spionage

Bundesanwalt Valentin Roschacher tritt zurück

Medienmitteilung – Bern, 5. Juli 2006 Bundesanwalt Valentin Roschacher tritt auf Ende 2006 zurück. Die operative Führung der Bundesanwaltschaft übernimmt ab sofort interimistisch der stellvertretende Bundesanwalt Michel-André Fels. Die Stelle der Bundesanwältin oder des Bundesanwalts wird öffentlich zur Neubesetzung ausgeschrieben.


Setzte kolumbianischen Drogenbaron als Informant ein

Valentin Roschacher wird bis Ende 2006 seine Tätigkeit auf strategische Geschäfte beschränken und diese bis zum genannten Zeitpunkt betreuen. Über die Modalitäten der Demission haben sich die Parteien verständigt. Der Bundesrat hat heute davon Kenntnis genommen. Die beschlossenen und bekannt gegebenen Untersuchungen (Administrativuntersuchung EJPD) und Analysen (Situationsanalyse Effizienzvorlage) in der Bundesanwaltschaft bleiben vom Rücktritt Herrn Roschachers unberührt und werden unverändert weiter geführt.

Im Kreuzfeuer der Kritik
Roschacher amtet seit dem 1. März 2000 als Bundesanwalt und löste die Tessinerin Carla Del Ponte ab. Er war in seiner Amtszeit verschiedentlich in Kritik geraten, zuletzt wegen eines Geldwäschereiverfahrens gegen den Privatbankier Oskar Holenweger, bei dem Roschacher einen kolumbianischen Informanten und Drogenhändler als Informanten eingesetzt haben soll.

Im Anschluss an diese Vorwürfe haben das EJPD und das Bundesstrafgericht als Aufsichtsbehörden eine ausserordentliche Überprüfung der Arbeit der Bundesanwaltschaft angeordnet. Diese soll nun unabhängig vom Rücktritt Roschachers weiter geführt werden. Justizminister Christoph Blocher dankt dem Bundesanwalt in der Medienmitteilung für seine geleistete Arbeit.

Heikle Bundesstelle
In der Schweiz sind die kantonalen Justizbehörden für einen Grossteil der Strafuntersuchungen zuständig. Einige Delikte fallen jedoch in die Kompetenz der Bundesanwaltschaft (BA), dessen oberster Leiter Roschacher war.

Zu den Aufgaben der BA gehören beispielsweise Attentate, Spionage, internationale organisierte Kriminalität, Geldfälschung, Geldwäscherei, Korruption oder von Bundesbeamten im Rahmen ihrer Aufgabe begangene Straftaten.

Wer ist wer im Fall Roschacher

spionage

Claude COVASSI / Son audition par la Délégation des Commissions de Gestion

DELEGATION DES COMMISSIONS DE GESTION
Service du Parlement
3003 BERNE

A l’attention de
Monsieur Philippe SCHWAB,
Secrétaire

Par fax n° 031 322 98 66 uniquement

Genève, le 4 juillet 2006

Concerne : Claude COVASSI / Son audition par la Délégation des Commissions de Gestion

Cher Monsieur,

Par la présente j’accuse réception de votre courrier/fax du 3 juillet 2006 (arrivé à l’Etude à 19h03) en réponse à mon fax du même jour, lequel n’a manqué de me surprendre.

En effet, comme je vous l’indiquais, dans le cadre de cette correspondance – après vous avoir confirmé les disponibilités de Monsieur Claude COVASSI pour une audition par la Délégation courant de cette semaine et/ou au début de la semaine prochaine (soit, selon vos exigences, avant le début des vacances parlementaires), il apparaissait néanmoins indispensable, au regard de la situation délicate, notamment sécuritaire, dans laquelle se trouve mon client, de lui accorder un délai préalable de 48 heures aux fins de pouvoir préparer son déplacement dans les meilleures conditions possibles.

A cet effet, je vous avais dès lors suggéré, comme date la plus rapprochée, le jeudi 6 juillet, dès 14h00 et/ou tous les jours ouvrables suivants à partir de 8h00.

En effet, et comme il l’a toujours affirmé, Monsieur Claude COVASSI n’entend pas – compte tenu des documents délicats actuellement en sa possession – organiser un tel déplacement – aux conditions préalables qu’il a exposées – sans avoir une date (jour et heure) précise pour son audition.

Je ne vous cache dès lors pas, une fois de plus, l’étonnement et la surprise de mon client, lequel a finalement l’impression – impression, à mon avis, partagée par de nombreux médias, et certainement par une partie non négligeable de la population – au vu du peu de considération qui est apportée par la Délégation relativement à ses problèmes sécuritaires, que personne ne souhaite réellement, à Berne, entendre les révélations que s’est, spontanément, proposé de faire mon client.

Dès lors, je vous saurais gré de bien vouloir me faire confirmer, à brefs délais, une nouvelle date d’audition – si possible le lundi 10 juillet 2006 – pour Monsieur COVASSI, que je ne saurais, en l’état, blâmer s’il exprime sa déception dans la presse.

Compte tenu de ce qui précède, je comprendrai bien, par ailleurs, qu’il ne saurait être question de conserver à ces tractations le caractère confidentiels qu’elles avaient à ce jour.

Veuillez croire, Cher Monsieur, à l’expression de mes sentiments parfaitement dévoués.

Razi ABDERRAHIM, avt

Cc : Claude COVASSI

et-1-_commission_de_gestion040706 (pdf)

Covassi: lettre à la Delegation des Commissions de Gestion
Covassi: Communiqué à l’ATS/SDA
Lettre à Monsieur Hofmann et La Délégation des Commissions de gestion
Claude Covassi: Communiqué à l’ATS/SDA
Affäre Covassi: Wer trägt die Verantwortung?
Communique a l’ATS-SDA
Streng öffentlich: Ex-Spion droht Geheimdienst bloßzustellen
Schweiz: Covassi – der Spion, der in die Kälte kam …
Vereitelte Schweizer Geheimdienst Terroranschlag auf El-Al?

deutschland

Gute Nacht, Frau Merkel!

Harald Haack – Während der Fussballweltmeisterschaft 2006 hatte Deutschlands Kanzlerin noch schnell am Fussballvolk vorbei Entscheidungen durchgedrückt, die inzwischen unter den Parlamentariern zu Tumulten führten. Aber lassen wir die Politik ausnahmsweise einmal beiseite. Das macht doch nur krank!

Deutschland ist raus! Italien gewann mit 2 Toren gegen Deutschland das WM-Spiel. Die Deutschland-Fahnen dürfen wieder eingeholt werden. Die patriotischen Höhenflüge sind vorbei. Die deutsche Großmäuligkeit im deutschen Presse-Mainstream vergräbt sich. Das normale Leiden und Maulen der Deutschen ist wieder hergestellt. Deutschland abgeschminkt.

Nichtsdestotrotz zeigen wir hier die interessantesten Bilder des Spieles Deutschland-Italien im Dortmund-Station.


In der 79 Spiel-Minute: Prodi erwartungsvoll gelassen, Merkel popelnd, Schreie des Entsetzen in der Bildregie des ZDF. Nur 1,3 Sekunden gönnte der regierungstreue TV-Sender seinen Zuschauern und der weiten Welt dieses Bild.


Stieg der Kanzlerin die Spannung des Spiels in die Nase?


In der 103. Spielminute, Verlängerung: Merkel und der von ihr geschaffene Bundespräsident Horst Köhler flaxen offensichtlich siegenssicher über die Italiener. Das findet Italiens Ministerpräsident Prodi nicht lustig. Sein Blick aber verrät: Wartet nur ab!


Das zweite Tor gegen Deutschland ist gefallen, das Spiel aus. Prodi sucht Bestätigung bei seinem Sitznachbarn. Köhler und Merkel sind betroffen nebeneinander gerückt.


So sahen wir sie schon oft und so werden wir sie noch oft im Deutschen Bundestag sehen: Kanzlerin Merkel. Die Niederlage war doch vorauszusehen.


Bonus: Aus der WebSeite von Bundespräsident Köhler: „Die werden Weltmeister“.

deutschland

Neuer Nationalismus in Deutschland?

Karl Weiss – Tatsächlich gibt es eine Menge schwar-rot-goldiger Fähnchen in Deutschland. Sie wurden ja auch umsonst oder fast umsonst ausgegeben. Und es ist eben schon lange Tradition, daß man bei internationalen Sportereignissen seine Begeisterung für die heimischen Sportler mit der Fahne des Landes kundtut. Interessierte Kreise, die es gerne hätten, wenn in Deutschland wieder nationalistische Hysterie ausbräche, wollen dies nun umdeuten.

Für viele Jahre nach der faschistischen Hitler-Diktatur war jede Art von Nationalgefühl verpönt. Die Parallelen zum Nationalismus der faschistischen Horden wären zu schnell und zu leicht aufgetaucht. Das schlechte Gewissen der Zeitgenossen der faschistischen Massenmörder pochte. Sie waren froh, gerade noch eben der allgemeinen Verurteilung entkommen zu sein, die mit der Kollektivschuldtheorie einherging, die nach dem Kriegsende bis 1947 von den Westalliierten propagiert wurde – und die heute von der Spinner-Gruppe der „Antideutschen“ wieder aufgegriffen wird.

Doch nun, über 60 Jahre nach dem Ende der Welle von Tod und Verbrechen, die der deutsche Faschismus über Europa schwappen ließ, nachdem Zeitzeugen, d.h. Leute, die 1945 mehr als 12 Jahre alt waren, mehr als 73 sind und viele von ihnen schon nicht mehr leben, heute, da eine neue Generation von Deutschen herangewachsen ist und inzwischen auch schon eine dritte, alles Leute, die sich bei aller noch so extremer Auslegung keiner Schuld bewußt sein können, ist Deutschland zur Normalität zurückgekehrt und hat ein Recht dazu.

So wie die Anhänger eines Fußballvereins die Wappen und Farben ihres Clubs verwenden, um ihre Zugehörigkeit zu zeigen, so verwendet man bei der Weltmeisterschaft selbstverständlich die Bundesfarben.

Die jungen Deutschen haben ein Recht, das deutsche Fähnchen als Abzeichen zu verwenden, das sie mit ihrem Fußballteam verbindet, sie identifiziert als Fans der deutschen Mannschaft. Das dies gleichzeitig das Symbol einer agressiven imperialistischen Macht ist, ist richtig. Aber die Zahl der Fußballfans, die sich damit identifizieren, ist gering.

Nein, keinerlei neuer Nationalismus, schlicht Fußballbegeisterung.

Der Fußball ist, wie Sport im allgemeinen, völkerverbindend und hat das bei der WM 2006 bewiesen. Bis auf einen einzigen Zwischenfall (jedenfalls bisher) haben sich die Fans der verschiedenen Teams blendend verstanden, auch wenn manchmal die Sprache des anderen nicht zu verstehen war. Die Verbrüderungen zwischen deutschen und ausländischen Fans waren Legion, so wie auch die verschiedener ausländischer untereinander.

Natürlich wollen die bürgerlichen Politiker gerne die Welle von Fahnen als Zustimmung zu ihrer volksfeindlichen Politik auslegen. Aber das klappt nur solange, wie sie nicht öffentlich auftreten. Sobald Frau Merkel am Lautsprecher angekündigt wird, gibts Pfeifkonzert.

Da wird gerne von „Patriotismus“ geredet, wenn man Nationalismus meint. Aber Patriotismus ist das ganz normale Gefühl (fast) jedes Menschen, daß er sich zu den anderen Leuten in seinem Land zugehörig fühlt, daß er sich hier wohlfühlt und dem auch Ausdruck gibt. Demgegenüber ist Nationalismus ein lähmenden Gift. Es beinhaltet das Herabwürdigen anderer Völker, sich über sie erheben zu wollen und geht oft mit Volksverhetzung einher. Von diesem Nationalismus halten fast alle Deutschen weiterhin wenig und das ist gut so.

vermischtes

Tau-Herkulid über Hamburg

Harald Haack – Das glaubt mir niemand, dachte ich in der Nacht vom 3. zum 4. Juli 2006 als ich auf meinen Fotos, die ich von unserer Loggia aus in Hamburg-Barmbek vom westlichen Nachthimmel gemacht hatte, die Leuchtspur einer Sternschnuppe entdeckte. Kurioserweise hatte ich auf demselben Foto auch einen grünen Laserlichtstrahl abbilden können: Eine zufällige Begegnung.

Auf vielen Hamburger Dächern stehen gegenwärtig, zur Zeit der Fussballweltmeisterschaft, Tore aus blauen Leuchtstoffröhren, „Blue Goals“ genannt, und illuminieren den Himmel. Besonders tiefhängende Wolken, in Hamburg eigentlich keine Seltenheit, schimmertern dann in blauem Licht. Die „Blue Goals“ leuchteten schon vor der WM von den Dächern. Doch mit dem ersten Spiel der WM ist der Himmel über Hamburg wolkenlos. Es gab zwar zwischenzeitlich für zwei Tage Regen, aber nun scheint wieder die Sonne über der Hansestadt und in der Nacht funkeln die Sterne, was für Hamburg relativ selten geworden ist. Es ist die Lichtverschmutzung, ausgehend von den vielen Lampen und Leuchten der Stadt, die die Sterne verblassen lassen. Nur die hellsten sind sichtbar, wenn der Himmel wolkenlos ist.


„Blue Goals“ illuminieren die Alster-Skyline von Hamburgs Innenstadt, gesehen vom Bootsanleger Schwanenwyk. Foto: Harald Haack

Als sinnlose Lichtverschmutzung und Energieverschwendung wurden die „Blue Goals“ bereits von Autoren der Hamburger Werbe-Postillen beschimpft. Doch der Philips-Konzern, der die Leuchtstoffröhren spendierte, versichert, der Energieverbrauch sei nicht höher „als jener in einem ganz normalen Theater während einer Abendvorstellung“. Wer weiß als Otto-Normal-Verbraucher schon, wie hoch der Stromverbrauch eines „normalen Theaters“ ist! Gering ist er jedenfalls nicht.

Aber Michael Batz, der Künstler, der sich das schöne Spektakel ausgedacht hat, versichert, dass besonders die Beamer, die ihre grünen Laserstrahlen jetzt in die blauen Tore feuern, am sparsamsten seien. Von Anbruch der Dunkelheit an bis in die Nacht hinein überraschen die grünen Laserstrahlen all jene, die unterwegs sind oder sich wie ich auf eine Loggia gesetzt haben, um bei einem Gläschen Bier die kühle Nachtluft zu genießen. Obwohl die Strahlen über mehr als einen Kilometer hinweg kräftig leuchten und gut zu sehen sind, soll die Leistung lediglich 5 Watt betragen.

Michael Batz: „Die Beleuchtung muss zum Ort passen. Mit der Symphonie der blauen Tore und Lasernetze am Himmel kann Hamburg in der Liga der Metropolen weit vorne mitspielen.“ Durch das Lenken der Laserstrahlen in die Tore verspricht er eine weltmeisterliche Darbietung: „Nirgendwo sonst werden mehr Tore als in Hamburg fallen.“

Nun gut, die Kunstaktion von Michael Batz hatte mich zum Fotografieren animiert. Wäre der grüne Lichtstrahl nicht am westlichen Nachthimmel, links von der Sichel des untergehenden Mondes aufgeflammt, hätte ich einfach nur zum Himmel geblickt und mein Bier getrunken. So aber sprang ich auf und holte rasch meine digitale Kamera aus der Wohnung. Es blieb nicht aus, dass ich dabei im Dunkeln über eine im Weg stehende schwere Kameratasche stolperte und mir die Zehen prellte. Da mein Kamerastativ im Auto lag, presste ich die Kamera mit dem Kameraboden an die seitliche Klinkersteinwand unserer Loggia und machte mehrere Belichtungen.

Während der Belichtungen blickte ich auf das Display der Kamera und bemühte mich, die Kamera völlig unbeweglich zu halten. Da der Laserstrahl bald verschwand, setzte ich mich wieder hin und nippte an meinem Bier. Doch schon nach wenigen Minuten flammte der Laserstrahl erneut auf und ich war sofort wieder auf den Beinen, presste die Kamera an die Wand und machte Fotos, jeweils mit der längsten Belichtungszeit, 4 Sekunden, die meine Olympus Camedia 4040 zustande bringt. Leider zeigt das Display bei Nachtaufnahmen ein helleres Bild an. Nachdem ich die Fotos auf den Computer überspielt hatte, stellte ich fest, dass die Fotos allesamt unterbelichtet waren – was nicht hieß, dass ich sie rettungslos verloren hätte abhaken können. Sie mussten lediglich digital „entwickelt“ werden, um das sichtbar zu machen, was meine Augen gesehen haben bzw. was sie nicht sahen. Da ich während der Belichtungen aufs Kamera-Display gestarrt hatte, sah ich das Himmelsobjekt erst später auf dem Computer-Monitor: Eine Sternschnuppe, vom Zenit des Himmels kommend.


„Tor, Tor, Tor!“ Tau-Herkulid trifft grünen Laserstrahl über Hamburg-Barmbek. Rechts unten, hinter der Dachkante eines Hauses, der Lichtschein des Mondes. Die von der Kamera erfasste Uhrzeit dieses Augenblicks: 23.42 Uhr MEZ. Foto: Harald Haack

Wahrscheinlich handelte es sich um einen Nachzügler der „Tau-Herkuliden“, wie mir ein Hamburger Astronom mitteilte. Er möchte namentlich nicht genannt werden, weil er sich mit seiner Vermutung nicht festlegen möchte. Tau-Herkuliden sind ein Meteorstrom. Sie treten zwischen Mitte Mai und Mitte Juni am intensivsten am nördlichen Nachthimmel auf. Ihren Ursprung sollen sie im Kometen 73P/Schwassmann-Wachmann, der in mehrere Teile zerbrach und im Mai der Erde nahe kam, wie ich berichtete.

Was ich beim zwischenzeitlichen Warten auf die Wiederkehr des grünen Lichtstrahls mit bloßem Auge gesehen habe: Ein seltsames wolkiges Flimmern in der Luft – wie brodelndes Wasser. Es ist auch in diesem Foto zu sehen. Das sind die fleckigen Strukturen im Blau des Himmels. Ich bin mir nicht sicher was das ist.

Entweder es war tatsächlich da und die Kamera hat es auch gesehen und eingefangen im Foto. Oder aber es ist als Seh- und Bildrauschen zu erklären, denn auch unser Sehen ist verrauscht, wenn das Licht sehr schwach ist. Dann entsteht ein wolkiges Flimmern, wie es auch in Filmaufnahmen vorkommt, die mit hochempfindlichem, grobkörnigem Aufnahmematerial gemacht wurden.


Ausschnittvergrößerung: Wolkige Strukturen in der Luft.

In dem Foto dürften diese Strukturen aber eigentlich nicht zu sehen sein, wenn es sich nur um Bildrauschen handelt. Die Kamera war auf 100 ASA und die Belichtung auf -1.7 eingestellt – was eine gehörige Unterbelichtung ergibt, aber Bildrauschen verhindert. Zudem war der DeNoise-Modus der Kamera aktiv. Zum Aufhellen des Fotos habe ich es in Adobe Photoshop in drei Ebenen übereinander gelegt und diese Ebenen umgekehrt miteinander multipliziert. Das verhindert das Entstehen einer groben Körnigkeit des Fotos – im Gegensatz zur einfachen Tonwertkorrektur mittels Einengung der Tonwerte, bei der dann nicht nur die Körnigkeit, das Rauschen, verstärkt wird. Es entsteht auch eine Erhöhung der Farbsättigung und teilweise ein Ausbrechen der Farben.

Zusätzlich habe ich das Foto mit Hilfe der Software „Neat Image“ entrauscht. Die wolkigen Strukturen sind geblieben.

Wilhelm Reich, der legendäre Psychiater und Autor vieler Bücher, war ganz vernarrt in dieses Flimmern, was er „Orgon“ nannte. Die Amerikaner zwangen ihn seine Theorie, demnach es sich um eine bislang unbekannte Strahlung oder Energieform handeln sollte, zu widerrufen. Zu offensichtlich war den amerikanischen Behördenvertretern, dass unsere Augen in Dunkelheit „rauschen“, und deshalb steckten sie ihn, da er nicht widerrief, in eine psychiatrische Anstalt.

Sterbender Komet besucht Erde
Kometen-Teile kommen der Erde näher als ursprünglich erwartet

spionage

Covassi: lettre à la Delegation des Commissions de Gestion

DELEGATION DES COMMISSIONS DE GESTION
Service du Parlement
3003 BERNE

A l’attention de
Monsieur Philippe SCHWAB,
Secrétaire

Par fax n° 031 322 98 66 et par pli simple

Genève, le 3 juillet 2006

Concerne : Claude COVASSI / Son audition par votre Commission

Cher Monsieur,

Monsieur Claude COVASSI m’a transmis votre courriel du 30 juin 2006, dans le cadre de l’affaire citée en référence, courriel lors duquel vous l’invitiez à bien vouloir confirmer, par écrit, d’ici au lundi 3 juillet 2006 à 18h00, sa disponibilité et/ou sa capacité à être entendu par votre Commission.

Dès lors, conformément à votre demande, Monsieur Claude COVASSI me charge de vous transmettre les dates disponibles suivantes :

Tous les jours ouvrables de la semaine, à compter du mercredi 5 juillet 2006 au vendredi 14 juillet 2006 de 08h00 à 18h00 ; réserve faite d’une période de deux heures et demie, de 12h00 à 14h30, les vendredis 7 et 14 juillet 2006 ; un délai de 48 heures devant toutefois être accordé à Monsieur COVASSI pour préparer son déplacement.

Ainsi donc, et si par impossible, votre Commission envisageait d’auditionner mon client le jeudi 6 juillet 2006 dans l’après-midi, il conviendrait que ce dernier en soit averti au plus tard le mardi 4 juillet, également, et au plus tard, dans l’après-midi.

Egalement me paraît-il qu’il conviendrait, cas échéant, d’envisager deux possibilités de rendez-vous, soit, par exemple, et comme indiqué, le jeudi 6 juillet dans l’après midi, et les lundi 10, mardi 11 et mercredi 12 juillet, dans la journée.

Cela permettrait, en cas d’empêchement imprévu de mon client, dont vous connaissez les problèmes sécuritaires actuels, de pouvoir se rendre, en toute sécurité, à l’un des deux rendez-vous prévus.

En vous remerciant de bien vouloir me faire part de vos déterminations à brefs délais, je vous prie de croire, Cher Monsieur, à l’expression de mes sentiments parfaitement dévoués.

Razi ABDERRAHIM, avt

Cc : Claude COVASSI

let-1-_commission_de_gestion030706 (pdf)

Covassi: Communiqué à l’ATS/SDA
Lettre à Monsieur Hofmann et La Délégation des Commissions de gestion
Claude Covassi: Communiqué à l’ATS/SDA
Affäre Covassi: Wer trägt die Verantwortung?
Communique a l’ATS-SDA
Streng öffentlich: Ex-Spion droht Geheimdienst bloßzustellen
Schweiz: Covassi – der Spion, der in die Kälte kam …
Vereitelte Schweizer Geheimdienst Terroranschlag auf El-Al?

spionage

Wollte Al-Kaida den britischen Geheimdienst infiltrieren?

Reuters – Die Extremisten-Organisation Al-Kaida hat Medienberichten zufolge versucht, den britischen Geheimdienst MI5 zu unterwandern.

Anhänger der Gruppe hätten von einer Welle der Neueinstellung bei der Behörde profitieren wollen und sich dort für Posten beworben, berichtete die BBC am Montag unter Berufung auf Regierungskreise. Allerdings seien alle Bewerber während des sechs- bis achtmonatigen Überprüfungsverfahrens ausgesiebt worden.


MI5 beinahe infiltriert.

Das britische Innenministerium wollte den Bericht zunächst nicht bestätigen. Es teilte lediglich mit, dass alle Kandidaten für eine Neueinstellung streng überprüft und eine bestimmte Zahl aus Sicherheitsgründen abgelehnt würden. Der MI5 will die Zahl seiner Angestellten von 2600 auf 3500 erhöhen, um so Anschläge wie die auf das Londoner Transportsystem vor einem Jahr zu verhindern. Damals waren 52 Menschen getötet worden.

Der MI5 wirbt auf seiner Internet-Seite für eine Beschäftigung bei der Behörde. Derzeit besonders gesucht werden Mitarbeiter, die arabisch, bengalisch, Urdu, somalisch oder Sorani – einen kurdischen Dialekt – sprechen. Jedes Jahr bewerben sich rund 10.000 Menschen beim MI5, nur rund 400 passieren jedoch alle Auswahlhürden, wie die BBC berichtete.

Der MI5 wurde 1909 zur Kontrolle geheimdienstlicher Operationen gegründet. Während des Kalten Krieges richtete sich das Hauptaugenmerk des MI5 auf die Sowjetunion. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 will die britische Regierung, die Priorität der Behörde auf die Abwehr moslemischer Extremisten lenken.

afrika

Gletscher, Safari und Zyanid – Barricks-Gold

Dr. Alexander von Paleske – — 4.7. 2006 — Barrick’s weltweite Jagd nach dem Gold – oder: Gestern schürften wir Gold in Amerika, heute und morgen in der ganzen Welt.

Mitwirkende: Peter Munk, (Chef von Barrick, Ex- Bankrotteur und Ex-Inside Trader), Adnan Khashoggi (Waffenhändler und Grossbetrüger), G.W. Bush(Ex US Präsident), Karl Otto Pöhl (Ex Bundesbankpräsident),Brian Mulroney ( Ex Premierminister von Kanada) und der sich formierende breite Widerstand dagegen.

Der ständig steigende Goldpreis, der zur Zeit bei über 600 US Dollar pro Unze Feingold liegt, hat Minenkonzerne zur Jagd nach dem gelben Metall angetrieben. Das gelbe Metall befindet sich vorwiegend auf der Südhalbkugel und oftmals sind mit dem Schürfen nach Gold erhebliche Umweltgefahren verbunden, weil zur Goldgewinnung die Zyanide gehören wie der Treibstoff zum Auto. Zwei Teelöffel voll 2% Zyanid reichen für den Tod eines Menschen, und der Überlauf von zyanidhaltiger Flüssigkeit aus einer Goldmine in Rumänien in einen Nebenfluss der Donau von einigen Jahren hat mit aller Deutlichkeit auf die grossen Gefahren aufmerksam gemacht.


No Barrick @ Lake Cowal

In den Brennpunkt gerückt sind zwei Projekte der kanadischen Minenfirma Barrick-Gold, nämlich am Lake Cowal, in New South Wales, in Australien und Pascua Lama, ein Gletschergebiet in den Anden, hart auf der Grenze zwischen Chile und Argentinien.

Die Firma
Barrick Gold, zu deren Prinzipalen auch der einstige Bundesbankpräsident und Sozialdemokrat Karl-Otto Pöhl gehörte, der wie Ex Bundeskanzler Gerhard Schröder noch ein warmes Plätzchen nach der Pensionierung suchte, wie der ehemalige US-Präsident G.W. Bush, als auch der ehemalige Premierminister Kanadas, Brian Mulroney, wurde im Jahre 1983 in Toronto von einem gewissen Peter Munk gegründet.

Munk war in der Vergangenheit als Bankrotteur in Erscheinung getreten, und zwar zunächst mit einer Firma für Stereogeräte in den 60ern in Kanada, wobei er die Aktien seiner Firma vor dem Bankrott aber noch rechtzeitig abstossen konnte. Geschäftlich war er in der Zeit danach aber, zumindest in Kanada, erledigt. Dass die Firma zum Teil mit öffentlichen Mitteln gefördert worden war, machte den Skandal nicht gerade kleiner.

Glücklicherweise heiratete die Schwester seines Bankrottpartners in eine reiche Familie in London ein, die Vansittarts und er zog im Tross mit nach London, stieg dort mit Hilfe der Heiratsverbindungen auf und machte unter anderem die Bekanntschaft von Adnan Khashoggi.

Zunächst aber stieg seine Firma im Bereich des Hotelwesenes in Australien und im Südpazifik auf, da traf es sich gut, dass sein Stiefvater einst Butler bei dem Vater des australischen Transportmagnaten, einem Herrn Abeles, beschäftigt war.

Im Jahre 1983 gründete er dann mit Adnan Khashoggi, der erst als Waffenhändler (Iran Contra Affäre) und später als Grossbetrüger in Erscheinung trat (Genesis Intermedia Skandal in den USA, Bangkok Bank of Commerce Skandal in Thailand, General Commerce Bank Skandal in Wien), die Firma Barrick-Gold. Khashoggi war der Finanzier.

Die Firma murkste vor sich hin bis zum es zum Erwerb der Goldstrike Property in Nevada kam. Und mit G.H.W. Bushs Hilfe kaufte die Firma dem Staat auch noch das Land ab, letzteres für 10.000 US Dollar. Ein Trinkgeld sozusagen, denn die Goldreserven dort werden auf umgerechnet 10 Milliarden US Dollar geschätzt.


Auch Mr Bramble AKA Bush Sen. war mit von der Partie

Eingefädelt durch G.H.W Bush und im Eilgalopp durch die Zustimmungsbehörden geschleust, aber wasserdicht, sodass Bill Clinton, der das alles rückgängig machen wollte, juristisch auf die Nase fiel. Sein Staatssekretär im Innenministerium, Babbitt bezeichnete die Transaktion als „den grössten Goldraub seit den Tagen von Butch Cassidy“. Und mit Hilfe dieses „Goldraubs“ wurde aus dem kleinen Laden ein „Global Player“. Klar dass sich die Firma dankbar zeigte gegenüber Bush, mit gutem Gehalt und vielen Stockoptionen wurde er auf das Schiff Barrick gehievt, nachdem er die Wahl gegen Bill Clinton verloren hatte.

Im Jahre 1996 ging es dann mit dem Schiff Barrick in die grosse weite Welt.

Zunächst aber wurden der arbeitslose ehemalige Premierminister von Kanada, Mulroney, und der ehemalige Chef der Bundesbank und Sozialdemokrat Karl-Otto Pöhl an Bord geholt und dann freie Fahrt voraus nach Afrika, Gold ahoi.

Zur Goldschürfen bot sich zunächst Zaire(Heute: Demokratische Republik Kongo) an. Und getreu dem Motto, wer von zwei Enden gleichzeitig zur Mitte arbeitet kann Extraprofite einstreichen, wurden Goldkonzessionen mit dem Kleptokraten Mobutu Sese Seko und dem Marxofeudalisten Laurent Kabila, der im Begriff war, nach Kinshasa aufzubrechen, gleichzeitig verhandelt.Allerdings dauerte der Bürgerkrieg länger als erwartet, war also nichts.

Viel erfolgreicher allerdings war man über die später zum Konzern gehörende Firma Sutton, der eine Goldmine in Tanzania, Bulyanhulu, gehörte. Eingefädelt über die Kontakte des Herrn Busch sen.,, der einen Kredit bei der Weltbank klarmachte wurden dann 1000 Einheimische, die dort als Small Miners nach dem Metall buddelten, durch Bulldozzer und mit Hilfe der Polizei vertrieben. Diejenigen, die noch im Schaft waren, sollen lebendig begraben worden sein. etwa 50 von ihnen.

Sagen darf man das nach Auffassung der Firma Barrick nicht, weil es nach deren Auffassung nicht stimmt, und so wurde und wird jeder, der dies sagte, zivilrechtlich verfolgt.

An erster Stelle ist hier der investigative Journalist Greg Palast zu nennen, der dies in der britischen Zeitung „Observer“ ans Tageslicht zerrte mit Hilfe des mutigen Anwalts Tundu Lissu in Dar-es-Salaam, der auch ein Video beisteuerte, auf dem die Räumaktion und die Toten zu sehen sind.

Ein Riesen-Schadensersatzprozess war die Folge, der den OBSERVER in dieser Sache zum Verstummen brachte. Und Greg Palast musste den Artikel von seiner Webseite nehmen.

Mittlerweile ist die Firma Barrick zum grössten Goldproduzenten der Welt aufgestiegen, gerade auch dank des Einsatzes der Herren Busch, Mulroney und Pöhl, aber die beiden Projekte in Australien und Chile haben einen breiten Widerstand herausgefordert.

In beiden Fällen liegt eine erhebliche Gefährdung der Umwelt vor, die von der Firma Barrick natürlich heruntergespielt wird. In Australien soll eine Mine direkt am Lake Cowal errichtet werden, einem Gebiet mit geschützter Fauna und Flora.

Iin Chile sollen Gletscher gesprengt werden, die aus der Eiszeit her datieren und eine grosse Farmergemeinschaft in der Wüste mit Trinkwasser und Wasser zur Bewässerung des ansonsten regenarmen Wüstengebietes versorgt.

Die neue Präsidentin Chiles, Bachelet, hatte während des Wahlkampfs versprochen, das Projekt zu stoppen.

Rainforestinfo.org

Dr. Alexander von Paleske ist Arzt für Innere Medizin – Haematologie und Head des Department of Oncology am Princess Marina Hospital im afrikanischen Gabarone in Botswana. Herr Dr. von Paleske ist ehemaliger Rechtsanwalt beim Landgericht Frankfurt (M).

Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe

Geheimer Waffendeal mit MEK Terroristen?
Koks in Mexiko – Heisse Kartoffeln in Clearwater
Bermudadreieck: Koks, Gambling & Politik
Mit Nebelgespenstern, Koks & Poker rund um die Welt
Skyway und die Räuberpistolen
Der seltsame Weg einer DC-9
Hasenfus Kokain? Oder kein Hasenfus Kokain?
Swissair DC-9 „Graubünden“ steckt mit in der Kokain Affäre
Special Operation Samurais & die 5.5 Tonnen Koks
Kokain nicht nur Straffrei sondern bald Pflicht?
Wer war denn Mr. Bramble?
In Coca Mekka Schnee bis in die Niederungen
Die Old Boys Dirigenten von Genf
Das Old Boys Netzwerk
CIA-Flieger in Mexiko mit 128 Koffern voll Kokain erwischt
Verbindung von US-Politiker zu 5,5 Tonnen Kokain
Fallout an Heroin
Mit dem Flugzeugbomber, Oli North & Felix Rodriguez auf der Pista Coca
Pizza aus dem Hindukusch gefällig?
Islamische Mullahs & kalte Krieger in der Liebkosung
Krausköpfe mit Stinger-Raketen

kriminalitaet

Nazis schuld am Absturz des Wasserflugzeugs?

Harald Haack – Im Hamburger Freihafen war ein Wasserflugzeug abgestürzt. Jörg Steber, Pilot des abgestürzten Flugzeuges der Himmelsschreiber GmbH erlag leider seinen schweren Brandverletzungen im Krankenhaus Boberg, einer Spezialklinik für Brandverletzungen. Das Hamburger Abendblatt berichtet, er und sein Passagier Jürgen Z., der Vater des 12jährigen Jungen, der in dem Flugzeugwrack verbrannte und der an diesem Tag Geburtstag hatte, hätten es geschafft sich aus dem lichterloh brennendem Wrack zu befreien. Die Haut des Passagiers Z. soll zu 40 Prozent verbrannt gewesen sein, die des Piloten Steber zu 80 Prozent und damit gab es kaum Überlebenschance für ihn. Bevor er ins Koma fiel, sprach er noch mit den Rettern. Für die anderen Passagiere kam jede Hilfe zu spät.

Nach Zeugenaussagen soll Steber mit seinem Wasserflugzeug gegen 10.30 Uhr am Sonntag, den 2. Juli 2006 von seinem Stützpunkt am östlichen Ende des City-Sporthafens abgefahren sein. Es herrschte ein schwacher Südostwind der Stärke 3. Beste Voraussetzungen für den Start, denn seine Startbahn ist die Norderelbe, die hier genau südöstlich verläuft.

Der Start erfolgt immer gegen den Wind, weil Flugzeuge besonders beim Start die entgegenströmende Luft nutzen. Das erleichtert das Abheben. Und so drehte der Pilot auf der Elbe sein Flugzeug in Richtung der Freihafenbrücke, die seine Startbahn begrenzte.

Aber eine solche lange Strecke brauchte die De Havilland Beaver DHC-2 gewöhnlich nicht, denn sie hat sich besonders wegen seiner hervorragenden Kurzstart- und Landeeigenschaften als Buschflugzeug weltweit bewährt. Und damit gedieh es zum erfolgreichsten Flugzeug der Herstellerfirma Havilland Canada (DHC), das 1946 auf Ausschreibung der kanadischen Forstverwaltung als leichter Transportflieger entwickelt wurde.

Hamburger hatten sich längst an das über ihren Dächern kreisende Wasserflugzeug gewöhnt. Auch die Starts und die Landungen kannte man, aber es war dennoch immer wieder ein Erlebnis, weil das Flugzeug für diese Aktion eine verblüffend kurze Strecke benötigte. Dennoch sollen sich Skipper auf ihren Yachten gewundert haben, „dass er so schnell aus dem Wasser kommt.“


Das Wasserflugzeug in der Kurve über der Freihafenbrücke.
Foto: Thomas Kessler


Schematische Darstellung des Hamburger Hafens. Graphik: Harald Haack

Nach Angaben der Feuerwehr hob das Wasserflugzeug mit 150 Kilometern pro Stunde gegen 10.38 Uhr vom Wasser der Norderelbe ab. Schon um 10.40 Uhr erhielten Feuerwehr und Polizei erste Meldungen über den Absturz. Zeugen berichteten, das Flugzeug hatte noch in der Startphase einen Motor-Aussetzer. Wie auf unserem Foto von Thomas Kessler ersichtlich, der das Wasserflugzeug kurz nach dem Start fotografierte als es sich vor einigen Tagen über der Freihafenbrücke befand, flog der der Pilot bei südöstlichem Wind nach dem Start eine Rechtskurve und hätte die Gleisanlagen des Veddeler Güterbahnhofs überflogen, um dann über das langgestreckte Hafenbecken des Kaiser-Wilhelm-Hafens, das sich längst zu seiner Flugrichtung befunden hätte, zur Elbe zu fliegen, die er passiert hätte. Seine Passagiere hätten dann als erste Attraktion den Süllberg in Hamburg-Blankenese aus der Luft sehen können.

Aber dazu kam es leider nicht mehr. Offensichtlich versuchte der Pilot eine Notlandung, wollte möglicherweise auf dem Wasser des vor ihm liegenden Kaiser-Wilhelm-Hafens notlanden. Aber das Wasserflugzeug, nunmehr den Wind von hinten und damit negative Segelflugeigenschaften, sackte schon über den Gleisen des Güterbahnhofs ab. Mit dem linken Flügel soll es gegen einen stehenden Eisenbahnwaggon geprallt und fast horizontal um 180 Grad um die eigene Achse geschleudert sein. Es krachte dann auf ein Gleis, wo es sofort Feuer fing.


Die Absturzstelle einen Tag nach dem Unglück: Gut „versteckt“ zwischen den abgestellten Güterzügen (Bildmitte).


Der Rangierbahnhof Veddel „aus der Luft“. Gegenwärtig werden hier Gleise abtragen. Fotos: Harald Haack

Der Pilot Jörg Steber war nicht nur in Hamburg bekannt. Mehrere Fernsehsender hatten über ihn und seine Himmelsschreiber GmbH berichtet. Allen Berichten gemein war, dass Steber ein sehr veranwortungsbewußter Pilot war, der besonders gründlich sein Flugzeug vor jedem Start untersuchte und es ebenso gründlich pflegte. Immerhin forderte es das 62 Jahre alte Flugzeug auch von ihm und kleinere Mängel gab es somit immer wieder einmal, die Steber entdeckte und die erforderlichen Reparaturen veranlasste, wenn er nicht selbst an der Maschine herumschraubte. Er kannte sein Flugzeug wie kein Anderer.

Um so erstaunlicher ist nun, dass es Motoraussetzer gegeben hatte, die zum tragischen Absturz führten. Hatte da jemand nachgeholfen?

Neider gab es viele. Nur Steber hatte es nach langen Verhandlungen geschafft, die Genehmigung für seinen Flugbetrieb zu erhalten. Und er hatte sich nicht nur Freunde gemacht, sondern auch Feinde geschaffen, als er im September 2001 über Hamburg ein anderes Flugzeug verfolgte, das Bannerwerbung für die rechtsradikale DVU machte. An sein Flugzeug hatte er einen „Nazis raus“-Banner gehängt. Was viele Hamburger mit Schmunzeln gelassen hinnahmen, hatte die tonangebenden Gestalten der DVU aufbrausen lassen.

In nur wenigen Tagen sollen die ersten Ergebnisse der amtlichen Flugzeugexperten, die das Wrack untersuchen, vorliegen. Erste Erkenntnisse der Brandermittler beim Hamburger Landeskriminalamt lassen als Unfallursache einen technischen Defekt vermuten. Doch dergleichen kann durch Fremdverschulden verursacht worden sein – entweder durch Fahrlässigkeit oder mit Vorsatz. Falls letzteres zutreffen sollte, dann dürfen wir gespannt sein ob die Polizei „braunen Rächern“ auf die Spur kommt.

Fortsetzung demnächst:
Nazis – Jetzt drohen sie nicht mehr, jetzt machen sie Ernst

Geburtstag-Ticket in den Tod

umwelt

Was spricht gegen Bio-Kraftstoffe? Teil 2

Karl Weiß – In regelmäßigen Abständen werden die „Argumente“ der Öl- und Auto-Konzerne gegen regenierbare Energien, speziell gegen Bio-Treibstoffe, von den Medien in neue Form gebracht und aufbereitet, nach dem Motto: Irgendwann wird schon etwas hängen bleiben. Wahrer werden sie dadurch nicht. All diese Beiträge zeichnen sich dadurch aus, daß sie überhaupt nicht auf das dringendste Problem der Menschheit im Umweltbereich eingehen, die globale Erwärmung mit der drohenden Klimakatastrophe.

Das erste und wesentlichste Argument gegen Bio-Alternativen der Kraftstoffe und Brennstoffe besteht darin, daß die Mineral-basierten Kraft- und Brennstoffe weit billiger seien, selbst wenn im Moment ein hoher Preis geübt werde, doch das würde sich geben.

Es geht bei diesem Argument hauptsächlich um die Frage, ob die Möglichkeit weiterhin besteht, die Mengen von gefördertem Erdöl beliebig zu erhöhen, oder ob bereits eine Spitzenmenge erreicht ist, die nicht mehr einfach erhöht werden kann.

Laut Aussagen von Spitzenmanagern der Ölindustrie, von Exxon, BP und Shell, ist es jederzeit möglich, die Fördermenge zu erhöhen, wenn wirklich die Notwendigkeit besteht. Es gäbe ausführliche Steigerungsmöglichkeiten, es beständen große Mengen von nicht genutzten Reserven usw. Auf die Frage, warum dann der Ölpreis an den Börsen die ganze Zeit im Bereich von 70 Dollar pro Barrel bleibt, antworten sie, das seinen nur Auswirkungen von momentanen Spekulationen, bald würde sich der Ölpreis wieder auf seinem traditionellen Level einpendeln, der bei 35 bis 40 Dollar pro Barrel liegt.

Tatsache ist, daß der Level von etwa 70 Dollar nun bereits seit Monaten anhält. Jeder weiß, daß Spekulationen nur einen kurzfristigen Ausschlag verursachen können, selbst Auswirkungen über einen vollen Monat sind extrem unwahrscheinlich. Nun haben wir aber bereits für viele Monate das 70-Dollar-Niveau, ohne daß ein Ende absehbar ist – und die damit zusammenhängenden Preise von Benzin und Diesel.

So schreibt beispielsweise die Internet-Site „Finanznachrichten“ über eine Studie, die eine Schweizer Organisation mit Namen „Erdölvereinigung“ angestellt hat (man rate einmal, von wem die wohl finanziert wird), daß die Ergebnisse klar seien: „Global werden 4-6 Billionen Faß Erdöl als technisch förderbar angesehen, ca. eine Billion davon wurde bis heute gefördert. Damit kann der Welt-Erdölbedarf in einem sich verändernden Energiemix bis weit ins nächste Jahrhundert gedeckt werden.“

Keine neuen Argumente von Ölgiganten
Das wird so schon seit Jahrzehnten gesagt, aber niemand von den großen Ölkonzernen hat neue Argumente gebracht. Wir müssen also davon ausgehen, daß sie versucht haben, uns zu täuschen. Es gibt keine leicht zugänglichen Reserven mehr, die aktiviert werden könne. Das Niveau von etwa 70 Dollar pro Barrel ist jenes, das sich natürlich ergibt, weil die Nachfrage gestiegen ist und weil das Angebot nicht gesteigert werden konnte.

Der Grund für die Täuschung ist klar. Die Ölkonzerne verdienen sich an den momentanen Preisen von Benzin, Diesel, Heizöl, Schweröl und Kerosin eine goldenen Nase und haben ein Interesse, daß niemand von diesen zu anderen Kraft- und Brennstoffen wechselt. Sie versuchen daher, die Öffentlichkeit zu täuschen, um zumindest einen Wechsel der Energiequellen zu verlangsamen, wenn nicht ganz aufzuhalten.

Die Zahlen, die dahinter stehen, sind in etwa die folgenden: Für den stark erhöhten Verbrauch aufgrund der schnell wachsenden Wirtschaften von China und Indien müßten etwa 4 bis 5 % Steigerung der Erdölproduktion pro Jahr erreicht werden.

Tatsache aber ist, daß die tatsächliche Produktion in etwa 3% pro Jahr sinkt. Das liegt im wesentlichen daran, daß eine Anzahl von Ländern Jahr für Jahr stark sinkende Ölaufkommen haben, weil ihre (billig zugänglichen) Reserven erschöpft sind, darunter die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Norwegen und eine Anzahl kleinerer Ölförderländer. Andere Länder stehen am Höhepunkt ihrer Ölproduktion, ohne sie weiter steigern zu können, mit der Tendenz des Falls in der Zukunft, das trifft im wesentlichen auf Rußland und die klassischen arabischen Ölländer zu, wie das größte von allen, Saudi-Arabien, aber auch die großen Ölproduzenten Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait und Libyen.

Sonderfall Irak
Dazu kommt der Sonderfall Irak, der bereits eine begrenzte Ölproduktion hatte, da ja ein UN-Embargo auf ihm lastete, aber im Rahmen der „Öl-für-Nahrung“-Programmes Öl exportieren durfte. Seit dem Einmarsch der US-Truppen und ihrer „Koalition der Willigen“ war der Export von Öl aus dem Irak zum Teil völlig eingestellt, zum Teil stark reduziert, erreichte jedenfalls nie die Exportzahlen, die das eigentlich als zweitgrößter Ölexporteur nach Saudi-Arabien eingeschätzte Land hätte erreichen müssen.

Dann gibt es noch den Sonderfall Nigeria, auch eines der großen Ölförderländer. Seit dem Beginn einer Guerilla-Bewegung im Niger-Delta mit Sprengen von Pipelines und Ölquellen und Entführungen von Shell-Managern sank die nigerianische Produktion nenneswert und hat bisher nicht wieder ihre alte Höhe erreicht.

Zwar gibt es auch Länder mit steigender Ölproduktion. Das trifft zum Beispiel auf Mexiko zu, auf Venezuela, auf Brasilien und eine Anzahl kleinerer Förderländer, aber das kann das langsame Verringern der Welt-Ölproduktion nicht aufhalten, es nur auf ein recht gemäßigtes Ausmaß zurückführen.

Nun wurde und wird immer wieder von Kreisen der Ölkonzerne argumentiert, dies alles sei Panikmache, die Ölversorgung sei noch für Jahrhunderte garantiert usw. usw. Man arbeitet dabei mit Zahlen von angeblichen Reserven, die völlig überhöht sind (weil die Kosten für ihre Ausbeutung nicht mit angegeben werden). Würden die tatsächlichen, weit geringeren Reserven an billig zugänglichen Erdölvorkommen bekannt werden, würden die Aktienkurse der Konzerne in den Keller rutschen.

Was schlummert im Boden?
Die Frage der Reserven und wie viel ungehobenes Öl denn noch im Boden schlummert, ist auch schwer zu beantworten. Die wirklichen Zahlen und Kenntnisse haben nämlich nur die Ölkonzerne und eng mit ihnen verflochtenen Institutionen. Selbst die Nationalstaaten haben ihre Zahlen meist von ihnen.

Dazu ist die Frage, was Reserven sind, interpretationsbedürftig. Große, noch nicht angezapfte und leicht zu fördernde Reserven – davon kann man ausgehen – sind extrem selten. Fast alles, was noch nicht angebohrt ist, sind kleine Felder, die den Aufwand nicht lohnen oder schwer zu fördernde Reserven wie solche unter dem Meer, Ölsande, Schwerölvorkommen und Ölschiefer.

Auch die Definition, was den Aufwand lohnt, ist relativ. Was bei 40 Dollar pro Barrel noch nicht den Aufwand lohnte, mag heute bei 70 Dollar bereits wert sein, ausgebeutet zu werden. Erreicht der Ölpreis erst einmal 100 Dollar pro Barrel, werden wirklich große Reserven ausbeutungswürdig. Dazu gehören prinzipiell alle Ölsande, von denen riesige Reserven in Kanda bereits erforscht, aber noch nicht förderbereit sind, die so genannten Ölschiefer, die allerdings nur nach und nach erschlossen werden können und die riesigen Schwerölvorkommen, hauptsächlich im Orinokobecken auf venezuelanischem Gebiet, die momentan die größten Reserven der Welt darstellen.

Das gleiche gilt für Reserven unter dem Meeresboden. Große, in niedrigem Wasser (bis zu 300 Meter Wassertiefe) sind im Wesentlichen bereits erschlossen und teilweise schon ausgebeutet, z.B. jene in der Nordsee. Was bekannt ist, sind große Vorkommen in tiefem Wasser, z.B. im Golf von Mexiko in mexikanischen Gewässern, die aber mit den bisherigen Methoden nicht zugänglich sind. Ebenso kennt man noch kleinere Vorkommen, die erst ab einem bestimmten Ölpreis profitabel zu erschließen sind.

Nur gibt es da das kleine Problem, daß 100 Dollar pro Barrel das Öl wiederum für einen wesentlichen Teil seiner Anwendungen zu teuer macht. Oder anders ausgedrückt: Für dieses Preisniveau stehen Alternativen zur Verfügung, die billiger sind. Und da sind wir wieder beim Thema Alkohol und warum das Argument, er sei zu teuer, nicht mehr zieht..

Alkohol kann zwar nur einen Teil der Ölprodukte ersetzen, aber er ist auf jeden Fall billiger herzustellen als Benzin, Diesel, Kerosin oder Heizöl auf der Basis von Erdöl, das 100 Dollar pro Barrel kostet. Das gilt auch, wenn man Alkohol einfach aus Weizen oder Kartoffeln von nicht intensiver Landwirtschaft herstellt.

Gegenargumente
Kommen wir zum zweiten großen Gegenargument zu den Bio-Treibstoffen: Der Anbau von Pflanzen zum Erzeugen von Bio-Kraftstoffen würde der Menschheit benötigte fruchtbare Anbauflächen zur Bekämpfung des Hungers nehmen. Dies ist ein infames Argument, von Kapitalisten kommend. Die heutige landwirtschaftliche Produktion der Menschheit ist nämlich ausreichend für 12 Milliarden Menschen und bisher sind wir „nur“ 6 Mrd. Daß trotzdem gehungert werden muß, ist allein Ausfluß des überlebten Kapitalismus, der für den Profit der Großkonzerne über Leichen geht und verhindert, daß alle Menschen sich genügend zu Essen kaufen können.

Selbst wenn – was in absehbarer Zeit nicht denkbar ist – die Hälfte aller Anbau- und Weideflächen für Bio-Kraftstoffe verwendet würde, ist keinerlei Auswirkung auf die Nahrungsmittelversorgung der Menschheit zu befürchten.

Das dritte Argument, nicht weniger polemisch, ist das des Umweltschutzes. Jene, die zu den größten Umweltsündern von allen gehören, entdecken plötzlich ihre Liebe zur Umwelt, wenn es ihnen in den Kram paßt. So schreibt die „Süddeutsche“ im Juni 2006 z.B. in Bezug auf Raps als Ausgangsstoff für Bio-Diesel : „…auch Ökologen beäugen inzwischen kritisch, daß der Raps allüberall in die Landschaft wuchert. Die gelben Meere nehmen anderen Pflanzen die Luft zum Atmen und engen die Lebensräume vor allem von Vögeln ein. Raps gilt zudem als nicht eben pflegeleichte Pflanze, die mit viel Aufwand vor Pilzen und Schädlingen geschützt werden muß.“

So als ob der sonst weithin angebaute Mais für Viehfutter nicht ebenfalls ohne andere Pflanzen dazwischen wachsen würde und ebenfalls Pestizide braucht, wenn man hohe Erträge erreichen will. Seltsamerweise hört man aber die „Süddeutsche“ nicht über den Unsinn lamentieren, zuerst Mais als Viehfutter anzubauen, dann Vieh damit zu füttern, das mit hohen Subventionen zu einem Mindestertrag gebracht wird und dessen Fleisch anschließend von der EU aufgekauft und eingelagert wird, um dann als billiges Auftaufleisch die Märkte der Entwicklungsländer zu zerstören, alles bezahlt von unseren Steuern.

Auch erwähnt der Artikel der „Süddeutschen“ nicht, daß im Moment das bei weitem dringendste Umweltproblem die Verhinderung des ständig weiter ansteigenden Ausstoßes von Kohlendioxid sein muß, dem wesentlichen Treibhausgas, das hauptverantwortlich für die globale Erwärmung und damit für die drohende Umweltkatastrophe ist.

Andersherum wird ein Schuh daraus: Raps in Wechselwirtschaft mit Weizen ist ideal im Sinne einer Mindestmenge von benötigtem Dünger, wenn man das Feld alle paar Jahre ein Jahr brach liegen läßt. Der Weizen ist für unsere Breiten idealer Ausgangsstoff für Bio-Alkohol, der Raps für Bio-Diesel.

Das nächste Argument der Bio-Kraftstoff-Kritiker ist ein nicht existierendes: Es wird gesagt, all der Bio-Kraftstoff und weitere Bio-Energie wird nicht ausreichen, um den gesamten Energiebedarf der Menschheit zu decken. Ja, und? Weil noch weitere Reparaturen anstehen, werden wir nicht die dringendsten am Auto machen?

Nicht die Lösung der Energieprobleme
Tatsächlich ist Bio-Energie keineswegs die Lösung aller Energie-Probleme der Menschheit noch die beste Lösung, aber es ist die schnellste Lösung des Problems der drohenden Klimakatastrophe – und dies läßt keinen Aufschub zu.

Ein anderes Argument wird ebenfalls immer wieder aufgewärmt, darunter auch von Umweltschutzorganisationen wie „Rettet den Regenwald!“ und auch von Kasseler Friedensforum: Die Pflanzen, die für Bio-Kraftstoffe angebaut würden, sorgten teilweise für das Abholzen von Regenwäldern. Tatsache ist, daß in Brasilien das Zuckerrohr, aus dem der Alkohol gemacht wird, nicht (bzw. nicht in nennenswertem Ausmaß) in Regenwald-Regionen angebaut wird. Auch der Raps, der weltweit den Hauptteil des Rohstoffes für Bio-Diesel ausmacht, wächst nicht in Regenwald-Regionen.

Andererseits gab es in Brasilien schon zwei Projekte, Zuckerrohr zur Alkoholherstellung in Regenwald-Regionen bzw. in der Pantanal-Region anzubauen, die aber nicht weiter verfolgt wurden (bis auf weiteres). Ebenso gibt es in Indonesien in einer Regenwald-Region ein Palmölprojekt, das zur Herstellung von Bio-Diesel verwendet werden kann. Nur sind die Probleme der Zerstörung von Regenwäldern nicht von Pflanzen für Bio-Kraftstoffe verursacht.

Diese Abholzungen und das Abbrennen findet auf jeden Fall statt – und aus anderen Gründen als zur der Herstellung von Bio-Kraftstoffen. Insoweit ist dieses Argument also völlig unberechtigt, auch wenn die Zerstörung der verbliebenen Regenwälder tatsächlich ein großes Problem ist, das auch sicherlich mit zu einer kommenden Klimakatastrophe beiträgt. Es kann aber nicht gelöst werden, indem man bei Benzin und Diesel als Treibstoff bleibt.

Schließlich gibt es ein weiteres Argument, das zwar nicht so häufig, aber mit umso größerer Eindringlichkeit verwendet wird: Die Kosten und die Energie der Umwandlung von Pflanzenteilen in Bio-Kraftstoffe wurden einen wesentlichen Teil der Vorteile dieser Kraftstoffe wieder aufzehren, unter bestimmten Umständen sogar übertreffen.

Im ersten Teil sind wir schon darauf eingegangen, daß in Brasilien bereits das Verbrennen der Zuckerrohr-Pflanzenabfälle zur Gewinnung der Energie für den Umwandlungsprozess verwendet werden, so daß dies ein wirklich vollständig umweltfreundliches Projekt wurde. Auch die zukünftigen deutschen und europäischen Alkoholfabriken müssen diese Technik verwenden, die sich natürlich auch bei Mais, bei Kartoffeln und bei Weizen entsprechend anwenden läßt.

Ein größeres Problem ist allerdings die Bio-Diesel-Herstellung, denn da ist der aufwendige Prozeß der Trans-Esterifikation notwendig, der Temperaturen um die 200 Grad C erfordert. Außerdem wird Energie verbraucht für die Abtrennung vom Glyzerin und die Reinigung des entstehenden Produktes. Bisher hat noch niemand versucht, die dafür benötigte Energie aus den anderen Raps-Pflanzenteilen herzustellen – aber das wäre des Schweißes der Edlen wert. Hier ist also lediglich die Anwendung der bereits vorliegenden brasilianischen Erfahrungen notwendig, um auch dieses Argument völlig gegenstandslos zu machen.

Schließlich gibt es noch ein letztes Argument, das zu widerlegen ist: Bio-Treibstoffe könnten nur dann zu vergleichbaren Kosten wie konventionelle Kraftstoffe angeboten werden, wenn sie steuerbefreit würden, was zu Einbußen in den Staatskassen und eventuell höherer Kreditaufnahme führen würde.

Tatsächlich ist in der Einführungsphase eine Steuerbefreiung der Bio-Treibstoffe notwendig, um den Wechsel zu den umweltfreundlichen Kraftstoffen zu fördern. Dies ist allerdings keineswegs auf Dauer notwendig. Haben sich die Bio-Kraftstoffe erst einmal bewährt und sind in breitem Maße im Einsatz, können sie genauso wie konventionelle Treibstoffe besteuert werden. Die ständig weiter steigenden Rohölpreise werden es sowieso unmöglich machen, daß Benzin und Diesel auf Dauer noch wettbewerbsfähig wären.

Fortsetzung folgt
Es werden in den folgenden Teilen noch diese Fragen besprochen:
Was sind die „Argumente“ gegen die Bio-Kraftstoffe?
Was ist dran an diesen Argumenten?
Wie sieht die genaue Umweltbilanz der Bio-Kraftstoffe aus?
Was ist mit Bio-Diesel?
Welche anderen Bio-kraftstoffe gibt es und welche anderen natürlichen Land-Produkte können zur Verbesserung der Umwelt beitragen?
Was ist die ausschlaggebende Frage im Moment bei erneuerbaren Energien?
Für welche anderen Zwecke kann der Alkohol gebraucht werden? Was wäre die beste Alkohol-Quelle in deutschland?
Wo kann ein interessierter in Europa „Flex-Fuel“-Fahrzeuge bekommen?
Wie sieht es mit den Fahrzeugen mit Erdgasantrieb aus?
Ist Alkohol ein Konkurrent zum Wasserstoff-Antrieb?
Wie ist es mit den Brennstoffzellen?
Können die mit Alkohol betrieben werden?
Kann ein Flugzeug mit Alkohol fliegen? Und andere Fragen.

Bill Gates und George Soros investieren in Alkohol Teil 1