medien

Keine Zeitungen für Häftlinge

SDA – Insassen der US-Haftanstalten darf es verboten werden, die Zeitung zu lesen. Dies entschied der Oberste Gerichtshof in Washington.

In dem zugrunde liegenden Fall ging es um eine Vorschrift in einem Gefängnis in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania. Darin wird den Insassen eines bestimmten Trakts der Zugang zu Zeitungen, Zeitschriften und Fotos untersagt, die keinen religiösen Charakter haben.

Mehrere Häftlinge hatten gegen diese Regelung geklagt. Der Supreme Court kam jedoch zu dem Schluss, das Verbot verstosse nicht gegen die Verfassung. Die Gefängnisleitung begründet das Zeitungsverbot unter anderem damit, dass die Blätter als Waffe missbraucht werden könnten.

Dagegen führten die Anwälte der Häftlinge vergeblich ins Feld, dass dann konsequenterweise auch Blätter religiösen Inhalts verboten werden müssten.

Das Oberste Gericht kam zum Schluss, dass bestimmte Grundrechte wie das auf Informationsfreiheit zwar nicht automatisch für Gefängnissinsassen ausser Kraft träten; allerdings erlaube es die Verfassung, diese Rechte für Häftlinge einzuschränken.

Das Zeitungsverbot für Schwerverbrecher gilt in diversen US-Haftanstalten. Davon betroffen ist auch der im Zusammenhang mit den Anschlägen des 11. September 2001 verurteilte Franzose Zacarias Moussaoui, der in einem Hochsicherheitsgefängnis im Rocky-Mountains-Staat Colorado untergebracht ist.

Im Unterschied zu diesem Gefängnis kann aber in der Anstalt in Pittsburgh ein Insasse durch Wohlverhalten in relativ kurzer Zeit erreichen, dass das Zeitungsverbot wieder aufgehoben wird.

umwelt

Bill Gates und George Soros investieren in Alkohol

Karl Weiss – Die gute Nachricht ist: Endlich hat es sich herumgesprochen, daß Ethanol als Kraftstoff (und Bio-Diesel als Diesel-Ersatz) so viele und so wesentliche Vorteile gegenüber den jetzt benutzten Kraftstoffen hat/haben, daß es auf keinen Fall einen Weg drumherum gibt, zu ihnen zu wechseln, zumindest in wesentlichem Maße.

Das gilt nicht nur für die Zukunft der Menschheit im Sozialismus, sondern schon jetzt im Kapitalismus. Die schlechte Nachricht: Die deutsche Bundesregierung und die EU-Kommission wollen das noch nicht wahrhaben. Sie kommen zu spät und die Geschichte wird sie (und uns) strafen.

Im Juni 2006 wurde der Durchbruch für Alkohol als Kraftstoff geschafft: Kurz nacheinander gaben zwei der reichsten Männer der Welt, Bill Gates, der Gründer und Chef von Microsoft und George Soros, US-Multimilliardär, bekannt, daß sie wesentliche Summen in Ethanol-Firmen investiert haben. Bei Bill Gates handelt es sich um einen Anteil von 25% der Pacific Ethanol, die Alkohol aus Mais in den Vereinigten Staaten herstellt. Angeblich soll Gates auch planen, eine Alkohol-Fabrik in Brasilien zu kaufen.

Soros, der Investor mit einer Nase für gute Geschäfte in großem Umfang, hat die Zucker- und Alkoholfabrik „Usina Monte Alegre“ im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais gekauft, die auf der Grundlage Zuckerrohr arbeitet. Der Schreiber dieser Zeilen hat diese Fabrik bereits besichtigt und hatte keine Ahnung , daß so etwas 200 Millionen Dollar wert sein könnte.

In Brasilien geht im Moment die Aufkauferitis um. Zwei große internationale Banken sind dabei, die Interessenten und die vielen Alkoholfabriken Brasiliens zusammenzubringen: Die Credite Suisse Group und die UBS/Pactual. Schon gehen reihenweise Alkoholfabriken an die Börse in São Paulo. Der erste „Private Equity Fond“(auf deutsch: Heuschrecke) hat über die französische Societé Général bereits die Größenordnung von 200 Millionen Dollar investiert und will bis zum Ende des Jahres auf 1 Milliarde Dollar kommen.

Neuer Goldrausch
Die beiden großen japanischen Handelsriesen Mitsui und Mitsubishi sind im Landesinneren von Brasilien unterwegs, um Geschäfte mit Alkohol zu machen. Die US-Firma Ecoenergy, die spezialisiert ist in Vermittlung von Luftverschmutzungs-Krediten, stellt fest: „Das ist ein echter Goldrausch. Was wirklich nicht fehlt, sind gute Geschäfte.“

Was diesen Goldrausch hervorruft, ist die Aussicht, daß in den kommenden Jahren Alkohol als Kraftstoff den weltweiten Durchbruch schaffen wird und dann eine Nachfrage nach Ethanol (Ethanol ist die Kurz-Bezeichnung für Ethyl-alkohol, vulgo Alkohol) einsetzen wird, die bei weitem alles übertreffen wird, was man im Moment kennt. Das ist keineswegs weit hergeholt (das wäre auch absurd angesichts des Kalibers der Interessierten), denn Alkohol als Kraftstoff hat alle wesentlichen Vorteile, ohne einen ins Gewicht fallenden Nachteil.

1. Als Wichtigstes: Alkohol als Kraftstoff verschmutzt die Athmosphäre der Erde nicht mit zusätzlichem Kohlendoxid (CO2), der Hauptursache der globalen Erwärmung, die sich zu einer Klimakatastrophe auszuwachsen droht. Bei der Verbrennung wird nur jenes Kolhlendioxid wieder frei, das die Pflanzen vorher der Athmosphäre entnommen haben, aus denen der Alkohol hergestellt wurde.

2. Alkohol hat als einziger alternativer Kraftstoff bereits jahrzehntelange Erfahrungen vorzuweisen ( in Brasilien seit 1970). Damit können unliebsame Überraschungen ausgeschlossen werden, was bei Neuheiten nicht der Fall wäre.

3. Alle großen Automobilkonzerne haben bereits ausführliche Erfahrungen mit Alkoholmotoren bzw. Flex-Fuel-Motoren, die Alkohol und Benzin in jeder beliebigen Mischung verarbeiten können.

4. 99%iger Alkohol (nicht der übliche 96%ige) ist in jedem Verhältnis mit Benzin mischbar und hat eine deutlich höhere Oktanzahl als Benzin, was die Zusätze zur Anhebung der Oktanzahl überflüssig macht. Er ist daher auch als Benzin-Zusatz geeignet, was bis zum Verháltnis von 25% Alkohol ohne Veränderung des Motors möglich ist (Der Schreiber dieser Zeilen hat ein Benzin-Automobil, das in Brasilien mit Benzin mit 25% Alkoholanteil funktioniert).

5. Alkohol hat noch weitere, weniger bedeutende Vorteile: Einer ist die Verringerung der Luftverschmutzung aus dem Auspuff, die allerdings nicht riesig ist. Alkohol ist also keineswegs die Dauerlösung für die fernere Zukunft. Ein anderer Vorteil ist der größere Energieinhalt pro Liter wegen der höheren Dichte: Die Autos sind temperamentvoller.

Dies wird allerdings mit einem im gleichen Maße erhöhten Verbrauch bezahlt. Schließlich kommt noch die frage des Preises: Während die Gegner des Bio-Fuels Jahr um Jahr das Argument brachten, Alkohol sei einfach zu teuer und deshalb keine wirtschaftlich sinnvolle Alternative, sind auf der Basis der heutigen Erdölpreise die Herstellkosten von Benzin bereits höher als die von Alkohol, jedenfalls dann, wenn modernste Herstellverfahren angewandt werden wie in Brasilien.

Doch was eigentlich am schwersten wog, als der Alkohol als Kraftstoff „entdeckt“ wurde, ist die Frage der Verfügbarkeit. Speziell die vereinigten Staaten spürten mit voller Wucht die Verringerung des Angebots und die Erhöhung der Nachfrage nach Erdöl in Form der Benzinpreise.

Die USA müssen über die Hälfte ihres Ölbedarfs einführen und konnten dieses große Loch nicht mit heimischen Quellen ausgleichen, also gingen die Benzinpreise in die Höhe und haben sich bis heute nicht mehr verringert. Da blieb selbst dem Ölpräsidenten Bush, der wesentlich mit Wahlkampfgeldern der wesentlichsten US-Ölkonzerne, allen voran die Exxon-Mobil, gewählt wurde, nichts mehr anderes übrig, als Änderungen anzukündigen.

Das jetzt vom ‚US-Department of Energy’ angekündigte Programm sieht bis zum Jahr 2030 eine Beteiligung von 30% Alkohol am US-Markt von Kraftstoffen vor, das entspricht 230 Milliarden Liter (Billions of Liters), das ist 14 Mal die jetzige Produktion von Alkohol in Brasilien, das bereits eine ziemlich große Produktion besitzt. Wenn das verwirklicht wird, wird die nächste Zeit als die „Alkohol-Epoche“in die Geschichtsbücher eingehen.

Der benzinpreis dürfte dort, wo er jetzt steht, bleiben und damit ist der Alkohol als billige Alternative interessant, unabhängig von den Umweltaspekten. Vor allem aber kann man Alkohol jederzeit im Land herstellen und diese Fabriken ausbauen, so daß man im gleichen Maße bezüglich der Versorgung immer unabhängiger wird von der Zufuhr von Erdöl, aus dem man dann Benzin und Diesel macht.

Diese einfache Logik hat sogar Präsident Bush bereits begriffen. Sein Bruder Jeb Bush, Gouverneur von Florida, hat sich sogar für das Streichen der Einfuhrzölle von Alkohol aus Brasilien ausgesprochen, obwohl ihm auch nicht direkt die größte Intelligenz zugesprochen wird. Wer das allerdings noch nicht begriffen hat, ist Angela Merkel und ihr Ministerschar.

Man hält sich bedeckt
Offensichtlich unter heftigsten Einflüsterungen der Öl-, Energie- und Automobilkonzerne hält man sich weiterhin bedeckt, tut weiter so, als gäbe es keine Bio-Kraftstoffe und hat sogar beschlossen, die Steuerbefreiung für Bio-Kraftstoffe zu streichen, die als Einstiegsfinanzierung für den Alkohol absolut nötig wäre, wie auch für die Ausweitung des Bio-Diesel-Programms.

Bis heute hat man in Deutschland weder davon gehört, daß Alkohol-Zapfsäulen an den Tankstellen aufgestellt werden, noch daß in deutschen Autovertragshändler-Verkaufsräumen Flex-Fuel-Fahrzeuge angeboten würden. Man versucht also, mit aller macht auch nur den gedanken an Alkohol als benzin-Ersatz aus detschen köpfen zu treiben und möglichst auch noch den an Bio-Diesel. Der Grund ist offensichtlich: Was die Ölindustrie im Moment bei diesen Benzin- und Diesel-preisen an profiten macht, ist einfach sagenhaft, denn die Kosten am Bohrloch sind ja genausowenig gestiegen wie die der Raffinerie-Verarbeitung. Nicht umsonst hat allein die Exxon-Mobil im vergangenen Jahr mit 43 Milliarden Dollar den höchsten Profit jeglicher Unternehmen aller Zeiten gemacht.

Da kann man denn schon ein paar lächerliche Milliönchen locker machen für die geplagten bürgerlichen Parteien, die einen dafür vor dem Übel der Konkurrenz mit Bio-Fuel bewahren. Man weiß ja inzwischen, daß solche Zuwendungen nicht offiziell als Parteispenden angegeben werden, sondern in schwarzen Aktenkoffern bei Herrn Kohl persönlich, der dafür verspricht, nicht zu sagen, wo es herkommt und dafür nicht belangt werden darf.

In Brasilien sind zur Zeit etwa 75% aller verkauften Personenwagen „Flex-Fuel“-Fahrzeuge, die also mit jeder beliebigen Mischung von Benzin und Alkohol fahren können, der Rest sind Benzin-Fahrzeuge (Diesel-Personenwagen sind in Brasilien nicht zugelassen). Volkswagen do Brasil hat bereits angekündigt, ab nächsten Jahr nur noch Flex-Fuel-Fahrzeuge zu produzieren. Das ist auch logisch, da schon jetzt keine Preisunterschied mehr besteht beim Neuwagenkauf.

Der Preis von Alkohol an der Tankstelle schwankt stark von Bundesland zu Bundesland. Während im Bundesstaat São Paulo die Alkohol-Preise bei der Hälfte der B enzinpreise liegen, also einen enormen Vorteil darstellen, sind sie im Bundesstaat Minas Gerais fast gleich den Benzinpreisen, so daß es sich dort nicht lohnt, Alkohol zu fahren. Im Bundesstaat Rio de Janeiro liegen sie unter dem Benzinpreis, gerade so viel, wie man Mehrverbrauch hat.

Die Alkoholproduzenten Brasiliens sind, in dieser Reihenfolge, im Moment:
– Copersucar 2 700 Mio l jährlich
– Crystalsev 1 030 Mio l jährlich
– Cosan 1 000 Mio l jährlich
– São Martinho 440 Mio l jährlich
– Irmãos Biagi 403 Mio l jährlich
– João Lyra 251 Mio l jährlich
– Tércio Wanderley 230 Mio l jährlich
– Nova América 200 Mio l jährlich
– Carlos Lyra 196 Mio l jährlich

Neben Brasilien, das bereits seit langer Zeit Alkohol aus Zucker macht, gibt es große Produzenten in den Vereinigten Staaten:

– ADM 4 000 Mio l jährlich
– VersaSun Energy 871 Mio l jährlich
– Aventine Renewable 783 Mio l jährlich
– Hawkeye Renewables 757 Mio l jährlich
– ASAlliances Biofuels 757 Mio l jährlich
– Abengoa Bioenergy 750 Mio l jährlich
– Midwest Grain 575 Mio l jährlich
– US Bioenergy 549 Mio l jährlich
– Cargill 454 Mio l jährlich

Die Irmãos Biagi haben eben ihre Fabrik an Cargill (USA) verkauft, so daß dieser Handelskonzern zu einem der ganz großen Alkoholproduzenten weltweit aufsteigt.

Überhaupt scheint der Handel mit Alkohol ein großes Geschäft zu sein. Seit Anfang Juni verkauft die Britisch-Holländische Shell brasilianischen Alkohol in die USA.

Neben den USA und Brasilien gibt es bereits laufende Alkohol-Programme in Schweden, Australien und einigen kleinen Staaten. Interesse haben angemeldet und im Moment informieren sich in Brasilien Jamaika, Nigéria, Indien und einige weitere, die auch die Basis Zuckerrohr aufgreifen wollen.

Die in Brasilien vorliegenden Erfahrungen sind reich und haben auch zur höchsten Ausbeute von Alkohol pro Hektar Anbaufläche geführt: 6 800 Liter pro Hektar jährlich. Die US-Fabriken erreichen mit ihrem Alkohol aus Mais im Moment 3 200 Liter pro Hektar, weniger als die Hälfte. Das was bisher in Deutschland aus Zuckerrüben geplant ist, kann selbst von dieser Zahl nur träumen.

In Brasilien betragen die reinen Kosten (ohne Transport, ohne Verkauf, ohne Steuern) für den Liter reinen Alkohols 20 Cent vom Dollar. Australien kann bereits aus Zuckerrohr Alkohol für 32 Cent vom US-Dollar herstellen, während der US-amerikanische aus Mais noch 47 Dollar-Cents kostet.

Zum brasilianischen Preis kann niemand einen Liter Benzin herstellen, selbst unter günstigsten Bedingungen, nicht bei einen Erdölpreis von etwa 70 Dollar pro Barrel. Der US-Preis dagegen stellt im Moment noch keinen Preisvorteil gegenüber Benzin dar, wenn man den etwas höheren Verbrauch mit einberechnet. Bleibt aber immer noch die Versorgungssicherheit.

Der brasilianische Prozeß ist aber nicht nur unschlagbar billig und extrem effektiv, sondern auch vorbildlich bezüglich der Umweltfreundlichkeit. Die energie nämlich, die für die umwandlung des Zuckerrohrs in Alkohol in den fabriken benötigt wird, holt man sich ausschlißlich aus der verbrennung der Abfallteile des Zuckerrohrs. Damit wird auch gleichzeitig eine andere Umweltbelastung abgeschafft, die früher in Brasilien zu dichten Rauchvorhängen geführt hat: Das verbrennen des Zuckerrohrabfalls auf dem Feld nach der Ernte. Dazu werden die Kosten für die Energie gespart, die man früher in Form von Elektrizität oder gas oder Heizöl beziehen mußte. Ebenso führt dies natürlich dazu, daß der brasilianische Alkohol wirklich zu keinerlei zusätzlichem Kohlendioxid-Ausstoß führt, auch nicht indirekt.

Die brasilianische Firma Dedini ist der größte Hersteller fertiger Alkoholfabriken der Welt. Sie gibt an, seit Anfang dieses Jahres vermehrt Anfragen nach schlüsselfertigen Alkoholfabriken aus dem Ausland bekommen zu haben: „Wenn dieser Trend sich durchsetzt, wird das den ganzen Alkohol-Sektor verändern.“

Fortsetzung folgt
Es werden in den folgenden Teilen noch diese Fragen besprochen:
Was sind die „Argumente“ gegen die Bio-Kraftstoffe?
Was ist dran an diesen Argumenten?
Wie sieht die genaue Umweltbilanz der Bio-Kraftstoffe aus?
Was ist mit Bio-Diesel?
Welche anderen Bio-kraftstoffe gibt es und welche anderen natürlichen Land-Produkte können zur Verbesserung der Umwelt beitragen?
Was ist die ausschlaggebende Frage im Moment bei erneuerbaren Energien?
Für welche anderen Zwecke kann der Alkohol gebraucht werden? Was wäre die beste Alkohol-Quelle in deutschland?
Wo kann ein interessierter in Europa „Flex-Fuel“-Fahrzeuge bekommen?
Wie sieht es mit den Fahrzeugen mit Erdgasantrieb aus?
Ist Alkohol ein Konkurrent zum Wasserstoff-Antrieb?
Wie ist es mit den Brennstoffzellen?
Können die mit Alkohol betrieben werden?
Kann ein Flugzeug mit Alkohol fliegen? Und andere Fragen.

Bill Gates und George Soros investieren in Alkohol: Was spricht gegen Bio-Kraftstoffe? Teil 2

spionage

BAZL-Direktor bestätigt CIA Flüge

Stephan Fuchs / AP – In der Schweiz wurden zwischen Februar 2001 und Februar 2006 58 Landungen von bekannten CIA Flugzeugen registriert, bestätigte der Sprecher des helvetischen Bundesamtes für Zivilluftfahrt BAZL der Nachrichtenagentur AP.


Mal einfach wieder Alpenluft geniessen…

Die von der europäischen Flugüberwachungsbehörde Eurocontrol zusammengestellten Daten verzeichnen 34 Landungen in Genf, 19 in Zürich-Kloten, zwei in Sitten und drei in Basel-Mülhausen. Die Landungen wurden von insgesamt 13 Flugzeugen ausgeführt, von denen zwölf in den USA immatrikuliert sind. Ein weiteres Flugzeug ist in Schweden immatrikuliert; von dieser Maschine wurden sieben Landungen in Zürich-Kloten registriert.

Bisher waren in der Schweiz offiziell erst sechs Landungen von Flugzeugen bekannt, die für die CIA im Einsatz gewesen sein sollen, obwohl einige Medien wie Blick und World News Content schon lange das Gegenteil bewiesen haben. Die Flugbewegungen verdächtiger Flugzeuge hat Eurocontrol auf Anfrage des Tessiner FDP-Ständerats Dick Marty nachgezeichnet. Dieser hatte im Auftrag des Europarats mögliche CIA-Aktivitäten in Europa unter dem Aspekt von Menschenrechtsverletzungen untersucht.

Die Parlamentarische Versammlung des Europarats hatte sich erst am Dienstag als Konsequenz aus dem Marty-Bericht für weitere Ermittlungen zu den umstrittenen CIA-Flügen ausgesprochen.

EU-Justizkommissar Franco Frattini bezeichnete es erstmals als «Tatsache», dass der amerikanische Geheimdienst Terrorverdächtige auf europäischem Boden in seine Gewalt gebracht hat. In der Schweiz hat die Bundesanwaltschaft schon im vergangenen Dezember ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es betrifft den Straftatbestand der verbotenen Handlungen für einen fremden Staat betreffend der Überflüge und richtet sich gegen unbekannt. Dass auch die Landungen in das Verfahren einbezogen werden ist offenbar nicht ausgeschlossen.

Selbstverständlich werde die Bundesanwaltschaft (BA) im Kontext mit dem Verfahren jedem Hinweis auf mögliche strafbare Handlungen nachgehen, sagte BA-Sprecher Hansjürg Mark Wiedmer dazu.

Für das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat sich durch die Korrektur nach oben grundsätzlich nichts geändert, wie EDA-Sprecher Jean-Philippe Jeannerat auf Anfrage sagte. Es sei davon auszugehen gewesen, dass die Zahl mit der Gesamtdarlegung von Eurocontrol steigen werde. Die Schweiz werde nun mithelfen, die Entscheidung des Europarates, bessere Kontrollmöglichkeiten über die Aktivitäten von Nachrichtendiensten auf europäischem Territorium zu definieren, umzusetzen.

World Content News
Keine Hinweise auf US-Foltertransporte via Genf-Cointrin?
CIA-Flüge nach Baku
Amnesty: Sechs CIA-Flüge in der Schweiz zwischengelandet
Schweizer Faxaffäre: Regierung verliert die Nerven
VBS Beamte abgeführt
Geheim-Fax lag im Intercity
Militärgericht hebt SonntagsBlick-Urteil auf
Brigade 41 – Sie liefern perfekte Leistungen ab
ONYX – Die langen Ohren der Schweiz
Spionage leicht gemacht
CIA-Agenten im Internet enttarnt
Meisterleistung oder tückische List?
Schweizer Militär am kuschen?
Helvetia schläft mit dem Boss! Und der Boss ist die CIA

spionage

Putin: Geheimdienst soll Diplomaten-Killer liquidieren

Rufo/Moskau – Kreml-Chef Wladimir Putin hat den russischen Geheimdiensten den Auftrag erteilt, die Mörder von vier russischen Botschaftsangehörigen im Irak aufzuspüren und zu liquidieren. Dazu müssten alle nötigen Mittel ergriffen werden, sagte der Staatschef am Mittwoch bei einem Treffen mit dem saudischen Prinzen Salman Ben Abdel Asis al Saud in Moskau.

Bei der Suche nach den Tätern hoffe Russland auch auf die Mithilfe seiner Partner in der arabischen Welt, so Putin bei der Begegnung. Für jegliche Informationen sei die russische Seite dankbar, zitierten Nachrichtenagenturen den Präsidenten.

Nach dem Mord an den Botschaftsmitarbeitern verschärft Russland die Bewachung seiner diplomatischen Vertretungen in Krisenregionen. Die vier Männer waren Anfang Juni in Bagdad von einer irakischen „Al Qaida“-Gruppe gekidnappt und hingerichtet worden.

Unkategorisiert

Söldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe

Dr. Alexander von Paleske —- 28.6. 2006 — Ein Blick auf das Spinnennetz von Privatarmeen, Waffenhändlern, Finanzakrobaten und Politikern. Mitwirkende unter anderem: Adnan Khashoggi, Tim Spicer, Rakesh Saxena, Tony Buckingham, Simon Mann, Viktor Bout(Butt), Sanjivan Ruprah, Amador Pastrana und viele andere, sowie die Firmen Aegis, Sandline, Executive Outcomes, Deutsche Bank.


Foto: Garth Stead

Die Firma Aegis, dank eines 293 Millionen Dollar Vertrages mit dem Pentagon im Irak tätig und geführt von dem erfahrenen Berufssöldner Tim Spicer, ist wieder in die Schlagzeilen geraten. Diesmal mit einem Video, das die Tötung von Zivilisten, angeblich durch seine Soldateska zeigt, untermalt mit Songs von Elvis Presley. Grund genug, einen scharfen Blick auf das Spinnennetz zu werfen, zum dem er gehört.

Das Spinnennetz
Als erster wäre da zu nennen Adnan Khashoggi, Veteran des illegalen Waffenhandels und des Betrugs. Khashoggi, der Onkel von Dodi Fayed, der letzte Partner der verstorbenen Diana, Prinzessin von Wales, geschiedene Windsor und damit der Schwager des Inhabers von Harrods, eines Supermarktes in London und ein langjähriger Freund der bin Laden Grossfamilie.

Sein Ursprungsland ist Saudi-Arabien, sein bevorzugter Aufenthaltsort ist Marbella an Spaniens Costa del Sol. Sein bevorzugtes Tätigkeitsfeld der illegale Waffenhandel und die Börse von Vancouver in Kanada. Zurzeit bevorzugt er allerdings mehr die Strände der Vereinigten arabischen Emirate, weil er glaubt, dort vor Strafverfolgung und Auslieferungsbegehren anderer Länder sicher zu sein.

Khashoggi war einer der Hauptakteure in der Iran-Contra Affäre, die knapp 20 Jahre zurückliegt. Das Pentagon verkaufte seinerzeit Waffen über Israel an den Iran und die Profite wurden benutzt, um eine rechtsradikale Terrorgruppe in Nicaragua, die Contras, über den CIA zu finanzieren. Alles illegal natürlich, aber ein Mann des Militärs namens Oliver North packte alle Dokumente rechtzeitig in den Reisswolf, als die Affäre ruchbar wurde. Gut, solch vertrauenswürdige Leute im Hause zu haben.

Khashoggi war auch tief bei der BCCI Bank (Bank of international Credit and Commerce) involviert, eine Waschmaschine für schmutzige Dollars aus dem Drogen- und Waffengeschäft, das kolumbianische Medellin Kartell war dort gern gesehener Kunde. Die Bank wurde 1992 geschlossen.

Khashoggi war aber darauf nicht angewiesen, er hatte viele Freunde in der Welt. Begeben wir uns also nach Thailand zur Bangkok Bank of Commerce. Dort führte in den neunziger Jahren Krirkiat Jalichandra als Direktor Regie.

Duo Infernale
Auf einem Golfplatz wurde Jalichandra ein „Promising Potential“ namens Rakesh Saxena vorgestellt. Saxena wurde in Indien steckbrieflich wegen Totschlags an einem Keksfabikanten gesucht. Wen kümmerts, er war während des Studiums auch einmal Kommunist gewesen und getreu dem Motto, wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz und wer mit 40 noch Kommunist ist, hat keinen Verstand – und den glaubte er zu haben – so vergass er ganz schnell Marx und Engels und konzentrierte sich auf den ganz grossen Betrug und die Korruption.

Er und sein Mentor Krirkiat Jalichandra wurden ein „Duo Infernale“ sozusagen. Geld wurde in ein Labyrinth von Firmen gesteckt und schöne Geldgeschenke wurden Politikern und anderen Personen von Einfluss gemacht.

Auch Khashoggi, ein Freund von Saxena, wurde mit einem 140 Millionen US Dollar nicht rückzahlbarem Kredit bedacht. Peanuts in der Sprache der Deutschen Bank. Geld wurde in ein Netz von verschachtelten Briefkastenfirmen gepumpt, bei dem jeder erfahrene Steuerberater die Übersicht verloren hätte.

Aber solch ein Riesenbetrug kann nur eine gewisse Zeit gut gehen. Irgendwann platzt die Blase und das war im Jahre 1996 der Fall. Sie löste die „Asiatische Bankenkrise“ aus, die viele Firmen in den Bankrott und viele Finanziers und Firmeninhaber in den Selbstmord trieb.

Abgesetzt mit dem Pass eines Toten
Saxena ahnte, was da kommen würde und setzte sich mit dem Pass eines toten Kroaten nach Kanada ab. Auch eine Altersversorgung nahm er gleich mit in Höhe von 88 Millionen US Dollar. Kleingeld gemessen an dem Schaden, den er und Jalichandra angerichtet hatten, der belief sich nämlich auf 2,2 Milliarden US Dollar. Jalichandra war nicht so „lucky“, er wurde zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt und ausserdem zu einer saftigen Geldstrafe.

Thailand verlangte von Kanada die Auslieferung Saxenas, aber das wollte Saxena nicht und heuerte er erst einmal die besten Advokaten Kanadas an die dafür sorgten, dass sich das Auslieferungsverfahren nun schon 10 Jahre lang hinzieht. Die Regierung Kanadas wollte ihn ursprünglich ins Auslieferungsgefängnis stecken, aber dort hätte er im Betrugssektor freilich nicht arbeiten können, so überzeugte er die Behörde, dass es Vater Staat billiger kommen würde, wenn er unter Hausarrest stehen würde, für den er selbst aufkommen würde. So ist er immer noch in Kanada, aber keineswegs im Ruhestand.

Der erste, der an seine Tür klopfte war Tim Spicer, ehemaliger Oberst der britischen Armee und ganz früher mal ein Hippie.

Das Buffalo Battalion
Er war gerade mit Tony Buckingham, einem Direktor der Ölfirma Heritage Oil dabei, in Sierra Leone militärisch tätig zu werden. Dazu brauchte er Geld, um die südafrikanischen Söldner der Firma Executive Outcomes zu bewaffnen und entlohnen zu können.


Brachiale Todbringer

Diese Söldner waren vorher bei den Apartheidtruppen Südafrikas, dem so genannten 32. Buffalo Battalion tätig, das für die komplette Zerstörung des Südens von Angola und die Tötung unzähliger Befreiungskämpfer der namibischen Befreiungsbewegung SWAPO verantwortlich zeichnet.

Gegen Schürfrechte von Diamanten und Bauxit wollten Buckingham und Spicer den in Sierra Leone gestürzten Präsidenten Kabbah wieder an die Macht bringen. Saxena hatte genug Geld und eigene Schürfinteressen in Sierra Leone und mit Saxena’s Geld ging Spicer nun auf Einkaufstour in Bulgarien und anderswo und kaufte tonnenweise Waffen ein.

Er hatte dabei die heimliche Zustimmung der Blair Regierung, trotz eines UN Waffenembargos. Als die Sache aufflog, wurde es zur „Arms to Africa Affair“ und brachte Tony Blair und seine Mannschaft in grösste Absturzgefahr. Mit dabei waren Simon Mann und Nick du Toit, beide jetzt im Gefängnis nach dem fehlgeschlagenen Putsch im ölreichen Equatorial Guinea im März 2004.

Todesschwadron gegen „Rebellen“
Schon vor dem Sierra Leone Abenteuer hatten Simon Mann, Buckingham und Tim Spicer Globalisierung ernst genommen, dieses Mal auf der anderen Seite des Erdballs in Papua Neu Guinea, einem der ärmsten Länder der Welt. Die dortige Regierung führte Krieg gegen eine Rebellengruppe auf der Insel Bougainville, die gegen die Umweltzerstörung durch eine grosse Kupfer- und Goldmine im Besitz der britischen Firma Rio Tinto kämpfte.

Das Trio offerierte eigennützige Söldnerdienste für 34 Millionen US Dollar und zwar wieder mit dem Apartheid-Dreck von Executive Outcomes. Mit dabei Lafras Luitingh, ehemaliges Mitglied einer südafrikanischen Todesschwadron, er persönlich war verantwortlich für die Ermordung des Wissenschaftlers Dr. David Webster am 1. Mai 1989 in Johannesburg und des Rechtsanwalts Anton Lubowski in Windhoek am 12 Oktober 1989, kurz vor der Unabhängigkeit Namibias.

Dieses Mal ging die Sache allerdings schief, die Armee unter General Singorok rebellierte, Spicer wurde verhaftet und kam nur mit Hilfe diplomatischen Drucks der Blair Regierung wieder frei. Finanziell gelohnt hatte es sich allemal, weil teilweise auf Vorkassenbasis gesöldnert worden war.

Tony Buckingham war in Afrika weiträumig tätig, in Angola, Namibia, DR-Kongo, Kongo-Brazzaville, Kenia, Uganda um nur ein paar Staaten zu nennen.

Ranger Oil bekam grosse claims zum Schürfen.
Er war besonders in Namibia willkommen, dort wurde er Direktor in der halbstaatlichen Offshore Development Company, ODC und nutzte diese Position, um Ranger Oil aus Kanada bei der Regierung einzuführen.

Als Dank machte er Regierungsmitglieder zu Aktionären in seiner Firma Oceanica Fisheries und die Regierung wiederum gab seiner Firma Indigo Sky Gem Schürfrechte in einer Tourmalin Mine in Karibib. und erlaubte ihm, 1000 Small Miners, die dort buddelten, auf die Strasse zu werfen.

Wer gut schmiert, der gut fährt.
In Kenia machte er Sanjivan Ruprah zum Direktor seiner Firma Branch Energy. Sanjivan Ruprah war ein enger Vertrauter von Präsident Charles Taylor in Liberia und besorgte für ihn die Ausrüstung der Kindersoldaten der RUF in Sierra Leone, die unfassbare Verbrechen begingen. Neben Massentötungen und Vergewaltigungen als besondere Spezialität das Abhacken von Gliedmassen von Zivilisten.

Ruprah wurde auch ein enger Vertrauter von Viktor Bout, der in Afrika den Namen „Merchant of Death“ hat, weil er durch seine Waffentransporte über 15 Jahre die Konflikte in Sierra Leone, DR Kongo und Angola anheizte bzw. erst ermöglichte.

Viktor Bout (Butt) ist ein Russe, der eine Flotte von 50 Flugzeugen mit ständig wechselnden Kennummern kommandiert. Er flog Waffen für die Taleban und Al Qaida nach Afghanistan und organisierte einen Charterbetrieb dorthin, sicherlich nicht für Touristen. Nach dem Beginn des Irakkrieges wurde er von amerikanischen Firmen kontaktiert – ein Flugzeug ist ein Flugzeug – und er fliegt weiter nach Afghanistan.

Ruprah kennt Khashoggi, da sie eine gemeinsame Büroadresse in London hatten, Khashoggi ist ein Freund Saxenas, Saxena ist ein Freund Spicers usw. Khashoggi und Saxena begnügten sich nicht damit zu sehen, was sich in Afrika tut, sie hatten eigene wichtige Geschäfte zu erledigen, der eine in Kanada der andere in den USA.

Im Jahre 2001 trieb Khashoggi durch betrügerische Manöver den Kurs der Aktien von Genesis Intermedia hoch, die zu 70% seiner auf den Bahamas angesiedelten Firma Ultimate Holdings gehörte.

Kriminelle Pleiten
Wesentliches Geschäft von Genesis Intermedia waren Internetkioske und die Vermarktung von Rechten des Buchs von John Gray „Männer kommen vom Mars und Frauen von der Venus“. Er vergass hinzuzusetzen, dass Waffenhändler und Söldner aus der Hölle kommen. Mit bei dem Betrug dabei war die Deutsche Bank, Filiale Toronto und eine Gruppe krimineller Aktienhändler, einer davon vorbestraft.

Nachdem der Kurs in Folge der Anschläge des 9. September 2001 kollabierte, zog Khashoggi mit 130 Millionen Dollar davon. Zwei Brokerhäuser mussten Konkurs anmelden und in Minneapolis verloren 200 Angestellte ihren Job.

Die Geschädigten zogen vor Gericht und am 18. Januar 2006 war für die Deutsche Bank, nach vierjährigem Leugnen, Zahltag. Freiwillig, wie man in Frankfurt betont, wurden 250 Millionen US Dollar gezahlt- 2 1/2 Packungen Peanuts in deren Sprache.

Saxena derweil sorgte dafür, dass der führende Oppositionspolitiker im kanadischen Parlament, John Reynolds, einen anständigen Nebenerwerb in einer seiner Firmen, Wave Tech, bekam. Ein anderes Wort dafür ist wohl Bestechung, während gleichzeitig sein Auslieferungsverfahren lief.

Auch in England wurde Saxena mit Aktienbetrug über die Firma Westshore Ventures und in Südafrika und Botswana über die Firma Platinum Asset Management aktiv.

Aber geteilte Freude ist doppelte Freude, so machte sich Khashoggi im Jahre 2000 auf den Weg nach Wien, um mit Saxena, über Handy verbunden, die Wiener Privatbank General Commerce Bank zu kaufen.

Mit dabei der König der Aktienbetrugs, Amador Pastrana und die wegen Betrugs in Amerika vorbestraften Herren Raoul Berthamieu (alias Berthaumieu, alias Lee Sanders), Sherman Mazur und Regis Possino. Sie machten die Bank zu einem Zentrum des internationalen Aktienbetrugs, der Schaden, nach Presseberichten, 1 Milliarde Dollar. Im Jahre 2001 wurde die Bank geschlossen. 1 Milliarde in einem Jahr.

Auch Tim Spicer war vor Aktivität nicht zu bremsen.
Nachdem er Tony Buckinghams Söldnervermittlungsfirma Sandline im Jahre 2000 verlassen hatte, gründete er die Firma Aegis und bekam wegen seiner besonderen Erfahrungen nach dem Einmarsch im Irak gleich einen Vertrag vom Pentagon im Volumen von 293 Millionen US Dollar. Er ist jetzt der Oberchef aller Söldner deren Zahl im Irak auf mehr als 20.000 geschätzt wird, auch mit dabei der Apartheid-Dreck aus Südafrika.

Und Tony Buckingham ist natürlich zur Stelle wo es nach Schürfrechten riecht. Im Jahre 1995 reiste er auf Einladung der Saddam Hussein Regierung in den Irak, um mögliche Explorationen zu erörtern. Nach dem Einmarsch ist er wieder da, go with the flow, und hat gerade eine Schürflizenz in Kurdistan bekommen.

Simon Mann sitzt mittlerweile als Gast von Robert Mugabe im Hochsicherheitsgefängnis von Harare/Zimbabwe, Sandline wurde kurz nach dem Putschversuch in Äquatorial Guinea geschlossen. Ein Schelm, wer dabei irgendwelche Zusammenhänge vermutet. Und die Söldner freilich, schiessen weiter- für den Frieden-, wie sie behaupten.

Dr. Alexander von Paleske ist Arzt für Innere Medizin – Haematologie und Head des Department of Oncology am Princess Marina Hospital im afrikanischen Gabarone in Botswana. Herr Dr. von Paleske ist ehemaliger Rechtsanwalt beim Landgericht Frankfurt (M).

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vermischtes

‚Google’ gräbt sich selbst das Wasser ab

Karl Weiss – Der Suchmaschinenbetreiber Google macht einen großen Teil seines Geldes als Vermittler von Anzeigen. Er betreibt das Adsense-System, das Anzeigen auf Web-Sites gezielt zu dort vorkommenden Themen setzt. Die Anzeigen werden bezahlt und der Site-Betreiber erhält einen kleinen Anteil für jeden Klick auf eine Anzeige.

Gute Idee.
Wo ist das Problem? Google selbst befördert den größten Teil der Leser auf diese Seiten, wo sie dann klicken können. Wer genau gefunden hat, was er sucht, klickt aber nicht auf Anzeigen. Wenn man danebenlag, kann es schon eher sein, daß einem eine Anzeige ins Auge springt. Und damit fördert Google, je schlechter es funktioniert, diese Klickerei, die dann wieder in Geld für Google umgesetzt wird, denn wer die Anzeige gesetzt hat, muß für jeden Klick zahlen.

Das nennt man einen Zielkonflikt. Das geht im Extremfall so weit, daß es Sites gibt, die einfach nur Unsinn-Text mit einer extrem hohen Anzahl an einschlägigen Stichworten produzieren und so jene, die dort landen, verstärkt zum Klicken auf Anzeigen animieren. Heute kann man in den USA bereits zu einem kleinen Entgelt von etwa 100 Dollar ein Paket mit „150 Adsense Ready Websites“ kaufen, das 50.000 Seiten Unsinn, aber voll von möglichen Stichworten, enthält.

Es ist klar, wohin das läuft. Das Google-System wird immer schlechter. Man findet immer weniger, was man sucht. Auf der anderen Seite wird der Adsense-Anzeigenkunde immer weniger mit wirklichen Interessenten bedient, was das Interesse an dieser Anzeigart deutlich dämpfen wird. Damit wäre das Ende von Google eingeleitet. Ob Google das weiß? Wie will man reagieren? Bisher gibt es keine Antwort.

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Höchster Respekt für Ghana

Karl Weiss – Nun stehen also die Viertelfinalspiel-Paarungen der Fußball-WM fest: Deutschland-Argentinien, England – Portugal, Italien – Ukraine und Brasilien- Frankreich. Das liest sich mit einer Ausnahme wie eine Liste derer, die schon die Weltmeisterschaft gewonnen haben.

Da fehlt unter den Siegern nur Uruguay und noch nicht gewonnen haben die Ukraine und Portugal, denen das wohl auch diesmal verwehrt bleiben wird. Es läuft also alles so wie immer bei WMs – die Langeweile geht um. Allerdings wissen wir diesmal definitiv, wer Überraschungen verhindert hat: Die Schiedsrichter.

Zumindest die Elfenbeinküste hätte im Achtelfinale stehen müssen, wenn die Schiedsrichter nicht bei den Spielen gegen Holland und Argentinien gegen sie gepfiffen hätten. Und man kann fast eine Wette darauf abschließen, daß diese Mannschaft dann auch ins Viertelfinale gekommen wäre – jedenfalls wenn auch dann die Schiedsrichter unparteiisch gewesen wären.

Fünf der acht Mannschaften haben sich nur mit einem 1:0, 2:1 bzw. Elfmeterschiessen ins Viertelfinale gequält. England hatte seine Mühe mit Ecuador, Argentinien mit Mexiko und Italien mit Australien, ganz zu schweigen von der Ukraine, die als schwächste der 8 Mannschaften eingeschätzt werden muß. Wetten, daß Italien trotzdem auch mit ihr Schwierigkeiten haben wird? Schweigen wir still von Portugals Leistung, die nur als Desaster zu bezeichnen war. Trotzdem werden sie England Rätsel
aufgeben.

Nur Brasilien mit einem 3:0, Deutschland mit einem 2:0 und Frankreich mit einem 3:1 können ein besseres Ergebnis aufweisen. Ein Omen? Vielleicht.Dabei trifft ja Frankreich jetzt auf Brasilien und dürfte damit auch das Ende der Leiter erreicht haben. Brasilien scheint schon fast im Finale zu sein.

Sollte es Deutschland wirklich wieder ins Finale schaffen? Nun, wenn sie wirklich Argentinien und dann wahrscheinlich England abgeräumt haben sollten, dann wird Brasilien jedenfalls mehr Schwierigkeiten mit ihnen haben als beim letzten Mal.

Spanien hatte wieder in der Zwischenrunde einen Schwächanfall wie immer – es wird wirklich langsam langweilig im Fußball. Die WMs werden immer voraussagbarer.

Nach einer Umfrage seien 78% der Deutschen überzeugt, daß die Nationalelf sich gegen Argentinien durchsetzt. Woher kommt plötzlich all dieser Optimismus? Nur wegen 20 Weltklasse-Minuten gegen Schweden? Hat niemand Argentinien-Serbien gesehen? Aber 50:50 kann man die Chancen einschätzen. Eventuell wird hinterher England sogar leichter, wenn man es wirklich schaffen sollte. Dann hätte man auch im Finale gegen Brasilien 50:50-Chancen.

Beeindruckend das Spiel Brasilien – Ghana 3:0. Nicht, daß die Brasilianer beeindruckt hätten, aber die Ghanaer. Die Taktik, die sie anwandten, war reiner Selbstmord gegen ein Brasilien. Mit drei faktischen Angreifern, ganz nach vorne verschoben und mit einer Abseits-Linie 10 bis 20 Meter in der eigenen Hälfte. Das ist gegen einen gleich guten Gegner schon nur zu verantworten, wenn man extrem zielsichere Stürmer hat, die den Rückstand ausgleichen können, denn man sich damit einfängt. Genau das aber war es, was Ghana nicht hatte. Sechs klare Chancen und eine Menge Fernschüsse und Dida war fast gar nicht geprüft – das nennt man Zielwasser-Mangel.

So brauchte Brasilien nur immer wieder den Ball in den freien Raum vor einen startenden Stürmer spielen und dann tauchten andauernd Brasilianer frei vor dem Torwart auf. Daß es nur drei Tore wurden, war auch darauf zurückzuführen, daß die Brasilianer im Ganzen nicht ihren besten Tag hatten und speziell Ronaldinho und Kaká einen rabenschwarzen Tag erwischt hatten.

Aber eins muß man sagen, Mut hat Ghana. Respekt! Das letzte Mal, daß jemand es wagte, gegen Brasilien mit einer offensiven Taktik zu spielen, war im Endspiel des Confederation-Cups Argentinien. Sie bekamen auch drei eingeschenkt.

Andererseits zeigen sich aber die eklatanten Abwehrschwächen der Brasilianer, wenn jemand mit offenem Visier gegen sie antritt. Wenn man es nicht übertreibt, wie Ghana, ist das eine überdenkenswerte Taktik, falls Deutschland wirklich wieder im Endspiel mit Brasilien stehen sollte. Und Deutschland hat Stürmer, die treffen (Wann war es das letzte Mal, daß man das sagen konnte?).

Und 93% hätten gesagt, Klinsmann solle bleiben. Na wartet mal, wie viele das noch sind, wenn Deutschland im Viertelfinale gegen Argentinien ausscheiden sollte.

Daß Ronaldo nun mit 15 Treffern die Allzeit-Torjäger-Marke von Müller übernommen hat, ist aus deutscher Sicht bedauernswert, aber die Marke für die höchste Zahl von Toren in zwei Weltmeisterschaften wird doch bei Gerd Müller bleiben.

Außerdem sind diese Art von Torjägerkanonen sowieso zweifelhaft, da ja die Torjäger „kleinerer“ Nationen, die nicht bis unter die letzten Vier kommen, keine Chance haben, soviele Tore zu erzielen.

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TV-Nachrichten: Eine Militarisierte Zone

Norman Solomon – Als die Bombardierung Aghanistans am 8. Oktober 2001 wieder aufgenommen wurde, zeigten pensionierte Generale, auf ihren Posten unter den gleissenden Scheinwerfer der Fernsehstudios kein Zeichen von Müdigkeit. Auf CNN setzte sich der ehemalige NATO Oberkommandierende Wesley Clark mit Maj. General Don Shepperd zusammen, um militärische Strategien zu erklären; ihre Einsichten teilten sie der Welt als Angestellte von AOL Time Warner mit.

Weit entfernt fliegen Raketen und explodieren Bomben – aber in Fernsehland herrscht ein Gleichgewichtssinn. Die Stimmen sind ruhig, die Korrespondenten gefasst. Nachrichtenbulletine kriechen über den unteren Bildschirmrand, zusammen mit Einladungen mehr zu erfahren. „Betrachten sie ein U.S. Militärflugzeug in 3-D auf CNN.com.“

Auf den Presseerklärungen des Pentagons, die live übertragen werden, sieht der Verteidigungsminister einem seiner Vorgänger, McNamara, erschreckend ähnlich. Aber die Sprache von Donald Rumsfeld ist durch und durch modern, als er ein Krieg ohne Ende ankündigt: „In dem Kampf gegen Terrorismus gibt es keine Silberkugel.“ Aber es wird viele Kugeln, Raketen und Bomben geben. Wir hören die gewöhnlichen Versicherungen, dass die Luftschläge chirurgisch genau sein werden, und Rumsfeld wiederholt die Metapher wie ein Echo: „Terrorismus ist ein Krebsgeschwür der Menschheit.“

Die Berichte über die Bombardierungen sind mit Referenzen über Lebensmittelabwürfe durchgespickt. Die Details waren unscharf. Aber die Selbstgratulation im Fernsehen ist verschwenderisch gewesen, nun eine feuerfreie Zone für Kriegspropaganda.

Am Sonntag Nacht (7.Okt.) bei „Larry King Live,“ bestätigten eine bipartisane Gruppe von Senatoren ihre Loyalität zum Präsidenten. Der leitende GOP Mitglied des Senatskomitees für Waffendienst, ein ehemaliger Navy-Sekretär, beleuchtete unsere Herzensgüte.

Senator John Warner sagte: „Ich glaube, dies ist das erste Mal in der zeitgenössischen Militärgeschichte, dass eine militärische Operation gegen die Regierung eines Landes geführt wird, während gleichzeitig mit den Truppen die unsere Mission ausführen, andere Truppen versuchen sich um die unschuldigen Opfer zu kümmern, die allzu oft in die Schusslinie geraten.“

Stunden nach Warners Erklärung der Amerikanischen Heiligkeit, stellte das UN Welternährungsprogramm seine Nothilfskonvois an Afghanistan wegen der Bombardierungskampagne ein.

Währenddessen meldeten private Hilfsarbeiter zunehmende Panik. Eine Nachricht, die von meine Kollegen am Institut für Öffentliche Genauigkeit (www.accuracy.org) veröffentlich wurde, zitiert den Präsident der humanitären Hilfsorganisation Conscience International, Jim Jennings: „Lebensmittelabwürfe aus grosser Höhe können absolut keine ausreichende und effektive Hilfe liefern, die dringend notwendig ist um eine Hungerkatastrophe zu verhindern.“

Die U.S. Regierung hat zwei C-17 Flugzeuge losgeschickt um Rationen abzuwerfen. Jennings, der zwei Jahrzehnte lang an humanitäre Arbeit rund um den Globus beteiligt gewesen ist, war nicht beeindruckt. In einem einzigen Lager in Afghanistan, in Herat, „befinden sich 600.000 Mensche an der Grenze zum Hungertod,“ sagte er. „Wenn man ein Pfund Lebensmittel pro Tag liefert, das Minimum fürs blanke Überleben, würde es 500 Flugzeugladungen pro Monat erfordern, um nur ein einziges Lager in Herat zu versorgen, und Afghanistan ist so gross wie Texas. Die Regierung hat erklärt, dass bisher zwei Flugzeuge für Lebensmittelabwürfe eingesetzt werden – für ganz Afghanistan.“

Nach eigener Aussage, sind die Hauptziele der Bombardierung die Angehörige des Bin Laden Netzwerkes. Aber die rhetorischen Salven werden im breiteren Kontext nur allzu deutlich verstanden werden. „Wir werden sie entwurzeln und aushungern,“ sagte Rumsfeld, kurz vor der Beendigung einer Pressekonferenz mit einer hallenden Erklärung: „Wir sind entschlossen uns nicht terrorisieren zu lassen.“

„Dieser letzte Zitat sagt alles,“ warf der MSNBC Sprecher Brian Williams ein Moment später ein, bevor er an den „NBC Militäranalysten“ Bernard Trainor weitergab, ein ehemaliger General des Marine Corps. Wie die anderen Ex-Generäle die von Fernsehsender bezahlt werden, benutzt Trainor ständig das Wort „wir“, um U.S. Militäraktionen zu erklären. („Wir haben nun die Möglichkeit…“) Die Erörterungen von Kriegsspielszenarios sind verschwenderisch mit high-tech Landkarten und Videografiken ausgestattet.

Ehemalige Diplomaten können auch mitspielen. Auf NBC plauderte Richard Holbrooke — ein Liebling der Presse, der in Frühling 1999 das diplomatische Vorspiel auf die Bombardierung auf Jugoslawien organisiert hat – mit Tom Brokaw, während er ein Zeiger und eine hell erleuchtete Landkarte benutzte um die geopolitische Dynamiken darzulegen.

Ständig kriecht irgendetwas über die Fernsehbildschirme, Zitatfetzen verschwimmen… Bin Laden sagt dass die Gläubigen triumphieren werden, Bush erklärt „möge Gott Amerika weiterhin segnen,“ der Taliban beschuldigt die U.S. „terroristischer“ Attacken… im Laufe der Zeit scheinen die Gegner immer mehr die selbe Sprache zu sprechen.

Die Logos auf den Bildschirmen, in Rot-Weiss-Blau umrissen, fliessen über vor Stolz auf einer sich wiedererhebenden Nation. CBS hat sich für „Amerika Kämpft Zurück“ entschieden. NBC und MSNBC verwenden „Amerika Schlägt Zurück“. Ab und zu wechselt MSNBC zu einer alternativen Phrase über „Verteidigung des Heimatlandes“

Die Bombardierung Afghanistans soll uns angeblich hier drüben in der USA sicherer machen. Aber Stunden nachdem die Angriffe am 7. Oktober 2001 begonnen hatten, rief der FBI eine erhöhte Alarmbereitschaft für die ganzen Vereinigten Staaten aus — weil die Gefahr eines weiteren tödlichen Angriffs auf dieses Land soeben gestiegen war. Wenn Krieg Frieden sein kann, wieso kann grössere Gefahr uns dann keine grössere Sicherheit bringen?

Am Montagnachmittag zeigten die Fernsehsender Bomber beim Abheben von Flugzeugträgern, auf dem Weg nach Afghanistan. Die Zuschauer von MSNBC kriegten Aufnahmen von Sprengköpfe zu sehen, mit „NYPD“ bekritzelt; im Hintergrund flatterte die amerikanische Flagge am Deck.

Und so nähert sich eine Köderkampagne patriotischer Bilder ihrer Vollendung. Wochenlang, nach den schrecklichen Ereignissen des 11. Septembers, umarmte das Publikum die Alte Glorie als ein Symbol der Trauer, menschlichen Solidarität und Vaterlandsliebe. Nun wird die allgegenwärtige amerikanische Flagge an militärische Massenvernichtungswaffen befestigt.

„Es wird ein langer Krieg werden,“ versprach George W. Bush am Montag. Allen Anzeichen nach, sind die Fernsehsender bereit ihren Teil für die Militäroperation zu leisten, die gerade auf „Enduring Freedom – Dauernde Freiheit“ getauft wurde. Aber weit entfernt von den Bequemlichkeiten von Fernsehland, werden viele Menschen lediglich unsere Freiheit zu töten dauernd ertragen.

Dieser Artikel erschien in der deutschen Übersetzung von Andrea Noll erstmalig bei Zmag.de


Norman Solomons aktuelles Buch ‚War Made Easy: How Presidents and Pundits Keep Spinning Us to Death‘

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Der amerikanische Aufschrei

Karl Weiss – In Europa unterliegen wir leicht der Illusion, daß das US-amerikanische Volk in weiten Teilen mit der Politik ihrer Oberen überinstimmt. Das ist nicht der Fall. Es handelt um Minderheiten im Bereich von 20%, die tatsächlich auf Bush-Kurs sind. Ein Artikel und seine Kommentare zeigt erneut, wie weit die Sensibilität der US-Amerikaner geht und wie kritisch die meisten gegen ihre Regierung eingestellt sind, trotz der Einheitsbrei-Gehirnwäsche der US-Medien.

Der Artikel „The struggle to Recapture our Soul“ („Der Kampf, unsere Seele wiederzugewinnen“) von Mike Whitney in der vielgelesenen US-oppositionellen Site „Information Clearing House“ vom 18.6.06 und seine fast einhundert Kommentare sind ein neuer Beweis für diese kritische Sensibilität. Es kann ohne Übertreibung als ‚der amerikanische Aufschrei’ bezeichnet werden.

Im Artikel selbst greift Whitney die Regierung wegen ihrer Irak-Politik an. Er zitiert den Ex-US-General William Odom mit Bezug auf den Irak: „Dies ist das größte strategische Desaster in der US-Geschichte.“

Whitney weist darauf hin, daß Bush, wo auch immer er auftaucht, nur noch unter schwerstem Polizei- und oft auch militärischem Schutz auftreten kann und ausschließlich vor ausgewähltem Publikum sprechen kann. Sein Kurzbesuch in Bagdad letzte Woche war nur in der festungsartig geschützten „Grünen Zone“ möglich so wie auch der Besuch in Großbritannien, der von 3500 voll bewaffneten Schutztruppen abgesichert werden mußte. Er hebt weiterhin hervor, daß die Besatzungstruppen in all den Jahren der Besetzung es nicht geschafft haben, auch nur einen Quadratzentimeter irakischen Bodens zu kontrollieren außerhalb ihrer Festung. Selbst innerhalb der „Grünen Zone“mußte Bush schon nach 5 Stunden wieder heimgeschickt werden, weil sonst das Sicherheitsschema nicht mehr hätte durchgehalten werden können.

Er schreibt:
„By every objective standard, things were better under Saddam.“ „Welchen objektiven Vergleich man auch benutzen mag, die Zustände waren auf jeden Fall besser unter Saddam [Hussein].“

Dann kommt einer jener Sätze, die man nur als „amerikanischer Aufschrei“ interpretieren kann: „The long litany of war crimes is finally wearing away at the fragile American psyche.“ „Die lange Litanei von Kriegsverbrechen ist letzendlich dabei, die verletzliche amerikanische Psyche auszuhöhlen.“ Und fährt fort: „Die Marke „Bush“ ist nun unrückholbar verbunden mit kriminellen Entführungen, Mißbrauch von Gefangenen und massiven Schlächtereien.“

Und er zitiert Brzezinsky:
„Dies ist schlimmer als die schlechtesten Tage in Vietnam. (…) Wir haben keine freie und demokratische Regierung, die funktioniert (…) Die Autorität, die wir eingesetzt haben, ist umstellt und relativ hilflos; ein Bürgerkrieg beginnt aus den Ecken zu kriechen, während die Besatzungsmacht unfähig ist, die Aufständischen [offizielle US-Bezeichnung für den Widerstand] zu vernichten, weil es eine ausländische Besatzung ist …“

Er besorgt sich zusammen mit Brzezinski um einen möglichen ‚kulturellen Abstieg’ Amerikas. Er zeigt damit, daß er nicht aus moralischen oder ethischen Gründen gegen den Irak-Krieg ist, sondern weil er das Ansehens der Vereinigten Staaten auf Dauer schädigt und der Herrschaft über die Welt abträglich ist. So endet er dann mit dem Satz: „Nun müssen wir kämpfen, um unsere Seele wiederzugewinnen.“

Noch beeindruckender als der eigentlich Artikel aber die Zig Kommentare, die zum großen Teil die fortschrittllichere Position der Grundsatzkritik einnehmen.

Es wird die Frage gestellt: „Welche Seele?“ Welche Seele sei denn Zurückzugewinnen.

Es wird geschrieben: „Es sieht doch so aus, daß wir unsere längst dem Teufel verkauft haben.“

Einer schreibt: „Wenn denn eine Seele zu erkennen wäre, würden wir keine Leute abschlachten, ihre Rohstoffe stehlen, den Politikern erlauben, die öffentlichen Mittel der Arbeitslosenversicherung und der Gesundheitsvorsorge zu rauben, die älteren zum alten Eisen zu werfen, usw. usw. (…) In den Vereinigten Staaten ist die Bestie frei, lebend, tobend und außer Kontrolle. Nur Opfer und Schmerzen können dies Land wieder mit dem Rest der Menschheit in Verbindung bringen, Schmerzen (…) hier in unseren eigenen Straßen (…). Daß eine Seele sich bilden könnte, müßte Mitleid kultiviert und die Apathie zerstört werden.“

Ein anderer schreibt über die US-Führerschaft: „…eine Führerschaft, die chronisch ethische geistige Verwirrung zeigt, chronische Unredlichkeit, desaströse Dummheit, ebenso wie öffentliche Erklärungen und Verhalten eines krinminellen Geisteskranken.“

Ein dritter schreibt: „… da geht ein totes System.“

Ein anderer: „… zu hören, wie man darüber spricht, ob es „das wert“ war, unschuldige Menschen zu töten und zu foltern, gibt mir das Gefühl, mich übergeben zu müssen…“

Der gleiche über Rumsfeld und seine Clique: „… Dümmlinge, unfähig zu sozialen Kontakten – niemand kann wiedergutmachen, was sie getan haben (…)“

„Derek“ schreibt: „Hitler hat solche Dinge getan. Kriegsverbrechen sind mit der Todesstrafe zu ahnden.“Ein anderer: „Es ist höchste Zeit, daß dieses Reich fällt. Je schneller dies passiert, desto besser, denn jeder weitere Tag bringt neue Katastrophen über diesen Planeten (…)“

Ein anderer kommt auf die Seele zurück: „Amerika, deine Seele ist in der Brieftasche, wie immer – und die wird bald leer sein.“

Noch einer ist ziemlich pessimistisch angesichts des Zweiparteiensystems: „ …. der Witz ist, daß die demokratische Wendung sich als die gleiche herausstellt wie die republikanische (…) Man geht im Kreis, bis die Sache genannt Amerika sich dreht und wirbelt und im Staub der Geschichte verschwindet.“

Oder dieser hier: „Welche Seele? Amerika wurde gebaut auf dem Blut der eingeborenen Indianer … die Vereinigten Staaten sind in fast jeden Krieg verstrickt … hat Regierungen abgesetzt und getötet und Millionen und Millionen verstümmelt rund um den Globus … sie haben das souveräne Land Irak überfallen aufgrund von Lügen … die Vereinigten Staaten unterstützen staatlich promovierten Terrorismus gegen die Palästinenser für über 58 Jahre … ich frage erneut: Welche Seele?“

Schließlich: „Unsere Seele wiedergewinnen? Welche Seele? Die Indianer Seele? Die Sklaven Seele? Wessen Seele? Wie wärs mit einer völlig neuen, direkt geformt aus Lehm? Mit der alten kann man nicht mehr viel anfangen, Mike.“

Und so geht es weiter und weiter, seitenlang. Fast alle Antworten nicht um das Ansehen Amerikas besorgt und nicht um die Dauer der Weltherrschaft, sondern um die Werte, die einmal der Menschheit aus den USA entgegenleuchteten. Der amerikanische Aufschrei.

Krieg

Guantanamo Häftlinge freigelassen

Stephan Fuchs – 14 saudische Gefangene wurden letzte Woche aus Guantanamo Bay entlassen. Sie wurden mit der saudischen Boeing 747 „Saudia“ mit der Kennung SVA7267 über den marokkanischen Flugplatz Mohammed V in Casablanca nach Hause geflogen.

Wie das amerikanische Verteidigungsministerium mitteilte, wurden mit diesem Flug nun 310 Gefangene von Guantanamo ausgeflogen und anderen Regierungen übergeben, darunter Albanien, Afghanistan, Australien, Belgien, Dennemark, Frankreich, england, Kuwait, Marokko, Pakistan, Russland, Saudi Arabien, Spanien, Schweden und Uganda. Zur Zeit leben noch 450 inhaftierte in Guantanamo.