Krieg

Meuterei auf der Gorch Fock – bald auch in Afghanistan?

Dr. Alexander von Paleske–19.1. 2011 — Ende des vergangenen Jahres kam es auf dem Segelschulschiff der Bundesmarine, der Gorch Fock, offenbar zu einer Meuterei, nachdem eine Soldatin (Offiziersanwärterin) am 7. November 2010 aus
der Takelage gefallen war.


Fahrlässige Tötung? – Unfallopfer Sarah Seele – Screenshot Dr. v. Paleske

Der tödliche Unfall geschah im Hafen von Salvador Bahia in Brasilien.

Es war das sechste Todesopfer an Bord der 1958 in Dienst gestellten Gorch Fock.


Gorch Fock – Nagold des Jahres 2010?

Nach dem Unfall Proteste
Nach diesem Unfall protestierten einige Offiziersanwärter gegen die Ausbildungsmethoden, welche unter anderem auch darin bestanden, nicht schwindelfreie Kadetten auf den höchsten Mast zu jagen „zur Ertüchtigung“. Bemerkungen wie „geben Sie Gas“ und „stellen Sie sich nicht so an“ seien gefallen.

Nach dem Protest ein Strafverfahren
Dieser Protest trug den Kadetten nun ein Verfahren wegen Meuterei ein. Es ist zu begrüßen, dass die Zeiten des „Kadavergehorsams“ in der Bundeswehr vorbei sind. Vorgänge wie die Nagold Affäre der 60er Jahre dürfen nicht wiederkehren.
.

Auf der Gorch Fock ging es um den Tod einer Soldatin. In Afghanistan sind bereits mehr als 40 Soldaten umgekommen, etliche zum Teil schwer verletzt worden.

Zu den physischen Verletzungen kommen die psychischen, an vorderster Stelle die posttraumatische Belastungsstörung. In den ersten drei Quartalen 2010 sind bereits 483 Soldatinnen und Soldaten daran erkrankt, mehr als im gesamten Jahr 2009.

Es ist der Ausdruck dafür, dass einerseits die Gefahrenlage immer dramatischer wird, andererseits etlichen Soldaten es mittlerweile dämmert:

— daß dies ein völlig sinnloser Krieg ist, der nicht nur Opfer unter den Soldaten, sondern gerade auch unter der Zivilbevölkerung fordert

— dass dieser Krieg nicht zu gewinnen ist

— dass sich die Mehrheit der Afghanen längst gegen die ausländischen Armeen gewendet hat, und sie lieber heute als morgen aus dem Land wünscht.

Guttenberg und seine kernigen Worte
Der schneidige Reservist und Verteidigungsminister Baron von und zu Guttenberg, jüngst zu einer PR-Visite mit Talkmaster J.B. Kerner vor Ort, leugnet die hoffnungslose Lage mit gewohnt kernigen Worten:

„Dieses Jahr wird ein hochintensives für die Truppe werden“

Im Klartext: Noch mehr Kämpfe, noch mehr Tote, noch mehr Verwundete.

300 Milliarden US-Dollar sind mittlerweile insgesamt in diesen Krieg geflossen, ein vergleichsweise unerheblicher Anteil diente der Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung:

-.9 Millionen Afghanen leben unter der absoluten Armutsgrenze

– Die Säuglings- und Müttersterblichkeit ist eine der höchsten in der Welt.

Nur noch ein Ziel: Raus – aber wann?
Mittlerweile hat sich mit aller Deutlichkeit gezeigt, dass keines der ursprünglich genannten Ziele je erreicht werden kann. Jetzt ist nur noch die Rede davon, die afghanischen Sicherheitskräfte müssten die Aufgabe der ausländischen Truppen schnellstmöglich übernehmen, dann Abzug der Bundeswehr.

Damit ist vorläufig aber gar nicht zu rechnen. Darüber hinaus sind die Sicherheitskräfte teilweise mit Taliban-Anhängern durchsetzt. Am Ende wird dennoch der wie auch immer geartete Abzug stehen und Afghanistan wird, wie nach dem Abzug der sowjetischen Armee 1989, seinem Schicksal überlassen, was dann einen weiteren Bürgerkrieg zur Folge haben dürfte.

Bis dahin lautet die Parole: Nun kämpft mal schön, auch wenn die eigentlichen Ziele des Einsatzes unterwegs verloren gegangen sind.

Erstaunlich ist nur, dass es unter diesen Umständen unter den deutschen Soldaten noch nicht zur Meuterei gekommen ist. Zumal sich jetzt auch noch herausstellt, dass die Feldpost der Soldaten offenbar systematisch geöffnet wurde. Teilweise kamen die Umschläge ohne Inhalt beim Adressaten an. Zum Kopfhinhalten für einem sinnlosen Einsatz also auch noch die Verletzung des Briefgeheimnisses. Verhöhnung ein anderes Wort dafür.

Nächste Woche stimmt der Bundestag über die Verlängerung des Einsatzes ab. Die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten wird für die Verlängerung stimmen. Während sich die FDP für ein festes Datum für den Beginn des Rückzugs einsetzt, will sich Minister Guttenberg auf kein Datum festlegen lassen.

Die SPD will ebenfalls für die Weiterführung des Mandats stimmen.

Es wird sich zeigen, ob die Grünen eine Kehrtwende vollziehen.

In den 60er Jahren, auf der Protestwelle gegen den Vietnamkrieg reitend, kam dieser Song heraus, der mittlerweile auch auf Afghanistan passt:

Irgendwo im fremden Land
ziehen wir durch Stein und Sand
Fern von zuhaus und vogelfrei,
hundert Mann, und ich bin dabei
.Hundert Mann und ein Befehl
und ein Weg, den keiner will.
Tagein, tagaus,wer weiß wohin.
Verbranntes Land,und was ist der Sinn?

und weiter:

Wahllos schlägt das Schicksal zu,
heute ich und morgen du
.Ich hör‘ von fern die Krähen schrein
im Morgenrot. Warum muss das sein?

Die Antwort darauf soll nächste Woche im Bundestag gegeben werden…..

Abzug aus Afghanistan und Rückkehr aus Afghanistan

Tod in Afghanistan – Undank in der Heimat
Aus der Hölle in Krankheit und Obdachlosigkeit – US-Soldaten nach der Rückkehr von der Front

Afghanistan: Rückt das Ende des Schreckens näher?
Vietnam damals, Afghanistan heute: Kriegsverbrechen und Irreführung
Afghanistan – wann kommt der Waffenstillstand?
Blackwater–Söldner in Afghanistan oder: Mit der Bundeswehr Seit an Seit
Der Krieg in Afghanistan und eine führende liberale deutsche Wochenzeitung
Afghanistan: Milliarden für den Krieg, Peanuts zur Bekämpfung von Hunger und Unterernährung
Verteidigung westlicher Kulturwerte am Hindukusch oder: So fröhlich ist das Söldnerleben in Afghanistan
Keine Strafverfolgung deutscher Soldaten in Afghanistan?
Unsere kanadischen Folterfreunde in Afghanistan
Justiz in der Krise oder Krisenjustiz?
Mission impossible – Josef Joffes Iran-Kriegs-Artikel in der ZEIT</a

Interviews mit Botschafter a.D. Dr. Werner Kilian
Nach der Afghanistankonferenz – Dr. Werner Kilian im Interview
Schrecken ohne Ende? – Ein Interview mit Botschafter a.D. Dr. Werner Kilian

Aus der Abteilung Satire
CSU-Seehofer mailt an Frontbesucher und Vorneverteidigungsminister Baron von und zu Guttenberg
Afghanistan: General McChrystal schreibt an ZEIT-Herausgeber Josef Joffe
Minister Guttenbergs Tagesbefehl
Verteidigungsminister gratuliert Schlag-Raab
Minister Guttenberg gratuliert Supertalent Lena Meyer- Landrut

kriminalitaet

Spanien – Europas grösste Kokain Küche ausgehoben

Stephan Fuchs – Nach zweijährigen Ermittlungen schlugen die spanischen Ermittler nahe der Hauptstadt Madrid in Villanueva de Perales zu. 25 Personen wurden verhaftet, 300 Kilogramm Kokain und 33 Tonnen Chemikalien beschlagnahmt. Dazu kommen zwei Millionen Euro Bargeld, Waffen, 18 Luxusfahrzeuge, 470 Mobiltelefone sowie Wertgegenstände und Finanzposten von 50 Millionen Euro.

Nicht genug: der Kokain Mafia stand gleich auch eine ganze Anwaltskanzlei zur Verfügung. Das Geld aus dem tödlichen Geschäft wurde gleich auch von der Bande gewaschen. Das Kokain wurde in Kaffee Containern von Kolumbien nach Spanien geschmuggelt.

SATIRE

Castingshows: «viel figgen» – und sich zum Affen machen

Sonja Wenger – Wenig gibt einem eine so klare Vorstellung der Unendlichkeit wie die menschliche Dummheit – oder Gedankenlosigkeit. Und seit längerem gehört dazu auch der menschliche Drang zur Selbstdarstellung und freiwilligen Entwürdigung, also kurz: Der Drang, sich zum Affen zu machen.

Beweise dafür gibt’s genug. So die Inflation der Castingshows oder Dokusoaps, wie kürzlich «Jung, wild und sexy», die uns zeigen soll, was «die Jungen» heute wirklich wollen: Party bis ins Koma, Drogen, die den Weg dorthin abkürzen, «viel figgen» – und sich zum Affen machen.

Klar. Keiner zwingt einen, irgendetwas zu konsumieren, und Fremdschämen ist schon lange verlorene Liebesmüh‘. Aber uns weismachen zu wollen, nur für die Jugend gelte «Denn sie wissen nicht was sie tun – Reloaded» ist Unsinn. Konsequenzenanalyse passiert bei Erwachsenen (also an sich mündigen) Personen genauso wenig wie bei «den Jungen». Vielmehr sollte es heissen: denn sie wollen nicht wissen, was die anderen tun – ausser natürlich, wenn es darum geht, dass sich jemand zum Affen macht.

Der Teufel liegt also schon lange nicht mehr im Detail, der konnte schon vor Jahren damit aufhören, seinen Einfluss subtil auszuüben. Nein, der Teufel liegt heute in der Auslegung. Denn schliesslich ist der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, dass sich Showbusiness, Boulevard, Regenbogen- und Tagespresse selbst mit medialen Eintagsfliegen und kurzlebigem Blogfutter versehen – nur um dann amüsiert dabei zusehen, wie der noch nüchterne Teil der Gesellschaft in den Tagen einer Ausstrahlung oder Publikation mit Kanonen auf Spatzen schiesst statt sich über die wirklich schlimmen Dinge aufzuregen: Mediale Verblödung, künstlicher Konsumzwang, dreister Sozialabbau, politische Bevormundung, Renten-und Bildungsreformen.

Wie sonst ist zu erklären, dass das Bewusstsein der Masse längst durch schmierige Soaps aufgeweicht ist wie Karton im Regen, dass das kollektive Gedächtnis über soziale Errungenschaften erfolgreich gelöscht wurde, und dass heute kaum noch jemand für seine Handlungen zur Verantwortung gezogen wird.

Toller Trick, was? Setze der Masse so viel Mist vor, dass sie nicht mehr zu differenzieren vermag, worum es sich tatsächlich zu kämpfen lohnt. Für den Grossteil der Medien, die sich in der Hand des Kapitals oder im Würgegriff der Lobbyisten befindet, heisst das: Der Souverän hat seinen Willen bekommen und ist zum Affen gemacht – Mission accomplished.

Krieg

Stuxnet und die Folgen: Legalisierung von Virusattacken und Cyberwars, Fortsetzung der Landwegnahme in Ost-Jerusalem und der Westbank

Dr. Alexander von Paleske —17.1. 2011 — Israel und die USA entwickelten das Computervirus Stuxnet, welches iranische Siemens-Rechner befiel. Das hat jetzt die New York Times unter Bezugnahme auf US-Geheimdienstquellen enthüllt. Vermutet wurde das schon lange, auch in unserem Artikel im Juli.
Der Befall von Siemens-Rechnern beschränkte sich nicht nur auf den Iran wo 60% dieser Rechner stehen.
20% der insgesamt von Stuxnet befallenen Computer befinden sich in Indonesien, 8% in Indien, der Rest über die Welt verstreut.

Im Iran wurden allein rund 30.000 Rechner befallen. Darunter offenbar auch die Steuerungsanlagen für die Uranzentrifugen, deren punktgenaue Steuerung zur Urananreicherung essentiell ist.

Zerstörung durch Rechner-Manipulation
Das Struxnet-Virus manipulierte nun die Drehzahlen, was entweder dazu führte, dass das Uran nicht richtig angereichert wurde, bzw. trieb die Drehzahl exorbitant hoch, sodass die Zentrifugen dank der hohen Drehzahl zerstört wurden.
Mehr als 1000 Zentrifugen sollen so außer Gefecht gesetzt worden seien.

Aus schweizer Landen
Diese Zentrifugen P1 stammen aus dem Nuklear-Verbreitungs-Netzwerk des Pakistaners Abdul Qadeer Khan, dem Vater der pakistanischen Atombombe.

Die Komponenten wurden teils in Südafrika, teils in der Schweiz hergestellt. Führend daran beteiligt waren die schweizer Familie Tinner und der Deutsche Gotthard Lerch. Lerch wurde wegen Atomschmuggels vom Oberlandesgericht Stuttgart im Jahre 2008 zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt.Wir hatten ausführlich über dieses Netzwerk berichtet, das über 30 Jahre von westlichen Geheimdiensten lediglich beobachtet wurde, ohne den Zulieferbetrieben das Handwerk zu legen, was eine Reihe von Fragen aufwirft.

Vier Jahre zurückgeworfen
Durch die Beschädigung der Zentrifugen soll das Atomprogramm des Iran offenbar um mehrere Jahre zurückgeworfen worden sein. Die Herstellung einer Atombombe wäre demnach dem Iran erst im Jahre 2015 frühestens möglich, dies behauptet jedenfalls Meir Dagan, der aus dem Amt scheidende Chef des israelischen Auslands-Geheimdienstes Mossad.

Israel und die USA schwelgen vermutlich in dem Erfolg des Virusangriffs. Dabei wird geflissentlich übersehen, dass dieser staatliche Hackerangriff noch unübersehbare Folgen haben kann.

Unabsehbare Folgen
Zunächst einmal wird damit erstmalig die Einschleusung von Viren staalich „legalisiert“, indem die USA und Israel sich selbst an die Spitze der Hacker setzen.

Es ist daher auch eine Einladung an andere Länder und Individuen, es ihnen gleichzutun. Angesichts der Vulnerabilität des Internets sind das sehr beunruhigende Aussichten.
In Zukunft könnten also Atomkraftwerke, Raketenabschussbasen etc. Ziele von staatlichen oder nichtstaatlichen Hackerangriffen werden. Auch könnte der Iran versucht sein, mit gleicher Münze heimzuzahlen.

Aber der Iran könnte auch anderweitig Vergeltung suchen. Al Qaida Leute befinden sich angeblich seit einiger Zeit im Iran. Denen könnte man z.B. radioaktives Material zur Herstellung einer schmutzigen Atombombe in den Rucksack packen. Al Qaida bemüht sich angeblich seit einiger Zeit um derartiges Teufelszeug, mit dem ein grösseres Gebiet durch die Explosion eines herkömmlichen Sprengsatzes radioaktiv verseucht werden könnte.

Die israelische Regierung glaubt, dass der Iran erst im Jahre 2015 wieder dort steht, wo er vor dem Stuxnet-Angriff stand. Das mag zutreffen. Die Zeit bis dahin will man nach Angaben Meir Dagans nutzen, um die Spannungen zwischen den verschiedenen Volksgruppen im Iran zu verschärfen, mit anderen Worten auf einen Bürgerkrieg hinarbeiten.

Stuxnet als Fiedenstaube?
Israel stand kurz davor, den Iran anzugreifen, hätte das Stuxnet-Virus nicht seine Zerstörungsarbeit verrichtet.
Ist das Stuxnet Virus also in Wirklichkeit eine Friedenstaube?
Davon kann keine Rede sein. Es gilt nach wie vor: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

US-Präsident Obama hatte vor neun Monaten Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu unmissverständlich klargemacht, dass die USA Israel im Falle eines Angriffs auf den Iran nur dann zu Hilfe eilen würden, um die Vergeltungswaffen des Iran zu zerstören, wenn die aggressive Siedlungspolitik Israels in den besetzten Gebieten, also Ost- Jerusalem und der Westbank, sofort eingestellt und Fortschritte beim Friedensprozess erzielt würden, bis hin zu einem Palästinenserstaat.

Israels Regierungschef Netanyahu saß in der Klemme.
Die Siedler glaubten, dass sie beides haben könnten, Netanyahu wusste nur zu genau, dass das nicht funktionieren würde.
Nun hat das Stuxnet-Virus ihn aus dieser Klemme für die nächsten vier Jahre befreit.

Weder US-Präsident Obama, geschwächt nach den Midterm- Elections im November 2010, noch die Entwicklungen im Iran, können ihn und die Siedler jetzt davon abhalten, die aggressive Siedlungspolitik unvermindert fortzusetzen. Und das geschieht bereits.

Keine guten Aussichten für die Palästinenser.

Nachtrag aus gegebenem Anlass
Kommentare aus dem Dunstkreis von La Rouche, BüSo / Neue Solidarität werden hier nicht zur Veröffentlichung zugelassen.

Das Stuxnet-Virus und der Siedlungsbau im Westjordanland

Prozess in Suedafrika und Banditen im Nuklearbereich
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Konflikt Iran-Israel allgemein
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Kaperung des Frachters Arctic Sea im Juli 2009 durch den Mossad
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Israel allgemein
Israel: Journalismus, illegale Staatsgeheimnisse und Todesschwadronen
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Krieg

„Fuck Hamas! Fuck Israel!“ Im Gespräch mit den Verfassern des Gaza Youth Manifests

Vera Macht – Abu Yazen ist nervös, er hat lange nicht geschlafen. Dass das alles so groß werden würde, so schnell gehen, das hat er nicht geahnt. Er heißt auch gar nicht Abu Yazen, aber seinen richtigen Namen angeben, das geht nicht mehr. Zu groß ist die Gefahr, wenn man an einem Ort wie Gaza seinen Frust in Worte fasst, seinen Ärger auf alles und jeden, die Regierungen und die Welt, die junge Menschen wie ihn vergessen zu haben scheint. Er ist nur einer von 800000 jungen Menschen in Gaza, die Hälfte der Bevölkerung in dem kleinen, abgeriegelten Küstenstreifen ist unter 18.

Die deustche Überetzung des Gaza Manifests bei Facebook

Er ist einer von denen, die während der ersten Intifada geboren wurden, ihre Kindheit unter israelischer Besatzung verbracht haben, inmitten einer zweiten Intifada, eines Bürgerkriegs, und letztendlich den israelischen Angriff auf Gaza im Winter 2008/9 überlebt haben, dem insgesamt 1400 Menschen zum Opfer fielen. Rund 400 davon waren Kinder. Und seit 2007 lebt er – wie alle hier – unter einer vollkommenen Blockade, auferlegt von Israel, stillschweigend hingenommen von der Weltöffentlichkeit.

Sein Zuhause ist ein Gefängnis inmitten des alltäglichen Terrors eines nun mehr als 60 Jahre dauernden Konflikts. „Ich bin jung, ich will mein Leben leben, aber wo ist meine Freiheit“, sagt Abu Yazen leise. „Über mir ist der Lärm der F16, nach ein paar Kilometern treffe ich in jeder Richtung auf von Scharfschützen bewachte Grenzen, und auf dem Meer sehe ich die israelischen Kriegsschiffe.“

Doch normalerweise spricht Abu Yazen nicht leise. Jetzt vielleicht, jetzt ist er müde und erschöpft, und man weiß ja auch nie wer zuhört, am Nachbartisch. Doch normalerweise spricht Abu Yazen sehr laut aus, was ihn hier so frustriert, was ihn verzweifeln lässt. Er ist Mitglied von Gaza Youth Breaks Out, einer Gruppe von fünf jungen Männern und drei jungen Frauen, die ein Aufsehen erregendes Manifest verfasst haben. Ihre Facebook Seite hat innerhalb von ein paar Tagen 13000 Mitglieder angesammelt, die Presse dieser Welt steht Schlange. Doch Abu Yazen und seine Gruppe sind vorsichtig, ihre Facebook-Seite wurde für ihre Kommentare schon vorübergehend gesperrt, und in Gaza kritisiert man die Mächtigen besser nicht öffentlich.

Aber es ist der Gruppe wichtig klar zustellen, dass sich ihre Wut nicht hauptsächlich gegen die entzweiten palästinensischen Parteien richtet, vor allem seit sich die Presse auf ihre Hamas-Kritik gestürzt hat wie auf ein gefundenes Fressen. Aus diesem Grund haben sie ihr Manifest extra noch einmal umgeschrieben, es beginnt nun nicht mehr mit der provokanten Äußerung „Fuck Hamas“.

„[Wir sind] krank, als Terroristen hingestellt zu werden, als hausgemachte Fanatiker mit Sprengstoff in unseren Taschen und dem Bösen in unseren Augen“ so schreiben sie in ihrem Manifest. Abu Yazen stellt klar: „Wir wollen nicht als politisches Werkzeug für die Hetze gegen islamischen Terror missbraucht werden. Israel rechtfertigt sein ganzes Handeln gegen uns damit, dass Hamas an der Macht ist. Aber wir leben seit 60 Jahren unter Besatzung.

Die Blockade verstärkt nur den Konflikt zwischen den Parteien, die Spaltung von Palästina, und verhindert, dass wir endlich einen eigenen Staat haben.“ Sie fühlen sich alleine gelassen, ja, inmitten des politischen Streits um Macht und Recht. Im Stich gelassen von ihrer Regierung, von den palästinensischen Parteien, und von der UN, die hier in Gaza überall sichtbar ist, durch ihre Flaggen, ihre gepanzerten Fahrzeuge, aber nur redet, nicht handelt, das werfen sie ihr vor. „Unsere Forderung ist, dass die Blockade endlich beendet wird, und unsere elementaren Menschenrechte von Israel eingehalten werden“, macht einer von ihnen deutlich.“Wenn das erfüllt ist, dann können wir auch unsere innenpolitischen Probleme angehen. Dann werden wir in einer neuen Wahl frei und selbstständig unsere Regierung bestimmen können.“

Sie haben ihr Manifest geschrieben weil sie sahen, wie ihre Situation schlechter anstatt besser wurde, wie aus Besatzung Blockade wurde, aus Gewalt Krieg. Weil sie nicht sahen, dass jemand aktiv für sie Partei ergreift, und sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen wollten.

„Wir wollen schreien und diese Mauer aus Schweigen, Ungerechtigkeit und Gleichgültigkeit so durchbrechen wie die israelischen F16 die Schallmauer; […]“, so schreiben sie mit Feuer und Wut. „Wir sind krank davon, in diesem politischen Kampf gefangen zu sein; […]; krank von der Schand-Mauer, die uns vom Rest unseres Landes trennt und uns auf einem Stück Land von der Größe einer Briefmarke gefangen hält; krank von der Gleichgültigkeit, die uns von der internationalen Gemeinschaft entgegenkommt, […]; wir sind krank und müde, ein beschissenes Leben zu leben.“

Gamila ist eine hübsche junge Frau, und wenn sie spricht, dann klingt ihre Stimme klar und bestimmt, man merkt gleich, sie weiß was sie will. Sie ist eine der drei Frauen von Gaza Youth Breaks Out, und was sie will ist ein Leben in Sicherheit und Freiheit für sich und ihre Familie. Sie will erzählen warum sie Mitglied dieser Gruppe ist, wo ihre Verzweiflung herkommt, damit die Menschen „da draußen“ sie verstehen. Denn dass die Menschen „da draußen“ die Wahrheit kennen lernen, das ist erklärtes Ziel der Gruppe.

Gamila lebte ein Jahr in einem Haus ohne Fenster. Fenster gehören zu den Dingen, die von Israel als „Luxusgüter“ erklärt wurden, und nicht auf der eineinhalb Seiten langen Liste an Gegenständen und Nahrungsmitteln standen, deren Einfuhr Israel zur Hochzeit der Blockade an Versorgung für 1,5 Millionen Menschen hineingelassen hat. Für die reicheren Familien Gazas, kommen solche Dinge durch die Tunnel, aber Menschen wie Gamila nützt das wenig.

Ein Jahr lebte sie ohne Fenster, bis sie sie im Winter mit Holz verriegelte. Ihre Mutter hatte Krebs, Gazas Krankenhäuser konnten ihr nicht die benötigte Strahlentherapie bieten, die sie brauchte. Als der Arzt ihr sagte, dass sie binnen einer Woche nach Ägypten müsste, da sich ihr Krebs schnell ausbreitete, dauerte es zwei Monate, bis sie die benötigten Genehmigungen erhielt. Zu diesem Zeitpunkt war Krieg, sie fuhr quer durch Gaza inmitten der fallenden Bomben.

„Der Krieg war das Schlimmste, was je in meinem Leben passiert ist“, sagt Gamila. „Ich habe mein Haus verlassen, weil es nahe der Grenze ist, und in einer Unterkunft gebetet, dass ich und meine Familie überleben würden.“ Und nun findet sie keine Arbeit, obwohl sie studiert hat, in der desaströsen Wirtschaftslage Gazas, bei der die Arbeitslosigkeit seit der Blockade bei über 45 Prozent liegt. Ein Zustand, der von Israel so geplant wurde, wie Wikileaks kürzlich enthüllt hat: „Im Rahmen ihres umfassenden Embargo-Plans gegen Gaza haben israelische Beamte mehrmals bestätigt, dass sie beabsichtigen, die Wirtschaft Gazas am Rande des Zusammenbruchs zu halten, ohne sie in den Abgrund zu schieben.“ Eine Ausreisegenehmigung zu bekommen, um woanders Arbeit zu finden, oder ihren Master im Ausland zu. machen, hat Gamila wie die meisten anderen jungen Menschen Gazas vergeblich versucht.

Doch die Hoffnung aufgeben, das kommt für die Gruppe nicht in Frage. „Wir haben ein Ziel vor Augen, und dafür kämpfen wir“, sagt Abu Yazen, und diesem Moment spürt man die Kraft und Willensstärke, die das Manifest verkörpert. Er spricht wieder laut, vergessen ist die Erschöpfung und Bedrohung, die sie von allen Seiten empfinden.

Alle Acht sind gebildet und sprechen sehr gutes Englisch. Sie sind normale junge Menschen, nicht außergewöhnlich reich oder arm, nicht aus außergewöhnlichen Familien, sie verlangen keine außergewöhnlichen Dinge. Außergewöhnlich mutig, das vielleicht sind sie. Mutig genug, um in die Öffentlichkeit zu treten und das zu verlangen, was jedem jungen Menschen dieser Welt zustehen sollte: die elementaren Menschenrechte. Sie mögen aktive Unterstützung der Weltöffentlichkeit und Regierungen brauchen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, aber jemanden der für sie spricht, das brauchen sie bestimmt nicht. Das können Abu Yazen, Gamila und die anderen sehr gut selbst.

„Wir wollen drei Dinge: Wir wollen frei sein. Wir wollen in der Lage sein, ein normales Leben zu leben. Wir wollen Frieden. Ist das zu viel verlangt? Wir sind eine Friedensbewegung, die aus jungen Leuten in Gaza und Unterstützung an anderen Orten besteht. Wie werden nicht ruhen, bis jeder auf dieser Welt die Wahrheit über Gaza kennt, und zwar so, dass keine stille Zustimmung oder laute Gleichgültigkeit mehr akzeptiert werden wird.

Wir werden damit beginnen, die Besatzung zu zerstören, die uns selber umgibt. Wir werden aus diesem geistigen Gefängnis ausbrechen und unsere Würde und unsere Selbstachtung wiedergewinnen. Wir werden unsere Köpfe hoch tragen, auch dann, wenn wir auf Widerstand stoßen. Wir werden Tag und Nacht daran arbeiten, die elenden Umstände zu verändern, in denen wir leben.Wir werden Träume bauen, wo wir auf Mauern treffen.“

Vera Macht lebt und arbeitet seit April 2010 in Gaza. Sie ist Friedensaktivistin und berichtet über den täglichen Überlebenskampf der Menschen im Gazastreifen.

SATIRE

CSU-Wahlkampf-Spot – Nur die Wahrheit zählt

Dr. Alexander von Paleske 15.1. 2011—- Verteidigungsminister Karl-Theodor von und zu Guttenberg (CSU) fordert von seinen Politiker-Kollegen mehr Mut zur Wahrheit. „Wer diese den Menschen nicht zumute, werde als Politiker «selbst zur Zumutung»“, sagte Guttenberg am Freitagabend in Plauen.

Wie das konkret aussieht zeigt der neue und höchst informative Werbespot der bayerischen CSU, die ohnehin dafür bekannt ist, nicht lange um den heißen Brei herumzureden, sondern gleich zur Sache zu kommen:
.
—- Ein Männlein steht im Walde, ganz grün und dumm
—-Es hat vor lauter Protest eine Steinschleuder um
—-Grünsein und Dagegensein
—-mit Pflaster-, Schotter- und Ziegelstein.
—- Ach, wie bin ich froh-ho, kein Grüner zu sein.

Das Zeichentrick-Video mit dem Titel „Ein Blick hinter die Fassade der Grünen“ zeigt die einstige Ökopartei auf der CSU-Homepage sinnbildlich als Strichmännchen mit gefletschten Zähnen..

CSU-Chef Horst Seehofer will sich bei den Grünen nicht für diesen hochinformativen und intellektuell sehr anspruchsvollen Werbespot entschuldigen, der die grüne Oppositionspartei als Dummkopf mit Steinschleuder darstellt.

„Auch der politische Gegner gehe nicht immer sehr sanft mit der CSU um“, sagte Seehofer am Donnerstag in Kreuth.

Antwort auf diese Niedertracht
Die Grünen sollten das nicht auf sich sitzen lassen und ich empfehle folgenden Bumerang:

—–Ein Bänklein steht in München ganz matt und krumm
—–Es hat vor lauter Schulden kein Mäntelchen mehr um
—–Sag wer könnte das denn sein
—–Das ist doch BayernLB – einst fein und rein
—–jetzt mit rotem Milliarden-Schulden -Käppelein
—–denn die CSU stellte die Aufsicht ein
—–Ach wie bin ich fro- ho- hoh ein Grüner zu sein

Alte Kamellen
Wie wenig aktuell im übrigen der Werbespot der CSU ist, lässt sich am besten am Lebenslauf des ehemaligen Chefgrünen beispielhaft darstellen: Frühsponti und Spätgrüner Joseph alias Joschka Fischer hatte als aktives und führendes Putzgruppenmitglied einst mit vielen Steinen geworfen, die er in Latscha-Plastiktüten mit auf die Demos brachte.

Aber unser Joseph alias Joschka ist längst voll resozialisiert und mittlerweile als Klinkenputzer für BMW unterwegs.

Das sollte man auch liedmässig auf den neuesten Stand bringen:

—–Ein Männlein steht in München ganz dick und rund
—–Es hat zum Klinkenputzen ein Tüchlein am Bund
—–Sag wer mag das Männlein sein
—–das bei BMW steht zum Putzen an
—–ist das nicht das Fischerlein
—–mit dem weiss-blauen Putztüchelein

Ja, Wahlkampfzeit ist Dichterzeit. Danke CSU, diese Kampagne angestossen zu haben.

Mehr Satire zum smarten Minister Guttenberg
CSU-Seehofer mailt an Frontbesucher und Vorneverteidigungsminister Baron von und zu Guttenberg
Der Theodor, der Theodor der steht bei uns im Rohstoff-Militär-Kontor

Minister Guttenbergs Tagesbefehl
Minister Guttenberg gratuliert Supertalent Lena Meyer- Landrut
Verteidigungsminister gratuliert Schlag-Raab

Mehr Satire zu Joseph alias Joschka Fischer
Professor J. Fischers Vorlesung – oder: politischer Opportunismus führt zum Erfolg
Joschka Fischer schreibt an ZEIT-Editor Dr. Theo Sommer

Keine Satire
Joseph (Joschka) Fischer – ein Entnazifizierungsheld im Auswärtigen Amt

USA

Das Massaker von Tucson und Sarah Palin mit ihrer Tea-Party – eine Nachbetrachtung

Dr. Alexander von Paleske — 15.1 2011 — Das Massaker in Tucson/Arizona , angerichtet von einem Jared Lee Loughner, bei dem sechs Menschen getötet und die US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords durch einen Kopfschuss schwer verletzt wurde, hat die USA erschüttert.

Hassprediger bereiten den Boden

Die Erschütterung hätte allerdings schon viel früher kommen müssen: Als nämlich Sarah Palin mit ihrer Tea Party, Glenn Beck und andere zum Hass gegen Obama und die Demokraten vor den Midterm-Elections im November vergangenen Jahres anstachelten.


Sarah Palin weist Vorwürfe zurück, 12.1. 2011- Screenshot Dr. v. Paleske


Plakat der „Tea Party“

Palin und Glenn sind beide Moderatoren bei Fox, der mittlerweile meistgesehene rechtslastige US-Nachrichtenkanal, für den Qualitätsjournalismus ein Fremdwort und der Appell an die Emotionen der Zuschauer täglich Brot ist.


Prediger Glenn Beck bei der Arbeit. Screenshot Dr. v. Paleske

Fox, wie auch in Deutschland der Bezahlfernsehsender Sky, früher Premiere, gehören zu Rupert Murdochs Medienimperium News Corp..

Details aus dem Wahlkampf.
Ein paar Auszüge aus dem Hass-Wahlkampf vor den Midterm-Elections:

– Im Kampf um die Wiederwahl in Tucson trat Anschlagsopfer Gabrielle Giffords gegen die Republikanerin Jesse Kelly, von der Tea Party unterstützt, an. Auf einem ihrer Tea Party Fundraisers auf der das Thema Waffenbesitz auf der Tagesordnung stand, sagte einer ihrer Unterstützer mit Zustimmung Kellys:

“Get on target for victory in November. Help remove Gabrielle Griffords from office, shoot a fully automatic M16 with Jesse Kelly.“

– In Florida rief Radio Moderatorin und Tea Party Aktivistin Joyce Kaufman auf einer Veranstaltung ihrer Bewegung:

“If ballots don’t work, bullets will“

– Der Republikaner Rick Barber aus Alabama missbrauchte den Spruch von US Präsident George Washington

“gather your armies“

und setzte das Konterfei des ersten US-Präsidenten darunter.

– Die republikanische Kongressabgeordnete Michelle Bachmann rief ihre Anhänger in ihrem Wahlkreis auf:

“Be armed and dangerous“

Und weiter:

“We need to fight back. Thomas Jefferson told us having a revolution every now and then is a good thing, and the people – we the people – are going to have to fight back hard if we’re not going to lose our country.“

Ein martialischer Tee-Chor
Andere stimmten in diesen martialischen Tee-Gesang ein.

– Tea-Party Mitglied und Republikanerin Sharon Angle trat im US Bundesstaat Nevada (erfolglos) gegen den demokratischen Senator Harry Reid an mit dem Ausruf.

“People are considering “Second Amendment remedies“ to bring the federal government under control”

Eine Bezugnahme auf das US-Recht, eine Waffe zu führen.
Um dann fortzufahren:

“What can we do to turn this county around? I’ll tell you, the first thing we need to do is take Harry Reid out“

Mittlerweile forderte Fox News Boss Roger Alies, unter dem Druck der Ereignisse, seine Hetzer Palin und Beck auf, den Ton zu mässigen – vorübergehend wohl nur. Gleichzeitig bestritt Alies, dass Glenn Beck und Sarah Palin mitverantwortlich gemacht werden könnten für die tragischen Ereignisse in Tucson:

“I told all of our guys, ‚Shut up, tone it down, make your argument intellectually You don’t have to do it with bombast.“

Uneinsichtigkeit trotz der Tragödie
Aber schon melden Abgeordente sich zu Wort, die keineswegs die bewegenden Worte des US-Präsidenten Obama auf der Trauerveranstaltung in Tucson für die Anschlagsopfer sich zu Herzen nehmen.

Jason Chaffetz, Republikaner aus Utah und Heath Shuler, Demokratin aus North Carolina, kündigten völlig unbeeindruckt an, die politische Hitze auf den Veranstaltungen zu steigern.

Hetzern und politischen Brunnenvergiftern soll und muss eine demokratische Gesellschaft entgegentreten, bevor es zur Tragödie kommt.

Glückwunsch an BASF, Bayer, BP, Solvay zum Wahlausgang in den USA
Rupert Murdoch bläst zum Angriff auf Obama
Rupert Murdoch – Citizen Kane in der Aera der Globalisierung
Die Rache der Sarah Palin
Rettet Rupert Murdoch den guten Journalismus?

Entwicklungshilfe

Ärztin Monica Glenshaw und ihr Einsatz in Simbabwe

Dr. Alexander von Paleske 12.1.2011 — Angewidert von den jüngsten Skandalen im Zusammenhang mit der BayernLB und . der Hypo Alpe (Skandalpe) mögen manche auf der Suche nach einem Kontrastprogramm sein, nach Menschen, die nicht sich von ihrer Gier leiten lassen, sondern von ihrer Menschlichkeit, die Befriedigung darin finden, anderen zu helfen und nicht den Sinn des Lebens darin zu sehen, sich die Taschen vollzustopfen.

Ein derartiges Kontrastprogramm, noch dazu ein außergewöhnliches, bot Monica Glenshaw mit ihrem 30-– jährigen Einsatz in Simbabwe.


Monica Glenshaw

Ursprünglich hatte ich schon vor einiger Zeit mit einem Artikel sie hier vorstellen wollen. Durch die Zeitverzögerung ist leider ein Nachruf daraus geworden.

Geboren am 16 November 1941 wuchs Monica Glenshaw als drittes Kind einer weißen Angestelltenfamilie in dem Bergwerksstädtchen Van Dyk in Südafrika auf.

Abgeschirmt von den miserablen Lebensumständen der schwarzen Bevölkerungsmehrheit, absolvierte sie ihre Schulzeit und wollte den Beruf einer Tierärztin ergreifen. Dazu reichten aber ihre mäßigen Schulabschlüsse nicht, und so studierte sie Agrarwissenschaft und schloss das Studium mit einem Diplom ab.

Über eine katholische Frauenorganisation, die in Soweto, einem schwarzen Township von Johannesburg, Nähkurse organisierte, kam sie erstmals in Kontakt mit der bitteren Wirklichkeit, der Armut und der Unterdrückung der Schwarzen im Apartheid- Südafrika der 60er Jahre.

Sie nahm nach diesen Erfahrungen ein Medizinstudium an der Universität von Witwatersrand /Johanneburg auf. 10 Jahre älter als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen machte sie Ihre medizinischen Famulaturen nicht im Vorzeigekrankenhaus, dem Johannesburg General Hospital, sondern im Baragwanath-Hospital (jetzt: Baragwanath- Chris Hani) in Soweto, dem Krankenhaus für Schwarze, und in den Distriktkrankenhäusern Hlabis und Nqutu in Natal.

Nach Sambia und Simbabwe
Ihre erste Stelle als Assistenzärztin trat sie dann auch in Nqutu an, bevor sie nach Sambia ging, um dem Apartheidregime zu entkommen. 1979 kam sie kurzfristig nach Südafrika zurück, um dann, nach der Unabhängigkeit Simbabwes im Jahre 1980, die Arbeit am dortigen Provinzkrankenhaus von Mutare aufzunehmen.
5 Jahre später wurde sie District Medical Officer im Buhera- Distrikt, einem der Armenhäuaser Simbabwes. Es sollte ihre Lebensaufgabe werden.

Als ärztliche Direktorin des Provinzkrankenhauses Murambinda, baute sie dort eine Schwesternschule auf, erreichte die Erweiterung nicht nur des Murambinda Krankenhauses, sondern auch des Krankenhauses in Birchenough Bridge, das in ihrem Distrikt lag.

HIV und TB als Herausforderungen
Ende der 80er Jahre war die HIV Epidemie auch in ihrem Distrikt mit voller Wucht angekommen. Monica Glenshaw organisierte die Heimversorgung der damals noch unbehandelbaren Patienten.

Im Jahre 2001 begann sie mit einem Programm zu Verhinderung der Übertragung des HIV-Virus von Müttern auf ihre Neugeborenen mit Unterstützung der Universität von Bordeaux und der Elizabeth Glaser Stiftung in den USA.

Sie arbeite eng mit der Organisation MSF/Ärzte ohne Grenzen zusammen, um Diagnose und Behandlung der Tuberkulose zu verbessern . 50% der Tuberkulosepatienten sind ebenfalls HIV-positiv.

Es war nicht das Alter, das schließlich diese außergewöhnliche Ärztin im Alter von 68 Jahren zum Aufgeben zwang, sondern ihre Krebserkrankung.

Monica Glenshaw starb am 20 September 2010 in Harare, der Hauptstadt Simbabwes.

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europa

Greece Admits Data Falsified to Enable Euro Entry

Onlineredaktion – Greece admits it joined the euro single currency in 2001 on the basis of figures that showed its budget deficit to be much lower than it really was. Eurozone states are expected to have deficits below 3 percent of gross domestic product, but revised data show Greece has exceeded that limit since 1999. Greek press reports suggest the country’s budget deficit in 1999 was 3.38 percent. The problem was discovered by Eurostat, the EU’s statistics agency, when it visited Athens last week to examine Greece’s current budget figures.

Greece had already said that its public deficit breached the European Union cap between 2000 and 2003, as the cost of hosting the 2004 summer Olympics reached €7bn. But Greece’s finance ministry had claimed that the country’s 1999 deficit, on the basis of which Greece was allowed to join the euro in 2001, was below the limit. “It has been proven that Greece’s budget deficit never fell below 3 percent since 1999,” finance minister George Alogoskoufis now admits.

Katinka Barysch, chief economist at the Centre for European Reform, says the announcement will not be a surprise for Brussels insiders. “Quite a few member states did something similar because of the political imperative to join the euro as soon as possible. Greece has just gone a bit further,” she says.