afrika

Ägypten: Welch ein Mut. Welche Ansteckungsgefahr

Dr. Alexander von Paleske — 29.1. 2011 — Die Bilder, die uns aus Ägypten erreichen, sind bewegend:


Kairo heute. Screenshot Dr. v.Paleske

Da macht sich ein Volk auf, die Demokratie einzufordern. Es sind vor allem junge Menschen, denen das Regime Mubarak nicht nur die Demokratie verweigert, sondern sie auch ohne jegliche Hoffnung für die Zukunft lässt.

Es sind Bilder, die an den Aufstand in der Technischen Hochschule von Athen im Jahre 1974 erinnern, an die Nelkenrevolution des gleichen Jahres in Portugal, an die Massenbewegungen gegen die Regime in Osteuropa und an die Montagsdemonstrationen in der ehemaligen DDR des Jahres 1989.

Noch steht nicht fest, ob die Bewegung ihr Ziel erreichen wird, wie viele Menschen für den Kampf gegen Mubarak noch sterben müssen, es sind jetzt bereits mehr als hundert.


Getöteter Demonstrant – Screenshot: Dr. v. Paleske

Aber die Hoffnung hat Platz gegriffen. Von Tunesien hat diese Bewegung ihren Ausgang genommen, und Ägypten ist sicherlich nur eine Etappe. Andere arabische Länder leiden genauso unter der Knute von Herrschern wie Mubarak.

Keine Freude
Da müsste doch eigentlich allen demokratischen Politikern in Deutschland das Herz höher schlagen.
Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Es herrscht vielfach pure Angst, dass Mubarak und sein Regime fallen.

Ein Regime, das nicht nur Scheinwahlen abhielt, sondern das auch vor Folter und brutaler Unterdrückung politischer Gegner nicht zurückschreckte, ohne dass dies Proteste von Politikern der westlichen Welt zur Folge gehabt hätte.


Brutaler Herrscher – Freund des Westens: Mubarak gestern bei seiner Ansprache. Screenshot: Dr. v. Paleske

Schauen wir kurz, was Deuschlands zur Zeit beliebtester Politiker, Freiherr von und zu Guttenberg, zur Zeit beim World Economic Forum in Davos, von sich zu geben hatte:“ Besorgnis“ über die Demonstrationen.

Reuters meldete:
German Defence Minister Karl-Theodor Guttenberg said on Friday he was concerned about the risk of a „infectious momentum“ developing as unrest spread in the Middle East.
„There is a risk of an infectious momentum,“ Guttenberg told Reuters at the World Economic Forum in Davos in response to a question about the protests in Tunisia and Egypt.“

Also eine „Krankheit“ mit Ansteckungsgefahr.

Und weiter.

„And from a German perspective we are looking very closely, we are concerned, that’s for sure.“


Besorgter Demokrat. Screenshot: Dr. v. Paleske

Deutlicher wird da schon der ehemalige israelische Minister Ben Eliezer:

„Ich halte eine Revolution in Ägypten für unmöglich, die Lage dort wird sich beruhigen
Wir können ohnehin nichts tun, außer Mubarak unserer Unterstützung zu versichern und darauf zu hoffen, dass die Geschehnisse in Ruhe an uns vorüberziehen“, schließlich sei „Ägypten Israels wichtigster Verbündeter in der Region“.

Und Eli Schaked, Ex-Botschafter israels in Kairo, wird noch deutlicher:

„Demokratie ist etwas Wunderschönes. Trotzdem ist es für Israel, die USA und Europa von höchstem Interesse, dass Mubarak an der Macht bleibt.

Stimmt, aber nur für Israel und Politiker wie Karl Theodor von und zu Guttenberg. Nicht für die Ägypter.

Und Schaked weiter:

Sollte sich in Ägypten ein Regimewechsel ereignen, würden die Muslimbrüder dort das Ruder übernehmen, und das hätte für die Region unkalkulierbare Folgen
Es ist eine Illusion zu glauben, der Diktator Mubarak könne von einer Demokratie abgelöst werden. Ägypten ist noch nicht demokratiefähig. Die Muslimbrüder seien die einzige reelle Alternative, mit verheerenden Konsequenzen: „Sie werden ihre anti-westliche Haltung nicht ändern, wenn sie an die Macht kommen.“

Die Moslembruderschaft ist zweifellos eine starke, aber keine führende Oppositionsgruppe. Sie wird erst so richtig stark, wenn es Mubarak gelingen sollte, die spontane und keineswegs von der Moslembruderschaft initiierte, sondern spontane Volksbewegung niederzuschlagen.

Die Menschen in Ägypten wollen Demokratie, kein Kalifat, keinen neuen Mubarak im frommeren Gewande.

vermischtes

Aufstand auch in Syrien?

Stephan Fuchs – Ägypten hat seine Angst vor dem Regime verloren. Die Muslimbrüder haben sich ebenfalls zum Kampf gegen die Diktatur entschlossen, was nicht allen Beobachtern gefallen mag. Bei Einbruch der Dunkelheit rollen Panzerfahrzeuge durch die Strassen Kairos. Nach einem Tag der Unruhe und Gewalt versucht das Militär das nächtliche Ausgehverbot durchzusetzen, das der angezählte Präsident Hosni Mubarak verhängt hat. Tausende scheren sich nicht darum; sie haben genug von Mubarak – die Ägypter sind auf der Strasse.

Über die syrische Revolution sind Absprachen und Verhandlungen im Gang. In Deutschland, in England, in Brüssel und in Basel treffen sich syrische Regimekritiker und politisch Aktive um sich dem Drang nach Änderung anzuschliessen. Am Wochenende wurden verschiedene Optionen diskutiert. Die arabischen Syrer wollen, dass die Revolution im Norden in Aleppo von den Kurden gestartet wird. Die Kurden wollen, dass die arabischen Syrer in Damaskus die Lunte anzünden. Bereits im Aufstand von 2004 wurden im Frühjahr nach Demonstrationen und Zusammenstößen mit den Sicherheitsdiensten hunderte syrischer Kurden, darunter auch Kinder, verhaftet und getötet. Die Kurden wurden von den arabischen Syrer im Stich gelassen. Dies soll sich diesmal nicht wiederholen.

Heute Freitag allerdings kam die Meldung aus oppositionellen Kreisen in Europa, dass die Kundgebungen im Norden gestartet worden sind und sich auch auf Damaskus ausweiten werden. Die Aufstand gegen die Diktatoren wird somit auch Syrien erfasst haben.

spionage

Additional Omitted Points in CIA-Gulen coverage & A Note from ‘The Insider’

Sibel Edmonds – Last week I wrote about the Washington Post’s incomplete and one-sided coverage of the recently published memoir by former Turkish Intelligence Chief Osman Nuri Gundes exposing CIA Operations via an Islamic Group in Central Asia. Since then I have gone over the same book’s review and coverage by the Turkish mainstream media, and I have interviewed reporters and sources in Turkey who have read the book, followed the coverage, and or are intimately familiar with the topic. With that I now have several additional points on this exposé which further illustrate the journalistically mind-boggling piece marketed by the Post. Writing my previous piece cost me an associate whom I like and respect. It shouldn’t have. I still believe this was a case of institution-Government-editors vs. the journalist, with the former winning. I am not going to weigh my writing, modify my facts, alter the truth, tweak, and censor based on worries of losing a source, or a friend, or even readership. With that said I’ll briefly list my points gathered from documented facts and interviews, and sources familiar with Gundes’ recent book and Gulen.
 
Extensive Coverage in the Turkish Mainstream Media

As one might expect, the Turkish mainstream media (all major newspapers, magazines, radio & TV channels) extensively (and very intensely) covered the recent publication of Gundes’ book. The following are the main points on former Turkish Intel Chief Gundes’ CIA-Gulen allegations which were documented and reported by every single media outlet in Turkey (since mid December), including this one written by one of the most prominent journalists at Milliyet:

 
1-     In Central Asia, within Gulen’s Islamic schools, the CIA operatives worked under the guise of ‘American Teachers teaching English.’

Okay, the Washington Post article, going through the exact same publications/articles forgot to add these crucial details, which would have paved the way for journalistic investigation(s) leading to either confirmation or denial. The following is the only detail the article provided:

In the 1990s, Gundes alleges, the movement “sheltered 130 CIA agents” at its schools in Kyrgyzstan and Uzbekistan alone

In this case, as others had done already, the existence of mysterious American teachers teaching English in Gulen’s schools in Central Asia has already been confirmed.

2-     The American Teachers working at Gulen’s Islamic Schools in Central Asia possessed US Diplomatic Passports.

I contacted my source, formerly with the State Department, and he confirmed issuing diplomatic status for at least 50 Americans to teach in former Soviet republics. When I asked him whether they were employed by the State Department, he said: ‘Not officially.’ I asked him whether they were connected to the CIA, and he responded, ‘I wouldn’t know.’ I inquired about the direct foreign employer(s) of these American teachers, and this was his response: ‘Private Turkish companies in education fields and several NGOs in Turkey.’ This particular source was retired in 2004.

Again, the Washington Post article conveniently omitted this particular detail. Publishing this detail would have required seeking comments from the State Department: “Have you issued diplomatic passports to American teachers in XYZ countries.” Of course, no such inquiry was ever made by the Post.

Read all at Boiling Frog Post

Israel

Gaza 2009: Al Jazeeras Enthüllungen und das Buch zweier Chirurgen

Dr. Alexander von Paleske — 27.1. 2011 —
Der in Katar beheimatete arabische Nachrichtensender Al Jazeera hat im Rahmen der Veröffentlichung von rund 1600 Palästina-Papieren gestern enthüllt, dass die Fatah-Regierung unter Mahmud Abbas in Ramallah offenbar vorweg über den geplanten Angriff der Israelis auf Gaza Anfang 2009 unterrichtet worden war, und in erster Linie daran Interesse zeigte, ob es gelingen würde, die Hamas-Führung dort zu beseitigen.

Das Schicksal der palästinensischen Zivilbevölkerung in Gaza interessierte Abbas und seine Verhandlungsführer offenbar herzlich wenig.

.Damit dürfte Abbas vollständig diskreditiert sein.

Abbas nimmt jetzt eine Position ein, die der von Hosni Mubarak in Ägypten und dem mittlerweile davongejagten Ben Ali Tunesiens vergleichbar ist.

Chirurgen als Augenzeugen
Zwei norwegischen Chirurgen, Mads Gilbert und Erik Fosse, war es gelungen, vor dem Bombardement nach Gaza zu kommen. Beide halfen dann, die Opfer der israelischen Angriffe zu versorgen. Ihre damals gemachten erschütternden Erfahrungen haben sie jetzt in Buchform herausgebracht: Eyes in Gaza.

Mehr als 300 Kinder waren seinerzeit Opfer der israelischen Angriffe geworden, rund 1600 wurden zum Teil schwer verletzt.

Die beiden Chirurgen schildern unter anderem das Schicksal der 9 Monate alten Jumana, deren Hand amputiert werden musste, nachdem das Haus, in dem ihre Familie wohnte, zum Ziel eines Luftangriffs geworden war, der 11 der 12 Familienmitglieder tötete.

Aber auch das Schicksal des 12 jährigen Ahmed, Neffe eines der im Krankenhaus tätigen palästinensischen Chirurgen, der durch einen israelischen Luftangriff beide Beine verlor und im Krankenhaus starb.

Insgesamt führten die beiden norwegischen Chirurgen 270 Operationen aus, darunter 53 Amputationen, 36 neurochirurgische Eingriffe und 43 Knochenbrüche, die operativ versorgt werden mussten.

Wir sind keine politische Organisation
Zwar gab es auch in Israel einige Stimmen, die sich gegen die Angriffe aussprachen. Die israelische Ärztevereinigung teilte jedoch auf die Bitte hin, man möge die israelische Regierung auffordern, die Angriffe aus humanitären Gründen sofort einzustellen, mit:

„I am sure, you are aware, that we are not a political organization

Angesichts des menschlichen Leids als Folge der israelischen Luftangriffe auf Gaza ein glatter Hohn.

Heute vor 66 Jahren erreichten die sowjetischen Truppen Auschwitz und befreiten die dort Überlebenden.

Nie wieder Auschwitz sollte doch auch heißen:

– Nie wieder Menschen zweiter Klasse (Rassismus).

– Nie wieder Gewalt gegen wehrlose Menschen.

Gilt das nicht gerade auch für die Nachkommen der Überlebenden des Holocaust in Israel?

E-Mail: avpaleske@botsnet.bw

Palestine Papers:
http://english.aljazeera.net/palestinepapers/

Nahost: Wem nützen die Enthüllungen der Palästina-Papiere?
Stuxnet und die Folgen: Legalisierung von Virusattacken und Cyberwars, Fortsetzung der Landwegnahme in Ost-Jerusalem und der Westbank
Das Stuxnet-Virus und der Siedlungsbau im Westjordanland

Medizin

Der Dioxin-Skandal flaut ab, die Probleme der Massentierhaltung bleiben

Dr. Alexander von Paleske — 25.1. 2011 —
Die Probleme der Massentierhaltung bleiben, nicht nur bleiben, sie werden grösser. An vorderster Stelle steht die hier schon mehrfach kritisierte Verabreichung von Antibiotika gefolgt von den Gefahren der Virenmutation und der Tierfutterkontamination, wie jetzt durch Dioxin.

Resistenz steigt
Eine kleine Nachricht in der hochangesehenen internationalen Medizinzeitung Lancet beleuchtet erneut das Problem (Lancet, 11. Dezember 2010, Vol276 p-1987 – ):

Ciprofloxacin-resistant campylobacteriosis in the UK

Forscher der Universität Oxford kommentieren einen früheren Bericht in derselben Zeitschrift, wonach die Durchfallepidemie durch Campylobacter-Bakterien in einer erschreckenden Zunahme begriffen ist.
Sie berichten nun, dass die Resistenz der Campylobacter-Bakterien gegen das Medikament Ciprofloxaxin aus der Gruppe der Chinolone, auch Gyrase-Hemmer genannt, einst hochwirksam gegen derartige Campylobacter-Infektionen, in einer dramatischen Zunahme begriffen ist.

Im Jahre 2008 zeigten nach den Untersuchungen der Forscher bereits 31% aller eingesandten Proben komplette Resistenz gegen Ciprofloxacin, im Jahre 1995 waren es erst 7%, aber bereits im Jahre 2004 waren es schon 25,1%.

Mit anderen Worten: Bei einer derart hohen Resistenz ist der Einsatz dieses Antibiotikums gegen eine derartige Infektion nicht mehr zu verantworten.

Das Gleiche hatten wir bereits vor einiger Zeit über die Gonorrhoe berichtet. Auch hier Resistenz gegen die Chinolone.

Die Forscher aus Oxford machen für die Resistenzentwicklung eindeutig den ungezügelten Einsatz in der Geflügel-Mast-Industrie verantwortlich.

Ein Blick zurück
Die Chinolone (Gyrase-Hemmer) kamen erst MItte der 80er Jahre zum Einsatz und hatten ein ganz ausgezeichnetes Wirkungsspektrum, ganz besonders auch im Bereich der Problemkeime, also solchen Erregern im sogenannten gramnegativen Spektrum, die mittlerweile multiresistent gegen Standard-Antibiotika geworden waren.

Darüber hinaus war der Gyrase-Hemmer Ciprofloxacin gegen Typhus wirksam, und – sehr wichtig – auch gegen Tuberkulose, so dass es als Reservemedikament bei der immer häufiger zu beobachtenden Multidrug-Resistant Tuberkulose (MDR-TB) mit Erfolg in der Kombinationstherapie eingesetzt werden konnte.

Ciprofloxacin, das seinerzeit wirksamste Chinolon, hatte noch den Vorteil, oral eingenommen werden zu können. Bis dato mussten bei derartigen Probleminfektionen Breitbandantibiotika parenteral verabreicht werden, was oftmals eine Klinikaufnahme bzw. täglichen Klinik- Arztbesuch erforderlich machte.

Das ist nun Geschichte, denn Ciprofloxacin wurde missbraucht: bei unkomplizierten Harnwegsinfekten, bei Infektionen im Nasen-Rachenraum und sonstigen banalen Infektionen.
.
Noch schlimmer: Die Gyrase-Hemmer wurden und werden bei der Geflügelmast eingesetzt und zwar in großen Mengen.
.

Zwar ist es mittlerweile verboten, Antibiotika dem Tierfutter beizumischen, aber der Antibiotikaverbrauch in der Tiermast steigt trotzdem weiter an, weil z.B. kein Huhn in der Massentierhaltung es ohne Antibiotika bis zur Schlachtbank schafft, wir berichteten darüber.

Damit aber werden wir es – über kurz oder lang – mit einer weitverbreiteten Antibiotikaresistenz zu tun haben, eine Katastrophe. Wie der Lancet in einem Editorial vom 8.1. 2011 „Where will new drugs come from? berichtet, (Lancet 2011 Vol 377 p. 97) sind Neuentwicklungen im Antibiotikabereich vorerst nicht zu erwarten.

Dazu trägt auch bei, dass die Neuentwicklung eines Medikaments rund 1 Milliarde US Dollar kostet, und nur eines von 10 neuentwickelten Medikamenten es letztlich bis zur Marktreife schafft.

Es gibt daher nur einen Ausweg: Abschaffung der Industrie- (Massen) Tierhaltung und dem damit verbundenen Antibiotika-Einsatz.

Antibiotika als Verunreinigung
Nun tauchen auch, wie Dioxin, Antibiotika als Verunreinigung im Tierfutter auf.

Gestern berichtete die Zeitung Heilpraxisnet über das Auftauchen des Antibiotikums Chloramphenicol im Tierfutter .
Gemessen an der Konzentration handelt es sich nicht um eine Beimischung, sondern um eine Verunreinigung.
Die Verunreinigung stammt vermutlich aus Produkten von Fischfarmen, wo dieses Medikament mittlerweile massenhaft zum Einsatz kommt, ein enormes, aber bisher eher vernachlässigtes Problem.

Chloramphenicol war einst als Breitspektrumantibiotikum im Einsatz, bevor es durch bessere und nebenwirkungsärmere Medikamente verdrängt wurde. Gleichwohl wird es wegen seines niedrigen Preises insbesondere in der 3. Welt weiterhin eingesetzt.

Chloramphenicol hemmt das Wachstum der Bakterien, ist also bakteriostatisch tötet sie aber nicht ab, ist also nicht bakterizid.
Chlormaphenicol kam in Verruf, weil es das Knochemark, also die Blutbildung massiv schädigen kann, bis hin zu aplastischen Anämie.
Ohne Knochenmarktransplantation liegt die mittlere Überlebenszeit der Patienten mit aplastischer Anämie bei etwas über einem Jahr.

Die Häufigkeit dieser potentiell tödlichen Nebenwirkung liegt bei 1:10.000 bis 1:40.000. Sie ist dosisunabhängig, also quasi-allergisch bedingt. Es ist unklar, wo die Schwellendosis liegt, um ein derartiges Ereignis auszulösen. Ob die im Tierfutter nachgewiesene Dosis ausreichend ist, um später bei den Tierprodukten die für den Menschen erforderliche Schwellendosis erreichen, ist unklar, aber wer möchte sich schon gerne auf ein derartiges potentiell tödliches Experiment einlassen?

Die Abschaffung der Massentierhaltung steht dringender denn je auf der Tagesordnung.

Antibiotika oder Massentierhaltung?

Die Zukunft heisst Resistenz? – Antiinfektiva verlieren ihre Wirksamkeit
Hilflos bei Infektionen – Antibiotika verlieren ihre Wirksamkeit
Tierfabriken, Schweineviren und die Zukunft
Welt-Tuberkulose Tag – eine Krankheit weiter auf dem Vormarsch</

kriminalitaet

1 Tonne Kokain zum Neujahrsgruss

Stephan Fuchs – Knapp eine Tonne Kokain fand die spanische Guardia Civil in einem schmucken Business Jet. Die zweistrahlige Luxusmaschine Bombardier Challenger 604 mit der amerikanischen N-Nummer N600AM landete am 2. Januar 2011 auf dem Flughafen in Barcelona.


Hübsche Sache: Luxusmaschine Bombardier Challenger 604 mit der amerikanischen N-Nummer N600AM

Das Flugzeug flog für die argentinische Firma „Medical Jet“ welche, so sollte man annehmen, mit Patienten, Arztpersonal oder zumindest mit medizinischem Gerät unterwegs sein sollte. Die Firma ist allerdings mit dem argentischen Militär verknüpft: Pilot war der 50 Jahre alte Eduardo Antonio Juliá, Mitreisender dessen Bruder Gustavo Adolfo. Die Spuren der beiden und des von ihnen angeheuerten Kopiloten Matías Miret führen zum argentinischen Militär. Vater Juliá war Luftwaffenchef von 1989 bis 1993, der Vater Mirets, ein Brigadier. Die Gründung der Firma „Medical Jet“ geht in die Frühzeit der Ära Menem und dessen Privatisierungspolitik zurück, sie steht in Verbindung mit einer Reihe von bizarren Figuren aus der Nähe des damaligen Präsidenten.

Die Guardia Civil war nicht zum Neujahrsgruss gekommen. Vielmehr erhielt sie einen Tipp, eventuell sogar vom „Personal“ der amerikanischen Luftfahrtversicherungsbehörde. Man darf vermuten, dass das Personal von der DEA, der amerikanischen Drogenbehörde, sich zutritt zum Jet verschafft hatte, als die Maschine noch auf dem militärisch und zivil genutzten Aerial Base Military Morón Flughafen geparkt war.

Der seltsame Flugplan der N600AM
Die N600AM CL60/Q hebt am 5.11.2010 um 13:53 zum Abflug von Hartford USA ab. Um 17.10, nach einer Flugdauer von 3 Stunden und 17 Minuten landet die Maschine auf dem Fort Lauderdale Executive Flughafen. Am gleichen Tag, um 21.35 fliegt der Jet von Fort Lauderdale Richtung Curacao.


Der militärisch und zivil genutzten Aerial Base Military Morón Flughafen in Argentinien: Hier wurde das kokain geladen

Entgegen dem Flugplan von flightaware, war die Zieldestination der Machine nicht in Curacao, sondern landete noch am selben Tag, am 5.11 auf dem Ezeiza Airport in Argentinien. Dort blieb der Business Jet drei Stunden zum tanken. Danach flog der Jet weiter zum militärisch und zivil genutzten Aerial Base Military Morón Flughafen in Argentinien. Dort blieb N600AM 54 Tage und 8 Stunden, bis zum 30. Dezember 2010.

Vom 7. auf den 8. Dezember machte die Maschine einen Ausflug nach Mar del Plata. Vom 8.12.2010 gibt es noch Luft – Fotos der Maschine. Am 18.12.10 machte die Maschine noch einen Testflug für die amerikanische Luftfahrtversicherungsbehörde.

Dann, am 30.12.10 war eine Party auf dem Aerial Base Military Morón Flughafen und niemand nahm dabei gross Notiz des Businessjet, der um die selbe zeit wie die Party, um die Mittagszeit abhob. Die Maschine flog wieder nach Ezeiza, landete dort, um später Richtung Kap Verde an die atlantischen Westküste Afrikas aufzubrechen. Dort blieb der Jet knappe drei Stunden zum Tanken. Dort rund eine Tonne Kokain fein säuberlich in das Flugzeug zu bringen und Transportfähig zu verstauen, das war nicht möglich.

Der seltsame Business Millionär aus Florida
Geleast war die Maschine von der Firma „604 Jets LLC“. Eine Firma die in Fort Lauderdale in Florida registriert ist. „604 Jets LLC“ domiziliert bei der Accounting & Buiness Consult und gehört dem amerikanischen Millionär Mark Clifford Lorberbaum. Gegründet wurde die Firma am 18. Oktober 2006. Ihm gehören im Sonnenstaat nebst der 604 Jet LLC, die Deerfield Aviation, LLC, M3FOR3D, LLC, McL Distributing, LLC, Rooms Alive, LLC, Stone Fusion, Inc. ,einige Luxusapartamente, Häuser und Yachten. Geleast wurde die Maschine für 505,700 U$ mit einem Check unterschrieben auf die “GG Inc.Gold”. Seit dem geplatzten Kokain Transport ist Lorberbaum abgetaucht.

KOMMENTARE

lupo (Gast) – 25. Jan, 12:00
Das mit den Buseniss Flugzeugen ist ja immer nett. Gut das man dann hochrangige US Militär Vertretung nun in den USA hat, weil der Präsident von ecolog / USA, der 2 höchste US General nun ist, der für Beschaffung zuständig war, sehr viele Jahre. Und natürlich hat ecolog auch private Jets, die bei Tetova landen in Mazedonien, was wie bewiesen die absolute Drogen Verteil Stelle ist und der Knoten Punkt. Natürlich hat man entlang der Drogen Routen Zweistellen in der Türkei, landet regelmässig in Dubai und macht sowieso was man will.

http://balkaninfo.wordpress.com/2009/12/12/die-firma-ecolog-ag-im-visier-der-staatsanwaltschaft-wegen-drogen-handel/#comment-1489

ecolog Anwälte haben u.a. beim NDR, schon mal eine gute Story mit einstweiliger Verfügung vom Netz gebracht, welche auch mal in der ARD kam und sich auf NATO Militär Quellen berief.

Israel

Nahost: Wem nützen die Enthüllungen der Palästina-Papiere?

Dr. Alexander von Paleske — 24.1. 2011 — Es ist eine Bombe, die mit der Enthüllung der Palästina-Papiere durch Al Jazeera hochgegangen ist. Aus den Papieren geht eine weitgehende Kapitulation des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas vor den Forderungen der Israelis hervor, die dennoch offenbar den Israelis noch nicht weit genug ging, und es deshalb vor zwei Jahren nicht zu einer Einigung kam.

Im Einzelnen waren die palästinensischen Verhandlungsführer offenbar bereit:

– weitgehend die bisherigen illegal errichteten jüdischen Siedlungen in der Westbank zu akzeptieren

– die Zahl der rückkehrberechtigten Palästinenser aus den Flüchtlingslagern außerhalb Palästinas, vor allem also aus dem Libanon, auf eine symbolische Zahl von 100.000 zu begrenzen

– weite Teile von Ost-Jerusalem Israel zu überlassen.

Zweifel an der Echtheit?
Die Echtheit der Dokumente wird natürlich von palästinensischer Seite angezweifelt, aber Al Jazeera gehört zu den zuverlässigen Nachrichtensendern, er ist sozusagen die BBC der arabischen Welt.


Streitet ab: Palästinenserpräsident Mahmud Abbas
.

Streitet ab: PLO-Verhandlungsführer Saeb Erekat Screenshots 24.1. 2011 – Dr. v. Paleske

Zwei Fragen
Damit stellen sich zwei Fragen:

1. Wer hat die Dokumente weitergereicht?

2. Wer profitiert von der Veröffentlichung?

Fangen wir mit Punkt 2) an
Völlig klar, dass die PLO keinen Gewinn aus den Veröffentlichungen ziehen kann, ganz im Gegenteil. Die in den Dokumenten gemachten Angebote kommen für die Mehrheit der Palästinenser einem Verrat gleich.

Bleiben die Hamas und Israel.

Zunächst zu Israel
Selbst diese weitgehenden Zugeständnisse gingen der israelischen Regierung offenbar nicht weit genug. Deshalb scheiterten die Verhandlungen.

Zu den Hochzeiten der „Peace Now“ Bewegung in Israel in den 80er und zu Beginn der 90er Jahre hätte die Zurückweisung derartiger Zugeständnisse durch die israelische Regierung massenhafte Protestdemonstrationen ausgelöst.

Die „Peace Now“ Bewegung ist aber mittlerweile so stark geschrumpft, dass sie innenpolitisch in Israel keine wichtige Rolle mehr spielt. Die Arbeiterpartei ist zu einer Kleinpartei abgestiegen und mit dem Austritt von Ehud Barak noch kleiner geworden.
Also gibt es innenpolitisch keinen Befürworter eines ausgeglichenen Kompromisses mit den Palästinensern mehr. Die radikalen Siedler und die sie unterstützenden Rechts-Parteien haben das Sagen.

Luft nach Stuxnet Angriff
Israel hat mit dem Stuxnet Angriff auf die iranischen Atomanlagen sich für vier Jahre „Luft verschafft“.

Der Zwang, mit den Palästinensern einen Ausgleich zu finden, bevor der Angriff auf den Iran losgeht, ist damit erst einmal vom Tisch.

Diese Zeit will die israelische Regierung auf gar keinen Fall „ungenutzt“ verstreichen lassen.

Daher überbieten zum einen sich die Parteien in Israel mit Vorschlägen, weitere jüdische Immigranten aus der ganzen Welt anzulocken.

Zum anderen werden systematisch die Siedlungen im Westjordanland vorangetrieben und arabische Häuser in Ost-Jerusalem zerstört, um Platz für neue jüdische Häuser zu schaffen:


Siedlungsbau in der WestbankScreenshot Dr. v. Paleske

– durch Behauptung der illegalen Errichtung, und zwar zu einem Zeitpunkt vor dem Sechstagekrieg, ein erbärmliches Manöver, das schon viele Palästinenserfamilien obdachlos gemacht hat

– durch Aufkaufen – notfalls unter Druck – von palästinensischen Grundstücken mit und ohne Häuser

– Durch Umzingelung arabischer Stadtteile Jerusalems mit jüdischen Siedlungen, die somit Inseln in einem fremden Land werden, mit allem was dazugehört: Schmähungen,, Bedrohungen etc.

Jerusalem soll weitestgehend jüdisch werden
Das Ziel ist, aus ganz Jerusalem eine jüdische Stadt zu machen und die Palästinenser in die Westbank bzw. ins Ausland zu vertreiben, eine Politik, die aus der Apartheidzeit Südafrikas nur allzu bekannt ist.

Letztlich sollen die Palästinenser der Westbank in schmalen, voneinander getrennten Homelands, wie Gaza, eingepfercht und damit zur Auswanderung „ermutigt“ werden.

Dazu ist eine Schwächung der Palästinenserführung sehr nützlich, besser noch: Die Hamas und die PLO bekriegen sich verschärft wieder gegenseitig, nachdem es in den vergangenen Wochen zu vorsichtigen Schritten einer Annäherung gekommen ist.

Israel der Nutzniesser
Die Hamas wird bestenfalls vorübergehend von den Enthüllungen profitieren.
Mit anderen Worten: der eigentliche Nutznießer ist Israel.

Damit kommt auch die erste Frage einer Beantwortung näher: Es ist vermutlich Israel, das die Dokumente Al Jazeera in die Hände gespielt hat, bewiesen ist das allerdings nicht.

E-Mail: avpaleske@botsnet.bw

Palestine Papers:
http://english.aljazeera.net/palestinepapers/

Stuxnet und die Folgen: Legalisierung von Virusattacken und Cyberwars, Fortsetzung der Landwegnahme in Ost-Jerusalem und der Westbank
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Zu Mossad Morden
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Kaperung des Frachters Arctic Sea im Juli 2009 durch den Mossad
Pressebericht bestätigt Mossad-Beteiligung an der Arctic- Sea Kaperung
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Kaperung der Arctic Sea – Mehrfacher Waffenschmuggel?
Arctic Sea: Die Öffentlichkeit wird getäuscht
Die Kaperung der Arctic Sea – oder: Windiges aus der russischen Seefahrt
Die Kaperung der Arctic Sea: Fakten, Indizien, Spekulationen
Arctic Sea“- Kaperung: Indizien deuten auf Geheimdienstaktion – vermutlich Mossad – und nicht Piraten
Arctic Sea – Die Besatzung ist frei, die Fragen bleiben
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Israel allgemein
Israel: Journalismus, illegale Staatsgeheimnisse und Todesschwadronen
Innerstaatliche Feinderklärung, Staatsmassnahmen gegen Kritiker

… als Satire
Israels Premier Benjamin Netanjahu schreibt an ZEIT-Herausgeber Josef Joffe

…. und die Antwort von Josef Joffe und der ZEIT
IDeutschlands liberale Wochenzeitung “Die ZEIT” verlangt Löschung einer Satire

afrika

Illegal Immigration: Should I stay or should I go

Onlineredaktion – On the desolate beach of Sidi Salem, in the eastern suburbs of Annaba, a dozen young Algerian males alternate between kicking a soccer ball and working on several small, unmarked wooden boats. Each week, several boats leave from this beach, filled with a cross-section of frustrated young Algeria — doctors, lawyers, dropouts, the unemployed.

They set out across the open sea, usually 10 or 12 to a boat, armed with water, food, blankets, a small motor and GPS tracking device, headed for the Italian islands of Lampedusa, Sicily or Sardinia. They are the harraga — literally, „one who burns“ identity papers and vital documents before departure — and over 90 percent of them will either die at sea, be arrested and detained indefinitely in Tunisia or Libya, or be returned by the Algerian, French, Spanish or Italian coast guards.

Across the street from Sidi Salem beach is a police precinct, whose officers idly watch departure preparations knowing that they may be asked to arrest these same harraga upon their return. The issue has paralyzed the Algerian government, which vacillates between criminalizing the activity by arresting returning harraga and a more conciliatory approach by offering token financial incentives tied to political support for President Abdelaziz Bouteflika. Anything to make a highly unpopular and emotional issue go away.

But the problem is growing, and hundreds of departures from Algeria’s eastern and western beaches each month no longer carry exclusively the poor, under-educated, young male stereotype. The harraga have become a fixture in the Algerian media, popular music and daily conversation, a symptom of a society in which entertainment is limited, the education system does not link to the job market, and the doors of opportunity are closed but to the well connected.

Many dead
The June 15 edition of the French-language daily Tout Sur l’Algerie featured 24 harraga who departed from Oran and were promptly arrested by Algerian authorities upon their return. The front page of the June 18 edition of the French-language daily Le Jeune Independant told of a larger boatload of some 150 clandestine immigrants en route from Libya to Italy that was wrecked at sea, with over 40 dead.

Of these, according to quoted survivors, at least 17 were Algerian. Although statistics are hard to verify, the article cited Spanish and Italian authorities who stated that roughly 16,500 clandestines attempted to arrive in Italy from Algeria and Libya in 2007, with another 31,000 departures from western Algeria bound for the Spanish coast.

Last November 11 the French-language daily El Watan corroborated those figures, counting 12,753 migrants arriving in Sicily during the first nine months of 2007, a 20-percent increase over the previous year.

Krieg

Britischer Ex Premier Tony Blair fordert Angriff auf Iran

Dr. Alexander von Paleske — 22.1. 2011 — In kaum verhüllter Form hat der britische Ex Premier Tony Blair, mitverantwortlich für den mit Lügen begründeten Einmarsch in den Irak im Jahre 2003, einen Angriff auf den Iran gefordert.

Blair war gestern zum zweiten Mal vor die sogenannte Chilcot-Commission vorgeladen worden, welche die Hintergründe vor und während des Irakkriegs aufklären soll.
Offenbar erschienen der Kommission die in der ersten Befragung von Blair gemachten Angaben zu widersprüchlich, verglichen mit dem, was andere Zeugen mittlerweile ausgesagt hatten, bzw. nicht ausreichend genug.

Obwohl er nur zu dem Irakkrieg und den Lügen, die er seinerzeit zurechtgezimmert hatte (This is not about regime change, but about weapons of mass destruction, — wohl wissend, dass es dort keine mehr gab), befragt werden sollte, nutzte Blair die Gelegenheit um die Notwendigkeit eine Angriffs auf den Iran zu begründen.

Wörtlich sagte er:

It (Iran) has to be confronted and changed. Iran is a looming challenge. It is negative and destabilizing. It supports terrorists
I say this to you with all of the passion I possibly can — at some point the West has to get out of what I think is a wretched policy or posture of apology for believing that we are causing what the Iranians are doing, or what these extremists are doing,“ said Blair, who serves as the Quartet envoy to the Middle East.
„We have to get our head out of the sand. They disagree fundamentally with our way of life and will carry on unless met with determination and, if necessary, force.“

Anders als vor Jahresfrist drückte Blair diesmal sein Bedauern für die Menschenleben auf allen Seiten aus, die der im Jahre 2003 begonnene Irakkrieg gekostet hatte. 150.000 Menschen haben nach Schätzungen des Internationalen Roten Kreuzes als unmittelbare bzw. mittelbare Folge des Krieges ihr Leben lassen müssen, weitaus überwiegend Zivilisten.

Angehörige von Kriegsopfern auf den Zuschauerbänken riefen empört „Zu spät!“ und „Sie sind ein Lügner!“. Einige drehten sich um, weil sie Blair nicht mehr sehen wollten.

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SATIRE

Tagesbefehl des Selbstverteidigungsministers von und zu Guttenberg vom 22.1. 2011

Dr. Alexander von Paleske Folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

Vorne- und Selbstverteidigungsminister
Karl Theodor von und zu Guttenberg
Im Regierungsviertel 3
Berlin

Tagesbefehl vom 22.1.2011

Geheimhaltungsstufe: VS, nur für den Dienstgebrauch

Verteiler:
Die gesamte Truppe.

Zu verlesen von den Kompanie- / Batteriechefs, nicht von den Kompaniefeldwebeln

Deutsche Soldatinnen und Soldaten,

an der Heimatfront muss ich zur Zeit einen erbitterten Kampf, gegen Tintenkulis, den Abstiegskandidaten Westerwelle, das linke Gesocks einschließlich der Fußkranken aus der 68er Revolte führen, den ich aber in üblicher Form gewinnen werde, wie seinerzeit, als ich den General Henning Hars im Zusammenhang mit der Kundus/Tankeraffäre in den Ruhestand gejagt habe.

Vertuschen dient Ansehen
Es ist meine politische Aufgabe, Skandale zu vertuschen um damit mein politisches Überleben zu sichern, und nebenbei noch das exzellente Ansehen der Bundeswehr hochzuhalten.


Das bin ich – schneidig im Kampf ums eigene politische Überleben – Screenshot: Dr. v. Paleske

Gerade war es mir gelungen, mich als Vorneverteidigungsminister mit dem Talkmaster J.B. Kerner in Afghanistan zu profilieren, da haben nun ein paar Nestbeschmutzer in der Bundeswehr versucht, über den Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus (FDP), ein enger Freund von Guidomobil Westerwelle, mir ein Bein zu stellen. Aber die werden mich jetzt so richtig kennenlernen.

Der tragische Unfall auf der Gorch Fock ist einzig und allein dem Kommandanten des Schiffes, Kapitän zur See Norbert Schatz, anzulasten. Der hätte selbst den Mast entern müssen, statt diese kleine Offiziersanwärterin in die Takelage zu hetzen. Ich habe ihn deshalb wegen dieses Fehlverhaltens vom Schiff gejagt.


Gorch Fock in schwerer See

Natürlich war ich längst über den tödlichen Unfall und die anschliessende Meuterei informiert worden, aber ich bin doch wohl nicht verpflichtet Informationen weiterzugeben, die dem Ansehen der Bundeswehr schaden, und die von meinen politischen Gegnern nur benutzt werden, um mein ausgezeichnetes Ansehen in der Bevölkerung zu ramponieren.

Das gilt auch für die Kameradenschiesserei in Kundus, bei der ein Soldat ums Leben kam. Als ob es nicht genügend Taliban gäbe, auf die man stattdessen die Pistole hätte richten können.

Öffnung der Post gerechtfertigt
Schließlich die Öffnung der Post. Ich halte es absolut gerechtfertigt, auf diesem Wege herauszufinden, wo die Defätisten in der Bundeswehr sitzen, welche die Kampfmoral untergraben, und die deshalb entweder auf die riskantesten Einsätze oder nach Hause geschickt werden müssen.

Anstiftung zur Meuterei in diesem (sinnlosen) Krieg muss bereits im Vorfeld unterbunden werden.

Die Soldaten wissen mittlerweile dass ihre E-Mails mitgelesen werden, und haben deshalb geglaubt, sie könnten uns mit dem Briefgeheimnis ein Schnippchen schlagen. Wir können das Briefgeheimnis aber in solchen Fällen des übergesetzlichen Notstands getrost ignorieren.

Soldatinnen und Soldaten, der Feind steht überall, im Ausland, aber auch zu Hause. Ihn zu bekämpfen ist unsere gemeinsame ehrenvolle Aufgabe.

Gez:
Freiherr von und zu Guttenberg
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