Krieg

Aufmarsch rund um den Iran

Spekulation um israelisch-amerikanischen Luftangriff

Malte Olschewski – Von Somalia bis Südkorea sind in den letzten Wochen verdächtige Aktionen amerikanischer Militärs registriert worden. Seit US-Präsident George Bush seine Mannschaft umgebaut und eine Verstärkung der Truppen im Irak angekündigt hat, wird das Schlimmste befürchtet. Die Amtszeit Bushs geht bald zu Ende. Sein Nachfolger, ob Demokrat oder Republikaner, dürfte ziemlich sicher die Truppen aus dem Irak abziehen und die Konfrontation mit dem Iran beenden. Um als ein siegreicher „war president“ in die Geschichte einzugehen, könnte Bush doch noch mit Hilfe Israels einen Angriff auf den Iran riskieren.

Fast alle US-Aktionen in Nahost und Asien lassen sich in dieses Muster einordnen. Zunächst einmal hat Bush die Verstärkung der Truppen im Irak um 20 000 Mann auf rund 170 000 Soldaten angekündigt. Ihre Disposition lässt den Schluss zu, dass sie in erster Linie das Regierungsviertel in Bagdad sowie amerikanische Basen gegen einen schiitischen Ansturm sichern sollen, der als Reaktion auf einen Luftangriff gegen den Iran mit Sicherheit zu erwarten ist. Die gut informierte „Sunday Times“ berichtete am 7.1.2006 über Details dieses Angriffplanes. Zwei israelische Geschwader sollen bereits den Angriff auf iranische Atomzentren geübt haben. Hierbei sollen Miniatur-Atombomben zum Einsatz kommen, um die unterirdischen Anlagen zu zerstören. Die USA würden in diesem Fall den Luftangriff logistisch absichern und gegen Ziele am Golf vorgehen.

An der Strasse von Hormuz sind bereits Flottenverbände mit dem Flugzeugträger „Eisenhower“ stationiert worden. Durch eine nur drei Meilen breite Rinne in dieser Meeresenge geht ein Viertel des globalen Ölverbrauchs. Als Reaktion auf einen Luftangriff würde der Iran sofort die Strasse von Hormuz durch Kriegsschiffe, Minen oder gesprengte Frachter sperren. Im nahegelegenen Hafen von Bander Abbas hat Teheran daher seine gesamte, relativ moderne Marine konzentriert. Die USA wiederum üben Massnahmen, um eine solche Sperre zu verhindern. Dabei ist das Atom-U-Boot „Newsport News“ mit dem japanischen Tanker „Mogamigawa“ kollidiert.

Es gab nur Sachschaden, doch bestehen wenig Zweifel, dass der Tanker für das U-Boot die Rolle eines iranischen Kriegsschiffes zu spielen hatte. Der Flugzeugträger „Eisenhower“ wiederum lag kürzlich vor der somalischen Küste, um zusammen mit Flugzeugen aus der US-Basis von Dschibuti einen Angriff auf somalische Dörfer zu fliegen. Die Amerikaner wollen in diesen Dörfern jene Terroristen aufgespürt haben, die 1998 für die Bombenattentate auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam verantwortlich gewesen waren. Etwa hundert tote Somalier, darunter Frauen und Kinder, waren die Folge dieses Angriffs, an dem auch in Kenia stationierten US-Militärs beteiligt waren.

Wahrscheinlich ist, dass die USA die vor der äthiopischen Offensive in den Süden geflüchteten Islamisten angegriffen haben. Zu Weihachten 2006 war mit amerikanischer Unterstützung die äthiopische Armee in Somalia einmarschiert, um das Regime der „Islamischen Gerichtshöfe (ICO)“ zu zerschlagen. Der äthiopisch-amerikanische Angriff war erfolgt, nachdem eine UNO-Beobachtergruppe eindeutige Beweise vorgelegt hatte, dass die islamistischen Gerichtshöfe vom Iran unterstützt worden waren. Mehrere Waffenlieferungen wurden in einem Bericht an den UNO-Generalsekretär genau beschrieben. In Dhusamareb würden sich demnach auch Iraner aufhalten, um die Förderung und den Transport von Uran aus dortigen Lagern in die Wege zu leiten.

Die USA klagen diesmal mit einigem Recht den Iran an, sich im Irak einzumischen. Teheran lässt sich die Chancen nicht entgehen, die eine schiitisch dominierte Regierung in Bagdad bietet. So wurde Mitte Jänner eine gemeinsame Schiffgesellschaft gegründet.

Es bestehen wenig Zweifel daran, dass der Iran die schiitischen Milizen des Landes mit Waffen ausrüstet. Der schiitisch-iranische Einfluss ist seit dem US-Angriff von 2003 nicht nur im Irak, sondern im ganzen Nahen Osten ausgeweitet worden. Washington hat mehrmals erklärt, dass man iranischen Einfluss nicht dulden werde. Am 12.1.2007 stürmten US-Truppen das iranische Konsulat in der Kurdenhauptstadt Arbil. Fünf Diplomaten wurden festgenommen und verschleppt. Darunter soll sich auch Mohammed Jafari Sahroudi befinden, der für die Ermordung von drei kurdisch-iranischen Politiker 1989 in Wien verantwortlich gemacht wird.

Was die iranischen Diplomaten in dem ausschliesslich von Kurden und keinesfalls von Schiiten besiedelten Norden getan oder verbrochen haben sollten, wurde nicht mitgeteilt. Es sind in diesen Tagen auch 16 amerikanische Kampfmaschinen vom Typ F-16 in der türkischen Basis von Incirlik zu „gemeinsamen Übungen“ mit der türkischen Luftwaffe gelandet. Von Incirlik aus waren im „Wüstensturm“ von 1991 die meisten Luftangriffe gegen den Irak geflogen worden. Die F-16 könnten von Incirlik aus eine unterstützende Funktion bei einem israelischen Luftangriff übernehmen. Der Iran wird jedenfalls genau aus der Luft beobachtet. Die Agentur FARS meldete, dass die iranische Armee über dem Erdölfeld von Azadegan ein unbemanntes Beobachtungsflugzeug abgeschossen habe.

In Afghanistan sind die US-Truppen im Süden des Landes in die Defensive gedrängt worden. Auch hier wollen die USA ihre Truppen verstärken. Ausserdem sollen die im Norden des Landes stationierten, deutschen NATO-Truppen in die Kampfgebiete des Südens verlegt werden. Damit Nordkorea bei einer möglichen Eskalation um den Iran nicht auf offensive Ideen kommt, ist ein ganzes Geschwader von Stealth-Flugzeugen in Südkorea gelandet.

So bedrohlich das Szenario nach den letzten Aktionen der USA auch wirken mag, darf nicht vergessen werden, dass schon seit 2004 in tausenden Artikeln von möglichen Angriffen auf den Iran geschrieben wird. Dass in den Generalstäben Pläne für einen solchen Angriff entwickelt werden, kann keine Überraschung sein. Es ist Aufgabe eines Generalstabes, Pläne für alle möglichen Situationen und Konflikte zu entwickeln. Es könnte auch die Zahl der Möglichkeiten, die dem Iran für einen Gegenschlag zu Verfügung stehen, solche Luftangriffe verhindern. Die iranische Marine könnte von Bander Abbas aus die Strasse von Hormuz sperren. Gleichzeitig könnten es konventionelle Raketen auf die grosse US-Basis in Katar hageln. Im Irak würde ein amerikanisch-israelischer Angriff schiitische Offensiven gegen alle US-Positionen auslösen. Der Iran könnte auch konventionelle Raketen auf israelische Städte abfeuern, die aber einen atomaren Gegenschlag Israels auslösen würden, der dann unvorstellbare Folgen haben könnte.

What is Incirlik preparing for?
US-amerikanisches Aufklärungsflugzeug über Iran abgeschossen?
Gerangel um die Straße von Hormuz
Der rechte Hammer Gottes schlägt aus Dschibuti – CIA Paramilitärs in ätiopischen Truppen integriert

medien

Kyrills Jaulen und die Leiden der TV-Reporter

Harald Haack – Der Luftdruck sank am Donnerstag, dem 18. Januar 2007, recht schnell, dann kam der Sturm, sang auch – aber anders – und wuchs zum heulenden Orkan heran. Das Orkantief, das über Europa hinweg fauchte, wurde von Meteorologen „Kyrill“ genannt, dem Namen mehrerer Heiliger der christlichen Kirche. Der Älteste derer soll ein cholerischer Kerl gewesen sein, ziemlich fies, ungestüm und undiplomatisch. Ein richtiges Ekel, obwohl die griechische Bedeutung seines Namens nicht „der Herrische“ bedeutet, sondern „der Herrliche“.

Der Name des Orkantiefs „Kyrill“ wurde für Kyrill Genow zum Geschenk zu seinem 65. Geburtstag. Das Institut für Meteorologie der FU Berlin vermarktet Namenspatenschaft für Hoch- und Tiefdruckgebiete. Genows Sohn, von dem das Geschenk kam, sagte den „Lübecker Nachrichten“: „Eigentlich sollte es ein Hochdruckgebiet werden, aber das gab es nicht mehr. Nun ist es ein Sturmtief geworden, und wir hoffen selber, dass wir glimpflich davonkommen“. Glück gehabt, denn Hochdruckgebiete kosten 299 Euro, Tiefdruckgebiete dagegen „nur“ 199 Euro.

Alle Räder standen still

Weniger Glück hatten alle Bahnreisende. Nachdem ein Intercity der Deutschen Bahn am Donnerstag nahe Wilster (Kreis Steinburg) gegen einen vom Sturm abgebrochenen Baum fuhr, wurde bundesweit der Zugverkehr eingestellt. Bei dem Zusammenstoß mit dem Baum kamen Hunderte Passagiere auf dem Weg von Sylt nach Hamburg mit dem Schrecken davon, sagten Sprecher der Bundespolizei Flensburg und der Bahn AG. Verletzte soll es nicht gegeben haben, denn der Zug wurde auch nicht aus dem Gleis geworfen. Aber die Lok war wegen der Schäden an Kabeln und Schläuchen nicht mehr fahrtüchtig und wurde wegrangiert.

Klitschnass
In Hamburg hatte am Donnerstagnachmittag ebenfalls ein Baum den S-Bahnverkehr unterbrochen. Nahe der Station Hamburg- Neuwiedenthal (im Süden Hamburgs) entwurzelte eine Sturmböe den Baum. Er drohte auf die Gleise zu stürzen. Der Verkehr wurde aus Sicherheitsgründen auf der S-Bahnstrecke unterbrochen. Reisende mussten in Ersatzbusse umsteigen. Ihnen klatschte dabei der strömende Regen wild in die Gesichter.

An der Waterkant
Am früheren Abend erreichte „Kyrill“ die Nordseeinsel Sylt mit seiner zweiten Front. Bei Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Kilometern pro Stunde liefen bis zu zweieinhalb Meter hohe Wellen auf die Uferpromenade in Westerland zu und erreichten deren Fuß. Vorsorglich wurden einige Busverbindungen auf Deutschland Urlaubsinsel eingestellt, ebenso die Fähre zwischen Sylt und der dänischen Insel Römö. Und es gab neue Warnungen: Für den Abend wurden noch Wellen mit einer Höhe bis zu dreieinhalb Metern und mehr erwartet. Der Orkan könnte sich auf 120 und in Böen auf 140 Kilometer pro Stunde steigern, warnte der Deutsche Wetterdienst.

Während die Fernsehteams bei dieser abenteuerlich steifen „Brise“ ausrückten, um abends für die ARD-Tagesschau und eine nachfolgende Sondersendung zu berichten, wies die Wasserschutzpolizei Husum darauf hin, vom Sturm losgerissene und auf die Strände gespülte Schiffsladung müsse vom Finder dem Ordnungsamt gemeldet werden. Wer Strandgut behalte, ohne die Behörden zu informieren, mache sich strafbar, erklärte der Hauptzollamtleiter Jürgen Thiele. Schließlich seien erst in der vergangenen Woche Teile einer Schiffsladung an die Westküste Schleswig Holsteins getrieben worden. Teilweise per Schubkarre hätten „Sturmtouristen“ Lederschuhe aus China abtransportiert. Die Schuhe stammten von einem Frachter, der bei stürmischer See zehn Container verloren haben soll. Die Ware wird nun am Zoll vorbei ihre Besitze gefunden haben. Möglich ist, dass es sich um Markenfälschungen handelt.

Und damit sonst nichts weiter an den Stränden passiert, warnte die Wasserschutzpolizei in Schleswig-Holstein Schaulustige eindringlich, nicht in der Nacht auf Deichen und Sperrwerken die Naturgewalten von „Kyrill“ hautnah erleben zu wollen. Der Aufenthalt im Freien sei bei der Wetterlage mit erheblichen persönlichen Gefahren verbunden, sagte Polizeisprecher Wolfgang Boe in Husum. Gleichzeitig forderte er Freizeitskipper und Bootseigner auf, zu überprüfen, ob ihre Schiffe sicher vertäut sind. Es soll wohl immer noch Menschen geben, die in solchen Dingen zu relax sind.

Ausgenutzt
Greenpeace nutzte das Medieninteresse, um inmitten des schweren Sturms an der Nordseeküste auf Sylt einen besseren Klimaschutz zu fordern und vor einer drohenden Zerstörung der Insel zu warnen. „Mit Küstenschutzmaßnahmen wie Sandvorspülungen ist Sylt auf Dauer nicht zu retten“, sagte Greenpeace-Experte Jörg Feddern am Donnerstag. Die Insel sei ein Beispiel dafür, dass der weltweite Klimawandel erste Opfer fordere. Die ungewöhnlich heftigen Stürme seien eine Folge der Erderwärmung. Sollten die Polkappen schmelzen, drohte den Nordseeinseln noch weit größere Gefahr, sagte Feddern. Nun müsse die Politik dringend handeln und weltweit das Klima schützen.

Schon vor 30 Jahren warnten Wissenschaftler vor diesen Klimawandel und schätzten, ab 2006/2007 käme es in Europa zu Naturkatastrophen, zu enormer Hitze und heftigen Regenfällen, zu Überschwemmungen und grauenvollen Stürmen. Da wir nun hautnah erleben, dass die Prognose stimmte und da das „Schiff“ schon sinkt, warnen Umweltschützer aber immer noch unbeirrt vor dem Untergang. Auch in ihren Köpfen muss bald ein Umdenken stattfinden. Eine der sicherlich dringendsten Fragen sollte sein: Was können wir noch retten und wie könnte dies geschehen? Vorschläge sind notwendig.

Am Orkantag: Zwei kuriose Verkehrsunfälle
Die Polizei geht davon aus, nicht der Sturm habe den Unfall verursacht, sondern mehrere auf der Fahrbahn liegende verrostete Bremsscheiben. Die sollen vermutlich von einem Laster gefallen sein. Opfer wurde ein 31 Jahre alter Autofahrer. Er habe die Gewalt über sein Auto verloren, als er bei strömendem Regen über die Metallteile gefahren sei, die auf der Fahrbahn der Autobahn 1 (Hamburg-Oldenburg) bei Lübeck lagen, sagte ein Polizeisprecher. Das Fahrzeug war dann gegen die Mittelleitplanke geprallt. Der Fahrer erlitt schwere Arm- und Rückenverletzungen.

Entweder hatte der Orkan einen Hamburger während seiner Autofahrt durch Oststeinbek (Kreis Stormarn) zu sehr belastet – oder war es die Angst wegen der zuvor von ihm konsumierten Menge Alkohol gewesen erwischt zu werden, dass er sich an einem „Duft“-Bonbon verschluckte und bei dem Hustenanfall die Kontrolle über seinen Wagen verlor. Er stieß zunächst an ein am linken Straßenrand geparktes Auto, das dann gegen einen weiteren Wagen prallte. Die Polizisten maßen im Atem des 52-jährigen 0,43 Promille Alkohol. An den Autos entstand ein Schaden von 16.000 Euro.

Die Leiden der TV-Reporter
In den TV-Redaktionen waren die Leitenden wieder in ihrem Element, und die Leidtragenden waren jene, die von ihnen heraus geschickt wurden, um abends vor der Kamera im Regen und Sturm mit gequälten Gesichtsausdruck ein paar banale Sätze aufzusagen. Ihr Job!

„Die Nachrichten überschlagen sich“, hieß es oft plakativ und einfältig zugleich in Anmoderationen. Und da waren sie wieder, die tagsüber noch gestellten Einstellungen, die nur eines zeigen sollten: Es stürmt. Seltsamerweise wurden immer wieder offenkundig totale Idioten gezeigt, die mitten im Orkan einen Regenschirm aufspannten und mit dem umgestülpten oder platt gedrückten Schirm kämpften. Einmal war eine Frau mit aufgespanntem Schirm zu sehen. Sie zählte wahrscheinlich zu einer Gruppe von Müttern, die ihre Kinder von der Schule abholten. Ganz klar: Sie hatte solche Slapstick-Nummern schon oft im Fernsehen gesehen und wusste, was zu tun ist, um auch einmal ins Fernsehen kommen.

Mensch, Kameraleute! Lasst Euch doch mal was Neues einfallen, um „Wetterbilder“ einzufangen.

Wie wäre denn beispielsweise mit ein paar Dutzend Klopapierrollen, die Ihr vorher abrollen und auf eine gegen den Sturm ankämpfende Gruppe von Passanten zuwehen lasst. Das gab es noch nie in den TV-Nachrichten. Mit Klopapier kämpfende Menschen im Sturm!

Auch ein kleines Kind, das von seinem selbstgebastelten Drachen durch die Luft gerissen und in etwa 10 Meter Höhe davon geweht wird, wäre noch drin – obwohl die Einstellung sicherlich eine umfangreiche Nachbearbeitung erforderlich macht – wer will schon tatsächlich ein Kind dafür opfern. Ach, das wäre dann eine Fälschung? Nun, die Regenschirm-Akrobaten sind es auch, und es gebe garantiert noch viele Beispiele von gesendeten Fälschungen, die in den TV-Nachrichten gezeigt wurden.

„Panoptikum“ der TV-Macher


Aus der Sondersendung der ARD zum Orkantief „Kyrill“. Im Hintergrund auf dem Studiomonitor ein „in Szene gesetzter Regenschirm-Akrobat“. © ARD


Kachelmanns Auftritt. Probleme mit dem „Hall im Ohr“. Etwas füllig geworden der Herr! Dank des Anti-Sturm-Joghurts, für den er wirbt ? © ARD


Der da im warmen, trockenen Studio und jener da draußen bei Sturm und Regen, live vom Frankfurter Flughafen. © ARD


Ulli Meerkamm: Er sprach nur übers Wetter, nicht über Zahnweh und litt ganz offensichtlich. Kein Wunder: Wer traut sich schon im schwarzen Anzug in einen solchen Orkan? Mann Ulli! Wozu hat die ARD Wetterjacken? © ARD


Matthias Weidner: Passend gekleidet. Gespondert von der ARD „Das Erste“? Sogar der Windjammer, wie die Mikrophonüberzieher genannt werden, war farblich abgestimmt. © ARD


Marion Schmickler: Keine Probleme mit der Frisur, denn sie machte ihren Aufsager aus der Abfertigungshalle des Köln-Bonner Flughafens. Clever die Frau! © ARD


Hatte keinen Frosch verschluckt, obwohl er so ausschaut, aber Herr Plöger durfte aus dem Studio heraus für den WDR regional übers Wetter reden. © WDR


Sonja Harpers: Kämpfte mit sich, ihrer Frisur und dem Orkan – live aus Winterberg. Gut, dass die Kneipe dort extra noch fürs WDR-Team geöffnet hatte. Sie sei ja nur kurz für den Aufsager heraus gegangen, ansonsten hingen sie alle drinnen herum. Also, Herr Wirt! Ich nehm dann auch noch einen… © WDR


Thorsten Schuld: In Monschau gab’s heftige Überschwemmungen und Regen und Sturm. Mehr nicht? Doch eine Moderatorin im schön warmen Studio… © WDR

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vermischtes

Outline the role of social factors in the formation of identities

Abigail Cowen – After recovering from the second World War, Britain regained it’s strength, building up a strong economy and increasing consumption possibilities. But this period of social stability was not to last. A quote from a miner, John Greaves, who spent his working life in the mines and witnessed the crumbling of the mining industries reflects this- “…odd bits of rubble left of what was the life blood of the local community” (Greaves, 1997, p.29). This essay will explore the breakdown and creation of new identities in relation to social influences.


There are a multiple of different ethnic identities now living in the UK, many of whom own a UK Passport.

From the moment we are born we enter a category- “Is it a boy or a girl?” How our individual identities are developed through our lives is dependent on many social and economic factors, the most dominant being- what social class we are born into, what ethnicity we are born with, the place we are born and what sex we are. We are given our sexual identity through our Birth Certificate and then our Passports. What these official documents fail to include are our ethnicities, be it Irish, native Caribbean or Pakistani, very important factors in our identities, and any personality traits we might carry. There are a multiple of different ethnic identities now living in the UK, many of whom own a UK Passport.

So we see that our sexual and gender, and even to a certain extent our ethnic identities are imposed upon us, but that does not mean to say that we have no control over our identities. The whole advertising industry is based upon people taking control of their identities through identifying with the product being sold. This process is called Interpellation, a concept created by Louis Althusser, (see Althusser in Woodward, K., 2004, p.19) and put to much use after the second World War when women were urged to stay at home in their traditional roles.

With the arrival of new social movements in the 1960s, society`s images of women and black people were challenged. Moreover, in the 70s and 80s other movements such as gay rights, peace campaigns, rights for the disabled, the environmental movement, and more recently the animal rights movement, have all sought to change the identities of their group through protesting with a common voice, something the British seem to do very well.

The sociologist, Max Weber (see Weber in Woodward, K. 2004, p. 100) constructed a theory that all individuals gravitate towards others who they see as similar to themselves, or on the same social status level as them. He refers less to class as did Marx (see Marx in Woodward, K. 2004, p. 97) a socialist revolutionary in the nineteenth century, who saw two clear-cut levels of class- the ruling class and the working class. Weber`s theory can be applied to these new social movements, in that whatever class a person belonged to was seemingly irrelevant when it came to protesting to change a group identity.


A result of Thatcherism was the growing inequality of income distribution.

Governmental policy in the 1970s, and namely Margaret Thatcher, brought with it significant changes in society. Privatisation saw the collapse of many mining and industrial industries throughout Britain.

With these collapses came the loss of identity for many working within these communities, as shown in the quote above by John Greaves. Another result of Thatcherism was the growing inequality of income distribution. Today in the UK the majority of wealth is owned by a very few, with a great many people living on the poverty line. Being poor has a stigma attached so is not a common identity that people will readily take on.

Although there has been the formation of new identities through group action, the rise in consumption has made our identities not only more individual but also more unstable . The idea that we know who we are because of the job we do no longer stands true. Many people have a few jobs at any one time because that is the only way they can get by, and a “job for life” just does not exist anymore. This insecurity can also be seen as an opportunity to carve a new identity, as the stereotypical values of the twentieth century are no longer so visible.

To sum up how social factors influence our identity formation, it would seem it is dependent on many factors. Who is in government, the economic situation, the role of the media in presenting identities and the action of social movements depending on what is credible at the time, as well as the personal life situation of the individual, are all identity forming factors. The driving force behind these changes is happening on a global level and will continue to waver for a while to come.

spionage

CIA-Heimatgebiet: Deutschland

Die Absurditäten des Falles Al Masri werden immer grösser

Karl Weiss – Nach allem, was man heute weiß, hat der CIA, gedeckt von deutschen Polizeibeamten, im Raum Ulm Überwachungen von islamischen Verdächtigen durchgeführt. Es gibt eine Aussage von einem Ehepaar, die beeidigt werden kann, in deren Wohnung eine Person, die sich nicht auswies und einen amerikanischen Akzent hatte, gegenüberliegende Wohnungen beobachtet hat. Offensichtlich ist diese Person auch in Abwesenheit des Ehepaares in deren Wohnung zu diesem Zweck eingedrungen. So kam man offenbar zu Erkenntnissen“gegen Al Masri, der dann entführt, der Freiheit beraubt und gefoltert wurde. Das ist ein eklatanter Bruch der deutschen Souveränität. Besonders bedenklich, wenn deutsche Obrigkeit dies auch noch deckt.

Extremisten brechen das Gesetz
Nach Ansicht der Extremisten in der US-Regierung können unter dem Vorwand der „Terrorismus-Bekämpfung“ jegliches Gesetz, jegliche Verfassung und jegliches Völkerrecht sowie alle internationalen Vereinbarungen gebrochen werden.

So handelt denn auch der CIA, der US-Auslandsgeheimdienst, ohne jegliche Regeln. Zum Beispiel wurde ein italienischer Staatsbürger in Mailand auf offener Straße überfallen, verschleppt, nach Ägypten gebracht und dort von ägyptischen Knechten gefoltert und von US-Amerikanern „verhört“. Ist dies schon ein ein Bruch aller Regeln internationalen Rechts und eine flagrante Verletzung der italienischen Souveränität, so bekommt es noch einen besonderen „Geschmack“, wenn man weiss, dass italienische Sicherheitskräfte dabei geholfen und danach versucht haben, dies zu verschleiern.

Aber immerhin, in Italien – im Gegensatz zu Deutschland – , gibt es noch eine Justiz, von der Beteiligte ausfindig gemacht und angeklagt wurden.

Freie Hand für die CIA
Nun ist aber im Zusammenhang mit dem Fall Al Masri, einem Deutschen aus dem Raum Ulm, herausgekommen, dass hier offenbar ganz ähnlich vorgegangen wurde. Man liess offenbar dem CIA freie Hand bei seinen Ermittlungen gegen angeblich gefährliche Islamisten und streitet jetzt eine deutsche Beihilfe oder Beteiligung an der Entführung Al Masris ab. Dies wird aber von Tag zu Tag unglaubwürdiger.

Der zuständige Staatssekretär damals im Ministerium, zuständig für die Geheimdienste, war – Sie ahnen es schon – ja, genau jener Steinmeier, der in seiner neuen Rolle als Außenminister in bombastischen Auftritten vor Presse und Fernsehen erschien, um in empörten Worten die Entführung Frau Osthoffs anzuklagen. Wenn er selbst in Entführungen verwickelt ist, dann macht er nicht so viel Aufsehens.

Im Raum Ulm/Neu-Ulm glaubten Sicherheitskräfte damals, das war also etwa in den Jahren 2002 und 2003, eine Konzentration von islamistischen potentiellen Terroristen ausgemacht zu haben. Es gab da ein Multikulturhaus, das sich inzwischen als völlig harmlos herausgestellt hat, es gab ein islamisches Informationszentrum – ebenfalls inzwischen von jedem Verdacht befreit – und eine Anzahl von islamischen Individuen, die im Dunstkreis dieser Institutionen ausgemacht wurden.

Christen dürfen Hass predigen, Mohammedaner nicht
Dazu gehörte ein Yehia Yusif, angeblicher ein Haßprediger, gegen den allerdings bisher keine einzige Anklage vorliegt. Offenbar hat er also nicht mehr Hass gepredigt als der Chefredakteur der dänischen Regionalzeitung, die jene „Mohammed-Karikaturen“ veröffentlicht hat und dies bis heute als Ausdruck der Meinungsfreiheit ansieht. Wie ist es, Christen dürfen Hass predigen, Mohammedaner nicht? Wie genau ist das Delikt des Haßpredigens definiert, in welchem Gesetzbuch ist es aufgeführt? Viele, viele Fragen.

Die Verdachtsmomente gegen Yusif sind aber noch viel schwerwiegender: Er soll im Jahr 1998 in Neu-Ulm Kontakt mit einer Person gehabt haben, die als mutmaßlicher Al-Kaida-Finanzchef bezeichnet wird. Zu dumm, dass dieser Yusif bereits seit 2001 nicht mehr in Neu-Ulm ist. Warum hat man eigentlich den vermeintlichen Finanzchef der Al Kaida nicht festgenommen, wenn man ihn in Neu-Ulm gesehen hat?

Eine andere gefährliche Person in Neu-Ulm war Reda Seyam, der nach „Angaben aus Sicherheitskreisen“ im Verdacht steht, einen Anschlag auf Bali im Jahr 2002 mitfinanziert zu haben. Wie schon im obigen Fall, keinerlei Anklage bis heute – die Mitfinanzierung kann also nicht sehr ausgiebig gewesen sein – oder sollten die „Sicherheitskräfte“ eventuell Verdachte bis in alle Ewigkeit verlängern, auch wenn sie sich nicht bestätigen?

Auf der Basis dieser –vorsichtig gesagt – vagen Verdachtsmomente wurden nun offenbar sämtliche Mohammedaner in ganz Neu-Ulm unter Generalverdacht genommen und intensiv überwacht. Dies wurde, wie der Stern berichtet, von der Polizei bestätigt.

Hello I am von the Polizei
Nicht bestätigt wurde allerdings, dass die CIA beteiligt war an dieser Überwachung. Da gibt es nämlich in Neu-Ulm ein Ehepaar, das Seltsames erlebte. Als man von einer Reise zurückkam im Frühjahr 2003, fand man die Wohnung aufgebrochen und in Unordnung vor, es fehlten aber keine Wertsachen. Kurz danach erschien ein junger Mann, der deutsch mit amerikanischen Akzent sprach, an der Tür, behauptete, er sei Polizist, ohne einen Ausweis vorzuzeigen und sagte, er müsse eine Überwachung durchführen.

Zielgerichtet ging er ins Arbeitszimmer und platzierte einen Stuhl am Fenster, von wo er offenbar eine bestimmte gegenüberliegende Wohnung observierte. Er war mit Gewehr, Funkgerät und Pistole ausgerüstet – nicht unbedingt die typische Bewaffnung von Polizisten. Später erfuhr das Ehepaar, dass dort gegenüber die Witwe eines tschetschenischen Freiheitskämpfers wohnte (wenn es gegen Russland geht, gelten sie als Freiheitskämpfer, ansonsten sind es Terroristen).

Auch deutsche Polizisten führten die gleiche Überwachung vom gleichen Fenster aus später fort. Die Polizei behauptet, nichts von dem Amerikaner zu wissen. Reichlich glaubwürdig, was? Neu-Ulm gehört zu Bayern. Im dort zuständigen Innenministerium hat man keine Erkenntnisse von dem Amerikaner. Nun, das bayerische Innenministerium war immer schon ein Hort der Glaubwürdigkeit, nicht wahr?

Deutsche Behörden geben zu, die islamische Szene in Neu-Ulm überwacht zu haben. Man hat ja auch kaum was zu tun, nicht wahr? Die Bekämpfung des organisierten Verbrechens wurde ja bereits eingestellt. Was soll man da sonst tun? Allerdings habe man nie Erkenntnisse an US-Geheimdienste weitergegeben.

Nun wird es aber rätselhaft.
Al Masri nämlich, der in Mazedonien entführt und US-Diensten übergeben wurde, wurde dort und später in einem Geheimgefängnis in Kabul nach seinen Aussagen fast ausschließlich nach der „Szene“ in Neu-Ulm befragt. Woher hatte der CIA Einzelkenntnisse, wenn er nicht selbst in Neu-Ulm tätig war oder Informationen von der deutschen Polizei bekam? Rätsel über Rätsel.

El Masri wurde von seinen CIA-Folterknechten unter anderem vorgehalten, ein Auto, das auf den Namen seiner Frau zugelassen war, sei von Yusif benutzt worden. Ebenso wusste man so persönliche Dinge wie die Überweisung eines Geldbetrages aus Norwegen an ihn.

Gegen Al Masri, um ihn zu entführen und zu foltern, lagen so „handfeste“ Verdachtsmomente vor, wie jenes: Das Auto eines angeblichen Islamisten sei 2002 vor dem Haus gesehen worden, wo er wohnte. Meine Güte, werde ich bis ans Ende meines Lebens für alle Autos verantwortlich sen, die vor dem Gebäude hier gesehen werden?? Er habe einmal ein Auto benutzt, das auf eine Firma zugelassen gewesen sei, die einem sogenannten Gefährder aus der islamischen Szene gehörte. „Gefährder“, das sind die, denen man nie etwas nachweisen kann.

Nun inzwischen steht bereits fest: Al Masri hatte nie etwas mit extremistischem Islamismus zu tun. Ob es überhaupt je eine Szene von solchen Islamisten in Neu-Ulm gab, muss bezweifelt werden. Vor Gericht gebracht wurden exakt Null Personen.

Der besondere Skandal ist, dass es bisher noch kein einziges Untersuchungsverfahren gegen die vermutlichen deutschen Täter gibt, die ja offensichtlich im Staatsapparat zu suchen sind. Nun, in Deutschland sind die Staatsanwälte den jeweiligen Justizministerien gegenüber weisungsgebunden und die Politiker werden natürlich den Teufel tun, Verfahren gegen sich selbst zuzulassen.

Natürlich ist es absolut üblich und auch im Prinzip nicht zu beanstanden, wenn Geheimdienste verbündeter Nationen in gegnerischen Gebieten zusammenarbeiten und auch Informationen austauschen. Aktionen eines Geheimdienstes einer verbündeten Nation im eigenen Land (mit oder ohne Wissen der Behörden des Landes) sind aber keineswegs üblich, ja werden in der Regel als feindliche Akte angesehen. Aber wer im Auftrag der US-Regierung kommt, kann sich anscheinend alles erlauben.

Polizei & Geheimdienst: Die Gestapo Erfahrung
Was nach der immer noch gültigen deutschen Verfassung („Grundgesetz“) eindeutig verboten ist, aus guten Gründen nach den Erfahrungen mit der „Gestapo“, ist die Zusammenarbeit von Polizei und Geheimdiensten, wenn schon mit deutschen, wie viel mehr mit ausländischen. Vor allem aber – und hier handelt es sich schon nicht mehr um eine einfache Grenzüberschreitung – reden wir hier von Verbrechen, wie Entführung, Geiselnahme, Freiheitsberaubung, Folter usw.

Jeder deutsche Mittäter ist da genauso schuldig wie die Köpfe der kriminellen Bande, die offenbar jenseits des Ozeans zu suchen sind.

deutschland

Wie funktioniert Restriktion in Deutschland?

Harald Haack – Ein hinterfotziger Terrorist! Vielenorts hat er zugeschlagen und mächtig was abgelassen. Er tobte in ganz Deutschland und nicht nur dort, sondern ebenso in Irland, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Niederlande und in der Schweiz und demnächst vielleicht noch in Südschweden und in Polen. Aber der deutsche Innenminister, Wolfgang Schäuble, sonst so erpicht darauf sich mit scharfen Sicherheitssprüchen ins rechte Licht zu rücken, schweigt.

Natürlich wurde der Terrorist längst erkennungsdienstlich behandelt: Orkan Kyrill. Der Name klingt wie eine Mischung aus Türke und Grieche. Ist er ein Zypriot?

Der Zypernkonflikt gilt als sehr kompliziert. Angeblich gebe es keinen, der wirklich mit ihm vergleichbar wäre. Er soll einer der wenigen Konflikte in Europa sein und zugleich ein Konflikt zwischen zwei NATO-Partnern. Da beide Konfliktparteien stur auf ihrem Standpunkt beharren, soll keine Lösung zu finden sein. Immerhin prallen hier bei beiden Konfliktparteien unterschiedliche Sprachen und unterschiedliche Religionen aufeinander. Genug Zündstoff für Terror und Terroristen!

Aber nein, er kam nicht von Zypern, sondern aus dem Westen – eventuell jenseits des Atlantiks. Also ein Amerikaner? Das wäre nicht verwunderlich, denn in den USA herrschen gegenwärtig wahrlich eisige Zeiten. Die Geburtsstätte für Typen wie ihn!


Die Regierungshauptstadt Berlin im Fadenkreuz der Anschlagsserie. TV-Terrorexperte Kachelmann demonstriert das Radarbild, auf dem der Terrorist gesichtet wurde. © ARD

Psychologen sehen in Terroristen wie Orkan Kyrill und Politiker wie Wolfgang Schäuble oder Günther Beckstein keinen nennenswerten Unterschied: Sie sind Machthaber und können als solche nicht erkennen, was Andere sehen, denken und empfinden.

Die Psychologen Adam Galinsky von der Northwestern University, Joe Magee von der Wagner Graduate School of Public Service an der NYU und Ena Inesi und Deborah Gruenfeld von der Stanford University legten kürzlich einer Studie vor. Sie kamen darin zu dem Schluß, es scheine so, als wenn Machtausübung systematisch verhindere die Perspektive eines Mitmenschen einnehmen und die Gefühle von diesem erkennen zu können. Macht sei das Gegenteil von Einfühlungsvermögen. Mächtige leisteten sich mehr Vorurteile, dächten schlicht und kontrollierten Ressourcen. Zudem seien sie vor allem zielorientiert und verfolgten ihre Ziele bockig und halsstarrig.

Was also unterscheidet Politiker von Terroristen?

Restriktionen!

Politiker, die die Freiheit eingrenzen und begrenzen oder mit den Möglichkeiten dahingehend spielen, handeln restriktiv. Genau genommen trifft dies in einem gewisse Umfang auch auf Terroristen zu, doch kein Terrorist könnte die Bewegungsfreiheit der Deutschen von Einhundert auf Null einschränken; Politiker dagegen schon.

Wegen der Anschlagserie von Orkan Kyrill wurden Flüge gestrichen, der Farbton blieb geheim. Die Herrschenden in Deutschland sperrten außerdem Autobahnen und der Bahnverkehr wurde total Deutschland angehalten. Alle Züge standen still. Nichts ging mehr. Die Reisefreiheit war mit einem Mal ein Relikt der Vergangenheit.

Wie viele Reisende davon betroffen sind, soll noch unbekannt sein. Bahnchef Hartmut Mehdorn sagte: „“Das hatten wir noch nie in Deutschland“. An dergleichen in diesem Ausmaß könnten sich auch ältere Bahnmitarbeiter nicht erinnern. Wohl um Tumulte zu vermeiden, wurden die Bahnhöfe in Essen und Hannover gesperrt. Was kommt noch?

Ist das der große Test der Bundesregierung, um die Fügsamkeit der Deutschen zu ermitteln? Wollten sie auszuprobieren, wie weit sie gehen und ihre Macht ausüben können? Ob der Versuch erfolgreich war und wie künftige Restriktion in Deutschland dann funktioniert, werden wir vielleicht bald wissen.

spionage

Spionagemünze war eine „Ente“

AP – Das US-Verteidigungsministerium hat einen Spionagebericht zurückgezogen, in dem vor kanadischen Münzen mit eingebauten Minisendern gewarnt worden war. Der Bericht über die Existenz solcher Münzen sei falsch, erklärte der Sicherheitsdienst des Pentagons am Donnerstag auf seiner Website. Man habe nie einen Beweis dafür gehabt, und inzwischen habe sich der Verdacht als unbegründet erwiesen.

In dem in der vorigen Woche bekannt gewordenen Bericht hatte es geheissen, bei Auftragsfirmen des US-Verteidigungsministeriums seien die kanadischen Münzen mit eingebauten Minisendern aufgetaucht. Das Pentagon habe eine Warnung an die betroffenen Unternehmen gerichtet. Die verdächtigen Münzen seien zwischen Oktober 2005 und Januar 2006 in mindestens drei Fällen sichergestellt worden, hiess es. Über die Hintergründe wurde nichts mitgeteilt.

Spionage unter Freunden?
Experten hatten es als unwahrscheinlich bezeichnet, dass die kanadische Regierung die amerikanische Verteidigungsbranche ausspionieren wolle. Als mutmassliche Verdächtige wurden stattdessen China, Russland oder auch Frankreich benannt. Ferner wurden Zweifel bezüglich der Effektivität solcher elektronischen Minisender laut. Deren Reichweite sei nach dem derzeitigem Stand der Technik stark eingeschränkt, hiess es. Des weiteren unterstrichen die Experten, dass es letztlich sinnlos sei, Münzen zum Ausspionieren bestimmter Personen einzusetzen. Dafür wechselten sie viel zu schnell den Besitzer.

vermischtes

Vogelgrippe: Mutation mit Tamiflu-Resistenz entdeckt

SDA – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bei zwei verstorbenen Vogelgrippe-Patienten Mutationen des H5N1- Virus entdeckt, die den Erreger möglicherweise resistent gegen das Roche-Medikament Tamiflu gemacht haben.

Das Virus sei zwar nicht so ansteckend geworden, dass eine Pandemie drohe, erklärte die WHO am Donnerstag. Weitere solche Mutationen könnten allerdings die derzeitigen Behandlungsmethoden in Frage stellen.

Proben von zwei verstorbenen Ägyptern hätten bei Tests nicht wie das bekannte H5N1-Virus auf Tamiflu reagiert, sagte der WHO-Experte Fred Hayden in London. Die beiden Patienten, ein 16-jähriges Mädchen und ihr 26 Jahre alter Onkel, waren Ende Dezember gestorben.

Eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch könne nicht ausgeschlossen werden, sagte Hayden. Die meisten Patienten haben sich bisher bei krankem Geflügel angesteckt. Wissenschaftler befürchten allerdings, dass sich der Vogelgrippe-Erreger derart verändert, dass eine Infektion von Mensch zu Mensch möglich wird.

Die untersuchten Erreger veränderten sich laut Hayden vermutlich, als die beiden Ägypter im Spital mit Tamiflu behandelt wurden. Weitaus Besorgnis erregender wäre, wenn sich bereits Tamiflu-resistente Typen des Virus bei Vögeln im Umlauf befänden.

Die entdeckten Mutationen wiesen Unterschiede zu denen auf, die vor zwei Jahren bei Patienten in Vietnam beobachtet wurden, wie Hayden betonte. Die Erreger dort waren vollkommen resistent gegen Tamiflu.

Viren, die auf dieses Grippemedikament nicht ansprechen, können häufig mit einer Reihe älterer und billigerer antiviraler Grippemittel behandelt werden, die den Wirkstoff Amantadin enthalten.

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Sturmwarnung für Orkan Kyrill nach oben korrigiert

Das Orkantief «Kyrill» wird die Schweiz stärker treffen als zunächst angenommen. MeteoSchweiz erwartete für die Nacht auf Freitag im Flachland Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde (km/h). Damit liege man aber noch unter «Lothar», hiess es. In England ist ein Autofahrer durch den Sturm ums Leben gekommen.

Aktuelle Sturmwarnungen in der Schweiz von Meteosat
Live Web Cam von Dover UK
Charmey (Schweiz)
Urnersee

Bereits in der Nacht auf Donnerstag und am Donnerstagmorgen wurden an mehreren Stationen in der Schweiz starke Böen verzeichnet. Der Sturm «Jürgen» sorgte in Zürich für Windstärken bis 80 km/h, im freiburgischen Plaffeien bis 84 km/h. Nach «Jürgen» folgt bereits das Orkantief «Kyrill». Für den Donnerstagnachmittag rechneten die Meteorologen von MeteoSchweiz mit Geschwindigkeiten im Flachland bis 100 km/h.

Den Höhepunkt des Sturms sagten die Meteorologen für den Abend und die erste Hälfte der Nacht auf Freitag voraus. MeteoSchweiz rechnete in den Niederungen mit Böen bis 120 km/h, an erhöhten und exponierten Stellen gar bis 140 km/h. Über dem Jura und über den Alpen wurden Windspitzen bis 160 km/h vorausgesagt. Damit liege man aber noch unter Lothar, sagte Jacques Ambühl, Meteorologe bei MeteoSchweiz, auf Anfrage. Damals waren beispielsweise in Brienz Windgeschwindigkeiten von 180 km/h und in Schaffhausen 162 km/h gemessen worden.

Dennoch ordnete der nationale Wetterdienst den Sturm am Donnerstag in der Gefahrenstufe zwei ein, nachdem am Mittwoch noch von einem Sturm der Gefahrenstufe eins ausgegangen worden war. Gefahrenstufe zwei bedeutet, dass es zu umstürzenden Bäumen, Beschädigungen einzelnener Gebäudeteile und einer Behinderung des Schienenverkehrs kommen kann. Auslöser für das Unwetter ist ein Tief, das von den Britischen Inseln zur Ostsee zieht. Am Freitag werden die Winde im Verlaufe des Tages abnehmen.

Behörden warnen vor Waldspaziergängen
Die Behörden haben am Donnerstagmorgen vor dem herannahenden Sturm gewarnt. Die Solothurner Kantonspolizei warnte die Bevölkerung mit Radiodurchsagen «dringend davor, Waldspaziergänge zu unternehmen oder sich in der Nähe von Baumgruppen aufzuhalten». Es sei durchaus möglich, dass Bäume umstürzen. Wer sich während der Stürme in den Wald begebe oder sich in der Nähe von Baumgruppen aufhalte setze sich einer grossen Gefahr aus.

Auch der Waadtländer Forstdienst forderte dazu auf, Waldspaziergänge bis Freitagabend zu unterlassen. Auch auf den Strassen sei Vorsicht geboten. Die St. Galler Kantonspolizei erliess eine Verhaltensanweisung für den erwarteten Sturm. So seien unter anderem gefährdete Gegenstände zu sichern, Wälder und exponierte Orte wie Dächer, Gebäude- oder Felsvorsprünge zu meiden.

Autofahrer in Grossbritannien getötet
Bei dem schweren Sturm über Europa ist in Grossbritannien ein Autofahrer ums Leben gekommen. Der 54-jährige Mann wurde auf einer Landstrasse in der Nähe der mittelenglischen Stadt Bridgnorth getötet, als ein Ast die Windschutzscheibe seines Autos durchschlug.

Durch den Sturm kam es auf der britischen Insel in allen Landesteilen zu erheblichen Behinderungen im morgendlichen Berufsverkehr. Vielerorts gingen schwere Regenfälle nieder. Die Meteorologen erwarten Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern.

Frachtschiff in Seenot
Im Ärmelkanal ist zwischen England und Frankreich ein britisches Frachtschiff in Seenot geraten. Das Schiff mit insgesamt 26 Mann Besatzung an Bord droht nach Informationen der BBC vor der Küste von Cornwall zu sinken. In die Rettungsversuche sei auch die französische Küstenwache eingeschaltet, hiess es.

Der Schiffsverkehr von Dünkirchen und Calais nach England wurde wegen des Sturms und der Schliessung des Hafens Dover am Donnerstag eingestellt. In Paris wurden alle Friedhöfe und Parks geschlossen, um eine Gefährdung durch abbrechende Äste zu vermeiden.

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kriminalitaet

Pentagon Attacks Lawyers of Guantanamo Detainees

Marjorie Cohn – In one of the most severe blows the Bush administration has dealt to our constitutional democracy, the Pentagon attacked the lawyers who have volunteered to represent the Guantánamo detainees.


Ironically, there were no alleged terrorists connected with 9/11 there until Bush recently transferred 14 men from his secret CIA prisons to Guantánamo.

Deputy Assistant Secretary of Defense Charles Stimson threatened corporate lawyers who agree to defend the men and boys imprisoned there. Flashing a list of corporations that use law firms doing this pro bono work, Stimson declared, „Corporate C.E.O.’s seeing this should ask firms to choose between lucrative retainers and representing terrorists.“

In 1770, John Adams defended nine British soldiers including a captain who stood accused of killing five Americans. No other lawyer would defend them. Adams thought no one in a free country should be denied the right to a fair trial and the right to counsel. He was subjected to scorn and ridicule and claimed to have lost half his law practice as a result of his efforts.

Adams later said his representation of those British soldiers was „one of the most gallant, generous, manly and disinterested actions of my whole life, and one of the best pieces of service I ever rendered my country.“

Federal Judge Green, who has handled the many habeas corpus petitions filed by the Guantánamo detainees, expressed appreciation for the lawyers: „I do want to say we are very grateful for those attorneys who have accepted pro bono appointments. That is a service to the country, a service to the parties. No matter what position you take on this, it is a grand service.“

More than 750 men and boys have been held like animals in cages during the last five years at Guantánamo. Many were picked up by warlords and sold to the U.S. military for bounty. None has been tried for any crime. Very few even have any criminal charges against them.

Ironically, there were no alleged terrorists connected with 9/11 there until Bush recently transferred 14 men from his secret CIA prisons to Guantánamo. Meanwhile, hundreds of detainees languish in custody, aided by 500 courageous lawyers from 120 firms who have volunteered countless hours to represent them.

Under the Military Commissions Act Bush just rammed through Congress, the Guantánamo prisoners could be held for the rest of their lives without ever seeing a judge. Those who decide that death could not be worse than life at Gitmo have participated in a hunger strike.

Rather than subject the Bush administration to embarrassment when prisoners die in U.S. custody, military guards force feed them. Thick plastic tubes are forced down their throats with no anesthesia. Tubes are not sterilized before being reused on other prisoners. The UN Human Rights Commission called the force-feeding „torture.“ Many prisoners also report being tortured during interrogations.

Guantánamo has become the symbol of U.S. hypocrisy. While fighting the „war on terror“ and attacking other countries for their human rights abuses, the officials in the Bush administration have become war criminals. Torture and cruel or inhuman treatment are punishable as war crimes under the U.S. War Crimes Act.

The Supreme Court held in Rasul v. Bush that the Guantánamo prison is under U.S. jurisdiction, so prisoners there are entitled to the protections of the Constitution. The Sixth Amendment mandates that every person charged with a crime has the right to be defended by an attorney. The government is forbidden by the Fifth Amendment from denying any „person“ — U.S. citizen or not — due process of law. The presumption of innocence is enshrined in our legal system.

Bush’s attack on lawyers is the latest assault on our civil liberties, which now includes warrantless surveillance of our phone calls and email, and most recently, our U.S. Mail. Although Bush says he’s spying on the terrorists, those who criticize his policies, including his illegal and immoral war on Iraq, are also invariably in his cross hairs.

All Americans should heed the words of Martin Niemoller: „First they came for the Communists, but I was not a Communist, so I said nothing. Then they came for the Social Democrats, but I was not a Social Democrat, so I did nothing. Then came the trade unionists, but I was not a trade unionist. And then they came for the Jews, but I was not a Jew, so I did little. Then when they came for me, there was no one left who could stand up for me.“

George W. Bush must immediately renounce Stimson’s threats and relieve him of his duties. A country that would sacrifice its own values under the guise of protecting them has no moral authority in this world.

Marjorie Cohn is a professor at Thomas Jefferson School of Law, president of the National Lawyers Guild, and the U.S. representative to the executive committee of the American Association of Jurists. Her book, Cowboy Republic: Six Ways the Bush Gang Has Defied the Law, will be published in June.


Cowboy Republic: Six Ways the Bush Gang Has Defied the Law
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kultur

Tratschundlaber

Sonja Wenger – Ich weiss, Halleluja, Weihnachten ist vorbei, die heilige Zeit der pathetischen Rückblicke und prophetischer Ausblicke, aber ich muss einfach: Es war Freitag, der 22. Dezember, die Kinderlein sangen, die Kassen klangen, da fand sich in «Heute» ein Bild von Victoria Beckham mit dem Titel: «Neue Kugeln für den Weihnachtsbaum? Dient ihr BH als Einkaufskorb oder war sie wieder mal beim Chirurgen.» Wow! Ich meine…WOW!


Beckham rechts: war sie wieder mal beim Chirurgen?

Überall finden sich solche journalistischen Perlen. Man greife sich irgendein beliebiges Heft eines beliebigen Tages und ohne jeglichen Zweifel findet sich so sicher wie die nächste Ausgabe am Kiosk darin Atemberaubendes. Beweise? Nach Spanien und Brasilien wird nun auch Italien die Festlegung einer Untergrenze des Body- Mass-Index für Laufstegmodells einführen. Und Armani meinte dazu: «Ich nehme nur gesunde Mädchen». Klar. Noch strengere Sitten herrschen in anderen Ländern. So steht der Chef des indonesischen «Playboy» wegen Veröffentlichung «unanständiger Fotos» vor Gericht. Unter anderem, weil die Models für Unterwäsche einen «einladenden Gesichtsausdruck» hatten. Über deren Body-Mass-Index lagen allerdings keine Informationen vor.

Apropos Wäsche: Nach dem Hochzeitsfetzen von Viktor & Rolf erreichte uns eine weitere Horrormeldung aus dem Tummelfeld der Massenanfertigung. Madonna macht, weil sie so «ein sicheres Gespür für Trends hat», nochmals Mode für H&M. Die Linie soll «zeitlos, einzigartig und glamourös wie ihre Schöpferin sein».


Alles in Ordnung: Korruption gehört zum guten Ton

Und wenn wir schon bei zeitloser Wäsche sind: Die «Schweizer Illustrierte» präsentierte eine Hommage an die ehemalige, in Unehren zurückgetretene Bundesrätin Elisabeth Kopp. Zu ihrem Siebzigsten. Laut «Heute» bereut sie ihr Vorgehen nicht. Allerdings würde sie in der gleichen Situation «heute nicht mehr zurücktreten» – sprich nachdem sie ihren Mann über ein drohendes Verfahren wegen Geldwäscherei informiert hatte. Lizzie! Please! Das müsstest du auch nicht mehr. Wir leben in der Welt eines George Dabbelju Bush und Silvio Berlusconi. Korruption gehört zum guten Ton.

Und wenn du mal nicht weisst, was tun: Italiens ehemaliger Premierminister will dem Land «ein Geschenk» machen, um «etwas Bleibendes zu hinterlassen». Nämlich will er eine europäische Universität gründen, um eine neue politische Elite zu formen. Als Fächer stehen dann zur Auswahl Nepotismus, Spinning, Korruption, Manipulation, Missmanagement der öffentlichen und Weisswaschung der eigenen Gelder. Und als fachkundige Dozenten fänden sich so illustre Namen wie George Bush Senior, Bill Clinton und Michail Gorbatschow.

Alle Tratschundlaber’s auf einen Blick
Tratschundlaber erscheint im Berner Kult Magazin ensuite