Israel

Gaza: UN-Mandatsgebiet nach der Zerstörung durch Israel?

Dr. Alexander von Paleske — 6.8. 2014 —–
Seit 2002 forderte der der israelische Aussenminister Lieberman die israelische Armee dazu auf:

in Gaza »keinen Stein auf dem anderen zu lassen« und auch zivile Ziele wie Geschäfte, Banken und Tankstellen „dem Erdboden gleichzumachen“.


Avigdor Lieberman …..kein Stein auf dem anderen

Gaza eine Trümmerwüste
Die israelische Armee kann jetzt Vollzug melden. Die Bilder aus Gaza zeigen in vielen Teilen der Stadt eine Trümmerwüste.
Mehr als 1800 Menschen wurden getötet, darunter mehr als 300 Kinder, mehrere UN-Einrichtungen voller Flüchtlinge beschossen – ein Kriegsverbrechen.


Zerstörungen in Gaza. Screenshot: Dr. v. Paleske

Nun macht der als „Palästinenserfresser“ bekannte israelische Aussenminister sich daran, neue Vorschlage zur „Endlösung der Gazafrage“ der Weltöffentlichkeit zu unterbreiten: Der Gaza-Streifen soll UN-Mandatsgebiet werden, und er erinnerte an das Völkerbund-Mandat für Palästina, bis 1947 Israel – vor Ablauf des Mandats – sich für unabhängig erklärte, den Staat Israel ausrief, und die Palästinenser in den Gazastreifen und das Westjordanland abgedrängte, also aus ihrer angestammten Heimat vertrieb.

UN-Vermittler ermordet
Den damaligen UN-Vermittler, der Schwede Graf Folke Bernadotte, der Tausende Juden vor dem Holocaust gerettet hatte, erschossen israelische „Freiheitskämpfer“.

Graf Bernadotte hatte vorgeschlagen, mehreren hunderttausend Palästinensern aus Gaza die Rückkehr zu ermöglichen.

An der Spitze israelischer Terroristen, die auch das Hotel King David in die Luft geprengt und in dem Dorf Deir Jassin ein Massaker angerichtet hatten, bei dem Frauen und Kinder getötet und das Dorf dem Erdboden gleichgemacht worden war: Menachem Begin, der spätere Premier Israels, auf dessen Konto auch ein Attentat auf den ersten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer ging, bei dem ein Polizist getötet wurde.


Keine Selbstverwaltung

Die Selbstverwaltung des Gazastreifens soll nach dem Vorschlag Liebermans den Palästinensern genommen, und der UN übertragen werden, so glauben die Israelis sich Ruhe verschaffen zu können.
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Moshe Dayan 1956
Im Jahre 1956 sagte der spätere israelische Verteidigungsminister Moshe Dayan, bekannt für seine Augenklappe, anlässlich einer Totenfeier für einen von Palästinensern getöteten Israeli immerhin noch:

What can we say against their terrible hatred of us? For years they have sat in the refugee camps of Gaza, watched how, before their very eyes, we have turned their Land and villages, where they and their forefathers previously dwelled, into our home.


Moshe Dayan

Damals war Gaza ein Flüchtlingscamp, dessen Einwohnerzahl unter 500.000 lag, heute ist es eine Großstadt von 1,8 Millionen Menschen mit der grössten Bevölkerungsdichte auf der Welt – und ein Open Air-Gefängnis.

Die Mehrheit der heutigen Bevölkerung in Gaza ist unter 40 Jahren, und kennt die Zeit, als den Palästinensern noch das Land gehörte, nur vom Hörensagen.

Was sie aber kennen, das ist die Gewalt der Israelis, nicht nur in den grösseren Auseinandersetzungen 2008 und 2012, und dass sie im grössten Gefängnis der Welt leben:

– aus dem sie nicht heraus kommen können

– in dem sie keine Zukunft haben

– wo Israel jede wirtschaftliche Entwicklung behindert

– wo Israel alle Importe nicht nur überwacht, sondern etliche Waren entweder gar nicht oder nur in geringen Mengen durchlässt.

– Wo Israel gleichzeitig an dem restringieren Warenverkehr, der von den Golfstaaten, der EU und der UN alimentiert wird, sich auch noch eine goldene Nase verdient

– wo der Traum vom eigenen Staat mit geregelten Beziehungen zu seinen Nachbarn ein Traum bleibt.Ebenso die Rückkehr in das einstmals ihnen gehörende Land.

Herrenrasse-Ideologie
Das Gegenteil ist vielmehr der Fall: Israel frisst sich weiter wie ein Krebsgeschwür in die illegal besetzte Westbank hinein, vertreibt dort die Palästinenser, gleiches gilt für Ost-Jerusalem. Viele Israelis sehen die Palästinenser als minderwertig an.

Es ist manchmal schwierig, sich die Naziideologie von der Herrenrasse vorzustellen. Hier in Israel ist sie ständig und überall gegenwärtig und greifbar. Eine ganze Generation von Jugendlichen hält sich für die Herrenrasse“.

….das sagte der ehemalige Studentenführer, und jetzige (jüdische) Europaabgeordnete Daniel Cohn Bendit.

Israel tritt bei all seinen Aktionen das Völkerrecht mit Füssen, begeht schlimmste Kriegsverbrechen, und beruft sich auf ein Recht, das vereinfacht so lautet:

Unsere Vorfahren waren vor 2000 Jahren schon einmal hier.

Eine Rechtsposition, die ausser in Israel, nirgendwo akzeptiert ist, und zudem ein Fremdkörper im Recht der internationalen Staatengemeinschaft.

Mit der gleichen Begründung könnten die Indianer die Nachfahren der Einwanderer der USA und Kanadas zur Rückkehr auffordern, und in Flüchtlingslager pferchen, ebenso gälte das für die Ureinwohner Australiens.

Zwei-Staaten kein Thema
Israel denkt überhaupt nicht daran, einen Palästinenserstaat zuzulassen. So sagte beispielsweise die israelische Historikerin Amar Dahl in einem Interview mit der Tagesschau folgendes:

: …… Das zionistische Israel versteht sich so, dass das Land Israel (einschliesslich besetzter Westbank und Ost-Jerusalem) dem jüdischen Volk gehört, und damit auch dem jüdischen Staat. Das ist seine grundsätzliche ideologische Überzeugung. Deswegen hält es Regierungschef Benjamin Netanjahu auch für ein Gebot, diese Gebiete weiter jüdisch zu besiedeln. Eine Zwei-Staaten-Lösung steht gar nicht auf der Tagesordnung. Das ist eine Sache, die Israel nicht nur nicht will, sondern auch bekämpft. Und diese Politik kann Deutschland wahrscheinlich auf Dauer nicht unterstützen.

tagesschau.de: Israel will gar keine Zwei-Staaten-Lösung?

Amar-Dahl: Israel kann es nicht. Es ist auch im Land kein Thema. Auch nicht im Wahlkampf. Auch die Opposition spricht nicht davon. Netanjahu redet zwar mit dem Ausland über eine Zwei-Staaten-Lösung, aber nur aufgrund des außenpolitischen Drucks.

tagesschau.de: Also führt Israel die anderen Länder an der Nase herum?

Amar-Dahl: Das kann man so interpretieren.

Fazit
Der Krieg der an die Wand gefahrenen, täglich gedemütigten Palästinenser, deren Eigentum und Häuser in Gaza zerstört wurden, wird weitergehen, ebenso die einzige Antwort Israels darauf: brutale Gewalt. Jedenfalls so lange, wie die USA das Land weiter alimentieren und mit Waffen versorgen.

SATIRE

Premier Benjamin Netanyahu zu Israels Aktion „Endgültige Lösung des Palästina-Problems“ (Unternehmen Stoneage)

Dr. Alexander von Paleske —- 31.7. 2014 ——
Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Benjamin Netanyahu
Regierungspalais
Jerusalem
Israel

An die
Chefredakteure der Tages- und Wochenzeitungen,
und an die Intendanten der Fernseh- und Rundfunkanstalten Deutschlands

Einen wunderschönen Guten Morgen aus Israel,

um eine möglichst israelfreundliche Presse in dieser bleiernen Zeit sicherzustellen, erlaube ich mir, Sie umfassend über unsere Kriegsziele in Gaza aufzuklären, damit Sie entsprechend Verständnis für unsere Strategie in der deutschen Bevölkerung wecken können.


Ich mit Mitgliedern meines Kriegskabinetts – Screenshot: Dr. v. Paleske

Wichtige Klarstellungen
Zunächst einmal ein paar Klarstellungen vorweg:
Bereits im Jahre 2010 habe ich in einem Brief an den ZEIT-Herausgeber, Josef Joffe, detailliert dargelegt, was unsere weiteren Ziele in den von Palästinensern noch bewohnten aber letztlich uns zustehenden Gebieten wir zu tun gedenken.

Ich schrieb damals:

Unser Plan ist es, die Palästinenser in sehr eng umgrenzte Homelands in der Westbank umzusiedeln. (Im Gazastreifen ist das nicht mehr erforderlich, dort sind sie ja schon eingepfercht).

Als Vorbild für unsere gegenwärtige und zukünftige Politik dient uns dabei die Homelandpolitik des seinerzeitigen Apartheidstaates Südafrika. Wie ich Dir in unserem letzten Gespräch sagte, wollen wir aber nicht den Fehler der seinerzeitigen Apartheidregierung Südafrikas wiederholen, die Palästinenser einfach von Ost-Jerusalem in diese Westbank- Homelands abzuschieben. Die Apartheid-Südafrikaner hatten es nämlich seinerzeit verabsäumt, den Ueberschuss, der nicht als Arbeitskräfte Verwendung finden konnte, in die schwarzafrikanischen Nachbarländer wie Angola, Mozambique, Simbabwe, Botswana, Sambia und Lesotho abzuschieben bzw. zu verjagen und so loszuwerden, wo sie dann jeden Tag ihre politischen Parolen hätten rausposaunen können, ohne Schaden anzurichten.

Dieses Versäumnis sollte sich später bitter rächen.

Wir haben deshalb aus den taktischen Fehlern Apartheid- Südafrikas gelernt und werden entsprechend unseren bisher geheim gehaltenen Plänen die Palästinenser letztlich zur Abwanderung zwingen.

Etwas detaillierter
Dazu möchte ich heute noch etwas detaillierte Stellung nehmen:
Um die Palästinenser aus dem Gazastreifen zu vertreiben, müssen sie komplett demoralisiert, und ihnen jede Zukunftshoffnung geraubt werden, sodass sie keinen anderen Ausweg mehr sehen, als aus dem Gaza-„Gefängnis“ zu fliehen.

Die Hälfte zerbomben
Das erreichen wir am besten, indem wir mindestens die Hälfte ihrer Häuser zerbomben bzw. mit Panzergranaten zerstören. Dazu die gesamte Infrastruktur, also Wasser- und Stromversorgung sowie die Kanalisation. Auf diesem Wege sind wir schon ein ganzes Stück vorangekommen.


Zerstörungsmässig gut vorangekommen. Screenshots: Dr. v. Paleske

Bereits 425.000 Bewohner sind dank unserer Zerstörungswut zu internen Flüchtlingen geworden, der erste Schritt zur Flucht aus dem Gazastreifen.

Tunnel müssen weg
Mit der Zerstörung der Tunnel, die ja grösstenteils dafür sorgten, dass unsere Teilblockade unterlaufen und unser Warenembargo nicht seine volle Wirksamkeit entfalten konnte, stellen wir sicher, dass alle Waren, ich wiederhole ALLE WAREN , die nach Gaza kommen, nur noch über von uns kontrollierte Übergänge dorthin gelangen. Wir wissen ja auch am besten, was die Bevölkerung braucht, um sich gerade noch über Wasser zu halten

Ausserdem können wir Zölle erheben, und damit unser Budget aufbessern.

Davon ausgenommen sind natürlich Treibstoffe und Zement, welche die Hamas für die Kriegführung benötigt.

Haupttransportmittel muss deshalb wieder der Eselskarren bzw. der handgezogene Bollerwagen werden. So kann am besten der Wiederaufbau der von uns zerstörten Stadtteile verhindert werden.

Nirgendwo sicher
Ausserdem werden wir diesen Kameltreibern (Arabern) klarmachen, dass sie nirgendwo vor uns sicher sind, auch nicht in Einrichtungen der UN.

Aus diesem Grunde haben wir auch diese (un-)geschützten UN – Schulen bereits zwei Mal angegriffen. Das Gejaule der UN und der „Gutmenschen“ weltweit interessiert uns herzlich wenig.


Nach dem israelischen Angriff auf die UN-Schule, wo 3000 Flüchtlinge untergebracht waren. Screenshot: Dr. v. Paleske

Auch das Einkaufen auf Marktplätzen muss gefährlich gestaltet werden, damit diese Gaza-Bewohner – wie gestern – erkennen, dass in Gaza nur eines sicher ist: die ständige Lebensgefahr und der gelegentliche Tod (bisher lediglich 1425 palästinensische Zivilisten getötet).

Sinneswandel die Folge
Unter diesen Umständen wird sich alsbald die Einstellung verbreiten, es gibt nur einen Ausweg: das Land auf dem Weg über das Mittelmeer Richtung Europa zu verlassen.
Wer dann noch in Gaza bleibt, der kann als Terrorist angesehen werden, mit den daraus folgenden Konsequenzen.

Ich habe deshalb unserem Feldzug auch inoffiziell den Namen „Stoneage“ gegeben: Gaza muss in die Steinzeit zurückgebombt werden

Geduld am Ende
Unsere Geduld mit diesen Palästinensern ist erschöpft, wir werden das Problem jetzt ein für allemal lösen.

Ein paar Lösungsvorschläge sah ich schon in der Westbank als Wandmalereien von unseren fortschrittlichen Siedlern angebracht.

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Besetzte Westbank – An Häuserwände gesprühte Siedlerparolen. Screenshots: Dr. v. Paleske

Unser Feldzug wird sich daher noch eine Weile hinziehen, gerade heute habe ich noch einmal 16.000 Reservisten einberufen, die mithelfen werden, unsere heheren Ziele zu erreichen.

USA liefern, statt drohen
Das einzige Land, das wirklich Druck auf uns ausüben könnte, die USA, werden sich zurückhalten, zumal deren Präsident alle Hände voll nicht nur mit der Ukraine, sondern auch zu Hause mit der Anklage im Kongress gegen ihn zu tun hat, eine Anklage, die möglicherweise in ein Amtsenthebungsverfahren münden wird.

In den nächsten Tagen erwarten wir eine grosse Waffenlieferung aus den USA, insbesondere Munition, im Gesamtwert von 750 Millionen US Dollar, damit unser Feldzug nicht ins Stocken gerät.

Sehr erfreulich.

Ich sage erst einmal

Shalom

Benjamin Netanyahu
Premier und Commander in Chief
IDF

Ein Brief aus Gaza von einem norwegischen Chirurgen

Was sind Israels Ziele im Gaza-Krieg?

Israels Premier Benjamin Netanjahu schreibt an ZEIT-Herausgeber Josef Joffe

…. und die Antwort von Josef Joffe und der ZEIT
IDeutschlands liberale Wochenzeitung “Die ZEIT” verlangt Löschung einer Satire</

Krieg

US-Präsident Obama, die Ukraine und der kalte, heisse Krieg

Dr. Alexander von Paleske —- 30.7.2014 —


Zwischen dem Westen und Russland herrscht trotz verschärfter Sanktionen im Zuge des Ukraine-Konflikts kein neuer Kalter Krieg“

sagte US-Präsident Obama am Dienstag in Washington.


US-Präsident Obama gestern …….kein neuer kalter Krieg – Screenshot: Dr. v. Paleske

Stimmt. Denn der kalte Krieg ist längst zu einem heissen geworden:

– dem mehr als 1000 Menschen mittlerweile zum Opfer fielen, die Toten des Flugzeug-Absturzes der MH 17 nicht mit eingerechnet.

– in dem die ukrainischen Truppen Wohngebiete im Osten der Ukraine mit Flugzeugen bombardieren und mit Artillerie und / oder Raketenwerfern beschiessen,

– in dem Zehntausende Einwohner flohen, die ganz überwiegende Mehrheit nach Russsland.

Ein Feuerwerk?
Wenn das kein heisser Krieg ist, in den Russland und der Westen auf unterschiedlichen Seiten eingegriffen haben – der Westen mit Geld, Russland mit Waffenlieferungen – was ist es dann?
Ein Feuerwerk vielleicht?

Obamas „spezielle Angelegenheit“

Weiter erklärte der US Präsident:

Es handelt sich um eine „sehr spezielle Angelegenheit“ im Zusammenhang mit Russlands Weigerung anzuerkennen, dass die Ukraine ihren eigenen Pfad zeichnen kann.

Auch das ist ziemlich daneben. Es handelt sich darum, dass die russische Bevölkerung wenig bzw. kein Interesse daran hat, unter einer ukrainischen Regierung zu leben, zumal die ukrainische Regierung mit aller Gewalt gegen diesen Bevölkerungsteil vorgeht, als handele es sich um einen Krieg gegen ein fremdes Land.


Donezk gestern nach den Einschlägen – . Screenshots: Dr. v. Paleske

Alles dagewesen
In Europa hat es das alles vor nicht allzu langer Zeit im Jahre 1992 schon einmal gegeben: Da traten Slowenien und dann Kroatien aus dem jugoslawischen Staatsverband aus, die deutsche Bundesregierung – damals war Genscher Aussenminister – erkannte sofort Kroatien als eigenständigen Staat an, die Jugoslawien- „Erbfolge“-Kriege konnten beginnen.

Zuletzt kam Kosovo an die Reihe: auch hier wollte die Mehrheit der Bevölkerung einen eigenen Staat, was schliesslich mit Hilfe des Einsatzes auch deutschen Militärs erzwungen wurde.

Wer A sagt, sollte auch B sagen können
Warum dann eigentlich nicht in der Ukraine? Wer A sagt, sollte auch B sagen. Warum sollte dem Osten der Ukraine das verweigert werden, was Ländern wie Kroatien Bosnien und Kosovo selbstverständlich zugestanden wurde, ja, im Kosovo mit westlicher Waffengewalt ?

Nein, die EU hat hier ein erbärmliches Schmierenstück abgeliefert, dessen Konsequenzen noch gar nicht abzusehen sind.
Verhandlungen mit allen Konfliktparteien hätten angestanden, nicht aber die Androhung und dann Verhängung von Sanktionen, die lediglich den Konflikt verschärft haben, und deren Auswirkungen auch die deutsche Wirtschaft noch zu spüren bekommen wird, da braucht man kein Prophet zu sein.

Selbst der ukrainische Aussenminister Pawlo Klimkin erklärte in einem Interview mit der ZEIT am 17.7. 2014 „Deutschland ist für uns da“ auf die Frage:

Warum wurde Russland nicht rechtzeitig eingebunden, sind Sie damals auf taube Ohren gestossen?“

folgendes:

Eigentlich nicht. Die EU hätte mit Russland über dessen Befürchtungen sprechen müssen, aber man hat das tabuisiert.

Wohl wahr, stattdessen stellte die EU die Ukraine vor die Alternative: EU oder Russland. Die Folgen sind bekannt.

Die ahistorischen Amateure in Berlin und Brüssel, bei denen die „Geilheit“ nach Erweiterung der EU offenbar Blindheit für die Realitäten zur Folge hatte, werden leider nicht alleine den Preis für ihr verantwortungsloses Tun zu entrichten haben.

Gefährliche Fehleinschätzung
Die EU und die USA glauben nun, Russland, das natürlich die Rebellen massiv unterstützt, mit Sanktionen in die Knie zwingen zu können.

Das dürfte eine gefährliche Fehleinschätzung sein. Der ehemalige Bundeskanzler Schmidt bezeichnete bereits im März 2014 die Androhung bzw. Verhängung von Sanktionen als „Dummes Zeug“, im Hintergrund trieb ihn die Sorge um die ständig wachsende Kriegsgefahr.

Russland wird weiter massiv die Rebellen unterstützen, und wenn das nicht reicht, möglicherweise direkt in den Konflikt eingreifen.

August 1914 lässt grüssen.

Zum Konflikt in der Ukraine
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Medizin

Die gute BILD-Zeitung, der gute US-Arzt und das böse Virus

Dr. Alexander von Paleske —– 27.7. 2014 —–
Er wollte denen helfen, die von einer der schlimmsten Seuchen dieser Welt betroffen sind: Jetzt hat sich der Arzt Kent Brantly bei seinem Hilfseinsatz in Liberia selbst mit dem gefährlichen Ebola-Virus infiziert

– so heisst es heute in der BILD.

Zutreffend, aber ….
Die Geschichte stimmt. Der US-Arzt hatte die nötige Schutzkleidung, und hat sich trotzdem infiziert, möglicherweise über eine Nadelstichverletzung, das geht aus dem Bericht nicht hervor. Eine Tragödie allemal.

In der Sunday Times (Südafrika) findet sich heute ein Artikel etwas anderer Art. Dort wird berichtet, dass sich auch der Arzt Dr. Sheik Umar Khan mit dem Virus infiziert hat.


Sunday Times 27.7. 2014

Dr. Khan aus Sierra Leone leitete die Massnahmen zur Eindämmung der Seuche. Mittlerweile haben sich 1093 Menschen angesteckt, 632 sind daran verstorben.

Die Krankenschwestern und Pfleger im Krankenhaus Kenema in Sierra Leone, einem Hotspot des Ebola Ausbruchs, traten in den Streik, nachdem bereits drei ihrer KollegInnen an der Ebola-Krankheit verstorben sind. Sie haben offenbar nicht die nötige Schutzkleidung und nicht genügend Personal, sodass sie einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind.

Keinen Bericht wert
Von diesem Pflegepersonal und dem Arzt Dr. Khan berichtete nur die britische BBC. Es handelt sich ja auch „nur“ um lokales medizinisches Personal, nicht um US-Bürger.

Gegen das „böse“ hochgefährliche Virus hätte bei nötiger Anstrengung längst ein Impfstoff entwickelt werden können – hätte. Aber da die Epidemie bisher immer nur in den ärmsten afrikanischen Ländern auftrat, und recht schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte, bestand kein Handlungsbedarf , auch nicht für die Pharma-Industrie, denn zu verdienen gab es hier ohnehin nichts

So breitet sich die Seuche weiter aus, in Nigeria wurde jetzt der erste Krankheitsfall diagnostiziert.

Mehr Hilfe nötig
Mehr internationale Hilfe ist dringend erforderlich, um die Seuche einzudämmen. Bereits im Juni hatte die Organisation Ärzte ohne Grenzen, die sofort nach dem Ausbruch Hilfe leistete, in einem Appell um Unterstützung gebeten, sie sei an die Grenze ihrer Kapazitäten gelangt.

NACHTRAG 30.7. 2014
Dr. Sheik Umar Khan, der zur Behandlung nach Hamburg ausgeflogen werden sollte, ist gestern seiner Krankheit erlegen. Er starb in einer Klinik im Norden Sierra Leones.

Ebola-Fieber: eine Epidemie gerät ausser Kontrolle

vermischtes

Keine Krankenversicherung für Rentner im Ausland? – Verfassungsbeschwerde eingelegt

Dr. Alexander von Paleske 25..7. 2014 —-
Die Krankenversicherung der Rentner ist ein ganz wesentlicher Bestandteil der Rente, ohne sie würde ein Grossteil der Rente für Krankenversicherungbeiträge aufgebraucht werden, es bliebe kaum etwas zum Leben.

Bis in die 80er Jahre galt das auch für deutsche Rentner, die im Ausland lebten. Das hat die Kohl-Regierung abgeschafft, und nachfolgend die rot-grüne Koalition daran festgehalten – verfassungswidrig, wenn man sich die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts dazu ansieht.

Das oberste deutsche Gericht hat in mehreren Grundsatzentscheidungen festgestellt, dass Renten und sonstige Sozialleistungen, die auf dem Beitragsprinzip beruhen, den Schutz des Eigentums geniessen, und damit eine klare Grenze zu den sonstigen Sozialleistungen gezogen, die auf dem „Gewährungsprinzip“ beruhen, also nicht durch eigene Sozialbeiträge der Versicherten.

Aus und vorbei
Deutsche Rentner, die im Inland leben, sind entweder weiterhin in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert, Beitragszahlung anteilig durch die Rentenversicherung und den Rentenempfänger – (Details hier) oder aber sie erhalten einen Zuschuss zu ihrer Krankenversicherung, wenn sie freiwillig privat versichert sind.

Damit ist es, so die gesetzliche Regelung des § 111,II SGB VI, nach Annahme eines Wohnsitzes im Ausland, aus und vorbei, es sei denn, der Wohnsitz liegt in der EU, oder aber in einem Land, mit dem die Bundesrepublik Deutschland bilaterale Abkommen geschlossen hat.

Für wen das nicht zutrifft, der hat – verfassungswidrig – eben Pech gehabt. Das trifft auf tausende Deutsche zu.

Vom Eigentümer zum Bettler
Zwar ist prinzipiell keine Krankenkasse verpflichtet, für eine Behandlung im Ausland zu bezahlen, aber auch die vorübergehende Wiederkehr nach Deutschland zur Behandlung ist bei Auslandswohnsitz nicht versichert.

Wer trotzdem eine Behandlung in Deutschland braucht, der wird zum Bittsteller, zum Bettler, der staatliche Stellen um Unterstützung angehen muss. Vorher muss er seine ganzen Ersparnisse einsetzen – bis zum „letzten Hosenknopf“.

Ein Gang durch die Instanzen
Das kann nicht rechtens sein, sagte ich mir, also habe ich bei der deutschen Rentenversicherung einen Antrag für einen Zuschuss zu meiner Krankenversicherung gestellt.

Nicht einmal das Antragsformular wollte die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) mir übersenden, „weil ich ja doch keinerlei Ansprüche hätte“.

Ich habe mir das Formular schliesslich aus dem Internet heruntergeladen.

Dann der übliche Weg:

– Antrag gestellt – abgelehnt.

– Widerspruch eingelegt – abgelehnt.

– Klage beim Sozialgericht Berlin eingereicht – abgewiesen.

So habe ich dann den „Gang nach Karlsruhe“ zum Bundesverfassungsgericht angetreten.
Wir werden sehen.

Die Begründung der Verfassungsbeschwerde:

Der vom Beschwerdeführer am 14.9. 2012 gestellte Antrag auf Zuschuss zur Krankenversicherung gem . § 106 SGB VI wurde mit Bescheid der DRV vom 27.9. 2012 mit Hinblick auf die Regelung des § 111,II SGB VI zurückgewiesen.
Der vom Beschwerdeführer am 31.10. 2012 dagegen eingelegte Widerspruch wurde mit Bescheid der DRV-Bund am 6.2. 2013 ebenfalls zurückgewiesen .
Die dagegen vom Beschwerdeführer am 18.2. 2013 beim Sozialgericht Berlin eingereichte Klage wurde mit Urteil vom 8.5. 2014 abgewiesen.

Der Beschwerdeführer ist durch die gesetzliche Regelung des § 111,II SGB VI in seinen Grundrechten aus Art. 14 und Art. 3,I GG verletzt.

VERSTOSS GEGEN ART. 14 GG
Die Altersrente ist nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts keine Sozialgewährung des Staates, sondern ein durch Beiträge erworbener eigentumsgleicher und durch Art.14 GG geschützter Rechtsanspruch (BVerfG vom 16.7. 1985 – BVerfGE 69,272ff.):

„Schon vor der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 28. Februar 1980 (BVerfGE 53, 257) hatte die Richterin Rupp-v. Brünneck darauf hingewiesen, daß sich die Eigentumsgarantie auch auf solche öffentlich-rechtlichen Berechtigungen erstrecken müsse, auf die der Bürger in seiner wirtschaftlichen Existenz zunehmend angewiesen sei (vgl. BVerfGE 32, 129 [142] abw. Meinung). Diesen Gedanken hat das Bundesverfassungsgericht in der genannten Entscheidung mit dem Bemerken aufgenommen, die große Mehrzahl der Staatsbürger in der heutigen Gesellschaft erlange ihre wirtschaftliche Existenzsicherung weniger durch privates Sachvermögen als durch den Arbeitsertrag und die daran anknüpfende solidarisch getragene Daseinsvorsorge, die historisch von jeher eng mit dem Eigentumsgedanken verknüpft gewesen sei (vgl. BVerfGE 40, 65 [84]).

Das ist nicht auf Versichertenrenten beschränkt. Auch andere sozialversicherungsrechtliche Positionen können für die große Mehrzahl der Bevölkerung eine wichtige Grundlage ihrer Daseinssicherung sein, insbesondere dann, wenn sich eine wesentliche, durch lange Zeiträume gewährte Leistung so verfestigt hat, daß die Versicherten sie zu ihrer existentiellen Versorgung rechnen können.

Es würde zu einem mit dem Schutz des Eigentums im sozialen Rechtsstaat schwerlich zu vereinbarenden Funktionsverlust der Eigentumsgarantie führen, wenn sie — sofern die anderen konstituierenden Merkmale des Eigentums vorliegen — solche vermögensrechtlichen Positionen nicht umfaßte (vgl. BVerfGE 53, 257 [294]). 124

Dabei kann es nicht darauf ankommen, ob ein Grundrechtsträger nach seinem Vermögensstand individuell mehr oder weniger auf den Bezug einer sozialversicherungsrechtlichen Leistung angewiesen ist. Es geht vielmehr um die objektive Feststellung, ob eine öffentlich-rechtliche Leistung ihrer Zielsetzung nach der Existenzsicherung der Berechtigten zu dienen bestimmt ist. Nicht das Bedürfnis des Einzelnen, sondern der Umstand ist entscheidend, daß eine Position der großen Mehrzahl der Staatsbürger zur existentiellen Sicherung dient (vgl. BVerfGE 53, 257 [290]).“

Gleiches gilt im Wesentlichen für die Krankenversicherung der Rentner.

Demgemäß unterfallen nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts Ansprüche auf Sozialleistungen, die ausschließlich darauf beruhen, daß der Staat sie in Erfüllung seiner Fürsorgepflicht durch Gesetz eingeräumt hat, nicht dem Schutz des Art. 14 GG (vgl. BVerfGE 16, 94 [113]; 18, 392 [397]; 53, 257 [292]). Solche ausschließlich auf staatlicher Gewährung beruhende Ansprüche kommen allerdings im Bereich der Sozialversicherung, zu deren Wesen die Beitragszahlung gehört, kaum vor.“

Zwar hat das BVerfG in seiner Entscheidung zum Versorgungsausgleich (BVerfGE 53,257) ausgeführt:

„Bei der Bestimmung des Inhalts und der Schranken rentenversicherungsrechtlicher Positionen kommt dem Gesetzgeber grundsätzlich eine weite Gestaltungsfreiheit zu….Insoweit umfasst Art. 14 ,I S2. GG auch die Befugnis, Rentensprüche und Rentenanwartschaften zu kürzen.“

Jedoch heisst es dann einschränkend weiter:

„…. Allerdings verengt sich seine Gestaltungsfreiheit in dem Masse, in dem Rentenansprüche durch einen personalen Bezug des Anteils eigener Leistung des Versicherten geprägt ist. Insoweit entspricht der Höhe des Anteils ein erhöhter verfassungsrechtlicher Schutz. An die Rechtfertigung eines Eingriffs sind strenge Anforderungen zu stellen“…

Die im Gesetz normierten Ausschliessungsgründe sind teils sachgerecht und verfassungsgemäss (Private Krankenversicherung muss der deutschen Versicherungsaufsicht unterliegen), teils eindeutig ohne sachlichen Grund und daher willkürlich und verfassungswidrig. Dazu gehört auch der Wegfall der Zuschussberechtigung für deutsche Rentner, die im vertragslosen Ausland leben, selbst dann, wenn sie bei einer Krankenversicherung versichert sind, die der deutschen Versicherungsaufsicht unterliegt, wie bei dem Beschwerdeführer zutreffend.

Der Aufenthalt im Ausland ist Ausfluss der Ausreisefreiheit, und insoweit durch Art. 2,I GG geschützt. Dem Gesetzgeber steht es deshalb nicht zu, daran sozusagen „punitive Enteignungen“ zu knüpfen, die den Geist der „Sozialgewährung“, nicht aber den des Eigentumsanspruchs atmen.
Genau so wenig wie das Eigentumsrecht an in Deutschland befindlichen Gegenständen dadurch berührt wird, ob der Eigentümer sich innerhalb oder ausserhalb Deutschlands aufhält.

Die Gestaltungsbefugnis des Gesetzgebers endet dort, wo es sich nicht mehr um Gestaltung, sondern klar um Totaleteignung handelt. Eine Totalenteignung ist jedoch keine Inhaltsgestaltung des Eigentums mehr, wie das Sozialgericht in seiner Urteilsbegründung rechtsirrig annimmt

VERSTOSS GEGEN ARTIKEL 3,I GG.
Nun hat der Gesetzgeber einige Ausnahmetatbestände normiert, nämlich Aufenthalte des Rentenberechtigten in bestimmten Ländern von dem Wegfall der Zuschussberechtigung ausgenommen.
Dazu gehören einmal die Länder der EU, aber auch bestimmte weitere Länder, mit denen bilaterale Abkommen bestehen. Insofern hat er selbst sich nicht mehr an den strikten „Auslandswegfall“ gehalten. Diese Regelungen haben jedoch nichts mit der „Erhaltung der Funktionsfähigkeit des und Leistungsfähigkeit und Leistungsfähigkeit des Systems der Rentenversicherung im Interesse aller“ (BVerfG 53,257 aaO) zu tun, vielmehr handelt es sich teils um Auswirkungen des EU-Rechts, teilweise um rentenversicherungsfremde zwischenstaatliche Abkommen.

Damit hat der Gesetzgeber aber einen zusätzlichen Grundgesetzverstoss, diesmal gegen Art 3,I GG, geschaffen. Denn nunmehr werden im vertragslosen Ausland lebende deutsche Rentenempfänger eindeutig diskriminiert, ohne dass auch nur irgendein aus dem Prinzip der Rentenversicherung sachlich rechtfertigender Grund ersichtlich wäre. Renten und Zuschüsse aus der Rentenversicherung sind keine Sozialgewährung des Staates.

Das Bundesverfassungsgericht hat bereits in seinem Beschluss vom 20.3. 1979 – BVerfGE 51,1 in der unterschiedlichen Behandlung von Rentenempfängern, die im Ausland leben, einen Verstoss gegen Art. 3,I GG gesehen.

„Nach Art 3,I GG ist der Gesetzgeber gehalten, wesentlich Gleiches nicht willkürlich ungleich zu behandeln. Dabei verletzt der Gesetzgeber den Gleichheitssatz, nur dann wenn sich ein vernünftiger, aus der Natur der Sache ergebender, oder sonstwie sachlich einleuchtender Grund für die gesetzliche Differenzierung nicht finden lässt.“

Auf die Rentenversicherung angewandt heisst das: der sachliche Grund muss sich aus dem System der Rentenversicherung selbst herleiten, nicht jedoch aufgrund von staatlichen Abkommen mit einzelnen Ländern, denen in der Regel aussenpolitische Erwägungen zugrunde liegen, nicht aber rentenversicherungsrechtliche.

Insoweit halten dann auch die Urteile des Sozialgerichts Berlin und des Landessozialgerichts Berlin vom 27.8. 2010 – L 17 R265 / 2010 einer verfassungsrechtlichen Überprüfung nicht stand.

Das Landessozialgericht versucht nämlich aus einer Art „a fortiori“ Argument seine Begründung für die Verweigerung des Zuschusses zur Krankenversicherung herzuleiten.
Wenn schon keine Krankenbehandlung im Ausland nach dem SGB, dann erst recht kein Zuschuss zur Krankenversicherung im Ausland.

Zutreffend ist, dass die gesetzliche Krankenversicherung nicht verpflichtet ist, eine Krankenbehandlung – von Ausnahmefällen abgesehen – im Ausland zu bezahlen (Beschluss des BVerfG vom 17.3. 2008 – 1 BvR 96/06).

.Eine derartige Erstreckung der Versicherungspflicht lässt sich jedoch ohne Probleme durch einen äusserst geringen Zusatzbeitrag erreichen. Das bieten alle gesetzlichen Krankenversicherungen an. Bei den Privatversicherungen gehört es oftmals schon zum regulären Leistungsangebot.

Die Krankenversicherung, selbst wenn kein Versicherungsschutz im Ausland besteht, ruht auch keineswegs in dieser Zeit, sondern der Betreffende kann durch eine sofortige Rückkehr lediglich zur Krankenbehandlung nach Deutschland voll in den Genuss einer umfassenden Behandlung kommen.

Das gilt jedoch für im vertragslosen Ausland lebende Deutsche ohne deutsche Krankenversicherung gerade nicht.
Die wären, wenn sie aus Gründen des mangelnden Zuschusses keine deutsche Krankenversicherung abschliessen können, bzw. die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkrasse verloren haben, ggf. auf Leistungen aus der Sozialhilfe angewiesen, wenn sie zur Krankenbehandlung nach Deutschland kommen.

Für im Ausland lebende Deutsche, gerade für diejenigen, die in Ländern der Dritten Welt leben, ist die Krankenversicherung in Deutschland essentiell, da eine ausreichende Krankenversorgung, insbesondere in schweren Krankheitsfällen, dort gar nicht gewährleistet, eine Rückkehr zur Krankenbehandlung nach Deutschland also erforderlich ist. So ist es auch dem Beschwerdeführer ergangen nach einer komplizierten Verletzung im Jahre 2005.

Im übrigen kann sich der Zuschuss zur Krankenversicherung auf einen Krankenversicherungsschutz im Inland beschränken. Die Ausdehnung auf das Ausland – wenn gewünscht – müsste dann vom Betroffenen selbst getragen werden.

Eine Totalenteignung des Anspruchs auf Zuschuss zur Krankenversicherung ist jedoch weder mit Art. 14, noch mit Art 3,I GG vereinbar.

Abschliessend sei noch auf das grundlegende Urteil des Bundessozialgerichts vom 05.07.2005 – B 1 KR 2/04 R verwiesen.
Dort stellt das Bundessozialgericht klar, dass ein auf Dauer im EU-Ausland (hier: Spanien) lebender deutscher pflichtversicherter Rentner keineswegs den unmittelbaren Versicherungsschutz in Deutschland verliert und stattdessen auf die spanische Krankenversicherung abgeschoben werden kann. Leitsatz:

„Ein Pflichtversicherter in der KVdR, der ausschließlich Rente aus der deutschen Rentenversicherung bezieht, verliert seinen Status als Versicherter nicht dadurch, dass er seinen Wohnsitz in einen anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) verlegt. Werden Krankenversicherungsleistungen während eines vorübergehenden Deutschlandaufenthalts erforderlich, richtet sich deren geschuldeter Umfang nach deutschem Recht“.

Nichts anderes kann dann aber unter Berücksichtigung des Art. 3,I GG für Rentner gelten, die im vertragslosen Ausland leben. Selbst wenn die Krankenkasse für deren Auslandsbehandlung nicht zu zahlen hätte.

Schliesslich sei noch angemerkt, dass Rentenempfänger, die im Ausland leben, ihre Rente voll in Deutschland versteuern müssen, ohne jegliche Abzugsmöglichkeiten. Damit sind Beiträge zu einer freiwilligen Krankenversicherung ebenfalls nicht steuerlich abzugsfähig und damit steuermindernd.

Eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wäre auch von grundsätzlicher Bedeutung, weil sie Tausende Deutsche, die als Rentenempfänger im vertragslosen Ausland leben, betreffen würde. Rentenempfänger, die entweder keinen Zuschuss zu ihrer privaten Krankenversicherung erhalten, oder aber ihren Versicherungsschutz bei einer gesetzlichen Krankenkasse verloren.

Dr. Alexander von Paleske
Internist, Hämatologe
leitender Arzt
Ex Rechtsanwalt beim Landgericht Frankfurt (M)
Bulawayo/Zimbabwe

vermischtes

Discounter Aldi, Tod des Mit-Gründers und die Medien

Dr. Alexander von Paleske — 23.7. 2014 —–
Karl Albrecht, Aldi-Mitgründer, und nach der geschäftlichen Trennung dann Aldi-Süd Inhaber, ist vor einer Woche im Alter von 94 Jahren verstorben.

Kein Grund, wenn nicht…..
Für uns wäre das aber eigentlich kein Grund, sich weiter mit Karl Albrecht – er war reichster Mann Deutschlands mit einem Vermögen von rund 18 Milliarden Euro – zu beschäftigen.

Die Medien jedoch überschlagen sich nachgerade mit Lobeshymnen auf den Verstorbenen: genial, bescheiden hochgradig effektiv und – das ist der Grund für diesen Artikel – immer „besorgt um das Wohlergehen“ seiner Mitarbeiter.

Ein Interview vor dem Tode
In dem Interview, das der Patriach aus der Nachkriegs-Gründerzeit vor einigen Wochen dem ehemaligen SPIEGEL– Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron gab, heisst es wörtlich:

…trieb Albrecht ein ständiger Gedanke: Wie halte ich meine Mitarbeiter zufrieden? Wie bleibe ich so attraktiv, um die besten Talente ins Unternehmen zu holen und dort zu halten?

Schon früh hatte ihn das zu einer ungewöhnlichen Entscheidung gebracht. Eines Morgens in den frühen siebziger Jahren trug er sie seinen Geschäftsführern vor. Das Entsetzen stand ihnen in die Gesichter geschrieben, als der Patriarch verkündete: „Unsere Leute verdienen nicht genug“. Von nun an sollte die gesamte Belegschaft 30 Prozent mehr Gehalt bekommen. „Sie hielten mich für verrückt, aber ich habe das durchgesetzt“, sagte Albrecht mit verschmitzter Mine. Selbst am Sterbebett sollte ihn das noch beschäftigen, gab er seinen Nachfahren auf: „Bezahlt unsere Leute gut, sie leisten viel.“

Ist die Rechnung aufgegangen? Nach Ansicht von Karl Albrecht unbedingt. „Gut bezahlte Mitarbeiter leisten mehr“, sagte er immer wieder. Noch heute zahlt Aldi Süd seinen Angestellten weit über Tarif, entlohnt seine Führungsmannschaften fürstlich und hat wenig Auseinandersetzungen mit Gewerkschaften und kaum Betriebsräte – anders als Aldi Nord. In der Gehaltsfrage war Theo seinem Bruder nicht gefolgt.

Plausch statt kritischem Journalismus
Keine Nachfrage seitens des Journalisten Müller von Blumencron, kein Vorhalt über bekannt gewordene Zustände bei Aldi-Süd, die offenbar an Menschenverachtung grenzten, wie der ehemalige Aldi-Manager Andreas Straub in seinem Buch „Aldi, einfach billig“ berichtete.

– dass offenbar nicht selten Überstunden in ALDI-Filialen und auch im unteren Management geschrubbt werden, nicht nur geschrubbt, sondern erwartet werden,

– dass ein erhebliches Arbeitstempo angesagt ist, allerdings in der heutigen Arbeitswelt keineswegs mehr ungewöhnlich, gleichwohl kaum zu billigen.

– dass Einschüchterung der Beschäftigten und Angsterzeugung bis hin zur Gefahr der Zerstörung der Persönlichkeit offenbar entweder bewusst eingesetzt, oder zumindest billigend in Kauf genommen wurden.

– dass offenbar systematisch Gründe für Abmahnungen – absichtlich – herbeigeführt wurden, um bei beabsichtigter Kündigung durch „Vorratshaltung“ in der Personalakte ggf. schon etwas in der Hand zu haben.

– dass offenbar Beschäftigte, die man rauswerfen wollte – „rausnehmen“ wie es dort offenbar verschleiernd heisst – mit mehreren „Terminatoren“ – teilweise mehrstündig – unter Duck gesetzt wurden, sodass die Betroffenen dann keinen anderen Ausweg sahen, als einen bereits vorbereiteten Aufhebungsvertrag zu unterschreiben.

– dass bestimmte ALDI-Manager offenbar nicht einmal davor zurückschreckten, selbst Lügen und unhaltbare Behauptungen nicht nur in diesen „finalen Gesprächen“ aufzutischen, sondern selbst in Arbeitsgerichtsprozessen, wie im Falle des Autors Straub. Bösartig könnte man das als „Vorbereitungshandlung zum Prozessbetrug“ bezeichnen.

– dass sich auch offenbar mangelnder Respekt vor der Justiz dazu gesellte „Facetten der Wahrheit“ wie man offenbar beliebte das zu bezeichnen


Noch einmal nachgelegt – ein Jahr nach dem ersten Buch über ALDI

Nicht einmal ein Vorhalt
Wenigstens ein Vorhalt in dieser Richtung hätte man von dem Journalisten erwarten dürfen, ebenso ein Verweis darauf in den zahllosen Nachrufen in den Medien – jedoch Fehlanzeige.

Bleibt die Frage, wenn schon der glänzende Lack ab ist, was die Beschäftigten angeht, vielleicht doch immerhin ein Geschäftsmodell zum Nutzen aller, auch gerade sozial Schwacher, sich etwas leisten zu können.

Schnäppchenmentalität gefördert
Auch das ist nicht zutreffend, im Gegenteil: Albrecht hat mit seinem Discounter die Schnäppchenmentalität der Deutschen eher gefördert, noch lange bevor ein Elektronik-Kaufhaus daraus den Spruch machte: „Geiz ist geil“.

Seine Läden hatten nicht nur ein paar Schnäppchen anzubieten, sie wurden zum Inbegriff des Schäppchen-Ladens schlechthin. Jeder Aldi-Artikel war im Prinzip ein Schnäppchen.

Die „Geilheit des Geizes“ entpuppt sich aber bei näherem Hinsehen nicht nur als durch die konsequente Einfachheit, und die Reduktion der Auswahl herbeigeführt, sondern auch als das Resultat des Drucks auf die Erzeuger: Noch billiger. Ein Druck, der wiederum an die Belegschaft der Erzeuger weitergegeben wurde:: Noch schneller noch weniger Produktionskosten. Verschärft noch durch die Konkurrenz zwischen Aldi und Lidl.

Der Kommentar des Karl Albrecht: „Ohne Lidl wären wir eingeschlafen“ , dürfte sich kaum auf die eigene Belegschaft bezogen haben – mit oder ohne Lidl.

Discounter ALDI-Süd, ein ehemaliger leitender Angestellter, Günter Wallraff und der SPIEGEL oder: Angriff ganz unten?

Krieg

Ein Brief aus Gaza von einem norwegischen Chirurgen

Dr. Alexander von Paleske —- 22.7. 2014 —– Folgende Nachricht eines norwegischen Chirurgen, der zur Zeit in Gaza hilft, erreichte mich gestern:

Mads Gilbert MD PhD
Professor and Clinical Head
Clinic of Emergency Medicine
University Hospital of North Norway

Dear Recipients

Dearest friends

The last night was extreme. The „ground invasion“ of Gaza resulted in scores and carloads with maimed, torn apart, bleeding, shivering, dying – all sorts of injured Palestinians, all ages, all civilians, all innocent.


Mads Gilbert

The heroes in the ambulances and in all of Gaza’s hospitals are working 12-24hrs shifts, grey from fatigue and inhuman workloads (without payment all in Shifa for the last 4 months), they care, triage, try to understand the incomprehensible chaos of bodies, sizes, limbs, walking, not walking, breathing, not breathing, bleeding, not bleeding humans. HUMANS!
Now, once more treated like animals by „the most moral army in the world“ (sic!).
My respect for the wounded is endless, in their contained determination in the midst of pain, agony and shock; my admiration for the staff and volunteers is endless, my closeness to the Palestinian „sumud“ gives me strength, although in glimpses I just want to scream, hold someone tight, cry, smell the skin and hair of the warm child, covered in blood, protect ourselves in an endless embrace – but we cannot afford that, nor can they.

Ashy grey faces – Oh NO! not one more load of tens of maimed and bleeding, we still have lakes of blood on the floor in the ER, piles of dripping, blood-soaked bandages to clear out – oh – the cleaners, everywhere, swiftly shovelling the blood and discarded tissues, hair, clothes,cannulas – the leftovers from death – all taken away…to be prepared again, to be repeated all over. More then 100 cases came to Shifa last 24 hrs. enough for a large well trained hospital with everything, but here – almost nothing: electricity, water, disposables, drugs, OR-tables, instruments, monitors – all rusted and as if taken from museums of yesterdays hospitals.But they do not complain, these heroes. They get on with it, like warriors, head on, enormous resolute.t

And as I write these words to you, alone, on a bed, my tears flows, the warm but useless tears of pain and grief, of anger and fear. This is not happening!

An then, just now, the orchestra of the Israeli war-machine starts its gruesome symphony again, just now: salvos of artillery from the navy boats just down on the shores, the roaring F16, the sickening drones (Arabic ‚Zennanis‘, the hummers), and the cluttering Apaches. So much made and paid in and by US.
Mr. Obama – do you have a heart?
I invite you – spend one night – just one night – with us in Shifa. Disguised as a cleaner, maybe.
I am convinced, 100%, it would change history.
Nobody with a heart AND power could ever walk away from a night in Shifa without being determined to end the slaughter of the Palestinian people.
But the heartless and merciless have done their calculations and planned another „dahyia“ onslaught on Gaza.
The rivers of blood will keep running the coming night. I can hear they have tuned their instruments of death.
Please. Do what you can. This, THIS cannot continue.

Mads
Gaza, Occupied Palestine
Mads Gilbert MD PhD


Mads Gilberts Buch über seine Erfahrungen im Gaza-Krieg 2009

Gaza 2009: Al Jazeeras Enthüllungen und das Buch zweier Chirurgen

Wirtschaftskrise

Portugiesische Grossbank Espirito Santo in der Krise: die Spuren führen auch nach Angola

Dr. Alexander von Paleske —- 20.7. 2014 —-
Die schlechten Nachrichten aus Portugal über die krisengeschüttelte portugiesische Bank und grösste Privatbank des Landes, Banco Espirito Santo bzw. einem der grössten Anteilseigner, mit der Gefahr einer neuen europäischen Bankenkrise, reissen nicht ab.


Krisenbank Espirito Santo

Insolvenzantrag folgt auf Insolvenzantrag
Gestern sickerte durch, dass die Holding Espirito Santo International (ESI), die über Untergesellschaften 20,1% der Anteile an der Bank hält, Insolvenz in Luxemburg, dem Sitz der Holding, angemeldet hat. Keine Überraschung.

Bereits zuvor hatte die Tochtergesellschaft von ESI, Rioforte , in der vergangenen Woche Insolvenz anmelden müssen, und Gläubigerschutz beantragt.

Rio Forte, ebenfalls in Luxemburg beheimatet, hatte eine Schuld von 897 Mio. € bei der Portugal Telekom (PT) nicht zurückzahlen können, was sich prompt auf die Position der Telefongesellschaft bei der eingefädelten Fusion zwischen der PT und ihrem brasilianischen Partner, Oi auswirkte.


Rioforte ……..kann nicht zahlen

Der erste Domino-Effekt, bei dem es allerdings kaum bleiben dürfte.

Schon hat die japanische Bank Nomura einen der Banco Esperito Santo gewährten Kredit über 100 Millionen fällig gestellt, wie Bloomberg berichtete

Ein Blick zurück
Die Grossbank Esperito Santo, deren Wurzeln bis in das 19. Jahrhundert zurückreichen, diente während der faschistischen Diktatur unter Salazar und dann Caetano als Hausbank der Regierung, und war eine wichtige finanzielle wichtige Stütze der brutalen kolonialen Ausbeutung in Afrika (Angola, Mozambique, Guinea Bissau).

Sie ölte damit ebenso den staatlichen Unterdrückungsapparat, zu dem auch Folter und Morde seitens der Geheimpolizei PIDE gehörten.

Die Nelkenrevolution von 1974, die gerade ihr 40 jähriges Jubiläum feierte – wir berichteten darüber – bereitete dem faschistischen Spuk ein Ende, und ebenso der Eigentümerschaft der Familie Espirito Santo.

Deren Bank war sozusagen eines der sichtbarsten Symbole des verhassten faschistischen Unterdrückerststaates- – und wurde prompt verstaatlicht.

Unheiliger Geist
Der Eigentümer-Familie, mit dem etwas irreführenden Namen Espirito Santo (übersetzt Heiliger Geist) – einem Name der kaum ihre Nähe zum Faschismus vermuten liess – wurde fortan jegliche weitere unternehmerische Tätigkeit in Portugal untersagt.

Die „Heiligen Geister“ blieben aber in der Folgezeit keineswegs untätig – ausserhalb Portugals.

Sie gründeten in Luxemburg eine Holding, unter der sie ihre Unternehmen ausserhalb Portugals im Minen und Finanzbereich zusammenfassten.

Nachdem der revolutionäre Elan in Portugal abgeflaut, und die sozialistischen Ideen verflogen waren, kehrte die Familie Espirito Santo 1986 auch geschäftlich wieder nach Portugal zurück.

Heim ins Familien-Reich
In Portugal rollte die Privatisierungswelle, und so kam auch die Banco Espirito Santo „Heim ins Familien-Reich“. Teilweise jedenfalls: mit 25,1%.
Die Bank stieg zur grössten Privatbank Portugals auf.


Wirbt für die Krisenbank: Fussballer Ronaldo

Im Juni 2014 geriet diese Grossbank in die Schlagzeilen – nicht zum ersten Mal: Die Gruppe Espírito Santo, die Bank, oder aber namhafte Vertreter der Heilig-Geist-Familie waren schon öfter wegen Affären um finanzielle und steuerliche Praktiken und mutmassliche Korruption ins Gerede geraten. .

Ein Blick auf die Verflechtungen
– Über allem das Konglomerat Espirito Santo International (ESI)

– Dazu gehört zu 100% Rio Forte. Deren Geschäftsbereich: Immobilien, Tourismus, und Minen-Service – kein Finanzservice.

– Finanz-Service ist das Geschäftsfeld der >Espirito Santo Financial Group, das Finanzvehikel sozusagen; die gehört zu 49 Prozent der Espirito Santo Irmaos SGPS SA, die wiederum vollständig der Rioforte Investments SA gehört. Der Rest der Aktien des Finanzvehikels ist börsennotiert und breit gestreut.

– Die Esperito Santo Financial Group wiederum hält 20,1% an der besagten Bank Espirito Santo, und 9,95% an der Portugal Telekom, deren Anleihen gerade auf Ramschniveau herabgestuft wurden. .

Finanzvehikel gerät in Schwierigkeiten
Im März war dieses Finanzvehikel ESFG von der portugiesischen Zentralbank zu Rückstellungen von 700 Mio. € verpflichtet worden, um die Erstattung einer Anleihe zu sichern.

Aber das war nicht das Ende, sondern eher der Anfang, denn
Espirito Santo Financial Group SA (ESFG), ließ am Donnerstag vergangener Woche ihre Aktien und börsennotierten Wertpapiere in Luxemburg und an der Euronext vom Handel aussetzen, und begründete dies mit „anhaltenden erheblichen Schwierigkeiten“ bei Espirito Santo International SA, ihrem größten Aktionär.


Finanzvehikel ESFG —-Aktienhandel ausgesetzt.

Die „Schwierigkeiten“ der Mutter aller Heiligen Geister waren offenbar riesig, denn sie musste am vergangenen Freitag Insolvenz anmelden. Nach Medienberichten soll die ESI mit 7 Milliarden Euro in der Kreide stehen. Das ganze verschachtelte Gebäude droht daher einzustürzen.

Verschachtelt und verbandelt
Santo Espirito International (ESI), die Holding, ist mit der Bank gleichen Namens nicht nur eigentümermässig verbandelt, sondern die Bank hat wohl auch erhebliche Kredite der ESI und deren Töchtern gewährt bzw. deren Anleihen gezeichnet.

Seid verschwunden, Multimillionen?
Wie die Bank am Donnerstag mitteilte, halten ihre Retail-Kunden Commercial Papers (CP) von Espirito Santo Internationalim Volumen von 255 Mio. Euro, des weiteren Commercial Papers die von Rioforte emittiert wurden, im Volumen von 342 Mio. Euro, 44 Mio. Euro in CP von Rioforte-Tochtergesellschaften, sowie CP und Anleihen im Volumen von 212 Mio. Euro von Espirito Santo Financial Groiup und deren Tochtergesellschaften.
Rückzahlung bzw. Einlösung fraglich.

Noch genug Polster?
Aber noch hat die Bank ja angeblich genügend Polster, um diese Verluste zu verschmerzen. Das wird sich alsbald zeigen. Es ist keineswegs sicher, dass der Sinkflug des Konglomerats ESI die heiliggeistige Bank nicht ebenfalls in Absturzgefahr bringt, und damit die Gefahr einer neuerlichen Bankenkrise in Europa heraufbeschwört..

Eine Bank in Angola
Ungemach droht der Banco Esperito Santo auch noch in Angola. Dort ist eine Tochter beheimatet, die offenbar recht unsolide wirtschaftete: 6,5 Milliarden US Dollar offenbar nicht einbringbarer Aussenstände, sprich: Miese, wie der investigative angolanische Journalist Rafael Marques de Morais berichtetete.


Rafael Marques de Morais

Das kam so:

Im Jahre 2001 ging es heiliggeistmässig nach Angola, ehemalige portugiesische Kolonie, Dort stand der 27 jährige Bürgerkrieg kurz vor seinem Ende. Dort gibt es Rohstoffe in Hülle und Fülle, insbesondere Erdöl und Diamanten. Dort gibt es aber auch eine kleptokratische Regierungsclique mit besonders tiefen Taschen, angeführt von dem Präsidenten Jose Eduardo dos Santos, aktiv unterstützt von seiner Tochter Isabel.

Diese Dame ist mittlerweile zur reichsten Frau Afrikas aufgestiegen. Details zu ihrem Reichtum, insbesondere auch ihren zahllosen Investitionen in Portugal, finden sich hier und hier.

Gefährliches Pflaster
Ein gefährliches Pflaster also. Zum Chef dieser Niederlassung wurde ein illustrer Herr namens Alvaro Sobrinho bestellt, dessen besondere Qualifikation offenbar seine Nähe zur kleptokratischen Elite war.


Angolanische Niederlassung ….gefährliches Pflaster

Seine Hauptaufgabe sah Sobrinho offenbar darin, ein Füllhorn über Politikern auszuschütten. .
In den 12 Jahren seiner Regentschaft summierten sich die faulen Polit-Kredite – oftmals liess sich gar nicht nachvollziehen, wer hier was bekommen hatte – auf die sagenhafte Summe von 6,5 Milliarden US Dollar. Rückzahlung: Fehlanzeige.

500 Millionen davon gingen z.B. so mal eben über den Ladentisch an einen Eugenio Neto, Verwandter des ersten Staatspräsidenten Angolas, Agostinho Neto. Dieser Herr ist Chef der angolanischen Niederlassung der zu Espirito Santo International gehörenden Firma ESCOM (Espirito Santo Conselho Estratégico ), wie der investigative Journalist Rafael Marques auf seinem Blog Makaangola berichtete.

In die ESCOM– Stammfirma hatte auch die Präsidententochter Isabel ein paar Millionen investiert, wie praktisch.

Auch sich bedacht
Auch sich selbst vergass dieser rührige Bankmanager Sobrinho natürlich nicht: 200 Millionen US Dollar kreditierte er sich selbst.


Alvaro Sobrinho ….sich selbst bedacht

Mit diesem Batzen Geld ging er auf Einkaufstour in Portugal, wie die Regierungs-Kleptokraten auch. Die Medien dort hatten es ihm besonders angetan, so besitzt er heute die Wochenzeitung Sol, 15% Anteile am Medienhaus Cofina, ausserdem ein Aktienpaket in einem weiteren Medienhaus. Wie schön.

Nun hat die angolanische Niederlassung der Banco Espirito Santo einen neuen Chef, Antonio Paulo Kassoma , ehemals Premier Angolas und Mitglied des Politbüros der regierenden MPLA, was die Eintreibung ausstehender Polit-Kredite kaum erleichtern dürfte. Wie praktisch.

Als das gähnende Finanzloch sich auftat, von dem die Bankenmutter in Portugal sich überrascht zeigte, was wiederum einige Rückschlüsse zulässt, reiste der Chef der Heilig-Geist-Mutterbank und Urenkel des Gründer der Banco Espirito Santo, Ricardo Salgado – mittlerweile auf Drängen der portugiesischen Regierung im Juni abgehalftert – zum angolanischen Präsidenten dos Santos. Dort bat er flehentlich um Staatsgarantien, um die Riesenpleite des angolanischen Finanz-Selbstbedienungsladens zu verhindern, an dem die Mutterbank immerhin zu 51,94% beteiligt ist.


Ricardo Salgado …….bat flehentlich um Staatsbürgschaften

Die nächsten Tage und Wochen dürften zeigen, ob noch weitere Dominosteine in Europa fallen werden, oder ob sich der Schaden auf Portugal und den gebeutelten portugiesischen Steuerzahler begrenzen lässt.


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Krieg

Bürgerkrieg, Sanktionen, Flugzeugabsturz – Die Krise in der Ukraine verschärft sich weiter

Dr. Alexander von Paleske —- 18.7. 2014 — Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt (95) sagte im März dieses Jahres:

Ich halte nichts davon, einen dritten Weltkrieg herbeizureden, erst recht nicht von Forderungen nach mehr Geld für Rüstung der Nato. Aber die Gefahr, dass sich die Situation verschärft wie im August 1914, wächst von Tag zu Tag.“

Und weiter:

„Es wäre ideal, sich jetzt zusammenzusetzen. Es wäre jedenfalls dem Frieden bekömmlicher als das Androhen von Sanktionen. Die von der Europäischen Union und den USA beschlossenen Sanktionen gegen Russland sind „dummes Zeug“. Weiter gehende wirtschaftliche Sanktionen werden ihr Ziel verfehlen. Auch sie hätten vor allem symbolische Bedeutung,aber sie treffen den Westen genauso wie die Russen“,

Nichts zu suchen
Auch betonte Schmidt im Mai, die EU habe in Georgien nichts zu suchen, er nannte diese Erweiterung „Grössenwahn“, und dass es falsch war und ist, die Ukraine vor die Alternative gestellt zu haben: Entweder EU oder Russland.

Schmidt musste sich massive Kritik anhören, u.a. auch von dem Obergrünen Tom Koenigs, einst Protegé des grünen Aussenministers und jetzigen „Industrie-Klinkenputzers“ Joseph Martin (Joschka) Fischer.

Originalton Koenigs in der Frankfurter Rundschau:

„Das ist einfach nur noch peinlich, ich verstehe nicht, wieso Schmidt mit 95 Jahren nicht nur seine Lunge, sondern auch seinen guten Ruf ruiniert.“

Frage beantwortet
Die Frage, wer hier seinen Namen und Ruf ruiniert, ist durch die Ereignisse beantwortet: Mittlerweile sind die Ukraine, Georgien und Moldawien mit der EU assoziiert – und der Bürgerkrieg im Osten der Ukraine tobt schlimmer denn je:

– Zehntausende sind geflohen,

– Mehr als tausend den militärischen Auseinandersetzungen zum Opfer gefallen.

– Viele Gebäude sind durch die Angriffe ukrainischer Truppen beschädigt, durch wahllosen Artilleriebeschuss oder durch Angriffe von Flugzeugen.

Der vom Westen hochgelobte Klepto-Oligarch und Schokoladenproduzent Petro Poroschenko hatte nach seiner Wahl erklärt:

„Die Vernichtung der ostukrainischen Separatisten ist nicht eine Frage von Wochen oder Tagen, sondern nur noch von Stunden“.

Nur ein politischer Narr konnte glauben, dass Russland diesem Feldzug unbeteiligt zusehen würde.

Kam, wie es kommen musste
Und so kam es, wie es kommen musste, und was Helmut Schmidt befürchtet hatte: Der Konflikt verschärfte sich, wobei ukrainische Truppen, aufgemotzt mit Söldnern einige Anfangserfolge verbuchen konnten. Sofort brach Poroschenko, nachdem ein erster Waffenstillstand abgelaufen war, sein Versprechen zu sofortigen Waffenstillstandsverhandlungen unter Beteiligung der Rebellen. Der Sieg schien ja in greifbarer Nähe.

Diese Fehleinschätzung teilten und teilen offenbar eine ganze Reihe von EU-Politikern, die offen oder klammheimlich auf eine saftige Niederlage der Rebellen hofften und hoffen.

Abschuss einer Passagiermaschine
Nachdem eine Reihe von Militärflugzeugen der Ukraine von den Rebellen mit Boden-Luft-Raketen abgeschossen worden waren, ist jetzt – offenbar als Folge einer Verwechslung – eine Passagiermaschine der malaysischen Fluggesellschaft Air Malaysia von einer Boden Luft-Rakete getroffen worden, und stürzte ab. Alle 298 Passagiere und Besatzungsmitglieder fanden den Tod.


Absturzstelle – Screenshot: Dr. v. Paleske

Nichts erreicht
Es war auch noch just am Tage davor, als die EU und die USA ihre Sanktionen gegen Russland verschärften.

Die bisherigen Sanktionen haben nichts erreicht, die neuen werden es genauso wenig tun. Stattdessen hat sich die Befürchtung Helmut Schmidts über die wachsende Kriegsgefahr in aller Deutlichkeit bestätigt.

Ziel des ukrainischen Präsidenten Poroschenko, der die von Moskau sicherlich unterstützten Rebellen mit seiner Armee kaum besiegen kann – wobei auch noch die Gefahr des direkten Eingreifens russischer Truppen in den Konflikt droht – ist es ganz offensichtlich, auch noch die NATO in die militärische Auseinandersetzung mit Russland hineinzuziehen.

Weniger als die Frage, wer die Rakete abgeschossen hat – viel spricht dafür, dass es eine Buk-SA-11 Boden-Luftrakete war, die beide Seiten des Ukraine-Konflikts besitzen – stellt sich vielmehr dringender die Frage, wie kann – jetzt noch mehr nach diesem tragischen Geschehen – Frieden geschaffen werden.


SA-11 Boden-Luft-Rakete – Screenshot: Dr. v. Paleske

Sicherlich nicht durch weitere Sanktionen, auch da hat Helmut Schmidt völlig recht, sondern nur dadurch, dass beide Parteien – gerade auch die ukrainische Regierung – erkennen, dass es keinen militärischen Sieg geben kann, und dass ein Waffenstillstand, gefolgt von einem Friedensabkommen, höchste Priorität haben muss.

Doch dafür sind die Erfolgsaussichten alles andere als vielversprechend.

Derweil darf die EU die Trümmer ihrer verfehlten Erweiterungs- und Russlandpolitik besichtigen. Eine Einsicht ist leider auch hier kaum zu erwarten, und so wächst die Kriegsgefahr in Europa.

Die Fluggesellschaften und die Flugsicherung müssen sich die Frage gefallen lassen, warum sie dieses Kriegsgebiet nicht für den Flugverkehr gesperrt bzw. vermieden haben. Insbesondere, nachdem bereits mehrere ukrainische Militärflugzeuge von den Rebellen dort abgeschossen worden waren.

1914: So fern, und doch so nah.

Zum Konflikt in der Ukraine
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Danke BILD, danke BILD-Kai (Diekmann) für die Kampagne „Weg mit den russischen Panzern aus dem Tiergarten“
Vorwärtsverteidigungsministerin Dr. med. Ursula von der Leyen an den ehemaligen Bundeswehr-Generalinspekteur: „Halten Sie den Mund, General Kujat“
NATO und EU: Konfliktpolitik statt Friedenspolitik – in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, und jetzt in der Ukraine

SATIRE

René Benko: Pech gehabt, Karstädter, ich werde Euch nicht retten

Dr. Alexander von Paleske —- 14.7. 2014 —- Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

René Benko
Grossinvestor
Kapitalgasse 1
Wien
Austrische Skandalrepublik

Karstädterinnen und Karstädter,

ich bin’s, René Benko, der austrische Milliardär, dem bereits einiges an Immobilien in Deutschland gehört.


Das bin ich: Jungdynamiker und Milliardär René Benko

Wie bereits in der Presse zutreffend gemeldet, habe ich keinesfalls vor, die Firma Karstadt voll zu übernehmen: Geschenkt zu teuer.


Geschenkt zu teuer

Ich bin ein knallharter Geschäftsmann – nur Böswillige nennen mich einen Immobilien-Hai – und nicht der Barmherzige, der sein Geld zum Fenster hinauswirft, nur um ein paar Arbeitsplätze in Deutschland zu retten.

Ich habe bereits vor einiger Zeit mich und meine Mitstreiter auf diesem Blog vorgestellt, auch meinen Entwicklungsgang vom kleinen Jungen, der Micky-Maus-Heftchen zur Lieblingslektüre erkor, bis zum Immobilien-Grossmogul heute.

Leitfigur Dagobert
Die Leitfigur meiner Jugend war weder Donald Duck, noch Daniel Düsentrieb, dieser vertrottelte Ingenieur und Erfinder, sondern Dagobert Duck, der Dukaten-Millionär, der einfach nicht mehr wohin wusste mit seinen Dukaten, und sie deshalb in ein Lagerhaus mit Klimaanlage schaffte.


Mein Vorbild: Dagobert Duck

So viel Geld wollte ich eines Tages auch einmal besitzen.
Heute kann ich sagen: ich habe es geschafft.

Natürlich lagere ich mein Geld nicht im Lagerhaus, denn dort vermehrt es sich ja nicht. Papiergeld könnte ausserdem von Ratten angenagt werden. Nein, ich investiere es in Immobilien mit meiner Firma Signa. Immobilien, die ich mir billig schnappe, renoviere, und dann teuer vermiete.

In der Wiener Innenstadt bin ich mittlerweile der grösste Immobilienbesitzer
Meine Geld-Generierung (ich war ja am Anfang völlig mittellos) funktioniert so: Andere „Dagobert Ducks“ finden, die ihr Geld noch im Lagerhaus horten aber gerne das Geld noch weiter vermehren möchten. Motto: Viel hab ich, doch will ich noch viel mehr haben.

Nicht wie der Josef Esch
Da konnte und kann ich helfen: Allerdings nicht wie dieser Josef Esch in Köln, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen angeblich multipler Straftaten ermittelte und Anklage erhoben hat, und der angeblich auch bei der Karstadt-Acandor-Pleite seine Finger mit im Spiel gehabt haben soll.

Nein, bei mir geht es absolut stocksolide zu.
Geld muss Geld hecken, und das geht nicht auf dem Aktienmarkt, der immer wieder mal rauf und runter geht, auf dem Anleihemarkt sowie so nicht, weil man das Geld dann besser gleich im Lagerhaus liegen lassen kann, wo es besser aufgehoben ist, als in Staats-Schrottanleihen, wie z.B. denen der austrischen Skandalbank Hypo Alpe Adria.

Konflikte nicht ausgeschlossen
Natürlich kommt man selbst bei stocksoliden Geschäften gelegentlich mit dem Gesetz in Konflikt, weil bestimmte Herrschaften, wie dieser ehemalige kroatische Ministerpräsident Ivo Sanader, sich einfach ohne finanzielle Gleitmittel nicht in Bewegung setzen wollen.

Aber meine Verurteilung in dieser Sache wegen Bestechung ist nichts als eine Schweinerei austrischer Strafrichter, die noch nie einen Geschäftsabschluss unter schwierigen Bedingungen über die Bühne gebracht haben, und denen jegliche Empathie mit Leuten wie mir fehlt.

Die verstehen einfach nicht, dass man als umtriebiger Geschäftsmann nicht die ganze Zeit mit dem (Straf-)Gesetzbuch unterm Arm herumlaufen kann.

Hochkompetente Partner
Wie ich seinerzeit schon sagte, werde ich bei meinen Geschäften von hochkompetenten Investoren und Unternehmern unterstützt:

– dem griechischen Reeder George Economou

– dem ehemaligen Porsche Chef Wendelin WIedeking, hinter dem die Stuttgarter Staatsanwaltschaft unrechtmässig her ist,

– dem einst stark linkslastigen Jugendlichen und späteren austrischen SPÖ-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, mittlerweile zum überzeugten Kapitalisten mutiert,

– dem israelischen Diamanten-Fritzen Beny Steinmetz

Berggruen – ein toller Hecht
Karstädterinnen und Karstädter , ich will hier gar nicht mit Schmutz nach Eurem Chef Nicolas Berggruen werfen. Den bewundere ich vielmehr. Der hat aus dem untergehenden Kahn Karstadt noch ein paar Millionen herausgeholt: durch den Erwerb und die anschliessende Vermarktung der Namensrechte, aber selbst unterm Strich nichts in den maroden Laden reingesteckt. Alle Achtung, das schafft nicht jeder. Nur Böswillige würden Vergleiche mit einem Aasgeier ziehen.


Nicolas Berggruen ………toller Hecht?

Clever auch, wie er mit der Verbreitung von Hoffnung Lohnverzichte und Forderungsverzichte schmackhaft machte, sodass das lecke Schiff noch ein wenig weiter dümpeln, und er verdienen konnte.

Kommt für mich nicht in Frage
Aber solch einen maroden Laden übernehme ich natürlich nicht. Ich freue mich vielmehr schon darauf, aus der zu erwartenden Konkursmasse noch ein paar Rosinen rauszupicken, diese zu Schicki-Micki-Tempeln aufzusexen, und dann teuer an Designer-Firmen zu vermieten.

Damit werden gleichzeitig, das sollte nicht vergessen werden auch ein paar Arbeitsplätze geschaffen.
So wird der Hase laufen.

Gute Nacht, Karstädterinnen und Karstädter
Schlaft gut

René Benko
Milliardär, Immobilien-Guru

NACHTRAG
Ich vergass noch zu erwähnen, dass auch deutsche Politiker, wie dieser Aussenminister Steinmeier, sich gerne mit mir unterhalten und meinen „Dagobert Duck-Geschichten“ lauschen..
Siehe hier.

Zu Signa, Benko & Co
linkKarstadt-Filialen Einkäufer und Signa-Gründer René Benko: „Deutsche und Karstädter, Ihr dürft Euch auf mich freuen“
linkEx-Kanzler Österreichs, Alfred Gusenbauer: Deutschland, das bin ich!
link SPÖ-Ex Bundeskanzler Gusenbauer schreibt an Deutschlands Ex-Kanzler Gerhard Schröder

Zu Ivo Sanader
link Ex-Premier Kroatiens Ivo Sanader verhaftet – „nur“ Korruption oder auch Mordvorwurf?
linkBayernLB Ex-Tochter Hypo Alpe Adria Bank in Journalistenmord verwickelt?
linkJoca Amsterdam (Sreten Jocic) oder: die Blutspur eines Mafiosi durch Europa
linkHypo-Alpe-Bank und Österreich – Wenn eine Bank zum „Rattennest“ und ein Staat zur Skandalrepublik wird