Krieg

Der ‚Kampf der Kulturen‘ – Teil 1

Karl Weiss – Von allen Seiten – Politik – Massenmedien und auch gewissen Internet-Seiten – wird uns ins Ohr geblasen, nun sei der ‚Kampf der Kulturen’ auf der Tagesordnung – jetzt ginge es nicht mehr um den Kalten Krieg, sonder um die säkulare Auseinandersetzung zwischen der westlichen Kultur und dem Islam, zuweilen auch Krieg der Zivilisationen genannt. Kriege seien unvermeidlich, denn nur einer könne als Sieger hieraus hervorgehen.

Stellt man den Propagandisten dieser These einige einfache Fragen, kommen sie allerdings schon ins Schleudern. Zum Beispiel muss man fragen:

Islam ist doch eine Religion, keine Kultur, wie kann da ein ‚Kampf der Kulturen’ entstehen. Ja, so wird uns beschieden, es ginge nicht um Worte, sondern um Inhalte. Der Islam stelle eben eine solche Bedrohung dar heutzutage, dass man ihn wie eine Kultur nehmen könne.

Fragt man nun weiter, wer eigentlich nun genau diese Bedrohung darstellt, wird es völlig konfus. Einige sagen: Der Iran (als Ganzes, als Staat und Bevölkerung), andere sagen: Nein, nur die fanatischen Islamisten, sei es im Iran oder anderswo. Wieder andere sagen: Alle Staaten, die den Islam als Staatsreligion haben (das wären im wesentlichen nur der Iran, Saudi-Arabien und Pakistan), wieder andere: alle Länder und Völker, die überwiegend mohammedanisch sind (das allerdings betrifft an die 40 Länder der Erde, wie z.B. Somalia, Marokko, Indonesien und viele andere).

Fragt man nun weiter, warum wir uns als im Kriegszustand mit Somalia, Indonesien und Marokko betrachten sollten, so werden die Aussagen schon etwas ungeduldiger. Man solle nicht spitzfindig werden. Man wisse genau, was gemeint sei usw.

Nicht aufgeben zu fragen
Doch wir lassen uns nicht irreführen und fragen weiter: Wie genau wird denn nun definiert, mit welchen Ländern wir uns im Krieg befinden und mit welchen nicht?

Irgendwann in diesem Frage-Antwort-Spiel wird der Befragte beginnen auszuweichen, denn er wird nicht in der Lage sein, uns eine begründete Liste von Staaten zu geben. Er wird anfangen zu schwadronieren über Werte. Wir hätten eben andere Werte und jene hätten Werte, die wir nicht akzeptieren könnten und uns nicht überstülpen lassen wollten.

Gut, gehen wir also über auf die Werte (dann geht es also um einen „Kampf der Werte“, nicht um einen ‚Kampf der Kulturen’?). Nein, es ginge schon um Kulturen. Unsere Kultur, die westliche Kultur habe eben andere Werte, während „die Anderen“, die so undefinierbar sind, eben aus langer Geschichte andere Werte hätten.

Also, sehen wir einmal in die Geschichte. Alles was heute als „westlich“ beschrieben wird, das betrifft also Europa, die Amerikas und Israel, beruht tatsächlich auf gemeinsamen Wurzeln. Diese gemeinsamen Wurzeln kommen z.B. in den gemeinsamen Zahlen zum Ausdruck, den arabischen Ziffern. Wie bitte? Arabisch? Bei den westlichen Werten? Moment einmal, da stimmt was nicht!

Also, wo sind unsere Wurzeln als westliche Kultur? Nun, jedes halbwegs vernünftige Geschichtsbuch lehrt uns das: In Babylonien und Assyrien, im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris, genau da, wo heute das Volk des
Irak unter den US-Besatzung leidet.

Dort gab es die ersten großen Reiche, die Schriften hatten, die eine Gesetzgebung hatten, die uns in Stein gehauen überliefert haben, worauf die beginnende westliche Zivilisation beruht. Später war da das große Ägyptische Reich, noch später das Persische (ja, genau: Iran) und dann das Mazedonische mit Alexander dem Großen, danach die alten Griechen, dann die alten Römer. So lesen wir es dort nach.

1,2,3 die Zahlen der Araber
Und dort bei den Arabern wurde auch unsere Zahlen erfunden: eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben….Man kann das auch im Detail nachlesen, aber das führt uns im Moment nicht weiter.

Gleichzeitig oder mit geringem Zeitabstand gab es auch weit entfernt davon das Entstehen anderer Zivilisationen: In China, in Indien, in Japan. Im Gegensatz zu den Kulturen mit den Wurzeln dieser Zivilisationen nennen wir unsere die westliche Zivilisation, mit den westlichen Werten und der westlichen Kultur.

Was umfasst sie? Europa, die von Europäern dominierten Amerikas, den ganzen arabischen Raum, ebenso wie wesentliche Teile Vorderasiens bis hin zur pakistanischen (nach anderer Version sogar bis zur indischen) Grenze.

Das ist unsere westliche Zivilisation, Kultur, unser Erbe. Wir können uns nicht davon lösen, denn das sind wir. Das ist es, was uns geprägt hat.

Wie? Moment mal? Dann wären alle diese Länder Teil unserer westlichen Kultur? Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen, Ägypten, Palästina, Jordanien, Israel, Syrien, Saudi Arabien, die Emirate, Kuwait, Jemen, der Irak, der Iran, die Türkei, Afghanistan, Aserbeidschan et etc.

Abu Ghraib Folterszene – blutender, nackter Gefangener. Zu diesem Foto existieren verschiedene Versionen. Eine besagt, der Gefangene ist bereits tot, eine andere, er sei lediglich durch einen Hundebiss verletzt und es handele sich nicht um Folter.

Also so gehts ja nicht, wir wollten doch gerade unsere westliche Kultur GEGEN solche Länder definieren! Eben!

Eben!

Nun, unsere Propagandisten des ‚Kampfes der Kulturen’ geben nicht so leicht auf: Nein, es ginge nicht um DIESE westliche Kultur, es ginge vielmehr um die Kultur, die durch die jüdisch-christlichen Werte bestimmt ist. Diese unterscheide sich substanziell von dem, was der Islam lehre.

Damit sind wir wieder da, wo wir vorher schon waren, es geht um einen Kampf der Religionen, nicht der Kulturen.

Aber seien wir nicht ungerecht, gehen wir auf die Argumentation mit den Werten ein und untersuchen wir, was sind die Werte, die jüdische und christliche Länder, Staaten und Reiche praktiziert haben?

Missgestimmter Gott
Was die damaligen Juden betrifft, so lehrt uns die Bibel bei Moses, wie man damals im Kriegsfall mit den unterlegenen Gegnern umzugehen hatte: Alle – mit Mann und Maus, Männer, Frauen und Kinder mussten umgebracht werden, lediglich die Jungfrauen wurden geschont, um sie zum eigenen Gebrauch zu haben.

Es gibt da sogar eine Episode in der Bibel, die davon erzählt, wie König Salomon einmal den Anweisungen Gottes nicht folgte und nicht alle Frauen und Kinder der unterlegenen Feinde umbrachte (und nur die Jungfrauen zum eigenen Gebrauch schonte). Der Gott war völlig missgestimmt und erklärte, er sei deren Gott nicht mehr und würde ihnen keine weiteren Siege mehr bescheren.

Man hatte eine Menge Arbeit, den Gott wieder gnädig zu stimmen. Das war also die erste wesentliche Manifestation jüdisch-christlicher Werte.

Später dann, etwa ab dem 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung, tritt dann das Christentum auf die Bühne der Geschichte in Form von Völkern, die christlich sind und deren Herrscher sich auf das Christentum beziehen.

Es ist bis heute nicht ein einziger Fall bekannt, dass diese Herrscher irgendwie weniger blutrünstig, weniger brutal oder weniger auf Machtgewinn aus gewesen wären als andere, nicht-christliche Herrscher. Nur waren die christlichen effektiver beim Machtgewinn – ob auch bei den Jungfrauen, ist nicht überliefert.

Seit frühesten Zeiten waren die Begriffe Christentum und Folter praktisch identisch. Bis man im Mittelalter ankam, hatte bereits jede Burg und jede Ortschaft, die etwas auf sich hielten, ihre Folterkammern, wo wir heute noch deren Folterinstrumente besichtigen können.

Die Eroberungsfeldzüge christlicher Armeen sind Legion. Man hat jegliches Land, das zum Christentum „bekehrt“ wurde, im wahrsten Sinne des Wortes mit Feuer und Schwert erobert. Auch hierbei wurden natürlich wieder die Jungfrauen geschont, denn man konnte sie ja noch gebrauchen.

Dass da irgend jemand einmal aus Nächstenliebe gehandelt hätte, ist nicht überliefert (wenn man von der Liebe zur nächsten Jungfrau absieht) – genauso wenig, wie Vergebung Teil der christlichen Praxis war oder ist.

Auch der Papst als Gottes Stellvertreter auf Erden hatte seine eigenen Armeen. Da konnte man schon einmal einen Kaiser herausfordern, wenn der nicht gehorsam sein wollte und ihn nach Canossa bestellen.

Da gab es auch mal zwei oder drei Päpste, in Avignon, Rom und sonstwo, die dann gegeneinander Krieg führten. Einer davon soll den Krieg gewonnen haben. Kurz, die ganze christliche Geschichte bis zum Ende des Mittelalters ist mehr oder weniger eine der brutalen Eroberungen, Unterwerfungen und nicht zu vergessen: Die Jungfrauen sind immer zum eigenen Gebrauch bestimmt.

Nun aber, mit dem Jahr 1492 treten wir in die Neuzeit ein. Nun wurde alles anders, nicht wahr? Die Werte der Renaissance, die Werke Shakespeares, ‚Utopia’ von Thomas Morus, endlich mal Werte, auf die man sich berufen kann.

Ausrottungskampagnen der Christen
Unglücklicherweise begannen aber genau zu dieser Zeit die fürchterlichsten Ausrottungs-Kampagne, die von Christen bis dahin je durchgeführt wurden.

In den gerade entdeckten Amerikas wurden in den folgenden Jahrhunderten Indianer und Indios abgeschlachtet und ausgerottet, dass es eine Art hatte.

Wahrscheinlich um die 10 bis 20 Millionen waren es am Ende, die bei der Besiedelung des neuen Kontinent nicht mehr im Wege waren. Auch hier: Die Jungfrauen wurden geschont. Sie waren für den eigenen Gebrauch bestimmt. Es gibt viele und ausführliche Geschichten über versklavte Indio-Frauen und auch einige junge Indianerinnen, die von den christlichen Eroberern benutzt wurden.

Als besonderer Höhepunkt der Christlichkeit in der „Neuen Welt“ kann der christliche britische General Jeffrey Amherst gelten, der mit Pocken infizierte Decken an die Indianer verteilen ließ.

Genau zu Beginn der Neuzeit begann auch die Geschichte des anderen großen christlichen Religions-Stammes, der Protestanten. Zunächst musste natürlich erst einmal gegeneinander Krieg geführt werden, wie es sich für anständige Christen gehört. Der dreißigjährige Krieg hinterließ ein völlig zerstörtes Europa. Die Hälfte der Bevölkerung Europas war ausgerottet worden (das wären in heutigen Bevölkerungszahlen etwa 150 Millionen von Toten gewesen). Diesmal klappte das mit den Jungfrauen nicht so gut, denn die Mehrheit wurde von der Pest dahingerafft und die macht keine Ausnahmen für die Jungfrauen.

Ebenso begann genau zu dieser Zeit die leider so notwendige Inquisition, denn hätte man die Ketzer frei laufen lassen und mit Terror drohen lassen sollen? Das alte Folter-Erbe wurde nun zu allerhöchsten Blüten getrieben. Es wurde so kunstvoll gefoltert, dass selbst heutige Folterknechte in Guantánamo Anerkennung zollen müssen – wenn deren Methoden natürlich doch auch weit fortgeschrittener sind.

Ebenso begann nun die Geschichte, dass man endlich Schluss machte mit Hexen und Hexern in Europa, die ja nachweislich für die Pest verantwortlich waren.

Oder Jeanne d’ Arc? Hatte sie es nicht verdient? Die Scheiterhaufen brannten allenthalben und ganz Europa hallte für Jahrhunderte von den Schreien der Verbrennenden wieder. Die christlichen Werte erreichten neue Höhen.

Menschenmaterial gefunden!
So als ob man nun aber alles, was es je auf Erden an Brutalität, Infamie und Gewalt gegeben hatte, in den Schatten stellen wollte, begann man nun die moderne Sklaverei zu erfinden.

In Afrika fand man ausreichend „Menschenmaterial“, das leicht zusammenzutreiben war, denn die „Wilden“ hatten den damals modernen Feuerwaffen nichts entgegenzusetzen. Schon wurde daraus eines der grössten Geschäfte der Weltgeschichte.

In holder Eintracht von Arabern, Juden und Christen (ja, die drei gehörten immer schon zusammen wie Pech und Schwefel) holte man Schwarze aus Afrika und verfrachtete und verkaufte sie hauptsächlich in die „Neue Welt“, wo es praktisch ausschließlich sehr gute Christen waren, die sich schwarze Sklaven hielten – hauptsächlich zur Arbeit in den Minen, im Stall und auf den Feldern – mit Ausnahme der Jungfrauen natürlich, die wurden selbst genutzt, so wie es bei den Christen und vorher schon Juden immer schon Brauch war.

Doch dann, ab der US-Verfassung von 1776, als nach und nach die Feudalregime durch die Herrschaft aufgeklärter Besitzer von Manufakturen und Fabriken ersetzt wurden, als der Kapitalismus den Feudalismus ablöste, da wurden natürlich die christlichen Werte völlig andere, nicht wahr?

Der Angstschweiss auf der Stirn der Nicht-Christen

Nun, zu Beginn, während der napoleonischen Kriege und der weiteren Entwicklung hin zum deutsch-französischen Krieg 1870/71, hätte man vielleicht noch Hoffnung haben können. Doch dann, als das hehre 20. Jahrhundert heraufdämmerte, da bekam alle Scheusslichkeit, die christliche Werte je ausgemacht haben mochten, noch neue, bis dahin völlig unbekannte Glanzlichter aufgesetzt, die allen Nicht-Christen auf der Welt den Angstschweiß auf die Stirn trieben.

Der 1. Weltkrieg 1914 bis 1918 war rein christlich auf beiden Seiten und war das gewaltigste Massaker, welches die Menschheit bis dahin je veranstaltet hatte mit insgesamt etwa 15 bis 20 Millionen Toten.

Die faschistische Hitlerherrschaft in Deutschland, einem christlichen Land (während der Hitlerherrschaft waren weit über 90 % der Deutschen in einer der beiden großen christlichen Kirchen) wurde zum absoluten Höhepunkt christlicher Tötungseffizienz. In einigen wenigen Jahren 6 Millionen Juden umzubringen, da konnte der Rest der Menschheit nur noch den Hut ziehen. Im wahrsten Sinn des Wortes – denn praktisch alle waren so erschüttert, wenn sie davon erfuhren, dass sie den Hut abnahmen.

Doch das war noch nicht alles. Das faschistische und christliche Deutschland entfachte auch den zweiten Weltkrieg 1939 bis 1945. Was kaum jemand für möglich gehalten hatte, wurde wahr: Die Opferzahlen des 1. Weltkrieges konnten noch einmal verdoppelt werden (etwa 35 bis 40 Millionen Kriegstote), alles zur höheren Ehre der jüdisch-christlichen Werte.

Dieser Krieg war noch gar nicht ganz vorbei, da stiegen am Horizont schon die Schatten der Pilzwolken der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki hoch und bescherten der Menschheit einen weiteren Höhepunkt christlicher Werte. Die Produktion immer neuer Atombomben in christlichen Ländern hört seitdem
nicht mehr auf.

Der Wahrheit halber sei aber gesagt: Immerhin etwa 1% der Atombomben der Menschheit gibt es heute in nicht-christlichen und nicht-jüdischen Ländern.

Doch damit ist die hehre Geschichte der Werte des jüdischen und christlichen Abendlandes noch keineswegs beendet. Die neue Weltmacht USA (zuerst zusammen mit der anderen Supermacht, dann als einzige verbliebene Supermacht), ein zutiefst christliches Land (über 80% der US-Amerikaner bekennen sich nicht nur zu einer der christlichen Religionen – das tun 95% -, sondern sind auch aktive Kirchgänger), konnte noch einmal eine besonders intensive Christlichkeit beweisen, als man ein kleines Land, Vietnam, aufs Korn nahm (Vietnamkrieg 1963 bis 1975).

Nun wurde der mit offenem Mund staunenden Menschheit gezeigt, wie man ein Land in die Steinzeit zurückbombt und wie man so viel „ Agent Orange“ ausbringt, dass Generationen von Kindern mit Missbildungen geboren wurden und noch bis heute geboren werden. Orange dürfte eine besonders christliche Farbe sein.

Wir wissen immer noch wie wir gut töten
Nun, von der jüngeren Geschichte braucht kaum gesprochen zu werden. Die Bombardierungen Jugoslawiens, der Überfall auf Afghanistan, der auf den Irak mit inzwischen bereits über 300 000 Ziviltoten, das alles belegt, unsere über alles geliebte Supermacht bewegt sich vollständig innerhalb der hehrsten und höchsten Traditionen der christlichen Werte. Allerdings hört man im Irak nur selten, dass die Jungfrauen geschont und selbst gebraucht werden. Sollte diese alte und so liebe christlich-jüdische Tradition in Vergessenheit geraten?

Dafür steht aber außer Zweifel: Die neuen Foltermethoden unserer vererhrten Freunde von jenseits des Atlantik schlagen alles, was es in der Vergangenheit gab. Noch nie wurde so effektiv gefoltert. Folter ist und bleibt ein absolutes ‚highlight‘ unter den christlichen Werten.

Nachdem wir uns nun endlich einmal umfassend informiert haben, was jüdisch-christliche Werte sind, verstehen wir nun endlich und natürlich auch vollständig, warum man sie mit Zähnen und Klauen gegen die bösen Angriffe des Islams verteidigen muss.

Man stelle sich vor, der will doch tatsächlich den Glauben mit dem Schwert verbreiten! Wie absurd!

Dieser Artikel erschien erstmalig bei Karl Weiss

terror

Bombt Al Kaida jetzt auch in Algier?

onlineredaktion – Terror in Algier, nach langer Ruhepause wieder einmal und gleich ein offenbar gezielter Terrorangriff auf die algerische Regierung, der heute am Mittwoch angeblich mindestens 23 Menschen tötete. Wird Algerien zum alten, neuen Krisenherd?

Es soll mehrere Angriffe auf den Regierungssitz sowie eine Polizeiwache am Rand der Hauptstadt Algier gegeben haben, bei denen zusätzlich 160 Menschen verletzt wurden.

Fünfzehn Jahre nach der Intervention der Streitkräfte gegen eine bevorstehende Machtübernahme islamischer Fundamentalisten, sind diese Anschläge ein schwerer Rückschlag für die Regierungspolitik „einer nationalen Versöhnung“. Ministerpräsident Abdelaziz Belkhadem sprach vor den Trümmern seines Amtssitzes denn auch von einem „feigen terroristischen Akt“: „Das algerische Volk hat ihnen die Hand gereicht, und sie haben mit einem Terroranschlag geantwortet“, sagte er verbittert und warf er den Islamisten vor, nicht auf das Amnestieangebot der Regierung eingegangen zu sein.

Unter Berufung auf die Behörden berichtete die amtliche algerische Nachrichtenagentur APS kurz von 23 Todesopfern. Allein beim Anschlag auf den Regierungssitz sollen mindestens neun Menschen ums Leben gekommen sein.

Passanten sahen einen roten Wagen, der auf den Amtssitz des Ministerpräsidenten zuraste. Polizisten eröffneten das Feuer und sollen versucht haben, den Fahrer des Wagens damit zu stoppen. Knapp 30 Meter vor dem Gebäude, in dem sich der Amtssitz des Innenministers befindet, explodierte aber gegen 11.45 Uhr der Wagen und brannte anschließend völlig aus. Von dieser Explosion wurden sechs Etagen des Gebäudes ziemlich demoliert und Teile der Fassade sackten ab und stürzten ein.

Damit nicht genug: In der Vorstadt Bab Ezzouar, am östlichen Rand von Algier, gab es zur gleichen Zeit eine Explosion. Nach Informationen von APS kamen dabei mindestens acht Menschen ums Leben und 50 wurden verletzt.

Warum Terror in diesem islamischen Land Nordafrikas?
Seit 1992 hat Algerien ständig Zoff mit islamischen Fundamentalisten. Damals schon wurde es gefährlich für die Regierung, denn die Islamische Heilsfront (FIS) der Fundamentalisten hätte beinahe bei der Wahl die Regierungsmehrheit errungen. Aber jene Wahl wurde von den algerischen Streitkräften für ungültig erklärt, und die Fundamentalisten flüchteten in den Untergrund. Schätzungsweise 200.000 Menschen wurden bei Anschlägen, Überfällen und Kämpfen mit Polizei und Soldaten seitdem getötet. Gegen Ende der 90er Jahre soll die Gewalt angeblich etwas abgeflaut sein und es schien, als nehme sie weiter ab. So sprach sich dann die algerische Bevölkerung mit großer Mehrheit für einen Plan von Präsident Abdelaziz Bouteflika zur nationalen Versöhnung aus. Es gab ein Referendum am 29. September 2005, verbunden mit einer weitgehenden Amnestieregelung. Doch die Ruhe seitens der Fundamentalisten war wohl trügerisch. In den vergangenen Monaten kam es häufiger wieder zu Zwischenfällen vor allem im Osten und in der Mitte Algerien. Immer öfter greifen Islamisten seitdem algerische Soldaten an und töten diese. Bombt Al Kaida jetzt auch in Algier?


Ein Bekennerschreiben der Al Kaida zu den Anschlägen in Algier wurde am Nachmittag auf einer dschihadisischen Internetseite publiziert. Die Echtheit des Dokuments wird noch angezweifelt. In dem großmäuligen Schreiben wird behauptet, die Nachrichtenagenturen hätten die Zahl der Opfer vorsätzlich zu niedrig angeben. Es seien tatsächlich 200 Menschen, die getötet und verletzt wurden. Dieses Foto wird ebenfalls auf der dschihadisischen Internetseite gezeigt. Angeblich zeigt es die Attentäter.

afrika

Rußige Flecken – Bilder der Zerstörung in Darfur

onlineredaktion – Google Earth zeigt die Spuren des Bürgerkriegs in der sudanesischen Region Darfur. Zusammen mit dem Holocaust-Museum in Washington hatte Google ein Projekt gestartet, um den Bürgerkrieg in Darfur mehr ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit zu rücken. Dazu zählen nun Bilder von der Zerstörung zerstörter Dörfer, die in dem Satellitenbilderprogramm Google Earth zu sehen sind – allerdings in geringer Auflösung und lediglich als rußige Flecken auf sandigem Grund. Aber die sind nun leicht zu finden: Wer mit dem Programm auf der virtuellen Weltkugel Zentralafrika ansteuert, findet große Teile orange gefärbt. Beim Heran zoomen erscheint der Schriftzug „Crisis in Darfur“ und kleine Flammen-Ikons, die angeblich 1.600 zerstörte Dörfer darstellen.


Das sudanesische Krisengebiet Darfur in Google Earth


Nieder gebrannte Hütten im Satellitenbild
© Google Earth/DigitalGlobe

Den Angaben nach wurde das am Dienstag vorgestellte Projekt in Kooperation mit dem United States Holocaust Memorial Museum in Washington erarbeitet. Mit Hilfe von Technologie, die es in der Vergangenheit nicht gab, wollen die Veranstalter versuchen, das Leiden der Menschen in Darfur zu veranschaulichen. Ob dies aber mit kleinen, unscharfen Flecken in Satellitenfotos von DigitalGlobe, einem der Bilder-Lieferanten von Google Earth, erreicht wird, darüber wird man sich streiten können.

Erneut haben unbekannte Bewaffnete eine Stellung der Friedensmission der Afrikanischen Union (AU) in Darfur angegriffen und dabei einen AU-Soldaten getötet. Wie die AU-Mission am Dienstag in Khartum mitteilte, seien drei weitere AU-Soldaten schwer verletzt worden. Bei einem Anschlag gegen die AU-Truppe wurden Anfang des Monats fünf senegalesische AU-Soldaten getötet. Die sudanesische Regierung hat bislang verhindert, dass die etwa 7.000 AU-Soldaten, die als zu schwach und zu schlecht ausgestattet gelten, von einer UNO-Truppe abgelöst wurden.

Unterdessen traf der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki in Khartum ein, um seinerseits „für eine politische Lösung des Darfur-Konflikts“ zu werben. Vertreter der sudanesischen Regierung, der Afrikanischen Union und der Vereinten Nationen einigten sich am Vortag auf weitere Schritte zur Unterstützung der AU-Soldaten. Doch in einem wichtigen, nicht weiter genannten Punkt gebe es immer noch Unstimmigkeiten, soll ein UNO-Vertreter gegenüber Journalisten erklärt haben.

afrika

SIMBABWE – Polizei mordet, Minister buddeln nach Diamanten

Dr. Alexander von Paleske – Der Polizeiterror in Simbabwe geht unvermindert weiter. Mugabe will, bevor es zu international überwachten Wahlen kommt, die Opposition durch andauernden Terror einschüchtern.

Vor wenigen Tagen wurde die Leiche des Kameramannes Edward Chikomba gefunden. Er hatte den Oppositionsführer Tsvangirai gefilmt, als der blutüberströmt die Polizeiwache verließ in der er zusammengeschlagen wurde. Seine Filmaufnahmen gingen um die Welt und lösten einen Sturm der Entrüstung aus. Aber darauf steht offenbar in Zimbabwe neuerdings die Todesstrafe, und Chikomba wurde vor seinem Tode noch schwer misshandelt.

Ein weiterer Aktivist der Oppositionspartei liegt mit schweren Schussverletzungen im Krankenhaus. Die Polizei hatte ihn in seinem Haus – er war unbewaffnet – drei Mal in die Brust geschossen.

Minister plündern Diamanten
Und die Minister der Regierung plündern mittlerweile die Diamanten in der neuentdeckten Mine in Chiyadzwa, im Marange Distrikt, Manicaland. Zwar ist die Mine von der Polizei abgeriegelt, aber ganze Trupps, von Ministern angeheuert, dürfen dort graben. Sie lassen sich durch die Farben ihrer Overalls unterscheiden.

Aber nur Top-Minister dürfen dort ihre Trupps buddeln lassen. Nachts kommen dann die Dorfbewohner und buddeln, unter Lebensgefahr. Draußen warten dann am nächsten Tag die Boten der weniger einflussreichen Minister mit Säcken voll Geld, um ihnen die Diamanten abzukaufen. Diese werden dann von ihnen ins Ausland geschafft, wo natürlich auch das Geld bleibt.

Kürzlich wurde wohl einer von ihnen versehentlich vor dem Abflug nach Dubai erwischt, mit Diamanten im Wert von 1 Million US-Dollar. Nhara heißt der Herr und ist Minister „in his President’s Office“. Und so schnüren Mugabes Gefolgsleute sich ihr Abschiedspaket, wohl wissend, dass es nicht mehr lange so weitergehen kann…

Simbabwe – Katholische Bischöfe warnen vor Massenaufstand
Simbabwe – Streiks im Öffentlichen Dienst
Söldner für das letzte Gefecht – Angolanische Crack-Unit kommt nach Simbabwe“
Erzbischof greift Südafrikas Haltung im Simbabwe-Konflikt an
Simbabwe – Regierungsterror ohne Ende
Simbabwe vor Bürgerkrieg
Präsident der Afrikanischen Union distanziert sich von Mugabe
Simbabwe: Oppositionspolitiker schwer gefoltert
Mugabes Ende naht, Polizei schiesst mit scharfer Munition.
Zimbabwes Diktator Mugabe feiert seinen 83. Geburtstag – und sein Volk hungert
Ob die Israelis noch zuhören? Seht euch Zimbabwe an!
Zimbabwe: Mugabes Umzug ins Paradies

kriminalitaet

Haider, Kulterer und die Hypo-Alpe-Adria Bank (2)

Dr. Alexander von Paleske —- 11.4. 2007 — Im ersten Artikel hatte ich berichtet wie die WMP Bank, an der die Hypo-Alpe beteiligt war, in ein Zentrum des internationalen Finanzbetrugs umgewandelt wurde, dank der Herren Khashoggi, Saxena, Mazur, Possino und Berthamieu. Obgleich offenbar auch gerade durch die Ignoranz des Herrn Hypo-Alpe-Vostands Dr. Kulterer – der einen der vorbestraften Gauner als “seriösen Mann“ bezeichnet hatte – Millionenschaden entstand, durfte er weitermachen. Dank des Kärntner Landeshauptmanns Rechtsaußen und selbsternannten Saubermanns Joerg Haider.

Ed Fagan betritt die Bühne
Dieser Skandal ist aber keineswegs ausgestanden, vielmehr hat der US-Staranwalt Ed Fagan Millionenprozesse in dieser Sache sowohl in den USA als auch in Österreich angestrengt. Ausgang: ungewiss.

Da der Herr Kulterer sich sehr von Ed Fagan unter Druck gesetzt fühlte, hat er den schneidigen US-Advokaten, der schon die deutsche Bundesregierung wie auch die Schweizer Banken zu Zahlungen an NS-Zwangsarbeiter erfolgreich mittels Klagen gebracht hatte, wegen versuchter gewerbsmäßiger Erpressung angezeigt.

Visionen in Millionen – 14 Tage im Jahre 2004
Nachdem der Herr Haider den Herrn Kulterer als Visionär bezeichnet hatte, ging der daran, seine Visionen umzusetzen. Im Jahr 2004 stieg die Bank in das riskante Geschäft mit Swaps ein, das man eher als Casino-Banking bezeichnen könnte und verlor innerhalb von 14 Tagen 330 Millionen Euro. 3 1/2 Packungen Peanuts – in der Sprache der Deutschen Bank.

Und wie Weinpanscher versuchten die Hypo-Adria-Banker den Verlust über mehrere Jahre zu strecken; das ist schon beim Wein verboten, erst recht bei Bankbilanzen, und es flog schließlich auf. Dann erst musste Kulterer seinen Vorstandssitz räumen, durfte aber gleich den Vorsitz im Aufsichtsrat übernehmen, der Visionär wird Kontrolleur. Wie zweckmäßig.

Der Koffer eines Selbstbeschädigers
Ein Christian Rauscher, Schatzmeister der Bank, bestrafte sich nun offenbar selbst, und als die Polizei im Januar 2005 in seine Wohnung kam, stand dort ein Koffer. Die Polizisten sahen den Koffer, nahmen aber offenbar keine Notiz davon, denn hier ging es um einen angeblichen Überfall – in Wirklichkeit aber Selbstbeschädigung. Alarmierte Bankangestellte rannten in die Wohnung und sicherten den Koffer, in dem offenbar Belastungsmaterial en masse sich befunden haben soll und trugen ihn fort mit der Bemerkung, hier ginge es um Bankgeheimnisse. Die Polizei ließ sie ziehen. Gut solche Kofferträger in einer Bank zu haben.

Ein verhafteter kroatischer Ex-General
Wie es der Name Hypo-Alpe-Adria Bank schon sagt, gehört auch der Adria-Raum zum Geschäftsgebiet und mit ihm Kroatien, einstmals regiert von einem Herrn Tudjman. Dessen ehemaliger General Vladimir Zagorek wurde nun verhaftet, ihm wird Betrug, Geldwäsche pp. vorgeworfen. Dieser Zagorek war natürlich gern gesehener Gast und Geschäftspartner der Hypo-Alpe, dem man gerne und reichlich Kredit gab..

In diesem Jahr noch soll die Bank an die Börse gebracht werden, vielleicht als Haider-Saubermann-Bank?

Haider und Khashoggi und das Spinnennetz internationaler Abzocke (1)
Haider, Kulterer und die Hypo-Alpe-Adria Bank (2)
Jörg Haider: Rechtsaussen, Saubermann und Lügner – Hypo-Alpe letzter Teil
Prostituierte, Parties, Pferderennen, Penny Stocks, Deutsche Bank in Toronto und Khashoggi
Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
Haider und Khashoggi und das Spinnennetz internationaler Abzocke

Unglück

Das Wrack der „Sea Diamond“ und die griechische Korruption

onlineredaktion – Nachdem die griechische Marine bereits vor den Osterfeiertagen angeblich heimlich ein Spezialteam zu dem gesunkenen Kreuzfahrtschiff gesandt hatte, wie uns aus gut unterrichteten Kreisen der Marine mitgeteilt wurde, um angeblich nach den beiden vermissten Passagieren suchen, soll nun von ziviler Seite ein fernsteuerbares Spezial-U-Boot des griechischen Zentrums für Meeresforschung das gesunkene Schiff untersuchen. Dem griechischen Fernsehsender Athina TV waren bereits Unterwasser-Fotos von der gesunkenen „Sea Diamond“ zugespielt worden.

Etwas verschlafen wirkt dagegen die Ankündigung vom Projektleiter Spyros Volonakis im griechischen Fernsehen am Dienstagmorgen, das (zivile) ferngesteuerte U-Boot könne Bilder vom Wrack geben. Dann wolle man entscheiden, wie vorzugehen sei.

Weltumsegler Helmut van Straelen, der das „Revier“ von Santorin gut kennt, vermutet aus eigener Erfahrung, dort ginge wohl alles drunter und drüber, was nichts Neues und gerade zu typisch für die griechischen Häfen sei.

Mads Hansen berichtete uns, die Korruption sei dort immer noch vorherrschend. Er selbst habe mitbekommen, wie Matrosen der Marine den Kontakt zu „Pressefritzen“ suchten, um „brandheiße Information und Fotos“ zu verkaufen. Auch ihm hat man ein solches Angebot gemacht. In dem Gespräch habe der Anbieter von einem U-Boot gesprochen, das bereits am Wrack gewesen sein soll. Von dem Boot aus habe man Teile des Wracks untersuchen können. Wie das im Einzelnen geschah, könne er gegen gute Bezahlung erfahren. Hansen lehnte ab. Er befindet sich inzwischen wieder auf See und hat die griechischen Hoheitsgewässer verlassen. Er wollte sowieso weiter, doch nun habe er sich beeilt, weil er befürchtete als Spion verhaftet zu werden. teilte er uns mit. Es sei in Griechenland üblich, will er gehört haben, dass häufig eine falsche Beschuldigung die Rache auf ein Kopfschütteln in solchen Geschäften sei.

Uwe Hollenberg schreibt über Korruption und Piraterie in griechischen Häfen – Steuer für Schiffe unter ausländischer Flagge in Griechenland
Aufhebung des griechischen Gesetzes (PDF)

Private Webseite von Helmut van Straelen

Kreuzfahrtschiff von „starker Strömung“ erfaßt – Seemannsgarn des Kapitäns?
Taucher im Kreuzfahrtschiff „Sea Diamond“
Kreuzfahrtschiff gesunken – „Es ging alles sehr schnell…“
Kreuzfahrtschiff droht vor Santorini zu kentern

Krieg

Paranoid trifft Paranoid – Iran erfüllt Erwartungen der USA

onlineredaktion – Von den USA wurde der Iran mehrfach beschuldigt an Atombomben zu arbeiten. Deshalb bereiteten die USA ihren künftigen Krieg gegen den Iran vor. Nun gab der Chef der iranischen Atomergie-Organisation, Gholam-Resa Aghasadeh, am Ostermontag in Natans bekannt, sein Land sei nun zur „Urananreicherung im großen Stil“ fähig; „im industriellen Maßstab“ könne man dies jetzt tun und es sei das Ergebnis von fünfjährigen „intensiven Forschungsarbeiten und Tests“. Er machte die Bekanntgabe innerhalb seiner Rede in der Urananreichungsalge Natans aus Anlaß des „Nationalen Atomtags“.

Einige westliche Beobachter halten seine Worte für eine speziell gegen die USA gerichtete Lügen-Propaganda, mit der die iranische Staatsführung offensichtlich einen Krieg provozieren will, um der Welt zu beweisen, wie schwach die USA in Wirklichkeit seien.


Atomare Grüße an die USA und Irans „Führer“
Ahmadinedschad gibt damit mächtig an.

afrika

Simbabwe – Katholische Bischöfe warnen vor Massenaufstand

Dr. Alexander von Paleske – In ihrer Osterbotschaft haben die katholischen Bischöfe Simbabwes, allen voran der „Löwe von Matabeleland“, Erzbischof Pius Ncube, Mugabe zum Rüktritt aufgefordert, um einen Massenaufstand zu vermeiden. Der Hirtenbrief mit der Überschrift „Gott hört die Schreie der Unterdrückten“ enthält den bisher schärfsten Angriff der katholischen Kirche gegen Simbabawes Diktator Robert Mugabe, selbst Katholik…

„Während das Leiden der Bevölkerung immer schlimmer wird, und als Antwort darauf Boykotte, Streiks und Widerstand zunehmen“ heißt es in dem Brief, der überall in Simbabwe verbreitet wurde, „antwortet die Regierung mit Verhaftungen, Verprügeln und Folter. Viele Menschen in Simbabwe sind empört und wütend und diese Wut schlägt nun in offene Revolte um in einem Stadtteil nach dem anderen.“

Allein in Harare lasen mehrere tausend Kirchgänger aufmerksam diese Botschaft. Im Klartext sanktioniert damit die Kirche den Aufstand gegen Mugabe.

Damit stellt sich die Kirche an die Spitze der Opposition, während der Oppositionsführer Morgan Tsvangirai wieder einmal seine Unfähigkeit in der vergangenen Woche bewies. Während die Gewerkschaften in der vergangenen Woche vergeblich zu einem zweitägigen Generalstreik aufriefen, hielt er sich in Südafrika auf und stellte Mugabe eine Amnestie in Aussicht, und dies angesichts unzähliger Verbrechen; einschließlich eines Genozids im Matabeleland in der 80er Jahren, dem mehr als 20.000 Menschen zum Opfer fielen.

Die Bischöfe riefen für den 14. April zu einem Massengebet auf, das von da ab jede Woche stattfinden soll.

Simbabwe – Streiks im Öffentlichen Dienst
Söldner für das letzte Gefecht – Angolanische Crack-Unit kommt nach Simbabwe“
Erzbischof greift Südafrikas Haltung im Simbabwe-Konflikt an
Simbabwe – Regierungsterror ohne Ende
Simbabwe vor Bürgerkrieg
Präsident der Afrikanischen Union distanziert sich von Mugabe
Simbabwe: Oppositionspolitiker schwer gefoltert
Mugabes Ende naht, Polizei schiesst mit scharfer Munition.
Zimbabwes Diktator Mugabe feiert seinen 83. Geburtstag – und sein Volk hungert
Ob die Israelis noch zuhören? Seht euch Zimbabwe an!
Zimbabwe: Mugabes Umzug ins Paradies

Unglück

Kreuzfahrtschiff von „starker Strömung“ erfaßt – Seemannsgarn des Kapitäns?

onlineredaktion – Der griechische Rundfunk soll gestern die Meldung gesendet haben, der Kapitän des Kreuzfahrtschiffes „Sea Diamond“ sei von der Staatsanwaltschaft verhört worden und habe die „volle Verantwortung“ für das Unglück übernommen. Sein Schiff war am Nachmittag des 5. April 2007 an einem Riff in Nähe des Hafens der Insel Santorin gestrandet, daraufhin gekentert und am darauffolgenden Tag – nachdem Rettungskräfte fast alle Passagiere und Besatzungsmitglieder vom Schiff geholt hatten – gesunken. Starke Strömungen hätten das Schiff vom Kurs abgebracht. Eine Kollision mit dem Riff habe er deshalb nicht mehr verhindern können.


Die gestrandete „Sea Diamond“. © Foto: Mads Hansen


Die gesunkene „Sea Diamond“.© Foto: Athina TV

„Alles Unsinn!“ meint Mads Hansen. Der dänische Skipper hielt sich mit seiner Yacht im Hafen von Naxos auf, wo wir ihn gestern telefonisch erreichten. „Da gibt es höchstens in der Mitte der Kaldera des ehemaligen Vulkans von Santorini eine kleine Insel, bei der es qualmt und mächtig nach Schwefelgas stinkt,“ sagt er. „Aber Strömungen, die kräftig genug sind einen solchen Koloss von Kreuzfahrtschiff auf ein Riff zu drücken, gibt es dort nicht.“

Auch der in Kalkar lebende Segler Helmut van Straelen hält die Aussage des Kapitäns für eine faule Ausrede: „Es gibt für alle Skipper, Schiffer, Kapitäne jede Menge Möglichkeiten sich über gefährliche Gebiete genau zu informieren. Ich kenne diese Inselgruppe aus eigenen Segeltagen ziemlich gut. Eine Strömung gibt es und kann es dort nicht geben – wegen der fehlenden Tide. Allerdings ist dieses Gebiet gespickt mit gefährlichen Untiefen (Felsen), die zum Teil unter Wasser liegen und deshalb nicht zu erkennen sind. Trotzdem – die gesamte Ägäis ist hervorragend vermessen. Dies schon seit den Tagen der alten Griechen, Türken und Römer. Das Seegebiet war das erste Revier, welches komplett mit allen Untiefen und Buchten seit mehr als 2.000 Jahren für alle Boote keine Gefahr mehr darstellt, wenn man sich schlau gemacht hat und aktuelle Seekarten nutzt. Das mit der Strömung ist eine faule Ausrede, weil schlicht gepennt wurde.“
Eine einzige Möglichkeit, die im Mittelmeer vor Santorin eine Strömung erzeugen könnte, wäre ein Tsunamie, der von einem Seebeben verursacht wurde. Doch das konnte bei den Erdbebenwarten nicht registriert werden. Die letzten Erdbeben liegen für die Entstehung eines Tsunami auch schon zu weit zurück und ereigneten sich am 25. und 30. März 2007 in der Türkei. Auch aus unterseeischen Erdspalten entwichene vulkanische Gase hätten eine Strömung verursachen können, doch in dieser Menge, die notwendig ist, um eine Strömung zu erzeugen, wären die Gase nach oben zur Meeresoberfläche aufgestiegen und man hätte sie riechen können. Darüber aber gibt es keine Zeugenaussage; jedenfalls noch nicht…

Private Webseite von Helmut van Straelen

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Ein Microsoft-Entwickler in der ISS

onlineredaktion – Wieder einmal war der Start einer russischen Rakete mit einer Sojus-Kapsel reibungslos verlaufen. Vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan hob das „Raumschiff“ mit den beiden Kosmonauten Fjodor Jurtschichin und Oleg Kotow in Begleitung des US-Milliardärs Charles Simonyi brüllend ab und schoss in den Himmel.

Simonyi gilt als einer der maßgeblichen Entwickler der Microsoft-Programme Word und Excel und ist der fünfte zahlende Gast in der ISS, der internationalen Raumstation. Mehr als 20 Millionen Dollar soll er für die Reise bezahlt haben, um elf Tage im All zu verbringen. Zusammen mit seinen russischen Begleitern soll er verschiedene Experimente durchführen. Welche Art diese Experimente sind, wurde bisher nicht bekannt. Kritiker von Microsoft frotzelten aber, es müsse sich dabei u.a. um einen provozierten Absturz der Raumstation handeln, die Simonyi nach altem Windows-Prinzip retten könnte, indem er aussteigt, um dann wieder einzusteigen: Strg+Alt+Del. Und die Raumstation könnte ihn fragen: „Wollen Sie wirklich wieder herein?“

Microsoft-Kritiker argwöhnten weiter, in einem weiteren Experiment werde die Verträglichkeit von Schickimicki-Kost im Weltall erprobt. Simonyi Freundin, die Lifestyle-Ratgeberin Martha Stewart, soll nämlich das „Gourmet-Menü“ ausgewählt haben. Für die Kosmonauten werde es u.a. geröstete Wachtel in Madeiraweinsosse, Entenbrustconfit mit Kapern und Reispudding mit kandierten Früchten geben – alles natürlich schön durch gematscht aus dem Klarsicht-Saugbeutel, denn konventionelle Kost flöge in der Schwerelosigkeit der ISS umher und könnte lebenswichtige, elektronische Bauteile an Bord zerstören. Das wäre in etwa so, als gösse ein Leser von „Journalismus – Nachrichten von Heute“ ein Getränk über seine Computer-Tastatur. Möglicherweise aber dient das besondere Essen weniger der Verdaulichkeit, sondern: Wie Kosmonauten mit einer Diarrhoe in der Schwerelosigkeit klar kommen – ohne die kostbare Raumstation voll zu machen. Denn: Auch die ISS soll angeblich der gesamten Menschheit dienen, auch jenen, die sich kein Gourmet-Essen im All leisten können und nur auf schlechte Kost angewiesen sind.