medien

Newsbattery 08 das Politmagazin der Blogsphäre

Stephan Fuchs – Zum achten Mal erscheint Newsbattery, das Politmagazin aus den Blogs. Auf 38 Seiten schreiben Autoren aus verschiedenen Weblogs was bewegt. Weltweit: Im Krieg, im Terror und im Dschungel der harten Drogen. Aber auch im nahen Deutschland und in der Schweiz: Hartz IV, WM, Geheimdienstaffären und CIA Flüge. Brisante Themen mit Biss. Autoren in dieser Ausgabe sind World Content News, Harald Haack, Norman Solomon, Karl Weiss und Stephan Fuchs.



In NewsBattery herrscht die schnelle Blog-Sprache ebenso wie fundierte Hintergrund- und Rechercheartikel.

NewsBattery ist Europas erstes Polit- Magazin das mit Blog-Artikeln aus verschiedenen Weblogs in den Print geht. Und das Webkonform. NewsBattery braucht man sich nicht am Kiosk holen und der Postbote braucht sich nicht vor bissigen Hunden zu fürchten. Das Magazin braucht keinen Vertrieb, keine große Logistik, keine retournierten und weggeschmissenen Rohstoffe.

NewsBattery ist ohne Abo und ohne Kosten für Sie erhältlich. Das im PDF Format downloadbare Magazin lässt sich selbstverständlich ausdrucken, das Design ist für A4 konzipiert und wird vorwiegend in Graustufen gehalten. Das Magazin lässt sich archivieren und ergibt über einige Monate eine beachtliche Sammlung spannender und brisanter Artikel. Das Magazin können Sie Ihren Freunden verschicken, vervielfältigen & auf ihrem Blog oder Ihrer Homepage ebenfalls zum Download anbieten. Das gute auch für Sie, auch Ihr Weblog mit journalistisch aufbereiteten Polit-Storys kann vertreten sein.

Download: Newsbattery.de
Download: Newsbattery.ch

deutschland

SATIRE – Geheimes Projekt angelaufen

Harald Haack – Deutsche Regierungen drehten sich bislang im Kreis, um den Staatshaushalt zu sanieren. Besonders scheinbar Arbeitsfaule und Kranke stellten die Regierenden vor schier unlöslichen Problemen. Hartz IV wurde ersonnen und eingeführt. Nachdem Langzeitarbeitslose gegen ihre Stigmatisierung protestierten und vorgaben keinesfalls arbeitsscheu zu sein, gibt es seitens einiger Politiker ständig neue Vorschläge zur Bekämpfung der Schwarzarbeiter, wie Langzeitarbeitslose mit einem Mal genannt werden. Doch auch Rentner sind der Großen Koalisation ein Dorn im Auge, weil sie faul auf der Haut liegen und ihre Rente kassieren, anstatt wie anständige Deutsche zu arbeiten. Allen Gruppen aber, Langzeitarbeitslose (Schwarzarbeiter) und Rentnern ist gemeinsam, dass sie vermehrt als Kranke auftreten und die Gesundheitspolitik vollends ins Schlingern brachten. Der Vorschlag des Vize-Kanzlers den Eintritt ins Rentenalter kontinuierlich hinaus zu zögern, scheint kein Erfolgsrezept zu sein. Wie schön könnte doch das Leben eines Politikers sein, gebe es all jene Menschen, die Probleme verursachen, nicht mehr!

Dank der EU aber scheint DIE LÖSUNG nicht mehr fern.

Nachdem man sich in Deutschland von der weiteren Unterstützung der Tabakindustrie verabschieden muss, wie von der EU gefordert, wird es künftig weniger Krebstote geben. Tote, die der Regierung recht nützlich hätten sein können, denn immerhin hatte man es gemeinsam mit der Tabaklobby geschafft, unter Langzeitarbeitslosen und Rentnern den Konsum von Zigaretten zu sichern.

In der EU aber sorgte man sich noch weitgehender um den Erhalt der Gesundheit der Menschen. Besonders Feinstaub belastete die Eurokraten und die führten neue Richtwerte für die Städte ein. Um nun brav die Feinstaubwerte zu senken, kam man in Deutschland auf die Idee, den Einbau von Feinstaubfilter für Dieselfahrzeuge finanziell zu fördern. Wer ein solches Filter nachträglich in seinen Dieselraucher einbauen lässt, der soll vom Staat künftig Bares dafür kriegen. Von ca. 400 Euro ist die Rede. Die Bundesregierung lässt sich da nicht lumpen, denn sie weiß inzwischen, dass Feinstaubfilter eine interessante Nebenwirkung haben: Der Ausstoß von Stickstoffdioxid (kurz: Stickoxid) wird drastisch erhöht und Stickstoffdioxid ist in der Lage innerhalb kurzer Zeit – man legte sich auf zwei Tage fest – Menschen, wie zum Beispiel Kleinkinder und Rentner, die eh nur eine Last sind, zu töten. Natürlich müssten dazu die Luftsättigungswerte steigen, was mit der Förderung von Dieselfahrzeugen spielend leicht erreicht wird.


Keine Satire: Nur in Hamburg erhöhte Stickstoffdioxidwerte

In Hamburg ist in diesen Tagen das geheime Projekt DIE LÖSUNG erfolgreich angelaufen. Die Messstation „Habichtstraße“ im Hamburger Stadtteil Barmbek, einem ehemaligen Arbeiterviertel, in dem es gegenwärtig noch viele Langzeitarbeitslose und Rentner gibt, verzeichnete die höchsten Stickstoffdioxidwerte von ganz Deutschland. Bestatter rechnen mit einem erhöhten Aufkommen an Bestattungen.


Keine Satire: Messdaten der Station Habichtstraße in Hamburg-Barmbek vom 6.6. bis 13.6.2006. Der Grenzwert wurde in der zweiten Stufe überschritten.

In nur wenigen Monaten wird feststehen, ob man mit einer Steigerung des Stickstoffdioxidgehalts in der Atemluft erfolgreich Langzeitarbeitslose und Rentner bekämpfen kann.

SPIEGEL-Online: Hunderttausende Alte müssen hungern

Krieg

Mißbrauch von verletzten Rekruten in einem US-Army-Camp

Karl Weiss – Die US-Army warb und wirbt eifrig neue Rekruten, denn der Bedarf an Soldaten ist groß, wenn man überall Stützpunkte unterhalten will und gleichzeitig mehrere Kriege führen. So wird denn auch eine ins Gewicht fallende Zahl von Soldaten bei der Grundausbildung verletzt. Für diese verletzten Soldaten hat die Army eigene Einheiten eingerichtet, eines davon in Fort Sill. Nun ist herausgekommen, daß die verletzten Soldaten dort nicht medizinisch behandelt wurden, aber dafür mißbraucht. Ein weiteres Dokument, wie absurd bereits die Situation im US-Militär ist.

Insgesamt wurden 1100 verletzte Soldaten im letzten Jahr aus der normalen Ausbildung genommen und in speziellen Einheiten „behandelt“, die Artillerie-Soldaten davon in Fort Sill. Dabei geht es sowohl um ernsthaft erkrankte als auch um Soldaten, die Verletzungen davon getragen haben. Warum überhaupt eine so große Anzahl dieser Rekruten in Behandlung muß und nicht weiter normal ausgebildet werden kann, ist noch gar nicht untersucht worden.

Was geschah mit Mathew Scarano
Lediglich die Mißhandlungen bzw. Mißbräuche in Fort Sill sind an die Öffentlichkeit gekommen, weil dort jetzt Soldaten gestorben sind, unter ihnen Mathew Scarano. Der hat vor seinem Tod über die Behandlung in Fort Sill in einem Brief nach Hause geschrieben: „Ich bin hier Gefängnisinsasse. Ich habe einige Kollegen hier gefragt, die Tätowierungen tragen, die sie als Ex-Gefangene ausweisen, was sie vorziehen würden: Gefängnis oder Fort Sill. Bis jetzt habe ich nur solche gefunden, die „Gefängnis“ geantwortet haben.“

Befragt zu den Beschwerden von Familien und Soldaten, mußte die Army zugeben, daß in den Rehabilitationszentren keine Personen mit medizinischen Kenntnissen kommandieren, sondern Fachsoldaten, also ein Artillerieoffizier in Fort Sill. Man mußte auch zwei Feldwebel strafversetzen. Der eine hatte einen Soldaten mit Tritten ans Knie malträtiert, an dem der Soldat operiert worden war. Der andere hatte es sich zur Spezialität gemacht, die Soldaten die ganze Nacht durch mit Übungen zu wecken, auch solche, die massiv mit Schlafmittel wegen ihrer Verletzungen behandelt wurden.

Die beiden Toten wurden nach Angaben der Armee versehentlich mit zu hohen Dosen der für sie vorgesehen Medikamente behandelt. Da es keine Ärzte gab, kann so etwas leicht passieren. Die Armee gab an, daß man nun in allen Behandlungszentren Ärzte als Kommandierende eingesetzt hat. Außerdem wurde jetzt angeordnet, daß die kranken und verletzten Rekruten nach drei Monaten einer allgemeinen Untersuchung und Beurteilung unterzogen werden müssen, sowie danach monatlich, wenn sie weiterbehandelt werden müssen. Fragt sich, was man vorher gemacht hat. Einfach für ein halbes Jahr weggeschlossen?

Strafbehandlung für Verletzte
In Interviews mit Soldaten und Angehörigen wurde vor allem angeprangert, daß die verletzten und kranken Soldaten Strafbehandlung bekamen, weil sie Simulanten seien. Die Soldaten beschwerten sich besonders, daß ihre Verletzungen und Krankheiten nicht behandelt wurden. Ärzte waren nicht verfügbar, weil die Army-Ärzte im Irak und in den Krankenhäusern gebraucht werden, wo sie Verletzten aus dem Irak behandelt werden.

„Brutale und ungewöhnliche Behandlung, das war es,“ sagte einer der Angehörigen. Die Soldaten berichteten, daß an einem verlängerten Wochenende, als alle anderen Heimaturlaub bekamen, die Verletzten-Einheiten damit beauftragt wurden, das Wachs mit Messern vom Holzfußboden zu kratzen. Bei diesem tagelangen Kratzen verschlimmerte sich u.a. die Schulterverletzung eines Soldaten. Überhaupt wurde bemängelt, daß die Soldaten oft weit länger als nötig in den Verletzten-Einheiten belassen wurden.

Gravierende Misshandlung
Die Mißhandlungen ihres Sohnes waren so gravierend, berichtet eine Mutter, daß sie besorgter um ihn war als um ihren anderen Sohn im Irak. Tritte waren an der Tagesordnung und die Soldaten wurden schwer beschimpft. Die Beschwerden der Soldaten und Angehörigen wurden mißachtet, bis die linke Web-Site „Counter-Punch“ von den Mißhandlungen erfuhr und dies veröffentlichte. Erst dann reagierten die Militärs.

Der verstorbene Scarano hatte sich eine schwere Schulterverletzung bei einem Fall zugezogen. Offenbar wurde die Schulter überhaupt nicht behandelt. Stattdessen wurde er mit Medikamenten vollgestopft. Er schrieb in einem Brief vor seinem Tod, daß er Fentanyl, Ambien, Seroquel, Tylox und Oxycontins verabreicht bekam, daneben auch noch Trazadone. Es wird vermutet, daß er an Nebenwirkungen von Medikamenten oder an einer Überdosis starb. Die Todesursache ist Wochen nach seinem Tod noch ungeklärt.

Krieg

US-Truppen betreiben Genozid im Irak

Karl Weiss – Daß 200.000 bis 300.000 Ziviltoten (je nach Quelle) des Irak-Kriegs seit 2003 auf das Konto des völkerrechtswidrigen Überfalls der US-Militärs und ihrer „Koalition der Willigen“ gehen, steht fest. Daß dabei aber auch eine große Anzahl von Massakern, also von bewußten und willkürlichen Ermordungen ganzer Gruppen von Zivilisten, begangen wurde, wird nun immer klarer. Es handelt sich also um einen Genozid im eigentlichen Sinne, denn dabei sind meist auch Frauen und Kinder betroffen.

Danke, Peter Handke, für die erneute Klarstellung dieser Begriffe. Selbst der Quisling der US-Regierung, der „Ministerpräsident“ Maliki, kam nun nicht mehr umhin festzustellen, daß die US-Truppen „gewohnheitsmäßig Zivilisten angreifen“.

Es war schon von Anfang an die Charakteristik des US-geführten Irak-Überfalls, die Ziviltoten als „nicht existent“ zu betrachten, einfach nicht zu beachten. Man weigerte sich, die Zahl der getöteten Zivilisten mitzuteilen, so als ob man nicht der Verantwortliche in einem besetzten Land wäre.

Allein davon ging bereits eine klare Botschaft an die eigenen Soldaten aus: Keinerlei Rücksicht auf Zivilisten! Die sind es nicht einmal wert, daß ihre Toten gezählt werden.

Insoweit ist auch die angebliche „Aufklärung“ eines dieses Massakers, das von Haditha, nichts als Heuchelei. Wiederum, wie damals in My Lai, sind irgendwelche kleinen Befehlsempfänger auf der Anklagebank – und nicht einmal die werden entsprechend der Taten verurteilt. So als gäbe es keine militärische Befehlskette. So als ob der Fisch nicht immer von Kopf her stinkt.

Da überrascht es doch bis zu einem gewissen Grad, daß nun der Ober-Quisling der Besatzer, Maliki, klare Worte sprach. Er war nach einem langen Ringen zum „Ministerpräsidenten“ des besetzten Landes bestimmt worden, nachdem die US-Regierung den vorher von den Schiiten festgelegten Kandidaten abgelehnt hatten. Man darf also unterstellen, daß dieser Maliki sich durch ein besonders gummiartiges Rückgrat auszeichnet.

Trotzdem kam er nicht umhin, nun seine Paten zu kritisieren. Die ‚New York Times’, die in dieser Hinsicht nicht lügen würde, zitiert ihn mit: „Gewalt gegen Zivilisten [durch US-Truppen] ist zu einem alltäglichen Problem“ geworden. Und: „Sie zerquetschen sie mit ihren Fahrzeugen und töten sie nur auf Verdacht hin“.

Inzwischen ist aufgrund der Veröffentlichung eines Videos durch die BBC auch ein weiteres Genozid-Massaker bekannt geworden, das vor kurzem, im März 2006, in der Stadt Ishaki verübt wurde.

Das reiht sich nahtlos in die Geschichte der Vereinigten Staaten von Nordamerika ein. Nach dem Genozid an den Indianern, der überhaupt diesen Staat erst möglich machte, nach dem Genozid in Vietnam, nun der Genozid im Irak.

deutschland

„Berliner Zeitung“ schert aus dem Chor der Mißbrauchsankläger aus

Karl Weiss – Während fast alle bundesdeutschen Groß-Medien zusammen mit der Politiker-Kaste das Lied von den angeblichen Mißbräuchen der Arbeitlosen singen, scherte ein Kommentator der „Berliner Zeitung“ am 10. Juni aus dieser einmütigen Schelte aus und bezeichnete stattdessen die verschärfenden Gesetze gegen die Arbeitslosen und Bedürftigen als ‚Kriegserklärung’ des Staates an seine Bürger.

Es ist erfreulich zu sehen, daß die Medien-Großkonzerne noch nicht in allen Fällen die vereinheitlichte Einheitsmeinung der allseits geliebten Politiker durchsetzen können. Es gibt noch Journalisten in Deutschland, es gibt noch mutige Männer und Frauen, die gegen den Strich bürsten.

Kriegserklärung
Ein Beispiel hierfür der Kommentar „Kriegserklärung“ von Christian Bommarius in der „Berliner Zeitung“ vom 10. Juni. Er schreibt u.a.:

„Nicht die Armut ist zu bekämpfen, sondern der Mißbrauch des Sozialstaats durch die Armen. Nicht das Schicksal der Hartz-IV-Empfänger gehört ins Zentrum der Debatte, sondern ihr Versuch, diesem Schicksal mit legalen oder halblegalen, jedenfalls aber für den Staat, den „Steuerzahler“ kostspieligen Methoden zu entkommen.“

Besonders klagt er dabei an, daß nun nicht nur das Hinterherschnüffeln hinter jedem Pups der Arbeitslosen verordnet wurde, sondern auch die Prozesskostenhilfe, die es bisher noch fúr Bedürftige gab, nach einem Gesetzentwurf der Länder Baden-Württemberg und Niedersachsen bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt werden soll.

Bisher nämlich hatten die Hartz-IV-geschádigten immer noch die Möglichkeit, gegen die Entscheidungen der örtlichen Agentur oder ARGE vor Gericht zu ziehen und dabei Prozeßkostenhilfe vom Staat zu bekommen. Nun sind die kosten der Prozeßkostenhilfe deutlich angestiegen, weil die Entscheidungen der Sachbearbeiter der Armenverwaltung so oft Anlaß zu verzweifelten Anrufungen des Gerichts geben.

Klar daß die Politiker darauf so reagieren, daß sie diese Prozeßkostenhilfe fast unmöglich machen will. Damit wären die Armen dieser Gesellschaft endgültig der Willkür und den launen der Sachbearbeiter ausgesetzt, die in einer Reihe von Fällen längst bewiesen haben, daß von vielen von ihnen nicht das geringste verstándnis, sondern brutale bürokratische Schikanen zu erwarten sind.

So ist es keine Übertreibung, wenn Bommarius dies eine Kriegserklärung gegen die Armen nennt.

Er klagt dabei auch an, daß die Begründung für dieses Gesetz wiederum nichts anderes als mögliche Mißbräuche sind, genauso wie es beim Hartz-IV-Verschärfungsgesetz war. Die Datenschutzbeauftragten hatten schon deutlich gemacht, daß die Möglichkeit eines Mißbrauchs keine Begründung für generelle Einschränkungen ist, ja, niemals sein kann. Es gibt bereits jetzt ausreichend handhaben gegen eventuellen Mißbrauch, wobei außer zwei, drei Fällen bundesweit überhaupt keine tatsächlich belegten Mißbrauchsfälle vorliegen.

Das gilt sowohl für den angeblich vorliegenden Mißbrauch von Arbeitslosengeld-II-Leistungen als auch fúr den jetzt angeklagten Mißbrauch der leistungen der Prozesskostenhilfe.

Soweit es sich um die Frage der Kostenanstiege handelt, argumentiert der Berliner-Zeitungs-Kommentator mit recht, daß die Beträge, die die bundesdeutschen öffentlichen Haushalte durch Steuerhinterziehung verlieren, mit einer geschätzten Höhe von 200 Milliarden Euro weit höher sind als alle Kosten für die Armen-Almosen und die Prozeßkostenbeihilfe zusammen.

Er klagt an: „ … eher spaziert ein Steuerhinterzieher mit einem Kamel durch ein Nadelöhr als ins Gefängnis. Das ist tröstlich, denn flexibel ist die Leistungselite nur auf freiem Fuß.“

vermischtes

Nur der Flügelschlag eines Schmetterlings?

Harald Haack – Angeblich reicht der Flügelschlag eines Schmetterlings aus, um laut Chaos-Theorie Unheil anzurichten. Aber sollten wir deshalb gleich alle Schmetterlinge vernichten? Immerhin bestünde die Möglichkeit, dass auch Gutes durch den zarten Schlag eines Schmetterlingflügels bewirkt wird.

Zufälle können im Grunde genommen keine Zufälle sein. Das haben Wissenschaftler herausgefunden. Statistisch lassen sie sich nicht beweisen. Wahrscheinlichkeitsrechnungen gaukeln nur eine gewisse Verteilung von Ereignissen vor, die aber keine zufällige Verteilung sind, sondern eine wahrscheinliche und gleichmäßige. Doch mit der statistischen Methode der stochaistischen Resonanz kommt man ihnen, den „Zufällen“, den Ausbrechern aus der Gleichmäßigkeit und ihrer „Lust“ zur Steigerung näher. Demnach ziehen sich „Zufälle“ an und steigern sich zu einem gemeinsamen Höhepunkt. Warum das so ist, weiß niemand. Und schon der Flügelschlag eines Schmetterlings kann alles verändern.

Wir Menschen glauben was wir sehen, hören, schmecken und fühlen. Unsere Sinnessorgane sind dafür ausgelegt. Doch uns fehlt offensichtlich ein weiteres, wichtiges Sinnesorgan – nämlich jenes, das den Zufall sinnvoll erfasst. Folglich drängt es uns in den Glauben. Forschungen ergaben kürzlich, dass religiöser Glaube eine bestimmte Funktion der Gehirnrinde ausschaltet.

Man fand heraus, dass vornehmlich das Gegenwartsempfinden durch Ausschaltung dafür verantwortlicher Hirnrindeteile manipuliert wird. So wird Gottesnähe erzeugt. Wer glaubt, der hat die Scheitellappen seines Gehirns lahm gelegt, und dies unabhängig von der Religion. Wer glaubt, fühlt sich nicht nur der Welt entrückt, er verliert mehr und mehr seinen Realitätsbezug und läuft Gefahr diese Entrückung zur Sucht werden zu lassen.

Wer glaubt, lügt sich in die eigene Tasche. Besonders Raucher tun dies. An Krebs werden sie natürlich nicht erkranken, so sagen sie sich, nur weil sie rauchen. Das sind doch immer die Anderen, weil sie keine guten Gene haben. Bei denen ist das dann angeblich vorprogrammiert, dass sie „wegen ein paar Zigaretten“ vorzeitig ins Gras beißen: „Richtige Deutsche können was ab!“

Besonders Frauen rauchen und in Deutschland sind es auffallend viele, die mit den Glimmstengel zwischen den Finger herumlaufen und ihr Heil im Rauchen suchen, weil Nichtrauchen ihrer Meinung nach dick macht. Selbst beim Joggen oder Radfahren wollen etliche deshalb nicht aufs Rauchen verzichten.

Es ist wahrlich kein Zufall, dass es so viel Nikotinsüchtige in Deutschland gibt. Die Tabaklobby geht zweifellos über Leichen und verteilt emsig Freikippen unter den Berliner Abgeordneten. Und die Nikotinsucht greift auch unter ihnen durch und führt recht schnell zu Steigerungen. Genau genommen ist die deutsche Politik also eine Politik der Süchtigen.


1991 wurde die psychiatrische Ambulanz einer großen Hamburger Klinik durch den Forschungsauftrag der Tabakindustrie voll ausgelastet. Zum Suizid neigende, nichtrauchende Hilfesuchende wurden prompt ins Programm integriert.

Um die Birne frei zu kriegen, wird geraucht. Um sich zu entspannen, wird geraucht. Um sich anzuregen, wird geraucht. Der Flügelschlag eines Schmetterlings aber kann das Chaos der Rauchgasschwaden beeinflussen. Gut, dass es in Europa noch Menschen gibt, die den massiven deutschen Raucher-Irrsinn stoppen.

Werbung für Suchtmittel ist im Grunde genommen und menschenrechtlich gesehen kriminell. Wer sich diesbezüglich über Werbeverbote empört, wie die deutsche Werbewirtschaft, Zigarettenlobby und Verleger, muss damit rechnen eines Tages wegen Beihilfe zu schwerer Körperverletzung und/oder Totschlags zum Zwecke der finanziellen Bereicherung zur Rechenschaft gezogen zu werden. Dieser Tag ist nicht mehr fern.

vermischtes

Ach du liebe Güte, war das Brasilien?

Karl Weiss – So nun haben also alle oder fast alle Favoriten ihren Einstand gegeben bei der WM 2006 und man möchte dem internationalen Fußball wünschen, daß es in diesem Sport besseres gibt als das. Der am intensivsten erwartete Favorit Brasilien lieferte die schwächste Nummer von allen ab. Wie wäre es, wenn wir einfach zu Deutschland zurückkehren?

Natürlich war die Vorstellung Deutschlands im ersten Spiel schwer gestört durch die offensichtlichen Abwehrschwächen, aber mal ehrlich: Hat diese Weltmeisterschaft bisher Schöneres zu bieten gehabt als die vier Tore Deutschlands? Na gut, die Tschechen waren auch bestechend – aber Tschechien Weltmeister?


Auch nicht mehr die Besten – oder einfach zu viel Samba in der Schweiz?

Verkehrte Welt: Deutschland, traditionell eine fast unüberwindliche Abwehrmauer und ein eher schwächlicher Sturm, spielt plötzlich schön anzusehen vorne und zum Heulen hinten. Die Brasilianer dagegen, eigentlich als die Offensiv-Kanonen bekannt, brachten nach vorn so gut wie nichts zuwege, waren aber relativ geschlossen hinten. Brasilien aber wurde nur deshalb nicht von den Kroaten auseinandergepflückt, weil die selbst offenbar in einem Formtief sind und alle Chancen kläglich vergaben.

Oder ist das Ganze ein Problem der Auftaktspiele? Im ersten Spiel bleibt die Leistung immer bescheiden, wird dann aber immer besser? Man kann ja verstehen, daß die Brasilianer unter der Bürde des Super-Favoriten beinahe zerbrachen, aber wann hat man das letzte Mal eine so desaströse Leistung von ihnen gesehen? Wohl bei der Niederlage von 0:2 gegen Honduras.

Wann hat man schon einmal so einen hüftsteifen, unbeweglichen Ronaldo geshen? Ja richtig, beim 0:3 im Endspiel gegen Frankreich 1998.

Aber es gibt noch Spanien, niemand hat bisher von Spanien gesprochen. Spanien könnte noch positiv überraschen. Nun, die Chancen sind nicht groß, aber für den Fußball wäre es phantastisch, wenn jetzt wie Phönix aus der Asche Spanien am Fußballhimmel auftauchen könnte, alle überstrahlte und die Weltmeisterschaft gewänne.

Na gut, Argentinien war nicht wirklich fürchterlich schlecht, aber das große Argentinien, zum Ende des Spiels verzweifelt einen Ein-Tore-Vorsprung verteidigend gegen eine afrikanische Mannschaft, das kann doch wohl nicht wahr sein.

Auch die Holländer enttäuschten nicht auf der ganzen Linie. Ein neuer Stern am Fußballhimmel tauchte auf mit Robben. Das wars denn aber auch schon. Auch sie bedacht, das 1:0 zu verteidigen.

Eine Voll-Pleite das hochgeschätzte Portugal. Nur weil der Gegner auch portugiesisch sprach, blieb ihnen die Spucke weg? Auch sie eifrig besorgt, ein 1:0 zu verteidigen.

Oder Italien. Nicht wirklich schlecht. Aber wenn der undiskutable Schiedsrichter den Elfmeter für Ghana gegeben hätte, wie wäre das Spiel dann gelaufen? Und Ghana ist auch nicht annähernd ein Nachfolger von Kamerun.

Oder England. Man hatte es mit einem echten Gegner zu tun, aber die ganze Mannschaft in der Verteidigung, um das 1:0 zu verteidigen, gegen einen „Kleinen“, das war schon hart.

Oder war es einfach der Vollmond (war Vollmond, oder sah es nur so aus?)? Das ganze brasilianische Team war verzaubert und fast bewegungsunfähig durch das silberne Licht? War es das?

Werden wir anderntags aufwachen und man spielt wieder Fußball, wie wir ihn lieben, risikoreich und nach vorne – und schießt vier wunderschöne Tore, wenn man sich auch zwei einfängt von einem Costa Rica?

Der Welt beste Teams werden sich nie wieder verängstigt in die eigene Hälfte zurückziehen, um einen Ein-Tore-Vorsprung zu verteidigen? Falls sie denn überhaupt einen haben und nicht Schweden oder Frankreich heißen.

terror

Britische Polizei stürmt Haus von Unschuldigen

Karl Weiss – Scotland Yard, die englische Polizei, war für lange Zeit ein Symbol für korrekte Anwendung der Gesetze (wenn auch schon damals schwere „Ausrutscher“ vorkamen). Nun aber wird sie zu einem Symbol von Pleiten, Pech und Pannen, wenn man die Ereignisse wohlwollend interpretiert, oder von Brutalität, Gesetzesbruch und Corpsgeist, wenn man es nicht ganz so wohlwollend sieht.

Früher waren die Polizisten der Scotland Yard sogar bewußt ohne Schußwaffe unterwegs, weil man genau wußte, daß diese immer mehr Bohung als Schutz darstellen. Nachdem aber der Thatcher-Brutal-Kapitalismus eingeführt wurde, hat man die Polizei bewaffnet. Seitdem gehen die Zahlen der Morde an Polizisten und der Gewaltverbrechen als Ganzes ständig nach oben.

Forest Gate Raid
Mit großem Aufgebot hat Scotland Yard vorletzte Woche ein Haus gestürmt, mit dem nervösen Finger am Abzug. Zwei Brüder, die dort mit ihren Familien wohnten, wurden als islamistische Fanatiker und Terroristen festgenommen. Einer wurde in die Schulter geschossen. Man erzählte Wunderdinge, was für massive Terroranschläge die beiden angeblich geplant hätten. Man habe „sichere Hinweise“. Das Ganze ist nun bereits unter dem Namen „Forest Gate Raid“ berühmt.

Was von den Anklagen übrig blieb, war – nichts. Sang- und klanglos wurden die Brüder nun wieder freigelassen, keiner der Versdachtsmomente war zu verifizieren, Scotland Yard mußte den Schwanz einziehen. Einmal mehr zeigte sich, was passiert, wenn man Aktionen auf erfolterte Namensnennungen basiert oder sein Ohr dubiosen (meistens vorbestraften) „Informanten“ gibt. Anstatt zunächst die Hinweise zu überprüfen, wird erst einmal geschossen. Rambo läßt grüßen.

Was besonders besorgt macht, ist allerdings, wie Scotland Yard heute auf solche Riesenflops reagiert: Man hält zusammen, lügt für die Kollegen und wird bis hinauf zum Polizeichef gedeckt. Alles typische Anzeichen für ineffektive, brutalisierte und faschisierte Polizeieinheiten mit Copsgeist statt der Polizei eines aufgeklärten bürgerlich-demokratischen Staates.

Daß der angeschossene Mann überlebt hat, war nur dem Zufall zu verdanken, der den Schuß nicht ins Herz, sondern in die Schulter gehen ließ. Um den schießwütigen Kollegen zu decken, erzählten die stürmenden Polizisten eine Geschichte, der Bruder des Angeschossenen habe mit einem Polizisten um die Waffe gerungen, was zum unbeabsichtigten Abfeuern eines Schusses geführt habe. Die Augenzeugen, die keine Polizisten sind, haben etwas anderes gesehen. Der andere Bruder erschien auf dem Treppenabsatz, überrascht von dem Eindringen von unbekannten Personen und es wurde sofort gezielt geschossen. Der Bruder habe niemals mit Polizisten gerungen.

Mit 8 Schüssen exekutiert
Unmittelbar Paralleles war bereits letztes Jahr passiert, als in der allgemeinen Hysterie nach den Terroranschlägen des 7.7. in London ein vermeintlicher Terrorist in eine U-Bahn-Station verfolgt wurde. Der Brasilianer Jean Menezes wurde, bereits in der U-Bahn sitzend, mit 8 Schüssen in den Kopf exekutiert, obwohl die Verdachtsmomente, er könne ein Terrorist sein, extrem dünn waren und die verantwortlichen Polizisten dies wußten. Schnell stellte sich heraus, daß er völlig unschuldig gewesen war.

Auch damals bereits wurde nicht eine neutrale Untersuchung über den Vorfall eingeleitet, sondern Scotland Yard untersuchte sich selbst.

Auffallend, daß es damals Polizisten gelang, eine Reihe von Lügen in die Medien zu lanzieren, die einen stärkeren Verdacht auf den Ermordeten werfen sollten. Zuerst behauptete man, er sei gerannt und habe die Ticket-Absperrung übersprungen. Schnell stellte sich anhand von Hunderten von Augenzeugen heraus, daß dies nicht der Fall war.Bis heute haben die Zeitungen und Fernsehstationen, die diese Meldung brachten, sich nicht bei ihren Lesern und den Angehörigen des Ermordeten entschuldigt, daß sie ungeprüft Behauptungen von Polizisten im „off“ auf die Titelseiten bzw. Hauptschlagzeilen gebracht haben. Ganz zu schweigen von einer Bestrafung der Verleumder.

Als nächstes wurde behauptet, Jean sei illegal in Großbrittanien und hätte wahrscheinlich deshalb versucht, vor der Polizei zu fliehen. Tatsache war, er hatte eine gültige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis und floh zu keinem Zeitpunkt vor Polizisten. Wiederum: Keinerlei öffentliche Richtigstellung, keinerlei Verfolgung der Geschichten-Erfinder.

Der Höhepunkt des Absurden war erreicht, als der Polizeichef Blair sowie der Premierminister gleichen Namens erklärten, sie würden sich nicht für die Ermordung entschuldigen, denn es sei richtig, des Terrorismus Verdächtige vorbeugend zu exekutieren. Sie gingen sogar so weit, eine polizeinterne Anweisung mit diesem Inhalt zu veröffentlichen. Das bedeutet die Aufhebung aller Rechte eines Verdächtigen unter dem Vorwand des Terrorismusverdachts.

Unschuldig
Die dritte große Lüge schließlich wurde erst kürzlich aufgedeckt. Jetzt weiß man, daß Scotland Yard bereits am Abend des gleichen Tages (Freitag), als Jean Menezes ermordet wurde, wußte, daß er absolut nichts mit Islamismus oder Terrorismus zu tun hatte und völlig unschuldig war. Noch am Samstagmorgen aber wurden von der Polizei Meldungen herausgegeben, es sei ein Terrorverdächtiger erschossen worden, der mit den Tätern des Nachahmer-„Anschlags“ zwei Wochen nach dem eigentlichen Anschlag zu tun gehabt hätte, bei dem die Bomben nicht losgegangen waren (später stellte sich heraus, daß sie gar nicht losgehen konnten).

So waren alle Medien das Wochenende lang voll von Meldungen, einer der Terroristen sei gefaßt und auf der Flucht erschossen worden. Eines der Revolverblätter ging sogar auf der Titelseite mit Riesenlettern in folgender Form auf die Exekution ein: „Einer liegt flach! Fehlen noch drei.“

Erst am darauf folgenden Montag kam langsam ans Tageslicht, daß ein völlig Unschuldiger exekutiert worden war. Die Polizei redet sich jetzt damit heraus, es sei eine „Panne“ gewesen, daß man am Samstag noch nicht über die Erkenntnisse berichtet habe. Für die Lüge wird wieder keine Erklärung gegeben. Tatsächlich hatte sich nach dem Wochenende aufgrund frenetischer Meldungen auf allen Kanälen bereits längst die Version des auf der Flucht getöteten Terroristen in den meisten Köpfen festgesetzt. Bis heute trifft man auf Unverständnis, wenn man den Fall des ermordeten Brasilianers anspricht. Er habe sich doch verdächtig verhalten, sei doch illegal im Land gewesen.

Auch über die Lüge, man habe noch nichts gewußt an jenem Samstagvormittag, die fast ein Jahr Lang verbreitet wurde, berichtet niemand in Deutschland oder in Großbritannien. Unsere Verbündeten/ unsere eigene Polizei dürfen selbstverständlich lügen soviel sie wollen, nicht wahr? Wo kämen wir da hin, wenn wir so unbedeutende Dinge wie einen Mord und ein paar Lügen berichteten, wenn das doch unserem Verbündeten/ unserer Polizei nicht gefallen würde?

Eine Ausnahme stellt mal wieder der britische „Guardian“ dar, der nicht nur die Fakts, sondern auch die Lügen berichtete.

Der geheime Bericht über die interne Untersuchung der Ermordung Jean Menezes sollte zwar geheim bleiben, kam aber ans Tageslicht. In „News of the World“ konnte man am 10.6. plötzlich dessen Inhalt lesen. Da wird nicht nur die Geschichte erzählt, daß man bereits am Freitag, Stunden nach der Ermordung, von dessen Unschuld wußte, sondern auch, daß die polizeilichen Führungsoffiziere bereits während der Verfolgung des Brasilianers (also noch vor der Exekution) wußten, daß er nicht der vermutliche Verdächtige war, aber dies den verfolgenden Beamten nicht mitteilten.

Ging es darum, daß man einen Verdächtigen vorweisen wollte, um die Polizeieffizienz zu demonstrieren, aber am besten einen, der tot ist und nicht dementieren kann?

Keine Warnug
Interessant auch, was der Anwalt und die Familienangehörigen über die Erstürmung des Hauses durch die Rambos beim kürzlichen „Forest Gate Raid“ zu erzählen wissen:

„Als die Polizisten eindrangen, wurde keinerlei Warnruf ausgestoßen, z.B. „Freeze“ oder „Hands up!“. „Ebensowenig identifizierten sich die Polizisten als solche, z.B. durch den Ruf: „Police!“. „Wir waren der Meinung, wir würden von Verbrechern überfallen, die Helme mit heruntergeklappten Visieren trugen“. „Erst als sie sich umdrehten, konnte man sehen, daß sie unter den furchterregenden schwarzen Kappen einen Anzug trugen, auf dem am Rücken stand: Police.“

Schon im letzten Oktober waren 10 irakische Flüchtlinge in einer aufsehenerregenden Aktion in Wolverhampton, Derby und Croydon von der Polizei als Terrorzelle festgenommen worden, die mächtige Terroranschläge vorbereite. Alle Medien berichteten dies in großer Aufmachung. Der Minister Gordon Brown erklärte, damit sei einer der größten Terroranschläge nach dem des 7.7. verhindert worden. Alle mußten nach einer Woche ohne jede Anklage wieder freigelassen werden. Von der Freilassung hat niemand berichtet.

Wie zu erwarten, haben höchste britische Sicherheitskreise mitgeteilt, daß das Aufspüren von islamistischen Terrorzellen weitergehe. „Wenn wir einen Bericht haben, daß Leben auf dem Spiel stehen könnten, müssen wir reagieren.“

vermischtes

Heute greift Brasilien in die WM ein

Karl Weiss – Die Fangemeinde in Brasilien, systematisch aufgeputscht durch die Medien, erwartet die Weltmeisterschaft, das sagenhafte „Hexa“ (sechsfacher Weltmeister) von ihrer Seleção, nicht mehr und nicht weniger. Tatsächlich ist Brasilien Hauptfavorit und kaum einer wird verneinen können, daß man die beste Mannschaft hat. Doch die absolute Sicherheit, mit der die brasilianischen Medien den Gewinn der Weltmeisterschaft als bereits feststehend herausposaunen, ist trotzdem unsinnig, um nicht zu sagen hirnverbrannt.

Fußball ist eine der wenigen Sportarten, in der nicht immer die Besten gewinnen, oder anders ausgedrückt, der Begriff „Die Besten“ ist in dieser Sportart am wenigsten zu fassen.

Es ist nicht übertrieben zu sagen, daß der Fußball sogar eine Tendenz hat, die großen Favoriten nicht gewinnen zu lassen – nicht generell, es gibt auch die Fälle, wo die Favoriten gewinnen, aber in ausgeprägter Zahl eben auch jene, wo die Favoriten enttäuschen.

Speziell gilt dies bei Turnieren und Pokalen, wenn sich also schwache Tage direkt auswirken und nicht, wie bei einer Meisterschaft mit Hin-und Rückspielen, auf die Dauer wieder ausgleichen. Insofern ist es eigentlich ein Wunder, daß noch nie ein Außenseiter die WM gewonnen hat. Ins Spiel um den dritten Platz kamen schon eine ganze Reihe „nicht Gesetzter“, aber zu mehr hat es nie gereicht. Dabei sind Ereignisse wie die Griechen, die die letzte Europameisterschaft gewannen oder die Kolumbianer, die die vorletzte Version der Südamerikameisterschaft für sich entschieden, normal im Fußball.

Speziell der moderne Fußball, der immer zunächst von der Verhinderung von Toren der anderen ausgeht und erst in zweiter Linie vom selbst Tore schießen, führt fast automatisch zu einer Nivellierung, einer Angleichung der Chancen, auch wenn eine Mannschaft technisch überlegen ist. Überhaupt tendieren die brasilianischen Medien, und nicht nur die, dazu, die Bedeutung der technischen Fähigkeiten der Spieler zu überschätzen. Ob einer 180 Mal den Ball von einem Fuß auf den anderen legen kann, ohne daß er den Boden berührt, sagt noch nicht viel über seine fußballerischen Fähigkeiten.

Luft für 120 Minuten
Die wesentlichen Grundlagen des heutigen Fußballs sind hohe Bewegungsintelligenz, Blick für das Spiel, Fähigkeit, seinen Ärger zu schlucken, überragende Kondition, Sprintschnelligkeit, Luft für 120 Minuten, speziell entwickelte und trainierte Muskulatur, Bereitschaft, alles zu geben, völliges Aufgehen in der gestellten Aufgabe, Knochen und Sehnen aus Stahl (bei den Fouls, die heute die Schiedsrichter durchgehen lassen, unabdingbar) und schließlich dann auch noch technische Fertigkeiten wie Fähigkeit zum korrekten Paß, zur korrekten Flanke, zur korrekten weiten Vorlage, Schußstärke und –Genauigkeit, Kopfballstärke und Schnelligkeit am Ball. Demgegenüber völlig untergeordnet (mit Ausnahmen) ist z.B. die Fähigkeit, dribbeln zu beherrschen oder Kunststückchen, wie das Heben des Balles über den Gegenspieler.

Wendet man dies auf die Unterschiede der brasilianischen Mannschaft von den anderen an, so schrumpft der scheinbare Riesenvorsprung auf einen recht mäßigen zusammen, der an einem schlechten Tag sogar verschwinden kann.

Z.B. sind die Spieler der Seleção mit Ausnahme der beiden Innenverteidiger schwach im Kopfball. Dazu kommt der Druck, der immer auf einem Favoriten lastet und der sich bis fast ins Unerträgliche steigern kann, wenn der Gegner durch irgendeinen dummen Zufall plötzlich in Führung geht. Manchmal funktioniert dann einfach gar nichts mehr. Es gibt auch den umgekehrten Effekt bei favorisierten Mannschaften: Hat man schon zwei Tore vorgelegt, fällt plötzlich alle Spannung von den Spielern ab und sie glauben, sie können das Spiel heimschaukeln. Es ist Legion die Zahl der Spiele, wo das schiefging, angefangen vom WM-Endspiel 1954 in der Schweiz, als die Ungarn, haushohe Favoriten, nach 10 Minuten 2:0 führten und ihre Konzentration nachließ. Der spätere Trainer und damalige Spielführer Koscic sagte später darüber: „In diesem Moment hatten wir das Spiel bereits verloren.“

Spielkultur
Nun, niemand wird die extrem hohe Spielkultur der Brasilianer in Frage stellen können. Ein vorderes Mittelfeld und Sturm mit Ronaldinho, Kaká, Ronaldo und Adriano ist sonst niemandem gegeben, auch die beiden Außenverteidiger Cafú und Roberto Carlos sind weiterhin absolute Spitze, auch wenn es schon ihre dritte Weltmeisterschaft ist (bei Cafú sogar die vierte; er könnte als einziger Spieler Pelés Rekord einstellen mit drei Weltmeistertiteln – und hätte sogar mit vier Finalteilnahmen hintereinander einen für alle Zeiten gedachten Rekord aufgestellt, wenn, wenn, wenn). Ansonsten aber, bei den beiden in Deutschland spielenden Innenverteidigern und den beiden defensiven Mittelfeldspielern ist von absoluter Weltspitze nicht die Rede, beim Torwart wird man sehen müssen, immerhin ist Dida beim AC Mailand seit geraumer Zeit Stammtorhüter.

Theoretisch müßte es für Brasilien reichen. Aber grau ist alle Theorie. Vielleicht könnte eine Niederlage heute gegen Kroatien den richtigen Warnschuß abgeben, den man brauchen könnte, um dann zu großer Form aufzulaufen. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß heute ein lockerer Durchmarsch der brasilianischen Mannschaft beginnt, die einen Gegner nach dem anderen wegputzt. Und dabei auch noch den Eindruck hinterläßt, daß sie sich nicht einmal voll ausgegeben hat. Wenn diese brasilianische Mannschaft ins Spielen kommt, wenn plötzlich alles funktioniert, dann ist sie unschlagbar. Die Argentinier können ein Lied davon singen seit dem Endspiel im Confederations-Cup letztes Jahr in Deutschland.

‚Worst-Case-Szenario’ wäre ein 1:0-Sieg heute gegen Kroatien und danach ein Einbruch mit einem frühen Ausscheiden. – genau das, was Topfavorit Argentinien bei der letzten Weltmeisterschaft in Japan und Süd-Korea widerfuhr.

Die Medien in Brasilien skandieren im Minuten-Takt: „A taça é nossa!“ ‚Der Pokal ist unser!’. So als ob alles schon gegessen sei. Ist es aber nicht. Wenn die Spieler sich davon beeinflussen lassen und aufs Spielfeld gehen mit dem Eindruck, schon fast gewonnen zu haben, ist das Desaster vorprogamiert.Andererseits möchte man es dem bescheiden und natürlich gebliebenen Ronaldinho, zum besten Spieler der Welt gewählt, gönnen, wiederum zu triumphieren. An einem guten Tag entscheidet er Spiele alleine.

Von Costa Rica übertölpeln lassen?
Jedenfalls wird der deutsche Fußballfan wohl kaum Gelegenheit haben, wieder ein Endspiel Deutschland-Brasilien zu sehen. Wenn unsere Verteidigung sich zwei Mal von Costa Rica übertölpeln läßt, wie viel wird die wohl von einem Argentinien eingeschenkt bekommen, das im Viertelfinale droht – wenn man denn überhaupt ins Viertelfinale kommt?

Jedenfalls ist Brasilien das einzige Land, in dem die Fans nichts außer dem Gewinn der Weltmeisterschaft akzeptieren. Ob man in der Vorrunde ausscheidet, wie 1966, im Achtelfinale, wie 1990, im Viertelfinale, wie 1986, in der Runde um den Einzug ins Finale, wie 1982 und 1978, oder im Endspiel unterliegt, wie 1998, ist völlig egal. Verloren ist verloren. Danach beginnt dann das Suchen nach Fehlern, nach Schuldigen und das ewige: Was wäre gewesen, wenn?

spionage

Communique a l’ATS-SDA

Claude Covassi – Mais qui est donc le procureur Roschacher? Il est celui qui a détruit la vie du banquier Oskar Holenweger sur les allégations imaginaires d’un trafiquant de drogue. Il est celui qui a mené la banque Al-Taqwa à la faillite, et placé en détention sans preuves son président, Youssef Nada, sur simple demande des autorités américaines. Il est celui qui, toujours à la demande des autorités américaines, a fait emprisonner pendant deux ans des musulmans yéménites avant de s’apercevoir qu’il n’y avait aucune charge contre eux. Il est celui qui voulait faire interroger au Maroc un musulman résidant à Genève. Il est celui qui a laissé un agent de la CIA recherché par Interpol séjourner sur notre territoire sans être inquiété.


Covassi: La Commission de gestion, ainsi que le DFAE et le DFJP, ont refusé d’assurer ma protection pour mon retour en Suisse.

C’est sans doute l’énergie du désespoir qui a poussé le Ministère Public de la Confédération, le 8 juin dernier, à s’attribuer le mérite du démantèlement d’une cellule terroriste qui préparait un attentat contre un avion de la compagnie El Al dans notre pays.

Puisqu’il juge mon activité caduque, Roschacher ne verra sans doute aucun inconvénient à ce que je livre aux intéressés les informations que j’ai collectée pour son bureau, ainsi qu’aux médias celles qui concernent les activités illégales que la PJF m’a autorisé à accomplir afin d’assurer ma crédibilité auprès de groupes à caractère terroriste.

Tout le monde se doutait déjà que le procureur Roschacher était un incapable, on sait aujourd’hui qu’il est également un laquais rampant, subalterne d’une puissance étrangère. Son action n’aura servi qu’à inaugurer un nouveau rapport entre Berne et Washington : l’Axe des Imbéciles.

Commission de gestion
La Commission de gestion, ainsi que le DFAE et le DFJP, ont refusé d’assurer ma protection pour mon retour en Suisse. L’ambassade Suisse au Caire a également refusé d’entrer en matière.

C’est donc par mes propres moyens que j’ai entamé un retour il y a une semaine.

Je vais encore patienter jusqu’au 15 juin prochain que cette Commission indique enfin une date précise (avant la fin de la session parlementaire) à mon conseil pour mon audition. Passé ce délai, Monsieur le président Hofmann, ses camarades de classe et le secrétaire Schwab pourront aller passer leurs vacances estivales chez les grecs, et lire dans la presse internationale ce qu’ils refusent d’entendre à huis clos.

Depuis le premier article de Valérie Duby dans la Tribune de Genève, le 23 février dernier, je ne demande qu’un chose : être entendu par la commission de gestion, dont le travail est justement d’établir les disfonctionnement que je dénonce.

Services secrets israéliens
Selon le conseiller national Ueli Leuenberger, la rumeur indiquerait que je serais en « contact » avec les services secrets israéliens. Comme j’ai déjà eu l’occasion de le dire aux journalistes Beat Kraushaar du Blick et Ian Hamel du Matin Dimanche : la politique d’épuration ethnique du peuple palestinien organisée par l’Etat d’Israël exclut pour moi toute possibilité de coopération avec leurs services de sécurités, ainsi que ceux de leurs affiliés.

Afin d’être encore plus explicite, et parce qu’il y a des erreurs qu’il n’est pas nécessaire de reproduire indéfiniment, je tiens à préciser qu’il n’y aura pas pour moi de retour en arrière. Cela exclut donc toute collaboration avec des services de renseignements, quels qu’ils soient.

Claude Covassi, le 11 juin 2006

Schweiz: Covassi – der Spion, der in die Kälte kam …
Vereitelte Schweizer Geheimdienst Terroranschlag auf El-Al?