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19 jährige Deutsche soll Beihilfe am Mord des Bankier Gottes geleistet haben

Stephan Fuchs – In Rom beginnt heute vor einem Schwurgericht der Prozess um den Tod des italienischen Vatikan-Bankiers Roberto Calvi. Auch dieser Prozess wird mit höchster Wahrscheinlichkeit und nach bester Tradition im Sand verlaufen. Wie schon so viele andere wo Mafia und Politik verstrickt sind. Der Prozess ist Unsinn.

Der schwarze Mönch hängt in der Brücke
Am morgen des 18. Juni 1982 entdeckte ein Mitarbeiter der Londoner Tageszeitung Daily Express unter dem zweiten Bogen der Blackfriars Bridge in London den Leichnam von Roberto Calvi, besser bekannt als der „Bankier Gottes“. Sein Bein war angewinkelt, in seinen Jackentaschen waren Backsteine, die ihn ordentlich nach unten zogen und mehr als 10’000 in bar. Die Polizei ging von Selbstmord aus, doch die war von Anfang an unglaubwürdig. Demnach sollte Calvi, ein alter, kleiner, untersetzter Mann von stattlichen 120 Kilo Körpergewicht am 17.Juni 1982 abends im Stockdunklen über eine schmale, glitschige Leiter die Blackfriars Bridge hinabgestiegen, sodann über einen schmalen Gang entlangbalanciert und ein hohes Gerüst hinabgeklettert sein.


Mit 120 Kilo & Backsteinen in den Taschen über glitschige Treppen zum hängen gehen

Am Ende hätte er sich, knapp über dem Wasserspiegel der Themse einen Strick um den Hals legen müssen, den er zuvor am Gerüst hätte befestigen müssen, um sich dann ins Wasser gleiten zu lassen, und das alles mit den schweren Steinen in den Taschen, die man in seinem Anzug fand. Im Juli 2003 erklärte die italienische Staatsanwaltschaft in Rom, daß Roberto Calvi ermordet wurde. Am 18. April 2005 wurde schliesslich Anklage wegen Mordes an Calvi gegen die damals 19 Jährige Kärntnerin Manuela Kleinzig, ihr Ex-Freund und Calvis Geschäftspartner Flavio Carboni sowie gegen zwei mutmaßliche Mafiosi, Pippo Calo und Ernesto Diotallevi erhoben. Diese stehen nun heute vor Gericht.

Mit der Gnade Gottes Milliarden verschwunden
1957 gründete Roberto Calvi in Lugano die Banca del Gottardo mit späteren Zweigstellen in Zürich, Chiasso, Lausanne, Frankfurt und Nassau. Der Liechtensteiner Rechtsanwalt Walter Keicher gründete in Vaduz die Firma Lovelock, die später zur Basis einer ausgedehnten Geheimstruktur neben der legalen Banca del Gottardo werden sollte. 1960 übernahm die Ambrosiano Bank 40 Prozent der Banca del Gottardo. 1963 gründete die Lovelock in Luxemburg die Firma Copendium, welche schon bald damit begann, an der Börse von Mailand insgeheim Ambrosiano Aktien aufzukaufen. Darauf wurde in Lugano die Ultrafin gegründet, wo ebenfalls Calvi im Verwaltungsrat sass. So baute sich Calvi im Verlauf der 60er Jahre systematisch eine Doppelstruktur im Ausland. Der geheime Teil wurde unter dem Dach der Liechtensteiner United Trading getätigt, die von den Gottardo Managern Garzoni und Bolgiani kontrolliert wurden.

Dann intensivierte die Banco Ambrosiana die Zusammenarbeit mit der Vatikanbank IOR (Istituto Opere di Religione), es kam gar zu einer strategischen Allianz. Präsident der IOR war der aus Chicago stammende Erzbischof und ehemaliger Papstleibwächter Paul Marcinkus. Er beteiligte sich an der Geheimstruktur Calvis. Dazu übernahm die IOR Anteile an der Cisalpine Bank in Nassau, einer offiziellen Ambrosiano Tochter die Calvi 1971 mit Fernando Garzoni von der Gotthard Bank gründete.


Flavio Carboni (l) im Gespräch mit seinem Anwalt Renato Borzone. Foto: Reuters/Max Rossi

Der ritte im Bunde von Calvi und Erzbischof Marcinkus wurde Michele Sindona, der Bankier der sizilianischen Mafia und Mitglied der Geheimloge Propaganda Due, P2. Sindona war ursprünglich ein Steuerberater aus Messina, siedelte 1946 nach Mailand aus und arbeitete seit den 50er Jahren für die legendäre New Yorker Mafia Familie der Gambino. Das Trio war perfekt. Die umstrittene Geheimloge P2, die Mafia und Geheimstrukturen des Vatikans verstrickten sich im Sumpf. Die Schäfchen Gottes konnten gerissen werden. Dabei verschwanden zwischen 1972 und 1981 mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar.

Gottes Zorn
Sindona, der in Amerika, Italien und in der Schweiz Banken und Parabanken gründete verspekulierte sich gewaltig, bis sein Imperium zerfiel. Die Geldzuflüsse der Gambino Familie versiegten. 1980 wurde er in Amerika zu 25 Jahren Zuchthaus wegen betrügerischen Bankrotts verurteilt und 1984 nach Italien abgeschoben. 1986 wurde Sindona als Auftraggeber der Mörder von Giorgo Ambrosoli, der eine offizielle Untersuchung des Ambrosiano Bankrotts gemacht hatte, zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Zwei Tage nach dem Urteil starb Sindona im Gefängnis an einer Prise Zyankali im Kaffe.

Der Bankrott der Sindona Banken brockte seinen Partnern Calvi und Marcinkus einige Probleme ein. Calvi verschwand vor seinem Tod mehrere Tage lang spurlos. Angeblich hatte er eine Tasche mit belastenden Unterlagen über hohe italienische Politiker bei sich. Calvi flüchtete über Österreich nach England, dort soll er von der Mafia abgeholt worden sein. Ein Auftragsmord, ausgeübt von zwei Mafia-Killern? Tatsächlich berichtet ein Zeuge, dass zwei Italiener Calvi in seinem Hotel abgeholt hatten. Danach wurde er nicht mehr lebend gesehen. Die beiden Männer könnten Calvi erzählt haben, dass er mit ihnen seine geheimnisvolle Flucht fortsetzen soll und ihn so in ein Boot gelockt haben. Flavo Carboni habe den Auftrag dazu erteilt. Carboni ist eine schillernde Figur mit Kontakten zur Wirtschaft, dem Vatikan, der Politik – und der Mafia. Er organisierte damals Calvis illegale Reise, er war in London als der „Bankier Gottes“ starb und mit ihm war seine damals 19 Jährige deutsche Freundin Manuela Kleinzig.

Carboni wurde 1989 wegen Hehlerei angeklagt. Er soll versucht haben, Papiere aus Calvis Aktentasche an den Vatikan zu verkaufen. Ein Mafia-Pate sagte Anfang der 90er Jahre aus, Calvi sei ermordet worden. Die beiden mutmaßlichen Killer seien inzwischen aber selbst getötet worden. Manuela Kleinzig hatte sich gemeinsam mit Carboni in London aufgehalten, als Calvi dort zu Tode kam. Sie hat stets ihre Unschuld beteuert. Heute ist sie Mutter eines achtjährigen Kindes. Ihre Anwältin Ersilia Barracca versteht die Anklage nicht: „Bei einem Prozess um Calvis Tod in Mailand hatte man meiner Mandantin nur vorgeworfen, dem Bankier geholfen zu haben, Italien zu verlassen. Damals wurde sie freigesprochen. Ich begreife nicht, wie man ihr jetzt Beihilfe in einem Mordfall vorwerfen kann“.

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terror

Nach Mord an Jim Gray sechs Verdächtige festgenommen

In Belfast ist der ehemaliger Anführer der grössten protestantischen Guerillagruppe Nordirlands, Jim Gray, erschossen worden. Nach der Ermordung hat die Polizei angeblich sechs Verdächtige festgenommen. Der Mann soll von seinen ehemaligen Verbündeten getötet worden sein.

Diese Vermutung äusserte der zuständige Einsatzleiter am Mittwoch. Der 47-Jährige war am Dienstag vor dem Haus seines Vaters in Belfast von zwei Unbekannten erschossen worden. Erst wenige Wochen zuvor war er aus dem Gefängnis frei gekommen, wo er wegen Geldwäsche eingesessen hatte.

Fernsehsender zeigten Bilder von der auf dem Boden liegender Leiche unter einem blutbefleckten, weissen Tuch. Die Polizei sperrte die Gegend ab, machte jedoch keine weiteren Angaben zum Vorfall.

Für Insider kam die Ermordung von Jim Gray nicht überraschend. Im Frühjahr war er als einer der führenden Köpfe wegen Geldwäsche und Drogenhandels aus der Ulster Defence Association (UDA) ausgeschlossen worden.

In der jüngsten Vergangheit wurden bereits mehrere ranghohe UDA-Mitglieder ermordet. Auf Gray wurde schon vor drei Jahren ein Anschlag verübt, den er aber überlebte.

Die pro-britische Extremistenbewegung UDA, die rund 600 Mitglieder zählt, steht im Verdacht, in ihrem jahrzehntelangen Kampf gegen die katholische Untergrundorganisation IRA mehr als 400 Menschen getötet zu haben. Sie soll in zahlreiche kriminelle Unternehmungen verwickelt sein.

vermischtes

Drugs & Chemicals will contaminate Food Supply

More than 300 field trials of genetically engineered biopharmaceuticals crops already conducted in secret locations nationwide.

A coalition of consumer and environmental groups called on the U.S. Department of Agriculture (USDA) to prohibit a new class of genetically engineered food crops that threatens to contaminate the food supply much the way StarLink genetically engineered corn did in September 2000. In a letter to the USDA, the coalition called for an end to open air cultivation of crops engineered to produce prescription drugs or industrial chemicals. The new crops, already planted in over 300 field trials at secret locations nationwide, include plants that produce an abortion-inducing chemical, growth hormones, a blood clotter, and trypsin, an allergenic enzyme. The coalition proposed that the USDA permit only contained cultivation of non-food plants under the same controlled circumstances as other drug production.

Just one mistake by a biotech company and we’ll be eating other people’s prescription drugs in our corn flakes,“ said Larry Bohlen, Director of Health and Environment Programs at Friends of the Earth, a member of the coalition. „The USDA should prohibit the planting of food crops engineered with drugs and chemicals to protect the food supply from contamination.

The National Academy of Sciences warns: „…it is possible that crops transformed to produce pharmaceutical or other industrial compounds might mate with plantations grown for human consumption, with the unanticipated result of novel chemicals in the human food supply.“ And the editors of Nature Biotechnology recently warned: „Current gene-containment strategies cannot work reliably in the field.“ A contamination incident may already have occurred as one biotech company official noted at an government-industry conference that: „We’ve seen it on the vaccine side where modified live seeds have wandered off and have appeared in other products.

In a new report released today, the Genetically Engineered Food Alert coalition details the threats that biopharm crops pose, the extent to which they have been planted across the U.S., the failure of regulatory agencies to serve the public, and a set of recommendations. The report, entitled „Manufacturing Drugs and Chemicals in Crops: Biopharming Poses New Threats to Consumers, Farmers, Food Companies and the Environment,“ may be found at gefoodalert.

The majority of engineered biopharmaceuticals and chemicals are in corn, a prolific pollinator. ProdiGene, the company with the most plantings of drug and chemical-producing plants, projects that 10% of the corn crop will be devoted to biopharm production by 2010. StarLink corn, planted on less than 1% of total US corn acreage, contaminated hundreds of food products and corn seed stock with a potentially allergenic protein despite the use of gene containment measures. Far from supporting containment strategies such as buffer areas, Anthony Laos, ProdiGene’s CEO, wrote farmers in 2001 that: „We will be dealing with these distances until we can gain regulatory approval to lessen or abandon these requirements altogether.“ Some companies also propose extracting drugs or chemicals from plants, then selling the remainder. Incomplete extraction would mean drugs or chemicals in food or feed.

terror

Früherer Anführer irischer Guerillagruppe getötet

Stephan Fuchs – In Belfast ist ein ehemaliger Anführer der grössten protestantischen Guerillagruppe Nordirlands erschossen worden. Jim Gray sei vor seinem Haus in Belfast getötet worden, sagten Mitglieder der Ulster Defence Association (UDA).

Im März war Gray aus der militanten Organisation ausgeschlossen worden. Vor einem Monat war der 47-Jährige zur Bewährung auf freiem Fuss gesetzt worden. Gegen ihn sollte in Kürze ein Prozess wegen Geldwäscherei beginnen.

Fernsehsender zeigten Bilder von der auf dem Boden liegender Leiche unter einem blutbefleckten, weissen Tuch. Die Polizei sperrte die Gegend ab, machte jedoch keine weiteren Angaben zum Vorfall.

Gray, der ein Attentat im Jahr 2002 überlebt hatte, könnte damit das bekannteste Opfer einer Gewaltserie zwischen protestantischen Splittergruppen geworden sein.

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medien

Judith Miller gebrochen?

Stephan Fuchs – Die US-Journalistin Judith Miller, die im Zusammenhang mit der Enttarnung einer CIA-Agentin in Beugehaft genommen wurde, ist wieder frei. Sie durfte das Gefängnis am Donnerstag nach fast drei Monaten verlassen, weil sie jetzt aussagen will.

Das berichtete ihr Arbeitgeber, die „New York Times“, in ihrer Internetausgabe. Miller sei von ihrem Informanten zur Aussage ermutigt worden.

Sie soll am (heutigen) Freitag vor der Grand Jury aussagen. Diese versucht aufzuklären, welcher Mitarbeiter der US-Regierung den Namen der Agentin Valeria Plame an die Presse weitergab.

Miller war wegen Aussageverweigerung am 6. Juli in Beugehaft genommen worden. Der Fall hatte in den USA und auch international Aufsehen erregt und Kritik hervorgerufen.

Ein Kollege von Judith Miller von der Zeitschrift „Time“, Matt Cooper, dem ebenfalls Beugehaft angedroht worden war, entschloss sich in letzter Minute, einem Sonderermittler der Regierung wie verlangt Rede und Antwort zu stehen.

Miller und Cooper waren an der Enttarnung nicht direkt beteiligt, recherchierten aber nach Veröffentlichung des Namens. Der Kolumnist, der den Namen der Agentin enthüllte, Robert Novak, ist auf freiem Fuss.

Die CIA-Agentin Valerie Plame ist mit dem ehemaligen US- Botschafter Joe Wilson verheiratet, der die Bush-Regierung in der Presse kritisiert hatte. Es wird vermutet, dass sich ein Regierungsbeamter mit der Enttarnung von Plame an deren Ehemann rächen wollte.

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kultur

Kahns ritt auf der Sinuswelle

Stephan Fuchs – Dem amerikanischen Klangkünstler Jason Kahn reichen mit Wein gefüllte Gläser nicht. Vielmehr füllt er sie mit Piezo Lautsprechern und lässt sie durch Sinuswellen erklingen. Das ist eigentümlich. Ebenso, dass er Schlagzeuger bei „Universal Congress of“ war… einer Kultband mit gängigem Namen. Dass sich ein Musiker wie Kahn durchaus noch als Perkussionist versteht, ist für viele Hörer ebenfalls eigentümlich, wenn sie sich seine Musik zum ersten Mal anhören.


Knacken, surren & rauschen

Es knackst, surrt, rauscht, ich überprüfte sogar die Boxenkabel weil manchmal auch nichts zu hören ist. Und nun? Kühne Kunst? Ein Irrer der Dinge macht die man nicht Versteht? Bestimmt! Kahn hat die Bands, Clubs und Studios mit Musikern wie David Moss, Evan Parker, Christian Marclay, Kevin Drumm, Steve Roden und vielen anderen zwischen N.Y und Tokio rauf und runter gespielt… irgendwann langweilt sich der Geist. Der gebürtige New Yorker Jason Kahn, sich noch immer als Perkussionist verstehend, reduziert seither Klänge. Verdichtet sie, packt sie in seinen Computer, würgt sie durch dessen Eingeweide und spukt sie als veränderte Wirklichkeit wieder aus. Das ist die eine Seite.

Kahn kann man vielleicht als Sensibelchen beschreiben… im musikalischen Sinn natürlich. Er spürt Klänge auf die unsereins nicht mehr hört, zu abgestumpft sind die normal Ohren. Der Sound-Kreator verbindet seine archäologischen Klangsammlungen zu… jetzt braucht man ein paar Gläser Wein, einer Matrix organischer Klangrealitäten. Nun kommt auch die Architektur ins Klangspiel: In der Raum-Installation „Gläser“ werden 16 Wassergläser im Raum verteilt. In jedem Glas steckt eben ein Piezo-Lautsprecher. Sinuswellen werden von acht individuellen Audio-Kanälen über die Piezo-Lautsprecher wiedergegeben, um jedes Glas zum Schwingen zu bringen. Die Sinuswellen werden in unregelmäßigen Zeitabständen abgespielt, mit dem Resultat, dass manchmal mehrere Gläser gleichzeitig tönen und manchmal keines. Ziel der Installation „Gläser“ ist es nicht nur, die Schönheit klanglicher Charakteristik der schwingenden Wassergläser zu erleben, sondern eine sich stets neu entfaltende Raum-Topografie zu kreieren. Wie und ob das im herkömmlichen Sinne mit kreativem musizieren noch etwas gemein hat? Jason Kahn meint ja. „Für mich gibt es keinen Unterschied ob ich nun elektronische Musik mache oder in einer Band spiele. Die Musik, die Sounds, kommen immer noch von mir. Sie hat meine Ästhetik. Ich glaube auch nicht, dass elektronische Musik mehr Möglichkeiten offenbart.“ Elektronik die im Zusammenspiel einer Topografischen Gegebenheit und verfeinertem Musikgespür letztendlich doch zu spannenden Klangerlebnissen führen kann. Aus dem kratzen, knacksen und surren entsteht plötzlich eine Landschaft der Klang-Realität die, beim konzentrierten hinhören mehr offenbart als uns lieb ist.

Weblink Jason Kahn

medien

Bissige Hunde für Journalismus – Nachrichten von Heute

Stephan Fuchs – Gero von Randow von DIE ZEIT meint zur deutschsprachigen Blog Kultur: Deutsche Blogs können qualitativ mit dem, was aus den USA kommt, nur in Ausnahmefällen mithalten. Müssen sie das? Eigentlich nicht. Es ist gut, dass europäische & deutschsprachige Blogs ihre eigene kulturelle Sprache und Qualität entwickeln und sich von der amerikanischen Blog Kultur nicht beeinflussen lässt. Dazu soll Journalismus – Nachrichten von heute beitragen.


Wer schreiben will – soll es tun.

Was vor 300 Tagen als Testfeld begonnen hatte, wurde mittlerweile für viele Leser zu einer Nachrichtenquelle. Über 80’000 LeserInnen haben Journalismus – Nachrichten von heute gelesen. Das ist doch eigentlich gar nicht so übel und gibt Anlass das Blog zu öffnen. Konkret: Wer schreiben will – soll es tun. Bissige Hunde braucht’s.

Um Journalismus – Nachrichten von heute auf dem qualitativen Niveau zu halten, noch besser zu steigern, braucht es Regeln:

1: Grundsätzlich müssen die Artikel, abgesehen von der Orthografie, Print tauglich sein.
2: Der / Die AutorIn muss identifizierbar sein und eine eigene Homepage betreiben, auf die verlinkt werden kann.
3: Der Artikel sollte als rtf File geschickt werden und Bilder, sofern vorhanden, müssen auf 72 Pixel mit einer Seitenbreite von maximal 14,11 cm mitgeliefert werden.
4: Pro Tag können maximal 2- 3 Artikel verarbeitet werden. (Muss ja auch noch arbeiten)
5: Die Artikel können ohne Begründung abgelehnt werden.

Cé tout!

Was dabei rausspringt:

– Gute Verteilung in Newskanälen
– Ruhm und Ehre
– Ein Pilotversuch mit ungewissem Ausgang
– Vielleicht eine beachtete Nachrichten Seite bissiger Hunde.

Artikel können an redaktion@stephanfuchs.ch geschickt werden.

Hier die Hitliste von Journalismus – Nachrichten von heute:

1 Mit Deep Throat & Koks im Hinterzimmer der Mafia

2 How Black is Black Metal?

3 Der mysteriöse Achmed Huber

4 Hochwürden sind Sie besessen?

5 Krieg mit allen Mitteln – Terror inbegriffen

6 Deep Throat outet sich

7 Entdecker des geheimen CIA Projekts MKULTRA gestorben

8 Verwunderliche Gemeinsamkeiten

9 Psychopharmazeutische Drogen als Waffe gegen zivile Ziele.

10 Was geht uns die Übernahme von Sat.1 durch Springer an?

11 Bankier Edouard Stern in Genf erschossen

12 Schwofen bis der Chip qualmt

13 Deutschland: Der Tod wählt mit

14 Anchesenpaaton – Frau am Rande der Zeit

15 Hinter Schmerz wohnt Schönheit

16 Deutschland vor der Katastrophe

17 Tato: Undercover Agent ohne Cover

18 Teuflisches um den Papst

19 Allah, Odin und die Schatten der Unterwelt

20 CIA behält Kontrolle über irakischen Geheimdienst

terror

Schmutzige Geschäfte und Heiliger Krieg.

Stephan FuchsHerr und Frau von Dohnanyi Sie sind die Autoren des im Pendo Verlag erschienen Buches „Schmutzige Geschäfte und Heiliger Krieg; Al Qaida in Europa“. Um es gleich vorweg zu nehmen, ihr Buch wurde mit harter Kritik konfrontiert. Allen voran Herr Ladurner von „DIE ZEIT“ verriss ihr Buch als „billige Kommentatorenpolemik unterfüttert mit großem, aber disparatem Faktenwissen“, und er drückt sie bisweilen in die Ecke der Verschwörungstheoretiker. Zu Recht?

Unser Buch behandelt unter anderem das Risiko von nuklearen, biologischen und chemischen Massenvernich-tungswaffen in den Händen islamistischer Terror-Organisationen. Wir behaupten nicht, dass etwa Al-Qaida solche Waffen bereits besitzt. Aber man weiß, und nicht erst seit den Anschlägen vom 11. September 2001, dass Osama bin Laden an der Aufrüstung seiner ‚Gotteskrieger‘ mit solchen Waffensystemen arbeitet. In einer Fatwa hat er die Beschaffung solcher Waffen sogar zur heiligen Pflicht jedes Muslimen erklärt.

Die erste uns bekannte Aussage verhafteter Al-Qaida Mitglieder zu diesem Thema stammt aus dem Jahr 1998. Wer diesen Geständnissen damals wenig Bedeutung zumaß, müsste spätestens durch das in den afghanischen Ausbildungslagern entdeckte Schulungsmaterial der Terroristen aufgerüttelt worden sein. Sind diejenigen, die im Frühjahr 2002 an strategischen Punkten von New York die Installation von Sensoren zur Frühwarnung vor Attacken mit ABC-Waffen anordneten, Opfer von ‚Verschwörungstheorien‘ geworden? Und warum hat ein hoher Funktionär der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien zum Jahrestag der Anschläge von New York und Washington von der wachsenden Sorge gesprochen, Al-Qaida könne im Besitz von radioaktivem Material für eine ‚Schmutzige Bombe‘ sein? Wird hier vielleicht der Überbringer schlechter Nachrichten mit dem Argument der ‚billigen Kommentatoren-Polemik‘ geprügelt, nur weil die von ihm überbrachte Botschaft missfällt?

Als regelmäßiger Weltwoche Leser schätzt man Ihre journalistische Fähigkeit und Integrität. Herr Ladurner und andere Bemängeln Ihre Quellenangaben, die Sie häufig im Dunkeln lassen. Ist dies die Folge journalistischer Gepflogenheit des Quellenschutzes?

Der Journalismus lebt davon, dass Informanten sich auf ihren Schutz verlassen können. Das halten unsere Kritiker in ihrem jeweiligen Arbeitsgebiet genau so, ohne dass es ihnen deshalb zum Vorwurf gemacht würde. Um so mehr gilt dies für Informanten, die häufig ein hohes persönliches Risiko eingehen, indem sie rigorose Schweigepflichten brechen. Soweit es ging, haben wir Informanten mit Namen genannt. Andere werden sich darauf verlassen können, namentlich von uns unter keinen Umständen genannt zu werden.

Journalisten haben, wenn sie investigativ arbeiten, häufig Zugang zu Unterlagen und Gesprächen die sich für Außenstehende nicht so einfach verifizieren lassen. Müssen sich die Leser auf das Urteilsvermögen des Journalisten verlassen, oder hätte jeder die Möglichkeit sich mit Ihnen auf einen Espresso zu treffen und sich die Dokumente einzusehen, von welchen Sie behaupten im Besitz zu sein?

Und wer finanziert dann, angesichts des hohen Interesses an unserem Material, die Behandlung unserer chronischen Koffeinvergiftung? Aber Scherz beiseite. Mit jedem Einzelnen zu reden, wäre schon aus zeitlichen Gründen wohl unmöglich. Das auf mehrere sichere Orte verteilte Archiv ist inzwischen auf einige zehntausend Seiten angewachsen. Aber Kollegen, die mit dem nötigen Grundwissen gerüstet sind, sind natürlich willkommen. Wir haben, außer dem noch nicht veröffentlichten Material, keine Geheimnisse.

Gustav Trampe vom „Berliner Tagespiegel“ kritisiert Ihr Buch unter dem Titel: „Die Angstfalle“. Arbeiten Sie mit der Angst der Leser um Ihr Buch möglichst gut zu verkaufen oder ist die Gefahr realer als der Staatsschutz den Bürgern zumutet?

Im Archiv des ‚New Yorker‘ gibt es einen wunderbaren Cartoon. Eine Gruppe von Straussen sitzt um einen Tisch. Der Vorsitzende beugt sich leicht vor: ‚Damit ist der Antrag angenommen. Wir werden auch künftig die Köpfe in den Sand stecken!‘ Wenn Europa und die U.S.A. die Vogel-Strauss-Politik gegenüber dem islamistischen Terrorismus nicht so lange betrieben hätten, müssten wir uns heute wohl weniger Sorgen machen. Und was Ihre Anspielung auf die Verkaufszahlen angeht. Reich wird man von solchen Büchern nicht.

Als Schweizer Infanterie Offizier lernt man im Untergrund zu kämpfen und Guerilla Taktiken anzuwenden. Eines dieser Lehrbücher wurde von Major H. von Dach geschrieben und war mehr oder wenig öffentlich zugänglich und wurde, soviel ich weiß, auch im Untergrund gehandelt. Es ist wohl eine Illusion anzunehmen, dass entschlossene Terroristen nicht auf die Idee kommen Trinkwasser zu verseuchen und Atomkraftwerke in die Luft zu jagen. Selbst Gruppen wie die Aum Sekte von Japan, die nicht im Verzweiflungskampf gestanden haben, führten Gas Attacken in der Metro von Tokio durch. Sind Sie denn wirklich paranoid, wenn Sie auf diese Gefahren hinweisen?

Ich war in Tokio, als Aum Shinrikyo die U-Bahn mit Sarin angriff. An diesem Tag wurde ein neues Kapitel in der Geschichte des Terrorismus geschrieben. Zum ersten Mal hatte sich nicht eine Regierung, sondern eine ‚Privat-Organisation‘ am Massenmord versucht. Wegen meiner Warnung, dass in Tokio die letzte Hemmschwelle für Terroristen durchbrochen worden sei, wurde ich damals von vielen verlacht. Gebe Gott, dass die Spötter recht behalten. Nichts wäre mir lieber, als in diesem Punkt von den Fakten dementiert zu werden. Denn im Gegensatz zu den meisten Lachern habe ich, und nicht nur in Tokio, Opfer von Massenvernichtungswaffen mit eigenen Augen gesehen.

Diese Woche treffe ich mich mit einem deutschen Unternehmer der 1994 mit einigen Gramm Plutonium im Süddeutschen Tengen verhaftet wurde. Sie erwähnen ihn auch auf Seite 142 Ihres Buches. Selbstverständlich wird eine Frage an ihn den Irak betreffen der in der Zieloptik des amerikanischen Pentagons stand. Ist die Gefahr einer Atombombe in terroristischen Händen tatsächlich vorhanden?

Es mag schon sein, dass eine funktionsfähige Atombombe der ultimative Traum auch von Terroristen ist. Aber sie brauchen sie nicht wirklich. Was wollen Terroristen anderes als – terrorisieren!? Und dazu genügt eine Schmutzige Bombe. Ein herkömmlicher Sprengsatz, kombiniert mit radiologischem Material etwa aus der industriellen Nuklearforschung oder der Nuklearmedizin.

Der Hinweis selbst auf eine schwache Verstrahlung im Zentrum einer Grosstadt wäre genug, um das normale Leben zum Erliegen zu bringen. Plutoniumhändler wie Herr Jäkle haben wohl mehr die Bombenwünsche von Regierungen als die Träume von Terroristen bedient. Das macht sie nicht weniger gefährlich. Der religiöse Fanatismus einiger Wissenschaftler des pakistanischen A-Waffenprogramms hat gezeigt, wie fließend die Grenze zwischen den Nuklearprogrammen staatlicher und ‚privater‘ Akteure inzwischen ist.

In ihrem Buch deuten Sie auch auf die Neonazi-Islam Verbindung hin. Es ist eine Tatsache, dass Gruppierungen amerikanischer Nazibünde wie die des kürzlich verstorbenen William Pierce von der National Alliance oder Aryan Nation, den deutschen Gruppen um Horst Mahler und Schweizer Extremisten wie Ahmed Huber sich im Kampf gegen die USA und das angebliche Weltjudentum ideologisch zusammenschließen. Wie real und mächtig ist diese Symbiose?

Ahmed Huber sagte im Gespräch, 1933 seien ’nur 60 Millionen gute Deutsche erwacht. Der 11. September erweckte 1,3 Milliarden Muslime.‘ Und er wollte diesen fürchterlichen Satz als Warnung in erster Linie an die USA, letztlich aber auch an die europäischen Demokratien gerichtet sehen. Solch verbales Säbelrasseln ist natürlich hanebüchener Unsinn. Die islamische Welt hat sich nach dem 11. September nicht hinter Osama bin Laden gesammelt. Und so, wie es der rassistische Überlegenheits-Wahn den Rechtsextremisten verbietet, Nicht-Arier als mehr als nützliche, aber eben vorübergehende Weggenossen zu betrachten, so bleibt auch die Akzeptanz nicht-muslimischer Alliierter durch die Islamisten beschränkt. Anders gesagt, betrachten Rechtsextremisten und Islamisten sich gegenseitig herablassend als nützliche, aber letztlich eben idiotische Steigbügelhalter für die jeweiligen Langzeitpläne. Auch im ideologischen Bereich gilt, was Winston Churchill über Staaten sagte: sie haben keine Freunde, sondern höchstens Interessen.

Sich deshalb nun aber entspannt und gelassen zurück zu lehnen, wäre ein fataler Irrtum. Auch vorübergehende gemeinsame Interessen von Islamisten und Rechtsextremisten können in höchstem Maß gefährlich sein. Von der Logistik des Lebens im Untergrund über die Beschaffung von Waffen bis hin zur aktiven Partizipation bei der Vorbereitung von Anschlägen sind alle Varianten möglich. Der letzte Anruf des Attentäters auf die Synagoge von Djerba ging an einen deutsch-polnischen Konvertiten im Ruhrgebiet. Ihnen, den rechtsextremen Konvertiten, zu denen auch der Schweizer Ahmed Huber gehört, und die als Scharnier zwischen diesen beiden vom Hass auf das Weltjudentum und die USA bestimmten Welten agieren, muss daher eine ganz besondere Aufmerksamkeit der Ermittler und Dienste gelten.

Im allgemeinen wird die Problematik des ideologischen Zusammenschlusses dieser beiden Lager komplett ignoriert. Ist das nicht ein fataler Fehler, dessen Folgen wir noch nicht absehen können?

Ganz allgemein erscheint es einer der zentralen Schwachpunkte der westlichen Demokratien zu sein, weniger vorbeugend zu operieren als punktuell auf akute Probleme und Krisen zu reagieren. Probleme werden von der politischen Debatte in der Regel erst dann wahrgenommen, wenn es ‚geknallt‘ hat. Man muss sich doch zum Beispiel schon fragen, warum die europäische wie übrigens auch die amerikanische Politik alle Berichte über das Treiben von Al-Qaida und die Verbindungen der Islamisten etwa zu saudischen ‚humanitären Organisationen‘ auch nach Kriegsende in Bosnien so beharrlich ignorierten. Es war das westliche Wegschauen, das Osama bin Laden sein balkanisches Sprungbrett nach Westeuropa garantierte. ähnlich könnte es mit dem ideologischen Schulterschluss der Islamisten mit dem internationalen Rechtsextremismus kommen. Dass es bis heute keinen gerichtsverwertbaren Beweis dafür gibt, dass ein solches Bündnis bereits operativ ist, kann doch nicht bedeuten, dass es dazu nicht kommen könnte. Wollen wir, wie im Fall von Al-Qaida, auf das spektakuläre Ereignis warten? Oder sollte für einmal so intensiv wie möglich vorbeugend aufgeklärt werden? Die meisten Ermittler haben keinen Zweifel, was getan werden müsste. Es liegt jetzt an der Politik, so schnell wie möglich die nötigen Vorgaben zu definieren.

Al Taqwa, die Luganeser Firma von Youssef Nada, Ali Ghaleb Himmat und Ahmed Huber war im Kreuzfeuer der Medien und der amerikanischen Geheimdienste. Auch Sie erwähnen diese Firma in Ihrem Buch und bringen die Verbindung der Al Taqwa zur Fimo. Die Fimo war, vor allem in der Zürcher Wochenzeitung „WOZ“ lange Zeit als Brückenkopf der Mafia, Schnittpunkt zur Propaganda due und als Waschinstitut für Drogengelder im Mediengespräch. Ist das ein Zufall, oder Spielen hier tatsächlich Kräfte mit, die mit der Fimo konform sind und deshalb wohl auch nicht wirklich verfolgt werden?

Journalisten tragen Fakten zusammen. Ob diese Fakten strafrechtliche Relevanz haben, muss die Justiz entscheiden. Auch für die Herren von al Taqwa und der Fimo gilt bis zu einem Urteilsspruch das Unschuldsprinzip. Aber der Volksmund weiß wohl nicht zu Unrecht, dass in der Regel dort, wo es raucht, auch Feuer ist.

Sie erwähnen, dass Prinz Nayif bin Abdulaziz al-Saud mit einer unmissverständlichen Warnung nach Bern reiste. Erstaunlich ist das nicht, aber dass Bern sich erpressen lässt ist wohl auch nicht erstaunlich. Es ist vielmehr ein Skandal. Können Sie hier näher ins Detail gehen? Steht das eventuell auch im Zusammenhang mit den immensen saudischen Kapitalflüssen von den Vereinigten Staaten nach Genf?

Von dieser Reise nach Bern gibt es außer den erwähnten Fakten leider keine zusätzlichen Details. Aber Ihre Vermutung, dass die Aussicht auf eine graduelle Verlagerung der Ölgelder aus den USA in ausgewählte Länder Europas ein wichtiges Motiv für die Geheimnistuerei ist, ist nicht von der Hand zu weisen.

Sie werden kritisiert, da Sie die westlichen Gesetzesgrundlagen für zu lasch halten. Im Prinzip sind wir aber nun dabei die Rechtsgrundlagen für einen totalitären Staat, nicht nur in Amerika sondern auch in Europa, aufzubauen. Interessanterweise ergänzen sich die Meinungen von Personen wie Pierce, Huber oder Mahler, die davon ausgehen Terror zu schüren bis die Ordnung zusammenbricht. Wer den Terror letztendlich ausführt ist ihnen egal, Hauptsache es brennt. Sollte tatsächlich eine Nazi-Islamische Kooperation im Spiel sein, würde eine Verschärfung der Gesetzesgrundlage der Bewegung in die Hände spielen. Ist das nicht eine unglaublich schwierige Gratwanderung, die uns das Genick brechen könnte?

Ich bin es allmählich leid, von diesen ach so gut-meinenden Vogel-Strauss-Demokraten ständig der Scharfmacherei beschuldigt zu werden. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die Intoleranz in- und ausländischer Extremisten in unserer Mitte zu tolerieren ist kein Zeichen demokratischer Reife, sondern von politischer Verantwortungslosigkeit. Ich verlange nicht härtere Gesetze, sondern genaueres Hinschauen. Die Rechtsgrundlage gegen Extremisten jeglicher Couleur ist in den meisten Ländern absolut ausreichend. Es mag hier und dort Nachbesserungen brauchen. Ansonsten aber sollten die bestehenden Vorschriften angewandt werden.

Es ist das beharrliche Leugnen der großen Volksparteien von realen und mit der Zuwanderung verbundenen Problemen gewesen, das einen Teil der europäischen Wählerschaft in die Arme von Populisten wie Jörg Haider in Österreich, Umberto Bossi in Italien oder Pim Fortuyn in Holland getrieben hat. Wo sonst ist der Nährboden für die le Pens, die flämische oder die dänische Rechte? Warum haben Edmund Stoiber und sein bayrischer Spezi Beckstein auf die ungunestigeren Wahlprognosen in den letzten Tagen vor der Bundestags-Wahl sofort mit der Angstpropaganda der Ausländerpolitik reagiert?

Dass die kosovarische UCK gegen den serbischen Diktator zum Alliierten gekürt wurde, obwohl selbst in NATO-Papieren stand, dass sie sich über Drogenhandel, Waffenschmuggel und Prostitution finanziert; dass Herr Kaplan mit seinem Kalifatstaat jahrelang geduldet wurde, obwohl er im Schutz seiner Religion einen politischen Umsturz in der Türkei plante; dass islamische Organisationen, die der deutsche Verfassungsschutz für bedenklich hält, Koranlehrer an deutsche Schulen plazieren und dort nach fremden Lehrplänen und in fremden Sprachen unterrichten dürfen; dass Organisationen wie Hizbollah oder Hamas in Deutschland Spendengelder sammeln dürfen, die vermutlich auch den Kamikaze-Attentätern in Israel helfen – all das und mehr riskiert nur eine Reaktion in der Gesellschaft: eine schleichende Verschiebung nach Rechts, die für den Fortbestand der Demokratie in der bisherigen und energisch zu verteidigenden Form viel gefährlicher werden könnte als alle geifernden Hetztiraden ewiggestriger Rechtsextremisten oder Attacken fanatischer Islamisten zusammen.

Wer heute noch behauptet, es gäbe mit dem fanatisierten Teil des Islam kein Problem, spielt den Hubers und Mahlers in die Hände.

Es mehren sich die Stimmen von Zielfahndern und Agenten, die komplett frustriert das Handtuch werfen oder zurück gebunden werden. Gerade deren Arbeit zeigt immer wieder die interessantesten Resultate und Schritte in die richtige Richtung. Deuten Ihre Quellen darauf hin, dass Sie deren Sprachrohr sind?

Wir sind Niemandes Sprachrohr. Eine der grössten Schwierigkeiten war es, ‚gute‘ von ’schlechten‘ Informationen zu trennen. Immer wieder ist versucht worden, uns entweder in die Irre zu leiten oder uns gezielte falsche Informationen zuzuspielen. Wir können nur sagen, dass wir jede uns zugespielte Information so gründlich und so unvoreingenommen wie möglich geprüft haben. Dass viele der Steinchen des von uns beschriebenen grossen Mosaiks aus verdeckten Quellen stammen, sollte eigentlich nicht verwundern. Es sind Polizeifahnder und Geheimdienste, die sie beschaffen. Ebenso wenig wie es Erstaunen auslösen sollte, dass es die Frustration ist, die hoch motivierten Ermittlern ab und zu die Zunge löst. Journalisten und Buchautoren lassen dann das Aufnahmegerät laufen oder gehen mit einem neuen Packen von Dokumenten nach Hause. Sie sind Chronisten des Kampfs gegen das Organisierte Verbrechen oder gegen den internationalen Terrorismus. Akteure sind sie nie.

Sehr geehrter Herr Dohnanyi, sehr geehrte Frau Dohnanyi, wir bedanken uns herzlich für das Gespräch und wünschen ihnen alles Gute.

Johannes von Dohnanyi ist der Autor des beim Pendo Verlag erschienenen Buches „Schmutzige Geschäfte und Heiliger Krieg; Al Qaida in Europa“. Er war Italien- und EU-Korrespondent des Schweizer Wochenmagazins „Weltwoche“. Zur Zeit ist Dohnanyi Auslandchef des Sonntagsblick. Er wurde mit dem Journalistenpreis der Stadt Rom ausgezeichnet.
Germana von Dohnanyi ist gebürtige Mailänderin. Sie war Asien-Korrespondentin für „Il Giornale/L’independente und war als freie Balkan- Korrespondentin tätig. Derzeit ist sie als freie Journalistin tätig, unter anderem für das „Greenpeace Magazin.“

DIeses Interviewe erschien erstmalig im Factum Magazin

Weiterführende Artikel
Report On Islamists, The Far Right, And Al Taqwa
Der mysteriöse Achmed Huber:

weird world

Horch mal, wer stürmt denn da?

Harald Haack – Das Wetter soll laut einer Studie der US- Air Force im 21. Jahrhundert die mächtigste Kriegswaffe sein. Die Studie stammt aus dem Jahr 1996 und deren Fazit besagt: „Wer die Macht über Donner und Hagel habe, beherrsche auch die Schlachtfelder in bisher ungeahntem Ausmaß.“


Die Hurrikan-Maschine vor den Süd- und Ostküsten der USA: „Rita“ und Nachfolger.

Nun leben wir inzwischen im 21. Jahrhundert und gerade jetzt wieder zieht ein Hurrikan über die südöstliche Küste der USA. New Orleans wurde von „Katrina“ heimgesucht und zerstört, nun wütet „Rita“. Der nächste Hurrikan bildet sich schon über dem Atlantik. Es gibt kaum noch einen Meteorologen, der abstreitet, dass die Hurrikans nicht von Menschen gemacht sind – zumindest eine Folge des weltweiten Klimawandels, an dem wir Menschen und besonders unsere Industrien schuld sein sollen. Immer wieder gerne wird dem US-Präsidenten, George W. Bush, die Schuld dafür zugeschoben, eben weil er so uneinsichtig ist und beim Ablasshandel von Kioto nicht mitmachen will. Doch könnte mit dieser Schuldzuweisung versucht werden, den eigentlichen Skandal zu vertuschen?

Im Jahre 1977 verpflichteten sich etliche Länder, darunter die USA, in einer UNO-Resolution auf militärische Einsätze der Wettermodifikation zu verzichten. Leider aber enthält der Beschluss Schlupflöcher, besonders fürs Pentagon, dem es um maßgeschneiderte und gezielte Gewitter geht, ebenso um Nebelbänke und extreme Trockenheit. Und Terroristen werden sich keineswegs an dieser UNO-Resolution gebunden fühlen. Noch aber gibt es keine Bekennerschreiben zu den Hurrikans dieser Saison, zum Beispiel von Al Kaida, obwohl doch gerade „Katrina“ und „Rita“ wie Terror auf die USA wirken und die Hilflosigkeit von George W. Bush, von seinen Behörden und die Kopflosigkeit der Amerikaner offenbaren.

Auch wenn die US-Militärs behaupten, sich vorerst aus der Forschung ums manipulierte Wetter zurückgezogen zu haben, so existieren etliche US-Firmen – wahrscheinlich jene Firmen, die Bush mit seinem Kioto-Hass zu schützen versucht – und die sich intensiv mit der lukrativen Manipulation des Wetters beschäftigen. Hier und da fielen sie durch lokale Versuche auf und waren gezwungen sich der Öffentlichkeit als gemeinnützig zu präsentieren. Vermutlich wird derjenige sein Wunschwetter für diverse Regionen kriegen, der am meisten dafür zahlen wird. Und letztendlich ist das Internet voll mit Verdächtigungen über die Folgen des HAARP-Projektes und der so genannten Chemtrail-Flugzeuge. Spätestens 2025 werden wir wissen, was an all dieser Spekulation wahr und unwahr ist. Doch vielleicht wird Al Kaida sich bald zu den Hurrikans bekennen oder irgendein muslimischer Hassprediger wird sie als Strafe Gottes rühmen. Horch mal, wer da stürmt!

Krieg

Die 82nd AIRBORNE DIVISION übt den Friedenserhaltenden Einsatz

Stephan Fuchs – Sept. 2000. Der A- Kompanie des 3. Bataillons im 504. Fallschirmjäger- Regiment der 82nd Airborne Division werden schwere Übergriffe auf die Zivilbevölkerung zur Last gelegt.

Unteroffizier Frank Ronghi, der im Januar 2000 das elfjährige Mädchen Merita Shabiu vergewaltigt und anschliessend getötet hat, wurde bereits zu Lebenslanger Haft verurteilt. Die US- Army hat letzte Woche nun einen bislang geheimgehaltenen 600 Seiten umfassenden Bericht veröffentlicht, wonach sich mindestens neun Elitesoldaten der 82nd Airborne Division, auf Peace-keeping-Mission im Kosovo schwerer und schwerster Übergriffe auf die Zivilbevölkerung schuldig gemacht haben.

Soldaten sollen auf ein Rotkreuz Fahrzeug geschossen haben und Frauen in die Schamgegend gegriffen haben. Physischer und Psychischer Terror wurde auf männliche albanische Zivilisten ausgeübt.

Der Report kommt der 82nd Airborne Division einer Blamage gleich und trotzdem erstaunt der Bericht nicht.

Die für geballte Kampfkraft und Brutalität berüchtigte 82nd Elitedivision, bekannt auch unter dem gross klingenden Namen „America’s Guard of Honor“ und „the Devils in Baggy Pants“, wurde 1942 mit drei Infanterie Regimentern gegründet und die 504th Parachute Infantry war die erste Fallschirmjäger Einheit dieser Elite Division.

Ihren ersten Einsatz hatte die Truppe nach intensivem Training in der Nähe von Casablanca, bei der Invasion im Juli 1943 mit Kollaboration der Mafia in Sizilien. Weiteren Ruhm erkämpfte sich die 82nd und deren 504th Fallschirmjäger Regiment bei Luftlandungen in Holland, Belgien und Frankreich. Alles in allem waren die „Devils“ der 504th massgeblich am Erfolg der Alliierten beteiligt. Sie kämpften gegen SS- Panzerbrigaden, und starben, vor allem im ersten und zweiten Bataillon, unter eigenem Beschuss.

Die 82nd Division ist in Fort Bragg stationiert, welches bekannt und berüchtigt für Truppen der Special Forces, wie der SEAL‘s und DELTA ist. Dazu gehören auch merkwürdige klandestine Truppenteile wie die NEST Einheit, die bei Atom Terrorismus zum Einsatz kommt.

Neuste Waffentechnik und härteste Ausbildung gehören zum Stolz der Soldaten. Fort Bragg ist die eigentliche Ausbildungsstätte für sogenannte „Operation lower than War“ Konflikte, das heisst Einsätze bei Bürgerkrieg und verdeckter Kriegsführung, sowie als Antiterrror Kommandos.

In diesem zwielichtigen Metier werden die Soldaten der Elitetruppe trainiert und haben auch die nötige Kriegserfahrung:

In der Dominikanische Republik 1965, bei Präsident Reagan‘s Honduras- Sandinisten Abenteuer 1988, Bush’s Bubenstreich gegen den abtrünnigen CIA Protegé und Drogengeneral Manuel Noriega in Panama 1989, in der Sturmspitze der Westlichen Angriffsflanke gegen die Iraker 1990 und schliesslich Operation Uphold Democracy in Haiti 1994. Nicht ohne Übertreibung wird das 504th Parachute Infantry Regiment zu den Prestige trächtigsten und tödlichsten Einheiten der amerikanischen Streitkräfte gezählt.

Dass die Internationale Gemeinschaft solche Truppenteile zu Peace Keeping Missionen im Kosovo einsetzt mag erstaunen, verrät aber auch die teuflische und wohl einkalkulierte Rambo und Kriegsgewinner Mentalität des stärkeren. Wo besser, lässt sich das gelernte von Fort Bragg in der Realität üben?