umwelt

US-Schulunterricht wird immer mehr zur Posse

Karl Weiss – In verschiedensten Bundesstaaten und Schulbezirken in den USA muss neben den wissenschaftlichen Wahrheiten der Evolution bereits die Lehre der „Kreationisten“ gelehrt werden, welche die Schöpfungsgeschichte der Bibel beim Wort nimmt und den Schülern beibringt, die Erde und das Weltall und die Natur seinen in 6 Tagen geschaffen worden. Nun ist auch eine andere wissenschaftliche Wahrheit in das Fadenkreuz rechtsextremistischer religiös-fanatischer Christen geraten: Die Tatsache der menschlichen Aktivitäten als Ursache der globalen Erwärmung und des Klimawandels, der bereits auf dem Weg in die Klimakatastrophe ist.

In einem US-Schulbezirk in Seattle im Bundesstaat Washington an der Grenze zu Kanada hat die Direktion das Zeigen des Dokumentar-Filmes „Eine unbequeme Wahrheit“ verboten, der die Zusammenhänge der drohenden Klimakatastrophe mit dem ungehemmten Kohlenstoff-Ausstoß der von Menschen geschaffenen Maschinen auf wissenschaftlicher Grundlage belegt. Der ehemalige Vice-Präsident Al Gore hat seinen Namen für diesen Film hergegeben, um ihm mehr Autorität zu verschaffen, aber bei einer gewissen Spezies von fanatisch religiösen rechtsextremistischen Christen hat das nur dazu geführt, jetzt umso vehementer gegen die bewiesenen Tatsachen dieses Zusammenhanges zu schießen.

Spuckende wiedergeborene Christen
Als bekannt wurde, eine Lehrerin würde in einer Klasse diesen Film zeigen, begann die Maschinerie der wiedergeborenen Christen aus der extrem rechten Ecke sofort zu spucken. Mehrere Protestbriefe erreichten die Direktion der Schule, die sofort ein Verbot aussprach.

Die Protestanten (im doppelten Sinne) ließen sich auch nicht von der Tatsache beeindrucken, dass der Film für zwei Oskars vorgeschlagen ist, im Gegenteil: „Die liberale Linke hat Hollywood fest im Griff“ antwortete einer der Autoren auf diese Vorhaltung. Nicht die menschlichen Aktivitäten – und damit vor allem die USA, die weitaus am meisten Kohlenstoff in die Luft blasen – seien für die globale Erwärmung verantwortlich – das sei vielmehr eine unpatriotische Haltung, bemängelten die national-christlichen Spinner – sondern die sei das Anzeichen des unmittelbaren Bevorstehens des Jüngsten Gerichtes.

Nachdem sich Repräsentanten der überwiegenden Mehrheit der US-Amerikaner, die keinerlei Verständnis für ein solches Eingreifen von Extremisten in den Schulunterricht haben, massiv beim Schulbezirk über diese Zensur beschwert hatten, setzte dieser eine Anhörung an. Ergebnis: Die Lehrerin muss nun nicht nur die wissenschaftliche Wahrheit im Film zeigen, sondern auch die andere Seite, jene der fanatisch religiösen Minderheit – wegen der Ausgewogenheit.

Mit diesem Argument der Ausgewogenheit hatten auch in anderen Fällen bereits die Anhänger der Kreativismus-Theorie ihre Siege errungen. Die Schüler dürften nicht „einseitig indoktriniert“ werden.

Lustige Zustände
Wenn diese Art der „Ausgewogenheit“ Schule macht, werden wir bald lustige Zustände an den Schulen der USA haben. Wegen der Zeichen am Himmel wird bald neben der „einseitig indoktrinierenden“ Version, 2 + 2 sei 4, auch jene gelehrt werden, das sei vielmehr 7, denn es werden 7 Übel über die Menschheit kommen. Im Chemieunterricht wird das neue Element Ch für Christus eingeführt, das zu ganz anderen Reaktionen führt als die „einseitig indoktrinierende“ Version der „Linken“.

In diesem Zusammenhang wird sogar die grundlegende Frage aufgeworfen, ob es überhaupt wissenschaftliche Wahrheit gibt, oder ob nicht doch alles Objekt von widersprechenden Meinungen sei, lediglich Gott und die heilige Schrift sei wahr.

Sie kommt man dann am Ende perfekt zurück ins Mittelalter in den USA: Die Folter ist sowieso schon wieder eingeführt. Das Recht auf seinen Richter ist bereits für alle abgeschafft, die „Terrorismusverdächtige“ oder „Anarchisten“ genannt werden, das Recht auf einen Anwalt, auf Verteidigung: Nicht daran zu denken. Wissenschaftlicher Fortschritt seit dem Mittelalter? Alles Teufelswerk. Wird nicht mehr gelehrt.

Die Erziehung für alle? Lesen und Schreiben? Die Werte der Renaissance? Die Werte der Aufklärung? Die Werte von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit? Die Trennung von Kirche und Staat? Gott hat sie gegeben, Gott hat sie genommen. Der Name des Herrn sei gepriesen.

Wer ruft da? Es muss Giordano Bruno sein. Er wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt, nachdem man ihn 8 Jahre gefoltert hatte, weil er wissenschaftliche Wahrheiten gegen gewisse „Gottesdiener“ verteidigte, in diesem Fall die Extremisten der katholischen Version. Er ruft: „Quo vadis?“ – Quo vadis, USA?

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Brunos Erbe: „Genussbär“ Herwig

Malte Olschewski – Die wärmende Sonne und der fehlender Schnee haben ihn vorzeitig aus dem Winterschlaf gelockt. Braunbär „Herwig“ macht derzeit seine Runden im Kärntner Lesachtal. Dortige Bauern sind in Verdacht geraten, Herwig heimlich zu füttern, damit er nicht in Versuchung kommt, nach Bayern abzuwandern, in das Land der schnellen Bärentöter. Das Schicksal des Problembären Bruno ist noch in guter Erinnerung, der im Sommer 2006 von einem beamteten „Killerkommando“ nahe der Ortschaft Bayrischzell abge-knallt worden war.

„Herwig“ indes hat die Herzen der Kärntner Bevölkerung schnell erobert, da er sich einen Ruf als „Genussbär“ erarbeitet hat. Ausserdem hat man sich nach den Ereignissen des Vorjahres durch Versicherungen gegen Bärenschäden gewappnet. Der etwa 200 Kilo schwere „Herwig“ ist schon seit gut zehn Jahren in dieser Region unterwegs. Schon vor längerer Zeit wurde bemerkt, dass „Herwig“ bei der Menüauswahl äusserst wählerisch zu sein pflegt. Als er eine Schafherde vor sich hatte, schlug er einzig und allein ein Kärntner Brillenschaf, das wegen seines zarten Fleisches von allen Gourmets hoch gelobt wird. “Herwig“ legten einen langen Weg zurück, um sich an Apfeltrestern zu laben, die von Wildhütern eigentlich für hungernde Rehe ausgelegt worden waren.

Als begleitendes Getränk pflegt „Herwig“ sehr oft Behälter mit Rapsöl aufzubrechen. Eine besondere Vorliebe zeigt der tafelfreudige Bär für Bienenstöcke und Honigwaben. Einmal wurde er sogar dabei ertappt, als er springfreudigen Gemsen auflauerte. Wie jeder Gourmet kann sich auch Genussbär „Herwig“ einmal irren. Er rüttelte an Apfelbäumen, an denen freilich zu dieser Zeit noch keine Äpfel hingen. Kärntens Bärenmanagner Bernhard Gutleb hatte keine Schwierigkeiten, ein Passbild des „Gourmetbären“ zu erhalten. Er musste bei Hermagor im Lesachtahl nur einige besondere Leckereien auslegen und schon war „Herwig“, der Genussbär, zur Stelle. (http://Kaernten.orf.at/stories/187995/)

Die Bevölkerung des Lesachtales richtet sich auf ein problemloses Zusam-menleben nicht nur mit Herwig, sondern auch mit acht anderen Bären ein, die dieses Gebiet seit Jahren durchstreifen. Das Spezialitätengeschäft Ertl in Kötschach-Mauthen wälzt Pläne, „Herwig“ in der kommenden Saison als Werbemaskottchen einzusetzen, weil auch sein Besitzer mit Vornamen Herwig heisst. Die zehnjährige Claudia erzählt oft von ihrer Begegnung mit einem Braunbären, obwohl sie nicht sicher ist, ob es sich dabei um Herwig gehandelt hat. Sie sei auf einem Waldweg mit ihrem Fahrrad fast mit einem solchen Bären kollidiert: Grosses Erstaunen auf Seiten beider Verkehrsteilnehmer und dann geordneter Rückzug sowohl des Bären als auch der Schülerin.

Das Land Kärnten überlegt sich Möglichkeiten, aus Südtirol oder aus Slowenien eine Bärin in das Lesachtal zu locken, um sie zur Begründerin einer ortsansässigen Popu-lation zu machen. Die Kärntner Bären sind allesamt Männchen, die nach Trennung von der Mutter auf lange Wanderschaften gehen. Bärinnen hingegen bleiben meist ortsansässig. Sie gehen nicht über den Nordrand der angestammten Bärenregionen am Balkan und in Norditalien hinaus. Erst wenn die neuen Gebiete von den Männchen irgendwie „bärig“ gemacht worden sind, rücken die Weibchen nach.

Der Braunbär ist ein kluger, aber auch sehr fauler Artgenosse. Hat er in der Nähe einer Siedlung genug Futter entdeckt oder erhalten, so legt er sich auf die sprichwörtliche Bärenhaut und sieht sich nicht weiter um. Er kann lästig und aufdringlich werden, wenn er nicht bekommt, was er als ihm zustehend interpretiert. Füttert man den Braunbären in Hausnähe, so wird er bald zu einem besseren Fussabtreter. Er geht nicht weg. Sein flehender Blick erbarmt die Menschen. Und sie werfen ihm schon wieder einen schönen Happen zu.

Das, rät Herwig Gutleb, soll man unterlassen, sonst wird man den Bettelbären den ganzen Sommer nicht mehr los. Hier rät der Fachmann zu „Vergrämungsmanövern“. Dazu gehören bärensichere Abfalleimer. Beschuss mit Gummikugeln oder Knallkörper sorgen dafür, dass sich der bequeme Bär von der Haustür trollt und zurückgeht in die unbequeme, arbeitsreiche Wildbahn.

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Tratschundlaber

Sonja Wenger – Die Vize-Miss Schweiz Xenia Tchoumitcheva war am Tag der Frau im Bundeshaus zu Besuch und gemäss «Facts» fand sie das «einfach toll. Die Leute, die Stimmung – es war faszinierend». Jaja, denn da wird knallharte Politik gemacht. Ganz besonders Frauenpolitik. Das kann man jetzt ja wieder verschärft im «SonntagsBlick» nachlesen.

Mit der üblichen rhetorischen Angstmache prophezeit uns Ueli Maurer «Zustände wie in der DDR», denn es «ist schlecht, wenn Mütter arbeiten». Aber schliesslich «steht die SVP dazu, dass es zwischen Mann und Frau Unterschiede gibt». Es sei nicht Aufgabe des Staates, zum Beispiel für die Kinderbetreuung zu sorgen. Eine allgemein beliebte Wendung, die aber eher an den beissenden Geruch von brennenden Hexen- Scheiterhaufen erinnert.

Wer links wählt, der oder die habe zumindest gemäss Maurer «nicht alle Tassen im Schrank». Diese Beobachtung mag zwar angesichts der egozentrischen Scheuklappenhaltung vieler durchaus stimmen, hört sich aber aus dem Mund eines SVP-Heinis wie ein Kompliment an. Schliesslich glauben die ja sonst auch jeden Mist, zum Beispiel dass die Wirtschaft zum Wohle aller handelt. Oder dass der Mensch am sechsten Tag aus einem Klumpen Dreck erschaffen wurde, entsprechend nicht mehr Wert besitzt und ausschliesslich als Figuren im «Was macht mich noch reicher»-Schachbrett einer Politik dient, die so unverfroren mit der Wirtschaft ins Bett geht, dass es an durchschaubarer Widerlichkeit kaum noch zu übertreffen ist.

Der Sexappeal von Frauen wird übrigens gemäss einer Universitätsstudie aus New York durch den Gang und eine Sanduhrfigur definiert. Wer mit «stolzer Schulter», schmaler Taille und breiten Hüften einhergeht wird in männlichen Augen als attraktiv eingestuft. Das sind schockierend relevante News.

Direkter war da schon Thomas Meyer in seinem «Weltwoche»-Beitrag «Ja, ich will mit dir schlafen» und der in seiner Ehrlichkeit bestechenden Grundaussage, dass «sexy das Adjektiv zu Sex ist». Eine Frau muss, um attraktiv zu sein, vor allem einfach «schön sein» – und er liefert die Übersetzung gleich nach: dass sie nämlich «nach Geschlechtsverkehr aussehen muss». Und sexy ist sie, wenn sie wie eine Tally-Weijl-Werbung rumläuft. Der rosa Hase als Accesoire ist dann zwar «erniedrigt und in seiner Würde als Tier verletzt», denn schliesslich habe Werbung «eine Signalwirkung», aber zum Glück können Frauen ja selber denken, nicht wahr? Das ist dann ein bisschen wie der Spruch auf einer Baileys-Werbung: «Bitte trinken Sie verantwortungsvoll.»

Dieser Artikel erschien erstmalig im berner ensuite kulturmagazin
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„Fortschritt“: Vatikan reißt die Vorhölle ein

World Content News – Pünktlich zum Geburtstag des Papstes und zur Eröffnung der Grillsaison hat sich die katholische Kirche dazu durchgerungen, ihr architektonisches Weltbild vom Jenseits zu sanieren und die sogenannte Vorhölle (lat: Limbus, nicht zu verwechseln mit Nimbus) dem Orkus preiszugeben. Heisst: Ungetaufte Kinder, die – aus welchen (?) Gründen auch immer – meist zu früh das Zeitliche segnen, brauchen sich künftig keine Sorgen mehr machen, dass sie für die wässrigen Versäumnisse der Erwachsenen in einem unwirtlichen Nebenraum der Hölle büßen müssen.

Bisher war die Vorhölle ein Konstrukt, das besagt, die betreffenden Kinder befänden sich nach ihrem Tod in einer Art Zwischenstatus zwischen Himmel und Hölle. Es gibt aber keine entsprechenden Stellen in der Bibel dazu. Auch im Weltkatechismus wird sie seit 1993 nicht mehr erwähnt. Dort ist statt dessen die Rede von der „berechtigten Hoffnung, dass es für die ohne Taufe gestorbenen Kinder einen Heilsweg gibt“. Wie dieser aussehen soll, ist nicht bekannt. Ein schnelles Tauf-In bei McPetrus vor der Himmelspforte? Einen Notausgang hält man sich aber offen: „Die Kirche hat keine sichere Kenntnis über das Schicksal ungetauft verstorbener Kinder.“

Man kann aber nicht abstreiten: Der Modernisierungsdruck macht auch bei der Kirche nicht halt. Schon Thomas von Aquin hatte den Kuttenträgern im 13. Jahrhundert erfolgreich verpostuliert: Sorry Leute, die Erde ist nun mal keine Scheibe! („Astrologus demonstrat terram esse rotundam per eclipsim solis et lunae „) Es hat bekanntlich gedauert, bis es gefunkt hat. Und sancto subito, jetzt ist es schon wieder so weit …

Doch Vorsicht, freut Euch nicht zu früh, dahinten auf den billigen Plätzen! Weder wird damit in irgendeiner Weise das Fegefeuer touchiert, dieser nette Reinigungs-Event bleibt uns auch künftig erhalten (miserabel recherchiert, Spiegel ONLINE …), noch wird die Hauptattraktion mit dem neunschwänzigen Türsteher infrage gestellt. Denn: Welcher DJ Gottes verzichtet bei einer After-Life-Party schon freiwillig auf seinen sündhaft guten Publikumsmagneten?

wir werden weiterbruzzeln
So werden wir nun auch weiterhin noch mindestens tausend Jahre bruzzeln müssen, bis die Kirche sich wundert: Teufel nochmal, wieso nehmt ihr immer alles so wörtlich? Nun, wir sind halt so: Hölle hölle, das Wort Blasphemie mit „f“ geschrieben, das würde uns der Duden niemals verzeihen.

Übrigens: Für die evangelische Kirche hat Thema Vorhölle eher einen irdischen Aspekt. Am gleichen Tag, als das Theonanieren über den Limbus infantium in den teuflischen Medien losging, stellte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Huber eine unerhörte und auch eine bisher weitestgehend untergegangene Forderung auf:

Abzug aller 150 US-Atomwaffen aus Deutschland !
Leider ist das Thema angesichts der neuen US-Raketenpläne zur Zeit überhaupt nicht salonfähig. Limbus, Nimbus und die kläglich vertonten Angriffsträume rechtsschaffender Christen wie US-Senator John McCain (Bomb-bomb-bomb, bomb Iran…, die stimmliche und logische Antwort von Codepink hier !) haben eben einen höhreren Unterhaltungswert als „den Teufelskreis der Gewalt“ zu durchbrechen, wie es in dem EKD-Aufruf heißt.

Verlassen wir also das Kuddelmuddel des Bösen, nehmen wir Kurs auf die wichtigeren Dinge des Lebens und setzen für unsere Theos, Johns und George einen letzten Funkspruch ab: Hölle, bitte kommen – wir haben da ein ernsthaftes Problem…

Dieser Artikel erschien erstmalig bei World Content News

Papst erklärt „Vorhölle“ für überholt
Die Lehre des Limbus
McCain singt ein Lied vom Bomben
Huber fordert Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland
Wikipedia: Atomwaffenstandort Büchel
Google-Earth: Atomwaffenstandort Büchel

deutschland

An Hitlers Geburtstagsabend – Mutmaßlich neues Ziel islamistischer Terroristen in Hamburg getauft

onlineredaktion – Einst zogen mittelalterliche Ritter mit dem Segen des Papstes in den Nahen Osten, angeblich – wenn wir Sir Thomas Mallory glauben wollen, der die Arthus-Sage erfand – um den „Gral“ zu suchen. Sie brandschatzten und plünderten und nannten das fromme Morden stolz „Kreuzzüge“ und sich selbst „Kreuzfahrer“.

Moderne Kreuzfahrer suchen wohl auch den Gral, aber den finden sie oft an Bord eines Kreuzfahrschiffes in Form von Belustigung, Decksdösen und Flirts. Und sie sind gewiss nicht so fromm wie jene mittelalterlichen Ritter.

Nun wurde gestern Abend in Hamburg ein neues Schiff der Kreuzfahrer getauft. Es soll die größte Taufe der Welt gewesen sein. Viele Schaulustige kamen mehr wegen der angekündigten supergroßen Lightshow und einem Höhenfeuerwerk des Berliner Multimedia-Künstlers Gert Hof, der als einer der international bekanntesten Lichtkünstler gilt. In Hamburg zeigte er gigantische Lichtdome. Ältere Hafenbesucher, jene die mit Grausen noch die Lichtdome der Nazis im Hitler-Deutschland erlebt hatten, beschlich denn auch ein mulmiges Gefühl beim Anblick von Hofs Scheinwerferstrahlen am nächtlichen Himmel und einige fragten sich, ob denn der damalige Faschismus u.a. von solchem Spektakel gefördert wurde.


Die als Geisterschiff illuminierte „AIDAdiva“ im Hamburger Hafen: Ein böses Omen?


Das gesamte Spektakel an Hitlers Geburtstag war nicht billig. Mehr als eine Millionen Euro soll die Erinnerung an Speersche Lichtdome gekostet haben.

Nicht weit entfernt davon liegt denn auch Hofs Ursprung: Er inszenierte zunächst an verschiedenen Theatern der DDR, deren Führungs-Clique oft und gerne Massenaufmärsche mit Panzern und Soldaten zeigten. Und wenn wundert’s? Zu Hofs Kunden zählen nicht nur die Volksrepublik China, sondern auch die Europäische Kommission, die Expo 2000, der Musikkonzern Universal und das Washington Holocaust Museum. Die Liste seiner Dienstleistungen für Musik-Bands wie „RAM stein“ und Banditen der Weltgeschichte rückte seine Kunst in die Nähe neoliberaler Politik.


Als hätte der Himmel einen Riss. Blick vom Hamburgs Stadtteil Barmbek-Süd.


Scheinwerferstrahlenbündel über Hamburg.

Andreas Wankum, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Hamburg, sagte dem Hamburger Abendblatt: „In der Tat löst die Behandlung dieser Scheinwerfer-Choreografie in einem Erinnerung an speersche Gigantomanie und damit Verbundenes aus. Dies fiel mir bereits bei einer ersten Konfrontation mit diesen Bildern auf. Gespräche im Umfeld des Künstlers aber haben mich zu der Überzeugung gebracht, dass es sich hierbei um eine künstlerische Ausdrucksform handelt, die nicht von der Gedankenwelt Albert Speers getragen ist. Soweit mir bekannt, ist die Wahl des Taufdatums durch technische Faktoren vorbestimmt gewesen.“

Für alles gibt es Ausreden. Mit Rücksicht auf die Opfer des so genannten „Dritten Reiches“, dem Hitler-Deutschland, hätte sich sicherlich auch ein anderes Datum für die Taufe finden lassen – wenn die dafür Verantworlichen das denn gewollt hätten.

Aber sie wollten es offenbar nicht, denn in Hamburg gab es gestern am Abend des Geburtstages von Adolf Hitler – eines Feiertages der Nazis – die Taufe des neuen Kreuzfahrschiffes „AIDAdiva“, und es kam erwartungsgemäß zu zahlreichen Verkehrsstaus rund um den Hafen. Trotz verlängerter grüner Ampelphasen auf den großen Ein- und Ausfallstraßen im Stadtteil St. Pauli kamen die Autofahrer meist nur im Schritttempo voran. Spektakulärer Höhepunkt der Taufe war die Feuerwerks- und Lichtschau im Hafen mit 200 Scheinwerfern, 30 Lasern, 2000 Neonröhren und einem Höhenfeuerwerk.

Der Himmel über Hamburg glich zeitweise einer Invasion außerirdischer Raumschiffe, wie man sich das aufgrund der Spielfilme von Steven Spielberg und Roland Emmerich vorstellen könnte. Der Passagierflugverkehr wurde für den Zeitraum der Lichtshow aus Sicherheitsgründen gestoppt, denn das hätte Hamburg gerade noch gefehlt: Flugzeugabstürze, weil die Piloten von den leistungsstarken Scheinwerfern geblendet gewesen wären und die Landebahn des Hamburger Flughafens nicht mehr gefunden hätten.

Das erste Ziel der „AIDAdiva“ soll für Passagiere Ägypten sein – fast wie bei den alten Rittern. Doch es könnte anders kommen…

Nachtrag: Nach Informationen der „Hamburger Morgenpost“ (MOPO) waren es mehr als 5 Millionen Euro, die das Spektakel zur Taufe des Schiffes gekostet hat.

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“Marktdatenanbieter” warnt Pharmaindustrie vor Bill Gates

Karl Weiss – —20.4. 2007 —-
Eine Studie, so berichtet ‚spiegel-online’, warnt die Pharmaindustrie vor der Konkurrenz der Bill Gates Stiftung. Diese will mit Millionenbeträgen Lösungen für AIDS und Malaria finden, was speziell für die Kinder in Afrika eine Notwendigkeit darstellt. Der Stiftung geht es aber nicht ums Geldverdienen, sondern um Impfstoffe ohne ähnliche Lösungen. Da muss die Pharamindustrie zittern. Oder muss Gates zittern?

Was ist der Hintergrund? Pharmakonzerne sind ganz normale kapitalistische Unternehmen. Sie haben Profit zu produzieren, mit welchen Mitteln auch immer. Sie haben natürlich längst herausgefunden: Wenn man ein Medikament entwickelt, das die Krankheit heilt, setzt man meist wenig davon ab. Wenn es alle gekauft haben, die die Krankheit haben, ist es wertlos. Nur bei Infektionskrankheiten von Bakterien können die Krankheiten wieder und wieder auftreten. So kann man also mit Antibiotika (=Mittel gegen Bakterien) gute Geschäfte machen.

Krisensichere Lebensverlängerungshilfen
Viel krisensicherer aber sind Linderungsmittel und Lebensverlängerungshilfen. Sie sind die Profitbringer schlechthin. Das wichtigste: Sie heilen die Krankheiten nicht. Sie müssen auf Dauer oder jedenfalls lange Zeit eingenommen werden, damit man wenigstens Linderung hat bzw. sein Leben verlängern kann.

Ein wichtiges Beispiel sind die Chemotherapiemittel bei Krebs. Sie sollen schon vielen das Leben verlängert haben, in einigen Fälle den individuellen Krebs sogar besiegt haben. Kritiker bezweifeln ihre Wirksamkeit. Sie sagen, was sie an Verringerung des Tumarwachstums gutmachen, wird aufgewogen durch die massiv verschlechterten Gesamtzustand der behandelten Person durch die Giftigkeit der Mittel und die massiven Nebenwirkungen (von denen der Haarausfall nur das äussere Anzeichen ist).

keinen Cent für Krebs-Prophylaxe
Hier soll darüber nicht spekuliert werden. Tatsache ist: Sie sind einer der grössten Profitbringer der Pharmaindustrie. Gleichzeitig forscht die Pharma-Brache nur auf Sparflamme über die Ursachen von Krebs und über Lösungen, die Krebskrankheit als solche zu besiegen.

Die US-Regierung, die den Pharma-Riesen mit grossem Forschungsaufwand unter die Arme greift, hat zum Beispiel in den letzten 15 Jahren nicht einen Cent für Krebs-Prophylaxe ausgegeben. Es verbreitet sich der Eindruck, man wolle den Krebs gar nicht wirklich besiegen, denn dann würde ja eine grosse Profitquelle wegfallen.

Anderes Beispiel: Die „Grippe“, richtiger: Erkältung, kurz: Die „Flu“. Die Linderungsmittel für die Symptome der ‚Flu’ sind Legion und sie verkaufen sich weltweit in Zahlen, die schwindelig machen. Sie sind deutlich die stärksten Profitquellen der Pharmakonzerne.

Da gibt man schon einmal Geld aus, um scheinwissenschaftliche Untersuchungen zum Schluss kommen zu lassen, Vitamin C in höheren Dosen sei nicht wirksam oder könne sogar negative Nebenwirkungen haben.

Denn Viele (so wie auch der Autor) haben bereits herausgefunden: Gegen „Grippe“ (Flu) hilft Vitamin C in höheren Dosen (2 bis 10 Gramm täglich, je nach persönlicher Veranlagung). Vitamin C stärkt die natürliche Immunabwehr des Körpers, das einzige Mittel gegen Viren. Beginnt man bei den ersten Anzeichen mit der Behandlung, kann das vollständige Ausbrechen der Krankheit überhaupt verhindert werden. Beginnt man später, wird der Verlauf viel leichter und die Gesamtzeit der Erkrankung abgekürzt.

Der Autor hat seit 1991, als er dies entdeckte, keine einzige Erkältung mehr durchstehen müssen.

Man muss das Vitamin C allerdings in Tablettenform einnehmen (eventuell auch als Kautabletten), nicht gelöst in Wasser. Da die Pharmakonzerne dies wissen, lassen sie einfach Untersuchungen über hohe Dosierungen von Vitamin C anstellen, bei denen das Vitamin gelöst in Wasser verabreicht wird. Da wirkt es nicht – oder jedenfalls viel schwächer -, und schon hat man den Beweis: VitaminC in höheren Dosierungen hat keine Wirkung. Netter Trick, nicht wahr? Schliesslich darf man ja seine Profite nicht durch Substanzen gefährden lassen, an denen man fast nichts verdienen kann. Na, ist ja verständlich.

Schliesslich das dritte Beispiel: AIDS.

Man hat Mittel entwickelt, den sogenannten „Cocktail“, die zwar schwere und schwerste Nebenwirkungen haben (bis hin zu charakteristischen Deformierungen des Körpers), aber den AIDS-Patienten, bei denen die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist, zusätzliche Jahre verschaffen und jenen, bei denen sie sich bereits manifestiert, Linderung bringt.

Auch dies eine phantastische Einnahmequelle.

Dagegen zeigt man so gar keine Lust, hohe Summen in Forschungen zu stecken, die den eigentlichen Charakter des HIV-Virus erforschen, woher er kommt, woraus er sich entwickelt hat – oder entwickelt wurde – , um eine Impfung gegen ihn zu entwickeln, wie es eigentlich naheliegen würde.

Auch dies wieder verständlich, denn eine AIDS-Impfung würde die Profite der Pharmakonzerne in ernsteste Gefahr bringen. Verringerungen der jährlichen Netto-Einnahmen von 20 bis 30 % könnten drohen. Na, wo kämen wir denn da hin?

Schliesslich ist im Kapitalismus der Profit das einzige Kriterium – und muss es sein.

An dieser Stelle kommt nun die Stiftung ins Spiel, die Bill Gates schon vor einiger Zeit gegründet hat. Er hat rund 33 Milliarden (nicht Millionen!) Dollar in diese Stiftung gesteckt und sie gibt im Moment einige hundert Millionen aus für die Entwicklung von Medikamenten gegen Malaria und AIDS. Bill Gates sagt, es geht hauptsächlich um die Kindr in Afrika. Er liess sich mit seiner Frau zusammen mit afrikanischen Kindern ablichten. Der Mann versteht etwas von Marketing

Nun hat auch noch der US-Investor Warren Buffet angekündigt, einen wesentlichen Teil seines Vermögens der Bill Gates-Stiftung zu übertragen (voraussichtlich etwa weitere 30 Milliarden Dollar).

Die ‚Gates-Foundation’ kündigte im vergangenen Jahr eine Investition von 287 Millionen Dollar in insgesamt 16 Wissenschaftslaboratorien an. Damit sollten neue Wege auf der Suche nach einem Impfstoff gegen die tödliche Immunschwäche AIDS gefunden werden.

Das genau hat nun der „Marktdatenanbieter“ ‚IMS Health’ in einer Studie zum Anlass genommen, die Pharma-Riesen zu warnen: „Pharmaunternehmen müssen eine klare Strategie entwickeln, um diesem Phänomen zu begegnen.“
Uneigennützige Stifter, die Milliardensummen in die Arzneimittelforschung stecken könnten, seien für die Branche nicht nur neue mögliche Partner, sondern auch Gegner, so berichtet ‚spiegel online’ über die Studie.

Aktivitäten abgestossen
Das hat seine Logik. Wer neue Wege beschreiten will und mit dem Ziel einer Impfung gegen AIDS arbeitet, ist ein Gefährder von Pharma-Profiten – und die gehören zu den höchsten der Welt.

Nicht umsonst haben die meisten Chemie-Konzerne, soweit sie ins Gewicht fallende Pharma-Branchen hatten, ihre anderen Aktivitäten abgestossen, um im Pharma-Profit-Wunderland weit nach vorne oder sogar an die Spitze zu gelangen.

Der frühere deutsche Chemie-Konzern Hoechst zum Beispiel hat sich so effektiv ausschliesslich auf seine profitträchtigen Pharmateile konzentriert und die Chemieteile abgestossen, dass er heute zu einer kleinen Unterabteilung des französischen Pharma-Riesen Sanofi geworden ist. Der Name Hoechst ist von dem eines der grössten Chemie-Konzerne wieder zum Namen eines Frankfurter Stadtteils geworden.

Zwei andere wichtige Chemie-Konzerne im deutschsprachigen Raum, die Ciba-Geigy (seit 1992 nur noch Ciba) und die Sandoz in Basel, haben es ähnlich gemacht. Der Name Ciba trifft heute nur noch auf einen mittelgrossen Spezialchemikalien-Konzern zu, der aus den Chemikalien-Geschäften der beiden Firmen bei der Fusion gebildet wurde. Das Hauptgeschäft, das sagenhafte Profite versprach, die Pharma-Sparte beider Konzerne, wurde als Novartis neu auf den Markt gebracht und stellt heute einen der Pharma-Riesen dar.

Auch der deutsche Chemie-Riese Bayer, in der Vergangenheit einer der grössten Chemie-Konzern der Welt, geht im Moment gerade diesen Weg. Der Chemie-Teil, wie auch der Foto-Teil Agfa, interessiert nicht mehr, sie wurden ausgelagert und werden nun ein eigenes Leben fristen. Der Name Bayer wurde auf einen zusammen mit der zugekauften Schering neuen Pharmakonzern übertragen, ebenfalls im Spiel der Grossen beteiligt und heftig entlassend.

Nur als kleine Anmerkung sei noch erwähnt: Die Agro-Geschäfte wurden meistens in die Pharmakonzerne mitgenommen. Sie sind vergleichbar profitabel.

Warum solche völligen Umstrukturierungen von Grosskonzernen? Weil das Pharmageschäft so intensiv nach Geld stinkt, das man das Leuchten in den Augen der Manager sehen kann.

Lediglich die Ölkonzerne können da noch mithalten, müssen aber weit grössere Umsätze tätigen, um ähnlich profitabel zu sein.

Was empfiehlt nun ‚IMS Health’ den Pharma-Riesen als Strategie gegen die Gates Foundation?

„Nach Einschätzung von IMS Health könnten Pharmafirmen (…) mit der Gates-Foundation zusammenarbeiten …“ berichtet ‚spiegel online’. Also eine Umarmungs-Strategie.

Die „Umarmungen“ einer Boa Constrictor sollen allerdings ziemlich tödlich sein – aber das hat natürlich nichts mit der Pharmaindustrie zu tun.

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Der Colt und der Mythos von Wildwest

Malte Olschewski – Der an der Hüfte baumelnde Colt wird oft als Instrument des amerikanischen Mythos beschrieben. Die Schusswaffe soll Symbol der Freiheit und der Selbstbestimmung sein. Diese Einbildung ist derart tief in der nationalen Psyche verankert, sodass bisher alle Versuche zur Einführung eines strengeren Waffengesetzes („gun control“) gescheitert sind. Daher kommt es in den USA immer häufiger zu gezielten oder blinden Amokläufen, bei denen psychisch gestörte Personen wie zuletzt in Blacksburg mit der Waffe in der Hand ihre Machtfantasien in Blut tauchen.


Machtfantasien in Blut tauchen

Die Diskussion um freien Waffenbesitz begleitet die ganze Geschichte der USA. Dabei geht es meist um die Auslegung des „Second Amendment“ aus der ersten Verfassung der USA. Darin heisst es wörtlich: „A well regulated militia being necessacry to the security of a free state, the right of the people to keep and bear arms, shall not be infringed.“ Etwa: „Eine gut organisierte Miliz als eine Notwendigkeit eines freien Staates, das Recht der Menschen Waffen zu haben und zu tragen, sollen nicht eingeschränkt werden.“ In der Entstehung der USA unterhielten die Gründerstaaten eigene Milizen. Im Prinzip war jeder männliche Erwachsene Milizmitglied und damit legaler Waffenträger. Die Milizen leben heute in der „Nationalgarde“ fort, die aber nur Bruchteile der männlichen Bevölkerung umfasst. Das Amendment ist völlig veraltet. Die Zeiten haben sich seit dem ersten US-Kongress 1787 stark verändert. Dennoch wird gerade diese Bestimmung nun schon durch zwei Jahrhunderte verteidigt und aufrecht gehalten.

33 000 Personen Selbstmord durch Feuerwaffen
Viele Statistiken beweisen, dass es die schnelle Verfügbarkeit und die griffbereite Nähe der Waffe sind, die die USA im Verhältnis zur Bevölkerungszahl bei Schusswaffeneinsatz in seinen verschiedenen Formen weltweit an die erste Stelle treten lassen: Bei Selbstmord, bei Familientragödien, bei Raub, Mord und bei Amokläufen. So etwa haben 2004 in den USA rund 33 000 Personen Selbstmord durch Feuerwaffen verübt, wobei die Überlebensrate im Vergleich mit Vergiftungen sehr gering war. Die von der Gun-Lobby der „National Rifles Association“ ins Treffen geführte Vergleiche zwischen Verfügbarkeit der Waffen und Verbrechensziffern in verschiedenen Staaten haben nur geringe Aussagekraft.

So etwa heißt es, daß Norwegen eine hohe Waffenbesitzrate und eine geringe Kriminalität habe, während in Luxemburg bei einem generellen Waffenverbot die Kriminalität sehr hoch sein. Ähnlich sei in Griechenland bei hohem Waffenbesitz geringe Kriminalität festzustellen. Hier wird absichtlich vergessen, dass die Waffenverfügbarkeit nur einer von mehreren Gründen des Verbrechens ist, das in fast jedem Land durchaus verschiedene Ursachen haben kann. In Luxemburg etwa blüht der Finanzbetrug, für den keine Waffen gebraucht werden. Auch die Argumentation, wonach sich ein potentieller Amokläufer auf jeden Fall eine Waffe besorgt, ist schwer zu beweisen, da die Täter in den meisten Fällen Selbstmord verüben oder von der Polizei erschossen werden.


„Eine gut organisierte Miliz als eine Notwendigkeit eines freien Staates, das Recht der Menschen Waffen zu haben und zu tragen, sollen nicht eingeschränkt werden.“

Auffällig ist die Zahl der Fälle in den USA, in denen Jugendliche mit der Waffe im Anschlag in die High School oder ins College gehen, um dort Lehrer wie Mitschüler niederzumähen. Diese spezifischen Schulmassaker haben neben der leichten Verfügbarkeit ihre Ursache in den psychischen Verwüstungen, die von der amerikanischen Gesellschaft und ihrem Raubtierkapitalismus unter Heranwachsenden angerichtet werden. Hinzu kommt in den letzten Jahren die Bereitstellung von Videospielen als einem elektronischen Manöverfeld, in dem die Tat konzipiert und geübt werden kann.

Im Namen der Wahrheit Gottes
„The Gun that Won the West!“ So geht die Kurzform des amerikanischen Gründungsmythos, der aber den Tatsachen nicht entspricht. Die 13 Neuenglandstaaten hatten sich nach der Unabhängigkeitserklärung vom 4.7.1776 in wenigen Jahren durch Käufe und Eroberungen von rund einer Million auf neun Millionen Quadratkilometer ausgedehnt. In den Kriegen mit England und Frankreich hatte man sich den Nordosten gesichert und Indianerstämme in den grenzenlosen Westen getrieben. Dann folgte die Ausrottung der südlichen Stämme in den Seminolenkriegen. Doch nun lockte der unbekannte weite Westen bis hin zum Pazifik.

Das „Manifest Destiny“ (Geoffenbartes Schicksal) von John O’Sullivan rief die Siedler zur Besitznahme des ganzen Kontinentes auf: „Unsere Arena ist die expandierende Zukunft, die wir als leeren Raum im Namen der Wahrheit Gottes betreten… Wir sind die Nation des menschlichen Fortschritts und die Vorsehung marschiert an unserer Seite……Dies weiter und grenzenlose Zukunft wird die Ära der amerikanischen Grösse sein. In ihrer wunderbaren Herrschaft über Zeit und Raum ist diese Nation aus vielen Nationen dazu bestimmt, der Menschehit die Herrlichkeit des göttlichen Prinzips zu offenbaren und auf der Erde den edelsten Tempel zu errichten, der je in Verehrung des Obersten Seines errichtet worden ist. Die Grundfesten dieses Tempels werden eine ganze Hemisphäre sein…..“

In tausenden Trecks zogen ab 1830 landhungrige Siedler nach Westen, um das Land der Indianer in Besitz zu nehmen. Und es waren nicht die „Guns“, sondern die Säbel der Kavallerie, die ihnen dabei die Bahn brachen. Der Westen ist nicht mit Colt und Gewehr, sondern mit dem Säbel regulärer Truppen erobert worden. Bereits im Unabhängigkeitskrieg litten amerikanische Truppen und Milizen an fehlenden Feuerwaffen. Sie mussten solche Musketen aus Europa importieren. Diese Waffen waren viel zu kostbar, um sie Siedlern für den eigenen Gebrauch zu überlassen. Voll Entsetzen schildert der deutsche Ausbilder Baron von Steuben die Ausstattung der Milizen, die zum Kriegsdienst kamen: Vielfach barfuss, mit Erntegeräten, Messern und Beilen wollten sie gegen englische Musketen antreten. (Daniel Boorstin: „The Americans: The Colonial Experience“ Random, 1958; sowie Richard Slotkin: „Regeneration through Violence: The Mythology of the American Frontier“ Weselyan Press, 1973)

Waffenindustrie: Privilegien bis heute
Samuel Colt erfand um 1835 die nach ihm benannte mehrschüssige Waffe mit Drehzylinder, die bereits im Krieg gegen Mexiko 1848 eine entscheidende Rolle spielte. Ab 1850 begann durch Einsatz von Austauschbauteilen die Massenproduktion. Erst jetzt konnte die Bevölkerung der USA aufrüsten. Erst jetzt konnten die frühen Siedler ihre Äxte und Beile gegen Schusswaffen tauschen. In dieser Zeit gingen auch der Henry-Stutzen, der Spencer-Karabiner und die Winchester-Büchse in Produktion. Der Sezessionskrieg (1861-1865) wurde vom Norden vor allem deswegen gewonnen, weil er Feuerwaffen industriell fertigen und der Süden nicht genug Nachschub aus Europa organisieren konnte. Symbolisiert wird dieses Verhältnis durch die wahnhafte Reiterattacke „Picketts Charge“, in der die Konföderierten in der Schlacht von Gettysburg mit Säbeln gegen Kanonen ritten.

Nach diesem Krieg hat die amerikanische Waffenproduktion einen ungeheuren Aufschwung genommen. Sie pochte auf ihren Beitrag zum Sieg. Sie erhielt grosse Privilegien eingeräumt, die sie bis heute verteidigt. Die Waffenindustrie bildete bald eine Lobby, die mit massenhafter Herstellung von Feuerwaffen begann. Da diese Waffen auch verkauft werden mussten, hat man eine Mythologisierung von Colt und Winchester eingeleitet. Hier tritt nun die mythische Figur des „Lone Ranger“ oder des „Lone Riders“, des einsamen Reiters, an. Der chronologisch korrekte Wilde Westen hat zwischen Ende des Bürgerkrieges bis zur Jahrhundertwende nicht allzu lange gedauert: In diesen Jahren ritten seine berühmten Helden Jesse James, Doc Holliday, Wyatt Earp oder Billy the Kidd durch den Mittleren Westen.

Allesamt waren sie Falschspieler, Revolverhelden und Verbrecher. In unzähligen Hollywoodfilmen sind sie zum „Lone Ranger“ umstilisiert worden, der im Wilden Westen zum Duell mit bösen Kräften antrat. Es ging darum, wer schneller ziehen, schiessen und treffen konnte, obwohl einer, der so schnell zog, nicht auch schnell schiessen und auch nicht gut treffen konnte. Nach vollendeten Heldentaten und nach dem finalen „Gun-Fight“ ritt der Ranger als immer wiederkehrendes Bild in den Sonnenuntergang. Er muss weiter. Er kann nirgends Glück und Frieden finden. Er ist ein Loner, so wie es der Schütze von Blacksburg einer war.

Wer ein echter amerikanischer Mann sei, müsse seine seine Waffe immer in Reichweite haben. Die Waffe wurde zum Fetisch. Milliarden Bilder in Print und Fernsehen zeigten den Amerikaner mit umgeschnallter Waffe, die von der Hüfte in die Achselhöhle gewandert ist. Und langsam kommt es zu einer mythischen Übertragung. Die ganze Nation wird zum „Lone Ranger“, der seine Heilsmission in Kriegen gegen andere, böse Staaten sucht. An die Stelle rauchender Colts sind Marschflugkörper, Bomben und Granaten getreten.

Krieg

Schweizer Soldaten in Teheran: NZZ wusste es 2006

Stephan Fuchs – Was gestern von der Nachrichtensendung 10vor10 publik gemacht worden ist und Politiker überraschte, wurde in der NZZ bereits am 8. Oktober 2006 erwähnt, die Diskussion ist ein alter Hut.

Unter dem Titel: „Erhöhte Gefährdung für Schweizer Botschaft in Teheran“, beschreibt die Zeitung den Auslöser für den Schutz der Botschaft:

Die Schweiz sieht eine «erhöhte Gefährdung» für ihre Botschaft in Teheran. Sie hat deshalb die Sicherheitsmassnahmen für die Vertretung in der iranischen Hauptstadt erhöht.

Das Eidgenösische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Südostschweiz am Sonntag». Ein Abzug des Schweizer Botschafters Philippe Welti aus Teheran stehe aber nicht zur Diskussion, sagte EDA-Sprecher Jean-Philippe Jeannerat auf Anfrage. Nicht kommentieren wollte Jeannerat Angaben der Zeitung, wonach Botschafter Welti ins Fadenkreuz der Terror-Organisation Al Qaida geraten sei. «Dem EDA liegen keine Al-Qaida-Ziellisten vor», sagte Jeannerat.

Die «Südostschweiz» berichtet von «konkreten Drohungen» gegen die Schweizer Vertretung. Hintergrund seien die zunehmenden Spannungen zwischen dem Iran und den USA, deren Interessen die Schweiz in Teheran vertritt.

Im Rahmen eines Schutzmachtmandats hält die Schweiz die diplomatischen und konsularischen Kontakte zwischen dem Iran und den USA in reduziertem Umfang aufrecht. Die beiden Länder haben ihre Beziehungen nach der Geiselkrise in Teheran 1979 abgebrochen. Auch andere Vertretungen betroffen. Nach den Angaben Jeannerats hat die Schweiz nach dem Libanon- Krieg im Sommer die Sicherheitslage aller Schweizer Vertretungen im Nahen Osten überprüft. Dabei sei für «gewisse Vertretungen» eine erhöhte Gefährdung geortet werden.

Welche Vertretungen nebst Teheran betroffen sind, wollte Jeannerat nicht sagen. In allen Fällen habe man – unterstützt vom Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) – «angemessene Maßnahmen getroffen».

Aus Sicherheitsgründen äußere sich das EDA nicht über die identifizierten Risiken und über die Art der getroffenen Maßnahmen, hielt Jeannerat fest.

Trotz dem „Wir wissen nichts über Al Qaida-Ziellisten“-Statement des EDA-Sprechers Jean- Philippe Jeannerat, wurden Spezialtruppen zum Schutz der Botschaft verlegt.

Sehr wahrscheinlich eine bessere Lösung, als die Bewachung durch südafrikanische dubiose Söldner zu gewährleisten.

Krieg

Was machen bewaffnete Schweizer Militärs in Iran?

Stephan Fuchs – Ein Aufenthalt von Experten des Militärdepartements (VBS) in Teheran sorgt für ein politisches Nachspiel. Laut „10vor10“ befanden sich Ende 2006 30 Berufssoldaten in Teheran. Brisant: Die Soldaten waren bewaffnet, die Schweiz vertritt die USA diplomatisch.

Das wissen auch die Iraner: Vor der Schweizer Botschaft kommt es immer wieder zu Tumulten, die sich gegen Amerika richten. Ulrich Tilgner, Korrespondent von SFDRS in Teheran sagt, dass nicht Iraner dafür Verantwortlich seien, sondern Elemente der Al Qaida, die versuchen Iran und Amerika in einen Krieg zu stürzen. Ein Angriff auf die Schweizer Botschaft oder den Botschafter, von der Al Qiad ausgeführt und iranischen Gruppen angelastet, würde ein Klima extremer Anspannung schaffen.

Die Soldaten seien in Zivil, aber bewaffnet unterwegs gewesen. Ständerat Maximilian Reimann (SVP/AG) warf dem Bundesrat in der Sendung vor, er habe sich „nicht gesetzeskonform verhalten“, weil er das Parlament nicht informiert habe. Der Einsatz in Teheran soll laut „10vor10“ heute in der außenpolitischen Kommission des Ständerats zur Sprache kommen. Die Spezialeinheit der Schweizer Armee ist in der Kaserne Worblaufen bei Bern stationiert.

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Die Macht der reichen G8 – Ohnmacht für den armen Rest der Welt

Michael Schulze von Glaßer – Vom 6. – 8. Juni 2007 trifft sich die Gruppe der Acht (kurz G8) im Ostseebad Heiligendamm nahe Rostock. Die G8, das sind die Staats- und Regierungs-Chefs der Acht größten Industrienationen. Zu der elitären Gruppe gehören mittlerweile Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Russland und den USA. Gegründet wurde das auch als Weltwirtschaftsgipfel bekannte Forum 1975 im französischen Rambouillet mit nur sechs Mitgliedern (G6 genannt). Hinzu kam nach kurzer Zeit noch Kanada, das die Gruppe auf sieben Mitglieder anwachsen ließ (die so genannten G7). Russland wurde erst 1998 in die Gruppe aufgenommen, die daraufhin G8 genannt wurde. Jedoch ist Russland im Gegensatz zu den anderen Staaten kein vollständiges Mitglied der Gruppe, weil das große Land weniger wegen seiner Wirtschaft als viel mehr wegen seiner geostrategischen Lage und seinen Rohstoffen wichtig für die Weltwirtschaft ist. Die Hauptakteure sind auch bei diesem Treffen die G7-Staaten.

Die G7 beziehungsweise G8 sind keine eigenständige Organisation, haben jedoch sehr viel Einfluss auf internationale Institutionen wie die Weltbank, den Internationalen Währungsfond und die Welthandelsorganisation. Mit ihrer Macht regieren die G8 die Welt. Auf den jährlichen Treffen, von denen nie ein Protokoll veröffentlicht wird, sollen die Staats- und Regierungschefs Handelssanktionen vereinbaren und über andere wirtschaftliche Vereinbarungen diskutieren.

Die Politik der G8-Staaten führte in der Vergangenheit zu massiven Protesten bei den Treffen dieser „Weltregierung“:

1985 Bonn: 20.000 Demonstranten;
1989 Paris: 100.000 Demonstranten;
1999 Köln: 30.000 Demonstranten (auch wegen des Kosovo-Krieges);
2001 Genua: 250.000 Demonstranten (Höhepunkt der Anti-G8 Bewegung); der 23-jährige Carlo Giuliani wurde bei einer Anti-G8 Demonstration von der italienischen Polizei erschossen;
2003 Evian: 100.000 Demonstranten;
2005 Gleneagles: 220.000 Demonstranten (auch wegen der „Live Aid“-Konzerte);
2006 St. Petersburg: Wenig Protest wegen Abschreckung/Repression seitens der Polizei.

Agenda Ausbeutung
Die deutsche G8-Präsidentschaft 2007 hat sich viel für das diesjährige Treffen vorgenommen. Das von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) entworfene vertrauliche Programm wurde jüngst auch vom Bundeskabinett abgesegnet:

„‘Wachstum und Verantwortung‘ – dieses Leitmotiv beschreibt die deutsche G8-Präsidentschaft 2007. Die Ausgestaltung der globalisierten Weltwirtschaft und die Entwicklung Afrikas stehen im Mittelpunkt des Gipfels in Heiligendamm.“
Wie so oft versteckt sich hinter den beschönigenden Sätzen weit mehr als die einzelnen Worte vermuten lassen. Was meint die Bundeskanzlerin und gleichzeitige Präsidentin der G8 (seit dem 1.Januar 2007) mit „Wachstum und Verantwortung“? Glücklicherweise finden sich auf der offiziellen Homepage der deutschen G8-Präsidentschaft genauere: Ein Ziel des diesjährigen G8-Gipfels – der übrigens vom 6. bis Juni 2007 im Ostseebad Heiligendamm in der Nähe von Rostock stattfinden soll – sei „die Stabilisierung globaler Handels- und Finanzbeziehungen“, so heißt es da.

Das Treffen der acht Regierungschefs (G8) soll „Neue Impulse beim Austausch über Strategien zum Abbau der globalen Ungleichgewichte“ geben. Doch dieser viel versprechende Satz bedeutet keinen Schuldenerlass für die armen Länder des Südens, die immerhin 2.000 Milliarden Dollar Schulden haben. Der Satz bedeutet auch nicht, den Hunger und die gefährlichen Krankheiten in südlichen Ländern zu bekämpfen; ebenso wenig wie die Umverteilung von Kapital aus den reichen in die armen Länder, um diesen zu helfen. Doch was verstehen die G8 und was versteht Bundeskanzlerin und G8-Präsidentin Angela Merkel, wohl unter „globalem Ungleichgewicht“? Immerhin verhungert alle 5 Minuten (meist in südlichen Ländern) ein Kind, in derselben Zeit werden in den Industrieländern 12 Tonnen Lebensmittel vernichtet, 1 Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser und 10 Millionen Kinder sterben jährlich an heilbaren Krankheiten.

“Leistungsbilanzdefizit in den USA, unzureichende Binnendynamik in Europa und Japan und das Anwachsen der Währungsreserven in Asien“
Was sollten die G8 sonst auch unter „globalem Ungleichgewicht“ verstehen? Immerhin handelt es sich um die sieben der reichsten und mächtigsten Nationen der Welt und dem geostrategisch wichtigen und Ressourcen reichen Russland. Die G8 erwirtschaften zusammen etwa 63 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und bündeln einen Großteil des weltweiten Kapitals.

Dagegen haben die G7 am Welthandel einen Anteil von etwa 42 Prozent! Durch internationale Institutionen wie den Internationale Währungsfond (IWF), die Welthandelsorganisation (WTO) und die Weltbank, an denen die G7-Staaten großen Einfluss haben, regieren sie die Welt. Mit ihrer Macht treibt die Gruppe der sieben beziehungsweise acht Staaten ihre neoliberale Politik voran und propagiert die neoliberale Marktwirtschaft selbst in den ärmsten Ländern der Welt. Dies lässt sich am besten an der Ausweitung von Freihandelszonen festmachen, die von den G8 Staaten propagiert werden. So versuchen vor allem die europäischen G8 schon jahrelang eine Freihandelszone in Nord-Afrika einzurichten.

Auf der Agenda des G8-Gipfels 2007 stehen noch weitere interessante Punkte. So soll es zu einem „Austausch über Maßnahmen zur Verbesserung der systemischen Stabilität und Transparenz der Finanz- und Kapitalmärkte“ kommen. Werden die Regierungschefs merken wie undurchsichtig ihre Staaten sind?

Das Stichwort „Transparenz“ ist im Zusammenhang mit den G8 sehr heikel. Die Öffentlichkeit wird über die genauen Inhalte der Sitzungen nicht informiert, auch ein Protokoll gelangt nicht an die Öffentlichkeit, womit die Treffen dem Handeln totalitärer Systeme gleich; von den Machenschaften krimineller Vereinigungen einmal abgesehen. Von den Staats- und Regierungschefs wird am Ende eines jeden Gipfels nur eine kurze Abschlusserklärung in die Meute der wartenden Journalisten geworfen. Ob jener Text den Inhalt des Treffens wiedergibt, darf bezweifelt werden und jedes primushafte Geschwafel darüber ist damit als rein spekulativ zu werten.

Wie viel Vertrauen schenken wir also noch den Politikern?

Ein Bekenntnis zur „Investitionsfreiheit in Industrie- und Schwellenländern“ dürfte bei den Staaten der G8 kein Problem sein. Die Agenda des Gipfels sieht auch eine Thematisierung für weltweite Investitionsbedingungen vor. Das Ergebnis scheint jedoch schon vorher festzustehen – weltweiter Freihandel ohne Ausnahmen.

Ob dies auch in der Abschlusserklärung stehen wird?

Außerdem soll es, laut Agenda, bei dem Gipfel um Innovationen und Patente sowie den Klimawandel und den nachhaltigen Umgang von Ressourcen gehen. Was die Gruppe der Acht bei ihrem Gipfel in Heiligendamm aber verabreden wird, erfährt die Öffentlichkeit wohl erst, wenn deren Beschlüsse längst realisiert werden.

Fortsetzung folgt

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