SATIRE

Wie die Schweiz auf den Hund kam

Dr. Alexander von Paleske — 8.3. 2010 — Diese Mail fand ich heute nachmittag

Wau Wau, das heisst bei uns Hunden soviel wie guten Tag. Mein Name ist Bello. Ich bin ein Hund.

Nicht irgendein Hund, sondern ein schweizer Hund.

Leider nicht einer von diesen berühmten Bernhardinern, sondern eine Promenadenmischung. Ein glorious Bastard sozusagen.
Neben mir sind meine Freunde zu sehen.

Uns Promenadenmischungshunden geht es oftmals nicht so gut wie den Rassehunden und wir sind öfter mal Misshandlungen ausgesetzt.
Deshalb haben wir dafür gebellt, dass wir, genau wie unsere Herrchen/Frauchen Pflichtanwälte bekommen, also Anwälte, deren Kosten der Steuerzahler übernimmt. Das bekommen sonst ja nur Menschen, die sich keinen Anwalt leisten können.
Wau

Ausser im Kanton Zürich, da gibt es bereits eine derartige Einrichtung für misshandelte Tiere. Auch sonst geht es uns Tieren da gut.

So dürfen zum Beispiel Fische nicht lebend durch die Toilette in die Kanalisation gespült werden – wer macht so etwas schon – und auch Hamster und Wellensittiche dürfen nicht als Einzeltiere gehalten werden.

Auch für Menschen gilt das in meiner Heimat, der Schweiz, zum Beispiel für Ausländer, die deshalb, wenn sie die strengen Kriterien des schweizer Asylrechts nicht erfüllen, in Abschiebelagern zusammen gehalten werden, damit sie sich nicht so einsam fühlen. Das erhöht zwar sowohl die Seuchengefahr (z.B. Tuberkulose) wie auch die Brandgefahr, und das bewegt selbst uns Hunde, denn wir sind ja Menschenfreunde – men’s best friend – aber gilt das auch für den .Rechtsaussen-Politiker Christoph Blocher von der SVP? Oder würde der eher sagen „Hunde, wollt ihr ewig leben“?

Starke Lobby
Weil wir Tiere aber über eine starke Lobby bei den Menschen verfügen, haben unsere Menschenfreunde das zur Volksabstimmung gestellt.

So gut wie im Kanton Zürich soll es den Tieren überall in der Schweiz gehen.

Und da hat sich leider mal wieder gezeigt, wie rückständig die Schweizer in Wirklichkeit doch sind.

Erst verhindern sie per Volksabstimmung, angestachelt durch den Radikalinski Blocher, und unterstützt von dem Presserechtsaussen Köppel mit seiner Weltwoche, dass die Minarette in den Himmel wachsen können. Jetzt haben sie auch noch der Tierquälerei Vorschub geleistet.
Wau Wau. Wir sind darüber zu Recht empört.

Die Rache des Libyers
Aber die Quittung für diese Rückständigkeit folgte auf dem libyschen Fusse.

Der weise Steuermann Libyens, Oberst Gaddafi, hat nämlich der Schweiz nun den heiligen Krieg, auch Dschihad genannt, erklärt.

Zwar hat die Schweiz nur wenig Warenaustausch mit Gaddafis Reich, aber Gaddafi wirbt dafür, dass mehr Staaten des Orients sich dieser Massnahme anschliessen, und alle orientalischen Spargroschen von Schweizer Banken abgezogen werden, so wie Gadaffi es mit seinen 5 Milliarden Fränkli Taschengeld schon vorgemacht hat..

Das ist die wohlverdiente Quittung für die Schweizer, die glauben, sie könnten machen was sie wollen, anstatt sich in die internationale Gemeinschaft einzuordnen und auch den Schutz von uns Tieren hochzuhalten und sich anständig gegenüber ausländischen Menschen-Gästen wie dem Sohn Gaddafis namens Hannibal aufzuführen
.
Immerhin haben ein paar aufrechte Schweizer , die es satt hatten, dass die reichen Deutschen einfach ihr Geld hier deponieren und keine Steuern bezahlen, die Daten an die deutsche Steuerfahndung weitergegeben, gegen eine geringfügige Unkostenpauschale.

Bald wird es den Schweizern so schlecht gehen, wie manchen von uns Hunden, oder unseren Feinden, den Katzen. Oder, salopp gesagt: Die Schweiz ist auf den Hund gekommen.

Wau.

Gaddafi: Uns reichts mit der Schweiz
Er ist wieder da – Hannibal aus Tripolis meldet sich zurück
Hannibal aus Tripolis oder: Ein schweizer Bundespräsident auf Canossa-Reise

Krieg

Blackwater–Söldner in Afghanistan oder: Mit der Bundeswehr Seit an Seit

Dr. Alexander von Paleske — 6.3. 2010 — Die Söldnerfirma Blackwater, nach einen Weisswaschgang in XE umgetauft, kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nun kam durch einen US-Senatsausschuss noch mehr an Skandalen ans Tageslicht:

– Im Januar wurden zwei „Mitarbeiter“ der Söldnerfirma Paravant LLC. verhaftet . Sie sollen zwei Afghanen ermordet und einen Dritten schwer verletzt haben. Bei der Firma Paravant handelt es sich um eine Tarnfirma von XE-Blackwater.

– 500 Sturmgewehre, die für die afghanische Polizei bestimmt waren, landeten bei XE-Blackwater-Söldnern, von denen einige ausserdem Waffen ohne Berechtigung trugen

– Das Alkoholverbot wurde umgangen und in offenbar betrunkenem Zustand wurde versehentlich diesmal ein Blackwater-Mitarbeiter erschossen.

– Prostituierte und Stripperinnen sollen von den Philippinen nach Bagdad eingeflogen worden sein, zur „Aufbesserung der Moral“. Diese Aufbesserungskosten seien dann – ohne Spezifizierung versteht sich – dem Pentagon in Rechnung gestellt worden.

– Systematisch habe Blackwater nach der Tötung von 17 irakischen Zivilisten in Jahre 2007 durch deren Söldner versucht, mittels Bestechung der irakischen Regierung die Affäre unter den Teppich zu kehren.

– Nicht wenige der angeheuerten Söldner sind wegen Gewaltdelikten einschlägig vorbestraft, oder stammen aus Apartheid-Südafrikas Terror-Mörder- oder Zerstörungskommandos wie dem 32 Buffalo-Battalion, den Reconnaissance Commandos (Recce) der 44.Parachute Brigade oder der Todesschwadron Civil Cooperation Bureau

Söldner bei der Arbeit

.

……und in der Freizeit.: z.B. Nackttanzen um ein Lagerfeuer und Alkoholschlürfen vom After, Kabul, 2009

Nun winkt XE-Blackwater– trotz allem – ein weiterer Grossauftrag in Afghanistan: Für eine Milliarde US-Dollar sollen Blackwater-XE Söldner die afghanische Armee ausbilden.
Begründung durch Pentagon- Pressesprecher Geoff Morrell, nachdem er von dem Senats-Ausschussvorsitzenden Carl Levin den schockierenden Untersuchungsbericht bekam:

„You Can’t willy nilly chose not to do business with this company….. Like it or not, Blackwater has the technical expertise that very few companies do have, and they have a willingness to work in places, that very few companies are willing to work. So they provide a much needed service, and the ability to do it well.”

Zynismus angesichts der bisherigen Vorfälle. Und mit diesem Dreckshaufen kämpft die Bundeswehr Seit an Seit.
Man muss sich fragen, wie die Bundesregierung, und die Parteien, die der Fortsetzung des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan zugestimmt haben, das verantworten können.

Zum Söldnerunwesen
linkVerfahrenseinstellung gegen Blackwater Söldner – eine Rechtsbeugung?
linkSöldner, Gauner, Waffen und Rohstoffe
Chefsöldner Tim Spicer erhält Pentagon-Vertragsverlängerung im Irak
Vom britischen Südafrika-Botschafter zum Söldnerfirma-Direktor
Söldnerchef Spicer sucht neues Geschäftsfeld: Piratenbekämpfung vor Somalia?
linkBlair drängt auf Söldnernachschub aus Südafrika
On The Road Again – Blackwater-Söldner dürfen weiter töten
Irak: Wenn die regulären Truppen gehen, kommen die Söldner

Zu Afghanistan
Der Krieg in Afghanistan und eine führende liberale deutsche Wochenzeitung
Nach der Afghanistankonferenz – Dr. Werner Kilian im Interview
Schrecken ohne Ende? – Ein Interview mit Botschafter a.D. Dr. Werner Kilian
Afghanistan: Milliarden für den Krieg, Peanuts zur Bekämpfung von Hunger und Unterernährung
Verteidigung westlicher Kulturwerte am Hindukusch oder: So fröhlich ist das Söldnerleben in Afghanistan
Keine Strafverfolgung deutscher Soldaten in Afghanistan?
Unsere kanadischen Folterfreunde in Afghanistan
Justiz in der Krise oder Krisenjustiz?
Mission impossible – Josef Joffes Iran-Kriegs-Artikel in der ZEIT

SATIRE

Hamburger Bordellbesitzer schreibt an Jürgen Rüttgers

Dr. Alexander von Paleske — Die folgende Mail schickte mir ein Maulwurf in der NRW-CDU-Parteizentrale

Otto Anschaffer
Freudenhaus 103
Grosse Freiheit
Hamburg-St. Pauli

Jürgen Rüttgers
Ministerpräsident
Regierungshaus 1
Düsseldorf

Sehr geehrter Herr Rüttgers,

darf ich mich zunächst vorstellen: Ich bin Inhaber von 15 Häusern auf dem Hamburger Kiez, der insbesondere von bestimmten Kreisen als anrüchig angesehen wird.

Deswegen bin ich und sind meine Berufskollegen immer sehr daran interessiert, den Ruf aufzubessern, ihm das Anrüchige zu nehmen.

In den 70er und 80er Jahren gelang es beispielsweise den grossen Parteien die Assoziation von Waschmaschine mit schmutziger Wäsche zu beseitigen. Die hatten nämlich Waschsalons eingerichtet, in denen nicht schmutzige Wäsche sondern Geld gewaschen wurde, Geld, das über hochhonorige staatsbürgerliche Vereinigungen, sogenannten Zweckgesellschaften, dann der politisch so wichtigen Arbeit der Parteien zugute kam.

Das ermutigte grosszügige Spender, wie beispielsweise Flick, reichlichst zu spenden und diese Spenden dann in vollem Umfang von der Steuer abzusetzen.
Natürlich war das etwas ausserhalb der Legalität, aber verständlicherweise kann man als wohlhabender Staatsbürger nicht jeden Tag mit dem Strafgesetzbuch unter dem Arm herumlaufen, ich auch nicht.

Leider hatte damals der SPIEGEL sich an die Fersen von honorigen Leuten wie dem Wirtschaftsminister und Marktgrafen Lambsdorff geheftet, aber diese Zeiten sind glücklicherweise heute vorbei, da mittlerweile selbst der SPIEGEL jeden Rückgang des Anzeigengeschäfts fürchtet und schon Anzeigen geschaltet hat, die wie Original-SPIEGEL-Artikel aussahen.

Danke, Danke
Meine Danksagung gilt nun Ihnen, weil sie der Prostitution das Anrüchige genommen haben, indem sie die Prostitution in der Politik sozusagen salonfähig gemacht haben.

Dies wird sich sicherlich auch positiv auf die gemeine Prostitution auswirken.

Dass man bei Ihnen Gesprächstermine gegen Geld bekommt, finde ich absolut in Ordnung. In unserer Republik darf nicht nur in bestimmten Etablissements Zuneigung gegen Geld erhältlich sein, sondern insbesondere auch und gerade in der Politik.

Viel Erfolg im Wahlkampf
Für den laufenden Wahlkampf in NRW sage ich Ihnen jede denkbare Unterstützung zu. Und wenn der politische Weg Sie wieder mal nach Hamburg führen sollte, versäumen Sie bitte nicht, bei mir hereinzuschauen.

Beigefügt ein Scheck für Ihren Wahlkampf. Eine Spendenquittung benötige ich nicht, da ich onhehin nur einen geringen Teil meiner Einkünfte versteuere.

Herzlichst
Ihr
Otto Anschaffer

Weiteres aus der Abteilung Satire
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medien

Medien-Rapallo auf der CEBIT

Dr. Alexander von Paleske — Gestern fand eine kleine “Elefantenrunde” auf der CEBIT in Hannover statt, an der Mathias Döpfner vom Axel-Springer-Verlag (BILD, Welt, Hamburger Abendblatt etc), der SPIEGEL-Chefredakteur Mathias Müller-von Blumencron und Telekom-Chef Rene Obermann teilnahmen.

Verlierer gemeinsam stark?
Es lag ein Verlierergeruch über dieser Veranstaltung, so wie einstmals in Rapallo nach dem Ende des ersten Weltkriegs. Man könnte auch sagen, hier sind ein paar Dinosaurier auf dem Weg in die Kreidezeit (da war es bekanntlich mit den Dinosauriern vorbei).

Die Angst hatte sie zusammengeführt. Die Auflagen der Tageszeitungen und zunehmend auch der Wochenzeitungen sind im Sinkflug, die Rediten gehen in die Knie, die Aktionäre können nicht zufriedengestellt werden. Und die Verlage tun ein Uebriges um die Medien weniger attraktiv zu machen: Sie entlassen Redakteure und sind den verbliebenen Anzeigenkunden zu Diensten.

Immer weniger investigativer Journalismus selbst beim SPIEGEL. Die mangelnde Aufklärung des Hintergrunds der Entführung des Frachtschiffes Arctic Sea sei hier als eines von vielen Beispielen genannt.

Die Internetauftritte bringen bisher den Verlagen nicht die erwarteten (unrealistischen) Werbeeinnahmen und lohnen sich – bisher -finanziell deshalb nicht. Selbst SPIEGEL-Online bringt es nach zehn Jahren „nur“ auf 20 Millionen Euro Umsatz. pro Jahr. Tendenz: stagnierend.

Somit stand für die Verlage ein Strategiewechsel an. Ein Rückzug aus dem Internet stand dabei auf gar keinen Fall zur Debatte. Vielmehr wurde krampfhaft darüber nachgedacht, wie den „Internetnomaden Geld abgenommen werden kann“ wie sich der ZEIT-Mitherausgeber Josef Joffe auszudrücken beliebte.

Telekom als Kiosk
Nun haben sich zwei Verlage mit der Telekom sich auf ein Modell geeinigt. Den T-Online-Nutzern wird kostenpflichtiger Zugang ermöglicht. Bezahlung aber nicht über Pay Pal, Kreditkarte etc, sondern über eine monatliche Rechnung mit der Telefonrechnung der Telekom, die sozusagen als Eintreiber des Geldes fungiert und das Geld dann an die Verlage weiterleitet.

Allerdings funktioniert das – vorerst – nur für T-Online- Kunden, nicht für andere Internet Service Provider. Denn diese können nur Festnetz-Telefonate über die Telekom abrechnen lassen, aber nicht ihre Internetauftritte.

Die Telekom verspricht sich davon mehr Kunden, wegen der bequemen Zahlweise und des sofortigen Zugangs zu begehrten Internetseiten.
Die Telekom wird den Verlagen für den Service wohl ebenfalls etwas abknöpfen. Aber insgesamt hoffen alle Beteiligten auf eine sogenannte Win-Win Situation.

Schnupperpreise als Kundenfänger
Der Print-SPIEGEL ist online bereits am Samstagabend für diesen Kundenkreis verfügbar und als „Schnupperpreis“ in der Anfangszeit schon für 1,90 Euro, also zum halben Preis, erhältlich.
Das Rabauken-Revolverblatt BILD aus dem Hause Springer kostet zum Einführungspreis nur schlappe 14 Cent.

Gleichzeitg bedauerten alle Teilnehmer der Dinosuarier/Elefantenrunde, dass sie bisher ihre Internetauftritte kostenfrei verfügbar gemacht haben. Das sei der falsche Weg gewesen.
Diese Meinung wird von der Internetgemeinde sicherlich nicht geteilt.

Optimistisch in die dunkle Zukunft
Alle Teilnehmer strahlten Zweckoptimismus aus. Den werden sie auch bitter nöig haben, denn es ist keineswegs ausgemacht, dass von diesem „Info-Kauf“ auch reichlich Gebrauch gemacht wird. Zwar werden sicherlich weitere Verlage folgen, weil ja keinerlei grössere Investitionen erforderlich sind, und anders als bei I-Tune, wo Apple eine 30% Anteil verlangt, wird ihnen von der Telekom sicherlich weit weniger in Rechnung gestellt.

Aber es werden voraussichtlich sich nicht alle Verlage daran beteiligen, und Nachrichten sind im Internet auch anderweitig erhältlich, z.B. über Internetportale, Nachrichtenagenturen und Nachrichtensammler, Blogs. Für Nachrichten gibt es keinen Urheberrechtsschutz, jedenfalls solange sie nicht wortwörtlich abgeschrieben sind.

Es kann davon ausgegangen werden, dass das ganze System nur dann den erwarteten Zuspruch finden wird, wenn alle Verlage plus der Nachrichtenagenturen sich daran beteiligen. Das wäre dem Zustand vor dem Beginn des Internets vergleichbar, als detaillierte Nachrichten und Hintergrundberichte, ausser über Rundfunk und Fernsehen, nur über Tageszeitungen verfügbar waren. Aber diese Zeiten sind vorbei und werden auch nicht wiederkehren.
Diejenigen Verlage und Zeitungen, deren Internetseiten nach wie vor frei erhältlich sind und Blogs werden wohl erst einmal mehr Zugriffe verzeichnen.

Insgesamt ist die Entwicklung keineswegs unerfreulich. Die Uebermacht und Meinungsmanipulation durch Printmedien ist gebrochen, etwas Neues wird an seine Stelle treten. Sicherlich nicht mehr Axel-Springer-Verlag, sondern weniger, und auch weniger Bild- Zeitung, so viel lässt sich heute schon sagen.

Frankfurter Rundschau: „Kastration“ als Überlebensprinzip
Umsonst ist nicht angemessen? – oder: Ist das Zeitungssterben aufzuhalten?
Nach den Banken nun die Zeitungen?
Gruner und Jahr Verlag: Trübe Aussichten, finanziell und journalistisch
Die neue Gruner und Jahr Story oder: Von Gruner und Jahr zu Anzeigen und Spar
Der Fall Hypo Alpe-Adria (Skandalpe) – Eine Abschlussbetrachtung
Darfs ein bisschen weniger sein? Oder: Neues zum Niedergang des Qualitätsjournalismus
Josef Joffe und das Gespenst des drohenden Todes der Tageszeitungen
Rettet Rupert Murdoch den guten Journalismus?
Rupert Murdoch – Citizen Kane in der Aera der Globalisierung
Alles frei?– oder: Der Streit um das Urheberrecht und seine Vergütung
Ein Bankenskandal, die Presse und Wikipedia
linkErlebnisse im Wikipedialand – ein persönlicher Erfahrungsbericht

medien

Die ZEIT – eine führende Wochenzeitung auf dem Weg zum „Musikdampfer“?

Dr. Alexander von Paleske — 2.3. 2010 — Die ZEIT ist Deutschlands führende und einflussreichste Wochenzeitschrift. Seit Jahrzehnten.

Zwar gehörte sie nie zu den investigativen Zeitschriften, wie einstmals der SPIEGEL, aber bei ihr konnte man die tiefschürfende politische Analyse finden, sie beurteilte kritisch Modetrends, besprach Bücher, kurzum sie war das Flaggschiff des politischen Liberalismus in Deutschland.
Allerdings haben mittlerweile Herausgeber das Heft in der Hand, deren journalistische Qualität sich offenbar nicht mit der von Marion Dönhoff messen kann, und ein Chefredakteur, der offenbar versucht, das Flaggschiff des deutschen Qualitätsjournalismus in seichtere Gewässer zu manövrieren.

Ein durchgeknallter Herausgeber?
Da ist zum einen als Herausgeber der SPD -Politiker Michael Naumann zu nennen, der sich nicht scheute, den seinerzeitigen Generalstaatsanwalt von Berlin, Dr. Hansjürgen Karge, in einer Talkshow als „durchgeknallten Staatsanwalt“ zu bezeichnen“.

Bis heute hat er sich meines Wissens nicht für diese Aeusserung entschuldigt, obgleich der damalige Angeklagte und Medienstar, Michel Friedman, um den es ging, und dessen Wohnung in Frankfurt auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft in Berlin durchsucht worden war, schliesslich wegen Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt wurde.

Dabei ist es wohl ohne Belang, dass das Bundesverfassungsgericht die Verurteilung Naumanns wegen Beleidigung mittlerweile aufgehoben hat, denn als Herausgeber der ZEIT sollte und darf man sich wohl kaum solche Entgleisungen leisten, sich so rabaukenhaft aufführen, wie der Chefredakteur eines Rabaukenblattes wie BILD, das schuldet man einfach der Seriosität der Zeitung.
Mittlerweile hat Naumann allerdings seinen Herausgeberposten aufgegeben und ist am 1.2. 2010 Chefredakteur von Cicero geworden.

Ein Schreiber namens Josef Joffe
Als nächster wäre Josef Joffe als zweiter Herausgeber zu nennen, der in seinen Artikeln sich recht unkritisch mit der Politik des Staates Israel beschäftigt.

Als professioneller also unabhängiger Journalist kann man aber auf Dauer weder ein Freund eines Politikers, noch der Politik eines Staates sein, wie der Journalist des Jahrhunderts, Rudolf Augstein, seinerzeit zutreffend feststellte.

So rückte Augstein nicht nur von Joseph (Joschka) Fischer ab, sondern auch von der Politik des Staates Israel, die er zunehmend kritisch sah.

Dass Israel seine Legitimation aus Auschwitz zu ziehen sucht, versteht er (Augstein) und spricht von einer überschäumenden Begeisterung die es zunächst für den jüdischen Staat gegeben habe. Doch sei sie wegen des hochgesteckten Zieles eines „das ganze Westjordanland zu beherrschenden Gross- Israels schnell in Enttäuschung umgeschlagen“. Peter Merseburger Rudolf Augstein, der Mann, der den Spiegel machte, 2007 Seite 524
.
Die Berichterstattung über Israels Angriff auf Gaza vor etwas mehr als einem Jahr, war dann von dem Bemühen gekennzeichnet, Israels Kriegsverbrechen herunterzuspielen.

Joffe, obwohl beste Verbindungen nach Israel unterhaltend, versuchte dann im September 2009 die Entführung des Frachtschiffes „Arctic Sea“ durch den Mossad als „Sommerlochtheater“ ins Lächerliche zu ziehen, obwohl er sicherlich längst wusste, wer dahinter steckte.

In Sachen Afghanistan versuchte Herausgeber Joffe der deutschen Oeffentlichkeit weiszumachen, dass Berlin in Kabul verteidigt wird. Die Parallelen der Argumentation zum Krieg in Vietnam sind mehr als bedrückend.

Und schliesslich trat er in einem Artikel über Israels möglichen Angriff auf den Iran wie ein potentieller Kriegsberichterstatter auf, ohne auf die politischen Implikationen eines solchen völkerrechtswidrigen Angriffs in irgendeiner substantiellen Weise einzugehen.

Ausserdem öffnete das Blatt , vermutlich nicht ohne Zutuns Joffes, seine Seiten immer wieder für den ehemaligen Aussenminister J. Fischer, von dem verstorbenen Starjournalisten Günter Gaus seinerzeit zu Recht als der grösste Opportunist bezeichnet, den er je kennengelernt habe. Seine Auslassungen sind dann auch dementsprechend.

Helmut Schmidt hält die Herausgeber-Fahne hoch – alleine
Und so bleibt als Qualitäts-Herausgeber eigentlich nur noch der mittlerweile 91 jährige ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt übrig, der tiefschürfende Artikel nicht nur zum Afghanistan-Krieg publizierte, sondern auch substantiell sich mit den Ursachen der Weltfinanzkrise auseinandersetzte.

Musikdampfer ahoi
Nun will der Chefredakteur des Blattes, Giovanni di Lorenzo, das Blatt auf Vordermann bringen. Doch in welche Richtung?

Die Antwort lautet wohl: In Richtung Musikdampfer.

Angefangen hatte es bereits mit der Kinderseite in der Zeit. Früher hiess es einmal im Stern, als der eine Kinderbeilage namens Sternchen hatte:

„Kinder haben Sternchen gern,
denn Sternchen ist das Kind vom Stern“

Vielleicht sollte die ZEIT jetzt mal so was ähnliches reinsetzen:

Kinder lieben Kinder-ZEIT,
aber Kinder-ZEIT heisst weniger ZEIT
.

Resourcen werden verschwendet, die anderweitig dringender gebraucht werden. Zwar sind manche der Beiträge nicht schlecht, aber es gibt genügend Kinder und Jugenzeitungen, die das besser und umfangreicher abdecken.

Es kommt noch schlimmer
Aber nun kommt es noch schlimmer: Startend mit der Osterausgabe soll die Leserbrief-Seite umgestaltet werden. Bisher diente sie dazu, dass Leser – möglichst auf hohem Niveau – zu ZEIT-Artikeln Stellung nehmen.

Leserseite als Leser-Schrottabladeplatz
In der neuen Leserseite kann jedweder „Schrott“ abgeladen werden, Comics, Grüsse an andere Zeit-Leser Kritzeleien etc.. Das Ganze nennt sich dann „ZEIT der Leser“.
Welche Geringschätzung der Leser drückt sich darin aus. Mitmach-Journalismus der einfältigsten und billigsten Sorte.
Zitat di Lorenzo:

„Ich habe schon lange die Idee, dass wir etwas Wertvolles verpassen, wenn wir die Einsendungen der Leser nicht nutzen“.

Zeitläufte verschwindet, Metaphysik als Beilage
Aber das ist noch nicht alles: Weiter geht es mit der (neuen) Seite „Glauben und Zweifel“. Hier also
geht‘‚s ab ins Metaphysische. So etwas hatte aus guten Gründen in der ZEIT bisher nichts zu suchen.

Und schliesslich heisst es ‚‚Weg mit der Seite Zeitläufte“, und her mit dem belanglosen Titel „Geschichte“

Der Titel Zeitläufte stand für die Idee, dem oftmals fehlenden Geschichtsbewusstsein nachzuhelfen. Eine Reihe von ganz ausgezeichneten Artikeln von kompetenten Fachleuten wurde hier publiziert. Der damalige Chefredakteur Theo Sommer hatte den altfränkischen Begriff seinerzeit vorgeschlagen (siehe Karl Heinz Janssen „Die Zeit in der ZEIT“ Seite 242).

Die Zeit versucht den Lesern hinterherzulaufen, sich ihren angeblichen Bedürfnissen anzupassen. Der Trend zum Musikdampfer ist damit tendenziell vorgezeichnet.

Wie sagte doch Theo Sommer seinerzeit als es 1994 beim SPIEGEL kriselte:

Soll die gewollte Anspruchslosigkeit des gedruckten Fernsehens auch die bisher noch der Seriosität verhafteten Zeitungen und Zeitschriften in seichte Gewässer zwingen? Eine Kultur-Havarie wäre die Folge. Eine Havarie auch unserer politischen Kultur.

Demokratie ist nach der klassischen Definition „government by discussion“. Sie lebt vom öffentlichen Räsonieren, vom intelligenten Diskurs. Beides setzt Sachinformation , Tiefenanalyse und ernsthaften Richtungsstreit voraus: Aufklärung, nicht Infotainment, publizistische Prinzipien, nicht bloss Marketingstrategien; den Willen, Meinung zu bilden, nicht nur den Drang, das Publikum zu unterhalten. Zitiert nach Karl-Heinz Janssen Die Zeit in der ZEIT 1996, S.348

Das sollte sich der Herr Chefredakteur Giovanni di Lorenzo mal hinter die Ohren schreiben.

Links zur Arctic Sea-Story
Pressebericht bestätigt Mossad-Beteiligung an der Arctic- Sea Kaperung
Kaperung der Arctic Sea – die Indizienkette beginnt sich zu schliessen
Kaperung der Arctic Sea – Mehrfacher Waffenschmuggel?
Arctic Sea: Die Öffentlichkeit wird getäuscht
Die Kaperung der Arctic Sea – oder: Windiges aus der russischen Seefahrt
Die Kaperung der Arctic Sea: Fakten, Indizien, Spekulationen
Arctic Sea“- Kaperung: Indizien deuten auf Geheimdienstaktion – vermutlich Mossad – und nicht Piraten

Links zu Afghanistan
Nach der Afghanistankonferenz – Dr. Werner Kilian im Interview
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SATIRE

FDP-Westerwelle schreibt an Springer-Verlagschef Mathias Döpfner

Dr. Alexander von Paleske — Die folgende Mail landete heute in meiner Mailbox:

01.03. 2010

Guido Putzmunter Westerwelle
Wolfgang Mischnick Gedächtnisplatz 1
Berlin

An
Mathias Döpfner
Springer-Vorstand
Axel Springer Gedächtnisplatz 1
Hamburg

Lieber Mathias

die Wahlen in Nordrhein-Westfalen rücken näher und die Umfragewerte für uns sehen so schlecht aus, dass eine Koalition der CDU mit den Grünen nach den Wahlen in Mai möglich erscheint. Deshalb muss es nun heissen: Mit aller (Presse)Macht gegenhalten.

Du hattest mir bei unserem letzten Treffen ja schon signalisiert, dass der Axel Springer Verlag alles tun würde, um diese Fehlentwicklung aufzuhalten.

Als Beispiel, wie erfolgreich ein Verlag politische Fehlentwicklungen aufhalten kann, hatte ich auf Grossbritannien verwiesen. Dort hat Rupert Murdoch es geschafft, die insbesondere durch Tony Blairs Lügengeschichten im Zusammenhang mit dem Irakkrieg völlig am Boden liegende Labour-Party wieder aufzurichten, sodass jetzt sogar ein Sieg von Gordon Brown als durchaus möglich erscheint.

Sehr vorteilhaft hat sich dabei die Stimmungsmache sowohl in der Nackedei-Sun als auch in dem Bezahl-Fernsehsender Sky ausgewirkt.

BILD muss trommeln und feuern
Ich schlage deshalb vor, dass Euer „Kettenhund“ BILD nun uns Schützenhilfe gibt und das Trommelfeuer auf die Hartz-IV Empfänger eröffnet. Da solltetst Du dem BILD-Kai mal ordentlich Feuer unter dem Hintern machen.

Ohne in Eure segensreiche Verlagsarbeit und Meinungsmache eingreifen zu wollen, aber jede Woche sollte mindestens eine neue „Florida-Rolf“- Geschichte“ in der BILD zu finden sein. Am besten platziert neben einem Nackedei, sodass die Aufmerksamkeit triebmässig dann auf diesen Artikel gelenkt wird.

Während ich gegen Hartz IV insgesamt wettere, verstehe ich natürlich, dass Ihr da vorsichtiger zu Werk gehen müsst, weil ja sehr viele Hartz IV Empfänger treue BILD-Leser sind. Deshalb schlage ich vor, den Hass gegen angeblich „schmarotzende“ Hartz IV Empfänger, wie seinerzeit „Florida Rolf“, zu lenken, mit dem sich die Masse der Hartz IV Empfänger nicht identifizieren würde.

Neue Wochenzeitung
Ausserdem solltet ihr mal überlegen, ein Konkurrenzblatt zur Wochenzeitung „Die ZEIT“ aufzubauen.
Wochenzeitungen sind vorläufig ohnehin weniger von der Pressekrise betroffen, als Tageszeitungen.

Obgleich der Chefredakteur der ZEIT, Giovanni di Lorenzo vor einer Woche auf Seite 1 in einem Leitartikel um Verständnis für meine Haltung in der Hartz IV Frage warb, passt mir die ganze Richtung dieser Wochenzeitung nicht. Die kritisieren viel zu sehr an uns herum.

Als ich neulich in der Schweiz war, las ich per Zufall die Weltwoche“. Das war früher eine linksliberale Wochenzeitung, die mich schon deswegen gar nicht interessierte.
Aber nachdem der Roger Köppel, der bei Eurer Welt ja mal Chefredakteur war, dieses Blatt gekauft hat, hat sich das Blatt ausserordentlich zum Positiven entwickelt. Da merkte man doch gleich, dass er bei Euch „Stallgeruch“ angenommen hatte.

Von Links nach Rechts
Der Köppel hat aus der Weltwoche ein rechtsliberales Meinungsblatt gemacht, was offenbar genau den Geschmack vieler Schweizer trifft und sie in ihren Vorurteilen (wie z.B. gegenüber Ausländern) bestärkt.

Gerade auch sein Eintreten für weniger Steuern und weniger Staat liegt voll auf unserer Linie. Und Köppels unkonventionelle Spontaneität entspricht ganz meinem Charakter
So ein Wochenblatt brauchen wir auch in Deutschland.

Lass Dir das doch mal durch den Kopf gehen und besprich das mit Elfriede, wenn Du demnächst wieder nach Sylt fährst.
Sei ganz herzlich gegrüsst

von Deinem
Putzmunter-Guido

Weiteres aus der Abteilung Satire
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Wirtschaftskrise

Credit Default Swaps – Banken verschärfen die Krise in Griechenland

Dr. Alexander von Paleske — Die Banken decken sich zur Zeit mit Credit Default Swaps ein, nicht mit irgendwelchen Credit Default Swaps, sondern solchen, welche die Anleihen für Griechenland absichern. Das ist vergleichbar einer Lebensversicherung auf einen Menschen, der an einer tödlichen Krankheit leidet. Ein sehr aussichtsreiches Bombengeschäft.

Credit Default Swaps sind aber einer der grössten Mitverursacher der Weltfinanzkrise im Jahre 2008.Wir hatten bereits im Juni 2008, also drei Monate vor deren Ausbruch in einem längeren Artikel davor gewarnt.

Daher, aus gegebenem Anlass, zunächst noch ein Blick auf diese „finanziellen Massenvernichtungswaffen“, wie der US-Investor Warren Buffet sie bereits im Jahre 2002 nannte.

Swaps, oder wie man mit Wetten Geld macht
Es handelt sich bei diesen Finanzprodukten um eine Kombination aus traditionellem Bankgeschäft, nämlich dem Ausleihen von Geld, einer Versicherung, in diesem Fall eine Versicherung gegen den Ausfall des Kredits, und einem Wettbüro wie bei einem Pferderennen oder einem Hunderennen, wobei auf ein Ereignis gewettet wird, nämlich dass das Pferd A oder der Hund B gewinnt.

Das traditionelle Bankgeschäft
Um sich gegen die Fäulnis von Krediten, die ja im Riskobereich der Bank lagen, abzusichern, unterhielten die Banken bis Anfang der 90er Jahre aufwändige Kreditabteilungen, die sich der Mühe unterziehen mussten, die Bonität der Kredit nachfragenden Kunden zu prüfen, um damit zweifelhafte Kunden auszuschliessen bzw. grosse Risiken so weit wie möglich zu mindern. Das war bei Kleinkunden recht einfach, mit Hilfe einer Auskunftei, Schufa genannt, bei Grosskunden musste schon ein genauer Blick in die Bücher geworfen werden, bis dann schliesslich die grüne oder rote Lampe aufleuchtete.

Offenbar war das war nun für viele Banken viel zu aufwändig, also weg damit. Die Abteilungen der Banken, die sich mit der Kreditwürdigkeit von Kunden beschäftigen, wurden bis zur Unkenntlichkeit verkleinert, stattdessen her mit einer Versicherung gegen die Fäulnis von Krediten. Und wie bei den Subprime Hypotheken wurden überhaupt keine bzw. völlig ungenügende Prüfungen der Objekte, der Zahlungsfähigkeit der Kunden etc. vorgenommen.

War ja alles – hoffentlich – versichert
Damit wurde der natürliche Teil des Bankgeschäfts völlig auf den Kopf gestellt, denn es ist ja gerade die Bank, welche die Risiken des Ausfalls eines Kredits als Teil ihres Geschäftsbetriebes tragen muss, genau so wie jede Firma das Risiko von Verlustgeschäften bis hin zum Konkurs trägt, und sich nicht dagegen versichern kann.

Für diese neuartige „Versicherung zur Kreditabsicherung“ in den 90er Jahren von den Banken erfunden und hochtrabend „Credit Default Swaps“ genannt, muss die Bank an eine „Versicherung“ zahlen, und zwar dauerhaft, halbjährlich oder vierteljährlich, und diese Versicherung ist meistens wieder eine Bank oder, wie in den USA vor der Weltfinanzkrise, der Versicherer AIG.

Aber nicht wie bei einer normalen Versicherung mit einem Versicherungsvertrag, sondern durch Ausstellung eines Wettscheins, der damit handelbar wird. Die kreditgewährende Bank ist das Kreditrisiko los, es hatte sich, wie durch einen Zauberstab berührt, in ein Zockerpapier verwandelt.

Das Ergebnis 40% der von den Banken vergebenen Kredite gingen damals als Resultat an nicht kreditwürdige Kreditnehmer, wie die Ratingagentur Fitch ermittelte. Im Jahre 2002 waren es erst 8%.

Verantwortungslosigkeit der Banken ein anderes Wort dafür.

Topp die Wette gilt
Ich, der Kreditgeber zahle die Prämien und Du, der Versicherer hoffst, dass das Ereignis, nämlich die Fäule des Kredits nicht eintritt. Und ich bekomme von Dir, falls das Ereignis eintritt, die Versicherungssumme.

Da diese Risiken von keiner normalen Versicherung übernommen worden wären, denn die Summen wären einfach nicht mehr versicherbar, geht die Sache nur so lange gut, wie sich die Schadensfälle, sprich Pleiten, in sehr geringem Rahmen bewegen. Sobald sich aber die Pleiten über einem gewissen Rahmen bewegen, bricht das ganze System zusammen. Und genau das geschah in der Weltfianzkrise, wobei insbesondere dann die AIG betroffen war und der Staat mit Riesenkrediten einspringen musste, denn die AIG war technisch pleite, und nicht nur AIG.

Im normalen Versicherungsgeschäft schützen sich Versicherungen bei Massenschadensfällen durch eine Rückversicherung bei einer Rückversicherungsgesellschaft, z.B. Münchener Rück, die gibt es aber bei diesen Swaps nicht und kann es auch gar nicht geben, da es schon eine traditionelle Versicherung selbst nicht gibt. Stattdessen gibt es dann Rückversicherungsswaps, also ein Swap auf einen Swap.

Es geht ein Zockerpapier auf Reisen
Nun sind wir beim dritten Teil des Swapgeschäftes angekommen, nämlich der Zockerei.

Diese Swaps sind handelbar, und deren Bewertung ändert sich täglich, das wäre bei einer Lebensversicherung so, als hinge deren Bewertung davon ab, ob der Versicherte gerade in einer Lebenskrise sich befindet, das Rauchen angefangen, bzw. aufgegeben hat….. Insofern ähneln die Swaps wieder Aktienkursen, die sich ja auch täglich andern, nur dass hinter Aktien Gesellschaften stehen, die produzieren oder Dienstleistungen erbringen. Hinter den Swaps steht aber nur ein sogenanntes Risiko, sonst nichts.

Und weil heute das traditionelle Bankgeschäft ja angeblich nicht genug einbringt, sondern erst die Zockerei, feiner ausgedrückt als Investmentbanking, wird gezockt, was das Zeug hält, auch nach der Weltfinanzkrise. Und die Investmentbanker müssen natürlich mit satten Boni fürstlich entlohnt werden – für solch harte Arbeit..

Mittlerweile war in der Swap-Abteilung des „Casinobetriebs“ Investmentbanking, vor der Weltfianzkrise die unvorstellbare Summe von 62.000 Millarden Dollar angekommen (62.000.000.000.000,–), das ist, wie die ZEIT seinerzeit schrieb, doppelt so viel wie der Aktienwert von 2500 Unternehmen, die an der New Yorker Börse gelistet sind.

Jetzt, nach der Weltfinanzkrise, befindet sich in der Abteilung „Derivate“ immer noch die unvorstellbare Summe von 50.000 Milliarden US Dollar.

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Auf den Konkurs spekuliert
Diese Swap-Risikopapiere lassen sich beliebig vermehren, sodass im Endeffekt die Auszahlungssumme im Falle des Konkurses einer Firma massiv höher liegen kann, als der Konkurs selbst an Miesen mit sich bringt.

Im normalen Versicherungsgeschäft ist das als „Überversicherung“ verboten. Beim Swapsen gelten andere Gesetze, bzw. gar keine.

Als der US Auto-Zulieferer Delphi seinerzeit in Konkurs ging, da betrugen, wie die ZEIT berichtete, die Konkursausfallkredite rund 5 Milliarden Dollar, die versicherte Gesamtkreditsumme aber 25 Milliarden Dollar – Casinobetrieb pur.

Das Swaps Gebäude – Ein Tollhaus
So genannte Hedge Fonds, oftmals Käufer dieser Credit Default Swaps, aber auch Banken mit grossen Casinoabteilungen, vornehm ausgedrückt als Investmentabteilungen, haben nicht selten ein brennendes Interesse daran, arbeiten gelegentlich auch darauf hin, dass der „Versicherungsfall“ eintritt, also eine Firma z.B.oder gar ein ganzer Staat bankrott geht, um dann die Versicherungssumme zu kassieren.

Im normalen bürgerlichen Leben zieht das „Herbeiführen des Versicherungsfalls“ die Leistungsfreiheit des Versicherers . gemäss Paragraph 81 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) nach sich, aber, wie gesagt, beim Swapsen gelten ganz andere Gesetze: Wild West–Gesetze.

Z.B. Griechenland
Und genau das sehen wir nun im Fall Griechenlands. Die Credit Default Swaps auf griechische Staatsanleihen steigen im Wert, weil der Staatsbankrott Griechenlands, bzw. das Nichtbedienen der Statsanleihen, wahrscheinlicher wird.

Also decken sich die Banken mit diesen Swaps ein, insbesondere natürlich Goldman Sachs, der einstmals auch der US-Notenbankchef Ben Bernanke angehörte und wohl auch die Deutsche Bank, die das abstreitet , und dann noch Credit Suisse, UBS, Societe Generale, BNP Paribas.
Da somit die Kosten für die von Griechenland benötigten Kredite weiter steigen, die Absicherungen laufen ja über Credit Swaps und die steigen munter weiter in die Höhe, weil das Risiko der Fäulnis des Kredits steigt, gibt es kaum noch Kredite für Griechenland.

Die Banker, in deren Besitz sich derartige Swaps befinden, hoffen auf den Staatsbankrott, weniger allerdings die Commerzbank, denn deren Tochter Eurohypo hat jede Menge Griechenlandanleihen in den Tresoren und schon gar nicht die Pleitebank Hypo Real Estate, auch diese mit Griechenlandanleihen gut eingedeckt.

Obwohl Frau Merkel im September 2008 nach Ausbruch der Weltfinanzkrise Privatunterricht durch Deutschbanker Josef Ackermann erhielt, und dabei auch über die toxischen (Herr Ackermann würde eher sagen segensreichen) Credit Default Swaps aufgeklärt wurde, ist bisher nichts unternommen worden, um diese Zug um Zug zu verbieten oder wenigstens unter Kontrolle zu halten. Nicht einmal über Clearinghäuser müssen sie laufen, sondern werden nach wie vor unkontrolliert über den Tresen gehandelt.

Die nächste Krise kommt bestimmt
Und so ist die nächste Finanzkrise eigentlich wohl nur eine Frage der Zeit, Griechenland macht da offenbar nur den Anfang.
In der Warteschlange stehen schon Irland, Spanien und Italien.

Den anderen EU Staaten, insbesondere Deutschland, bleibt gar nichts anderes übrig, sie müssen Griechenland weiter kreditwürdig halten, notfalls durch Kreditgarantien.

Gleichzeitig will man aber den Einsatz so gering wie möglich halten. Also werden Griechenland die Daumenschrauben angelegt und dann angezogen. Die Griechen sollen die Zeche bezahlen. Dass die sich dagegen wehren, ist nur allzu verständlich.

Wie sagte doch Warren Buffett: Mit den Credit Default Swaps ist es wie mit der Hölle, man kommt leicht hinein, aber nur schwer wieder heraus.

Frau Merkel und ihre Crew haben noch nicht einmal den Einstieg in den Ausstieg begonnen. Die streiten sich stattdessen darüber, wie man den Hartz IV Empfängern am besten das Fell über die Ohren ziehen kann.

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vermischtes

Hollywoodstar Harrison Ford begibt sich in die Forschung

Dr. Alexander von Paleske — Morgen, am 26.2., 2010 kommt in Grossbritannien ein Film in die Kinos, in dem Harrison Ford die Hauptrolle spielt. Titel: „Extraordinary Mesaures“ deutsch: Ausnahmesituation.

Der Film ist ab 10. März auch in Deutschland zu sehen.

.Das würde uns normalerweise überhaupt nicht interessieren, wenn dieser Film nicht im Bereich der Pharmaforschung sich abspielen würde.

Morbus Pompe
Die Geschichte ist schnell erzählt: Ein verzweifelter Vater, John Crowley, gespielt von Brendan Fraser, hat zwei Kinder, die todkrank an der sehr seltenen Pompe-Krankheit (Morbus Pompe) leiden, auch Glykogenose Typ II genannt.
Den von dieser Krankheit befallenen Kindern fehlt ein zum Abbau von Glykogen erforderliches Enzym, mit der Folge der Akkumulation von Glykogen in Leber, Muskeln, Lymphozyten u.s.w..

Die Kinder fallen durch extreme Muskelschwäche und Herzvergrösserung auf. Der Tod trat – bis zur Entwicklung des neuen Medikaments Myozyme – in den meisten Fällen innerhalb eines Jahres ein.
Bereits 2006 hatte Geeta Annand ein Buch darüber geschrieben: The Cure.

Die Entwicklung des Medikaments Myozyme wird in dem Film nachvollzogen.
Der Forscher Robert Stonehill, gespielt von Harrison Ford, hat Finanzierungsprobleme für die Weiterentwicklung und Herstellung des von ihm entwickelten neuen Medikaments und so gründen der verzweifelte Vater und der Forscher Stonehill eine Biotech-Startup-Firma.


Harrison Ford als Forscher

Kapital nur für satte Profite
Die angegangenen Wagnis-Finanzierer, auch Venture Capitalists genannt, zeigen allerdings wenig Interesse,die Firma zu finanzieren, da nicht innerhalb des von den Wagnisfinanzierern gesetzten engen Zeitrahmens von 12 Monaten bereits mit dem neuen Medikament Geld gescheffelt werden kann.

Zu wenig potentielle Kunden, da die Krankheit selten ist. Menschliche Schicksale interessiert dieser Personenkreis ohnehin nicht.

So ist Stonehills und Crowleys Firma schliesslich gezwungen, sich unter die Fittiche einer grossen Biotech-Firma zu begeben, die aber seine Erfindung, ein Enzym, welches das Glucogen abbaut und durch Infusionen regelmässig den Patienten zugeführt werden muss, erst einmal nicht weiterentwickeln will, solange der Profit nicht gesichert ist.

Etwas weg von der Realität
In der Realität hatte die Firma Genzyme
aber bereits drei weitere vielversprechende Produkte zur Behandlung der Pompe- Erkrankung in der Pipeline, als sie die Start-up Firma kaufte.

Und es war letztlich nicht Stonehills Substanz, die das Rennen machte. Aber das ist letztlich wohl egal.

Viel wesentlicher, und das blendet der Film völlig aus, ist die Tatsache, dass die Firma Genzyme mit diesem Produkt schlappe 200 Millionen US Dollar im vergangenen Jahr verdiente. Die Behandlung kostet nämlich pro Patient im Durchschnitt 200.000 US-Dollar pro Jahr.

Es ist auch bedauerlich, dass der Film die technischen Schwierigkeiten bei der Herstellung solcher Substanzen ausblendet. Und die sind enorm. Aber das passt nicht in einen emotional aufgeladenen Film. Die Realität ist eben hier wesentlich komplizierter.

Seltene Krankheiten und die Pharmaindustrie
Dass man mit nicht gerade häufigen Erkrankungen durch bahnbrechende Erfindungen Geld machen kann, hatte bereits die schweizer Firma Novartis mit dem Medikament Imatinib (Gleevec) vorexerziert, ein Durchbruch in der Behandlung der chronisch myeloischen Leukaemie.

Nur: Novartis versprach – und hat das Versprechen gehalten – das Medikament denjenigen, welche die 2000 Euro pro Monat für die Dauerbehandlung nicht aufbringen koennen, es über die Max-Foundation kostenlos zur Verfügung zu stellen – weltweit.

Und so konnte auch ich in Botswana meine 10 Patienten, die an dieser Krankeit litten, erfolgreich und kostenlos damit behandeln.

Wir denken aber hier in Simbabwe, wohin ich zurückgekehrt bin, nicht an die Behandlung von sehr seltenen Erkrankungen, sondern an die Behandlung von Krebserkrankungen, für die keinerlei Medikamente zur Zeit vorhanden sind. Medikamente, die bereits vor mehr als 30 Jahren entwickelt wurden.

Hier stellvertretend für viele Patienten ein Beispiel aus der vergangenen Woche:

Das Kind leidet am Wilms-Tumor, ein Krebs der Niere, der in 90% der Fälle heilbar ist, mit Medikamenten, die pro Patient zusammen nicht mehr als 500 US Dollar kosten würden.
Hinzu käme die Reparatur der Bestrahlungseinheit, worauf so viele Patienten ungeduldig warten.

Sehenswerter Film
Lohnt es sich also den Film anzusehen? – Ja, insbesondere wenn man mehr erfahren will, über seltene Erkrankungen wie die Glukogenosen, wie neue Medikamente entwickelt werden und welche Verzweiflung Eltern durchmachen, deren Kinder an einer (bisher) unheilbaren Krankheit leiden.

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass selbst simple und nicht besonders teure Medikamente in der Dritten Welt oftmals nicht erhältlich, und die Eltern hier darüber nicht weniger verzweifelt sind.

Siehe hierzu auch Glykogenose-Selbsthilfe http://www.glykogenose.de/

Seltene Krankheiten – Teure Medikamente (oder gar keine)
Bittere Pillen für die Dritte Welt
Dumela Ngaka . 8 Jahre als Krebsarzt in Botswana – Ein persönlicher Erfahrungsbericht
Cancer surge overwhelms AIDS-struck Botswana

afrika

Simbabwe: Mugabe feiert wieder mal Geburtstag

Dr. Alexander von Paleske — Gestern wurde Simbabwes Herrscher, Robert Gabriel Mugabe, 86 Jahre alt, er würde eher sagen: nicht alt sondern jung.

Für Mugabe deshalb kein Grund, das Szepter aus der Hand zu geben. Im Gegenteil: Er macht weiter. Und das Höchstalter, um an ein internationales Gericht wegen Menschenrechtsverletzungen überwiesen zu werden, hat er auch schon überschritten, das liegt nämlich bei 85 Jahren.

Glück gehabt ist man versucht, ihm zuzurufen.Nein, würde er sagen, das hat nichts mit Glück zu tun, sondern mit Intelligenz.
Und davon besitzt Mugabe reichlich, jedenfalls mehr als fast alle seine Konkurrenten in der eigenen Partei , und die fast alle Mitglieder der einstigen Oppositionspartei MDC, Finanzminister Tendai Biti einmal ausgenommen.

Ehemalige Opposition darf lauschen
Die MDC darf zwar jetzt mit am Regierungstisch sitzen, aber zu sagen hat sie dort wenig.Devise Mugabes: Die MDC nimmt teil an der Unterhaltung durch Zuhören.

Das Politbüro von Mugabes ZANU-PF – Partei ähnelt mittlerweile, von der altersmässigen Zusammensetzung her, etwa dem des Sowjetherrschers Breschnew kurz vor dessen Tod.

Nächstes Wochenende soll in Bulawayo die Geburtstagsparty steigen, natürlich unter weitgehendem Ausschluss des gemeinen Volkes.

Geburtstagsfeiern Mugabes haben sich noch nie an der sozialen Lage des Volkes orientiert, eher schon standen sie dazu im umgekehrt proportionalen Verhältnis.
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Chinesen zeigen wie man’s macht
Vergangenes Wochenende haben die Chinesen gezeigt, wie man den Geburtstag eines afrikanischen Herrschers so richtig feiert. Da wurde nach dem opulenten Essen nicht nur eine riesengrosse Geburtstagstorte aufgefahren, sondern die Botschaftsmitglieder sangen zusammen anschliessend die simbabwesche Nationalhymne, die einige Anklänge an das deutsche Lied „Wenn alle Brünnlein fliessen“ hat.
Ziemlich korrekt sogar sangen die Chinesen.Nicht etwa in Englisch, sondern in der Stammessprache Shona.

Das chinesische Engagement kann man verstehen, Simbabwe hat reichlichst Bodenschätze, vor allem Platin, Kupfer, Zinn, Kohle, Nickel und viel Gold, und nun wurden auch noch Diamanten gefunden. Nur die Bevölkerung spürt davon herzlich wenig.

Mugabe revanchierte sich, indem er in seiner Dankesrede das Treffen des US-Präsidenten Obama mit dem Dalai Lama kritisierte. So etwas freut die Abgesandten aus dem Reich der Mitte.

Im April steht der 30. Jahrestag der Unabhängigkeit Simbabwes an. Mit Wehmut erinnern sich viele an den Optimismus und die Aufbruchsstimmung, die damals herrschte. Davon ist praktisch nichts mehr übrig geblieben. Die politische Elite ist damit beschäftigt, sich die Taschen vollzustopfen. Das Volk ist damit beschäftigt, zu überleben. Irgendwie.

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Ein fauler Kompromiss wird Wirklichkeit</b
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terror

The burden of being Osama’s daughter

Himid Mir – 20.2. 2010 – Tragedy of a family torn asunder by circumstances has created a stalemate between Iran and Saudi Arabia, tussle between a daughter and her mother and exposed differences between a father and his sons.

This is the story of the family of the world most wanted fugitive: Osama bin Ladin. Eman, the 18-year-old daughter of Osama recently took refuge in the Saudi Embassy in Tehran.

All she wants is to get to Jeddah somehow to be with her elder brother Abdullah bin Ladin, but on the other side her mother, Najwah, has requested the Iranian authorities to send her daughter to Damascus instead where Najwah has been residing for the past nine years since her separation from Osama. The Saudi government has urged the Iranian authorities to allow Eman to travel to Jeddah but the Syrian government is also requesting the Iranians to listen to the mother.

Omar bin Ladin, 28, another brother of Eman has also appealed to the Iranian government to send Eman to Syria. Iranian Foreign Minister Manouchehr Mottaki informed this scribe in Tehran that the Saudi government wanted Eman to go to Jeddah while her mother wanted her to come to Damascus. “We are in trouble and we have decided to act according to the Vienna Convention,” he said. He indicated that the Iranian government would not become part of this dispute and Tehran would take a decision according to the will of 18-year-old girl in the light of international law very soon.

Eman had illegally entered Iran from Afghanistan with some members of the family in December 2001. She was only nine at the time. She was detained by the Iranian authorities with her brothers Saad now 29, Osman 25, Hamza, 20, Bakr, 15 and sister Fatima, 22, along with her step mother Umme Hamza. The family spent these years in a house in the outskirts of Tehran under the watchful eye of the Iranian security. Saad bin Ladin, however, slipped back to Afghanistan in 2008 and joined al-Qaeda. A few weeks back, young Eman went to a market for shopping. She dodged the Iranian security and contacted her brother Abdullah in Jeddah on phone and asked him to help her escape from Iran. Abdullah advised her to immediately take refuge in the Saudi Embassy, and that was the beginning of this unfolding bin Ladin family drama.

One of her brothers, Omar, now lives in Qatar. He separated from his father a few months before 9/11 after refusing to become an al-Qaeda fighter. He left Afghanistan with his mother Najwa on September 9 2001 and after a few years, married a British girl Jane Felix (now Zaina).

Omar contacted one of his younger brothers Bakr in Tehran two weeks back and convinced him to go to Damascus. Bakr reached Damascus from Tehran a few days back safely and now he is also trying that his sister Eman should join him in Syria.

It is pertinent to mention that Abdullah separated from his father in 1996 when Osama bin Ladin migrated from Sudan to Afghanistan. Abdullah has never denounced his father publicly but Omar has repeatedly done so in the recent past. Abdullah, Omar, Eman and eight other brothers and sisters were born of Najwa, who was the first wife of Osama bin Ladin. She was married to Osama in 1974. Nowadays, at least 28 members of bin Ladin family are living in Iran, including 11 grandchildren of Osama. Four wives of Osama have a total of 26 children and all these wives and children were separated after the fall of the Taliban government in Afghanistan in December 2001.

The Iranian government has condemned al-Qaeda and Iranian foreign minister had expressed complete ignorance about the presence of bin Ladin family members in Iran until Eman took refuge in Saudi Embassy. According to Western diplomats, Iran tried to trade the members of bin Ladin family with US for Mujahedeen Khalq militants after 9/11.These Iranian rebels now live in Iraq but USA refused to make a deal. Iranian authorities have denied these claims.

sendenHamid Mir, the author of this article, is a top Pakistani reporter, head of the Geo TV Bureau in Islamabad. He has won a world-wide acclaim for his interviews with Osama bin Laden and Dr. Ayman al-Zawahiri, before and following 9/11. His new book about OBL is due to appear in Britain, later this year.