamburgs Strafrichtern geführt. Deren zu Haftstrafen verurteilten Jugendlichen liefen nämlich munter frei herum, weil – wie es aus Lüdemanns Behörde hieß – man keinen Platz für sie im Knast frei habe.

Schlimmer noch: Obwohl es einen auffällig drastischen Wandel in der Statistik der Justiz seit Regierungsantritt der CDU in Hamburg gegeben hatte, hatten weder Justizsenator, Innensenator und Bürgermeister sich gefragt, ob die Zahlen denn stimmen. Im Gegenteil: Ein gegenseitiges Schulterklopfen wurde öffentlich gezeigt. Man lobte sich heiss: „Hamburgs Helden“.

Und nun, als es krasse Fälle von Jugendkriminalität auch in Hamburg gegeben hatte, kam heraus, dass die Statistik der Justiz nicht stimmte. Bei der Nacherhebung der Daten stellte sich heraus, dass nicht 80 Prozent der jugendlichen Straftäter im Knast landeten, sondern 48 Prozent. Seitens der Opposition kam der der Vorwurf der Datenfälschung.

Aber noch schlimmer: Lüdemann legte noch einen drauf und erklärte, dass auch die Zahlen bei Urteilen gegen Erwachsene falsch seien. Er jedoch will zu keinem Zeitpunkt wissentlich mit falschen Zahlen gearbeitet haben. Weshalb auch dies niemand über Jahre hinweg auffiel, sei, so Lüdemann, „sehr schwierig zu erklären“. Lüdemann beschuldigte daraufhin die Opposition, sie habe als Kontrollinstanz versagt.

Der SPD-Abgeordnete Andreas Dressel fordert nun Lüdemanns Entlassung, weil jener nicht mehr tragbar sei. Schließlich ging es nicht um den „Klorollenbestand in der Justizbehörde“, sondern um „zentrale politische Kenndaten dieser Stadt“.

Krieg

Geisterstimme aus dem Off: „I am coming to Youu…“

World Content News – Der Zwischenfall in der Straße von Hormus, der angeblich beinahe einen Krieg zwischen USA und Iran ausgelöst hätte, macht weiter Furore. Nun hat ein Sprecher der US-Marine eingeräumt, dass der mysteriöse Funkspruch in dem mit Explosionen gedroht worden war, wahrscheinlich nicht von den iranischen Booten gekommen sei und sich auch nicht an die US-Schiffe richtete.


Vagabundierender Geist aus dem Äther: „I am coming to Youu…“

Der Funkspruch, der in dem vom Pentagon herausgegebenen Video erst ganz am Ende auftaucht, als die Filmsequenz bereits zu Ende war, enthält laut Nachrichtenagenturen folgende Passagen:

After the video tape turns black, the audio track resumes with an accented, deep male voice saying clearly in English, „I am coming to you.“ He emphasizes the word „coming“ and stretches out the word „you.“

An American voice is then heard: „Inbound small craft: You are approaching a coalition warship operating in international waters. Your identity is not known; your intentions are unclear. You are sailing into danger and may be subject to defensive measures. Request you establish communications now or alter your course immediately to remain clear. Request you alter course immediately to remain clear.“

Accented voice in English: „You will explode after (indecipherable) minutes.“

American voice, apparently speaking to fellow crew members: „He says, ‚You will explode after a few minutes.“‘

Iranische Blogger betonen, dass anhand des bisher undefinierbaren Dialektes in der Stimme ausgeschlossen werden kann, dass dieser Funkspruch von einer Persisch sprechenden Person abgesetzt wurde. Wer aber hat dann diesen verrückten Geist aus der Flasche gelassen?

Im Prinzip gibt es drei Möglichkeiten:

  • Der Funkspruch kam von außerhalb des Areals, in dem sich die Begegnung abspielte. Das Magazin Navy Times will wissen, dass es sich um einen Funkamateur von der Küste handeln könnte, der sich seit Monaten wiederholt in Gespräche einmischte und sich als rüder Belästiger bereits den Spitznamen „Filipino Monkey“ eingefangen habe.
  • Teile des US-Flottenverbandes wollten eine banale Situation zu einem gefährlichen Vorfall hochspielen und irgendein Scherzkeks – vielleicht vom Hubschrauber aus – gab ein bisschen Pfeffer dazu. Hintergrundgeräusche, wie sie and Deck eines fahrenden Schiffes oder Bootes entstehen, fehlen jedenfalls (was auch für den vorigen Punkt sprechen könnte)
  • Das Pentagon hat den Vorfall, der vom Flottenkommandanten als „deadly seriously“ kommentiert wurde, als Teil der psychologischen Kriegsführung von A-Z in Szene gesetzt.

Es stinkt jedenfalls gewaltig, wenn man bedenkt, dass die angeblichen weißen Behälter, die die iranische Patrouille im Zusammenhang mit dem Funkspruch „You will explode after a few minutes“ drohend im Meer versenkt haben soll, weder auf den Videos festgehalten sind, noch in den Folgekommentaren aus dem Pentagon jemals wieder erwähnt wurden. Erst jetzt wurde bekannt, dass am 19. Dezember letzten Jahres ein US-Kriegsschiff Warnschüsse auf ein kleines iranische Boot abgegeben hat, nur weil es sich in schneller Geschwindigkeit angenähert haben soll.

Der Iran hat den USA deshalb auch vorgeworfen, ein Aufeinandertreffen von US-Kriegsschiffen und iranischen Schnellbooten im Persischen Golf absichtlich überspitzt dargestellt zu haben. Der Vorfall sei von den Vereinigten Staaten übertrieben worden, um den Iran zur derzeit laufenden Nahost-Reise von Präsident George W. Bush als Bedrohung darstellen zu können. Dieser „Komplott“ sei aber gescheitert.

Der diplomatische Schlagabtausch geht jedenfalls weiter: Heute hat US-Präsident Bush Iran beschuldigt, das Land sei der „Welt-Sponsor Nr. 1“ des Terrorismus und gefährde die Sicherheit in der Region massiv. Mit hunderten Millionen Dollar finanziere Teheran die Extremisten in aller Welt, sagte Bush in dem arabischen Emirat Abu Dhabi. Bush wandte sich auch direkt an das iranische Volk und lobte die Begabung und Kultur der Iraner, die von der Regierung des Golfstaates nicht respektiert würden.

Der Tag werde kommen, an dem „das Volk des Iran eine Regierung hat, die sich zu Freiheit und Gerechtigkeit bekennt“, orakelte Bush. „Wenn dieser gute Tag kommt, dann werdet Ihr keinen besseren Freund haben als die Vereinigten Staaten von Amerika.“

Der Iran seinerseits nutzt die Gunst der Stunde, in der Bush mit seinem Bedrohungsmärchen ins Hintertreffen geraten ist. Vor dem Hintergrund einer von der IAEO neu gestellten vierwöchigen Frist will die iranische Führung alle noch offenen Frage zu ihrem umstrittenen Nuklearprogramm „zügig“ beantworten.

siehe auch vorherige Beiträge:
Das Boot (WCN, 07.01.2008)
Mücke an Elefant: „In fünf Minuten werdet ihr in die Luft fliegen“
(WCN, 09.01.2008)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

spionage

Geheimdienst-Crossing: CIA sucht BND

World Content News – Der Jahresausklang bietet stets auch Anlass, sich nach neuen Geschäftsbeziehungen umzusehen. Diese Gelegenheit nutzte auch ein gaaanz besonderer Blog-Besucher von World.Content.News: Universal Weather and Aviation.


CIA-Flugfirma macht sich auf WCN-Seite über BND-Flugfirma kundig

Wird der arme Bundesnachrichtendienst demnächst dazu verdonnert, auch Gefangene zu transportieren?

Universal Weather and Aviation, Inc aus Texas war zeitweiliger Operator der Flugzeuge N168BF, N259SK, N500GV. N950FB und N797CM, die für die CIA in Europa „tätig“ waren. Laut Claudio Gatti, einem italienischen investigativen Journalisten waren insgesamt vier Planungs-Firmen am Arrangement von Gefangenenflügen beteiligt: Jeppesen, Air Routing International, Baseops Flight Planning und Universal Weather and Aviation Inc.

Und auch interessant: Am 18. September 2001 flog die Firma nach den Anschlägen auf das World Trade Center laut einem im Sommer veröffentlichten FBI-Bericht vier namentlich nicht genannte saudi-arabische Staatsbürger heimlich aus den Vereinigten Staaten aus. Abflugsort: Boston.

Universal Weather ist wie auch der Boeing-Zulieferer Jeppesen Dataplan eine nicht gerade kleines Unternehmen für Logistik-Dienstleistungen im Flugverkehr. Kurz vor Weihnachten hatte ein ehemaliger Jeppesen-Mitarbeiter vor der Presse Details darüber ausgeplaudert, wie der Chef Bob Overby neuen Mitarbeitern ihre künftige Firma vorzustellen pflegte:

We do all the extraordinary rendition flights.“ Later, he said, Overby added that these were „the torture flights,“ and explained, „Let’s face it, some of these flights end up this way.“


Beinahe-Dachschaden: BND-Flieger im Landeanflug auf Berlin-Tempelhof

Zeman Flugtechnik und Logistik München GmbH ist dagegen eine kleine, unscheinbare Firma, von der außer der Handelsregisternummer weder im Internet noch im Telefonbuch irgendwelche Informationen zu finden sind. Auf die Firma ist ein ca. 40 Millionen Euro teuerer Falcon Langstrecken-Jet Typ 900 EX mit der Registriernummer D-AZEM (Seriennummer: c/n 133) zugelassen, dessen einziger Nutzer der BND ist. Ein Postfach in München legt nahe, dass das Flugzeug früher von der Dornier Luftfahrt GmbH gestellt wurde. Wer weiß – vielleicht war ja dadurch auch der französische Auslandsgeheimdienst DGSE immer darüber im Bilde, was seine Nachbarn flugmäßig so herumgeheimnissen.

Eine hübsche Story über den BND-Flieger hat der Journalist Hans-Martin Tillack zusammen mit Stephen Grey im Magazin „Stern“ veröffentlicht.

Wird es dank Google und WCN im neuen Jahr ein fru furchtbares Joint Venture des kleinen Bruders BND mit dem großen Bruder CIA geben? Oder hat man sich bei Universal Weather nur darüber geärgert, wer es denn wagte, neulich auf dem Rollfeld des russischen Khabarovsk Novy Airport die Vorfahrt zu nehmen, wobei der German Pilot dabei auch noch frech aus dem Kabinenfenster grinste?

World.Content.News hält Sie weiterhin auf dem Fliegenden ….

Update: (12.01.)
Draah di net um, … Unmittelbar vor der Veröffentlichung dieses Artikels zeigte die Google-Suche zum Postfach 241251 in München noch 2 Treffer an. Stunden später war die Zeman-Adresse nicht mehr zu finden. Das zeigt, wie sehr man im Nürnberger Fernmeldeturm auf Draht ist. Trotzdem gelinkt: Einer geht noch, Jungs – dank unserer vorzüglichen Kommunikationsgesellschaft 🙂

Quellen:
Ex-San Jose aviation firm worker says exec talked of torture flights
(San Francisco Chronicle, 15.12.2007)
Boeing Subsidiary Sued for Role in Torture Flights
(kickboeingtothecurb, 30.05.2007)
Breaking Jeppesen (metroactive.com, 13.06.2007)
Was macht der BND in Kasachstan? (Stern, 16.01.2007)

linkDieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

vermischtes

Dossier Verschärfung Sexualstrafrecht, Teil 3 – Elf Millionen Dollar Strafe

Karl Weiss – Einführung des Gottesstaates nach islamischem Vorbild oder freiheitliche Gesetze? Dies ist die Frage, die sich alle modernen westlichen Staaten stellen müssen, denn die „Gottes-Krieger“ in Form evangelischer Sekten, der katholischen Kirche und der sie vertretenden Politker sind in vollem Vormarsch. In den USA veranstaltete eine Baptisten-Kirche eine Anti-Homosexuellen-Demo beim Begräbnis eines Soldaten und der Vater des Toten klagte erfolgreich: Elf Millionen Dollar Strafe. In Deutschland soll noch im Januar die neue Sexualstrafrechts-Regelung heimlich durch den Bundestag laufen. Der Krieg hat begonnen!

Eine der baptistischen Sekten (deren einer auch Bush angehört) hat bei der Beisetzung eines im Irak getöteten US-Soldaten eine Anti-Homosexuellen-Demonstration durchgeführt, in der der sie Tafeln trugen „Gott sei Dank für tote Soldaten“ oder „Schwule Soldaten“ und ähnliche. Die Baptisten erklärten, Krieg und Tod von Soladaten seien eine Strafe Gottes, weil in den USA die Homosexualität geduldet sei, auch in den Streitkräften.

Der Vater des toten Soldaten hat danach die Verantwortlichen jener baptistischen Kirche auf Schadenersatz verklagt, weil er aufgrund dieser Manifestation Depressionen bekommen hatte. Das Gericht in erster Instanz hat ihm jetzt einen Schadenersatz von 11 Millionen Dollar zugesprochen. Die Kirche wird natürlich in die nächste Instanz gehen.

Wir sind in Europa das, was man als aufgeklärte, liberale Gesellschaften bezeichnet, speziell, was die Stellung zur Sexualität betrifft. Das bedeutet, solange in der Sexualität nicht unerwünschte Gewalt oder Abhängigkeit auftritt, hat der Staat seine Finger davon zu lassen. Das schliesst auch die Ablehnung jener Diskrimination wegen der sexuellen Orientierung ein.

Das deutlichste Beispiel hierfür ist: Zwei (böse Zungen sagen: sogar drei) der grössten europäischen Metropolen haben Gay-Bürgermeister: Paris und Berlin. In beiden Städten wurden Politiker gewählt wegen ihrer politischen Aussagen und Zugehörigkeiten, völlig unbeeindruckt davon, dass man wusste, sie sind homosexuell.

Zweifellos hat dies sehr viel mit dem stark geschwundenen Einfluss der Kirchen und Religionsgemeinschaften in den fortgeschrittenen europäischen Gesellschaften zu tun, aber im Grunde bezieht sich dies auf bürgerliche Werte wie die Aufklärung und den Humanismus, die bereits älter sind.

Es ist auch noch nicht so lange her, dass diese liberale Haltung in der Sexualität sich durchgesetzt hat, auch wenn die Werte der Aufklärung und des Humanismus aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen. Der Berichterstatter erinnert sich noch an seine Jugendzeit, Ende der 50er, Anfang der 60er-Jahre: Damals wurden sie nicht als „gay“ oder „homosexuell“ bezeichnet, sondern als „175er“, was gleichbedeutend mit Kriminellen war, denn der Strafparagraph für homosexuellen Beziehungen war der Paragraph 175 der Strafprozessordnung.

Erst Anfang der siebziger Jahre wurde die Bestrafung der Homosexualität abgeschafft, ebenso wie die generelle Strafbarkeit der Abtreibung und es wurde in den „Kinder-Porno“-Bestimmungen die Sicht des Betrachters („obszön“) gestrichen zugunsten einer objektiven Behandlung („sexuelle Handlungen an, vor oder von Kindern“).

Auch in den USA wurden unter dem Einfluss der grossen liberalen Zentren der Mittelklasse (New York, Los Angeles, Chicago, Boston, Baltimore) zu jener Zeit liberalere Gesetze eingeführt, obwohl dort die Kirchen keineswegs an Einfluss verloren. Die Todesstrafe wurde in fast allen Staaten abgeschafft oder nicht mehr praktiziert, die Abtreibung mit Einschränhkungen erlaubt und das Verbot der Homosexualität aufgehoben.

Aber … und nun kommt das ABER:
Wir leben mitten in einer Epoche, in der all diese Fortschritte im Sinne der Aufklärung und des Humanismus wieder aufgehoben werden und sogar noch absurdere Gesetze geschaffen werden als es sie vor den Siebziger Jahren gab. Ein generelles „Roll-Back“ hat eingesetzt.

Beginnend mit der Wahl des ultrarechten Reagan in den USA Anfang der 80er-Jahre begannen die US-Administrationen, mehr und mehr Teile der freiheitlichen Gesetze aufzuheben und durch restiktive Regelungen nach dem Geschmack der christlich-religiösen Eiferer zu ersetzen.

In fast allen US-Staaten ist die Todesstrafe wieder eingeführt und wird praktiziert, die Regelungen, um Abtreibungen mit gesetzlichen Beschränkungen zu versehen sind Legion, wenn auch das entscheidende Urteil des Oberste Bundesgerichts, das die Abtreibung von Bestrafung ausnahm, noch nicht revidiert ist. Mehr als die Hälfte der US-Bundestaaten haben bereits Gesetze, die den freien und individuellen sexuellen Rechten zuwiderlaufen (siehe hierzu diese Artikel: hier, hier und hier. Die Bestrebungen, Homosexualität wieder strafbar zu machen, sind in vielen Staaten weit fortgeschritten.

Besonders tiefgreifend aber sind die absurden Regelungen, die extremistisch-christliche religiöse Hysteriker bezüglich der „Behandlung“ von Kindern bereits in weiten Teilen der USA durchgesetzt haben: Wo auch immer die natürliche Sexualität, die auch Kinder schon haben, aufscheint, oder wenn die intensive Neugier von Pubertierenden durchbricht, wird dies als Abartigkeit, als Geisteskrankheit, als Anzeichen von zukünftigen Kinderschändern und ähnlichem behandelt. Die Kinder und Jugendlichen werden ohne Recht auf ein Gerichtsverfahen eingesperrt und von manisch-religiösen „Psychiatern“ behandelt und zum Teil auch gefoltert.

Die Eltern weden durch den Druck der religiösen Gemeinden dazu gebracht, dies zuzulassen. Meistens handelt es sich um baptistische Sekten wie jene, der Bush angehört.

Konzentrierten sich all diese absurden Bestrebungen zunächst auf die Vereinigten Staaten, kommen sie nun mehr und mehr auch nach Europa.

Die ersten restriktiven Gesetze, die nach US-Vorbild im Sexualstrafrecht die Existenz von Jugendlichen abschaffen und alle unter 18 als Kinder definieren, sind bereits in europäischen Staaten verabschiedet. Damit wird in der Tendenz das „Kinderschänden“, das vorher klar auf Kinder (alle bis 14) bezogen war, auf die 15 bis 18-jährigen ausgeweitet, was offensichtlich zu katastrophalen Weiterungen führt. Ebenso wird die Definition von Kinder-Porno auf alles bis 18 ausgeweitet (und sogar noch auf solche, die „wie unter 18 aussehen“) und mit dem Begriff „aufreizend“ die persönliche Sicht des Betrachters wieder eingeführt, statt Kinderporno klar auf objektive Gegebenheiten zu beziehen. Im Einzelnen kann man die Neuerungen aus diesen beiden Teilen des Dossiers Verschärfung Sexualstrafrecht entnehmen: hier und hier.

Dies Alles wurde mit einer europäischen Rahmenrichtlinie in Gang gesetzt. Diese bezieht sich auf eine Resolution, die in einem UN-Gremium von der Dominanz der USA durchgesetzt wurde und allen Ländern empfiehlt, die absurden US-Regelungen auch einzführen.

Die EU-Bürokraten haben als gehorsames Schosshündchen der USA nicht gezögert, auf dieser Basis sofort eine Rahmenrichtlinie zu beschliessen. Die deutsche Bundesregierung bezieht sich nun hierauf und sagt, man sei verpflichtet, Rahmenrichtlinien umzusetzen. Noch in diesem Januar 2008 ist vorgesehen, das entsprecende Gesetz durch den Bundestag zu peitschen, obwohl eine irgendwie geartetet Diskussion in der deutschen Öffentlichkeit über diese Fragen nicht stattgefunden hat und auch nicht angestossen wurde. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dies wird heimlich, still und leise gemacht.

Kurios in diesem Zusammenhang auch: Die EU hat überhaupt keine Recht auf Rahmenrichtlinien über die Sexualstrafrechts-Gesetze. Sie kann lediglich Regeln für die Bestrafung des organisierten Verbrechens aufstellen. Dies ist ja nun wohl nicht gegeben, wenn ein 17-jähriges Pärchen von sich gegenseitig Nackt-Fotos macht und diese in die Hände anderer fallen. Das würde nämlich als „Verbreitung von Kinderporno“ mit Gefängnis bestraft, wenn die Vorlage der Bundesregierung durchkommt.

Nun stellt sich aber die Frage, was steckt dahinter? Warum lässt man die christlichen Extremisten wüten und Gesetze in ihrem Sinne machen? Die Macher, die Mächtigen, die Herrschenden sind ja kühl kalkulierende Monster, die mit christlichen Attitüden, welcher Art auch immer, nichts am Hut haben.

Nachdem man es (noch) nicht geschafft hat, die Gesellschaften in den Ländern Europas mit der Terrorangst zu Angst-Gesellschaften zu machen, die jegliche Abschaffung von bürgerlichen Rechten akzeptieren, weil das doch „gegen de Terror hilft“, wie das weitgehend schon in den USA der Fall ist, versucht man es jetzt mit den „Kinderschändern“ und „Kinderporno-Ringen“.

Man wird dies zu einem der Hauptthemen der täglichen Nachrichten machen, hunderte von „Tätern“ und Verurteilten vorweisen und so die gesamte Gesellschaft zu der “Einsicht“ kommen lassen, sie lauern an jeder Ecke unseren Kindern auf. Dann wird man die letzten Reste von Demokratie und bügerlichen Rechten – so rechnet man – ohne Widerstand der Bevölkerung abschaffen können, denn es ist ja notwendig wegen der Terroristen und Kinderschänder.

Das Land geht unter in Angst und Gewalt, dann haben sie den richtigen Hintergrund für noch höhere Profite. Der Weg zur kapitalistischen Barbarei soll eröffnet werden.

linkErster Teil: Verschärfung im Sexualstrafrecht – Was Experten zu den neuen Gesetzen sagen
linkZweiter Teil: Verschärfung Sexualstrafrecht: Danach wird Deutschland nicht wiederzuerkennen sein

kriminalitaet

Interpol-Chef zurückgetreten

Dr. Alexander von Paleske – Wie soeben gemeldet wurde, ist Jackie Selebi heute vom Amt des Vorsitzenden von Interpol zurückgetreten.

Selebi soll in unzählige kriminelle Machenschaften wie Bestechlichkeit, Betrug, Geldwäsche und Bandenkriminalität verstrickt sein. Erst gestern berichteten wir über die Machenschaften dieses Herrn und dass Selebi seine Amtsgeschäfte als südafrikanischer Polizeichef auf eigenen Wunsch hin bis zur vollständigen Klärung der Fakten ruhen lassen will.

Selebi, der auch ein enger Freund des Staatspräsidenten Thabo Mbeki ist, soll angeblich beste Kontakte zur Unterwelt unterhalten. Auch die Aneignung eines Luxuswagens, der in Japan gestohlen worden war und über Umwege nach Südafrika gelangte, wird ihm zur Last gelegt. Auch pflegte er freundschaftliche Beziehungen zum Mafia-Boss Agliotti, der wegen eines vom Opfer und Multimillionär Brett Kebble angeblich selbst bestellten Mordes unter Anklage steht.

Südafrika – Auf dem Weg in eine Bananenrepublik?
Auswärtssieg im Rugby, und Heimniederlage der Demokratie – Südafrika in der vergangenen Woche.
Südafrika – Kampf Mbeki gegen Zuma geht in neue Runde
Zumas Ansprache –
Kampf gegen AIDS und Kriminalität
Heuchler, Helden und Pillendreher
Südafrika – Neuwahlen wahrscheinlich
Südafrika: Mbeki gegen Zuma – ANC vor der Zerreissprobe
Südafrika: Thabo Mbeki auf dem Kriegspfad
Südafrika: Tokyo Sexwale kandidiert
Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?
Machtkampf am Kap
Bulelani Ngcuka and his Apartheid Soldiers

terror

Pakistan – Musharraf gibt Verstrickung am Mord indirekt zu

onlineredaktion – Pakistans Präsident Pervez Musharraf schließt Ermittlungen der Vereinten Nationen zur Aufklärung des Mordes an Oppositionsführerin Benazir Bhutto aus, weil eine internationale UNO-Untersuchung nicht nötig sei, da kein anderes Land hinter dem Attentat stecke, hatte Musharraf in einem Interview der französischen Zeitung „Le Figaro“ gesagt. In Pakistan wie auch international wird die pakistische Regierung verdächtigt den Mord lanciert zu haben – und damit mutmaßlich Musharraf .

Woher aber weiß er so genau, dass kein anderes Land hinter dem Mord steckt? Hat er Täterwissen?

Eine andere Erklärung scheint es nicht zu geben, denn Bhuttos Partei hatte die UN-Untersuchung gefordert und Musharraf verwies nun ausweichend auf den Mordfall des ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri. „Pakistan ist nicht Libanon“, hatte Musharraf hinzugefügt. 2005 galt Syrien als Auftraggeber des Mordes.

Wenn jedoch ein anderes Land hinter dem Mord an Bhutto steckt, welches Land will Musharraf dann mit mit der Verhinderung einer UN-Untersuchung schützen?

Und es kommt noch prekärer: Musharraf wirft dem Mordopfer Bhutto vor, mitschuldig am Mord zu sein.

Doch wenn das pakistanische Volk ihn nicht mehr wolle, so sagte er dem SPIEGEL, sei nach den Ereignissen der vergangenen sieben, acht Monate der Rückzug das Einfachste. Er wolle keine Sekunde länger warten, wenn er zur Überzeugung gekommen sei, dass das Volk dies wolle.

afrika

Südafrika – Auf dem Weg in eine Bananenrepublik?

Dr. Alexander von Paleske — 12.1. 2008 — Staatspräsident Thabo Mbeki, als Vorsitzender der Regierungspartei ANC abgewählt, inszeniert das Ende seiner Regierungszeit als Schlammschlacht. Der Prozess gegen seinen Nachfolger im Amt des Parteivorsitzenden, Jacob Zuma, wegen angeblicher Korruption, soll nun im August stattfinden. Ob Mbeki aber dann noch im Amt ist, muss bezweifelt werden.

Die neugewählte Führungsspitze des ANC traf sich dieser Woche. Mbeki erschien gar nicht erst zu diesem Treffen. Damit machte er deutlich, dass die neue Führungsspitze ihm nichts zu sagen habe. Die schlug nun aber zurück und beauftragte eine Kommission, die Verwicklung auch des Staatspräsidenten in die Korruptionsaffäre im Zusammenhang mit dem Multimilliarden-Dollar-Waffengeschäft zu untersuchen. Damit könnte der Fallstrick für seinen Nachfolger Zuma zum Fallbeil für Mbeki selbst werden.

Gut geschmiert?
Wie die südafrikanische politische Wochenzeitung „Mail and Guardian“ am 14. Dezember 2007 berichtete, haben staatsanwaltschaftliche Ermittlungen in Deutschland ergeben, dass angeblich Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit dem Korvettenbauprogramm für die südafrikanische Marine an einen Griechen namens Tony Georgiadis geflossen seien. Diese Gelder habe Georgiadis, der sehr gut mit dem Präsidenten Mbeki bekannt ist, angeblich an verschiedene Kabinettsmitglieder, alles Mbeki Vertraute, weitergeleitet. Zu Georgiadis guten Freunden gehören u.a. die Vizepräsidentin Phumzile Mlambo-Ngcuka und ihr Mann, der ehemalige Generalstaatsanwalt Bulelani Ngcuka.

Auf deutscher Seite sind angeblich die Thyssen- bzw. Blohm- und Voss-Manager Jürgen Koopmann, Dr. Hans-Erich Forster, Herbert von Nitzsch Klaus-Joachim Müller und Klaus Bauernsachs beteiligt.

Ein Interpol-Chef namens Jackie Selebi
Gleichzeitig geht in Südafrika selbst das von Mbeki inszenierte tolle Durcheinander bei der Polizei und Generalstaatsanwaltschaft weiter und es wird langsam schwierig, hier noch den Überblick zu behalten.

Starten wir also mit dem obersten südafrikanischen Polizeichef, auch Chef von Interpol, Jackie Selebi, ebenfalls er ein enger Freund des Staatspräsidenten Thabo Mbeki; über den hatte ich bereits mehrfach berichtet. Er soll angeblich beste Kontakte zur Unterwelt unterhalten. Auch die Aneignung eines Luxuswagens, der in Japan gestohlen wurde und über Umwege nach Südafrika gelangte und dort von der Polizei beschlagnahmt worden war, bis das Auge des Polizeichefs auf ihn fiel, wird ihm zur Last gelegt.

Weiter seine freundschaftlichen Beziehungen zum Mafia-Boss Agliotti, der wegen eines bizarren vom Opfer und Multimillionaers namens Brett Kebble angeblich selbst bestellten Mordes unter Anklage steht.

Dies rief nun den Direktor der Strafverfolgungsbehörde NPA (National Prosecuting Authority), Vusi Pikoli, auf den Plan, und der beabsichtigte, Selebi zu verhaften, getreu dem Motto: Genug ist genug.

Aber dazu kam es nicht – ein Freund ist ein guter Freund–Mbeki suspendierte stattdessen im Oktober vergangenen Jahres Vusi Pikoli und löste damit eine Verfassungskrise aus.

Aber damit nicht genug, der Chef der Elite-Polizeieinheit „Scorpions“ in der Provinz Gauteng – die Scorpions sind eine Einheit vergleichbar dem FB I – Gerrie Nel blieb dem Polizeichef Selebi hart auf den Fersen. Daraufhin ließ Selebi ihn in dieser Woche kurzerhand von 20 bewaffneten Polizisten wegen angeblicher Korruption verhaften. Den Haftbefehl hatte sich die Polizei unter Umgehung zwingender Vorschriften besorgt.

Zwar hat gestern der High Court in Pretoria die Strafverfolgung von Selebi für zulässig erklärt, aber bisher hat Mbeki noch immer seinen Freunden beigestanden, wie sich am Beispiel der Kleptomanin, Alkoholikerin, HIV-AIDS-Leugnerin und Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang nur allzu deutlich zeigte

Südafrika ist offenbar unter Thabo Mbeki, der sich selbst als Held in einem Shakespeareschen Drama sieht, auf dem Weg in eine Bananenrepublik. Ich frage mich auch, wie unter diesen Umständen die Vorbereitungen für die Fußballweltmeisterschaft ernsthaft und zeitgerecht weiterlaufen sollen. Und damit bin ich nicht allein. Ebenso besorgt hat der Nestor des Anti-Apartheid-Journalismus in Südafrika, Allister Sparks, in einem Kommentar in der größten südafrikanischen Tageszeitung „Star“ in dieser Woche Mbeki und Zuma aufgefordert, einen Kompromisskandidaten für die Mbeki-Nachfolge im Amt des Staatspräsidenten zu finden.

Bei Mbeki dürfte er da auf taube Ohren stoßen.

NACHTRAG (12. Januar 2008 – 20.08 Uhr Gabarone Ortszeit):
Gerade wurde gemeldet, dass Jackie Selebi auf eigenen Wunsch beurlaubt wurde.

Auswärtssieg im Rugby, und Heimniederlage der Demokratie – Südafrika in der vergangenen Woche.

Südafrika – Kampf Mbeki gegen Zuma geht in neue Runde
Zumas Ansprache –
Kampf gegen AIDS und Kriminalität
Heuchler, Helden und Pillendreher
Südafrika – Neuwahlen wahrscheinlich
Südafrika: Mbeki gegen Zuma – ANC vor der Zerreissprobe
Südafrika: Thabo Mbeki auf dem Kriegspfad
Südafrika: Tokyo Sexwale kandidiert
Tokyo Sexwale nächster Präsident Südafrikas?
Machtkampf am Kap
Bulelani Ngcuka and his Apartheid Soldiers

kriminalitaet

Brighton – Mafia prügelte Frau die Augen raus

Stephan Fuchs – Dass die englische Mafia mit harten Bandagen um ihre Kokain-Anteile kämpft, habe ich bereits dokumentiert. Damals hat die Mafia von Brighton eine Frau, ich habe sie Sally genannt, kurzerhand entführt und noch im Lieferwagen an der Vagina mit Elektroschocks gefoltert. Das Video wurde per E-Mail an ihren Ehemann geschickt. Dieser war auf der Flucht mit Kokain im Wert von umgerechnet 770’000 Euro.

Dem Mann blieb offensichtlich nichts anderes übrig, als sich der Mafia zur Verfügung zu stellen. Da beide selber koksten und offensichtlich rauschend-sniffende Partys veranstalteten, verringerte sich der Koksbestand um rund 100’000 Euro. Dies nahmen die Mafiosi nicht einfach hin. Kurzerhand entführten sie die Frau und Mutter dreier Kinder noch einmal.

Die Gangster verprügelten Sally und traten ihr ins Gesicht, bis ihr ein Auge rausgequetscht wurde. Die Mafia wird, soviel ist klar, die hunderttausend Euro nicht wieder sehen. Sally wird dafür ihre Kinder nicht mehr sehen. Die Mafia drohte, falls ihr Mann das fehlende Geld nicht zurückerstatte, dass die Kinder an der Reihe seien.

Die Mafia weiß genau was die Kinder tun, wo sie wohnen und wie sie aussehen. Über Neujahr war ich in Brighton und habe die drei Knirpse, ein Mädchen und zwei Jungs demonstrativ zu Fish’n’chips am Strand mitgenommen und den Sturm genossen. Ich weiß, dass wir beobachtet wurden – nicht nur von der südenglischen Mafia.

Britanniens Kokain Mafia foltert