terror

Pakistan – Spekulationen um mutmaßliche Tatwaffe

onlineredaktion – Gab es mehrere Attentäter? Operierten sie unabhängig voneinander und führte der Zufall sie an einem Ort und zu einem Zeitpunkt zusammen? Oder folgten sie alle einem gemeinsamen Plan?

Widersprüchliche Behauptungen zum Attentat auf Benazir Bhutto ließen schnell die Frage nach der Tatwaffe aufkommen. Westliche Medien zeigen heftig verrauschte Fotos, die den mutmaßlichen Attentäter mit einer Schusswaffe zeigen. Um was für eine Waffe mag es sich handeln? Anhand des Fotos ist es fast unmöglich genaue Angaben dazu zu machen.


Der mutmaßliche Attentäter in Aktion.
© Dawn News
© Diese Fotos wurde von „Nachrichten Heute“ aufbereitet, störendes elektronisches Rauschen und NTSC-Kompressionsartefakte unterdrückt

Es könnte sich um einen scharfen Nachbau einer Walther oder um eine Hämmerli handeln, beides ursprünglich leichte Sportwaffen und in möglicherweise in einer der berüchtigten Waffenschmieden von Peshāwar angefertigt.


© GEO-TV, Pakistan / The Pakistan Policy Blog, Arif Rafiq

Arif Rafig entdeckte im pakistanischen GEO-Fernsehen die mutmaßliche Waffe des Attentäters. Doch ist sie das wirklich? Sie sieht wesentlich plumper aus als jene Waffe in der Hand des angeblichen Attentäters.


Ausschnittvergrößerung und gedreht. Eine scharfe Waffe aus pakistanischer Produktion? Oder nur eine handelsübliche Softair-Gun zum Verschießen von Farbmunition? Oder ist es eine Pistole zum Abfeuern von großer Leuchtmunition wie sie auf Schiffen zu finden ist?


Und nun auch ein Video. Man sieht viel und … nichts. Wackelbilder fördern die Fantasie, ergänzt durch einen im Off gesprochenen Kommentar, der das Nichtgesehene zum Gesehenen suggeriert.

terror

Al-Qaida-Unterstützer David Hicks – nach Verpflichtungserklärung frei

onlineredaktion – Nun ist er „frei“: David Hicks, jener australischer Staatsbürger, der vor sechs Jahren von US-Truppen in Afghanistan als „Taliban“ festgenommen und im US-Gefangenenlager Guantánamo als erster Gefangener wegen Unterstützung des Terrorismus angeklagt und im März dieses Jahres zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden war.

Die Strafe wurde ihm dann auf neun Monate abgemildert, und nachdem er sich verpflichtete, bis März 2008 keine Interviews zu geben und die USA nicht wegen „illegaler Behandlungsmethoden“ während seiner fünfjährigen Gefangenschaft in Guantánamo zu verklagen, durfte er heute Morgen in Australien das Gefängnis in seiner Heimatstadt Adelaide verlassen.

Drei Mal in der Woche muss er sich bei der Polizei melden, nachts darf er das Haus nicht verlassen.


David Hicks, zum Islam konvertierter Australier, will Osama bin Laden in al-Qaida-Lagern getroffen haben. Er gab zu, dort im Umgang mit Waffen und Sprengstoff sowie im Guerillakampf geschult worden zu sein.

Frankreich

Ägypten – Muslimische Moralisten erotisch erregt

Marcel-Franz Paulé – Zwingt religiöse Hysterie und politischer Größenwahn ägyptische Abgeordnete in die Comedy-Ecke der Weltbühne? Sie beschimpften einen prominenten französischen Touristen und dessen Freundin als „Freier und Nutte“.

Ihre Erklärung: Deren gemeinsame Nacht im Hotelzimmer komme der Prostitution gleich. Deshalb musste auch die ägyptische Regierung Schelte einstecken: Sie habe durch den offiziellen Empfang des Pärchens ein schlechtes moralisches Beispiel abgegeben. Dies sagte der unabhängige Abgeordnete Gamal Zahran im ägyptischen Parlament. Er fügte hinzu, man habe gezeigt, „dass wir bereit sind, offizielle Prostitution durch Staatsoberhäupter zu akzeptieren“.

Doch welcher französische Promi könnte wohl von der ägyptischen Regierung offiziell empfangen werden?

Nun, es war niemand anders als der Freund und Förderer von „Hochdruckreinigern“ zur Beseitigung muslimischer Migranten in den Vorstädten von Paris: Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy in Begleitung seiner angeblichen Geliebten Bruni.

terror

Pakistan – Benazir Bhutto wurde (angeblich) nicht erschossen

onlineredaktion – Benazir Bhutto wurde inzwischen beigesetzt, doch nun gibt es Zweifel an den Ursachen, die zum Tod der pakistanischen Oppositionspolitikerin geführt hatten. Wie hier berichtet, sollen Schüsse in Kopf und Nacken den Tod verursacht haben. Nach neuesten Angaben der pakistanischen Regierung aber haben alle drei vom Attentäter abgefeuerten Schüsse Bhutto verfehlt, als sie sich durch das geöffnete Autodach ihren Anhängern zugewandt habe. Dies sagte Innenministeriumssprecher Javed Iqbal Cheema am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Als Todesursache nannte er „Schädelbruch“. Den soll sie erlitten haben, als sie nach den Schüssen ducken wollte. Die Schockwelle der Explosion, mit der sich der Attentäter in die Luft gesprengt hatte, habe Bhuttos Kopf gegen einen Hebel des Schiebedachs geschleudert, sagte Cheema. Gestorben sei die frühere Ministerpräsidentin durch die Trümmer des Autodachs, das sie unter sich begrub. In ihrem Körper seien keine Kugeln oder Geschossteile gefunden worden.


Mutmaßlicher Selbstmortattentäter (links oben) und Todesschütze (mit Sonnenbrille und in dunklem Sacko). Gab es unabhängig voneinander tätige Killer?


Schwarzhaarig und mit Mittelscheitelfrisur und rötlichem Schnauzbart: Der mutmaßliche Todesschütze.
© Dawn News
© Diese Fotos wurde von „Nachrichten Heute“ aufbereitet, störendes elektronisches Rauschen und NTSC-Kompressionsartefakte unterdrückt

Zweifel an der Darstellung der Todesursache
Das Innenministerium verbreite Lügen, schimpfe indes ein enger Mitarbeiter der getöteten Bhutto. Es sei ohne Grundlage, sagte Anwalt Farooq Naik, der auch ein hochrangiges Mitglied der Pakistanischen Volkspartei (PPP) Bhuttos ist, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Er beharrt darauf, zwei Schüsse hätten seine Mandantin getroffen, einer im Unterleib und einer im Kopf. Der Regierung warf er außerdem „schwere Sicherheitsmängel“ vor.

Verwirrung um Bekennerschreiben von Al Kaida
Gegenwärtig findet offensichtlich eine Verschleierung der wahren Umstände des Attentats von allen Seiten statt. Drei Todesursachen – 1. Schüsse in Hals und Nacken; 2. Schädelbruch; 3. Schüsse in Unterleib und Kopf – wurden inzwischen verbreitet.

Sicher ist nur eins: Benazir Bhutto wurde ermordet.

Nachdem es ein Bekenntnis der Tat seitens der Terrororganisation al Qaida gegeben hatte, sollen weitere Bekenntnisse rivalisierender pakistanischer Gruppierungen aufgetaucht sein. Auch das Gerücht, die CIA stecke hinter dem Attentat, soll sich in Pakistan schnell verbreitet haben. Und nicht zuletzt wird die pakistanische Regierung verdächtigt, hinter dem Mord zu stehen. Sogar angeblich Bhutto-Treue, jene, die ihr nahe waren, zählen mittlerweile zu den Verdächtigen. So heißt es, der Fahrer des Fahrzeugs in dem sie getötet wurde, sei auf der Flucht. Andere Quellen wollen seinen Tod belegen. Er sei ebenfalls bei der Explosion getötet worden. Die Verschwörungsmaschinerie ist im vollen Gang. Jeder will was wissen, und überall soll es die Wahrheit sein.

US-Regierung fordert vollständige Untersuchung
Es sei für Pakistan sehr wichtig, die genauen Umstände ihrer Ermordung zu klären und die Verantwortlichen zu finden, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Tom Casey, am Freitag in Washington. Die US-Regierung fordere eine vollständige Untersuchung über die Ermordung der pakistanischen Oppositionsführerin Benazir Bhutto.

Interessant: Casey sagte, für eine Verantwortung der Terrororganisation al Qaida gebe es noch keine unabhängige Bestätigung.

Pakistanische Regierung verteidigt al-Qaida-Verantwortung
Allen widersprechenden Bekenntnissen zum Trotz beharrt die pakistanische Regierung darauf, al Qaida stünde hinter dem Attentat auf Benazir Bhutto. Der pakistanische Geheimdienst lobt sich damit, Nachrichten abgefangen zu haben, wonach al-Qaida-Chef Baitullah Mehsud hinter dem tödlichen Anschlag stecke. Mehsud gilt als einer der meistgesuchten Extremisten-Anführer in Pakistan. Sein Unterschupf wird in der Region Süd-Waziristan an der afghanischen Grenze vermutet.

Das pakistanische Innenministerium behauptete auf einer Presse-Konferenz, es gebe „unwiderlegbare Anhaltspunkte“ demnach al Qaida Pakistan destabilisieren wolle. Zuvor hatte das Innenministerium lediglich davon gesprochen, dass al Qaida „aller Wahrscheinlichkeit nach“ für das Attentat verantwortlich ist.

Offenbart die pakistanische Propaganda vielleicht das, was die Welt nicht wissen soll?

Das volle Register gezogen
Telepolis-Autor Peter Mühlbauer zog bezüglich der Todesursache Bhuttos wohl vorsorglich das volle Register und behauptet, die Kugeln seien ihr (angeblich) „in Hals, Brust und Rücken gedrungen“. Damit nicht genug: Seinen Artikel über die pakistanische Gerüchteküche zum Mord an Bhutto gab er den Klick-trächtigen Titel „Kennedy-Attentat auf Urdu“. „Wer steckt hinter dem Anschlag auf Benazir Bhutto?“ fragt er dann eingangs seines Artikels.

Der US-Blödelstar Al Bundy vielleicht?

Nein, Mühlbauer weiß es besser: „Konkret ausgeführt haben soll den Anschlag die antischiitische panjabische Gruppe Lashkar-i-Jhangvi, die al-Yazid zufolge unter al-Qaida-Kommando operierte.“ Nun wissen wir es. Oder doch nicht?

Pakistan – Attentäter erschießt Benazir Bhutto

deutschland

Deutschlands Raucher – Kopfstand der Egozentriker

Marcel-Franz Paulé – Ab dem 1. Januar 2008 ist die Kippe aus. In Gaststätten darf nicht mehr geraucht werden. Ob es noch Hinterzimmerchen für Raucher geben darf, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Unterstützt von etlichen Privat-TV-Sendern, will ein Häuflein Raucher das nicht akzeptieren. Ausgerechnet sie fordern nun Toleranz von Nichtrauchern, wo sie sich doch Jahrzehnte lang völlig intolerant gegenüber Nichtrauchern verhielten und qualmten, als seien sie vom Teufel getrieben. Da grölten sie den Nichtrauchern Sprüche wie „Wir müssen doch alle einmal sterben!“ oder „Draußen vor der Tür ist noch Platz für Dich!“ um die Ohren. Und nun, im Winter, merken sie mit einem Mal wie kalt es draußen vor der Tür sein kann und nötigten Gastwirte dort Heizpilze aufzustellen, was inzwischen allgemeine Ächtung gefunden hat – wegen der CO2-Emissionen der Außenheizungen angesichts des Klimawandels.

Hätten die Spanier den Azteken doch bloß nicht alles geklaut: Gold, Schokolade und Zigarren. Zigaretten kannten die noch nicht, und ich bin sicher, hätten sie Zigaretten gehabt, es hätte bei denen bald auch ein Rauchverbot gegeben. Hätten die ihre Tobakos, Zigarren, so häufig konsumiert wie Raucher Zigaretten in Deutschland, dann säßen die heute noch auf dem Klo. Aber mal ehrlich: Menschenopfer zählten bei den Azteken zum täglichen Leben. Wer nicht opferte, hatte nichts zu sagen, was ein Außenseiter.

Raucher in Deutschland haben jetzt offensichtlich viel zu sagen, wollen nicht zu dem werden, was Nichtraucher in ihren Augen bisher waren. Was für ein Menschenopfer! Und das Rauchverbot sorgt für erhitze Gemüter. Da qualmen die Köpfe. Deutsche waren schon immer etwas kopflastiger als ihre europäischen Nachbarn…


…und hinterher eine brennende Kippe: Noch immer existiert in den Köpfern vieler Raucher das Bild vom rauchenden Kuhjungen, der zum Macho mutierte. Aber: Besonders junge Frauen rauchen oft und viel.
© Foto: Cecil M. Cavy

Fotos von C.M.Cavy in sternVIEW

Unglück

Deutsche Bahn lässt Brücke austauschen, Oberleitung nicht ausgeschaltet

onlineredaktion – Die Deutsche Bahn lässt in Hamburg gegenwärtig drei mehr als 100 Jahre alte, marode gewordene Eisenbahnbrücken austauschen. Es handelt sich hierbei um die Brücken Amsinckstraße, Deichtorstraße und Oberhafenbrücke, die sich südlich vor dem Hauptbahnhof befinden.

400 Arbeiter arbeiten auf den Baustellen rund um die Uhr. Immerhin handelt sich um die wichtigste Bahntrasse Hamburgs. Vorgestern noch hatte der 42-Jährige Bauleiter Thomas Zorn der Presse verkündet, man sei sehr zufrieden und liege voll im Zeitplan.

Es war noch dunkel, der Tag graute noch nicht, da konnte am Mittwochmorgen das 60 Meter lange und circa 500 Tonnen schwere Mittelteil der alten, filigranen Oberhafenbrücke dank der Flut und zweier Pontons angehoben und von zwei Barkassen an einem Ort im Hamburger Hafen zur Verschrottung weggeschleppt werden. Das neue, 2.500 Tonnen schwere Brückenteil sollte bis Mittwochabend eingesetzt werden.

Für die Deutsche Bahn und die daran beteiligten Arbeiter ist das alles keine Routine. Da sollte Sicherheit in der Logistik ganz groß geschrieben und auch befolgt werden. Sollte, aber wie es scheint, stand das nur irgendwo auf einem Papier.

Gestern Nachmittag berührte ein für die Brückenbauarbeiten eingesetzter Kran an einer der Baustellen eine Oberleitung und geriet in Brand. Dabei sollen zwei Arbeiter durch den Stromschlag verletzt worden sein; einer dieser Arbeiter konnte danach von einem Notarzt reanimiert werden. Der andere wurde ebenfalls schwer verletzt in eine Klinik transportiert.

Wegen der Bauarbeiten verkehren auf der Strecke vor dem Hauptbahnhof gegenwärtig keine Züge. Weshalb die Bahn trotzdem die Oberleitung nicht stromlos schaltete, wurde noch nicht verraten. Untersuchungen werden dies klären müssen.

Wie jetzt bekannt wurde, starb einer der Arbeiter kurz nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus im Stadtteil St. Georg an den Folgen des 15.000-Volt-Stromschlags.

Die Bundespolizei ermittelt. Trotz der Befragungen der an dem Unfall Beteiligten sei immer noch unklar wie es zum Unglück kommen konnte, sagte Bundespolizei-Sprecher Torsten Jordan. Die Deutsche Bahn gab bekannt, der für Samstag geplante Abschluss der Arbeiten an der Brücke über die Amsinckstraße werde sich verzögern.

umwelt

Vogelgrippe – Mensch-zu-Mensch-Übertragung bestätigt

onlineredaktion – Das „gefährlichste Land der Welt“, Pakistan, droht laut Hasnain Kazim, der für SPIEGEL-Online schreibt, nach dem Mord an Benazir Bhutto im Chaos zu versinken: „Wahlboykott, Streikaufrufe, Randale mit mehreren Toten, ein grausamer Sieg für Terroristen“.

Doch nach Finagles („Murphys“) Gesetz „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen“, scheint es nicht nur für Pakistan, sondern auch für die ganze Welt schlimmer zu kommen: Die Weltgesundheitsorganisation hat nämlich einen Fall von Mensch-zu-Mensch-Übertragung der Vogelgrippe-Variante H5N1 in Pakistan bestätigt.

Doch dafür, dass sich der Erreger weiter ausbreiten werde, wird sogleich beschwichtigt, gebe jedoch kein ersichtliches Risiko, teilte die WHO in Genf mit. Dennoch (aha!) seien die Kontrollen immerhin verstärkt worden.

Es soll einen Fall in Pakistan gegeben haben, in dem sich ein Mann bei seinem Bruder, der mit dem H5N1-Virus infiziert war, angesteckt hatte. Er sei daraufhin im November verstorben, gab die WHO bekannt. Sie befürchtet, dass das H5N1-Virus in eine Form mutieren könnte, die leicht von einem Menschen auf den nächsten übertragen werden. In Indonesien und Thailand soll es derartige Fälle bereits gegeben haben, wie jetzt zugegeben wurde.

global player

Global Player – Robert Friedland in Guayana und auf den Spuren von Dschingis Khan

Dr. Alexander von Paleske —27.12. 2007— Über den aufregenden Lebensweg dieses Drogenbarons, der zum Minenbaron mutierte, wurde hier schon berichtet. Angefangen hatte es in Porttland/USA, zum Anbeginn seiner Karriere als Geschäftsmann, als er angeblich 8.000 LSD-Trips an einen Kunden verhökern wollte; dummerweise war es ein Undercover-Agent. Ein Strafverfahren war die Folge davon, und dem Richter im Strafprozess empfahl er, vor einem Urteil erst einmal das wunderbare LSD zu schlucken. Der Richter schickte, ohne zu schlucken, Friedland ungerührt ins Gefängnis und nannte ihn einen skrupellosen Geschäftemacher. Das sollte er auch bleiben, wie die Umweltkatastrophe in Summitville zeigte.

Guayana: Für Friedland Gold-Glück, für die Umwelt Zyanid-Tragödie
Kurz nach dem Summitville-Desaster, der größten Umweltkatastrophe der USA im Zusammenhang mit dem Schürfen von Rohstoffen, ging es weiter, diesmal nach Guayana in Lateinamerika. Dort hatte die Weltbank die Regierung unter Druck gesetzt, Minengesellschaften ins Land zu lassen. Die Regierung gab schließlich dem Druck nach und so kam Robert Friedland mit der Firma Gold Star zum Goldschürfen ins Land. Gold Star gewinnt in der Omai-Mine mit derselben hochprofitablen und hochgefährlichen Methode des „Heap Leaching“ das Gold: Die Beregnung der Gesteinsbrocken mit einer Zyanid-haltigen Flüssigkeit. Und es kommt, wie es schon in Summitville kommen musste.

Im Jahr 1995 endet die Minentätigkeit in der Omai-Mine mit einem Desaster. Wieder ist es Zyanid was ausläuft, diesmal in den Essequibo-Fluss, 4 Millionen Liter Zyanid-haltigem Abwasser sollen es gewesen sein. Den Fischen und Krokodilen dort soll das gar nicht gut getan haben. Friedland jedoch hatte sich rechtzeitig vorher abgesetzt; wie seinerzeit in Summitville. Aber anders als in den USA braucht hier die Firma Gold-Star keinerlei Schadensersatz zu leisten. Es lohnt sich eben, in der Dritten Welt dank fehlender Umweltschutzgesetze zu investieren.

Im Dschingis-Khan-Land
Nun ist er in der Mongolei unterwegs, und die Wirtschaftsblätter, einschließlich des deutschen „Handelsblatt“, jubeln.

Zunächst kaufte er der Regierung Schuldscheine ab, im Wert von 50 Millionen Dollar. Kleine Geschenke begründen Freundschaft. Die Schuldscheine datierten noch aus der Zeit der Sowjetunion. Aber, wie bereits hier berichtetet, werden derartige Schuldscheine gerne von Geierfonds aufgekauft, die dann gnadenlos das Geld eintreiben. Und Friedland ist ein Minenunternehmer und natürlich kein Geierfond.

Die Regierung der Mongolei zeigte sich dankbar. Obwohl die Rohstoffreserven (Gold und Kupfer) in Oyu Tolgoi auf rund 60 Milliarden Dollar geschätzt werden, und die Investitionskosten nur 1 Milliarde betragen, sollte Friedland und seine Ivanhoe für drei Jahre völlige Steuerfreiheit haben und später nur Abgaben dann leisten müssen, wenn die Rohstoffpreise über einem gewissen Level lägen. Was könnte schöner sein, für einen Investor! Die Bevölkerung der Mongolei sah dies natürlich völlig anders.

Im Frühjahr 2006 gab es Massenproteste wegen der befürchteten Umweltschäden und weil die Schürfrechte in Oyu Tolgoi nur für Friedland und Ivanhoe vorteilhaft waren, aber nicht für die lokale Bevölkerung. Am 18. April 2006 marschierten mehr als 12.000 Anhänger verschiedener Bürgerbewegungen zum Regierungsgebäude und forderten Regierung, Präsident und Parlament zum Rücktritt auf.
Unter Beifallsstürmen verbrannten sie Papierpuppen, die Robert Friedland, Staatspräsident Nambaryn Enchbajar, Ministerpräsident Mijegombyn Enchbold und den Parlamentspräsidenten Tsendiin darstellten. Sprecher der Demonstranten warfen Friedland und seiner Firma Ivanhoe vor, die Rohstoffe des Landes auszubeuten zu wollen, ohne dass das Land gebührend am Gewinn beteiligt würde. Sie forderten Friedland auf das Land zu verlassen.

Die Mongolei aber ist nicht Burma. Diese Lektion sollte Herr Friedland jedenfalls verstanden haben.

Friedlands Privatvermögen wird mittlerweile auf 1 Milliarde Dollar geschätzt – macht Platz 644 auf der Reichenliste des Forbes-Magazins. Friedland – ein wahrlich erfolgreicher Geschäftsmann, aus bescheidenen Anfängen hochgearbeitet. Ein „American Dream“ wurde Wirklichkeit.

Global Player – Ex-Drogenhändler Robert Friedland und seine Spießgesellen

Chefsöldner Tim Spicer erhält
Pentagon-Vertragsverlängerung im Irak

Irak: Wenn die regulären Truppen gehen, kommen die Söldner
British Mercenary Simon Mann’s last journey?
Blair drängt auf Söldnernachschub aus Südafrika
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe

vermischtes

Petrocaribe – ein Trumpf für Chávez

Karl Weiss – Die fast absolute Dominanz der Vereinigten Staaten über alle anderen Länder in den Amerikas beginnt langsam unterminiert zu werden. Venezuelas Hugo Chávez, der auf den größten Ölreserven der Welt sitzt – die allerdings noch nicht erschlossen sind – beginnt ein neues Unterzentrum zu bilden. Mit der Organisation Petrocaribe, die im Moment 17 Staaten Mittelamerikas und der Karibik umfasst, offeriert er Vorteile für arme Länder, wie es der frühere Hausherr nicht für nötig hielt.

Die Regierungschefs dieser Länder trafen sich dieser Tage in Kubas Stadt Cienfuegos, wo eine neue Raffinerie eingeweiht wurde. Es handelt sich im Kern um eine Handelsvereinigung, gegründet 2005, zum Kauf und Verkauf von Erdöl und seinen Produkten. Da Venezuela, der viert- (oder fünft- , je nach Quelle) größte Ölexporteur, Teil der Gruppe ist, lief das zunächst auf eine Organisation hinaus, in der Venezuela seinen Nachbarstaaten zu günstigen Bedingungen Erdöl anbietet.

Mit der neuen kubanischen Raffinerie hat die Staatengruppe jetzt aber auch ausreichend Benzin und Diesel, die bisher zu Wucherpreisen importiert werden mussten.

Am Freitag, den 21. Dezember 2007, trat auch Honduras dem Pakt bei, zusammen mit Haiti und Nicaragua eines der ärmsten Länder Zentralamerikas und der Karibik. In diesen Ländern hat sich die jahrhundertelange völlige Unterwerfung unter US-Interessen besonders katastrophal auf die Lebensbedingungen der Bevölkerung ausgewirkt. Einerseits wurden der lokalen Oligarchie märchenhafte Reichtümer verschafft, andererseits garantierte diese die Oberherrschaft des „großen Bruders“ aus dem Norden, der wiederum dafür sorgte, dass diese Oligarchie immer an der Macht blieb, sei es in einer scheinbaren Demokratie, sei es in Militärdiktaturen.

Die Oligarchien Lateinamerikas sind in sehr unterschiedlichem Masse bereit, ab und zu ein paar Brotkrumen von ihrem superreichen Tisch fallen zu lassen. So entstanden in Lateinamerika mittelarme, sehr arme und völlig arme Länder.

Doch ganz Lateinamerika ist in eine revolutionäre Gärung eingetreten – noch stehen keine Revolutionen auf der Tagesordnung, aber das Volk beginnt, nicht mehr so leben zu wollen wie bisher. Da ist es natürlich: Alle Arten von Reformern treten auf und versuchen den Kapitalismus zu retten. Typisch dafür sind Lula in Brasilien, die Kirchners in Argentinien, Bachelet in Chile und der geläuterte Ortega in Nicaragua. In Mexiko wurde bei den Präsidentenwahlen nur durch massive Wahlfälschung die Wahl eines weiteren Reformers verhindert.

Doch gleichzeitig treten auch bereits Politiker an die Spitze, die weit über normale Reformen hinausgehende Programme auf die Tagesordnung setzen und sogar schon das Wort Sozialismus in den Mund nehmen und die Alleinherrschaft der Oligarchien gefährden, auch wenn alle diese Staaten noch keineswegs einen Sozialismus haben, sondern kapitalistisch sind.

Das trifft neben Fidel Castro in Kuba (mit einer speziellen Geschichte), der seit der Revolution 1959 herrscht, auch für die in den letzten Jahren an die Macht gekommenen Präsidenten Chávez in Venezuela, Evo Morales in Bolivien und Correa (erst seit diesem Jahr) in Equador zu. Nicht zufällig waren diese drei die ärmsten Länder Südamerikas, zusammen mit Peru, wenn man von den Winz-Ländern Guyana, Französisch Guyana und Surinam absieht.

Chávez hat auf diesem Petrocaribe–Gipfel den Staaten der Gemeinschaft angeboten, ihnen Erdöl gegen Bezahlung durch Dienstleistungen und Agrarprodukte zu verkaufen, wie Bananen und Zucker. Das macht für diese Länder offensichtlich einen großen Unterschied, denn sie müssen sonst immer Dollars erwerben (man ist hier in der Dollar-Zone), um Erdöl kaufen zu können.

So sagte Chávez denn auch bei der Eröffnung der Konferenz: „Die Petrocaribe ist viel mehr als ein einfacher Mechanismus des Handels mit Kohlenwasserstoffen. Sie ist ein Mechanismus, der uns integriert, der uns eint und der uns befreit.“ Ebenso ließ er keinen Zweifel an seinen antiimperialistischen Absichten: „Die Petrocaribe schafft eine neue Geopolitik des Erdöls, die nicht im Dienst des Imperialismus und großen Kapitalismus steht.“

Chávez lies es sich nicht nehmen, sich auch mehrere Stunden mit Fidel Castro zu unterhalten. Er ging so weit zu sagen: „Kuba und Venezuela sind in Wahrheit eine Nation.“

Der Korrespondent der BBC auf dem Petrocaribe-Gipfel schrieb, dass die Petrocaribe sich als eine Organisation bewiesen hat, die wichtig für die Ökonomie vieler der Länder der Region ist.

terror

Pakistan – Attentäter erschießt Benazir Bhutto

onlineredaktion – Die Welt blickt nach Pakistan. Wieder einmal und wieder einmal mehr: Benazir Bhutto, die frühere pakistanische Ministerpräsidentin wurde Opfer eines Attentäters, der ihr angeblich in Nacken und Brust schoss und sich dann mit einer Bombe in die Luft sprengte. Dabei riss er mindestens 20 Menschen mit in den Tod. Weitere 20 Menschen sollen verletzt worden sein, wie pakistanische Medien berichten. Nachdem die 54-Jährige Oppositionspolitikerin ins Krankenhaus eingeliefert wurde, kam es zu wütenden Demonstrationen ihrer Anhänger. Die pakistanische Polizei setzte Tränengas und Schlagstöcke ein.

Zunächst hatte es geheißen, sie habe das Attentat überlebt, doch dann wurde ihr Tod von einem ranghohen Militärsprecher bestätigt. Bhuttos Anwalt Babar Awan bezeichnete sie als „Märtyrerin“. In Pakistan soll am 8. Januar ein neues Parlament gewählt werden. Bhuttos Pakistanischer Volkspartei (PPP) wurden dabei gute Chancen eingeräumt. Das aber dürfte nun nach dem Tod Bhuttos mehr als fraglich sein.