afrika

Erinnerungen einer Auswanderin wider Willen (4.Teil)

Dr. Alexander von Paleske

Zum Beginn hier

Heirat auf Befehl
Unser Leben hatte sich nach dem Tod meines Vaters völlig verändert, denn meine Mutter beschloss nun, nach Deutschland zurückzukehren und dort von der Pension meines Vaters zu leben.

Ich sollte Bob heiraten, was ich eine Woche zuvor gegenüber meinem Vater noch strikt abgelehnt hatte. Aber meine Mutter befahl jetzt: „Du musst“ und so blieb mir nichts anderes übrig, als mich zu fügen.

Wir heirateten am 31. Oktober 1933 in einer kleinen Einheimischen- Kirche. Anwesend war, neben dem Pastor nur meine Mutter und ein Trauzeuge . Die Zeremonie dauerte 10 Minuten – für eine Ehe, die 28 Jahre dauern sollte.

Unser gemeinsames Haus war eine Hütte in Ivuna, wo wir schliesslich ankamen, nach Dutzenden von platten Reifen begleitet von dem Gebrüll der Löwen.

So sah mein neues Zuhause aus: 1 Tisch, drei Stühle, einer davon hatte nur drei Beine, ein Bett aus Baumstämmen hergestellt mit einem Moskito-Netz.
Die Küche bestand aus einer Benzin-Tonne als Tisch und zum Kochen hatte ich drei Töpfe.

Meine Mutter liess alle Haushaltsgegenstände bei ihrer Abreise nach Deutschland zurück und mit der Hilfe von weiteren Benzin-Tonnen richtetete ich unser Heim ein.

Vom Kochen hatte ich wenig Ahnung, und unsere Hauptnahrungsmittel bestanden aus Fisch, Süsskartoffeln, Eiern, Honig, Flusspferdfleisch und Elefantenfett, was wir alles von den Einheimischen kauften..

Für mich war das Leben wenig aufregend, manchmal ziemlich langweilig, ich hatte keine Nähmaschine und die nächsten Geschäfte waren 400 Kilometer entfernt in Dodoma.

Ich verkaufte Salz an die Einheimischen , die zum Teil Hunderte von Kilometern zu uns kamen. Das Salz benötigten sie für ihr Vieh „Salt Lick“ -.

Nun begann ich mich plözlich krank zu fühlen, vor allem morgendliche Uebelkeit, ich wusste aber nicht, was der Grund war, und hatte niemanden, mit dem ich über meine „Gesundheitsprobleme“ sprechen konnte.

Da bekamen wir Besuch von einem Deutschen, der mit einer grossen Zahl Vieh zum Verkauf auf dem Weg nach nach Lupa sich befand.. Er blieb ein paar Tage bei uns, und, da er Butter und Käse dabei hatten, bereicherte er unseren Speisezettel.
Als er mitbekam, dass ich mich krank fühlte, lachte er nur und sagte: Du bist schwanger.

Mir verging das Lachen da ich keinerlei Erfahrung mit und Wissen über eine Schwangerschaft hatte, und es würde eine ganze Weile dauern mit einer Frau darüber sprechen, der ich mich anvertrauen konnte.

August 1933
Wir ziehen von Ivuna nach Mbeya um. Ich bin nicht sonderlich begeistert, in meiner Situation 100 Kliometer zu marschieren. 25 Einheimische transportieren all unsere Habseligkeieten einschliesslich einer Katze und eines Hundes mit 7 Welpen.

Die erste Nacht verbrachten wir auf einem schattigen Platz , der von den Einheimischen tagsüber benutzt wurde, um Affen von ihren Maisanpflanzungen zu vertreiben.

Unsere Lastenträger machten ein grosses Feuer und liessen uns dann alleine, weil sie ins benachbarte Dorf gehen wollten, und die neuesten Neuigkeiten zu erfahren
Wir badeten im Fluss und wollten dann schlafen, aber Löwen hatten die Witterung aufghenommen und so verbrachten die Nacht damit, durch Trommeln auf Benzintonnen Krach zu machen und sie so auf Distanz zu halten.

Am nächsten Tag erreichten wir eine Missionsstation namens Gagula , dort fanden wir einen Lastwagenfahrer , der uns nach Mbeya mitnahm, wo wir für einige Tage Rast in einem Hotel machten.

Weiter ging es dann nach Mbozi, wo wir in einem einfachen Haus mit Fenstern und und Türen unterkamen.Dort verbrachten wir unser erstes gemeinsames Weihnachtsfest. Selbst an einem Weihnachtsbaum mangelte es nicht.
Wenige Tage vor dem Fest erhielt ich ein kleines Zebra das ich aufzuziehen versuchte. Einen Schnuller , hatten wir aus einem alten Fahrradschlauch hergestellt, aber das Zebra vertrug keine Kuhmilch, litt an Durchfall und starb schliesslich daran.

Wie gewöhnlich hatten wir kaum Geld, und so warteten wir ungeduldig auf das Ende der Regenzeit, um zur Salzpfanne zurückzukehren, unserer Einnahmequelle. Wir engagierten jemanden, uns ein Haus in Ivuna zu bauen.
Meine Schwangerschaft machte weitere Fortschritte, aber ich war ängstlich , weil ich keine Frau gut genug kannte, der ich mich anvertrauen konnte.

Eines nachts kam ein Leopard in unser Haus und schnappte sich unseren Hund , der unter unserem Bett lag. Wir sprangen aus dem Bett uind schafften es, den Hund aus dem Maul des Leoparden zu befreien.

Fortsetzung hier

Frankreich

Zahltag für französischen Rüstungkonzern oder: wie schmiert man eine Republik/Provinz

Dr. Alexander von Paleske — 5.5. 2010 — Vorgestern verurteilte ein Pariser Schiedsgericht den französischen Rüstungskonzern Thales, früher Thomson/CSF zur Zahlung von 630 Millionen Euro an Taiwan.
Thales habe verbotene Schmiergeldzahlungen an Vermittler geleistet. die dann angeblich auf den Verkaufspreis aufgeschlagen wurden.

Die Nachricht hat in Deutschland bisher wenig Widerhall gefunden, dabei verbirgt sich dahinter einer der grössten Rüstungsskandale der Nachkriegszeit, in den angeblich auch der jetzige Präsident des Internationalen Währungsfonds (IMF), Dominique Strauss-Kahn, aber auch der Ex Präsident Jaques Chrac verwickelt waren, und dessen Folgeprozess als „Clearstream-Prozess“ in Frankreich bis in die jüngsten Tage für Schlagzeilen sorgte und sorgt..

Was steckt dahinter?

Ein Blick zurück
Starten wir in Taiwan, eine grosse Insel und ein Gebilde, das im Prinzip eine Provinz Chinas ist, wohin sich der Kuomintang- Führer Tschiang Kai-schek mit den Resten seiner geschlagenen Armee seinerzeit hinflüchtete, nachdem MaoTse-tung ihn aus dem Kernland China vertrieben hatte.

Eine Insel, die staatliche Eigenständigkeit beanspruchen will, aber nur noch von weniger als einer Handvoll Staaten als eigenständiger Staat anerkannt wird.

Taiwan wollte Ende der 80er Jahre Fregatten kaufen, um gegen Angriffe der Volksrepublik China besser gewappnet zu sein.
Sechs Fregatten sollten es sein, zum Gesamtpreis von 2,8 Milliarden US Dollar, angeblich darin 350 Millionen US Dollar Schmiergelder versteckt.

Aber jedes Land, das solch einen Auftrag annimmt, muss sich anschliessend auf diplomatische Auseinandersetzungen mit der Volksrepublik China gefasst machen, bis hin zum Handelsboykott.

Auf der anderen Seite sind solche Fregatten natürlich ein verlockendes Geschäft, weil zu dem normalen Kaufpreis noch erhebliche, sagen wir mal „Unbequemlichkeitszuschläge“ für die dann zu erwartenden diplomatischen Auseinandersetzungen mit der Volksrepublik China hinzukommen.

Aber nicht nur das, auch innerhalb eines auftragnehmenden Landes, und da kommen nicht viele in Frage, führt so etwas dann in der Regel noch zu innenpolitischen Auseinandersetzungen.

Die französische Firma Thomson CSF, welche sich jetzt Thales
nennt, war hochgradig interessiert. Aber der damalige französische Aussenminister Roland Dumas, der sozialistischen Partei angehörend, sagte 1990 NEIN – vorläufig jedenfalls.

Ein Politiker fällt um
Daraufhin trat die Firma ELF-Aquitaine (jetzt: Total Fina Elf) auf „Bitten“ von Thales als „Vermittler“ in Aktion, getreu dem Motto „Wer gut schmiert, der gut fährt“ und bestach Dumas und seine Geliebte Christine Devier Joncour „Hure der Nation“.

Dumas fiel um, der Fregattenbau begann.

Der Politiker Dominique Strauss-Kahn, auch er Mitglied der sozialistischen Partei, aber eher deren rechtem Flügel damals angehörend und ausserdem Mitglied einer obskuren Freundschaftsgesellschaft Frankreich –Taiwan, soll angeblich ebenfalls „Unbequemlichkeitszuschläge“ kassiert haben.

Strauss-Kahn musste aus anderen Gründen zurücktreten, verschwand aber, anders als Roland Dumas, anschliessend nicht in der politischen Versenkung, sondern wurde erneut Minister und ist heute Chef des IMF, des Internationalen Währungsfonds.

Ein Offizier wird ermordet
Wäre ja alles gutgegangen, wenn in der taiwanesischen Armee nicht jemand versucht hätte, sich querzulegen, ein Offizier namens Yin Ching- Feng, der ein kritisches Dossier über dieses Fregattenbauprogramm verfasst hatte. Also musste der aus dem Wege geräumt werden. Er wurde 1993 ermordet.

Die Schüsse auf ihn gingen aber letzten Endes nach hinten los, denn die Polizei Taiwans trat nun in Aktion, und bei deren Untersuchungen stellte sich heraus, dass 1/3 der oben angegebenen Bestechungsgelder an taiwanesische Generäle zwecks „Gehaltsaufbesserung“ geflossen waren, der Rest angeblich an hochgestellte politische Persönlichkeiten in Frankreich.

Auch der ehemalige Präsident Frankreichs, Chirac, soll profitiert haben. Die satirische Zeitung Canard Enchaine berichtete jedenfalls von 45,5 Millionen US Dollar, die angeblich auf einer japanischen Bank für Chirac bereitstünden.

Die anderen Bestechungsgelder seien angeblich dann unter anderem über Cedel, der Vorgängerin von Clearstream, auf Geheimkonten gelandet, was von Cedel/Clearstream allerdings heftig bestritten wird.

Der / die Mörder wurde(n) ganz offensichtlich gedeckt — bis zum heutigen Tag.

http://www.taiwan-panorama.com/en/show_issue.php?id=200098909079e.txt&table=2&h1=About Taiwan&h2=Public Security
(Adresse ganz eingeben, nicht anklicken!)

Nachdem die Angelegenheit ruchbar wurde, bemühte sich die französische Justiz Licht in die Affäre zu bringen, um dann ggf. Anklagen zu erstellen – bisher vergeblich.

Aber einen anderen Prozess gab es bereits, einen Schiedsgerichtsprozess. ELF wollte nämlich jetzt seinen Lohn für die intensive Lobbyarbeit bzw. schwere Vermittlungsarbeit bekommen, siehe oben. Aber Thomson/Thales wollte nicht zahlen. Darauf hin verurteilte ein Schiedsgericht Thomson CSF zur Zahlung.Auch Schmiergelder müssen ja wohl bezahlt werden, jedenfalls dann, wenn sie von anderen vorgeschossen werden, möchte man meinen, jedenfalls in diesen Kreisen.

Nun also ein zweites Schiedsgerichtsurteil. Das Urteil lasse keinen Zweifel an der Verantwortung von Thales für diese Schmiergeldzahlungen erklärte der Anwalt der taiwanesischen Armee, Xavier Nyssen.

Die Nachricht, dass Frankreich eine gütliche Beilegung durch das Angebot der Lieferung von Kampfjets habe erreichen wollen, wurde umgehend von der taiwanesischen Regierung dementiert.
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Thales war auch angeblich in den südafrikanischen Waffenskandal involviert, über den wir hier mehrfach berichtet haben.

Thales hat Berufung gegen das Urteil angekündigt.

Clearstream ein Megaskandal in Frankreich
Elf – oder Sprit für Bestechungen im Grossformat
Clearstream Frankreichs Jahrhundertprozess: Ex-Premier de Villepin freigesprochen

Zu den Waffengeschäften mit Südafrika
Der Airbus–Militärtransporter-Deal mit Südafrika – Ein bitter notwendiges Ende
Deutschland, Südafrika und ein Waffenskandal ohne Ende
Südafrika – Auf dem Weg in eine Bananenrepublik?

kriminalitaet

Ex BayernLB-Tochter Hypo-Alpe-Adria-Bank (Skandalpe) – wieviel Gülle kommt noch hoch?

Dr. Alexander von Paleske — 4.5. 2010 — Mittlwerweile kann man folgende Regel aufstellen: Jeder neue Tag bringt neue Skandaldetails zu Tage, meistens bei den zweifelhaften Geschäften, die diese Skandalbank offenbar tätigte.

Aber auch neue Details, wie seinerzeit die BayernLB diese Prima-Bank übernahm, können alles andere als Freude auslösen, denn letztlich kostete den bayerischen Steuerzahler dieses Abenteuer 3,7 Milliarden Euro.

Fangen wir also mit den Leasing-Geschäften an, welche die Hypo Alpe auf dem Balkan und anderswo betrieb. Viele der geleasten Gegenstände sind gar nicht wieder aufgetaucht, wie KFZ‘s und Yachten, darüber hatten wir schon berichtet.

Hühnerställe und gebrauchte LKW’s
Nun stellt sich heraus, dass die Hypo-Alpe auch in der Ukraine geschäftlich unterwegs war, ein Gebiet, in dem das Zivilgesetzbuch nur sehr eingeschränkt gilt.

Wie der österreichische Standard heute berichtet, hat die Hypo Alpe nun das grosse Glück, auf einer ganzen Batterie von Hühnerställen und gebrauchten LKW’s zu sitzen.

Sie gab einst einem Oligarchen und zweifelhaften Gesellschaften Kredite zur Anschaffung von 3000 LKW’s und der Errichtung von Hühnerställen zur Massentierhaltung. Volumen: schlappe 96 Millionen Euro.

Dort gackerte das Federvieh aber offenbar nur kurzfristig. Viel schöner ist es doch, statt mit dem Stallausmisten und der Hühnerschlachtung sich abzuplagen , gleich mit dem Geld zu verschwinden.

Von den 3000 Lastwagen waren immerhin schon 1200 angeschafft worden, als selbst den leichtsinnigen Hypo Alpe-Leuten offenbar Bedenken kamen. Nun sitzt die Hypo Alpe auf Hühnerställen in der Ukraine und den LKW’s, soweit man die noch finden konnte.

Aber auch ein Flugzeug, einst für einen Kreditnehmer finanziert, befindet sich jetzt in ihrem Besitz, leider schon durch mehere Hände gegangen und von einer Bauart, die nicht als die unbedingt sicherste gilt.

Und in den Besitz von Skulpturen gelangte die Bank. eher unfreiwillig, ihr wäre Bares sicherlich lieber gewsesen.
Im Jahre 2005 gab man einer Paradiso Gesellschaft , in der die Söhne des Malers Ernst Fuchs rührig waren, 7,5 Millionen Euro in die Hand, nicht nach Entwicklungsfortschritt sondern die volle Summe gleich zu Anfang.
Geplant war ein Paradiso Museum und Kulturpark mit Skulpturenpark, Ateliers und Restaurant. Offenbar war das viel heisse Luft für viel Geld, denn der Park wurde nie errichtet, stattdessen kann durch die Paradiso- Liquidierung die Hypo Alpe ein paar Skulpturen nun ihr Eigen nennen, leider etwas beschädigt, sodass beim Weiterverkauf wohl Preisnachlass gewährt werden muss.

Supermarkt ohne Kasse?

Wenn das nur alles wäre – nein, die Banker und deren Geschäftspartner sollen angeblich auch die Hypo Alpe als eine Art Supermarkt ohne Kasse angesehen haben und mal eben 100 Millionen Euro in die eigene Tasche statt in den Banktresor gepackt haben. Dieses Geld soll dann in Liechtenstein gebunkert worden sein dies berichtet jedenfalls der investigative Journalist Wolfgang Frey in der Liechtensteiner Zeitung Vaterland.

Die Hypo- Alpe- Anwälte, die mit der Ausmistung des Saustalls der Skandalpe beauftragt sind, haben mittlweile 31 Strafanzeigen gegen frühere Bankmanager gestellt.

Ausserdem sollen Bilanzen mit Hilfe von Wirtschaftsprüfern gefälscht worden sein.

Schwarze Sparbücher
Ein anderer Bankangestellter behauptete ausserdem, Bonuszahlungen seien an tüchtige Banker auf schwarze Sparbücher eingezahlt worden , also an der Steuer vorbei.
Angebliche Bemerkung des damaligen Chefs und Jörg Haider Freunds Wolfgang Kulterer

„Fragen Sie nicht lange, wir haben da gewisse Möglichkeiten, die Bank hat einen Vorteil und Sie haben einen Vorteil“.

Mit der Aufarbeitung all dieser Vorwürfe ist in Oesterreich ein einzelner Staatsanwalt beauftragt, wie SPOe Sprecher Hannes Jarolim beklagte.

Alle Hypo-Abwege führen nach Liechtenstein
Auch in dem Fürstentum Liechtenstein scheint sich einiges zu tun. Dort hatte der Hypo Alpe Ableger über eine Filiale namens „Consultants“ angeblich ordentlich Geld gewaschen und Betrügereien begangen. Der Ableger musste im Jahre 2009 im angesichts massiver Vorwürfe in die „freiwillige“ Liquidation gehen

Gleichwohl, die Hypo-Liechtenstein-Banker Bert Müller und Andreas Martin Zogg durften zum Abschied noch mal an der Ladenkasse vorbeischauen, sie erhielten offenbar eine nette Abfindung.
Merke: Ein Banker fält immer weich.

Auch gegen den ehemaligen Hypo Alpe Vorstand Tilo Berlin laufen die Ermittlungen. Ins Visier der Ermittler ist unter anderem die Mons Carantanus Stiftung gekommen. Der Vorwurf: Geldwäsche.

Und nun stellt sich auch noch heraus, dass die seinerzeitigen BayernLB -Vorstände eindringlich vor dem Kauf fder Hypo-Alpe gewarnt wurden. Motto: „Geschenkt noch zu teuer“:
Das hat aber den damaligen Vorstand Werner Schmidt und seine Mannen nicht davon abhalten können, diesen Skandal-Laden zu kaufen.

Und Bayerns Ex-Ministerpräsident Stoiber kann sich an nichts dergleichen erinnern.


Links zum Hypo-Alpe Skandal

linkSkandal-Update: Hypo-Alpe-Adria Bank (Skandalpe)
linkBayernLB prüft Schadensersatzansprüche – eine PR-Geschichte?
Der Fall Hypo Alpe-Adria (Skandalpe) – Eine Abschlussbetrachtung
linkHypo-Alpe-Skandalbank – Am Ende Sozialisierung der Verluste
linkVerlustbank BayernLB zahlt weiter: Noch eine Milliarde Euro an die Hypo- Alpe
linkHypo Alpe Adria und BayernLB – Haben die Flick -Erben mitverdient?
linkHypo-Alpe-Adria-Bank – vorwärts abwärts
linkVon Milliardengrab zu Milliardengrab: BayernLB-Tochter Hypo- Alpe Adria hat neuen Vorstand

Zentraler Artikel für alle bis Dezember 2008 angelaufenen Hypo-Alpe Skandale
linkBayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria – Reicht mir die Hand, meine Skandale

Zum Kulterer-Prozess
BayernLB-Tochter Hypo-Alpe, Bilanzfälschung und eine Frau mit Zivilcourage
Wolfgang Kulterer – vom „erfolgreichsten Bankmanager“ zum bestraften Bilanzfälscher

vermischtes

Erinnerungen einer Auswanderin wider Willen (Teil 3)

Dr. Alexander von Paleske

Zum Anfang hier

Tod des Vaters
Zu der Zeit, als Bob mir den Heiratsantrag machte – ich war damals 18 Jahre alt – wurde ich schwer krank und auf einer Trage zu einer Missionsstation gebracht, die von einem Pfarrer, der sich auch als „Medizinmann“ versuchte, geleitet wurde.

Seine Frau kümmerte sich rührend um mich und zum ersten Mal nach meiner Ankunft in Afrika schlief ich in einem richtigen Bett. Ich blieb auch nach meiner Genesung noch fast vier Monate auf der Missionsstation und wurde wunderbar verwöhnt.

Meine Schwester Ursula schrieb mir, dass sie für mich eine Stelle als Kindermädchen gefunden hatte, auch für ein britisches Pfund pro Monat. Ich nahm das Angebot an, aber die Leute, für die ich arbeitete, waren so schrecklich, dass ich nach zwei Monaten genug hatte und kündigte.

Es war jetzt Bob, der zu unserer Rettung kam. In Tanganyika sollten Strassen gebaut, also Cecil Rhodes alter Plan „Cape to Cairo“ umgesetzt werden. Keine Teerstrassen sondern Schotterstrassen und Sandpisten, ein Job für die Trockenzeit..
Mein Vater bekam den Auftrag, die Strasse von Mbozi nach Ivuna zu bauen, eine Entfernung von 130 Kilometern. Seine Aufgabe war es, in gerader Linie Bäume zu fällen und das hohe Gras zu beseitigen. Er wohnte damals in einer Grasshüte, als ich zu ihm stiess.

Es war für mich eine besonders schöne Zeit. Abends ging ich zu den Lagerfeuern der schwarzen Arbeiter , die dort Mais assen und diese wunderbaren afrikanischen Volksmärchen erzählten. Ich nahm mir fest vor, all diese Geschichten aufzuschreiben und kam letztlich doch nicht dazu, und heute habe ich sie fast alle vergessen.

Brücken gab es damals in der Gegend nicht, und wenn nach einem tropischen Regenguss die Flüsse unpassierbar waren, dann warteten wir ab, bis der Wasserspiegel wieder niedrig genug war. Manchmal dauerte das Tage, manchmal jedoch nur Stunden.

Schliesslich war die Arbeit beendet und wir kehrten zu Bobs Salzpfanne zurück. Kurz darauf erkrankte mein Vater schwer an Malaria, wir alle hatten Malaria, trotz der täglichen Chinineinnahme, aber meinen Vater traf es aber besonders schwer, er bekam Schwarzwasserfieber. Es war an einem Mittwoch im Juni 1933. Am darauffolgenden Freitag starb er in meinen Armen, während meine Mutter ohne Unterlass das Lied „Guten Abend, Gute Nacht“ sang.

Mein Vater war 55 Jahre alt , als er starb.
.
Unser Hauptproblem war nun, einen Sarg herzustellen. Einer der Stammesältesten, der zuvor als Askari unter den Deutschen gearbeitet hatte, schlug vor, Baumrinde zu benutzen um eine Art Kiste herzustellen. Uns blieb nur 1 Tag zur Herstellung, weil danach ein Leichnam stark anschwillt. Er schälte die Baumrinde ab, wir hatten aber keine Säge, und so war dieser „Sarg“ schliesslich 4 Meter lang.
20 schwarze Arbeiter waren erforderlich, um meinen toten Vater zu seiner Begräbnisstelle zu bringen. Wir beerdigten ihn, während die Afrikaner ihre Begräbnislieder sangen . Für mich war es ein schreckliches Erlebnis, denn ich war damals erst 18 Jahre alt und fühlte mich total verlassen.

Fortsetzung hier t

Wirtschaftskrise

CSU-Seehofer schreibt an Angela Merkel

Dr. Alexander von Paleske — Folgende Mail fand ich heute in meiner Mailbox

2.5. 2010

Horst Seehofer
Franz-Josef-Strauss Gedächtnisplatz 1
München

Bundeskanzlerin Angela Merkel
Regierungsviertel 1
Berlin

Liebe Angie,

Griechenland will auf Renten von mehr als 2500 Euro kein Weihnachtsgeld und kein 14. Monatsgehalt mehr zahlen. Für alle anderen sollen 400 Euro zu Weihnachten, 200 zu Ostern und 200 als Urlaubsgeld gezahlt werden.

Zudem soll zum zweiten Mal seit Jahresbeginn die Mehrwertsteuer um zwei Prozent erhöht werden , diesmal von 21 Prozent auf 23 Prozent.

Der griechische Finanzminister kündigte auch an, dass die Steuern für Luxusimmobilien und den Besitz von Schwimmbädern und Luxusautos erhöht werden sollen.

Um zehn Prozent werden die indirekten Steuern für Tabak, Spirituosen und Treibstoffe erhöht. Das ist die dritte Erhöhung seit Jahresbeginn. Außerdem sollen die Steuern auf Gewinne von Glücksspielen steigen.

Im Gegenzug sollen bei dem Treffen der Euro-Finanzminister Kredite von mindestens 120 Milliarden Euro für drei Jahre beschlossen werden. Allein in diesem Jahr rechnen die Euro-Staaten mit 30 Milliarden Euro, davon 8,4 Milliarden aus Deutschland. Zusätzlich bekommt das vom Staatsbankrott bedrohte Land 15 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds (IWF).

Das geht so nicht
Diese Massnahmen sind völlig unzureichend. Einmal, weil Weihnachtsgelder für Rentner und 14. Monatsgehälter nicht gekürzt, sondern abgeschafft werden müssen. Zum anderen muss es jetzt vor allem darum gehen, Nägel mit Köpfen zu machen. Das ganze Euro-System, das kurz vor dem Einsturz steht, muss grundlegend reformiert, äh, ich meine revolutioniert werden.

Nach gründlicher Analyse der Lage und Rücksprache mit mehreren Bankern bin ich zu der Ueberzeugung gelangt, dass nunmehr eine Reihe von ausserordentlich schmerzlichen, aber notwendigen Massnahmen getroffen werden müssen.

Die Schulden Griechenlands sind natürlich viel grösser, als wir es zugeben. Ausserdem sind unsere Zahlungen letztlich Geschenke, und keine wirklichen Kredite, da an eine Rückzahlung in absehbarer Zeit überhaupt nicht zu denken ist.

Im Gegenteil, Griechenland wird noch viel mehr Geld brauchen.Und nicht nur Griechenland.

Notwendige Massnahmen
Der Euro muss in der jetzigen Form abgeschafft , stattdessen durch drei Euro-Klassen ersetzt werden:
Als Vorbild dazu dient uns die Fussball-Liga.
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1. Einen Stark-Euro, auch Euro-1 genannt

2. einen Schwach-Euro, auch Euro-2 genannt

3. Die Wiedereinführung der alten lokalen Währung

In die erste Liga kommen nur Staaten, wie Deutschland, Frankreich die Niederlande, Luxembourg.

In die zweite Liga packen wir Staaten die auf dem Weg zum finanziellen Abgrund , aber dort noch nicht angekommen sind. Das trifft auf Spanien, Portugal, Italien und Island zu

Wer nicht mehr für die 2. Liga qualifiziert ist, muss in die Lokalliga, also in die alte Lokalwährung, zurück.

Griechenland ist ein völlig hoffnungsloser Fall. Griechenland muss daher sofort die lokale Währung, die Drachme, wieder einführen.

Ausserdem müssen wir eine Bundeswehrdivision dorthin verlegen, am besten würde sich eine Fallschirmjägereinheit eignen, um an der Niederschlagung von Protesten mitzuwirken.

Auch die Stimmrechte müssen wir entsprechend gewichten
.
– Mitgliedschaft in der ersten Liga bei Vollversammlungen der Staatschefs: 3 Stimmen

– Mitgliedschaft in der zweiten Liga zwei Stimmen

– und Mitgliedschaft in der Lokalwährung 1 Stimme

Um die Massnahmen zu koordinieren muss folgendes beschlossen werden:

– Mitglieder in der 1. Liga bekommen, um den Haushalt
zu sanieren, einen Hartz IV Plan

– Mitglieder der 2. Liga einen Hartz V Plan

– Mitglieder der Lokalklasse bekommen einen Hartz
VI Plan – plus ein Kontingent Nato-Truppen.

Der Hartz VI Plan sieht prinzipiell die Verpfändung aller Staatseinnahmen an kreditgewährende Banken vor, und die Sicherungsübereignung aller wertvollen Staatsgegenstände (Gold, Musseen, nicht aber solche wertlosen Gegenstände wie die Akropolis oder Mittelmeerinseln.)

Wie bei den Fussballigen bestehen Aufstiegs-und Abstiegsmöglichkeiten.
Die Neubewertung sollte alle 6 Monate erfolgen.

Hartz V, also Staaten wie Italien und Spanien, werden eine Steuer auf gängige Volksnahrungsmittel erheben müssen, also eine Spaghetti-Steuer in Italien und eine Paella-Steuer in Spanien.
Den Rest besprechen wir auf unserem nächsten Treffen.

Dein Horst

Weiteres aus der Abteilung Satire zu Griechenland
Deutschbanker Ackermann zu Griechenland-Investments
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Gute Nachrichten aus der Bankenwelt
Horst Seehofer antwortet Josef Ackermann

Keine Satire zu Griechenland und CDS’s
Credit Default Swaps – Banken verschärfen die Krise in Griechenland

Weiteres aus der Abteilung Satire
Afghanistan: General McChrystal schreibt an ZEIT-Herausgeber Josef Joffe
Israels Premier Benjamin Netanjahu schreibt an ZEIT-Herausgeber Josef Joffe
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Verteidigungsminister gratuliert Schlag-Raab

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Kai Diekmann: Deutschland vor der Schicksalswahl
Post für Thilo Sarrazin
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Deutschbanker Ackermann stoppt Swapserei mit Kommunen
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Positionspapier von Jürgen Rüttgers zum Fall Baron Münchguttenberg
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FDP-Westerwelle schreibt an Springer-Verlagschef Mathias Döpfner
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Gaddafi: Uns reichts mit der Schweiz
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FDP-Westerwelle schreibt an Grossphilosoph Sloterdijk
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Kai Diekmann und seine Menschelei
Post für BILD-Diekmann
Er ist wieder da – Hannibal aus Tripolis meldet sich zurück
Tony Blair: Ich will König von Europa werden
Clearstream–Prozess in Frankreich oder: Die Schlammschlacht geht weiter
Frankreich: Jahrhundertprozess und Liebesnovelle
Schluss mit den Angriffen auf Ulla Schmidt
Ministerin Ulla Schmidt: Nie wieder unter Hartz IV- Bedingungen leben

vermischtes

Erinnerungen einer Auswanderin wider Willen (Teil 2)

Dr. Alexander von Paleske Teil 1 hier

Teenager-Jahre in Tanganjika
Dodoma war damals eine Kleinstadt, immerhin mit einem Hotel und Paraffin-Lampen . Sandpisten führten nach Iringa und Mbeya.


Tansania

Meine Eltern organisierten einen alten ½ Tonnen -Lastwagen. Ein platter Reifen jagte den nächsten auf der Reise.. Die erste Nacht verbrachten wir in einer verlassenen Missionsstation auf der Pritsche des Lastwagens, immer wieder aufgeweckt durch das Geheule der Hyänen. Schliesslich erreichten wir eine Farm in Mbozi ,wo wir ein paar Tage Rast machten. Von dort aus war es nur noch eine kurze Strecke bis zum Ziel: Unsere Farm
Aber was wir vorfanden war nichts als Busch und nochmals Busch..

Eine Gruppe von Schwarzen tauchte auf, die offenbar noch niemals zuvor eine weisse Person gesehen hatten. Ein paar Tage später hatten wir eine Grashütte errichtet und Matratzen mit Gras gefüllt, Stühle und Tische wurden aus Reet hergestellt . Das von uns mitgebrachte Schwein wurde aber alsbald von Leoparden verspeist .

Wir pflanzten Kaffeesträucher waren aber völlig unvorbereitet für das, was als nächstes kam: Buschfeuer, das alle Anpflanzungen zerstörte und damit waren wir mittelos..

Die nächsten zwei Jahre lebten wir von Bohnen und 2 Kartoffeln pro Person pro Tag,

Die Frau meines Bruders, im vierten Monat schwanger, erlitt eine Blutvergiftung und starb daran. Es war die erste Erfahrung mit dem Tod in der Familie, es sollte nicht die letzte sein. Wir stellten einen Sarg aus Kisten her . Begraben wurde sie dann in der 50 Kilometer entfernten Missionsstation.

Ein anderer Farmer kam zufällig mit seinem Lastwagen vorbei, und bot sich an, den Sarg zu transportieren. Nach vier Stunden Fahrt auf holpriger Sandpiste,während der wir auf der Pritsche den Sarg festhielten, erreichten wir schliesslich die Missionsstation.

Die folgende Zeit war gekennzeichnet von harter Arbeit und Hunger.

Ein Brite namens Bob wurde unser Nachbar, aber er farmte dort nicht.
Er baute eine Lehmhütte und kam öfter zu uns herüber, um Gesellschaft zu haben.
Wir Mädchen mochten ihn nicht , weil er schüchtern war, und uns dauernd anstarrte. Wir konnten uns ohnehin nicht mit ihm unterhalten, weil wir kein Englisch sprachen. Wir kicherten hinter seinem Rücken und machten uns über ihn lustig.
Zu diesem Zeitpunkt waren wir pleite, und wussten nicht, wovon wir leben sollten.

Da bot Bob meinem Vater einen Job in einer Salzpfanne an, 120 Kilometer entfernt, mitten in der Wildnis.Meinere Eltern zogen dorthin und wir drei Mädchen blieben zurück.

Meine Schwester Ursula fand schliesslich eine Stelle als Kindermädchen und verdiente 1 britisches Pfund pro Monat.
Meine jüngere Schwester folgte ihr, wurde aber das Opfer einer Vergewaltigung und kehrte nach Deutschland zurück.

Bob fragte meinen Vater, ob er mich heiraten könne, und nach einer langen Uberlegung stimmte mein Vater zu. Bob schickte mir daraufhin einen vergoldeten Kranich, sozusagen als Verlobungsgeschenk. Ich verstand aber sehr wenig von den Gesprächen zwischen Bob und meinem Vater. Meine Unterhaltung mit Bob fand im Wesentlichen in Suaheli statt. Und als er mich fragte, ob ich ihn heiraten wolle, war die Antwort von mir: „Aber Sie sind doch so alt“.

Fortsetzung hier

vermischtes

Erinnerungen einer Auswanderin wider Willen

Dr. Alexander von Paleske 1.5. 2010 — Bei meinem letzten Umzug im Oktober vergangenen Jahres fielen mir die schriftlichen Erinnerungen einer deutschstämmigen Patientin namens Gisela Gutzeit wieder in die Hände.

Ich hatte den Ordner mit ihren Aufzeichnungen im Jahre 2001, als ich von Simbabwe nach Botswana umzog, mitgenommen, verstaut und vergessen.

Gisela (Name geändert) kam im Jahre 1995 zu mir zur Behandlung. Sie litt an einem aggressivem Lymphom, einem Lymphdrüsenkrebs. Nach drei Behandlungszyklen hatte sie genug von der Chemotherapie mit ihren Nebenwirkungen und sagte mir, dass irgendwann eben Schluss sein müsse, das hätte man in ihrem Alter, sie war 81, zu respektieren.

Das Lymphom war dank der Chemotherapie in Remission, also fürs erste nicht mehr nachweisbar, aber es würde eben, nach nur drei Behandlungszyklen, keine Heilung erreicht werden können.

Ich verstand und respektierte ihre Entscheidung und versuchte erst gar nicht, sie zur Fortsetzung der Chemotherapie , deren Nebenwirkungen vor allem Uebelkeit und Appetitlosigkeit waren, die ihr ziemlich zusetzten, zu überreden, zumal die Heilungschancen in ihrem Alter ohnehin nicht allzu gut waren.

Ich bot ihr von meinem Christstollen an, den mir meine Mutter aus Deutschland, wie jedes Jahr, pünktlich zum Weihnachtsfest geschickt hatte, und so sassen wir noch eine Weile zusammen, und sie begann von ihrer Kindheit in Deutschland zu erzählen, der Weihnachtszeit mit Christstollen und Weihnachtsgebäck..

Nach 1 ½ jahren war das Lymphom zurückgekehrt und wir einigten uns auf eine milde Chemotherapie, die ihr dann noch eine bescheidene Lebensverlängerung ermöglichte. Sie starb 1997.

Drei Jahre später meldete sich eine ihrer Töchter bei mir. Sie brachte Post aus Deutschland mit, und bat mich um Uebersetzung. Es stellte sich heraus, dass Giselas Mutter seinerzeit ein unbebautes Grundstück in der sächsischen Schweiz besessen hatte, das jetzt, nach der Wiedervereinigung Deutschlands, an die Erben zurückgefallen war.

Giselas Tochter hatte aber auch Aufzeichnungen ihrer Mutter dabei, die sie vor ihrem ihrem Tode angefangen hatte, aber nicht zu Ende bringen komnnte. Sie sind in Englisch abgefasst, aber leider nur fragmentarisch. Gleichwohl beleuchten sie das Schicksal einer deutschen Auswandererfamilie in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts,.
Da sie vielleicht auf Interesse stossen, stelle ich sie übersetzt online, aus Zeitmangel in Fortsetzungen.

Eine Kindheit in Deutschland
Ich , Gisela Gutzeit, wurde im August 1914, also in dem Monat, in dem der 1. Weltkrieg ausbrach, in einem kleinen Ort namens Blixen in der Nähe von Nordenham geboren.
Mein Vater war Ingenieur bei der Deutschen Werft, damals eine der grössten Werften in Deutschland.
Meine erste Erinnerung habe ich, als ich etwa 4 Jahre alt war, und ich meine jüngere Schwester in den Rinnstein schubste und eine Ohrfeige dafür bekam.


Gisela mit Geschwister und Eltern, Blixen, ca 1917

Nach dem Ende des 1. Weltkriegs zog unsere Familie nach Hamburg um, wir wohnten in der Sierichstrasse 72 . Wir Kinder besuchten alle die Schule dort. Das waren harte Zeiten, ein Laib Brot kostete damals 100 Millionen Reichsmark.

Wegen der Wirtschaftskrise sanken auch die Aufträge für die Werften und so sah mein Vater sich nach einer anderen Stelle um. 1924 wurde ihm schliesslich eine Arbeit in Spanien angeboten. Er wurde mit dem Aufbau von drei Schiffswerften in Spanien betraut, und so zog unsere Familie nach Madrid um. Diese Madrider Zeit ist mir als besonders schön in Erinnerung geblieben. Im Urlaub fuhren wir an die Mittelmeerküste oder sogar nach Mallorca.


Gisela (ganz links im Bild) mit Familie, Madrid 1926

Meine Mutter war eine aussergewöhnliche Frau. Sie hatte in Berlin Gesang studiert und konnte auch hervorragend Klavier spielen. Ganze Opernarien sang sie. In Madirid hatte sie einen Zirkel von Musikern um sich versammelt, die sich jeden Mittwoch bei uns im Hause trafen, darunter ein Violonist und ein Cellist. Sie selbst spielte am Klavier und sang . So kam ich schon früh mit der klassischen Musik in Berührung, und fing an, Geige zu spielen .

Wir Kinder gingen alle in Madrid zur Schule und bald konnte ich fliessend Spanisch sprechen.

Der Vertrag meines Vaters kam mit der Fertigstellung der Werften 1929 zum Ende, aber mein Vater wollte nicht nach Deutschland zurück, einmal weil es keine Stellenangebote gab, zum anderen, weil Hitlers NSDAP stärker und stärker wurde.
Meine Mutter traf jemanden, der ihr riet, sie sollten doch nach Tanganjika gehen. Das Land würde gute Lebensbedingungen offerieren.

Und so beschlossen meine Eltern nach langer Ueberlegung nach Tanganjika (heute: Tansania) auszuwandern.

Wir schifften uns auf dem Passagierschiff „Nyassa“ ein, das uns nach Dar-es -Salaam brachte, wo wir die ersten Tage auf dem afrikanischen Kontinent verbrachten. Von dort ging es weiter per Bahn nach Dodoma. Es war eine schreckliche Fahrt. Die schwarze Bevölkerung erschien mir fremd und ich sehnte mich nach Spanien zurück.
Die Dampflok wurde mit Holz befeuert, und wenn der Lok-Führer betrunken war, oder einschlief, wurde kein Holz nachgeworfen, mit der Folge, dass der Zug irgendwo auf der Strecke zum Stehen kam.
.Wir konnten vom Zug aus Löwen sehen und Giraffen mit ihren langen Hälsen, aber ich weinte die ganze Zeit.

Fortsetzung hier

SATIRE

Afghanistan: General McChrystal schreibt an ZEIT-Herausgeber Josef Joffe

Dr. Alexander von Paleske — Folgende Mail landete heute bei mir

29.4. 2010

Vier-Sterne-General Stanley McChrystal
Erster Vorwärtsverteidiger
Oberkommando der Vereinigten Streitkräfte
Kabul
Afghanistan

Herrn Militärfachmann
Josef Joffe
Mit-Herausgeber „DIE ZEIT“
Liberales Pressezentrum
Hamburg
Germany

Sehr geehrter Herr Herausgeber Joffe,

mit grossem Interesse habe ich Ihren Leitartikel in der ZEIT vom 22.4. 2010 „Falsche Reflexe“ gelesen.

Ich denke, dass Sie uns militärtaktisch einige sehr wichtige Ratschläge gegeben haben, die wir auf jeden Fall beherzigen werden, sodass wir den Krieg in den nächsten Monaten definitiv zu unseren Gunsten entscheiden können

Folgende Massnahmen habe ich aufgrund Ihrer ausserordentlich detaillierten und hilfreichen Vorschläge getroffen.

1. Wir haben unsere Grenzregion-Taktik geändert. An der Grenze zu Pakistan postieren wir jetzt alle 20 Meter einen Soldaten. Kein Taliban wird mehr den Weg von Pakistan nach Afghanistan finden.

Ausserdem haben wir für die Nacht Irrlichter angebracht, welche die Taliban in Fallen locken sollen. Und wir setzen die von Ihnen geforderten Späher ein.

Auch werden wir, wie von Ihnen vorgeschlagen, überall am Boden Sensoren platzieren, die ausserdem mit kleinen Lautsprechern versehen sind, welche das Lied spielen „Der Osten ist rot“, sodass die Taliban glauben, sich an der Grenze zu China zu befinden, und schleunigst kehrtmachen.

2. Wir haben in Israel eine ganze Ladung von Drohnen bestellt, die auch Esel erkennen und angreifen, weil sich die Taliban häufig hinter diesen Tieren verstecken.

Weiterhin haben wir die von Ihnen geforderten agilen Kampfjets und Transporthubschrauber bestellt, bzw. soweit verfügbar, bereits in die Kampfzonen gebracht. Die werden Tag und Nacht Angriffe fliegen, alle Menschenansammlungen von mehr als 10 Personen angreifen, und nicht gemeldete Lastwagen bombardieren.

Eindringlich haben wir die afghanische Bevölkerung vor grösseren Hochzeitsgesellschaften gewarnt.

3. Wir haben uns Prospekte über die von Ihnen angepriesenen Minen und Sprengfallen schicken lassen. Die von Ihnen besonders gelobten israelischen Fabrikate sehen in der Tat vielversprechend aus. Unser Plan ist es jetzt, mindestens 1/3 des Landes zu verminen.

4. Wie von Ihnen gefordert, werden wir in den Apache- und Cobra-Kampfhubschraubern immer 1-2 Plätze für deutsche Soldaten freihalten.

Zwar werden all diese Bestellungen das für dieses Jahr geplante Budget von 70 Milliarden US Dollar in die Höhe treiben, aber wir werden stattdessen die Nahrungsmittel- und Agrarhilfen kürzen. Schliesslich sind wir zur Kriegführung dort, und nicht als Wohltäter.

Kein zweites Vietnam
Heute ist der 35. Jahrestag unserer Niederlage in Vietnam.


Panzer der Vietcong bricht durch das Tor des Präsidentenpalastes in Saigon – 30.4. 1975

Das wird uns in Afghanistan auf gar keinen Fall passieren, das verspreche ich Ihnen. Koste es, was es wolle.

Notfalls müssen wir eben noch eine vollausgerüstete motorisierte Bundeswehrdivision nach Afghanistan verlegen. Schliesslich handelt es sich um die Vorneverteidigung der Hauptstadt Deutschlands, Berlin, samt deren Aussenbezirken.

Bitte schreiben sie doch noch öfter solche Artikel in Ihrer Wochenzeitung, damit die nötige Kriegsfreude in Deutschland erzeugt wird. Der CIA wird parallel dazu eine Propagandakampagne starten, die sich insbesondere an deutsche Frauen wendet.

Bald werden wir sagen können „Heute siegen wir in Afghanistan, morgen in der ganzen Welt“.

Den Taliban rufen wir zu „Hunde, wollt ihr ewig leben“

Mit soldatischem Gruss

Ihr

Stanley McChrystal BSc, PhD
Vier-Sterne-General und Erster Vorwärtsverteidiger

Weiteres aus der Abteilung Satire

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Deutschbanker Ackermann stoppt Swapserei mit Kommunen
Joschka Fischer schreibt an ZEIT-Editor Dr. Theo Sommer
Positionspapier von Jürgen Rüttgers zum Fall Baron Münchguttenberg
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Nicht-Satire zu Afghanistan
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Verteidigung westlicher Kulturwerte am Hindukusch oder: So fröhlich ist das Söldnerleben in Afghanistan
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Unsere kanadischen Folterfreunde in Afghanistan
Justiz in der Krise oder Krisenjustiz?
Mission impossible – Josef Joffes Iran-Kriegs-Artikel in der ZEIT</a

europa

Premier Gordon Brown und Goldman Sachs-Manager oder: Verachtung ist nur ein Wort

Dr. Alexander von Paleske — In der nächsten Woche, am 6. Mai, sind Wahlen in England. Zum ersten Mal finden Fernsehdebatten mit den drei Parteivorsitzenden statt, Gordon Brown, Premier und Vorsitzender der Labour Party, David Cameron, Vorsitzender der Konservativen Partei und Nick Clegg, Vorsitzender der Liberaldemokraten.

In Grossbritannien gibt es das Mehrheitswahlrecht, was bedeutet, dass derjenige Abgeordnete gewählt wird, der im jeweiligen Wahlkreis die meisten Stimmen bekommt.
Die Stimmen für die unterlegenen Kandidaten fallen dann, anders als beim Verhältniswahlrecht, unter den Tisch.

Vorzug – bisher –:klare Mehrheiten im Parlament.

Diesmal alles anders
Diesmal ist alles anders, in jeder Hinsicht.
Heute abend findet die letzte der drei Debatten im Fernsehen statt, ein Novum im Vereinigten Königreich, bei uns aber längst selbstverständlich.

Dank des Auftretens in den Debatten haben die Liberaldemokraten in den Meinungsumfragen erheblich zulegen können, sie liegen knapp vorn.

Und erstmalig könnte es im britischen Parlament eine Patt-Situation geben, die zu einer Koalition zwingen würde.

Ungeplante Vorentscheidung
Gestern allerdings fiel – ausserhalb der Debatten – eine wichtige Vorentscheidung, eine ungeplante allerdings.

Gordon Brown, der bis dato immer noch als Premier einer Koalitionsregierung in Frage kam, hat seine Maske fallen lassen, und zu erkennen gegeben, wie sehr er die Wähler in Wirklichkeit verachtet, jedenfalls dann, wenn sie nicht ganz, oder gar nicht, seiner Meinung sind.

Mit dieser Einstellung steht er sicherlich nicht alleine, aber andere Politiker wissen es vermutlich geschickter zu verbergen.

Gestern, auf seiner Wahlkampftournee – das Fernsehen immer dabei – wurde er von einer etwa 50- jährigen Dame namens Gillian Duffy angesprochen, die sich über die Einwanderungspolitik beschwerte. Mit einem fernsehgerechten Lächeln im Gesicht erklärte Brown die Politik der Labour-Regierung.

Dann stieg er in sein Auto ein, nicht bemerkend, dass er nach wie vor das schnurlose Mikrophon mit sich führte, welches ihn mit dem Fernseh-Uebertragungswagen verband.

Und nun liess Brown die Maske fallen. Er schimpfte über diese Frau und bezichnete sie “bigot” nannte ihr Auftreten “ridiculous” und er war empört darüber, dass sein Wahlkampfteam es zugelassen hatte, dass diese Dame ihn überhaupt ansprechen konnte.

Alles wurde schön aufgezeichnet. Die Bombe platzte. Der wahre Gordon hatte sich gezeigt, die sorgsam geplante Wahlkampftour liegt in Trümmern.

Gillian Duffy, von dem Fernsehteam mit Premier Browns Auesserungen konfrontiert, war empört.
Brown, nachdem er mit seinen aufgezeichneten Auesserungen konfrontiert wurde, war entsetzt, Weniger wohl darüber, was er gesagt hatte, als dass es herauskam.

Ihm blieb nicht anderes übrig, als Gillian Duffy, die nach ihren Angaben ihr ganzes Leben immer Labour auf ihrem Stimmzettel angekreuzt hatte, aufzusuchen und sich zu entschuldigen.

Brown dürfte damit erledigt sein.
Die britischen Zeitungen sind heute voll von hämischen Kommentaren. Die Debatte heute abend, auf der Brown noch einmal richtig punkten wollte, angesichts der gestrigen Vorfälle wohl recht bedeutungslos.

Den ganzen Tag wurde wieder und wieder in den britischen Programmen die Szene eingeblendet, und die empörte Gillian Duffy gezeigt.

Tiefe Verachtung
Es ist die tiefe Verachtung gegenüber dem Elektorat, die der britische Premier zum Ausdruck gebracht hat, etwas was viele Wähler bei Politikern durchaus vermutet haben, aber Brown hat es nun gezeigt, öffentlich, überdeutlich.

Wie die Politiker, so die Banker
Aber nicht nur Politiker, auch Banker haben diese Form der Verachtung entwickelt, diesmal gegenüber der eigenen Kundschaft, in diesem Falle bei der US-Investmentbank Goldman Sachs. Aber sicherlich nicht nur dort.

Deren Manager, die Schrottpapiere an ihre Kunden verhökert und gleichzeitig auf den Verfall dieser Papiere gewettet hatten, wir berichteten darüber, mussten . vorgestern vor einem US-Senatsauschuss antreten.

Den Eindruck, den man bei der Anhörung von diesen Herrschaften erhielt, liess spontan Assoziationen zu Begriffen wie „arroganter Lümmel“, „notorischer Lügner“, „Schnösel“ und „Rotznase“ aufkommen.

Die internen E-Mails der Bank-Manager enthielten angeblich Fäkalienbegriffe und aus ihnen sprach offenbar eine tiefe Verachtung gegenüber der eigenen Kundschaft bzw. eine Geringschätzung der Produkte, die sie ihrer Kundschaft dann andrehen wollten.

Es ist diese Verachtung, die gesellschaftlich so zerstörerisch wirkt und dem Zynismus in der Gesellschaft Vorschub leistet.

Die Akteure kümmert das offensichtlich herzlich wenig. Sie stritten alle Anschuldigungen ab. Für sie gilt vermutlich das 11. Gebot „Don’t get caught“ — Lass dich nicht erwischen.

Goldman Sachs, Industriekreditbank (IKB) und Schrottpapiere
Gute Nachrichten aus der Bankenwelt

deutschland

Professor J. Fischers Vorlesung – oder: politischer Opportunismus führt zum Erfolg

Dr. Alexander von Paleske — Gestern, am 28.4. 2010 um 16.00 Uhr hielt der frischgebackene Gastprofessor Joseph (Joschka) Fischer seine erste Gastvorlesung an der Heinrich Heine Universität zu Düsseldorf.
Die Heinrich- Heine-Gastprofessur ist ein Geschenk des Landes Nordrhein Westfalen an die Universität zu ihrer Namensgebung im Jahre 1988.

Politiker wie Richard von Weizsäcker und Helmut Schmidt, aber auch Literaten wie Siegfried Lenz und Robert Gernhardt, gehörten zu den bisherigen Amtsinhabern.

Hervorragende Wahl
Man möchte die Universität beglückwünschen zu dieser Wahl.

Auch der Hörsaal für diese wegweisende Vorlesung war geschickt gewählt: es handelte sich um den „Konrad Henkel Hörsaal“, benannt nach dem Waschpulver-Henkel („Persil bleibt Persil“). Geschickt auch, weil es Assoziationen weckt. Immerhin ist es Joseph (Joschka) Fischer gelungen, seine turbulente Vergangenheit von sich abzuwaschen, als sei Persil ihm dabei behilflich gewesen.

Zwar hat sich in der Ankündigung der enorm wichtigen Vorlesung des ehemaligen Putzgruppenmitglieds, insofern ein Fehler eingeschlichen, als er als Gründungsmitglied der Grünen
bezeichnet wird.
Nach Fischers eigenem Lebenslauf stiess er aber erst im Jahre 1982 mit Resten der Spontitruppe zu den Grünen, als diese längst gegründet waren und sich anschickten in die ersten Landtage einzuziehen.

Aber das vergisst man gerne, denn Fischer hat es ja in dankenswerter Weise geschafft , die Grünen auf den richtigen, den realpolitischen Kurs, zu trimmen. Da da kann man das verspätete Auftauchen auch glatt unter den Tisch fallen lassen.
Zumal in Fischers Lebenslauf seinerzeit ohnehin 34 Jahre fehlten, da kommt es auf die drei Jahre nun auch nicht mehr an.

Sein Weggenosse, der ehemalige Chef des kommunistischen Bundes Westdeutschland ( KBW), Joscha alias Hans- Gerhart Schmierer, dem er seinerzeit eine Stelle im Auswärtigen Amt besorgte, postulierte einst: „Opportunismus führt in die Niederlage“.
Dass J. Fischer ein Opportunist reinsten Wassers ist, daran hatte schon der berühmte Journalist Günter Gaus keinen Zweifel gelassen. Aber Fischer hat seinen Kampfgenossen Schmierer widerlegt: Sein Weg führte ihn keineswegs in die Niederlage, sondern zum grossen Aufstieg .

Grossartige Karriere
Nach seiner grossartigen Tätigkeit als Aussenminister und „Schosshündchen“ der US-Aussenministerin Madeleine Albright sowie als „Kellner“ in der rot-grünen Bundesregierung , seiner aberwitzigen „Auschwitz-Begründung“ für den Jugoslawien-Feldzug, seiner Rechtfertigung und aktiven Betreibung des Afghanistan-Abenteuers, wurde er schliesslich Klinkenputzer für BMW und Lobbyist für eine Gas-Pipeline.
Nachdem er gestern auch noch den Altkanzler Kohl , trotz der tiefen Krise des Euro, als Grossen Europäer über den grünen Klee lobte , ist seine Gast-Professur nun wirklich mehr als gerechfertigt.

„Wegweisende“ Rede
Gestern sprach er über Europa, anknüpfend an seine „grossartige“ Europa-Rede in der Berliner Humboldt-Universität im Jahre 2000. „Wacht auf, Europa ist Eure Zukunft

Dabei kam ihm seine ausgeprägte Fähigkeit zugute, mit bedeutungsschwerer Miene scheinbar Tiefschürfendes aufzusagen.

Die Humboldt-Europa-Rede hatte seinerzeit erheblichen Unmut und Aerger in Frankreich, Grossbritannien und Polen auslgelöst, was den Journalisten des Jahrhunderts und Fischer -Verächter , Rudolf Augstein, der auch die Einführung des Euro – wie sich jetzt zeigt – zu Recht bekämpfte, mit grosser Befriedigung erfüllte (Peter Merseburger: Rudolf Augstein. der Mann, der den Spiegel machte2007 S. 525)

Schulabbrecher Fischer, der, obgleich aus kleinbürgerlichen Verhältnissen stammend, in der Sonne des bewunderten Vorzeigeproletariers in der 68er Studentenbewegung mitschwamm, hat nun erneut akademische Weihen erhalten. Glückwunsch!

Da kann man auch die spöttischen Bemerkungen der Rudi Dutschke- Witwe glatt wegstecken, die bemerkte, dass ihr Mann, würde er heute noch leben, wohl kaum Klinkenputzer für BMW oder andere Firmen geworden wäre. Und Dutschke, im Gegensatz zu Fischer, war bei den Grünen von Anfang an dabei. Dutschke war, im Gegensatz zu Fischer ein Intellektueller, und auch kein Opportunist. . Dutschke und Fischer, dazwischen liegen Welten….

Fazit
Die „Fischer-Regel“ : Opportunismus führt zum Sieg. Oder: von Fischer lernen heisst (mit Opportunismus) siegen lernen…jedenfalls in dieser Gesellschaft.
Was würde wohl Heinrich Heine über Fischer sagen? Ich fürchte wenig Positives.

Mehr zu Professor Fischer
Joschka Fischer schreibt an ZEIT-Editor Dr. Theo Sommer

Kommentar:
Freiheit (Gast) – 4. Mai, 02:40
Joschka Fischer
Joschka Fischer ist einer der größten Volksverräter, die die Grünen je hervor brachten.
Alle „Parteien“ die sich im Bundestag befinden gehören wegen Meineid vor Gericht.
Ihre Strafen sollen sie in Afghanistan absitzen.